Autorenanmerkung: Auf Wunsch einer einzelnen Dame, namentlich QueenAlex, ein zusätzliches Mittwochsupdate. Auch wenn ich fast befürchte, dass frl-smilla so wieder in das Vergnügen von drei Kapiteln auf einen Streich kommt. Ich hoffe sehr, dass sie mir nicht böse ist. Und heute auch mal eine Review-Antwort hier:

Erstmal natürlich Danke für das Review, QueenAlex. Allerdings sind selbst registrierte Mitglieder oftmals zu faul zu reviewen. Ich muss gestehen, dass ich es bei den englischen Geschichten im Moment selber auch schleifen lasse. Und dann gibt es wieder die Autoren, die um Reviews bitten aber darauf gar nicht reagieren, oder manche, denen es anscheinend total egal ist. Ich weiß auch nicht. Ich freue mich immer, wenn ich mich über meine Geschichte unterhalten kann. Aber das ist in einem Forum wohl leichter als hier, wo man doch immer auf ein Review pro Kapitel beschränkt ist. Wie oft fällt mir nach dem Absenden noch was ein, und im Forum kann ich dann editieren. Hier nicht. Alles was man hier als Review schreibt steht dann in Stein gemeißelt.

Claire wird immer wieder auftauchen, in Erinnerungen von Mac, aber oftmals auch an Hand von Gegenständen. Ich halte sie für so einen wichtigen Charakter in Macs Leben, dass ich denke, dass man sie einfach nicht außen vor lassen kann. Freut mich, dass dir das gefällt. Ist manchmal nämlich gar nicht so leicht. Inzwischen habe ich zwar mal ein Bild von ihr gesehen (3. Staffel, 10. Folge, glaube ich, mehr verrate ich aber nicht), aber man weiß doch nur sehr, sehr wenig von ihr.

Wegen dem abrupten Übergang: War mir wohl nicht so aufgefallen, vermutlich ist da auch noch ein kleiner Zeitsprung mit drin. Du wirst so etwas ähnliches auch wieder in diesem Kapitel lesen. Manchmal muss ich einfach springen und Sachen auslassen. Nicht nur, damit die Geschichte nicht noch länger wird, sondern auch, weil ich teilweise nicht genau weiter weiß. Muss ich ja zugeben. Aber ich will sie weiter schreiben und vor allem auch beenden. Aber das dauert noch. Stellt euch auf etwa noch mal so viele Kapitel ein, wie es jetzt schon gibt. Ich schreibe immer noch an Kapitel 38, und bis ich das dann posten "muss" wird wohl hoffentlich noch mehr geschrieben sein, vielleicht bin ich dann auch schon mit der Geschichte fertig, mal sehen.

Jetzt aber erst mal viel Spaß mit diesem Kapitel! Im nächsten kommt dann mal kein existierender Fall vor, ich weiß, gerade sind es ganz viele Fälle, die ich abhandle, aber ich wollte einfach weiterkommen.


Kapitel 20: Tote Models

Als Danny am nächsten Tag im Büro erschien und ich ihn sah, nahm ich ihn erst mal in eine feste Umarmung. Es war mir egal, was der Rest des Büros vielleicht dachte. Ich war einfach nur froh, dass er noch lebte und ich ihn überhaupt noch in den Arm nehmen konnte. Eigentlich hätte mir der Vorfall sagen sollen, dass ich ihm endlich mitteilen sollte, was ich für ihn empfand, bevor es vielleicht zu spät wäre. Aber ich war immer noch nicht so weit.

Es fiel mir auch gar nicht so richtig auf, dass Danny die Umarmung ebenso herzlich erwiderte.

Als ich am Abend dann den Anruf erhielt, dass auf der Modewoche ein Model gestorben war während es über den Laufsteg marschierte, fuhr ich sofort los. Ich hatte Bereitschaft, während Danny regulär im Dienst war. Somit war er schon am Tatort und setzte mich über alles in Kenntnis. Es war nicht das erste Mal, dass wir unter den Augen der Presse arbeiteten.

