Das Kapitel wird ein wenig kürzer geraten. Ich hatte in dieser Woche etwas viel um die Ohren.
Trotzdem viel Spaß dabei.
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Das Felsenlabyrinth
Als Sesshomaru das helle Licht sah, war es schon zu spät um zu reagieren.
Es umschloss ihn und verhinderte jede weitere Bewegung. Verschwommen konnte Sesshomaru Ayaka's Gestalt erkennen. Sie befand sich in derselben Situation, wie er.
Im nächsten Moment fühlte er gewaltige Kräfte wirken, die ihn zu zerreißen drohten. Dann schluckte die Dunkelheit ihn.
Von einem auf den anderen Augenblick war Sesshomaru wieder bei Bewusstsein und auf den Beinen. Eine magische Falle, durchzuckte es ihn. Es war ihm ein Rätsel, dass er sie nicht früher bemerkt hatte. Da hatte ein Dämon wohl eine Art Bannkreis erschaffen, der diese Falle solange verbarg, bis es zu spät war.
Mit allen Sinnen sicherte er seine Umgebung. Er war allein. Schroffe Felswände umgaben ihn. Über sich, auf der Hälfte der Höhe der Wände,
bemerkte er eine Barriere. Er zog Tokijin. Um seine Füße bildete sich eine weiße Wolke. Langsam schwebte er in die Höhe, bis er sich unmittelbar unter dem Bannkreis befand.
Er schlug zu. Die Wirbel von Tokijin's Klinge rasten auf die Barriere zu.
Funken spürten auf, dass war aber auch alles. Die Barriere hielt. Auf diesem Weg kam er hier nicht heraus. Nicht gut, aber auch nicht zu ändern. Er musste nur nach einem anderen Ausweg suchen.
Das war das eine Problem, das andere war sein Schützling. Sie war verschwunden. Sie befand sich auch nicht in seiner Nähe, ansonsten hätte er sie wittern oder auch spüren können. Beides war nicht der Fall. Sie musste aber hier irgendwo sein. Deutlich hatte er gesehen, dass sie ebenso wie er von der Magie erfasst worden war.
Also machte er sich auf den Weg um sie zu suchen.
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Ayaka war allein. Das nahmen ihre Sinne sofort wahr, als sie wieder erwachte. Nirgends konnte sie die Aura ihres Begleiters wahrnehmen. Sie ließ ihren Blick schweifen. Felsen umgaben sie. In der Hälfte der schroffen Felswände nahm sie eine starke Barriere wahr. Auf diesem Weg kam sie also nicht heraus. Der Felsspalt, in dem sie sich befand, führte nach rechts sowie nach links weiter. Sehr weit konnte sie den Weg nicht erkennen, da der Weg sich in vielen Windungen durch den Berg zog. Sie musste hier heraus. Selbst die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Sie wählte die rechte Seite und ging los.
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Seit etlichen Stunden war Ayaka schon unterwegs.
Endlose Gänge zogen sich durch die Felsen. Endeten manchmal in Sackgassen, oder verzweigten sich in zahlreiche Richtungen.
Sie spürte die Veränderung vor sich. In einiger Entfernung wurde sie erwartet. Es waren drei unterschiedliche Youki, die sie wahrnahm. Sie fühlte eine innere Befriedigung. Diese Wanderung durch die endlosen Felsgänge strapazierte ihre Geduld. Außerdem hatte sie Fragen. Längst war es ihr klar geworden, dass es jemand auf sie abgesehen hatte. Sie war sich allerdings nicht bewusst, sich so einen Feind geschaffen zu haben. Das machte die ganze Sache auch so schwierig. Wie sollte man gegen jemanden kämpfen, den man nicht kannte und der immer andere vorschickte?
Hinter der nächsten Wegbiegung warteten sie. Sie ließ den Blick über sie gleiten. Es waren welche von derselben Sorte, wie sie schon einmal angegriffen hatten. Schade. Sie hatte mit einer größeren Herausforderung gerechnet. Ayaka zog das Schwert aus der Scheide.
"Also, die Herren. Lasst uns das Spiel beginnen."
Der erste stürzte sich auf sie. Mit einem Hieb schlug sie sein Schwert aus der Bahn und war an ihm vorbei. Mit einem Sprung stand sie vor dem Zweiten,
der nicht damit gerechnet hatte, so schnell vor seiner Gegnerin zu stehen. "Hallo!", sagte sie leise und rammte ihr Schwert vor. Der Dämon war zu langsam. Die silberne Klinge fuhr in seinen Körper. Stöhnend brach er zusammen. Ayaka zog die Klinge heraus und sprang über seinen leblosen Körper.
Der Dritte hatte daraus Lehre gezogen. Er parierte ihre Schläge. In ihrem Rücken vernahm sie Geräusche. Geschickt verlagerte sie den Kampf, so dass sie die Felswand im Rücken spürte. Somit war sie von Angriffen von hinten sicher.
Die Angreifer hatten sich sicher in der Überzahl gewähnt. Der schnelle Verlust von einen von ihnen, stachelte nur ihre Wut an. Heftig drangen sie auf Ayaka ein.
Sie parierte die Schläge. Mit einem Sprung kam sie an einen der beiden heran, und verließ die Deckung der Felswand. Seine Verteidigung wies für einen kurzen Moment eine Lücke auf. Sie stieß zu.
Im letzten Augenblick gelang es dem Dämon ihrem Stoß auszuweichen. Hinter ihr kam der zweite heran. Er schlug zu. Ayaka sank in die Knie und die Klinge zischte knapp über ihren Kopf hinweg.
Im selben Moment stand sie schon wieder und hieb zu. Die Klinge fand ihr Ziel. Dabei erwischte sie noch den Felsen. Ein schrilles Kreischen klang auf, als die Klinge eine tiefe Furche in den harten Stein schnitt.
