Autorenanmerkung: Nein, kein Fehler bei den Alerts, die funktionieren wunderbar, nur ich nicht so recht... Der Titel des Kapitels entstand erst beim erneuten Durchlesen, aber ich denke er passt.
Und gleich noch eine schlechte Nachricht: Ich bin nächste Woche nicht da, deshalb werdet ihr euch auch beim nächsten Kapitel etwas gedulden müssen, aber bei dem Wetter habt ihr bestimmt eh besseres vor, als vorm PC zu hängen. ;-)
Vielen lieben Dank erneut an alle Leser, besonders an die drei Reviewer des letzten Kapitel, frl-smilla, TeddyHamster und Lesemaus.
Viel Spaß mit diesem Kapitel!
Kapitel 40: Familienbande
Vielleicht war genau das das gewesen, was Danny gebraucht hatte. Er weinte in meinen Armen bis keine Tränen mehr kamen. Ich bewegte mich nicht, sondern war einfach nur da. Was hätte ich auch sonst tun sollen? Ab und an wischte ich eine Träne weg. Ich hielt es nicht für einen Fehler, was zwischen uns passiert war, aber fragte mich, ob der Zeitpunkt wohl so ideal gewesen war. Louie im Krankenhaus, zwischen Leben und Tod, und Danny und ich, anstatt dort zu sein, an seiner Seite, waren wir zusammen im Bett gewesen.
Andererseits, was hätten wir im Krankenhaus schon tun sollen? Louie lag im Koma. Wir konnten gar nichts tun. Und Danny würde etwas Ruhe und Schlaf brauchen.
Ich konnte anschließend nicht sagen, wie lange wir wohl so da lagen, wie lange Danny einfach nur leise und still weinte. Doch irgendwann fühlte ich seine Lippen auf meinen. Meine Augen müssen wohl zugefallen sein, es war ein langer Tag gewesen. Ich konnte das Salz seiner Tränen schmecken, während er mich sanft küsste.
„Danke." wisperte er, bevor er aufstand.
Ich konnte ihm nichts darauf antworten, ich konnte ihm nicht sagen, dass es für mich selbstverständlich war, dass ich für ihn da war, dass er in meinem Arm weinen konnte. Immerhin liebte ich ihn. Was wären wir, wenn wir nicht für die Menschen da wären, die wir liebten? Wären wir dann noch menschlich?
Ich hörte, dass Danny ins Badezimmer tapste, hörte, wie die Tür sich schloss und Wasser rauschte. Vermutlich wusch er sich sein Gesicht, und bestimmt reinigte er sich auch noch von anderen Körperflüssigkeiten unserer früheren Aktivitäten, einschließlich des Schweißes. Vielleicht war eine schnelle Dusche gar nicht das schlechteste…
Ich erhob mich langsam und sah auf mein Bett, das einem Chaos glich: Alles zerwühlt, und dazu trocknete unser Sperma gerade in mein Bettlaken ein.
Vielleicht habe ich einfach einen Tatort zu viel untersucht, an dem sich Spuren sexueller Aktivität befanden, oder vielleicht habe ich einen Hygienetick. Oder es liegt einfach daran, dass ich in den wenigen Stunden, die ich schon schlafe, wenigstens gut schlafen will, aber ich machte mich daran, die Bezüge zu wechseln, nachdem ich mich selber etwas mit Hilfe von ein paar Kleenex gereinigt hatte. Provisorisch gereinigt. Ich würde auch noch rasch duschen.
Ich weiß nicht wieso, aber ich zog mir nichts über, ich erledigte das Wechseln der Bettbezüge nackt. An einem Punkt spürte ich Dannys Blick auf mir: Er stand mit einem Handtuch um die Hüften und seiner Brille auf der Nase im Türrahmen. Seine Augen wirkten leicht verquollen, aber seine Lippen umspielte ein Lächeln, das auch einen Glanz in seine Augen brachte. Ich konnte nicht anders als auch zu lächeln, während ich kurz meinen Blick auf ihm ruhen ließ und in meiner Arbeit inne hielt, bevor ich das Bett schließlich zu Ende bezog.
Es hätte unheimlich sein können, dass wir praktisch gar nicht sprachen, aber das war es nicht. Kaum war ich mit dem Bett fertig schlüpfte Danny zwischen die Laken.
