Autorenanmerkung: Ich weiß, ich bin spät dran. War mal wieder der Wurm drin.
Dafür gibt es jetzt sozusagen zwei Folgen zum Preis von einer: "Jamalot" und "Trapped" sind in diesem Kapitel. Ich überlege, ob ich ausnahmsweise mal wieder ein Mittwochs-Update reinschiebe.
Und dann wäre da noch die Frage, ob es wohl ein paar mehr Feedbacks gäbe, wenn ich anonyme Reviews erlauben würde. Aber nachdem ich ein ziemlich unverschämtes anonymes Review bei einer englischen Slash-Geschichte gelesen habe weiß ich wieder, wieso ich es ausgeschaltet habe. Tut mir leid für alle, die reviewen würden, aber leider gibt es im Netz zu viele Leute, die, wenn sie unerkannt bleiben können, dann groß die Klappe aufreißen.
Original-Titel das Kapitels war übrigens: "Sport ist Mord/Danny in der Falle", der erste Teil musste mal wieder weichen, um es knackiger zu halten. Und wegen dem Rollerderby: Ich habe nicht genau recherchiert, wann so was zum ersten Mal aufgetaucht ist. Nehmt es als künstlerische Freiheit in der Zeitlinie, oder so ähnlich.
Trotz der großen Episodenlast in diesem Kapitel wünsche ich euch viel Spaß!
Kapitel 19: Danny in der Falle
Unser nächster Fall führte uns zu einem Rollerderby. Nachdem ich gerade mit Danny zusammen gearbeitet hatte und nichts zwischen uns passiert war, war ich der Meinung, dass es wieder an der Zeit war, getrennte Wege zu gehen. Also überließ ich es Danny, sich etwas um Hawkes zu kümmern. Die zwei waren auch ein gutes Team.
Die Sache mit dem Date und dem Rollerderby… Ironischerweise war Claire es, die mich vor langer Zeit zu einem Rollerderby eingeladen hatte. Es war nur wenige Wochen vor ihrem Tod gewesen, und es war eine tolle Verabredung gewesen. Das war noch in der Anfangsphase von den Rollerderbys, es war etwas komplett Neues. Und ich erinnerte ich daran, wie Claire und ich nach dem Derby in einer Seitenstraße schon miteinander rum machten. Wir konnten es gar nicht abwarten nach Hause zu kommen.
An dem Abend trieben wir es auf dem Küchentresen, unfähig es überhaupt ins Schlafzimmer zu kommen. Es war schon gut gewesen, dass wir es überhaupt in die Wohnung schafften, fast wären wir schon im Auto übereinander hergefallen.
Es irritierte mich zutiefst, schmeichelte mir allerdings auch, als eine unserer Verdächtigen ziemlich schamlos anfing, mit mir zu flirten. Es war irritierend, weil es das erste Mal, seit meiner Verabredung mit Rose, war, dass eine Frau mich in dieser Weise wahrnahm. Und dabei wollte ich nur von Danny so wahrgenommen werden. Mal abgesehen davon, dass ich niemals mit einer Verdächtigen etwas angefangen hätte, war ich zu sehr in Danny verliebt um überhaupt zu sehen, ob die Frau hübsch oder attraktiv war.
Und Stella ließ mich zum Glück in Ruhe. Sie wusste von Danny. Lindsay konnte sich einen Kommentar zwar nicht verkneifen, aber gegen eine entspannte Arbeitsatmosphäre war ja auch nichts einzuwenden, oder? Immerhin gab ich es ihr gleich zurück. Und letztendlich bekamen wir den Fall am Ende ja auch gelöst. Und das war die Hauptsache.
Währenddessen ging das Chaos mit Danny immer noch weiter. Ich war ernsthaft am überlegen, ob ich ihn nicht wirklich fragen sollte, ob wir was zusammen machen würden, nur was? Was hätte ich mit Danny unternehmen sollen? Er wusste, dass ich mich nicht so sehr für Sport interessierte wie er, so dass dies definitiv verdächtig gewesen wäre. Ich könnte ihn natürlich fragen, ob wir was zusammen Essen gehen würden.
Ich musste bei der Erinnerung an Hawkes grinsen, der tatsächlich mir geglaubt hatte, dass es nicht okay war mal fünf Minuten Pause zu machen um was zu Essen. Essen war wichtig. Andererseits vergaß ich es oft schlicht und ergreifend über meiner Arbeit, dass ich Nahrung zu mir nehmen sollte. Und was sollte ich machen, wenn jemand mitkriegen würde, wie ich Danny fragte, ob wir was zusammen Essen gehen würden?
Vielleicht würde der oder diejenige dann mitgehen wollen. Okay, das könnte sogar zu meinem Vorteil sein, wenn jemand dabei wäre. Die Gefahr, dass ich dann wieder so was Dummes tun würde, wie Danny einfach zu küssen, würde sicherlich dadurch geringer, wenn jemand aus dem Labor oder von der Arbeit allgemein dabei wäre. Andererseits wussten all meine Kollegen, dass ich Danny geküsst hatte. Himmel, Stella hatte es sogar gesehen. Und ich glaube, sie alle wollten uns wohl verkuppeln. Das wäre ein gefundenes Fressen für sie. Also, das Essen gehen. Dann würde gleich wohl durchs ganze Büro geredet, dass Danny und ich ein Date hätten. Oder sie würden beim Essen versuchen mir zu entlocken, was ich für Danny empfand. Oder ihm. Wobei ich immer noch nicht daran glaubte, dass er was für mich empfand.
