Kapitel 3

Maev wartete in der Taverne auf Mimus, welcher am Abend zu seinem Lehrmeister gerufen worden war, aus welchem Grund, das wusste keiner der Beiden. Die Tür sprang auf und Mimus trat herein, stattlich wie immer, in seiner schwarzen Kutte, die rotbraunen Haare lässig zum Zopf gebunden, ein gerolltes Pergamentblatt in der Hand, welches mit einem Siegelring in der Mitte zusammengehalten wurde. Maev blickte auf und begrüßte ihren Liebsten mit einem sanften Kuss. Fragend sah sie ihn an.„Und? Was wollte man von dir?" Mimus grinste breit.
„Ich hab dir was mitgebracht." Langsam ließ er das Pergament aus seiner Hand gleiten. Maev war verdutzt und betrachtete die Rolle. „Na los, schau schon nach." Grinste der junge Elf. Maev nahm das Blatt, entfernte den Ring und rollte es auf. Was sie da las, weitete ihre Augen und ließ ein Lachen auf ihrem Gesicht erscheinen.
„Aber das ist ja….FANTASTISCH!" jubelte sie und umarmte Mimus. „Dann bist du also endlich soweit und kannst in Silbermond lernen?" frage sie ihn lächelnd. Mimus nickte stolz.
„Ja, das ist ein Empfehlungsschreiben meines Meisters, er sagt, er kann mir nichts mehr beibringen und so empfiehlt er mich dem obersten Lehrer in Silbermond, weißt du überhaupt, wie groß diese Ehre für mich ist? Ich warte schon so lange darauf, endlich in die Geheimnisse des Priestertums eingeweiht zu werden." Maev war glücklich. Mimus hatte es endlich geschafft, seinen Traum zu verwirklichen, er konnte nach Silbermond gehen, in die Hauptstadt der Blutelfen, ihres Volkes und dort bessere und höhere Fähigkeiten erlernen. Beide feierten den ganzen Abend zusammen mit Mimus Familie, welche sich so von den beiden verabschieden wollte. Es war ein herrliches Fest und alle waren glücklich und zufrieden. Als der Morgen graute packten Maev und Mimus ihre Sachen und brachen, mit reichlich Proviant im Gepäck auf in Richtung Silbermond. Die Reise würde nicht lange dauern, höchstens zwei Tage hatten die Dorfbewohner gesagt, trotzdem hatten Mimus Eltern den beiden Jungelfen viel zu viel mitgegeben, wie Eltern nun einmal sind. Sobald das Dorf außer Sicht sein würde, würde für beide ein neues Leben beginnen, doch sollte das glückliche Paar erst des Nachts erfahren, dass das Leben manchmal andere Dinge für jemanden geplant hat, als das, was man sich selbst wünscht und so würde schon in wenigen Stunden die Reise für jeden der Beiden allein weiter gehen…