Autorenanmerkung: Kein Review, also keine großen Worte von mir. Trotzdem ein dickes Danke an alle Leser, vor allem denjenigen oder diejenige, die den 2000. Hit für diese Story hinterlassen hat. Wer das war kann ich leider nicht nachvollziehen. Im englischsprachigen Bereich wird teilweise den Lesern gedankt, die das hundertste oder ja nachdem auch das fünfhundertste, sechshundertste oder siebenhundertste Review hinterlassen. Ich würde mich schon freuen, wenn ich es dort überhaupt auf 50 mit dieser Geschichte schaffen würde. Aber vermutlich hat es was mit Angebot und Nachfrage zu tun: Das Angebot im deutschsprachigen Raum ist klein und die Nachfrage ist auch nicht wirklich groß. Die meisten behelfen sich eh mit englischen Fanfics. Hey, ich kenn sogar Deutsche, die auf Englisch schreiben!

Okay, genug der Worte. Nach langer Wartezeit ein neues Kapitel, dafür ein langes. Keine Ahnung, wann das nächste erscheint, ich habe zwar noch etwas "Vorsprung", aber irgendwie nicht die richtige Stimmung zum Schreiben.

Über Reviews würde ich mich freuen.

Kleine Erinnerung: Unten auf der Seite, in dem Pull down-Menü findet ihr nicht nur die Möglichkeit ein Review zu hinterlassen sondern euch auch für einen Alert zu dieser Geschichte zu registrieren (wenn ihr bei einen Account habt). Ab und an neigen diese Alerts zwar zu Fehlfunktionen und man bekommt keine E-Mail, aber meist wird das nach ein paar Tagen nachgeliefert. Durch meinen inzwischen unregelmäßigen Rhythmus würde es sich anbieten. (Und ich freu mich immer sehr, wenn ich sehe, dass sich jemand neues eingeschrieben hat, das ist fast genauso schön wie ein Review.)

Jetzt aber viel Spaß mit dem neuen Kapitel!


Kapitel 30: Ein weiterer Abend mit Danny

Am nächsten Morgen, ich war kaum im Büro, kam der Anruf für unseren nächsten Fall herein: Eine Leiche war ausgerechnet im Wasserturm eines Hochhauses gefunden worden. Das Wasser in den Leitungen hatte sich durch das Blut rot gefärbt. und so war der Körper der jungen Frau überhaupt erst gefunden geworden. Hätte sie nicht die Verletzung an ihrem Arm gehabt, vielleicht wäre ihre Leiche erst gefunden worden, wenn sie angefangen hätte sich zu zersetzen. Es wunderte mich zwar, dass die wenigen Liter Blut, die in einem menschlichen Körper flossen, eine so große Menge Wasser so sichtbar verfärben konnten, aber am Ende machte es Sinn.

Flack unterrichtete mich und Lindsay über unser Opfer. Ich hatte sie mitgenommen gehabt, weil sie die Erste war, die schon im Büro war. Stella rief mich später an und unterrichtete mich darüber, dass sie mit Sheldon zusammen einen weiteren Mordfall am untersuchen war. Dies ließ Danny als Springer übrig, der sowohl Lindsay und mich, als auch Stella und Hawkes unterstützte.

Unsere Leiche aus dem Wasserturm wurde bei der Obduktion nicht weniger mysteriös: Sie war ertrunken, und nicht, wie ich vermutet hatte, verblutet. Dann war da immer noch die Wunde am Arm, aus der Sid Glassplitter entfernt hatte. Immerhin ein Anhaltspunkt. Aber zusätzlich war unser Opfer auch noch betäubt worden.

Am Ende entpuppte sich dieser Falles als Selbstmord, nur um den Mann als Mörder zu belasten, der unter Drogeneinfluss der Tochter unseres Opfers nicht hatte helfen können Alles was ich danach wollte war einen ruhigen Abend auf meinem Sofa zu verbringen.

Der Freund unseres Suizides sagte etwas, als ich ihn über die Vorkommnisse unterrichtete, dass mir zu denken gab: Trotz allem, obwohl sie ihn benutzt hatte, hatte er sie geliebt.

