Autorenanmerkung: Die Feiertage... Man hat gar kein Gefühl mehr, was für ein Wochentag ist... Kann ich mich damit rausreden, dass "Blink" - "Im Augenblick des Todes" heute Nacht wiederholt wird? Kann übrigens sein, dass ich demnächst auf nur ein Update pro Woche verlangsame. Ich komme irgendwie nicht richtig zum Schreiben (die bösen, bösen Sims, und natürlich auch das Leben).

Danke für die Reviews, Lesemaus und QueenAlex. Zu dem Auf und Ab: Würdet ihr denn schon wollen, dass alles in Friede, Freude, Eierkuchen endet? Vor allem mit der Betonung auf "endet"! Die beiden müssen nur durch ein paar Dinge durch bevor es ein Happy End (wie schon im Prolog versprochen) gibt. Denkt doch nur an "Run Silent, Run Deep" - "Grünes Grab". Von den anderen noch kommenden Folgen will ich gar nicht erst anfangen, ihr wollt ja wohl vor Spoilern sicher sein, nur so viel: Mit "Run Silent, Run Deep" hat der Auftakt zu den besten Folgen der Staffel begonnen, meiner Meinung nach. "Stealing Home" ist vielleicht noch etwas schwächer (sorry, ich weiß den deutschen Titel nicht, die Folge kommt übernächste Woche), aber ansonsten: Charakterentwicklung, Vertiefung der Charaktere und noch einige Hammer.

Okay, genug euch schon den Mund wässrig gemacht auf die weiteren Folgen von Staffel 2.

Viel Spaß mit diesem Kapitel.


Kapitel 26: Pizza, Insekten und Spiele

Leben ist nicht immer einfach. Eigentlich ist es nie einfach. Nachdem Danny mich und Stella so gesehen hatte, hatte er sich total in seine Arbeit vergraben. Und ich hatte irgendwie das dringende Bedürfnis loszubrüllen, was mich selber total verunsicherte. Aber statt meine Aggressionen, woher auch immer sie kommen mochten, verbal raus zu lassen, beschloss ich lieber mich körperlich zu betätigen. Kurzzeitig hatte ich den Schießstand in Betracht gezogen, aber das wäre zu unbefriedigend gewesen. Ich tat lieber etwas, wobei ich auch wirklich ins schwitzen kam, und da joggen auf Dauer etwas zu eintönig wurde, ließ ich mir von Don sagen, wo heute Abend Kampftraining stattfinden würde.

Okay, Kampftraining war vielleicht etwas übertrieben, aber Selbstverteidigung und Entwaffnung… Also, die üblichen Dinge, die man als Polizist körperlich beherrschen sollte. Der Trainer erschien sehr erfreut darüber mich dazu haben, und so endete mein Abend damit, dass mich etwa 10 Polizeianwärterinnen immer und immer wieder auf den Boden warfen, mir den Arm auf dem Rücken verdrehten, und eine schaffte es sogar mir Handschellen anzulegen. Aber nur, weil ich es ihnen nicht allzu schwer machte. Mit meinem Marine-Training hätte ich wohl sogar zwei von ihnen zur gleichen Zeit auf die Matte geschickt. Dummerweise merkte der Trainer, dass ich nicht ganz bei der Sache war und nahm mich zur Seite: „Detective Taylor, als ehemaliger Marine hatte ich mehr von Ihnen erwartet…" Ich sah ihn an. „Schonen Sie sie nicht, Sie tun ihnen damit keinen Gefallen." Ich nickte.

Wieso war ich nur so zurückhaltend gewesen? Ich wunderte mich über mich selber, ich schonte meine Leute ja auch nicht. Und plötzlich mussten sich vier der jungen Damen auf mich werfen, um überhaupt eine Chance zu haben. Letztendlich schafften sie es erst zu sechst mich zu überwältigen.

Ich merkte, dass ich überall am Körper am nächsten Tag blaue Flecken haben würde. Aber nach einer weiteren Runde, in der die Kandidatinnen sich auf mich stürzten, die in der ersten Runde nicht dran kamen, musste ich zufrieden feststellen, dass sie wahrscheinlich genauso morgen mit Blutergüssen kämpfen mussten, wie ich. Einmal Marine, immer Marine.

Ich fuhr nach Hause, duschte und ging ins Bett. Doch viel Schlaf blieb mir nicht vergönnt, bevor das Handy klingelte und mich zu einem Tatort rief. Ich beorderte Stella als meine Partnerin dort hin. Obwohl sie mit Frankie in einer Beziehung steckte und eigentlich wohl mehr Zeit für ihr Privatleben brauchen würde, brauchte ich sie dort.

