Kapitel 3: In Welchem Lily ihre Reflexes trainiert oder In Welchem Lily und James einen Ausflug zum Krankenflügel machen
Ich ging zu Potter rüber und half ihm seinen Arm um meinen Hals zu schlingen. In dem Versuch ihm dabei zu helfen sich auf mich zu stützen hielt ich seinen Unterarm fest. Er taumelte und ich legte ihm verzweifelt meinen anderen Arm eng um die Taille. Es fühlte sich nett an, sehr nett; sogar angenehm.
Was war das? Ich habe bei dieser Total-Verrückt-Verliebt-Sache Scherze gemacht, versteht mein Arm das? Er sollte sich um seine Taille geschlungen nicht nett anfühlen. Der dumme Arm kriegt nicht einmal die einfachsten Dinge richtig hin.
Meinen Arm so gut ich konnte ignorierend, humpelten Potter und ich die Flure entlang wie ein verletztes Tier. Armer Potter, das ist heute wirklich nicht sein Tag. Erst das Tischbein und jetzt das.
Hey, ich hatte gerade die brillanteste Idee!
Fakt ist, Potter wird in meiner Nähe immer verletzt.
Annahme, er wird jetzt Schmerzen mit in meiner Nähe sein assoziieren.
Ich hoffe, er wird trainiert mich zu meiden und, dadurch, Schmerzen zu vermeiden!
Es ist brillant, es ist pures Genie!
So etwas klappt doch mit Hunden, oder? Es war dieser Pavlov Kerl (1). Er bimmelte mit einer Glocke wann immer er seine Hunde fütterte und letzten Endes fingen sie jedes Mal wenn er eine Glocke bimmelte zu sabbern an, auch wenn er sie nicht fütterte. Wie wird das noch genannt … abrichten! Ich werde Potter abrichten!
Ich weiß, dass es mit Potter auch klappen wird. Es ist ja nicht so, als wäre er sehr viel schlauer als ein Hund.
Schön, er ist leicht klüger als der Durchschnittshund.
Ich habe es übrigens geschafft einen Rhythmus für unseren verrückten kleinen Spaziergang zu entwickeln. Schritt, Potter ein wenig ziehen, Schritt, Potter ein wenig hinter mir lassen, Schritt, Potter ein wenig mitbringen … und so weiter. Es klappte ziemlich gut, bis ich realisierte, dass ich Potter weiter und weiter hinter mir ließ.
Verwirrt sah ich ihn wirklich an und was ich sah war definitiv nicht gut. Sein Atem war schrecklich beschwerlich und rau, schien in seiner Brust zu rasseln und sein Gesicht war so bleich wie der Fast Kopflose Nick. Er verlor zuviel Blut. Ich drehte mich um, um über unsere Schultern zu gucken und sah, dass wir eine Blutspur hinter uns auf dem Flurboden hinterließen. Guter Gott, alleine in diesem Korridor mussten schon Pinten von Blut sein.
Ich fühlte, wie sich Panik meinen Rücken hoch bewegte als ich realisierte, dass wir uns schneller bewegen mussten oder ich andernfalls einen ohnmächtigen James Potter in meinen Händen hätte.
„Potter, du wirst doch nicht in Ohnmacht fallen, oder?", fragte ich. Dumme Frage, ich weiß, aber mir fiel nichts Subtileres ein.
„Noch nicht, Evans.", sagte er. Er klang schrecklich angespannt, als würde seine Stimme es kaum aus seinem Mund schaffen.
Ich nahm seine Antwort, tat sie in meinen handlichen Potter B.S Übersetzer im Handformat und fand heraus, dass er in Wahrheit meinte, dass er jetzt jederzeit in Ohnmacht fallen würde.
Verflixt!