Ich musste fast sofort an Danny denken. Ich konnte gar nicht anders. Fast immer galt mein erster Gedanke ihm. Hatte ich ebenso tiefe Gefühle für ihn wie dieser Mann für diese Frau? Ich konnte die Frage nicht wirklich beantworten, aber ich wusste, dass ich Danny an diesem Abend bei mir haben wollte.

Also griff ich zu meinem Handy und rief ihn an. Leider erreichte ich ihn nicht. Nachdem es einige Male geklingelt hatte ging seine Mailbox dran. Ich wartete seine Bandansage ab, bevor ich ihm auf die Mailbox sprach:

„Hey Danny, hier ist Mac. Ich… fragte mich… uhm, ob du heute Abend wohl schon etwas vorhast… Ruf mich an."

So ganz zufrieden war ich mit meine Nachricht nicht, aber was konnte ich jetzt schon machen? Ich hätte ihn lieber selber gesprochen, aber er war halt nicht an sein Handy gegangen. Vielleicht, weil er noch arbeitete, vielleicht auch, weil er eigentlich schon Feierabend hatte und unter der Dusche stand, im Kino war und sein Handy auf lautlos gestellt hatte. Ja, sogar CSI haben ab und an mal das Recht darauf, ihr Handy einfach auf lautlos zu stellen oder sogar auszustellen. Auch wenn wir oft auf Abruf bereit stehen mussten, Freizeit musste auch ab und an mal Freizeit sein. Ich konnte verstehen, dass Danny mal nicht ans Telefon ging, auch wenn ich gleichzeitig enttäuscht war.

Ich kehrte ins Büro zurück und kümmerte mich um Formalitäten, schrieb meinen Abschlussbericht über den Suizid. So traurig die ganze Angelegenheit auch war, es war wirklich mal etwas anderes als immer nur Mörder zu fangen. Letztendlich war es die Verknüpfung von kleinen Ungereimtheiten gewesen, die uns zu dem Suizid führten, wie der Schuhabdruck, der einfach nicht tief genug war.

Der Bericht war fertig, und ich ging gerade Material eines anderen Falls noch mal durch, der noch ungelöst auf meinem Schreibtisch lag, als mein Handy klingelte.

„Taylor."

„Hallo Mac, hier ist Danny. Ich war vorhin auf dem Baseballplatz und hab' das Klingeln wohl nicht gehört." erklärte er mir unnötigerweise wo er gesteckt hatte. Er musste mir ja keine Rechenschaft ablegen. Ich erzählte ihm ja auch nicht jedes Mal genau, wo ich hinging. Unsere Beziehung war noch zu sehr im Anfangsstadium, als dass wir ständig aneinander hingen. Er wusste wohl auch nichts von meinem Bier mit Flack vor einigen Tagen, und das war okay. Ich konnte nicht sagen, dass ich nicht neugierig war, mit wem er sonst seine knappe Freizeit verbrachte, aber ich vertraute ihm. Dabei war ich mir nicht sicher, ob dieses Vertrauen gerechtfertigt war oder nicht. Aber mein Gefühl sagte mir, dass ich Danny vertrauen konnte. Bei der Arbeit hielt ich meine Gefühle zwar außen vor, aber dies war eine Privatangelegenheit.

Ich hoffte sehr, dass er mir inzwischen auch vertraute. Die Schießerei in der U-Bahnstation konnte ich einfach nicht vergessen. Und er hatte mir damals nicht vertraut, dass ich mich um ihn kümmern würde, auf ihn aufpassen würde. Es tat immer noch weh, dass er damals so wenig Vertrauen in mich gesetzt hatte, aber ich hatte wirklich das Gefühl, dass sich die Dinge geändert hatten.

„Hast du ein paar Bälle geschlagen?" harkte ich schließlich nach, und hoffte sehr, dass es nicht nach einem Verhör klang.

„Ja, weißt du… Irgendwie brauchte ich das."

Ich konnte ihn nur zu gut verstehen. Das Training vor einiger Zeit hatte mir auch sehr geholfen. Es war nicht das schlechteste, sich in körperliche Betätigungen zu fliehen, damit man nicht die ganze Zeit nachdachte und grübelte.