Frankie… Ich musste daran denken, dass Danny ja wohl hoffentlich auch von ihrem Freund wusste. Wieso war er nur so kühl gewesen, nach der Sache im Büro heute Morgen? Mich verunsicherte das alles. Konnte es ihn vielleicht auch so verunsichern wie mich? Also, das, was mit uns vor sich ging, mit Stella war ja nichts.

Ich brauchte Stella bei mir, da wir zu einem Todesfall auf dem Friedhof gerufen wurden. Natürlich hat New York nicht nur einen Friedhof, aber es war egal auf welchem Friedhof ich mich in New York befand, ich wurde jedes Mal daran erinnert, wie vergänglich das Leben doch sein kann und wie schnell jemand, den man liebte, tot sein konnte. Jeder Friedhof erinnerte mich an Claire. Und Stella wusste darum. Nicht, dass wir am Tatort darüber reden konnten – es hätte auch nichts gebracht – aber Stella bei mir zu wissen, das gab mir etwas Ruhe. Ich überlegte, wie es wohl mit Danny weitergehen würde, und wenn es weiter gehen würde, dann würden er und ich auch noch mehr über Claire reden müssen. Wir würden über vieles reden müssen. Nur würde er überhaupt mit mir reden wollen?

Wir hatten die Nacht zusammen verbracht und ich war verunsicherter als je zuvor. Vielleicht, weil ihr eine ungewöhnliche Funkstille zwischen uns folgte. Ich untersuchte also den Tatort mit Stella, während ich in meinem Kopf schon wieder über Danny nachdachte. Ich versuchte mich wirklich so gut wie ich konnte auf den Fall zu konzentrieren.

Und der Fall wurde wirklich interessant: Erst berichtete Stella mir, dass unser Opfer zwar erschossen wurde, aber dass Sid keine Kugel in seinem Körper gefunden hatte. Dann kam Lindsay mit dem Umschlag mit den Fotos, darunter eins von der Enkelin des Mannes, an dessen Grab unser Opfer erschossen worden war. Also ließ ich Flack nach ihr suchen, denn so wie es aussah stand sie, entgegen ihrer Aussage, doch mit dem Opfer in Verbindung. Ich konnte nicht fassen, als Flack mich anrief um mir zu sagen, dass er sie gefunden hatte, aber sie angeschossen wurde. Sofort fuhr ich los, immerhin wollte ich wissen, was los war und was hinter der Geschichte steckte. Don hatte mir von der Wasserpistole erzählt, ungläubig darüber wie dumm jemand sein konnte. Sie konnte von Glück reden, dass sie nur einen Streifschuss abbekommen hatte.

Aber dafür klärten sich langsam die Verbindungen auf: Unser Opfer war in einem Spiel, in dem es darum ging sich gegenseitig auszuschalten, in dem man sich mit einer Wasserpistole oder eine Wasserbombe abschloss bzw. bewarf. Wer getroffen wurde war ‚tot' und somit aus dem Spiel draußen. Und die Enkelin des Mannes, an dessen Grab unser Opfer gefunden wurde wäre die nächste auf der ‚Abschussliste' unseres Opfers gewesen. Anscheinend hatte unser Mord etwas mit diesem Spiel zu tun. Nur es gab keine Möglichkeit eine Mitgliederliste aller Spieler zu bekommen, so dass Flack, Stella, Lindsay und ich selber in den nächsten Stunden sehr beschäftigt waren weitere Mitspieler zu suchen, um unseren Mörder zu finden. Wir gingen davon aus, dass die Person, die das Opfer im Spiel hätte ausschalten sollen, unser Mörder war.

Immerhin hielt mich diese Tätigkeit davon ab zu viel über Danny und mich nachzudenken. Auch wenn man bei der Polizei arbeitete, so konnte man in einer Acht-Millionen-Stadt nicht jeden ohne Probleme finden. Danny informierte mich ziemlich steif über den Fall, den er und Hawkes gerade bearbeiteten, und ich musste sagen, ich war dankbar, dass ich den Job nicht hatte. Er erzählte leider viel zu anschaulich von den Insekten und anderen Tieren, die sie in der Küche fanden, und was ihr Opfer kurz vor seinem Tod konsumiert hatte.

