Kapitel 9: In welchem Lily (Nachsitzen) erleidet oder In welchem Lily nicht gerade den schwarzen Mann entdeckt

Es ist 8:29Uhr.

Ich stehe gerade vor Vittles' Klassenzimmer und debattiere mit mir selbst die Vorzüge von vom Astronomie Turm zu springen.

Der Astronomieturm klingt wie eine wirklich gute Idee. Wenn ich nicht nur tödliche Angst davor hätte von Höhen zu springen. Verflixt, ich kann ja nicht mal ohne eine Panikattacke von meinem Gartenmäuerchen springen.

Ich könnte mich im See ertränken. Aber das ist so unordentlich. Ich meine, wer will ganz aufgequollen begraben werden? Und wer will schon ganz flach und Pfannkuchen-ähnlich begraben werden?

Gift! Na, das ist eine exzellente Idee. Keine sichtbaren Zeichen und mit etwas Glück könnte ich ein ziemlich schmerzloses finden.

„Stehen sie aus einem bestimmten Grund draußen, Miss Evans?" Ich fuhr fast aus meiner Haut als Vittles' Stimme hinter mir erklang. Langsam drehte ich mich um und betrachtete seine über mir ragende große Figur.

„Nein, nicht wirklich, Sir.", sagte ich. Ich werde dies so formal wie möglich halten. Vielleicht wird er dann keine unangemessenen Kommentare machen.

„Nun, in diesem Fall, lassen Sie uns dieses kleine Treffen in mein Klassenzimmer verschieben." Ich schleppte mich, wie eine pathetische kleine Puppe, Vittles nach, als er den Weg zu seinem Tisch ging. Sobald wir ihn erreicht hatten, setzte er sich nicht hin, sondern drehte sich um und lehnte sich gegen den Tisch und verschränkte die Arme. Ich musste das Verlangen, ihn zu warnen, dass sich an Tische zu lehnen nie eine gute Idee ist und zu sehr schlechten Dingen führen kann (wie besagte Tische zu zerstören), unterdrücken.

„Dein Freund ist noch nicht hier.", sagte Vittles.

„Er ist nicht mein Freund.", murmelte ich. Ich denke nicht, dass es sehr viel wirkt zu versuchen Vittles zu überzeugen, dass wir keine Gefühle füreinander haben. Schließlich hat er diese kleine Flurszene gesehen.

Gott, es ist alles die Schuld dieser dummen Magneten.

Denkst du, wenn ich in Potters Schlafsaal schleichen würde, dass ich dann irgendwie die Magneten entfernen könnte während er schläft? Es könnte klappen, aber wo genau sind die Magneten? Und was ist wenn er aufwacht. Das würde dem Wort Demütigung eine ganz neue Bedeutung geben. Also, schlechte Idee. Es ist eine Schande, ich würde es sehr lieben diese Magneten loszuwerden, sie machen mir so viel Ärger. Wie dieses Nachsitzen.

Muss ich die ganze Zeit hier stehen und einfach nur Vittles ansehen? Es ist nicht, dass er hässlich wäre oder so (die meisten Mädchen betrachten ihn als ziemlich gut aussehend für einen mittelalten Kerl), aber seiner Persönlichkeit fehlt es ganz sicher in dem Gebiet von langen Perioden zu stehen und andere anzustarren. Ich drehte mich erleichtert um als die Tür aufflog und James reinkam.

„Grüße, schöne Frau.", sagte er mit einer Verbeugung in meine Richtung. Ich unterdrückte ein Lächeln und das Verlangen als Antwort zu knicksen. „Und einen guten Abend, weiser Professor."

„Sie sind spät, Mr. Potter."

„Bin ich das?", sagte James überrascht aussehend. Er sah auf sein Uhr (nun ja, sein Handgelenk wirklich, da er überhaupt keine Uhr hat). „Meine Uhr sagt, ich bin auf die Sekunde genau, 8:30 auf den Punkt."

