8. Die Königinnen der Diebe
Gemütlich schlenderte sie hinunter in die Bibliothek, griff sich im vorübergehen ein Buch aus einem der Regale, rein taktisch natürlich denn sie wollte so unauffällig wie möglich sein, und machte sich auf den Weg in die hintere und schlechter besuchte Abteilung.
Natürlich war noch niemand zu sehen! Entnervt legte sie das Bündel, welches sie bei sich hatte, auf einem der Tische ab und ließ sich auf den erstbesten Stuhl fallen...
Eigentlich typisch für Lavender und Parvati. So liebenswert und einfältig die zwei auch sein mochten, so unpünktlich waren sie auch. Grummelnd drehte sie das Buch vor ihrer Nase auf die richtige Seite. Was hatte sie sich da eigentlich gekrallt?
Bezaubernde Tränke und andere Gebräue! Stöhnend schlug sie es zu und schob es von sich. DAS war natürlich auch typisch. Snape schien sie zu verfolgen! Auf Schritt und Tritt!
„Mione! Wir haben schon auf dich gewartet.", ertönte es hinter ihr und sie schreckte leicht zusammen. Parvati lächelte sie entschuldigend an. Hinter ihr standen sichtlich unschlüssig Lavender und Padma, die ihrer Schwester zum verwechseln ähnlich sah. Beide blickten sie mit großen, gespannten Augen an, so wie sie damals Harry im Eberkopf gemustert hatten...
„Auf mich gewartet?", fragte sie zynisch.
Parvati nickte grinsend. „Ja, wir haben uns dahinten verkrochen, um nicht aufzufallen.", entgegnete sie und deute mit dem Kopf auf eine abgelegene Regalreihe.
„Aha.", entgegnete der Lockenschopf trocken. Eine äußerst gute Taktik, sich in der hintersten Ecke der Bücherei zu verkriechen! Wäre doch auffällig sich an einen Tisch zu setzten und so zu tun, als wenn man Hausaufgaben oder ähnliches tun würde!
Parvati, Padma und Lavender sahen sie jetzt mehr als nur erwartungsvoll an.
Sie räusperte sich, bevor sie zu sprechen begann. „Ich denke, ihr wollt meinen Plan wissen, richtig?"
Lavender grinste zufrieden, während Padma und Parvati annähernd zeitgleich nickten. Hermione musste schmunzeln. Diese merkwürdige Eigenschaft hatte sie schon oft bei Fred und George Weasley gesehen. „Also, dann werde ich ihn euch erläutern!"
Wieder erfreutes und gespanntes Nicken.
„Snape ist heute nicht da, wie wir gestern von Harry erfahren haben. Das heißt, der Klassenraum ist weitgehend unbewacht, da selbst Filch nicht überall gleichzeitig sein kann und der Gemeinschaftsraum der Slytherins zu weit abgelegen ist, als dass sie sich im Normalfall dort aufhalten würden!", sie blickte die anderen Mädchen an, auf dessen Gesichtern es zu dämmern schien. Hermione grinste zufrieden. „Harry und Ron sind mit dem Training beschäftigt...", fuhr sie fort.
Lavender hustete leise. „Was haben die denn bitte damit zu tun?", harkte sie zaghaft nach.
Einen Moment blitzte sie der Lockenschopf empört an, bevor ihr bewusst wurde, dass die Braunhaarige den Grund natürlich nicht wissen konnte. „Nun ja, weil ich mir etwas von Harry leihen musste... Und zwar, ohne dass er es weiß! Und das ist nun mal leichter, wenn er beschäftigt ist.", murmelte sie leise und beäugte das Bündel mit gemischten Gefühlen.
Es war ihr wirklich nicht leicht gefallen ihren besten Freund einfach so zu hintergehen...
„Du hast ihn also bestohlen?", fragte Parvati mit hoch gezogener Augenbraue.
Hermione spürte, wie ihr das Blut in den Kopf schoss, denn die Dunkelhaarige Gryffindor hatte genau dass ausgesprochen, was sie zu verdrängen versuchte. „Ich habe es mir geliehen!"
„Wenn er keinen Schimmer davon hat, ist es stehlen!", gab Padma zurück.