Oh ja, ich war dickköpfig. Und stur. Es wollte einfach nicht in meinen Kopf, dass Danny was für mich empfinden könnte. Da konnten Stella und Don es mir noch so oft sagen. Selbst wenn Lindsay und Sheldon es mir auch noch erzählt hätten, ich hätte es ihnen auch nicht geglaubt. Es müsste schon Danny sein, der es mir sagte. Aber der schwieg ja weiter hartnäckig. Und ich ebenso. Ich wusste nicht, was passieren müsste, damit wir uns sagen würden, was wir empfanden.
Nachdem ich im Puppenfall mit Danny zusammen gearbeitet hatte war ich froh, dass ich an dem nächsten Fall, den ich bearbeitete, nicht Danny als Partner hatte. Wobei Danny im Vaselinebad sicherlich auch ein amüsanter Anblick gewesen wäre. Aber das war immer noch ein Job für die Neuen, und da Danny in letzter Zeit sich geradezu vorbildlich verhielt hatte ich keinen Grund ihm eine solche Arbeit aufzuhalsen.
Als dann allerdings der Anruf von Stella kam, dass Danny mit der Leiche im Panikraum eingeschlossen war, fragte ich mich, ob es nicht doch besser gewesen wäre, ihn bei mir zu haben. Dann wäre allerdings wohl Lindsay in dem Raum eingeschlossen. Andererseits wäre sie vielleicht nicht so blöd gewesen den Panik-Knopf zu drücken. Okay, Danny hatte nur das Licht einschalten wollen, es war ein Unfall gewesen, trotzdem. Auf der einen Seite machte ich mir Sorgen um ihn, auf der anderen Seite kam ich nicht umher mich darüber zu amüsieren, was ihm passiert war. Und dann war da noch die Seite des Chefs, der die Fälle gelöst bekommen wollte.
Zum Glück war Stella Dannys Partnerin. Sie wusste genau, wie sie die Situation handhaben musste, und sie hielt mich auf dem Laufenden. Als sie mir allerdings nach dem Fall, als sie mir ihren Bericht brachte, erzählte, dass der Schlosser, der den Panikraum gebaut hatte, Danny fast erschossen hätte, weil er gleichzeitig auch der Mörder war, blieb mir fast das Herz stehen. Ich musste wohl kreidebleich geworden sein, denn Stella sah mich so fürsorglich an bevor sie fragte: „Alles okay, Mac?"
Ich nickte, aber ich hatte das Gefühl, dass ich ein Glas Wasser brauchte. Ich hielt mich an meinem Schreibtisch fest, denn meine Knie waren weich geworden. Ich konnte noch nicht mal sagen, was genau mit mir los war, aber ich fühlte mich schrecklich. Nicht ganz so schrecklich wie damals, als ich Claire verloren hatte, aber da war ein dumpfes Gefühl in der Magengegend.
„Ich glaube, ich brauche ein Glas Wasser." sagte ich schließlich. Stella begleitete mich zum Pausenraum. Es war ja nun nicht so, dass ich nicht wusste, wie gefährlich unser Beruf war, aber die Situation machte es erst wieder so richtig augenscheinlich für mich.
„Ich wollte dich nicht erschrecken." sagte Stella, nachdem ich den ersten Schluck Wasser getrunken hatte. Draußen war es schon dunkel, und das Labor war ziemlich ausgestorben.
„Hast du nicht."
„Hab ich wohl. Du hättest mal dein Gesicht sehen sollen, als dir klar wurde, in welcher Gefahr Danny steckte."
„Wo ist er jetzt eigentlich?" fragte ich schließlich. Stella zuckte mit den Schultern.
„Meinte, er geht ein Bier mit seinem Bruder Louie trinken."
„Sein Bruder Louie?"
„Frag mich nicht, ist auch das erste Mal, dass ich was von ihm gehört habe."
Wir waren zwar fast wie eine Familie, weil wir so eng und so viel miteinander arbeiteten, aber das hieß noch lange nicht, dass wir die Familie der anderen kannten. Ich hatte Flacks Eltern nur wegen dieser Sache kennen gelernt, die ich einfach nicht auf sich hatte beruhen lassen können. Meine Eltern kannte auch niemand aus dem Labor. Als Claire noch lebte war ich sie gemeinsam mit ihr besuchen gefahren, oder besser gesagt wir waren zu ihnen geflogen. Sie waren auch nach New York gekommen und wir hatten ihnen die Stadt gezeigt. Doch jetzt flog ich nur etwa ein Mal im Jahr zu ihnen, das war es. Sie wussten, dass ich mich in Arbeit vergrub, und sie ließen mir diese Freiheit.
Es erinnerte mich wieder daran, dass ich öfters bei ihnen anrufen wollte. Ich schaute auf die Uhr und entschied, dass es heute Abend dafür definitiv zu spät war.
„Wollen wir noch was Essen gehen, Stella?" fragte ich meine Kollegin schließlich.
„Sorry Mac, ich habe noch eine Verabredung."
„Dein Freund?" fragte ich und sie nickte. Ein glückliches Lächeln glitt über ihr Gesicht. Ich wusste, dass sie es sich verdient hatte.