Vittles starrte Potter eine Sekunde an und ich fragte mich ob er ihn dafür ermahnen würde, aber er zuckte nur mit den Schultern. Ich kriege irgendwie das Gefühl, dass James und Vittles diese Art Sache immer machen.

Als Vittles begann zur Tür zu gehen warf ich einen schnellen Blick auf meine Uhr. Sie sagte 8:30 Uhr. Das kann unmöglich sein. Ich meine, es war 8:29 als ich im Flur war. Ich sah zu James hoch, verdutzt, aber er lächelte mich nur an und gestikulierte mir als erste Vittles zu folgen.

Sobald wir auf dem Flur standen verschloss Vittles seine Klassenraumtür und sagte, „Heute Nacht werden wir die Flure nach Pärchen patrollieren. Eine passende Bestrafung, nicht wahr?"

Ich frage mich, ob er tatsächlich will, dass ich das beantworte. Ich denke nicht, dass es besonders passend ist. Genauer gesagt, denke ich, ist es geradezu grausam. Was könnte quälender sein, als Stunden mit Potter und Vittles zu verbringen? Gott, ich hatte gehofft wir könnten einfach Trophäen polieren oder so etwas.

Also fingen wir an. Es war eine ziemlich langweilige Arbeit, wir gingen einfach nur die Korridore auf und ab, spähten in Besenkammern und hinter Statuen. Wir fingen ein paar Pärchen, aber glücklicherweise taten sie nichts anderes als Händchen zu halten.

Um ungefähr 9:30 waren die Korridore ziemlich leer außer von einem seltsamen Siebtklässler, der aus der Bücherei eilte und ich war bereit zurück zu meinem Schlafsaal zu gehen. Ich unterdrückte ein Gähnen und sah wieder auf meine Uhr.

9:32

„... aber natürlich hängt alles davon ab, ob man für Frauen oder Männer vergleicht. Für Frauen ist die Antwort natürlich klar: Dove..." Männer haben die seltsamsten Unterhaltungen. Sie sind bei dem Thema Seife seit den letzten zehn Minuten oder so. Anscheinend denkt James, dass Dove die perfekte Seife für Frauen ist. Seltsam genug, ist das die Seife, die ich benutze. Ich frage mich, ob das etwas bedeutet.

„Wartet, wir müssen die da überprüfen.", sagte Vittles, unterbrach damit James und zeigte auf eine Besenkammertür.

„Ich mach das.", sagte ich. Das ist meine erste. Wenn ich normalerweise patrolliere lasse ich Besenkammern ganz aus. Ich denke, dass es nicht wirklich wichtig ist, da ich sie einfach auf ihrem Weg zurück zu ihrem Gemeinschaftsräumen erwische und mich nicht mit den ganzen dunklen, beängstigenden Besenkammern Dingen plagen muss. Als Kind hatte ich diese schreckliche Angst, dass ich eine Tür öffnen würde und der schwarze Mann herausspringen.

Ich fasste den Türgriff als James und Vittles geduldig warteten. Ich hatte das plötzliche irrationale Verlangen die Tür nicht zu öffnen.

Hör auf albern zu sein, Lily, schimpfte ich mit mir, Der schwarze Mann ist nur eine Erfindung deiner Phantasie. Ich festigte mich selbst (da ist kein schwarzer Mann!), fasste die Türklinke und zog die Tür auf.

Mir fiel der Mund auf.

Oh mein Gott!

Segne mein nicht passendes Schwein und meine Kleeblattsocken!

Nicht gerade der schwarze Mann, aber genauso beängstigend.

Ich wusste, irgendwas war mit Ally los.

„Ally... Sirius...", stotterte ich geschockt. Sie brachen ihren ziemlich leidenschaftlichen Kuss ab und drehten sich mir zu (sie schienen auch geschockt zu sein).