„Wegen heute Abend…" fing ich schließlich an, auf den eigentlichen Grund meines Anrufes zu sprechen zu kommen.

„Also, ich habe noch nichts vor." fiel Danny mir zwar halb ins Wort, aber erleichterte mir auch das weitere Gespräch.

„Hättest du vielleicht Lust, den Abend mit mir zu verbringen?" fragte ich, und es klang wesentlich selbstsicherer als ich mich fühlte. Ich kam mir gerade so vor, wie als ich Claire das erste Mal fragte, ob wir zusammen ins Kino gehen würden.

„Klar, was hast du vor? Bier bei Sullivans?" fragte Danny. „Oder Bier bei dir? Oder… willst du vielleicht zu mir kommen?"

Ich musste schon sagen, dass das Angebot zu Danny zu gehen schon verlockend war. Zwar war ich schon mal in seiner Wohnung gewesen, aber das war von ganz anderen Umständen begleitet worden. Trotzdem, ich sehnte mich nach meinem Sofa, irgendwie. Auch wenn es zum Schlafen vielleicht nicht optimal war, ansonsten war es wunderbar.

„Wie wäre es mit Pizza und einem Film bei mir? Oder läuft heute irgendeine Sportübertragung, die du gerne sehen würdest?" Ich hatte beschlossen, dass ich mit dem Alkohol wenigstens etwas kürzer treten musste, auch wenn es ‚nur' um Bier ging. Wasser, Orangensaft, Tee, Kaffee, das würde erstmal reichen müssen.

„Also, bei dir. Pizza klingt gut, oder hast du vielleicht eher Lust auf Pasta?" fragte Danny. „Und wir werden schon irgendwas finden, was wir kucken können."

„Wir können uns ja einfach was bestellen, dann bekommt jeder, worauf er Lust hat. Ist dir sieben Uhr recht?" fragte ich.

„Sieben klingt perfekt."

„Gut. Dann bis später!" verabschiedete ich mich, bevor ich auflegte.

Ich schaute auf die Uhr: Ich hatte noch genug Zeit um nach Hause zu kommen und mich zu duschen. Außerdem stellte ich fest, dass meine Schicht für heute gerade zu Ende war. Die Lust auf Überstunden war nicht wirklich vorhanden. Ich überlegte, dass ich mich vielleicht auch noch mal rasieren sollte, bevor Danny käme. Irgendwie war es ja eine Verabredung, wenn auch nur für einen Fernsehabend.

Kurz vor sieben klingelte es an meiner Tür. Danny war pünktlich, musste ich überrascht feststellen. Nicht, dass er chronisch zu spät kam, aber irgendwie hatte ich nie den Eindruck gehabt, als wenn er jemand wäre, der auf die Zeit achtete. Ich bin jemand, dem Pünktlichkeit über alles geht. Deswegen war Don Flack wohl auch so überrascht gewesen, als ich den einen Morgen nicht überpünktlich im Büro war. Wenn es irgendwie geht, dann bin ich pünktlich, oder eher sogar noch 10 Minuten früher da, als zum verabredeten Zeitpunkt. Das kann sogar noch früher sein, wobei ich bei privaten Verabredungen die Leute, wenn sie mich nicht kannten, schon vorwarnte. Außer sie sagten, dass die Zeit nur ein Richtwert war. Wobei um sieben bei mir meist immer noch kurz vor sieben Uhr wurde, ich kann mir da einfach nicht helfen.

Im Militär wurden die Zeiten ja auch noch ganz anders durchgegeben, als im Umgangssprachlichen: Sieben Uhr wäre Neunzehnhundert gewesen.

Ich ließ Danny erst heraufkommen und öffnete ihm dann die Tür. Tatsächlich hatte ich mich rasiert, einen Hauch Aftershave aufgelegt, in der Hoffnung, dass Danny der Duft zusagen würde, und trug legere Kleidung: Jeans und T-Shirt. Dannys Blick nach zu urteilen war er mehr als überrascht. Naja, es war ja nicht so, dass ich jeden Tag solche Kleidung trug, er kannte mich meist in Hemd und Anzug, auch wenn ich im Büro selber das Jackett inzwischen immer öfter wegließ.

„Hey!" begrüßte ich ihn.