„Mach nicht so lange…" hörte ich ihn noch murmeln, als ich mein Schlafzimmer verließ, um eben schnell zu duschen, und auch die Zähne zu putzen. Es war unnötig von ihm gewesen, das zu sagen, aber es war trotzdem schön gewesen, es zu hören. Ich hetzte nicht, aber ich machte auch nicht übermäßig lange. Ich rasierte mich nicht, wie ich es sonst öfters unter der Dusche tat, sondern spülte mich nur unter dem warmen Wasser ab, während meine Zahnbürste in meinem Mund steckte. Ich konnte die Zähne ja genauso gut unter der Dusche putzen.
Manchmal wird man eben erfinderisch, wenn man in einem Beruf arbeitet, in dem man oftmals auf die Schnelle raus muss und in möglichst kurzer Zeit fertig werden muss. Es war vorgekommen, dass ich aus dem Bett geklingelt wurde. Es war sogar mal vorgekommen, dass das Telefon geklingelt hatte, während Claire und ich mitten beim Liebesakt waren.
Eine kleine Stimme in meinem Kopf sagte mir, dass ich nicht an Claire denken sollte, doch eine andere Stimme sagte mir, dass es okay war, dass es normal war, dass es dazugehörte.
Als ich zurück ins Schlafzimmer kam lag Danny mit geschlossenen Augen da. Ich dachte schon, dass er schlafen würde, als ich das Licht löschte und im Dunkeln zum Bett ging. Doch er rührte sich. Bevor ich den Lichtschalter betätigte war mir aufgefallen, dass unsere Kleidung jetzt viel ordentlicher sortiert war: Meine Kleidung lag auf einer Kommode, während Dannys Kleidung einen Stuhl zierte. Er musste, während ich im Bad war, noch mal aufgestanden sein und unsere Kleidungsstücke aus dem Wohnzimmer und vom Boden eingesammelt haben.
Im Vorbeigehen öffnete ich die Kommode und holte eine frische Unterhose aus der Schublade. Ich ließ mein Handtuch zu Boden gleiten, bevor ich es doch dann aufhob und irgendwo ablegte, und schließlich in das Kleidungsstück schlüpfte. Irgendwie fühlte ich mich, trotz allem, nicht wohl bei dem Gedanken, vollkommen nackt neben Danny zu liegen.
Ich lächelte, als ich unter die Decke geschlüpft war und Danny sich an mich schmiegte und ich feststellte, dass auch er sich etwas übergezogen hatte. Immerhin war ich nicht alleine damit.
„Ich kann einfach nicht wirklich gut nackt schlafen…" murmelte er. Nicht, dass er sich mir hätte erklären müssen. Aber es war gut zu wissen, dass es uns da ähnlich ging.
Natürlich war ich manchmal nackt neben einer Frau eingeschlafen. Aber oft hatte es in der Nacht irgendwann einfach einen Punkt gegeben, wo ich mir dann doch ein bisschen was übergezogen hatte. Ich weiß nicht wieso, aber es war einfach so.
„Ich auch nicht." flüsterte ich zurück, drückte Danny einen flüchtigen Kuss auf die Schläfe, bevor ich meinen Kopf in das Kissen sinken ließ, meine Augen schloss, und sanft in einen tiefen, festen und traumlosen Schlaf hinüber glitt.
Es war die Sonne, die ins Zimmer drang, die mich am nächsten Morgen weckte, nicht mein Wecker. Ich blinzelte etwas wegen der Helligkeit, schloss die Augen dann wieder, und wollte mich eigentlich einfach nur an Danny schmiegen, seine Körperwärme spüren. Aber meine Hände griffen ins Leere. Alles was ich zu fühlen bekam waren kalte Laken. Ich konnte nicht wirklich glauben, dass Danny mitten in der Nacht noch gegangen wäre, und so zwang ich mich schließlich, doch meine Augen zu öffnen und auf den Wecker zu schauen: An jedem anderen Tag hätte er früh geklingelt, doch ich hatte heute offiziell frei. Und ich hatte Stella gebeten, dass sie mich bitte nicht anrufen würde, wenn es nicht absolut notwendig wäre. Sie wusste ebenso von Dannys Bruder wie ich, und vermutlich konnte sie sich auch denken, dass ich für Danny da sein wollte.