Warte ... wenn er ohnmächtig wird, ist er leblos. Während das ein ziemlich offensichtlicher Fakt sein mag, ist es eigentlich die äußerste Konsequenz, denn wenn etwas leblos ist, wirkt ein reizender Schwebezauber Wunder. Einen Schwebezauber auf lebendige Dinge anzuwenden, lass uns einfach mal James Potter hier als Beispiel nehmen, einen Schwebezauber auf Potter würde erstens nicht nur höchste Zauberkunst Beherrschung (welche ich habe) verlangen, aber auch eine fast unbeschränkte Kraftquelle (die ich irgendwie nicht habe, auch wenn ich es verabscheue es zuzugeben). Leblose Objekte schweben zu lassen, lässt keine routinierte Hexe und keinen routinierten Zauberer in Schweiß ausbrechen, aber lebendige Objekte … das ist eine andere Geschichte. Nur sehr wenige Leute können das tun und sogar dann, nicht sehr lange.
Ich denke, dass ist ein anderer der Gründe warum Potter mich so nervt. Ich bin eifersüchtig. Ich verstehe nicht woher er all seine Macht nimmt. Verdammt, er lässt Leute nur zum Spaß schweben und bricht nicht einmal ein bisschen in Schweiß aus. Wenn er sich jemals mehr darauf konzentrieren würde, könnte er … alles tun. Ich hasse es, wenn Leute ihr Potenzial nicht nutzen. Aber ich schätze es wird nicht mehr besonders von Bedeutung sein, wenn man bedenkt, dass, wenn Potter nicht in der nächsten Minute oder so Ohnmächtig wird, er von Blutverlust sterben wird, bevor ich ihn zum Krankenflügel kriege.
Ich warf Potter einen Blick zu als wir unseren Weg den Korridor entlang gingen. Er ist wirklich ein sturer Idiot. Gelegentlich bewundere ich das widerwillig an ihm, aber jetzt ist keiner dieser Zeitpunkte. Durch den energischen Blick auf seinem Gesicht entschied ich, dass er das vermutlich weitere gute 10 Minuten aushalten konnte … dann wird er Ohnmächtig werden und sterben.
Wenn ich ihn schweben lassen würde, könnten wir glatt in 45 Sekunden am Krankenflügel sein. Nun, vielleicht ein wenig länger, wenn man bedachte, dass ich aus Aussehensgründen bevor wir zum Krankenflügel kamen mein Rennen stoppen müssen würde. Schließlich wollte ich nicht, dass Madam Jeffries wusste, dass es mich vielleicht interessieren würde, wenn Potter sterben würde. Dann wieder mochte ich vielleicht fähig sein es als ein beiläufiges Interesse abzutun, da er mein Leben gerettet hat. Ich wette sie würde mir das abkaufen.
Potter stieß einen Schmerzenslaut aus und ich war zurück bei meinem Problem, wie ich ihn dazu bekäme Ohnmächtig zu werden. Ich könnte …. ihn verfluchen, schätze ich … oder ihn gegen das Bein treten, aber das würde ihm wirklich wehtun … und ich würde Blut an meinen Schuhen bekommen. Ich mag diese Schuhe.
Ich stoppte unser Vorwärtsschlurfen und wandte mich Potter zu. Ich denke ich werde ihn einfach verfluchen. Ein nettes sanftes Schwingen meines Zauberstabes und er wird auf seinem Weg zum Krankenflügel sein.
Ich fühlte einen Stich von Schuld, wen veräppele ich da gerade? Das wird bei ihm zu ernsten Schmerzen führen.
„Tut mir Leid, Potter", sagte ich und küsste ihn direkt auf die Lippen. Ich habe herausgefunden, dass das das wenigste ist, was ich tun kann. Vielleicht wird er so von dem bedenklichen Vergnügen mich zu küssen abgelenkt sein, dass er nicht bemerkt was für Schmerzen er hat.
Ich fuhr sanft mit meiner Hand seine Wange entlang und er zog mich näher zu sich. Offensichtlich lässt James eine kleine Sache wie immensen Blutverlust seine Freude am Küssen nicht beeinflussen. Er ist manchmal so ein Idiot; habe ich das in letzter Zeit schon mal erwähnt?
Heimlich bewegte ich meinen Zauberstab hinter seinem Rücken nach oben und aus mir unbekannten Gründen fasste Potter meine Bewegung als ein Zeichen auf, dass er beginnen sollte meine Gesichtszüge entlang zu küssen.
Bitte, lass ihn nicht seine Augen öffnen! Ich schoss mein Gebet hoch zu irgendwelchen Gottheiten, die in Hörweite waren. Wenn er es tun würde, würde er sehen, wie ich den Drang ihn ans Schienbein zu treten unterdrückte.