Als ich das Model nicht sofort erkannte erklärte Danny mir mal wieder, dass ich aus dem Labor rauskommen müsste. Vielleicht hätte ich die Chance beim Schopf packen sollen und ihn fragen sollen, ob er mit mir ausgehen würde, aber ich war wohl viel zu professionell, als dass ich mein Privatleben zwischen meine Arbeit hätte kommen lassen. Also ließ ich mich weiter von Danny über die Details einführen. Stumpfer Schlag auf den Hinterkopf, Blut auf dem Boden. Aber natürlich konnten wir ohne Autopsie keine Todesursache sagen.

In diesem Fall war die Autopsie wirklich Gold wert. Ich hätte, ebenso wie Danny, darauf getippt, dass die Farbdose die Mordwaffe war. Immerhin war Blut an ihr. Außerdem hatte unser Opfer ja diese Kopfverletzung. Eigentlich ging ich davon aus, dass sie an einem Schädelhirntrauma oder etwas ähnlichen gestorben war.

Wir hatten jede Menge Verdächtige, und ich konnte Danny nicht vorwerfen, dass er den hübschen Models den einen oder anderen Blick zuwarf. Allerdings musste ich gestehen, dass ich schon so etwas wie Eifersucht verspürte, auch wenn er nur kuckte. Ich hatte Angst, dass er sich in eine von ihnen verkucken würde. Ich wusste ja nur zu gut aus eigener Erfahrung, was für ein attraktiver Mann Danny war. Und wenn eines der Modele auf ihn flog, und er auf sie… Ich sah meine Chancen den Bach hinuntergehen. Ja, auch ich habe solche Ängste, bin unsicher. Jeder hat das wohl. Und Danny hatte mir ja immer noch nicht gesagt, dass er was für mich empfand. Deshalb hielt ich es für gar nicht so abwegig, dass er vielleicht eine dieser hübschen Damen später mit nach Hause nahm.

Mit Lindsay konnte er im Labor ruhig flirten. Ich vertraute ihr da voll, obwohl sie unser neustes Teammitglied war. Es war für beide wirklich nur Spaß, und irgendwie hatte ich das, wenn auch trügerische Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Aber draußen, am Tatort, oder auch woanders, bei Leuten, die ich nicht kannte, da wusste ich nicht, wie sie auf Danny reagieren würden. Oder wie er auf sie reagieren würde.

Ich rief Hawkes an den Tatort um uns zu unterstützen. Er war immer noch ein Frischling im Außendienst, und ich wollte gerne ein Auge auf ihn werfen. Außerdem konnten wir bei so vielen Verdächtigen gut jede Hilfe gebrauchen, die wir kriegen konnten. Praktisch jeder hinter der Bühne hätte Serena, dem Model, mit der Dose auf den Hinterkopf schlagen können.

Vielleicht war es nicht mal das schlechteste, dass wir Hawkes mit an dem Fall hatten: Sid Hammerbacks Autopsieergebnisse waren doch etwas verwirrend, und Hawkes war immerhin auch Mediziner und konnte mit dem ganzen medizinischen Gerede bestimmt mehr anfangen als Danny oder ich. Doch plötzlich kam auch noch dazu, dass die potentielle Mordwaffe, nämlich die Farbdose, nicht nur nicht die Mordwaffe war, sondern das Blut darauf noch nicht mal von unserem Opfer stammte.

Als wenn das alles nicht schon verwirrend genug war, sah Danny in seiner Kleidung schon wieder unverschämt gut aus. Es reichte, es war genug, ich musste endlich einen Schritt machen. Doch bevor ich etwas tun konnte wurden wir zu einem weiteren Mordfall gerufen. Sheldon unterrichteten mich auf dem Weg dorthin von den neusten Entwicklungen. Danny war im Labor gewesen um weitere Hinweise zu untersuchen.

Sid erklärte mir später, dass immerhin unser zweites Opfer erschlagen worden war, während der Tod des ersten Models immer noch ein Rätsel zu sein schien. Doch dann rückte Sid heraus, dass sie Ecstasy in ihren Lungen hatte. Das machte zwar keinen Sinn, aber irgendwie würden wir das Puzzle schon zusammensetzen, das taten wir fast immer.

Nichts bereitete mir mehr schlaflose Nächte als ein ungeklärter Mordfall.

Außer der Schlaflosigkeit, unter der ich seit Claires Tod ständig litt. Da war wieder der Gedanke an Claire. Und gleichzeitig dachte ich schon wieder an Danny.