Da war es mir lieber etwa 100 Leute in einer 8-Millionen-Einwohner-Stadt zu suchen. Wenn man mal die ganzen Touristen wegließ. Nicht, dass wir nicht das Pech haben konnten, dass ein Tourist einem unserer Spieler vielleicht ähnlich sehen konnte. Es war eine unglaubliche Arbeit all diese Leute zu suchen, aber irgendwie war es auch interessant und machte Spaß, gerade weil die Mitspieler alle so unterschiedlich waren: Frauen, Männer, verschiedene Altersklassen, Berufsschichten, soziale Schichten, ethnische Gruppen. Ich koordinierte die Suche, während Lindsay, Don und Stella sich unsere potentiellen Mörder vorknöpften, und letztendlich war Flack derjenige, der denjenigen fand, der das Foto unseres Opfers besaß.

Allerdings stellte sich dies als Sackgasse heraus, bis wir schließlich darauf kamen, dass unser Täter vielleicht doch jemand war, den unser Opfer aus dem Spiel gekickt hatte. Und tatsächlich hatten wir damit recht: Ein Schauspieler war unserem Opfer in der Rolle als Agent auf den Leim gegangen und mehr als unglücklich darüber gewesen.

Viel interessanter wurde es allerdings nachdem wir alle unsere Fälle gelöst hatten: Hawkes und Danny hatten den Küchenchef überführt, und ich war nach unserem Fall irgendwie in Spiellaune. Danny kam in mein Büro um von seinem Erfolg zu erzählen und mir den Abschlussbericht zu geben. In seiner Hand hatte er auch noch eine große Plastiktüte. Ich sah darin eine Chance alles zwischen uns wieder etwas lockerer werden zu lassen.

„Was ist in der Tüte?" fragte ich ihn.

„Spezielles Abendessen… Ich dachte, vielleicht wolltet ihr mal probieren…" Der Junge konnte mich immer wieder überraschen, während ich ein leicht angeekeltes Gesicht zog, während er mir erklärte, was er alles mitgebracht hatte, von Würmern über Käfer bis zu Spinnen.

„Lust auf eine Wette?" fragte ich ihn, meinem Spielerinstinkt folgend.

„Klar. Worum soll es gehen?"

„20 Doller und darum, ob Lindsay davon probiert oder nicht. Ich wette, sie tut es."

„Keine Chance, Mac, sie wird nie und nimmer so was essen." erklärte Danny überzeugt. „Ich halte also dagegen." Wir besiegelten die Wette mit einem Handschlag, bevor wir gemeinsam in den Pausenraum gingen, wo sich das ganze Team nach und nach versammelte. Ich nahm mir einen Kaffee, und Danny versuchte Flack, Hawkes, Stella und Lindsay dazu zu bringen, was zu probieren, wobei sein Hauptaugenmerk natürlich auf Lindsay lag.

Stella war von den kriechenden Würmern genauso angeekelt wie ich. Aber Lindsay enttäuschte mich nicht, als sie herzhaft in eine panierte Spinne biss. Flack schaute beeindruckt, und Danny ziemlich belämmert, bevor er schließlich einen Zwanziger aus seiner Tasche zog und mir überreichte.

Ich stand mit Stella, Hawkes und Flack Minuten später in meinem Büro, auf dem Tisch eine große Familienpizza. Ich hatte sie schon bestellt gehabt bevor die Wette mit Danny kam, aber natürlich kam es mir gerade recht, dass er die Pizza bezahlen würde. Allerdings war es schade, dass er Lindsays Gesellschaft und dieses ungewöhnliche Dinner einer Pizza mit mir vorzog. Andererseits war Danny immer noch ein Abenteurer, in gewisser Weise. Sollten die beiden doch ihren Spaß haben, aber Stella merkte natürlich was.

„Du hättest Danny lieber hier…" Sie war die Einzige, die Danny und mich an dem Morgen ‚erwischt' hatte, aber es machte mir nicht wirklich was aus, dass auch Flack und Hawkes von unserer gemeinsamen Nacht erfahren würden, ich hielt es eh nur für eine Frage der Zeit, und bei Hawkes wusste ich noch nicht mal, ob Danny nicht vielleicht schon während des Falles etwas gesagt hatte.

Ich nickte auf Stellas Frage.

„Und du hättest wohl nichts dagegen, wenn er wieder bei dir übernachten würde…" fuhr sie fort. „Mach dir mal keine Sorgen, Mac, Lindsay wird ihn schon nicht mit zu sich nach Hause nehmen." Sie lachte leicht vor sich hin und klopfte mir kameradschaftlich auf den Rücken, bevor sie sich auch ein Stück Pizza nahm.

„Na hoffentlich nimmt sie ihn nicht mit zu sich nach Hause…" murmelte Hawkes, und unsere Blicke richteten sich auf ihn. „Naja, ich hätte gerne auch noch etwas Platz in ihrem Bett, und zu dritt könnte das eng werden…" meinte er mit einem Schmunzeln, bevor er in sein Stück Pizza biss.