Es ist nicht meine Schuld, dass ich trainiert wurde, Verstand in Männer zu treten. Besonders extra nett und gut aussehende … ahhh! Ich war abgelenkt. Das ist alles Potters Schuld, er muss aufhören, mich abzulenken, auch wenn diese Ablenkung irgendwie nett ist, aber das ist nicht der Punkt. Er wird STERBEN! Und dass ist der Punkt.
Ich sollte wirklich dankbar sein, dass er mich nicht mehr auf den Mund küsst, wenn man bedenkt, dass ich meinen Mund öffnen muss um die Formel zu sagen und das könnte etwas unangenehm werden.
Ich bewegte meinen Zauberstab in einem schnellen Zirkel und wollte gerade die Zauberformel sagen, als Potters Lippen sich runter zu meinem Hals bewegten. Ich schätze er hat die Gesichtsache als gutes Zeichen auffasst. Unglücklicherweise für ihn, war da wenig was ich tun konnte um meine Reflexe an dem Punkt zu stoppen weil ich niemanden (besonders jemanden den ich nur küsse um das fluchen wieder gut zu machen) meinen Hals entlang küssen lasse.
Als mein Fuß sein Bein berührte realisierte ich einen Sekundenbruchteil zu spät, dass ich sein verletztes Bein treten würde, was, unnötig zu sagen, keine gute Sache war.
James ließ einen abgewürgten Schrei heraus, der ganz klar wie ein sterbender Hippogreif klang und stürzte Ohnmächtig zu Boden.
Zumindest küsst er nicht mehr meinen Hals.
Armes Baby. Ich bin wirklich arm dran, denn er wird mich umbringen wenn er aufwacht.
Oh gut, es war für sein eigenes Wohl.
Ich ließ ihn mühelos schweben (Gott, Zauberkunst ist so viel besser als Verwandlung) und raste durch die Flure. Ich habe es tatsächlich geschafft ein paar Sekunden der geschätzten 45 einzusparen, da ich an der Tür nicht anhielt sondern durch sie sprintete und direkt vor einer sehr erschrocken aussehenden Madam Jeffries rutschend zu stehen kam.
„Hilfe!", schrie ich und gestikulierte wild auf Potters ohnmächtige schwebende Form. Großartig, es klang verzweifelt; keinesfalls wird sie mir die Geschichte von wegen milde Sorge jetzt noch abkaufen.
Madam Jeffries ließ Potter eilig auf das nächste Bett schweben, untersuchte seine Wunde und wischte etwas von dem Blut auf. Da ich nichts Besseres zu tun hatte, schlurfte ich hinterher und ließ mich auf den Stuhl neben Potters Bett fallen. Ich inspizierte meine Schuhe als Madam Jeffries versuchte die Blutung von Potters Bein zu stoppen.
Ich habe Blut auf meinen Schuhen. James Potters Blut. Zumindest sind es nicht meine neuen Schuhe oder meine absoluten Lieblingsschuhe. Dennoch mag ich sie.
Bis Madam Jeffries weghaste um einen Blutregenerierungszaubertrank zu holen sah ich zu den leeren Krankenbetten auf der anderen Seite des Flügels. Ich wandte mich James zu und betrachtete sein Gesicht. Er sieht nicht schlecht aus, wenn er ohnmächtig ist und sein Bein sieht jetzt zehnmal besser aus. Da ist eine hässliche rote Bissstelle auf ihm, aber es ist kein Blut mehr da.
Ich nahm ihm seine Brille ab und legte sie auf den Tisch neben seinem Bett, da ich nicht wollte, dass er sie kaputt machte wenn er sich rumrollte oder so etwas.
Ich hatte meine Hände zurück in meinen Schoß tun wollen, wirklich! Also kann ich dir versichern, dass ich keine Ahnung habe wie ich dann damit endete, seine Haare von seiner Stirn zu streichen. Aber seine Haare waren so weich und sie fühlten sich einfach so nett an als ich meine Finger hindurch zog.