„Ok, das nächste Mal sag ich ihm dann einfach, warum ich seine Sachen brauche!", zischte sie wütend. „Er ist schon beim letzten Mal stutzig geworden, als ich ihm nicht sagen wollte wofür ich die Karte brauche! Was sollte ich denn tun?", fügte sie hilflos hinzu.
„Nun ja, wenn du es nachher direkt zurück bringst, ist es ja kein wirklicher Diebstahl.", fiel Lavender besänftigend ein.
Der Lockenschopf seufzte leise. Sie fühlte sich dennoch kein bisschen besser...
„Ok, lassen wir das! Erzähl weiter!", sagte Parvati schließlich. Padma nickte zustimmend.
„Wir werden uns da drunter verstecken...", begann sie und zog den Tarnumhang aus dem Bündel. „...und während Lavender und ich.."Die Braunhaarige quiekte protestierend auf. „...in Snapes Labor alles zusammen suchen, werdet ihr draußen Schmiere stehen.Und zwar mit der Karte!", beendete sie den Satz und hielt den Zwillingen die Karte des Herumtreibers unter die Nase.
Lavender protestierte immer noch leise, während Parvati und ihr Ebenbild schwach nickten.
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Ihre Beine bebten, ihre Augen waren starr auf den Himmel gerichtet, wo Adam Tyler seine Runden zog und versuchte, sich gegen Ron, Amanda und Sarah zu behaupten. Und das schlimme war, er war wirklich gut!
„Ok Gin, du bist die Nächste!", sagte eine, ihr allzu vertraute, Stimme neben ihr und sie konnte förmlich spüren, dass er grinste, obwohl sie nicht wagte ihn anzusehen.
Sie wusste, sie war gut. Vielleicht sogar besser wie Tyler, der gerade schon das dritte Tor schoss, doch wenn dieser Junge sie SO ansah, würde sie gleich nicht einmal gerade auf dem Besen sitzen können, den sie gerade in ihrer nassen und zitternden Hand hielt. „Alles klar.", gab sie also zurück, ihren Blick weiter starr im Himmel...
Gott! Das hier war ihr Traum, sie wollte fliegen, nicht weil Harry Potter der Große in der Mannschaft war – auch wenn dass viele behaupteten- sondern weil sie das fliegen und Quidditch liebte! Und sie würde es sich nicht selber kaputt machen, indem sie vor lauter Aufregung, welche NUR durch seine bloße Anwesenheit bestand, kaputt machen!
Ein letztes Mal besann sie sich zur Ruhe, während Tyler vom Besen stieg und schüchtern lächelnd auf sie zukam.
„Hey, das war gut!", hörte sie Harry aus weiter Ferne sagen. „Ok, auf geht's, Gin!", fügte er hinzu und ihre Beine setzten sich automatisch in Bewegung.
Wie in Trance schritt sie auf die Mitte des Feldes zu, blickte noch einmal zurück zum Schwarzhaarigen, dem Traum ihrer vielen schlaflosen Nächte. Dann blickte sie in den Himmel, in den Traum ihrer zahllosen, ruhelosen Tage und schwang sich auf den Besen.
Direkt nachdem sie sich vom Boden abgestoßen hatte und der Wind durch ihr zurück gebundenes Haar peitschte war alles vergessen! Die Tatsache, dass Harry am Boden war und ihr zuschaute, dass sie bald mit einer Kopie von ihm schlafen würde, dass Hermione und die anderen gerade jetzt die Zutaten für den Trank dafür aus Snapes Labor stahlen und dafür auch noch unerlaubt Harrys Umhang und die Karte des Herumtreibers entwendet hatten...
Hier und jetzt zählten nur noch der Besen und der Quaffel!
Sarah blickte sie grinsend an, zwinkerte neckisch bevor sie Amanda den Ball zuwarf und diese eine große Runde flog. Der Rotschopf wirbelte herum, schoss auf den dunkelbraunen Lockenschopf zu, der den Quaffel gleich wieder an Sarah weitergab, die sich blitzschnell von ihr entfernte. Virginia beschleunigte ein weiteres Mal, drehte dann aber stark ab, als der Blondschopf den Ball zurück zu der anderen Jägerin warf. Natürlich hatte sie damit gerechnet und so war sie wenige Sekunden später im Ballbesitz.