Ich unterrichtete Hawkes über die neusten Entwicklungen in unserem Fall. Dann suchte ich Danny und fragte ihn, ob er mit mir ein Bier trinken gehen würde. Ich hatte Glück, dass niemand sonst unsere Unterhaltung hörte und er einwilligte.

So saßen wir nicht lange Zeit später in einer Bar. Wir waren mit voller Absicht nicht zu Sullivans gegangen, zumindest hatte bei mir volle Absicht dahinter gesteckt. Dannys Motive konnte ich natürlich nicht wissen. Aber ich wollte einfach sicher gehen, dass niemand aus dem Labor uns über den Weg laufen würde. Nach dem Essen, bei dem Lindsay aufgetaucht war, musste mir aber eigentlich klar gewesen sein, dass wir nirgends vor überraschenden Besuchern sicher sein könnten.

Aber dieses Mal hatten wir Glück. Wir saßen an der Bar, es war relativ voll, und tranken unser Bier.

„Mac, du überraschst mich." sagte er schließlich. „Nicht nur, dass du aus dem Labor raus kommst, so wie ich es dir gesagt habe, nein, du lässt sogar noch einen Fall erst mal liegen. Sonst beißt du dich doch immer in der Arbeit fest."

„Tja, Danny, ich habe wohl festgestellt, dass das Leben weitergeht, ob man daran teilnimmt oder nicht."

Er warf mir einen Blick zu. Es war klar, dass mein Satz auf Claires Tod abzielte. Mich beschäftigte ihr Tod immer noch. Und Danny hatte Verständnis dafür. Himmel, ich hatte in seinen Armen geweint. Nach langer Zeit mal wieder um Claire geweint. Auch wenn es total irrational war und mich selber überrascht hatte.

Danny schien trotz der vielen attraktiven Frauen in der Bar kein Interesse an ihnen zu haben, und ich fragte ich, ob ich mich vielleicht geirrt hatte, als er am Tatort die Models beäugt hatte, ob da nicht doch nur rein berufliches Interesse hinter gestanden hatte. Aber zu fragen traute ich mich nicht. Ich wollte einfach nicht hören, dass es jemanden in seinem Leben gab. Davor hatte ich wirklich Angst. Seit unserem Kuss waren Wochen vergangen, es hätte einiges passiert sein können.

Irgendwie schafften wir es ansonsten bei Gesprächsthemen zu bleiben, die nicht zu privat wurden. Wir redeten über die Arbeit (was auch sonst) und den aktuellen Fall. So ganz konnte ich das Büro wohl nie hinter mir lassen, aber Danny nahm es mir auch nicht übel, ihn selber ließ dieser Fall wohl auch nicht in Ruhe. Wir tranken unser Bier und gingen dann beide nach Hause.

Was mich an dieser Nacht allerdings erstmal nicht einschlafen ließ war nicht der Fall, der noch nicht gelöst war, oder die vielen Fälle, die immer noch auf meinem Schreibtisch lagen, einschließlich des Falles DJ Pratt, wegen dem ich Aiden entlassen hatte. Es war auch nicht der Gedanke an Claire und ihren Tod, daran, dass sie nicht mehr bei mir war. Es war der Gedanke an Dannys Umarmung zum Abschied, an die Wärme seines Körpers, an die Nähe zwischen uns, die mich so sehr an unseren Kuss erinnerte.

Es wunderte mich auch, dass er mich inzwischen so einfach umarmte. Früher war das nicht so gewesen. Doch jetzt umarmte er mich bei jeder Gelegenheit, und ich umarmte ihn. Wir schüttelten nicht mehr einfach nur die Hände oder klopften einander auf die Schulter (okay, so was ging meistens von mir aus, wenn ich ein Lob für gut gemachte Arbeit aussprach), nein, wir umarmten uns zum Abschied.

Vielleicht lag Don Flack doch nicht so falsch und ich wollte nicht die ganzen kleinen Beweise sehen, dass Danny ebenso in mich verliebt war, wie ich in ihn. Und an diesem Abend konnte ich es kaum auf das Bier schieben, denn jeder von uns hatte wirklich nur ein Glas gehabt. Wir wären beide sogar noch fahrtüchtig gewesen, aber ich lief lieber nach Hause, während Danny die U-Bahn nahm. Während ich durch die Straßen von New York lief dachte ich schon darüber nach, und dann später weiter in meinem Bett.

