Mit diesem Kapitel läute ich das Ende dieser Geschichte ein. Ich hoffe, es findet Eure Zustimmung. Hier löst sich auch endlich das Geheimnis um Kee-Lin.
Wer sie in Wirklichkeit ist und warum sie das alles getan hat.

Aber nun genug der Vorrede Es geht los...

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kampf um das Leben

Im schnellen Lauf folgte der Trupp aus dem Palast den Kampfgeräuschen. Durch die Lücken der Baumkronen konnten sie ab und zu den Umriss einer riesigen schwarzen Gestalt ausmachen. Je näher sie kamen, umso mehr roch es nach Schwefel und Verbranntem. Eine gewaltige Hitze schlug ihnen entgegen und im nächsten Moment fauchte eine gewaltige Feuerlohe heran. Im letzten Moment wichen Sesshomaru und seine Begleiter der heißen Welle aus. Bäume gingen in Flammen auf, andere, im Zentrum der Flammen, zerfielen gleich zu Staub. Lösten sich praktisch in Asche auf.

Es waren nur noch wenige Meter, dann erreichten sie die gesuchte Stelle. Sie war auch nicht zu übersehen. Eine Lichtung hatte sich im dichten Wald gebildet. Verbrannte Erde bedeckte sie. Die verkohlten Stümpfe ehemals mächtiger Bäume, standen wie krumme Grabsteine herum.

Inmitten dieser verbrannten Wüste standen zwei Giganten und bekämpften sich. Ein riesiger, schwarzer Dämon mit langen Krallen hieb gerade gegen eine silberfarbene Wölfin, die im letzten Moment einem Schlag ausweichen konnte. Sie nutzte die Gunst der Stunde und schlug mit der rechten Pranke zu. Die Wolfkrallen rissen eine tiefe Wunde in den Arm des Dämons. Doch nach wenigen Sekunden begann sich die tiefe Verletzung wieder zu schlieъen.

"Bei allen Göttern, was ist das?", fassungslos sah der Kaiser auf die riesige schwarze Gestalt. Sesshomaru konnte es selbst kaum glauben. Er kannte diese Wesen nur aus Erzählungen und Legenden. "Ein Gorran. Ein Höllendämon!" "Wie besiegt man ein solches Wesen?", schrie der Kaiser gegen Kampflärm an.
"Gar nicht. Es ist durch eine Beschwörung erschienen. Es wird nur verschwinden, wenn es seinen Auftrag erfüllt hat, oder... wenn der, der es gerufen hat stirbt."

"AYAKA!" schrie Sesshomaru um der Wölfin zu zeigen, dass sie nicht mehr allein war. Die silberfarbene Wölfin wandte den Kopf. Im nächsten Moment leuchtete es kurz um ihren Körper auf und sie verwandelte sich in menschliche Gestalt zurück. So entging sie gleichzeitig dem mörderischen Schlag, der nach ihrem Kopf gezielt hatte.

Das Ziel war plötzlich viel kleiner, als der Höllendämon gedacht hatte. Enttäuscht brüllte er auf. Ayaka rannte auf die Gruppe zu.

Mit Schrecken sah Sesshomaru, dass Ayaka keine Waffe trug. Sein Blick fiel auf seine Hand. Noch immer hielt er ihr Schwert in der Hand, das er dem Kaiser abgenommen hatte. Weit holte er mit dem Arm aus und schleuderte es in ihre Richtung.

Ayaka sah den silbernen Blitz in ihre Richtung fliegen. Mit einem dumpfen Geräusch grub sich das Schwert mit der Spitze nicht weit vor ihr in den Boden.
Nur noch wenige Schritte und sie hatte es erreicht.

"PASST AUF!", die Warnung des Kaisers erreichte sie. Aus vollem Lauf ließ sie sich zu Boden fallen. Kaum spürte sie die Erde unter sich, rollte sie sich mehrfach zur Seite. Knapp über ihr zischte die schwarze Pranke des Gorran hinweg.