Mit der anderen, freien Hand riss sie den Besen herum, lehnte sich vor um dem Wind noch weniger Widerstand zu geben und schoss, Ron nicht aus den Augen lassend, auf den rechten Ring zu. Ihr Bruder flog, wie ebenfalls erwartet auf den Ring zu um diesen zu schützen. Amanda und Sarah im Nacken, die natürlich versuchten ihr den Ball wieder abzunehmen, verlagerte sie ihr Gewicht etwa 10 Meter vor dem angesteuerten Ring etwas, so dass der Besen ruckartig nach links ausscherte und sie so freie Bahn auf das linke Tor hatte.
Erleichtert sah sie zu, wie der Quaffel, trotz Rons Versuche ihn abzufangen durch den Ring schoss und von Amanda dahinter wieder aufgefangen wurde. Sarah schoss erfreut grinsend an ihr vorbei...
Erneut hängte sich der Rotschopf an die blonde Jägern, um den Quaffel gleich bei der nächsten Gelegenheit wieder abzufangen und erneut zum Tor zurück zu fliegen. Doch dieses Mal war Amanda leider schneller und entwendete ihr denn Ball kurz vorm Ziel.
Der Rotschopf fluchte innerlich auf, ergriff jedoch sofort den nächsten Pass, um sich den Quaffel erneut zu holen. Und wieder landete dieser im Tor...
So wie die nächsten beiden auch...
Sie wusste nicht einmal, wie lange sie in der Luft gewesen war, als von unten Madam Hoochs Trillerpfeife ertönte. Erleichtert und enttäuscht zugleich lehnte sie sich vor und steuerte den Boden an.
Ihr Herz schlug heftig gegen ihre Brust, als sie zurück zum Rand des Spielfeldes ging. Doch dieses Mal nicht, weil er dort wartete. Wenigstens nicht nur...
„Hey, das war klasse! Ich bin sicher, du hast den Job!", raunte ihr Sarah breit grinsend zu, während sie zusammen mit Amanda an ihr vorbei zum Rand hetzte. Offenbar hatten es die Beiden eiliger als sie, die Ergebnisse zu erfahren.
Virginia hingegen hatte den Drang sich soviel Zeit wie möglich zu lassen. Doch der Weg war schneller zurück gelegt, als ihr lieb war und so gesellte sie sich wenige Minuten später neben die 7 anderen Bewerber und Bewerberinnen, die teilweise nervös, teilweise selbstsicher auf Ron, Harry und die anderen Teammitglieder starrten, die sich alle über die Notizen beugten, die Harry oder einer der anderen offenbar gemacht hatte und zu diskutieren schienen.
Endlose Minuten später räusperte der Schwarzhaarige sich schließlich und trat, zusammen mit Ron, auf die wartende Masse zu. „Ok, erst einmal wart ihr alle gut! Der eine war sehr gut, der andere weniger, aber gut wart ihr alle! Lasst euch also nicht unterkriegen, auch wenn ihr jetzt nicht der oder die Auserwählte seid!"
Ein ungeduldiges Stöhnen ging durch das wartende Grüppchen...
Harry lachte leise auf. „In Ordnung, wir machen es kurz! Die Entscheidung fiel uns eigentlich nur bei zwei Personen wirklich schwer..."
Virginias Magen verkrampfte sich auf die Größe eines Apels...
„..Adam Tyler und Virginia Weasley...", fuhr er fort und der Klang seiner Stimme, wie er ihren richtigen Namen aussprach, ließ ihren Magen auf Clementinen Größe schrumpfen...
„...beide legen erstaunlich viel Talent auf dem Besen und mit dem Quaffel an den Tag und spielen äußerst konzentriert und zielsicher..."
Eine Pflaume...
„... Adam, du bist sehr kräftig, deine Bälle sind sicher kaum zu halten..."
Weintraube... Sie blickte benommen zu Boden...
„... doch Ginny ist flinker, schneller, schier undurchschaubar und mit dem Besen vollkommen eins. Sie ist einfach der bessere Jäger! Du würdest eher in die Position des Treibers passen!", beendete der Goldjunge den Satz.
Ihr wurde schlagartig schlecht und erst als einer der anderen ihr aufmunternd auf die Schulter schlug und ihr ein „Er hat vollkommen Recht!", zuraunte wurde sie sich der letzten Worte, ihres Herzbuben bewusste.
Sie war im Team?!
Mit wackeligen Knien schritt sie auf die anderen zu, wo sie auch gleich von Ron empfangen wurde, der sie stürmisch umarmte.
