Autorenanmerkung: Wie schon angedroht (sogar schon vor einiger Zeit): Es wird mal wieder etwas kürzer, dazu werde ich in den nächsten Kapiteln dann gleich mehrere Folgen abhandeln, heute: "City of Dolls" (mit den deutschen Titeln habe ich es immer noch nicht so, als dass ich sie auswendig wissen würde).
Eigentlich war der Titel des Kapitels "Druck ablassen/Sich entspannen", aber ich dachte mir, ich mache doch lieber nur einen Titel daraus. Deutlich genug ist er ja so oder so. Und ich muss gestehen, dass ich wirklich versuche mich an das M-Rating zu halten. Ich hoffe, es ist noch nicht zu heftig. Ich persönlich empfinde es als noch im Rahmen, aber für Feedback auch in der Richtung wäre ich sehr dankbar.
Viel Spaß damit!
Danke erneut an QueenAlex und frl-smilla für die Reviews. Ich bin gerade etwas weniger am Antworten darauf, aber ich freue mich über jedes Review. frl-smilla, meine Mail an dich kam zurück mit einer Fehlermeldung. Falls du eine andere Adresse mehr benutzt, dann mail mir doch bitte, damit ich sie erhalte. Sorry, dass ich das hier reinschreibe, aber da ich sonst keine Möglichkeit habe, dich zu kontaktieren musste das wohl sein. Auch sorry an meine Leser, die damit hier belästigt werden, aber ich denke, ihr habt Verständnis dafür. Doch nun viel Spaß mit dem neuen Kapitel.
Kapitel 18: Sich entspannen
Es verging einige Zeit, einige Tage, vielleicht sogar Wochen, ich glaube, ich kann das gar nicht mehr so genau sagen. Wir hatten ein paar mehr oder weniger interessante Fälle. Weder Flack noch Danny kamen zu mir, um privat mit mir zu reden. Danny und ich redeten außerhalb der Arbeit gar nicht miteinander. Ich gab ihm neue Fälle, er gab mir Berichte und hielt mich auf dem Laufenden. Lindsay und Stella beäugten das alles aufs Genaueste, wie ich bemerken musste. Und Hawkes versuchte so zu tun, als würde er nichts mitbekommen. Ich glaube, er fühlte sich immer noch nicht ganz so wohl damit zu wissen, dass ich auch an Männern interessiert war.
Vermutlich ließ es ihn sich noch unwohler fühlen, dass er wusste, dass Danny auch an Männern interessiert war. Und ich denke, die Tatsache, dass Flack schwul war brachte ihn vollkommen aus dem Gleichgewicht. Er war der letzte heterosexuelle Mann unter meinen CSI, während ich bei Lindsay und Stella mir ziemlich sicher war, dass sie beide auch heterosexuell waren. Irgendwie hatte ich sogar den kleinen Verdacht, dass zwischen Lindsay und Hawkes sich was anbahnte. Aber vielleicht lag ich auch falsch, immerhin hatte ich ja genug mit meinem Liebesleben zu tun.
Noch immer kämpfte ich damit, dass mein körperliches Verlangen immer stärker wurde. Natürlich hätte ich ihm einfach nachgeben können, aber ich konnte nicht. Ich kann es auch nicht erklären. Wenn Danny in der Nähe war, dann spürte ich, dass sich fast sofort was regte. Und wenn ich alleine war und an ihn dachte, dann ging es mir nicht viel anders.
Schließlich gab ich meinem Verlangen nach. Ich bin auch nur ein Mensch. Und vor allem bin ich auch nur ein Mann. Jeder hat Bedürfnisse. Auch sexuelle Bedürfnisse. Wenn es um körperliche Nähe ging, da hatte ich Stella, die mich öfters mal in den Arm nahm, ohne, dass ich ihr was sagen musste. Aber ein Mann musste eben tun, was ein Mann tun musste. Vor allem, wenn ein Mann an seinem freien Tag davon aufwachte, dass er in einer bestimmten Körperregion ganz und gar nicht entspannt war.
Ich merkte, dass ich es wohl nicht länger würde aufschieben können, dass ich am Ende aller anderen Mittel war. Ich hatte gehofft, nicht zu diesem Punkt zu kommen. Nicht, weil ich irgendwie verklemmt war, sondern weil meine Gedanken in den letzten Wochen wieder immer mehr um Danny kreisten. Es war nicht das erste Mal, dass ich es mir selber machen würde, seitdem ich wusste, dass ich in ihn verliebt war, aber das erste Mal seit unserem Kuss, seit dem Zeitpunkt, ab dem ich an nichts anderes mehr denken konnte als daran, wie er sich anfühlte.
Ich hatte vielleicht auch etwas in meinem Inneren gehofft, dass wir zu diesem Zeitpunkt schon zusammen wären, aber da dem offensichtlich nicht so war, blieb mir ja wohl kaum was anderes übrig.