Nur noch ein Gegner.
Sie wirbelte herum und drang auf ihn ein. Die Schläge prasselten nur so auf ihn nieder. Doch er hielt sich nicht schlecht. Es gelang ihm sie hinzuhalten.
Es war nur ein leises Schleifen, das sie warnte. Blitzschnell sprang sie nach links und wandte sich noch im Sprung um. Der eine war anscheinend nicht tot, sondern nur verletzt gewesen. Er war wieder aufgestanden und versuchte ihr von hinten das Schwert in den Rücken zu rammen. Mit einem kurzen Hieb beendete sie seinen Versuch.
Der letzte der drei, griff sie nun von hinten an. Sie spürte die Bewegung und drehte sich um. Die Krallen des Dämons fuhren über ihren rechten Arm und rissen ihre Haut und Fleisch bis auf die Knochen auf. Das Schwert entglitt ihren Fingern.
Schmerz schoss in ihr hoch auf und raubte ihre letzte Beherrschung. Ihr Youki brach aus. Ihre Haare wurden hoch gewirbelt, als ein heftiger Wind durch den Felsengang wehte. Ihre Augen verloren die grün-gelbe Färbung und waren nun blutrot. An ihren Wangen erschien rechts und links je ein heller silberfarbener Streifen. Aus ihrer Kehle kam ein drohendes Knurren, das den angreifenden Dämon je abstoppen ließ.
Bei allen Göttern, was ist das für ein Wesen?, dachte er sich und im gleichen Moment wusste er, das er einen Fehler gemacht hatte. Er hatte gezögert, das wurde ihm nun zum Verhängnis.
Ihre Bewegungen waren schnell. Als er die Klaue mit den scharfen Nägeln, die um das doppelte ihrer Größe angewachsen waren, auf sich zurasen sah, war es schon zu spät. Tief bohrten sich die Nägel, wie zahlreiche Messer in seine Brust.
Er konnte sich nicht mehr halten und sank zu Boden. Eine zweite Klaue raste heran und mit einer riesigen Kraft wurde er in die Höhe geschleudert. Er was schon nicht mehr am Leben, als er auf dem Boden aufkam.
Schwer atmend stand Ayaka leicht vorgebeugt da. Es war wieder passiert. Seit ihrer Kindheit hatte man ihr beigebracht, sich zu beherrschen. Ihr Temperament war für eine Youkai recht beträchtlich. Weibliche Youkai's waren nicht ganz so gefühlskalt, wie ihre männlichen Vertreter, aber sie zeigten normalerweise, eben sowenig ihre Gefühle öffentlich.
Es galt als Schwäche.
Ayaka drängte ihre Verwandlung zurück. Ihr Herzschlag beruhigte sich. Die Verlockung diesem mächtigen Gefühl nachzugeben war sehr groß. Diese Gegner hatte sie erledigt, es waren aber sicher nicht die letzen, die sie hier getroffen hatte. Mit Schrecken bemerkte sie erst jetzt, das sie schon wieder getötet hatte.
Nie hatte sie damit gerechnet, dass diese Reise so verlaufen würde.
Sie musste ihr Leben verteidigen und das würde sie weiterhin so gut wie möglich tun. Wenn es bedeutete, dass sie ihre Gegner töten musste, dann würde sie das auch tun. Selbst, wenn sie sonst gegen das Töten war.
Mit einem leichten Bedauern, sah sie auf die Körper. Sie hätte sich zumindest bei dem letzten zurückhalten müssen. Jetzt blieben ihre Fragen unbeantwortet.
Sie hob ihr Schwert mit der linken Hand auf und steckte die Klinge mühsam wieder zurück in die Schwertscheide, dann setzte sie ihre Wanderung fort.
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Sesshomaru roch Blut. Das Blut von Dämonen. Als er um die nächste Felsnase bog, sah er vor sich mehrere Körper liegen. Es handelte sich um dieselbe Art von Dämonen, die sie schon von einigen Tagen angegriffen hatten.
Mit dem Fuß stieß er einer der Leichen an. Er war durch Schwerthiebe gestorben, ebenso, wie der andere. Bei dem dritten war es allerdings anders. Er wies eindeutig Verletzungen auf, die von langen Klauen herrührten. An der Felswand bemerkte er die Spuren von Schwertklingen.
Nachdenklich fuhr Sesshomaru mit den Fingern über die tiefen Narben im Gestein. Deutlich spürte er die Spuren von starken Youki. Er kannte es, aber nicht in dieser gewaltigen Form. Es waren die Spuren von Ayaka. Hatte sie etwa in der ganzen Zeit ihre wirkliche Stärke verborgen?
Wenn es so war, dann war sie in ihren Kräften ihm fast ebenbürtig.
Seine Begleitung war ihm ein Rätsel.
Ein Blutfleck auf dem felsigen Boden, erregte seine Aufmerksamkeit. Es roch nach Ayaka. Also war sie aus diesem Kampf nicht ohne Verwundung herausgekommen. Allerdings sollten bei ihrem Youki die Wunden schnell verheilen.
Sobald er sie fand, würde er ihr ein paar Fragen stellen.
Und das er sie lebend fand, stand für ihn außer Frage. Es gab es kein wenn, oder falls.
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Ende Kapitel 4
Der unbekannte Gegner hat es geschafft die zwei Reisenden zu trennen. Sie sitzen in einem Labyrinth fest.
Allerdings ist Ayaka doch nicht so hilflos, wie es sich die Gegner wünschen.
Nächste Woche geht es schon weiter. Dieses Labyrinth ist nicht unbewohnt. Ayaka trifft auf den "Heiler".
Liebe Grüße; chaska
