So da bin ich wieder und mit im Gepäck das nächste Kapitel. Viel Spaß beim Lesen.

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In den Höhlen

Mit einem Schrei raste der Dämon mit gezogenen Schwert auf ihn zu. Schon wieder ein Selbstmörder. In der letzten Zeit häufen die sich, stellte Sesshomaru trocken fest.
Mit einer beiläufigen Bewegung drehte er sich zur Seite und entging dem Schwertstoß. Der Dämon wurde durch seinen Schwung an ihm vorbei getrieben.
In der Drehung glühte es um Sesshomarus rechte Hand auf. Die Peitsche schnellte hervor und erwischte den Angreifer im Rücken. Schreiend ließ dieser das Schwert fallen und fand sich nach dem nächsten Wimpernschlag mit dem Rücken an die Felswand geworfen. Bevor er zusammensacken konnte, fasste ihn eine Hand am Kragen und riss ihn wieder hoch.

"Rede!", klang es ihm kalt entgegen. Der Dämon musste schlucken. Kein Auftrag war es wert zu sterben. Nur zu genau wusste er, was sein Gegenüber wissen wollte.
"Wir haben die Aufgabe, die Frau zu töten. Wir sollen unter allen Umständen verhindern, dass sie am kaiserlichen Palast ankommt", stammelte er.
"Wer ist der Auftraggeber?", der Griff verstärkte sich.
Erschrocken keuchte der Gefangne auf. "Ich weiß es nicht. Nur unser Anführer kennt ihn. Er hat als einziger ihn je gesehen."

Der Griff löste sich und er konnte wieder frei stehen. Nachdenklich sah Sesshomaru vor sich hin. Sein Verdacht hatte sich also bestätigt. Diese ganzen merkwürdigen Zufälle waren keine. Jemand hatte es auf seinen Schützling abgesehen. Er musste sie sobald wie möglich finden. Wer wusste schon, was hier noch so in diesem Labyrinth lauerte.

In der Zwischenzeit hatte der Dämon die Überlegungen seines Gegenübers genutzt. Die Aufmerksamkeit galt offensichtlich in diesen Momenten nicht ihm.
Er wollte nur weg von hier. Leise schlich er vorwärts.

Sesshomaru bemerkte den Versuch. Spöttisch zog er eine Augenbraue in die Höhe.
"Warte, ich habe dich nicht vergessen." Der Dämon zuckte zusammen und drehte sich um. Das Leuchten der Dokkaso war das Letzte, was er sah.

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Ein grüner Talkessel mit einer Hütte befand sich vor ihm.
Sesshomaru hatte keine Augen für dieses hübsche Stück Erde. Seine Sinne nahmen sie wahr. Ayaka war hier gewesen. Und das vor gar nicht allzu langer Zeit.
Endlich hatte er eine Spur gefunden. Jetzt würde es nicht mehr lange dauern und er würde sie eingeholt haben.
Bei der kleinen Hütte erkannte er plötzlich eine Bewegung.

Ein alter Mann trat gerade vor die Hütte. Kleine listige Augen in einem verrunzelten Gesicht musterten ihn.
Es war ein Mensch, wie Sesshomaru mit Verachtung feststellte. Bevor er sich herablassen konnte, dieses schwächliche Wesen anzusprechen, sprach es ihn an.
"Ah. Weiße lange Haare, ein Gesicht mit zwei Youkaimarkierungen und einem blauen Halbmond auf der Stirn. Du bist Sesshomaru."

Blitzschnell war Sesshomaru bei dem Mensch. Seine Hand schoss vor und umgriff die faltige Kehle. "Oh und genauso unbeherrscht, wie sie gesagt hat", kicherte der Alte, ohne großartig von dem Angriff beeindruckt zu sein."Lass mich los, großer Hundeyoukai. Tot nutze ich dir nichts"
"Wo ist sie?", fragte Sesshomaru.
"Du fragst mich gar nicht, woher ich dich kenne"
"Das ist wohl offensichtlich. Ich wiederhole mich ungern. Wo ist sie"
"Sie ist in das Innere der Berge gegangen. Dort befinden sich die Feuerdämonen. Sie will ihnen einen Besuch abstatten. An deiner Stelle würde ich hinter ihr hergehen. Diese Dämonen sind nicht zu verachten"
"Wo ist der Ausgang aus diesem Labyrinth?"
"Vielleicht findest du ihn in den Inneren der Berge. Dort bin ich nie hingegangen."

Sesshomaru entließ den Mensch aus seinem Griff. Angewidert schüttelte er die Hand, als ob er sich damit von der Berührung des menschlichen Körpers befreien konnte.
Ohne ein weiteres Wort, drehte er sich um und ging.

Katsou rieb sich die Kehle. Bei allen Göttern. Dieser Kerl war wirklich eiskalt und völlig von sich überzeugt.
Was für ein Gegensatz war diese Ayaka gewesen. Bei ihr konnte man fast vergessen, dass sie ein Youkai war.

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>Geh den Felsgang entlang. Nimm die zweite Abzweigung auf der rechten Seite. Bald wirst du auf der linken Felswand auf der Hälfte der Höhe einen Höhleneingang erkennen... Die Anweisungen waren zutreffend gewesen. Ayaka hob den Kopf und starrte in die dunkle Öffnung, die sich oberhalb von ihr in der Felswand befand.