Es war mein freier Tag, und ich hatte nicht vor an diesem Tag noch ins Büro zu gehen. Oh ja, Danny veränderte mich. Er erschien nie an seinen freien Tagen bei der Arbeit, er hatte wirklich noch ein Leben außerhalb des Büros. Ich glaube, er ging öfters mit Flack zusammen zu Sportveranstaltungen. Ich dachte kurz daran, dass ich mit Stella ja bei dieser Hundeschau gewesen war, und fragte mich, ob ich vielleicht Danny mal fragen sollte, ob wir zusammen zu einem Baseballspiel gehen würden.
Oh Gott, ich fing wirklich an darüber nachzudenken Danny zu fragen, ob wir zusammen ausgehen würden. So lange ich nur darüber nachdachte war es ja noch nicht so schlimm.
Ich lag noch etwas im warmen Bett und hoffte, dass meine Erektion vielleicht doch von alleine verschwinden würde. Es war schön im Bett zu liegen. Und den Gedanken an eine kalte Dusche fand ich absolut schrecklich. Ich hatte viel zu oft in letzter Zeit kalt geduscht, nur um meine körperlichen Gelüste zu vertreiben. Meistens half es. Und wenn nicht, dann ging ich joggen. Sport als Ersatz für Sex. Stella hätte mich wohl geohrfeigt, wenn sie davon gewusst hätte. Sie war immer noch der Meinung ich sollte Danny einfach endlich reinen Wein einschenken und alles würde gut werden. Aber er wollte mir ja auch nicht sagen, was er empfand, wieso eigentlich nicht? Vielleicht weil er gar nichts für mich empfand. Vielleicht, weil das alles nur ein großes Missverständnis gewesen war.
Ich wusste es nicht. Ich wusste nur, dass ich jetzt endlich was gegen die Härte unter der Decke unternehmen würde. Nur widerwillig wühlte ich mich aus den Laken, aber es half ja alles nichts, meine Nachtkleidung musste erstmal runter, bevor ich mich um was anderes kümmern könnte. Ich ließ alles einfach achtlos auf dem Boden vor meinem Bett liegen. Wenn ich fertig wäre, dann würde ich mich darum kümmern können.
Schließlich lag ich wieder im Bett. Meine Hand strich über meinen eigenen Körper, während ich daran dachte, wie es wäre, wenn Danny mich berühren würde. Wenn es möglich war, dann wurde ich bei dem Gedanken daran nur noch härter als ich es eh schon war. Ich ließ meine Hand einfach über meine Haut gleiten, während ich an Danny dachte.
Sonst waren es Gedanken an anonyme, gesichtslose Personen, während ich masturbierte. Aber heute konnte ich meinem Verlangen an Danny zu denken nicht mehr länger Widerstand leisten. Ich rief in meiner Erinnerung den Moment unseres Kusses wieder ab: Ich dachte daran, wie er meinen Hintern berührt hatte, und eine Gänsehaut breitete sich über meinen ganzen Körper aus. Ich hatte meine Augen längst wieder geschlossen. In meinem Kopf tauchte das Gefühl auf, das sein Bart auf meiner Haut hinterlassen hatte, als er mich küsste. Wie wäre es wohl, wenn er mich woanders küssen würde, zum Bespiel auf der Brust?
Bestimmt würde es auch kitzeln. Ganz sicher sogar. Ich erinnerte mich daran, wie ich seinen Po berührt hatte, ihn leicht massiert hatte. Er hatte sich so perfekt angefühlt. Gleichzeitig fragte ich mich, ob ich das überhaupt könnte…
Ich merkte, dass meine Erektion etwas nachließ.
Und ich verstand die Welt nicht mehr. Wie konnte es sein, dass ich, nachdem ich in letzter Zeit schon geil wurde, wenn ich nur Dannys Namen hörte, jetzt plötzlich so reagierte, während ich daran dachte, wie es wäre, Danny nah zu sein. Dann fiel mir ein, dass dies das erste Mal war, dass ich ernsthaft daran dachte, wie es wäre, mit Danny zu schlafen.
Ich hatte noch nie mit einem Mann geschlafen, das wusste Danny. Und er hatte auch noch nie mit einem Mann geschlafen. Aber erst in diesem Moment war mir so wirklich bewusst geworden, was das eigentlich hieß, mit einem Mann zu schlafen.
Ich nahm ein paar tiefe Atemzüge und entspannte mich etwas, während ein anderer Körperteil von mir gar nicht entspannt war. Mein Gehirn begann Szenarien zu entwickeln, sich Fragen zu stellen. Die kleine Öffnung, der Anus, war anders konzipiert als eine weibliche Vagina. Und würde auch anders reagieren. Ich dachte daran, dass Danny bestimmt sehr eng wäre. Sofort sprang mein Glied auf den Gedanken kann.