„Ich... Ich kann es nicht glauben.", sagte ich. James und Vittles hatten offensichtlich realisiert, dass etwas nicht stimmte, da sie beide näher kamen und über meine Schulter spähten.

„Heilige Sh... Socken!", sagte James, schnitt das sein originales Wort ab nachdem er den bösen Blick, den Vittles ihm schickte auffing. „Ihr beide seid... in einer Besenkammer."

Das war irgendwie offensichtlich Ah gut, ich bin auch irgendwie schockiert. Es erklärt wieso Ally sich so seltsam verhalten hat und verschwunden ist. Und Französisch gelernt hat. Hey, warte... hat Sirius hat auch Französisch gelernt? Oh mein Gott, sie nehmen zusammen Französisch Unterricht. Das ist so süß. Ich will auch einen Kerl mit dem ich Französisch Stunden nehmen kann! Das ist nicht fair.

„Nachsitzen für Sie beide mit dem Wildhüter morgen Nachmittag und 20 Punkte von Gryffindor."

„Hey, jetzt.", sagte James. „Ich denke, die Strafarbeiten sollten genug sein."

Vittles verdrehte die Augen. „Schön, 20 Punkte von Gryffindor aber nur für den Gentleman Nachsitzen." James schnaubte kurz, da Vittles nichts am Punkte abziehen geändert hatte. „Sie müssen die Punkte einfach bei ihrem Quidditchspiel diesen Samstag zurückgewinnen, Mr. Potter. Außer sie sind nicht fähig dazu." Eine Herausforderung. Vittles weiß sicher, wie man Potters Stolz ausspielt.

„Das scheint dennoch nicht besonders fair zu sein.", sagte ich. Wieso sollte Sirius schließlich der einzige mit der Strafarbeit sein.

„Natürlich ist es fair.", sagten James und Vittles zusammen. Diese zwei verbringen wirklich zu viel Zeit miteinander. James muss aufhören Nachsitzen zu bekommen.

Sie sind sich wirklich sehr ähnlich, jetzt wo ich darüber nachdenke. Beide sind exzellent in Verteidigung gegen die Dunklen Künste, beide sind stark, beide haben einen ziemlich seltsamen Sinn für Humor, beide sind attraktiv (für Ladies ihres jeweiligen Alters, mich ausgenommen), beide sind athletisch, beide sind übertrieben stolz bis zu dem Punkt wo es ein Fehler ist ... das ist irgendwie gruselig. James ist netter, natürlich, und genießt es nicht Hausaufgaben zu geben (offensichtlich, da er sie sowieso nicht macht).

Ich sah sie an. Beide gestikulierten dem anderen zuerst zu reden.

Endlich zog James eine prächtige Geste/ehrbietende Verbeugung und Vittles fuhr fort, „Wenn der Gentleman nicht den Anstand hat der Lady einen Ort zu finden, wo sie nicht beim Küssen erwischt werden, dann verdient er eine Strafarbeit." James nickte nachdrücklich.

„Ohh.", sagte ich, als ob ich eine Offenbarung erlebt hätte auch wenn ich eher dachte, sie waren beide verrückt, „Ganz recht."

„Moment.", sagte ich, ein Gedanke kam mir, „Wie kommt es, dass ich dann Nachsitzen bekommen habe?" Das war eine gute Frage. Wenn Vittles dachte James und ich hätten uns geküsst, dann hätte James nicht den Anstand gehabt, mich irgendwo hinzubringen wo wir nicht erwischt würden.

„Eigentlich denke ich, Mr. Potter hat einen ziemlich klassischen Ort für euer Rendezvous gewählt. Diesen Raum habe ich noch nie zuvor gesehen. Zugegebenermaßen nicht so geräumig wie eine Besenkammer, aber wenn sie nicht so ein Pech gehabt hätten und praktisch fast auf mich gefallen sind, wären Sie nie erwischt worden."