Sie federte leicht in den Knien ein und sprang dann in die Höhe. Sicher landete sie im Höhleneingang. Ein solcher Sprung war keine große Schwierigkeit.

Ayaka lauschte in die Dunkelheit. Hören konnte sie nichts, aber ihre anderen Sinne verrieten ihr, dass es Lebewesen in dem Berg gab. Sie ging vorwärts in die Dunkelheit.
Der Gang war nicht völlig finster. Es sickerte ein diffuses Licht aus den Felswänden. Für ihre Augen reichte es aus, um ein scharfes Bild zu ergeben.
Stunde um Stunde ging sie vorwärts. Der Gang senkte sich allmählich in die Tiefe.
Die Wärme nahm zu und sie konnte den Geruch von heißem, flüssigem Gestein wahrnehmen.

Mit einem Mal blieb Ayaka stehen.
Ihre Hand legte sich um den Schwertgriff. Sie war nicht mehr allein. Vor ihr, klar für sie im diffusen Licht zu erkennen, standen zwei Wesen. Sie spürte zusätzlich ihre Aura. Sie waren eindeutig Dämonen. Ihre Körper waren dicht mit schwarzen Haaren bedeckt. Ihre großen Augen leuchteten im hellen Orange, wie geschmolzenes Gestein. Waren das die Wesen, die der alte Einsiedler gemeint hatte? Leise Laute drangen an Ayaka's Ohren. Sie sprachen miteinander und sie sprachen über sie. "Ein Wesen aus der Oberwelt."
"Was ist sie?"
"Sie sieht merkwürdig aus!"
"Sie hat keinen Pelz. Wie will sie sich vor dem brennenden Stein schützen?"...

Ayaka hob grüßend Hand. "Mein Name ist Ayaka." Das Gewisper verstummte sofort. Große Augen musterten sie. "Du kommst von der Oberwelt. Was willst du hier unten?"
"Ich suche den Ausgang aus diesem Labyrinth. Könnt ihr mir helfen?", fragte Ayaka.

Aufgeregtes Wispern. "Folge uns, wir bringen dich zu unserem Anführer. Er kann dir vielleicht helfen." Ayaka überlegte kurz. Sich weiter in das Berginnere zu wagen war riskant. Doch was blieb ihr denn übrig?

Sie suchte den Ausgang und das Heilmittel, was diese Dämonen Katsou gestohlen hatten. Wenn es einer hatte, dann doch sicher der Anführer dieser Bergdämonen.
Sie war eine Wolf-Youkai. Im Notfall konnte sie ganz schön gefährlich werden. Das hatte sie leider mehrmals in der letzten Zeit beweisen müssen.
Also folgte sie den Zwei, als sie sich abwandten und tiefer in den Berg gingen.

Der Gang weitete sich allmählich. Die Hitze stieg weiter an. Qualm trieb träge durch die Luft, die dadurch zum Schneiden dick war. Sie betraten eine Höhle. Die Decke verlor sich in der Dunkelheit. Felsen hingen teilweise, wie drohende Schwerter über ihren Köpfen. Links war eine tiefe Spalte, über der der rötliche Schimmer glühender Lava schwebte. Ayaka warf einen Blick in die Tiefe. Ein Lavastrom, floss träge dahin. Ab und zu zerplatzen Blasen, und glühendes Gestein wurde in die Höhe geschleudert.

Rechts waren Felsen aus der Wand gebrochen und türmten sich dort als ungeordneter Haufen auf. Auf diesem entdeckte sie noch mehr von diesen Dämonen. Insgesamt waren es jetzt vielleicht acht Stück. Forschend ließ sie ihre Blicke über sie gleiten. Fast häte sie es übersehen, doch dann stockte ihr der Atem. An dem einen hatte sie eine Kette, die ihm um den Hals hing, bemerkt. An dieser Kette befand sich ein Anhänger in Form einer kleinen Tonflasche. Wenn sie es richtig erkennen konnte, dann befand sich auf der Wandung das Symbol einer Pflanze. Sollte sie tatsächlich so schnell das Gesuchte gefunden haben? Wenn es so war, dann umso besser. Jetzt musste sie nur das Ding bekommen.

Ihre beiden Begleiter führten sie vor den Steinhaufen. Ayaka verbeugte sich leicht und musterte den Kerl, der die Kette trug. "Mein Name ist Ayaka", stellte sie sich vor.
"Du bist ein Wesen von der Oberwelt. Was suchst du hier unten?", wurde sie gefragt.

"DA IST SIE!", der Schrei hallte unheimlich in der Höhle.

Ayaka wirbelte herum. Das konnte doch nicht wahr sein. Aus dem Gang durch den sie gerade gekommen war, drangen drei von diesen Kriegern ein, die sie schon draußen in dem Felsenlabyrinth getroffen hatte.

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Ende Kapitel 6

Ayaka hat die Feuerdämonen gefunden und gleichzeitig tauchen wieder die Schattenkrieger zum ungünstigsten Zeitpunkt auf.
Sie darf jetzt keinen Fehler machen, sonst verliert sie nicht nur das Heilmittel, was sie gesucht hat, sondern auch noch ihr Leben.

Wo bleibt eigentlich unser zweiter Reisender? Gerade jetzt könnte Ayaka einen "Retter in der Not" gut gebrauchen.

In einer Woche geht es schon weiter. Liebe Grüße

chaska