„Ich wusste es! Mensch Gin, du bist echt unglaublich!", krächzte er begeistert und war nahe dran sie zu erdrücken. Sie glaubte, schon ihre Knochen knacken zu hören.
„Ron, lass sie los, ich brauch sie mal eben!", rief Harry ihnen kopfschüttelnd, aber grinsend, zu und beugte sich dann wieder über seine Unterlagen.
Mürrisch ließ ihr Bruder von ihr ab und so trat sie zögerlich auf die anderen und so auch auf den Captain, der einfach fantastisch in seiner Uniform aussah, zu. Er blickte kurz auf, schenkte ihr ein einfach unglaubliches Lächeln, was sie völlig aus der Fassung brachte, bevor er sie an sich zog und sie kräftig drückte. Sein „Herzlich Willkommen im Team!", drang nur halb zu ihr durch. Sie war zu sehr damit beschäftig seinen Geruch einzuordnen... Oder eher seinen Duft... Sicherlich irgendein After Shave...
Himmel... Und dann diese dichten, störrischen, schwarzen Harre, die nun ihr Gesicht kitzelten...
Ihre Knie wurden weich und als er sich wieder von ihr entfernte und nur noch ihre Hand hielt, hatte sie eine Sekunde die Befürchtung, sie würden einfach unter ihrer Last nachgeben. Doch Gott sei Dank gaben sie ihr diese Blöße nicht. Jetzt starrte sie ihn nur dämlich und hochrot an...
Wunderbar Virginia, Volltrottel, Wealsey!, schoss es ihr durch den Kopf und sie musste abermals gegen den Drang ankämpfen sich selber zu Ohrfeigen.
Als er sie gänzlich los ließ, brannte ihre Hand wie Feuer. Das Kribbeln war unerträglich und jagte wie kleine Stromstöße durch ihren Körper. Warum um Gottes Willen brachte er sie so aus der Fassung?
Es war doch nichts weiter gewesen, wie eine kleine, flüchtige Umarmung! Freundschaftlich! Mehr nicht!
Wenigstens in seinen Augen...
Sie senkte den Blick, starrte auf den Rasen. Warum ausgerechnet er? Warum nicht jemand, der sie wahrnahm, der ihre Gefühle erwiderte?
Als sie aufsah erhaschte sie seinen Blick. Es war nur ein kurzer Moment des Ertappens, doch seine Wangen verfärbten sich zaghaft, während er sich hastig abwandte. „Wir brauchen noch deine Maße, für die Uniform! Das klärst du aber am besten mit Madam Hooch ab, sie wird es dann an die Schneiderei weiter geben!", sagte er schließlich, den Blick immer noch auf einige Unterlagen gerichtet, die er auf dem Tisch hin und her schob.
Sie schluckte schwer...
Nein, dass war sicher nur Einbildung! Er hatte sie nicht angestarrt, er war nicht rot geworden und schon gar nicht Ihretwegen! Denn sie war nur die kleine Schwester seines besten Freundes, das Kind, welches er mit Zwölf im Nachthemd gesehen hatte und welches ihm im selben Jahr die wohl peinlichste Valentinskarte der gesamten Zauberwelt geschickt hatte...
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Krachend fiel die Tür hinter ihnen ins Schloss und Hermione wirbelte entsetzt und wütend zugleich herum. „Hey. Ich sagte leise zumachen.", knarrte sie vorwurfsvoll.
Lavender zuckte entschuldigend mit den Schultern. „Sorry."
Sie gab nichts zurück, lauschte einen Moment in die Stille hinein. Offenbar hatte niemand das Zuschlagen der Tür wahrgenommen oder sie hatten es ignoriert. Padma und Parvati würden sofort Bescheid geben, wenn jemand kam und diesen gegebenenfalls ablenken. Das war ihre Aufgabe und so wie Hermione die Zwillinge einschätzten, müssten sie dieser gewachsen sein.
Jedenfalls hoffte sie das!
„Ok.", hauchte sie schließlich kaum hörbar, legte den abgelegten Umhang über einen der Stühle und schlich hinüber zum Schrank mit den Utensilien. Wie oft hatte sie diesen Schrank schon gereinigt und sortiert? Unzählige Male! Und immer wieder hatte es sie in den Wahnsinn getrieben! ER hatte sie letztendlich immer wieder in den Wahnsinn getrieben! Schließlich hatte sie die beiden letzten Male absichtlich auf das Nachsitzen gepocht. Das grenzte mindestens an Wahnsinn!