„Warte, Sie haben die beiden auch beim Küssen erwischt?", fragte Sirius und gestikulierte auf James und mich.

„Nein!", kreischte ich und schnitt damit Vittles und James ab, die bestätigten.

Sirius und Ally sahen von mir zurück zu ihnen und dann sagte Sirius, „Nun, wir werden einfach gehen." Er begann Ally den Flur runter zu ziehen. Ally winkte mir kurz zu bevor sie sich umdrehte um Sirius zu folgen.

„Wartet, geht ihr beiden miteinander aus!", schrie James ihnen nach. Ich sah ihn überrascht an. Für jemanden, der normalerweise so klug ist, verhält er sich bemerkenswert blöd. Natürlich gehen sie aus. Sie haben in einer Besenkammer rumgemacht. Sie nehmen Französisch Stunden zusammen. Er hat ihr in Wahrsagen den Schnürsenkel gebunden.

Ich wechselte einen Blick mit Vittles, der sagte, „Was für ein Idiot.", dann steckte Sirius seinen Kopf zurück um die Ecke.

„Natürlich, du Tölpel." Sein Kopf verschwand wieder, dann steckte er ihn eine Sekunde später wieder zurück. „Oh und wenn ihr später jemanden seht, würde es euch etwas ausmachen, zu erwähnen, dass wir ausgehen? Es ist höchste Zeit, dass wir es ein wenig herumstreuen. Diese Blicke die Armstice Ally schickt, jucken mich ihn zu schlagen, aber das kann ich nicht wirklich, wenn er nicht weiß, dass wir ausgehen, oder?" Er verschwand wieder.

„Nun.", sagte Vittles. „Das ist eine unwahrscheinliche Partie, aber sie scheinen zueinander zu passen, oder?"

„Ich habe nie wirklich darüber nachgedacht.", sagte James. „Aber ich schätze schon."

„Ja, nun, lasst uns weitermachen. Ich würde gerade damit fertig werden." James und ich nickten beide.

Gott, das war eine wirklich seltsame Erfahrung: deine beste Freundin dabei erwischen, wie sie mit einem Kerl rummacht, von dem du immer gedacht hast, dass sie ihn nicht mochte, in der Gesellschaft des Mannes, mit dem rumzumachen du erwischt wurdest (und den du nicht wirklich magst) und des Professors, der euch beide beim rummachen erwischt hat (und der einem Gänsehaut macht).

Mein Leben ist viel zu kompliziert.

„Ich schätze, ich stimme Ihnen bei Dove zu, aber was ist mit für Männer?"

„Nun, natürlich das was ich benutze!", sagte James mit einem schnittigen Grinsen. „Irish Spring." Er riecht ziemlich gut. Genauer gesagt, mag ich es ziemlich wie er riecht.

Zu stolpern vortäuschend, nahm ich einen schnellen Atemzug. Mmm ... sehr nett. Ich würde es irgendwie mögen diese Irish Spring Seife öfter zu riechen. Meine Schritte verlangsamten sich ein wenig als ich mich in Gedanken verlor.

Es wäre reizend jeden Morgen mit dem Geruch aufzuwachen mit warmen, sicheren Armen um mich herum und einem schläfrigen, liebenden Lächeln mich begrüßend. Wir könnten in einem netten, kleinen Haus auf dem Land leben und nach London pendeln. Er könnte was immer er auch will sein, ein Quidditch Star oder ein Auror oder ein Straßenfeger, mir egal und ich könnte eine Heilerin sein. Das Haus würde einen Garten für mich haben müssen und eine nette Baum umgebene Fläche, wo James mit seinem Besen fliegen und mit seinen Kumpels Quidditch spielen könnte.