Seine Augen schossen auf und ich versuchte meine Hand zurückzuziehen aber ich konnte sie nicht bewegen! Es war als ob ich gefangen war … als ob seine wundervollen schwarzen Haare sich in die Schnauze des Teufels verwandelt hatten und meine Finger in den Tod und darüber hinaus ziehen würden. Nun, Tod und darüber hinaus wären nicht so schlimm mit Potter, aber ich würde lieber nicht an seinem Kopf kleben, da er fast ein Fuß größer ist als ich und der Blutkreislauf in meinem Arm sehr schnell weg sein würde.
Ich beobachtete wie seine Augen sich auf mich fokussierten und fühlte mich sofort schuldig. Ich hatte ihn gerade gegen das Bein getreten, nicht nur das, aber ich hatte ihm solche heftigen Schmerzen verursacht, dass er Ohnmächtig geworden war (was mag oder nicht mag eine gute Sache gewesen sein, wenn du zwischen Tot oder in intensiven Schmerzen zu sein urteilst.)
Aber wieso hatte ich ihn nicht einfach verflucht oder so? Jetzt wird er mich mit Schmerzen assoziieren und er wird nie wieder in meine Nähe kommen. Warte ... sollte das nicht eigentlich eine gute Sache sein?
Nein ... nein ... das ist es ganz sicher nicht weil … ähm … weil ich es so sage. Wie lahm ist das; ich kann nicht einmal in meinem kopf zu einer anständigen Begründung kommen. Dummes Gehirn, dumme Begründungen, lassen mich immer durchfallen. Aber wieso habe ich ihn nicht einfach verflucht? Das wäre so sensibel gewesen, so logisch, so wie typisch ich.
Meine Augen trafen auf James' und dann erinnerte ich mich wieso ich ihn getreten hatte. Er hat meinen Hals geküsst, meinen HALS, was nicht erlaubt ist. Ich meine, komm schon, wir haben noch nicht einmal mit Zunge geküsst ... nicht das wir das je werden, aber das kommt definitiv zuerst und diese Hals Sache kommt ... nie. Außerdem. Was ist wenn er einen Knutschfleck hinterlassen hat?
Oh große Götter, ich habe keinen, oder? Ist hier irgendwo ein Spiegel? Hier muss doch ein Spiegel sein. Wieso habe ich heute Morgen keinen eingepackt?
Ich fühlte meinen Hals; er schien okay zu sein, außerdem hatte er wirklich keine Zeit einen zu hinterlassen. Ich habe ihn zuerst getreten.
Oh verdammt, ich fühle mich wieder schuldig.
Ich lehnte mich über sein Bett, so dass er mich auch ohne seine Brille klar sehen konnte, damit ich mich entschuldigen konnte und dann passierte es … der unsichtbare Magnet in seinen Lippen wurde eingeschaltet.
Ich schwöre, dass ist es. Ich wollte ihm nur sagen, wie Leid es mir mit seinem Bein tat und die nächste Sache, die ich wusste, war, dass seine Lippen auf meinen waren. Ich fühlte mich noch schuldiger, als James sich versteifte und ganz klar von mir erwartete ihm wieder heftige Schmerzen zuzufügen. Verflixte, dumme Magneten.
Ich gab meinem Kopf einen gewaltigen Ruck nach hinten und mein ganzer Körper flog mit und landete schwer auf dem Stuhl neben seinem Bett. Clever genug, entschied der Stuhl sich, dass es witzig wäre, sich auf seine zwei Hinterbeinen zustellen und mich nach ein wenig rumwackeln seinerseits und Arm winken meinerseits, mich rückwärts abzuschmeißen, so dass ich ausgestreckt auf dem Boden landete.
„Lily?", schrie James besorgt klingend. Der Idiot. Ich hatte ihn gerade dazu gebracht Ohnmächtig zu werden und schien Probleme zu haben, aufzuhören ihn zu küssen und er machte sich Sorgen um mich. Ehrlich, ich wäre besorgter um diese Magneten. Mich Selbstmitleidig und den armseligen Zustand meines Lebens fühlend, kringelte ich mich zu einem Ball zusammen und stöhnte.
„Lily?", rief er wieder.
„Geh weg.", murmelte ich. Dann fühlte ich eine Hand auf meinem Arm. Ich hob meinen Kopf und sah James ziemlich besorgt aussehend über mir kniend.