Wollte ich wirklich blind sein für das, was so offensichtlich vor mir lag?

Am nächsten Morgen gingen Danny und ich alle Beweise durch, alle Hinweise, die wir bisher im Fall der beiden toten Models hatten. Vielleicht waren wir auch auf dem Holzweg und die beiden Morde standen in gar keinem Zusammenhang. Aber da ich ja die These vertrat, dass alles irgendwie miteinander verbunden ist, ging ich davon aus, dass es einen Zusammenhang gab. Es wäre schon ein ziemlicher Zufall, wenn zwei Models von ein und derselben Modenschau an ein und demselben Tag ermordet werden würden. Und in dem Fall glaubte ich nicht an Zufälle, sondern an eine Verbindung.

Außerdem war da noch die grüne Farbe…

Plötzlich fand ich mich mit Danny in der Leichenhalle wieder und wir schraubten den Abfluss des Autopsietisches auf, auf dem Sid unser erstes Model obduziert hatte. Wir mussten an eine Probe der grünen Farbe kommen, und der einzige Weg daran zu kommen war der Abfluss. Ich hätte nie gedacht, dass Danny wirklich gut mit einem Schraubenschlüssel war. Andererseits: Als CSI mussten wir so oft Dinge auseinander nehmen… Wir hatten schon des Öfteren ganze Wagen auseinander genommen. Aber der Abfluss eines Obduktionstisches, das war definitiv was Neues.

Und es gefiel mir so eng mit Danny zusammenzuarbeiten. Wir scherzten rum, unter anderem weil ich ihn fragte, ob er mit einem Schraubenschlüssel umgehen konnte. Er schraubte das Rohr ohne Probleme heraus, ich nahm die Probe. Unsere Fingerspitzen berührten sich, als er mir das Rohr gab. Die kleine Biegung des Rohres sollte eigentlich das Wegschwemmen von kleinen Gegenständen verhindern, zum Beispiel wenn jemandem ein Ohrring ins Waschbecken fiel. In unserem Fall hatte sich genug Farbe dort abgelagert, so dass wir eine Probe nehmen konnten. Ich musste gestehen, dass mich die körperliche Nähe zu Danny nervös machte, aber in einer schönen Art und Weise. Ansonsten konnte ich der Leichenhalle absolut nichts abgewinnen. Der Ort war mit seinem vielen Stahl viel zu kühl um überhaupt eine angenehme Ausstrahlung zu haben.

Der Test bewies, dass das Ecstasy in der Farbe war. Und schon bald fanden wir auch heraus wieso: Drogenschmuggel. Unser erstes Mordopfer war kein Mordopfer, sondern das Opfer eines missglückten Drogenschmuggels. Die Dose war einfach nur in die falschen Hände geraten.

Auch wenn ich ab und an mal Alkohol trank, so verabscheute ich doch alle anderen Drogen. Nicht nur, weil ich Polizist war (ja, das CSI gehört zur Polizei, auch wenn man es manchmal vergisst), sondern einfach, weil ich zu oft schon gesehen hatte, was Drogen aus Menschen machten: Sehr oft nämlich Mörder. Und wenn nicht Mörder, dann waren Drogensüchtige oft Mordopfer, manchmal auch die Opfer von Selbstverteidigung, weil sie in ihrer Beschaffenskriminalität so weit gegangen waren, einen Laden oder einen Menschen zu überfallen, nur um an Geld zu kommen, um ihre Sucht zu finanzieren.

Damit war aber noch nicht unser zweiter Mord geklärt, der aber eigentlich ja der einzige Mord war. Serenas Tod war fahrlässige Tötung, vielleicht Todschlag, aber kein Mord. Es gab kein Motiv, ihr Tod war nicht beabsichtigt gewesen. Doch Jennifers Tod, der Tod des zweiten Models, war Mord. Wir bekamen den Kerl, und ich hoffte nur zu sehr, dass er wirklich Namen lieferte, die dazu führten, dass ein Drogendealerring zerschlagen wurde.