Und Danny… Er hatte nur den Schreibtischdienst. So lange nicht alles wieder offiziell geregelt war würde er keine Tatorte bearbeiten sondern weiterhin erst mal seinen Papierkram abarbeiten, und dass Papier geduldig ist, das ist ja wohl jedem bekannt. Also war es bestimmt nicht die Arbeit gewesen, die ihn so früh aus dem Bett getrieben hatte. Mein Blick wanderte von der Uhr weiter durchs Zimmer, eher flüchtig, aber ich sah Teile von Dannys Kleidung: Er war also nicht weg.
Was immer los war, ich würde es herausfinden müssen. Also stand ich auf und ging ins Wohnzimmer.
Danny saß auf meinem Sofa, einen Becher in der Hand. Es roch nach Kaffee. Er starrte auf das Fenster und hinaus, aber sein Blick sah eher so aus, als würde er gar nichts wirklich sehen. Vermutlich war er in Gedanken total mit Louie beschäftigt. Und wen wunderte das schon? Mich wunderte es nicht. Still setzte ich mich neben ihn, ohne ein Wort zu sagen und stellte fest, dass Danny, außer den immer noch geschwollenen Augenlidern, dunkle Ringe unter den Augen hatte. Vielleicht hatte er sogar noch mal geweint, im Moment waren seine Wangen trocken, auf jeden Fall hatte er nicht viel geschlafen.
Wenn man selber so unter Schlaflosigkeit gelitten hat wie ich, dann merkt man so was. Ich war selber immer wieder überrascht, wie gut ich neben Danny schlief, wie gut ich schlief, seitdem sich die Sache mit uns so positiv entwickelte.
„Das ist nicht fair…" Danny sagte es nicht wirklich zu mir, es war mehr eine reine Verbalisierung seiner Gedanken. Natürlich war es nicht fair, wann war das Leben schon mal fair? Ich wusste inzwischen, dass Louie bestimmt kein Musterknabe gewesen war, aber wer hatte nicht dunkle Flecken in seinem Leben, auf seiner Vergangenheit?
Ich konnte nachempfinden, was Danny gerade durchmachte. Ich konnte mich leider nur zu gut daran erinnern, wie ich in meinem Wohnzimmer saß, nach Claires Tod, und genau dieselben Worte sprach wie Danny. Nur es änderte nichts. Und für Louie gab es immer noch Hoffnung.
„Willst du zum Krankenhaus?" fragte ich ihn nach ein paar weiteren Minuten des Schweigens, und er nickte. „Ich komme mit." sagte ich, während ich mich erhob, um mich anzuziehen.
Vielleicht 30 Minuten später waren wir am Krankenhaus. Wir hatten uns beide nicht lange aufgehalten, nicht mit Frühstück, nicht mit Rasieren, nicht mit irgendwas anderem. Danny ging zu Louie und ich ging in die Cafeteria um mir einen Kaffee zu holen. Ich wollte zwar für Danny da sein, aber was seine Familie anging, da wollte ich mich immer noch zurückhalten. Ich wusste nicht, in wie weit er mit seiner Familie geredet hatte. Wir hatten nicht darüber gesprochen. Wir hatten ja noch nicht mal für uns selber unser Verhältnis genau definiert.
Ich besorgte mir eine Zeitung und las, während ich meinen Kaffee trank. Bestimmt konnte man freie Tage anders verwenden, aber ich hatte das Gefühl genau da zu sein, wo ich hingehörte.
Es dauerte einige Zeit, bevor Danny bei mir auftauchte, aber ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen.
„Mac, er ist am aufwachen." platzte er überglücklich heraus, bevor er mich gerade zu stürmisch umarmte. Ich war aufgestanden und legte jetzt zögerlich meine Arme um seinen Rücken. Letzte Nacht, als ich ihn vorm Krankenhaus umarmt hatte, da war das noch etwas anderes gewesen, es war dunkel gewesen, da waren nicht so viele Menschen gewesen…
Wieso war es mir unangenehm, Danny in der Öffentlichkeit zu umarmen? Wieso wandelten sich meine Gefühle und Empfindungen ständig? Ich liebte diesen Mann. Ja, auch in diesem Augenblick, liebte ich ihn. Und trotzdem fühlte ich mich unwohl dabei wildfremden Menschen zu zeigen, dass wir uns sehr nahe standen. Wie nahe, das konnten sie ja nicht wissen, vielleicht war ich ja nur ein sehr guter Freund, oder auch ein Verwandter, wer konnte als Außenstehender schon die Beziehungsverhältnisse von fremden Menschen beurteilen? Ich drückte ihn kurz an mich.