Doch dann ließ ich meine Phantasien in andere Richtungen driften. Danny und ich waren schließlich noch nicht annähernd so weit. Ich hing lieber weiter dem Bild nach, wie es wohl wäre, wenn er mit seinem Kopf an meinem Körper herunterginge um dann…
Heiße Wellen schossen durch meinen Körper bei dem Gedanken, wie Danny an mir saugen und lecken würde… Meine nächsten Gedanken führten mich sofort dahin, wie es wäre, genau das gleiche mit ihm zu tun. Ich erinnerte mich daran, dass so bald Dannys Hemd nicht bis ganz zum Kragen geschlossen war, man oben ein paar Brusthaare sehen konnte. Ich wusste nicht wie es weiter unten aussah, aber ich vermutete, dass seine Brust wohl insgesamt ziemlich behaart war. Dabei fuhr ich mit der anderen Hand über meine Brust, auf der sich nur ein paar wenige Härchen kräuselten.
So war das eben. Danny hatte wohl mehr Brustbehaarung als ich. Was soll's. Ich ließ mich wieder von meinen Gedanken treiben und merkte, was mir in diesem Moment wirklich helfen würde:
Meine Phantasie ließ es Dannys Hand sein, die mich berührte.
Ein Beben zog sich schließlich durch meinen Körper. Mir war inzwischen total heiß unter der Bettdecke, ich schob sie etwas zurück. Sekunden später zuckte mein ganzer Körper während es mir kam. Ich sah bunte Punkte vor meinen Augen tanzen, während ich meinen Höhepunkt erreichte.
Ein paar Minuten blieb ich regungslos und erschöpft auf meinem Bett liegen. Es war eine angenehme Erschöpfung, wobei ich es noch lieber gesehen hätte, wenn Danny neben mir gelegen hätte, wenn es nicht alles nur in meiner Phantasie passiert wäre, sondern wenn wir wirklich miteinander… Was eigentlich genau? Ich wusste es immer noch nicht. Ich wusste nur, dass ich Danny liebte und ihn bei mir haben wollte. Aber ich war immer noch nicht bereit ihm zu sagen, was ich fühlte.
Nach diesem Erlebnis beschloss ich, dass ich endlich wieder mit Danny zusammen arbeiten müsste. Unser nächster Fall war kurz nachdem der erste Schnee in New York gefallen war: Ein Puppendoktor war ermordet worden. Ja, wir hatten teilweise echt verrückte Fälle. Es war schön wieder mit Danny zusammen zu arbeiten, auch wenn mein Körper immer noch sofort auf ihn ansprang. Ich fühlte mich in seiner Nähe wohl.
Die Szenerie war so ein Chaos, das ich Lindsay dazu rief. Drei Paar Augen sahen mehr als zwei, und so war ich auch nicht gezwungen wirklich die ganze Zeit mit Danny zu verbringen, wenn ich merkte, dass es zu viel wurde, dann konnte ich einfach Lindsay mit Danny losschicken, wenn es um den Fall ging. Und das tat ich auch, als es um eine der Tatverdächtigen ging. Danny fühlte sich mit Lindsay wohl, das konnte sogar ich merken. Nicht, dass er sich inzwischen nicht auch wieder mit mir wohl fühlte. Ich war wirklich dankbar, wie sich unser Verhältnis seit der U-Bahn-Schießerei wieder verbessert hatte.
Lindsay kümmerte sich um das kleine Mädchen, dem die Puppe gehörte, die der Puppendoktor so fest in seiner Hand hielt, als er starb, aber auch sie bekam nichts aus ihr heraus. Immerhin waren die Wahrscheinlichkeiten größer, dass sie was von dem Mädchen erfahren würde, als wenn Danny oder ich es probiert hätten. Danny war zwar zeitweise auch wie ein großes Kind, aber Danny hatte eine andere Art gehabt mit Mädchen zu spielen…
Ich musste daran denken, dass er wohl mit vielen Frauen geschlafen hatte. Vor Claire hatte es in meinem Leben nicht sehr viele Frauen gegeben. Ich war wohl eher der treue Typ, jemand, der gerne eine Konstante in seinem Leben hatte. Und ich musste sagen, dass der enge Pullover, den Danny während des Falls trug, mich fast um den Verstand brachte. Wenn er Hemden trug, dann konnte man nicht so sehr seinen muskulösen Oberkörper erahnen, wie unter dem Baumwollstoff, der sich viel mehr an seinen Körper schmiegte, als die dünneren Baumwohlfasern eines Herrenoberhemdes. Und der V-Ausschnitt zeigte wieder sein Brusthaar. Ich wollte zu gerne wissen, wie es sich anfühlte.
Irgendwie schaffte ich es trotzdem mich so weit zu konzentrieren, dass wir den Fall gelöst bekamen. Es waren Danny und ich zusammen, die letztendlich den Weg fanden, wie der Mörder in das Haus gekommen war, und Danny fand den entscheidenden Hinweis auf den Täter: Reste von Gips. Ich musste sagen, es war ein netter Anblick, Danny zwischen dem Paketauto und der Wand hochklettern zu sehen. So hatte ich seinen Hintern wohl noch nie gesehen.
Zumindest hatten wir den Fall gelöst, auch wenn mein Liebesleben immer noch ein Chaos war. Und es schien auch nicht besser zu werden.