„Hey…" kam die Antwort von einem immer noch perplex wirkenden Danny. Ich ließ ihn erst in meine Wohnung, bevor ich ihn umarmte und schließlich, noch im Flur, meine Lippen ganz sanft auf seine legte um ihn zu küssen. Ich merkte, wie er unter meinem Kuss nachgab, ihn zärtlich erwiderte, sogar ein bisschen seinen Mund öffnete. Aber wir ließen es beide nicht zur Knutscherei ausarten.

„Ich hab schon mal ein paar Zettel hingelegt…" sagte ich, während ich ihn an der Hand nahm und mit mir in Richtung Küche zog. „Du weißt schon, vom Lieferservice." erklärte ich.

Wir wühlten etwas in den Zetteln und schließlich rief ich an und bestellte. Danny bestellte sich Pizza während ich mir tatsächlich Pasta orderte, aber er sagte mir gleich, dass er von mir auch was würde abhaben wollen, und so beschlossen wir schließlich unsere beiden Gerichte zu teilen. Ich stellte den Fernseher an, und landete sofort auf dem Discovery Channel. Sie zeigten gerade eine Dokumentation über Pinguine, wie man unschwer an dem ganzen Eis und den befrackten Tieren erkennen konnte, außerdem fing die Sendung wirklich gerade erst an, wie uns die Titeleinblendung zeigte.

Ich wollte schon umschalten, auf den Sportkanal, oder besser gesagt einen der vielen. Aber bevor ich etwas tun konnte spürte ich Dannys Hand auf meiner, die die Fernbedienung hielt.

„Lass doch." Ohne ein weiteres Wort ließ er sich auf dem Sofa nieder. Er bewegte sich in meiner Wohnung schon jetzt so, als würde er hier viel mehr Zeit verbringen, als er es bisher getan hatte, aber vielleicht war das auch nur Dannys angeborene Lässigkeit.

Ich setzte mich neben ihn, rutschte etwas dichter und legte schließlich einen Arm um ihn. Er kuschelte sich an mich, ließ mich ihn halten, legte seinen Kopf auf meiner Schulter ab, während in der Reportage uns erzählt wurde, dass diese Art der Pinguine ein Leben lang treu wäre. Ich lächelte, und merkte, dass auch Danny ein Lächeln auf den Lippen hatte.

„Es gibt doch noch Monogamie… Sogar in der Tierwelt." kommentierte ich das ganze. Ein zustimmendes brummeln kam von Danny, bevor er seine Schuhe von seinen Füßen abstreifte, sich auf mein Sofa legte und seinen Kopf in meinen Schoß bettete. Ich seufzte leise.

„Was ist?" fragte Danny.

„Ich find das gerade einfach schön…" antwortete ich ihm, während ich vorsichtig durch seine Haare fuhr, mir nicht sicher, ob er das wohl mögen würde. Aber er schmiegte sich nur noch etwas mehr an mich.

Es war wirklich zu schön um wahr zu sein. Und in diesem Augenblick klingelte es dann auch schon. Erneut seufzte ich, aber diesmal war es eher ein frustriertes Seufzen. Ich wollte jetzt nicht aufstehen, ich wollte nicht den Körperkontakt mit Danny unterbrechen, ich wollte ewig hier so sitzen, seinen Kopf in meinem Schoß, und ihm durch die Haare streicheln. Danny setzte sich etwas auf, um mich aufstehen zu lassen.

Ich ging zur Tür und fragte nach, wer da sei. Natürlich war es der Lieferservice. Ein Knopfdruck und die Tür zum Haus öffnete sich, zwei Minuten später stand der Bote vor meiner Tür. Ich bezahlte unser Essen und gab ihm ein Trinkgeld, bevor ich ihm Pizza und Nudeln abnahm, irgendwie die Haustür wieder schloss und alles auf den Tresen in meiner Küche brachte. Ich war gerade dabei alles auf Teller zu verteilen und die restliche Pizza in den Ofen zu stellen, um sie warm zu halten, als es an meiner Wohnungstür klingelte. Danny lümmelte immer noch auf dem Sofa herum.