Ich hatte es geahnt, aber jetzt bestätigte er meine Vermutung: Zwischen ihm und Lindsay ging irgendwas. Irgendwie war es wohl ganz gut, dass ich die beiden bisher nicht alleine zu einem Fall herausgeschickt hatte. Und mit dieser Information bezweifelte ich, dass ich sie jemals zusammen alleine rausschicken würde. Persönliche, private Angelegenheit und die Arbeit zu vermischen, das hielt ich trotz allem zwischen Danny und mir immer noch nicht wirklich für eine gute Idee. Enge, freundschaftliche Beziehungen, in Ordnung, aber wenn echte Liebe oder auch nur eine sexuelle Beziehung im Spiel war… Ich zweifelte einfach doch daran, dass jeder immer noch die Aufmerksamkeit seiner Arbeit zu Teil werden lassen würde, die unser Job einfach erforderte.

Dabei ließ ich in dem Moment völlig außer acht, dass ich ebenso diese Aufmerksamkeit aufbringen musste, dass ich die Arbeit sogar nutzte, um mich von Danny abzulenken und mich in der Zeit, in der wir an einem Tatort waren, voll und ganz meiner Arbeit widmete. Auch im Labor wurde ich kaum von Danny abgelenkt, wenn ich mich richtig in eine Untersuchung verbissen hatte. Man konnte privat involviert sein und gleichzeitig im Beruf auf einer professionellen Ebene miteinander arbeiten. Ich musste das ganze aber wohl immer noch für mich selber etwas genauer herausfinden, mehr Erfahrungen damit sammeln.

Aber es gab ja immer noch einen anderen Grund, aus dem ich Lindsay und Hawkes nicht so schnell gemeinsam zu einem Fall einteilen würde: Sie waren beide immer noch die Neuen, auch wenn sie jetzt schon seit Monaten unter meiner Leitung arbeiteten. Hawkes kam mit seinem Hintergrund als Pathologe aus einem ganz anderen Gebiet, und Lindsay aus einer anderen Region des Landes. Sheldon hatte ich schon vorher längere Zeit beobachten können, wusste wie er arbeitete, aber es war doch ein anderer Bereich gewesen, Lindsay hingegen lernte ich immer noch in gewisser Weise kennen, auch wenn ich mir das Team ohne sie kaum mehr vorstellen konnte.

Weder Danny noch Lindsay tauchten auf, während wir die Pizza vertilgten, und ehrlich gesagt wollte ich mir ihr Abendessen lieber nicht zu genau vorstellen. Ich warf Hawkes einen Blick zu, und da war etwas, dass mir sagte, dass er auch lieber nicht darüber nachdenken wollte, was Lindsay gerade aß.

Ich fragte mich schon, ob ich die beiden an diesem Abend überhaupt noch mal zu Gesicht bekommen würde, immerhin waren wir schon einige Zeit in meinem Büro und der Pizzakarton leerte sich zusehends. Sheldon und Don hatten beide genug Feingefühl nicht weiter nach Danny zu fragen, während Stella, Don und ich genug Feingefühl hatten um Sheldon nicht weiter über Lindsay auszufragen. Sein Blick war etwas ängstlich gewesen, nachdem ihm das ‚herausgerutscht' war. Dabei erschien es mir gar nicht so, als hätte er es wirklich nur zufällig gesagt, ich glaube, es war schon überlegt gewesen, dass er uns mitteilte, dass er und Lindsay ein Paar waren. Vielleicht sogar auch um mich in Hinsicht auf Danny etwas zu beruhigen.

Schließlich tauchten Lindsay und Danny doch noch auf.

„Hey, nichts mehr von der Pizza übrig?" fragte Danny als er rein kam und ich mir gerade das letzte Stück nahm.

„Wenn du möchtest kannst du mein Stück haben." bot ich ihm an.

„Gerne." Er schnappte es mir aus der Hand und begann sofort gierig es herunter zu schlingen.

„Du weißt schon, dass du nicht auf der Flucht bist?" fragte ich halb scherzhaft, halb ernsthaft, während ich mir darüber bewusst wurde, dass uns mein ganzes Team wohl mit Argusaugen gerade beobachtete. Danny nickte nur, während er kaute und schließlich schluckte, bevor er einen neuen Bissen nahm. Ich wand mich Lindsay zu, um nicht weiter darüber nachzudenken, ob Danny im Bett wohl genauso gierig und unersättlich wäre, wie er es gerade im Bezug auf die Nahrungsaufnahme war.