„Du solltest nicht aus dem Bett sein.", sagte ich ziemlich dumm.
„Bist du in Ordnung?", fragte er, meine Frage ignorierend. Ich rappelte mich auf in eine sitzende Position.
„Yeah." Ich sah ihn an und fühlte den verrückten Drang zu plappern beginnen. Was ist mit meinen Drängen heute los? Sie müssen in die Irrenanstalt, denn sie haben mir in letzter Zeit ein paar recht verrückte Ratschläge gegeben. Traurig genug, dass ich dennoch auf sie höre.
„Weißt du wie Leid es mir tut, dass ich dich getreten habe? Denn es tut mir wirklich Leid. Ich meine, ich habe geplant dich nur zu verfluchen oder so, aber ich habe diesen Reflex und sobald die Hals Sache begann, naja, kam es einfach. Natürlich, wenn ich nachgedacht hätte, hätte ich dein anders Bein treten können, aber ich war irgendwie mit den Gedanken woanders, weil ich dachte du würdest durch den Blutverlust sterben. Das war das ganze Problem, weißt du. Ich musste dich zum Krankenflügel kriegen, aber ich habe nicht die Kraft lebendige Dinge schweben zu lassen. Gott, du weißt nicht einmal wie glücklich du bist, oder? Du hast all diese Kraft und du schiebst sie nur in Streiche. Wenn du wolltest, könntest du vermutlich der stärkste Zauberer der Welt sein. Aber zurück zum Problem Blutverlust, ich konnte nicht einfach warten, bis du Ohnmächtig wurdest, oder? Ich hasse es, es zuzugeben, Potter, aber du bist vielleicht sogar noch sturer als ich es bin und du hättest das Ohnmächtig werden hingehalten bis du tot wärst. Und wenn du sterben würdest, wäre das alles meine Schuld, da ich diejenige war, die versehentlich diese dumme Fleisch fressende Sonnenblume gezaubert hat. Ich würde mir selbst nicht vergeben können, oder, James? Ich meine, du hast mir das Leben gerettet oder zumindest die Knochen. Wenn du sterben würdest, würde ich dich nie wieder sehen und müsste einen neuen Schulsprecher einarbeiten und unser Quidditchteam würde gegen Slytherin verlieren und Sirius würde mich umbringen und du würdest mich nie wieder küssen und..."
Ich brach ab als James seine Lippen auf meine presste.
(1) Petrowitsch Pawlow aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Iwan Petrowitsch Pawlow (russisch Иван Петрович Павлов, wiss. TransliterationIvan Petrovič Pavlov; 14. September/26. September 1849 in Rjasan; † 27. Februar 1936 in Leningrad) war ein russischer Mediziner und Physiologe. Er erhielt 1904 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine Arbeiten über die Verdauungsdrüsen.
Er hat aber auch wichtige Grundlagen für die Verhaltensforschung erarbeitet und legte den Grundstein für fast alle neueren Lerntheorien.
Er war der Überzeugung, dass Verhalten auf Reflexen beruhen kann und entdeckte das Prinzip der (klassischen) Konditionierung. Dabei unterschied er zwischen unkonditionierten (auch natürlich genannten) und konditionierten Reflexen (die durch Lernen erworben werden).
Einer von Pawlows Hunden
Am bekanntesten dürfte der so genannte Pawlowsche Hund sein: ein Forschungsprojekt, das unmittelbar aus seinen mit dem Nobelpreis gewürdigten physiologischen Studien hervorging. In diesem Zusammenhang stellte Pawlow fest, dass die Speichelsekretion eines Hundes nicht erst mit dem Fressvorgang beginnt, sondern bereits beim Anblick der Nahrung. Auch ein anderer Reiz, zum Beispiel ein Klingelton, kann die Sekretion von Speichel und anderen Verdauungssäften auslösen, wenn er regelmäßig der Fütterung vorausgeht. Pawlow erklärte das Geschehen durch das mehrmalige Zusammentreffen des Reizes und dem anschließenden Fressvorgang. Irgendwann reicht dann bereits der Reiz aus, um die Speichelsekretion auszulösen. Pawlow bezeichnet dies als konditionierten Reflex.