Die braunhaarige Gryffindor blickte sie erwartungsvoll an, folgte ihr dann aber langsam. „Was brauchen wir?", hauchte sie matt, als sie den Schrank erreichten und der Lockenschopf ihn mit einem Zauberspruch öffnete.
Hermione griff in ihre Robentasche und reichte Lavender einen kleinen, sorgfältig gefalteten Zettel. „Da steht alles drauf."
Die junge Brown überflog kurz das Pergament, dann nickte sie. „Alles klar. Wo fangen wir an?"
„Mit den Drachenschuppen, die stehen direkt hier unten.", raunte sie zurück und reichte der anderen Gryffindor die Ampulle mit der eben genannten Substanze.
Lavender nahm diese vorsichtig an sich und füllte etwas davon in eine kleine Tüte ab, welche Parvatis Mutter aus einem Muggelladen - wie sie es nannte- gekauft hatte.
Der Lockenschopf machte sich daran, die nächste Zutat zu suchen. Gar nicht so einfach, bei der Immensen Menge an Magischen-Substanzen. Ein kleines Dèjà-vu überkam sie, als sie die nächste Ampulle aus dem Regal nahm und sie Lavender reichte, welche sich sofort an das ab- und umfüllen von dieser machte.
Damals war sie mit Harry und Ron hier gewesen! Doch dieses Mal war alles viel besser vorbereitet und sie hoffte inständig, dass Snape nicht die Menge seiner Substanzen ebenso gut auswendig konnte, wie die Anzahl der vorhandenen Ampullen.
Immer wieder fiel ihr Blick auf die verschlossene Tür, sie rechnete jeden Moment damit, dass Padma und Parvati klopfen oder herein stürmen würden, weil sie Filch auf dem Leim gegangen waren, doch es blieb still...
„Hey, schau mal.", hauchte die Braunhaarige hinter ihr und in ihrer Stimme klang eindeutig Begeisterung, als sie eine kleine Ampulle mit rosafarbener Substanze an sich nahm.
Hermione legte den Kopf etwas schief, um die Aufschrift lesen zu können. „Aphrodisiakum.", las sie schließlich. „Gott, lass es bloß nicht fallen, das ist sicher pur."
Lavender kicherte leise auf. „Dann fallen wir wie die Besessenen über einander her, was?"
„Ja, so in etwa.", gab der Lockenschopf grinsend zurück und beobachtete, wie die Braunhaarige die Ampulle zum Tisch mit den Tüten trug. Äußerst behutsam, wie man anmerken musste!
„Vielleicht können wir es gebrauchen?", fragte sie schließlich, als sie es abgestellt hatte.
Das Mitglied des Goldenentrios überlegte kurz. Es könnte ihnen vielleicht wirklich nützlich sein. Gerade bei ihrem Vorhaben! Nur sollte man vorher unbedingt eine erträgliche Menge und Dosierung herausfinden! Sonst könnte die ganze Aktion in einer Katastrophe enden, wenn sie dass nicht schon eh tat...
Sie nickte zustimmen und suchte die nächsten beiden Zutaten des Trankes heraus, die Lavender auch gleich abfüllte.
Etwa eine Viertel Stunde später waren sie fertig und Hermione stellte erleichtert die letzte Zutat zurück in den Schrank.
Heftig Klopfen, fast schon gegen die Tür schlagen, riss sie aus ihren Gedanken. Dann Schritte, äußerst gehetzte Schritte... Gefolgt von Stimmen Gewirr...
„Snape.", krächzte Lavender panisch und ihre Augen weiteten sich beängstigend, während jegliche Farbe aus ihrem Gesicht wich.
Hermione starrte einen kurzen Moment zur Tür, lauschte den Stimmen. Und ja, das war eindeutig Snape, der Padma und Parvati da draußen zusammen stauchte. Hastig löste sie sich aus ihrer Starre, stürmte so geräuschlos wie möglich zum Tisch, um sich sämtliche Tüten in alle zur Verfügung stehenden Taschen zu stopfen. Nach einer weiteren Schreckenssekunde tat es ihr die Braunhaarige gleich.