„So, du und Sheldon also…" sagte ich. In diesem Fall hatte Stella es also wirklich mir überlassen das Thema anzusprechen. Wobei nebenbei auch der Verdacht aufkeimte, ob sie nicht vielleicht schon viel länger davon wusste. Vielleicht hatten es auch alle schon vor mir gewusst. Als ‚Boss' hat man doch immer eine etwas andere Stellung, und wenn man noch so eng mit seinen Mitarbeitern verbunden ist. Lindsay nickte schüchtern.

„Montana, du hast gar nichts gesagt!" Danny klang tatsächlich überrascht, so überrascht, dass ich mich zu ihm umdrehte um ihn anzusehen. Kein wirklich schöner Anblick: In seiner Gier lief ihm Fett von der Pizza das Kinn durch seinen Bart hinunter, und da hing auch etwas Käse, und in seinem Mundwinkel schien ich etwas Tomatensauce ausmachen zu können

Lindsay zuckte aber nur mit den Schultern.

„Messer, du hast ja auch nicht gesagt, dass du bei Mac übernachtet hast." schoss Sheldon zurück. Kurz warf ich dem früheren Pathologen einen Blick zu, bevor ich meine Aufmerksamkeit auf Danny richtete, mir selber unklar darüber, wie er wohl darauf reagieren würde, wenn das ganze Team jetzt wusste, dass er die Nacht bei mir gewesen war. Es spielte keine Rolle, dass außer einem weiteren Kuss nichts passiert war, vermutlich würden sie eh denken, dass wir miteinander geschlafen hätten. Sollten sie doch denken, was sie wollten. Vielleicht dachten sie auch, dass es sie nichts anging, was in meinen vier Wänden passierte, ich wusste es nicht. Ich wusste nur, dass ich Danny selten so überrascht gesehen hatte wie in diesem Augenblick.

Er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass ich dem Team was über unsere Nacht erzählen würde. Es war ja auch nicht so geplant gewesen. Stella hatte mich mal wieder verhört. Vielleicht war es gar nicht mal das schlechteste, auch wenn Danny und ich immer noch nicht offiziell ein Paar waren. Es machte auch nicht den Eindruck, als seien Sheldon und Lindsay offiziell zusammen. Ich hatte eher das Gefühl, als würden sie sich langsam an eine Beziehung herantasten. Und ich wollte nicht darüber urteilen, ob sie miteinander schliefen oder nicht. Das war nun wirklich ihre Sache.

Don holte ein paar Getränke aus dem Pausenraum und brachte auch einige Gläser mit, wir tranken noch etwas, bevor die Runde sich schließlich auflöste und nur Danny und ich in meinem Büro übrig blieben. Noch immer hatte er Reste von der Pizza in seinem Bart und an seinem Mund. Ich nahm schließlich eine Serviette.

„Du… hast da was." sagte ich, bevor ich vorsichtig die Essensreste entfernte.

„Danke." antwortete Danny. Verdammt, wenn wir jetzt nicht in meinem Büro wären, dann hätte ich ihn in den Arm genommen und geküsst, aber wir waren in meinem Büro, in meinem Büro, dass ein Glaskasten war und in das praktisch jeder rein sehen konnte, auch wenn in diesem Moment wohl nur noch die Nachtschicht im Gebäude war.

„Ich… Ich fahr dann mal nach Hause." sagte Danny und wollte mein Büro verlassen.

„Willst du noch mit zu mir kommen?" Er drehte sich um und ich sah ein strahlendes Lächeln auf seinem Gesicht. Mein Herz machte einen erfreuten Hüpfer. Ich hätte nie gedacht, dass diese kleine Frage ihn so zum Leuchten bringen könnte.

„Sehr gerne, Mac."

Wir fuhren gemeinsam mit dem Aufzug in die Tiefgarage, dem Aufzug, in dem wir bei dem Stromausfall gemeinsam festsaßen, wo sich zum ersten mal unsere Hände anders berührt hatten, als bei einem Handschlag oder beim Überreichen von Gegenständen. Schließlich verließen wir das Gebäude zusammen in meinem Wagen.


TV-Tipp: RTL bringt heute Abend, (02.01.2007) um 20.15 die Crossover-Folge von CSI:Miami mit CSI:NY "Spurensuche in New York (MIA/NYC - NonStop)". Ich habe sie noch nicht auf Deutsch gesehen, vielleicht interessiert es ja noch jemanden, Mac in Leder zu sehen und Danny die ganze Folge über ohne Brille. Leider ist Flack noch nicht dabei, aber dafür gibt es Sheldon mit einer höchst interessanten Frisur.