Ich hatte am Klingelton schon erkannt, dass, wer immer das war, direkt vor meiner Wohnungstür stand. Ich ging hin und schaute durch den Spion, nur um in zwei allzu bekannte Gesichter zu schauen, dann öffnete ich die Tür.

„Na Mac, wusste ich doch, dass du zu Hause bist. Wir dachten, wir sollten dir etwas Gesellschaft leisten." begrüßte Stella mich, umarmte mich leicht und drückte mir einen Kuss auf die Wange.

„Lippenstift?" fragte ich und hielt ihr die Wange noch mal hin, damit sie kucken konnte, ob sie ihre Spuren auf meiner Haut hinterlassen hatte.

„Nein, heute nichts als reine Haut. – Sag mal, hast du dich rasiert? Das Aftershave riecht gut."

„Hi Mac." begrüßte Don mich und klopfte mir kumpelhaft auf die Schulter, während er Stella durch die Tür und in Richtung Wohnzimmer und Küche folgte. Ich stand total perplex noch vor der offenen Wohnungstür, bevor ich sie schließlich schloss.

„Oh, Pizza." Das war Don, den ich da hörte.

„Finger weg, das ist meine!" Danny hatte sich vom Sofa aufgerichtet und erst jetzt bemerkten Stella und Don, dass ich nicht alleine war.

„Ups…" bemerkte Stella. „Ich dachte, du wärst mal wieder alleine zu Hause, ich wusste nicht…" Sie gestikulierte in Dannys Richtung, während sie mit mir sprach. Danny rettete inzwischen sein Pizzastück aus Dons Händen, allerdings schien meins dem Hunger des großen Detectives zum Opfer zu fallen.

„Pasta?" fragte Stella, und schnappte sich einen der Teller.

„Sag mal, hast du vielleicht etwa mit uns gerechnet?" fragte sie, während sie auch schon die erste Gabel in den Mund schob, aber auf die Teller irgendwie mit ihrem Körper zeigte. Es standen vier Teller auf dem Tresen: Zwei mit Pizza und zwei mit Pasta. Ich dachte, es wäre irgendwie nicht gut, beides für jeden auf einen Teller zu tun. Danny setzte sich schließlich an den Esstisch, Stella und Don folgten seinem Beispiel und ich nahm den Teller mit Pasta, der noch übrig war.

„Nein, ich habe nicht mit euch gerechnet." beantwortete ich schließlich Stellas Frage. Dann aßen wir erst einmal und es war still.

„Haben wir euch bei irgendwas gestört?" fragte Stella schließlich, während Dons Augen gierig auf Dannys Pizzastück lagen, dass er wesentlich langsamer aß als Don sein Pizzastück herunter geschlungen hatte.

„Im Ofen ist noch Pizza." gab ich Don den entscheidenden Hinweis. Er stand auf und bediente sich selber. Irgendwie war das nur logisch: Wenn sie sich selbst einluden, sich selbst am Essen vergingen, dann konnten sie sich auch den Nachschlag selber holen.

„Wir waren nur gerade am Kuscheln…" beantwortete Danny Stellas Frage, was eine sich hebende Augenbraue als Reaktion nach sich zog.

„Ich dachte, du kuschelst nicht."

Das konnte jetzt ein interessantes Gespräch werden, ich war gespannt, wie der verbale Schlagabtausch zwischen den beiden weiter gehen würde, und vor allem wer gewinnen würde. Beide waren nicht auf den Mund gefallen, und beiden hatte dies auch schon Ärger eingebracht: Stella hatte Beschwerden über ihr Verhalten, Danny hatte sich ja mit mir angelegt, weil er der internen Untersuchungskommission unbedingt gleich was hatte erzählen müssen. Aber vermutlich hatte Don ebenso schon Beschwerden in seiner Dienstakte, ja, sogar ich hatte ja Beschwerden in meiner Akte stehen, wenn auch nichts Gravierendes.

Wenn man für die Polizei arbeitete, dann musste man wohl damit rechnen, dass man jemandem ans Bein pisste, der dann mit der kleinsten Kleinigkeit gleich losrennen würde, um sich zu beschweren. Ich konnte damit leben, und auch bei keinem der anderen wäre es etwas gewesen, wo ich sagen würde, dass es total ungerechtfertigt wäre. Naja, die Sache von Danny mit der Dienstaufsichtsbehörde war zwar in seiner Akte, aber es war kein Verweis dabei. Da war immer noch die persönliche Sache zwischen uns schwerwiegender gewesen als das eigentliche Problem.