Die Stimmen wurden lauter, kamen deutlich näher. Ebenso die Schritte, doch es waren nun eindeutig nur noch die einer Person. Und sie konnte sich denken, von welcher.
Ohne zu zögern griff sie nach den letzten beiden Tüten. „Hol den Umhang.", zischte die der erstarrten Lavender zu, während sie sich die letzten beiden Zutaten in die Strümpfe stopfte. Im nächsten Augenblick, war auch schon das andere Mädchen bei ihr. Den Umhang unsicher geschultert, die Augen voller Angst...
Ja, Snape konnte einem wirklich Angst machen!
Grob packte sie Lavender an den Schultern, drängte sie in die nächst beste Tischreihe auf der linken Seite, der Seite der Slytherins, hockte sich mit ihr auf den Boden und warf den Umhang über sich und ihre panische Begleitung.
Keine Sekunde zu früh, denn noch bevor der Umhang sie gänzlich bedeckt hatte, flog die Tür geräuschvoll auf und eine vollkommen in schwarz gekleidete Gestallt stürmte mit wehendem Umhang in den Raum.
Zielsicher blieb er am Kopf des Klassenraumes stehen, drehte sich blitzschnell herum und schien jeden Winkel mit seinen pechschwarzen Augen zu durchleuchten.
Die beiden Mädchen hielten augenblicklich die Luft an und Hermione hoffte, dass seine Augen nicht so magisch waren, wie sie aussahen!
Eine weitere, unvorhersehbare Bewegung ließ sie erneut erzittern und Lavender leise wimmern. Hastig hielt sie der anderen den Mund zu, während Snape nun sichtlich Lunte riechend vor dem geöffneten Schrank stand.
Ihre Augen weiteten sich voller Entsetzen! Sie hatte den Schrank nicht wieder geschlossen. Stumm fluchend schloss sie die Augen und sandte Stoßgebete gen Himmel. Snape würde sie töten! Hier und jetzt!
Sicherlich würde sie liebend gerne durch diesen Mann sterben! Aber, nicht so!
Ein heftiges Schnauben erfüllte den Raum, dann das zuschlagen der Türen. „Potter.", knurrte der Meister der Zaubertränke zornig, wirbelte augenblicklich wieder herum und stürmte aus dem Klassenraum.
Eine Sekunde kauerte sie da, ihr ganzer Körper zitterte, ihre Atmung setzte heftig wieder ein. Sie hatte gar nicht gewusst, dass sie so lange ohne Sauerstoff auskam, wenn es nötig war!
Dann richtete sie sich schlagartig auf, umfasste das Handgelenk der anderen und zog sie so schnell es ihnen möglich war aus dem Raum...
Ja, leider muss ich sagen, dass mich der Job momentan total in Beschlag nimmt. Mehr als ich vermutet und befürchtet hatte, was dazu führt, dass ich wenn überhaupt nur noch am Wochenende zum schreiben komme! Sorry, aber die Updates werden dann wohl des Öfteren auf sich warten lassen, so leid es mir auch tut... :(
Das ist für´s Erste dann mal das neueste Chapter von MV. Die von DT und Seelenwanderer sind noch in arbeit. Wann ich damit fertig werde, kann ich leider noch nicht sagen... Wieder sorry... seufz
Dank geht wie immer an all´meine treuen Leserlies und natürlich ganz besonders an die, die mir eine kleine, aufmunternde Rev hinterlassen haben! knuff
Das wären Teufelsweib, blub, black-eyed-april (Das ist eine gute Frage. Mal sehen, ob ich dazu noch eine wirklich passende Antwort finde! ;)), Maxine (Das freut und erleichtert mich, meine Süße... gg knuddel), Mrsgaladriel (Naja, irgendwie ist er ja auch in JKR´s Büchern in etwa so. Man bedenke nurmal Buch 5! Da gab es so viele Stellen, wo ich mich über diesen Burschen scheckig gelacht habe! löl), Bele, Maxell, die-na (Wie schon gesagt, die Action kommt noch, wenn auch vielleicht nicht so, wie ihr es momentan erwartet! In dieser Story gibt es mehrere Handlungsstränge, wie man vielleicht schon erkannt hat! Und Snape/Mione sind nur einer davon!)... knuff
Ich liebe euch!!! schmatz