Danny musste wohl bemerkt haben, dass ich mich nicht ganz wohl mit der Situation fühlte, denn er löste seine Umarmung.
„Natürlich dauert es noch, bis er wieder volles Bewusstsein erlangen wird, aber…" Ich sah Tränen hinter den Brillengläsern in seinen Augen glitzern. Tränen der Rührung und der Erleichterung. Ich nickte. Das waren gute Nachrichten, sehr gute sogar. Es freute mich wirklich für ihn. Zwar hatte ich schon mitbekommen, dass er und Louie nicht immer den besten Kontakt gepflegt hatten, und gerade was Danny mir während des Falles erzählt hatte, hatte mir einigen Einblick in ihre Familiensituation gegeben, aber ich wusste, dass dies nicht gleich zusetzen war mit der Tatsache, dass sie einander nicht lieb hatten. Blut ist immer noch dicker als Wasser.
Irgendwie verursachte das alles bei mir schon wieder ein schlechtes Gewissen: Ich wollte so lange schon wieder bei meinen Eltern mal durchrufen, aber immer wieder kam was dazwischen oder ich verschob es.
Ich fuhr Danny nach Hause und dann zu mir nach Hause. Meine Wohnung kam mir ohne ihn irgendwie leer vor, aber daran ließ sich ja nichts ändern. Wir führten einfach immer noch getrennte Leben. Aber so langsam machte es mich verrückt. Ich begann meine Entscheidung ihm nicht zu sagen was ich empfand, wenn er mir nicht sagte, was er für mich fühlte, in Frage zu stellen. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass sowohl Stella, als auch Don, Sheldon und Lindsay mir versichert hatten, auf die eine oder andere Weise, dass Danny ebenso für mich empfand wie ich für ihn.
Ich nahm mein Telefon und ließ mich aufs Sofa sinken. Zeit für ein Gespräch mit meiner Mutter.
Ich denke, man wird wohl nie zu alt werden, um den Rat seiner Mutter sich zumindest anzuhören. Keine Ahnung, wieso. Sie lebte noch nicht mal in der gleichen Stadt, wir sahen uns nicht regelmäßig, oder pflegten engen Kontakt, aber ich fühlte mich ihr trotzdem immer sehr verbunden. Meinem Vater natürlich auch, aber irgendwie nie so sehr wie ihr.
Es klingelte. Ein Mal, zwei Mal, drei Mal… Ich wollte nach dem sechsten Klingeln schon auflegen, als eine Stimme, etwas außer Atem, sich mit einem simplen „Hallo?" meldete.
„Mum?"
„Mac?"
„Alles klar?" fragte ich, denn ihre etwas heftigere Atmung machte mir doch so ein bisschen Gedanken.
„Ja, ich komme nur gerade vom Einkaufen und hörte an der Tür das Telefon klingeln…"
Okay, das erklärte ihre beschleunigte Atmung. Vermutlich hatte sie sich beeilt zum Telefon zu kommen bevor der Anrufer auflegte, und ich war froh, dass sie es getan hatte, denn ich wollte sie ja irgendwie sprechen.
„Ist bei dir auch alles in Ordnung, Mac?"
„Ja, Mum, nur viel Arbeit, du weißt schon."
„Was ist mit deinem…?"
Ich wusste genau, wen sie meinte, sie fragte nach Danny, den ich ja schon erwähnt hatte, aber nie wirklich unsere Beziehung definiert hatte. Auch seinen Namen hatte ich nie erwähnt, ebenso wenig wie ich ihnen erzählt hatte, dass es inzwischen doch schon ernster und fester aussah. Sie hatten keine Ahnung, dass wir Nächte zusammen verbrachten. Schlafend, nicht mit irgendwas anderem beschäftigt, wobei ich nach der letzten Nacht mich fragte, wie lange es wohl noch dauern würde, bevor wir den nächsten Schritt gehen würden, bevor es weiter gehen würde.
„Mum, er heißt Danny." Zum ersten Mal gab ich seinen Namen ihr gegenüber Preis.
„Okay. – Also, was ist mit dir und Danny?"