„Ich… Ich hab' das nur gesagt, weil der Typ echt unheimlich war." verteidigte sich Danny.

„Ja, klar." zog Stella ihn auf.

„Würdest du zu so einem Gruppenkuscheln gehen?" fragte Danny zurück.

„Nein, ich würde zu meinem Freund zum Kuscheln gehen." Sowohl Danny als auch Don sahen Stella an, so als wäre es überraschend, dass sie einen Freund hatte. Sie hatten vielleicht beide den Blumen in ihrem Büro keine Bedeutung zugemessen aber es konnte doch nicht so abwegig sein, dass eine schöne Frau wie Stella eine Beziehung hatte.

„Genau das habe ich ja heute Abend auch gemacht." konterte Danny, als er seine Sprache wieder gefunden hatte.

„Soso." kommentierte Stella Dannys Aussage, wobei ihr Blick jetzt auf mir ruhte. Ich nahm einfach an, dass sie immer noch hoffte, dass ich Danny endlich gesagt hätte, was ich für ihn empfand. Nein, ich hatte ihm immer noch nicht gesagt, dass ich ihn liebte.

Danny und Don sahen sich etwas später doch noch Sport an, während Stella mich zu einer Partie Schach herausforderte. Nicht unbedingt mein bestes Spiel, also endete es darin, dass wir Dame gegeneinander spielten, während Don und Danny Kommentare zu dem Spiel, dass sie sahen, abgaben.

Am Ende besiegte mich Stella, nach mehreren Spielen, mit acht zu fünf, während anscheinend Dannys und Dons Favorit das Spiel gewann, nach dem Jubel zu schließen.

„Wir sollten dann auch mal langsam…" sagte Don, während sein Blick fest auf Stella gerichtet war, keine Widerrede duldend.

„Mac, es war schön." verabschiedete sich Stella.

„Gehst du nicht auch?" wollte Don von Danny wissen, bevor ihm dämmerte, dass dieser wohl über Nacht bleiben würde. „Ach so." sagte er ohne eine Antwort erhalten zu haben, aber genau wissend, was Sache war.

„Viel Spaß noch…" Sein Blick war schon etwas doppeldeutig. Dann verschwand er mit Stella aus meiner Wohnung.

„Bist du satt geworden?" fragte ich Danny schließlich. Stella und Don hatten doch ordentlich zugelangt. Danny nickte. War vielleicht doch gut gewesen, dass ich auf einer Familienpizza bestanden hatte, den Rest hätte ich ja immer noch eingefrieren können. Die Pasta war immer so reichlich bemessen, dass eine Portion locker für zwei Personen reichte.

„Möchtest du noch was?" wollte ich von Danny wissen, bevor dieser langsam ein paar Schritte auf mich zukam.

„Ja…" hörte ich ihn leise. „Dich." Dann spürte ich seine Lippen auf meinen. Der Kuss war zärtlich, aber wesentlich leidenschaftlicher als unsere Küsse früher am Abend. Trotzdem war er nicht so fordernd als dass ich das Gefühl hätte, Danny würde mich irgendwie bedrängen. Ich konnte nicht genau sagen, ob er vielleicht an dem einen Morgen erst mal genug Druck abgebaut hatte, oder ob er vielleicht vorsorglich zu anderen Zeiten in letzter Zeit seinen körperlichen Bedürfnissen nachgekommen war.

Wir zogen uns beide um, putzten Zähne, ich räumte noch etwas auf, und dann gingen wir ins Bett. Erst jetzt bemerkte ich, wie sehr ich mich danach sehnte, am nächsten Morgen nicht früh aufstehen zu müssen. Danny hatte Spätschicht, und mir fiel gerade noch rechtzeitig ein, dass ich auch nicht schon früh am Morgen im Büro auf der Matte stehen musste. Wir kuschelten und küssten uns noch so lange im Bett, bis wir irgendwann einschliefen.