Es müsste natürlich auch genug Platz für die Kinder sein. Ich würde es vorziehen, dass jedes Kind sein eigenes Zimmer hat. Es ist schwer ein Zimmer zu teilen und obwohl es den Zusammenhalt fördert, ist es hauptsächlich ein Ärgernis. Eins für James und mich und je eins für die Kinder. Natürlich müssen wir eine Nanny anheuern oder vermutlich werde ich Halbzeit arbeiten bis sie nach Hogwarts kommen. Man kann nicht einfach Kinder verrückt über das Land laufen lassen. Nicht dass ich es nicht lieben würde, eine Vollzeit Mutter zu sein, aber ich würde mich so nutzlos fühlen, wenn ich meine Ausbildung nicht nützen würde und versuchen, Leuten zu helfen (was vermutlich einer der Gründe ist, wieso ich Heilerin werden will).

„MISS EVANS!" Ich schreckte überrascht auf, als Vittles meinen Namen bellte.

„Ich… uh… wollten sie etwas?" Ich kann es nicht glauben. Ich war total raus. Ich habe kein Wort von dem was er gesagt hat gehört und obendrein habe ich fantasiert Potter zu heiraten und in einem Haus mit weißem Gartenzaun zu leben. Es ist armselig genug, dass ich an Potter dachte (genauer gesagt ist es richtig ekelhaft), aber ein weißer Lattenzaun?

Großer Gott, Frau, reiß dich zusammen!

Potter. Ewww! Wie krank kann ich werden? Ich mag Potter nicht einmal. Genauer gesagt ist es fair zu sagen, dass ich ihn kaum toleriere.

Da ist jemand in meinem Kopf, der mir diese verrückten Gedanken und Fantasien einpflanzt. Ich weiß es!

Es ist eine riesige Regierungsverschwörung und sie benutzen mich als ein Versuchskaninchen um ihre neuen Verstandkontrollierenden Techniken zu testen. Was? Es könnte passieren… vielleicht… Ich bin sehr gut in Selbsttäuschung – habe ich das in letzter Zeit erwähnt?

„Wir hofften, wir könnten uns weiterbewegen, aber wenn sie lieber da stehen und in die Luft starren wären wir natürlich glücklich ihnen entgegenzukommen."

„Oh, sorry.", sagte ich, nahm meine Füße und eilte den Flur runter.

Der Rest des Nachsitzens war unbeachtlich. Wir haben keine weitere Seele gesehen.

„Sehr gut, wir sind fertig für heute Nacht, sie dürfen gehen.", sagte Vittles und winkte entlassend mit der Hand.

„Bis nächstes Mal, Professor.", sagte James und schmiss ihm einen Salut zu. Vittles verdrehte die Augen und verschwand den Flur entlang. James bot mir seinen Arm wie ein altmodischer Gentleman und ich nahm ihn mit einem Knicks.

Wir gingen in langsamem Schweigen zurück zum Gemeinschaftsraum. Es war keine unangenehme Stille; es fühlte sich einfach an, als wäre nichts mehr zu sagen da. Irgendwie endeten unsere Hände miteinander verflochten. Ich hätte schwören können, dass ich meine nicht bewegt hatte, aber die nächste Sache die ich wusste, war, dass ich praktisch an James' Seite klebte, meine Hand fest seine fassend.

Du denkst nicht, dass Klettverschluss die beiden verbindet; oder? Es könnte passieren. Es wäre eine sehr plausible Erklärung. Ich meine, wieso sonst würde ich meine Hand in seiner haben? Es würde total erklären wieso ich dachte, ich hörte ein leises Klettverschluss Geräusch als ich meine Hand endlich aus seiner zerrte.

Wo wir gerade von seltsamen Dingen sprechen: aus irgendeinem Grund fiel es mir schwer loszulassen nachdem wir den Absatz zu dem Mädchentreppenhaus erreicht hatten. Dieser Fakt unterstützt definitiv die Klettverschluss Theorie. Wer, der bei Sinnen ist, würde schließlich mit Potter Händchen halten wollen? Vorher hätte ich die Schuld meines Unwillens loszulassen der eigentlichen wohligen Kraft seiner Hände zugeschoben, aber vielleicht ist es wirklich der Klettverschluss!