Kurz zögerte ich, ich wollte ihr keine Angst machen, und ich hatte auch ein bisschen die Befürchtung, dass sie mich vielleicht anfangen würde vor Danny zu warnen oder sonst irgendetwas tun würde, was mir nicht gefallen würde, aber dann erzählte ich ihr von der ganzen Sache mit der Leiche im Giant Stadium und was mit Dannys Bruder geschehen war. Ich befürchtete wohl ihren Beschützerinstinkt wachzurufen, und so ließ ich lieber einige Details aus und schilderte ihr eher den Aspekt, dass Danny sich natürlich gerade sehr um Louie sorgte.
„Aber du bist doch für ihn da, Schatz…" sagte sie, und nahm mir damit irgendwie eine Sorge oder Last von meinen Schultern, die ich wohl unbewusst mit mir herumgetragen hatte. Ja, ich war für ihn da. Und außerdem war Louie auf dem Wege der Besserung. Auch das erzählte ich ihr.
„Wann sehe ich dich endlich mal wieder?" fragte sie schließlich. „Willst du mich und deinen Vater nicht demnächst mal besuchen kommen? Vielleicht ja sogar mit Danny zusammen?"
Ich hatte gemütlich auf meinem Sofa gesessen, aber jetzt setzte ich mich doch aufrecht hin und war irgendwie angespannt. Danny meinen Eltern vorstellen… Ich wusste nicht, ob mir das Ganze so behagte, ich wusste nicht, wo es hinführen würde. Und ich wollte immer noch lieber erst wissen, was es mit Danny genau war, bevor ich einen so entscheidenden Schritt gehen würde.
„Mum… Ich will euch gerne mal wieder sehen…" Im Kopf überschlug ich meinen Terminkalender ebenso wie Stellas. Es ging um meinen Urlaub, um Stellas Urlaub. Ich konnte nicht einfach ohne Vorankündigung ein paar Tage frei nehmen, das wäre ihr gegenüber einfach nicht fair gewesen.
„Ich weiß Mac, die Arbeit…"
„Ja…" begann ich zögerlich. „Und dann ist da noch was…" Erneut machte ich eine kleine Pause. „Weißt du… Das mit Danny und mir… Das ist immer noch nicht so fest, wie ich es gerne hätte." Ich sprach ihr gegenüber das aus, was in meinem Kopf seit Wochen, vielleicht sogar schon Monaten vor sich hingärte.
„Oh Mac…"
Ich konnte hören, dass sie sich Sorgen machte.
„Es sieht gut aus, es läuft gut, aber… Ich weiß nicht, ob er so für mich empfindet, wie ich für ihn empfinde."
Irgendwie war es komisch, mit meiner Mutter über meine Gefühle für Danny zu reden. Vielleicht sollte ich endlich mal ihm sagen, was ich für ihn empfand, anstatt es jedem anderen zu erzählen.
„Und dann ist da noch was…" Erneut zögerte ich. „Weißt du… er… nun ja… ich arbeite mit ihm zusammen. – Er ist einer meiner CSI."
Ich konnte fühlen, dass ihre Gedanken wohl rasten. Sie wusste vielleicht nicht, was das genau bedeutete, ich glaube, ich weiß bis heute selber nicht genau, was es eigentlich bedeutet, dass Danny und ich nicht nur liiert sind, sondern auch zusammen arbeiten, dass ich auch noch sein Vorgesetzter bin, aber sie konnte wohl spüren, dass es eine Belastung für unsere aufkeimende Beziehung darstellte.
„Oh." kam es schließlich von ihr.
Wir redeten noch etwas über belangloses Zeug wie das Wetter, ich erkundigte mich nach dem Befinden meines Vaters (er war gerade anderweitig noch unterwegs und Mum war alleine zu Hause) und Mum ließ sich von mir versichern, dass ich nicht zu viel arbeiten würde, sondern mir auch genug Zeit für Danny nähme. Sie sagte zwar nicht, dass das Leben zu kurz wäre um seine ganze Zeit nur mit Arbeit zu verbringen, aber ich merkte, dass sie wohl so etwas in der Art denken musste. Nur ihr wäre es wohl falsch vorgekommen, mir so etwas zu sagen. Wenn ich gewusst hätte, wie kurz die Zeit sein würde, die ich nur mit Claire hatte, vielleicht hätte ich dann weniger Zeit bei der Arbeit verbracht.
