Autorenanmerkung: Schon wieder so ein "Quicky", aber besser als nichts. Heute mal ohne langes Vorgerede, da es keine neuen Reviews gab und auch keine weiteren Alerts. Scheint sich so weit alles eingependelt zu haben, die letzten beiden Kapitel hatten jeweils neun Hits. Hätte gerne insgesamt die 150 geknackt gesehen, vor diesem Kapitel, aber man kann nicht alles haben.
Nichtsdestotrotz viel Spaß mit dem nächsten Kapitel!
Kapitel 6: Hawkes' Entdeckung
„Hey Mac, hast du mal eine Minute?"
Wieso fragten mich eigentlich alle Leute immer danach, ob ich mal eine bestimmte Zeit für sie hätte? Wirkte ich so gehetzt? Oder so in Eile? So ungeduldig?
„Was gibt es denn, Stella? Geht es um euren Fall?"
Sie verneinte, bevor sie einen Blick rundherum warf. Dieser Glaskasten war immer so, als säße man auf dem Präsentierteller. Selbst bei privaten Gesprächen war man nicht wirklich unbeobachtet.
„Es geht um Danny."
Bereits bei ihrem Blick rund herum hatte ich Lunte gerochen. Es war zu offensichtlich, dass es nicht um die Arbeit ging.
„Du hast Nachforschungen angestellt." stellte ich fest.
„Ja. Bist du mir sehr böse?" Stella schien jede Konfrontation mit mir vermeiden zu wollen.
„Kommt drauf an, was du herausgefunden hast…" versuchte ich zu scherzen. „War das übrigens der Grund für deine Nachricht?" Mir war gerade wieder der Zettel eingefallen.
„Ja. Aber ich denke, ich weiß inzwischen mehr."
Meine Augenbrauen wanderten nach oben. „So?" Ich brannte inzwischen darauf zu hören, was Stella herausgefunden hatte.
„Sieht so aus, als hätte Danny im Moment was mit drei Frauen am Laufen." Ich seufzte. „Andererseits will mir das nicht so ganz in den Sinn, das eine der Frauen Aiden sein soll. Also, ich habe nur seine Telefonanrufe mitbekommen… Und der eine Anruf war von Aiden. Es klang sehr vertraut."
„Andererseits waren sie lange Zeit Partner." warf ich ein.
„Ja. Es geht ihm wohl immer noch nahe, dass du sie gefeuert hast. Außerdem war das noch vor ihrer Entlassung, es kann sein, dass sie über den Fall redeten und sie ihm was mitteilte bevor sie sich zum Abendessen verabredeten."
Ich schaute Stella fragend an. „Bei der einen klang es ziemlich nach dem Ende. Andererseits… Wer weiß bei Danny schon so genau wann was anfängt und wann was aufhört. Ich meine: Hast du ihn mit Lindsay zusammen gesehen?" Ich seufzte. Genug Zeit sie zu beobachten hatte ich ja gehabt.
„Ja, habe ich."
„Sie scheint ihm zu gefallen."
„Also er steht definitiv auf Frauen?" fragte ich schließlich.
„Definitiv." bestätigte Stella.
Es lief nicht gut für mich.
„Andererseits stehst du auch definitiv auf Frauen. – Aber halt nicht nur…"
Genau in diesem Moment kam Hawkes mit neuen Ergebnissen in mein Büro. Seine braunen Augen weiteten sich und er starrte mich geradezu an. Jetzt begann es also im Büro die Runde zu machen.
„Sorry…" formten Stellas Lippen eine Entschuldigung.
„Komm rein und mach die Tür zu, Sheldon." forderte ich ihn auf. „Und danke fürs Anklopfen."
„Ich… Ähm… Ich dachte, ihr redet über den Fall." Er bewegte die Unterlagen in seiner Hand.
„Offensichtlich nicht." Stella schwieg lieber. Sie schien sich ganz und gar nicht wohl zu fühlen. „Sag mal, Hawkes, wie sieht das eigentlich mit deiner ärztlichen Schweigepflicht aus?"
„Huh?" Von einem so gebildeten Mann hätte ich zwar eine andere Reaktion erwartet, aber vermutlich hatte ich ihn eiskalt erwischt.
„Kannst du das bitte für dich behalten?" fragte ich ihn, damit etwas deutlicher werdend.
Sheldon schien immer noch leicht irritiert. „Was? Äh, dass du auch auf… Männer stehst?"
Ich merkte, dass er sich zur Wand bewegte, auch wenn es nur eine Glaswand war, bis er mit dem Rücken dagegen stand.
„Ja, genau das. Weil ich nicht will, dass jeder mit dem Hintern an der Wand längs läuft, nur weil ich in der Nähe bin." Ich musste selber über die Vorstellung schmunzeln. Hawkes schien sich zu entspannen. „Mal ganz abgesehen davon, dass ich noch nie einem Kerl an den Hintern gegangen bin."
Das saß! Nicht nur Sheldon, auch Stella sah mich sprachlos an.
„Hey, wenn im Büro schon über mich geklatscht wird, dann will ich wenigstens keine Unwahrheiten hören."
„Meine Lippen sind versiegelt." versprach Hawkes. Stella brachte nur das internationale Zeichen für den Lippenreißverschluss mit dem Schloss und dem weggeworfenen Schlüssel.
„Danke." Ich war echt erleichtert. Aber es bestand immer noch die Gefahr, dass vielleicht doch noch herauskommen würde, hinter wem ich her war. Wobei wir darüber nicht geredet hatten, also Stella und ich. Aber wir waren das CSI-Team von NY, es war fast nur eine Frage der Zeit, bevor man hier aufflog. Irgendwann würde es jemand merken. Noch ein Grund, weshalb ich mit Danny reden sollte. Nicht, dass vor mir ein anderer zu ihm käme.
„Also, was gibt es zu dem Fall?" kehrte ich zum beruflichen zurück und ließ mich von Stella und Sheldon aufklären, wie sie vorankamen.