„Ich kann es nicht glauben.", sagte James und brach damit die Stille die sich über uns ausgebreitet hatte. Ich sollte vermutlich hoch gehen, aber ich habe keine Lust. Ich schätze es ist weil ich nicht müde bin (nicht dass ich mehr Zeit mit James verbringen will).

„Jaah, ich weiß. Wer hätte das erraten?" Diese ganze Ally/Sirius Sache ist irgendwie hart zu verdauen. Ich meine, sie hat mir nicht einmal gesagt, dass sie ihn mag. Mir! Ihrer besten Freundin. Man würde denken, ich hätte etwas herausgefunden, sogar das winzigste Ahnung von etwas, bevor ich sie mit ihm in einer Besenkammer gefunden habe.

„Ich nicht."

„Im Ernst.", stimmte ich zu.

„Naja, zumindest wissen wir jetzt wieso sie sich so seltsam verhalten haben.", sagte James.

„Yeah, du hast Recht." Und he was. Er hatte einen guten Punkt. Jetzt würde mich Ally nicht mehr anlügen müssen um ihre Beziehung zu verbergen. Ich habe schon Jahre nicht mehr mit ihr gesprochen oder Tage, schätze ich. Seit diese ganze Magnet/unsichtbare Seile/Klettverschluss Sache begonnen hat, habe ich keine Zeit mehr für nichts. Es ist alles James' Schuld. Wenn er nicht so verflixt süß und verführerisch wäre und… völlig schrecklich, würde nichts davon passiert sein (außer der Ally/Sirius Sache, und nur Merlin weiß, wie das passiert ist).

„Zum allerersten Mal?", fragte James und wackelte mit den Augenbrauen.

„Ich bin sicher, du hast schon vorher mal recht gehabt…", sagte ich in einem gespielt nachdenklichen Ton, „… auch wenn mir nichts einfällt."

„Hey!", schrie James entrüstet.

„Du hast gefragt.", erinnerte ich ihn.

„Ja, habe ich.", sagte er lächelnd und unsere Augen trafen aufeinander.

Er zog mich schon wieder an, seine dummen haselnussbraunen Augen waren wie Whirlpools, die mich tiefer und tiefer hinein zogen. Seine Lippen berührten meine und bevor ich es wusste, waren seine Arme fest um meine Taille geschlungen. Er zog sich zurück um zu atmen und ich zog seine Lippen sofort zurück zu meinen. Er braucht sowieso nicht so viel Sauerstoff.

Dann traf es mich… Whirlpools, sicher, sie sind nett und hübsch und sie ziehen einen an, aber stirbt man dann nicht in einem wirbelnden Wasserstrudel!

Ich riss mich mit aller Kraft zurück. Diese verflixten Magneten machen es so schwer sich wegzuziehen! Wenn ich meine Analogie mit einem Whirlpool beibehalte, dann ist das wie von dem Strudel wegschwimmen zu wollen… und wenn wir ehrlich sein werden, beginne ich mich zu fragen ob ich weiß wie man schwimmt.

Ich bekämpfte das verzweifelte Verlangen ihn wieder zu küssen. Er sieht so verflixt süß aus mit seinem Haar total durcheinander und seiner Brust schnell hoch und runter bewegend in dem Versuch den fehlenden Sauerstoff wegen meinen übereifrigen Küssen wiederzubekommen… ARGH!

Wieso denke ich so? Ich muss hier weg. Jetzt!

Ich drehte mich und stürmte die Treppen hoch. Danke an die Gründer, dass sie Jungs nicht vertrauten! Das ist der einzige Ort in der Schule wo Potter mir nicht folgen kann.

Es ist schade, dass ich das über die Mädchentoiletten nicht mehr sagen kann.