Sie sprang wieder auf die Beine, rannte vorwärts und ergriff das Schwert im Vorbeilaufen. Keuchend kam sie bei der Gruppe um den Kaiser an.
"Was ist passiert", fragte Sesshomaru schnell. "Ein Rufer! Sie kommt aus dem Palast. Sie ist Schuld an allen Schwierigkeiten, die auf der Reise passiert sind. Sie hat auch den Kaiser versucht zu töten. Keine Ahnung, wie sie es geschafft hat, es aussehen zu lassen, dass ich es war. Vielleicht kann sie ihre Gestalt verändern", stieß Ayaka hektisch und atemlos hervor.

Ihre Augen suchten verzweifelt Sesshomaru's Blick. "Flieht! Es gibt keine andere Möglichkeit, als den Tod des Opfers um diesen Dämon aufzuhalten. Ich will nicht, dass irgendjemanden etwas passiert." "Keiner nimmt mir meine Braut!", rief der Kaiser empört über diese Schilderung der Tatsachen. "Wachen greift an!" Einer der Wachen befolgte prompt den Befehl. "Nicht!", schrie Ayaka angstvoll auf, sie ahnte, das der Arme keine Chance gegen so einen Dämon hatte.

Doch es war zu spät. Der Schlag des Hölendämons fegte die Wache einfach beiseite. Leblos prallte sie mehrere Meter entfernt auf den Boden.

"Es gibt noch eine andere Möglichkeit. Haltet aus! Ich werde den Rufer suchen", rief Sesshomaru und lief los. Ayaka war bereit sich zu opfern, damit der Fluch erlosch, doch das würde er nicht zulassen.
Er hatte die Hoffnung, das Ayaka solange den Kampf überlebte, bis er den Rufer gestellt und vernichtet hatte.
Es gab keine andere Möglichkeit diesen Höllendämon zu vernichten.

Witternd hob Sesshomaru den Kopf. Seine Nasenflügel bebten, als er versuchte zwischen dem aufwallenden Staub und Qualm die Witterung aufzunehmen. Da... da war er wieder.
Der Geruch, den Sesshomaru schon im Palast wahrgenommen hatte. Er folgte der Spur, die sich immer weiter vom Kampfplatz entfernte. Sie wurde intensiver und er wusste, dass er ihn gleich eingeholt haben würde.
Die Kampfgeräusche aus dem Hintergrund trieben ihn vorwärts.

Wie lange konnte Ayaka noch aushalten?

In diesem Moment sah er die Gestalt zwischen den Bäumen vor sich auftauchen. Sie hörte sein Kommen und drehte sich ihm zu. Sesshomaru stoppte und ging nun langsam näher.
"Ah, Sesshomaru-sama! Was wollte Ihr hier noch?", wurde er begrüßt.

Sesshomaru musterte die Gestalt der jungen Frau. Grünes, langes Haar. Eine zierliche Figur. Eigentlich ganz hübsch anzusehen, wenn nicht dieser... Gestank gewesen wäre.

"Du bist ein Abkömmling von Naraku!", stellte er mit ruhiger Stimme fest.

"Oh. Ich wusste es. Eine Hundenase kann man nicht täuschen. Ich habe gut daran getan, mich von Euch fernzuhalten, während Ihr im Palast gewesen seid", Kee-Lin zuckte mit den Schultern. "Ihr kommt zu spät. Der Höllendämon ist beschworen worden, um Ayaka zu töten. Niemand kann ihn davon abbringen, selbst Ihr nicht."

Sesshomaru lächelte kalt. "Ich muss dich enttäuschen. Es gibt durchaus eine Methode den Gorran aufzuhalten. Ich kenne die Legenden. Man muss denjenigen töten, der ihn heraufbeschworen hat. Also dich. Naraku's Plan durch dich den Dämonenkaiser kontrollieren zu können und somit der eigentliche Herrscher des gesamten Landes zu werden, wird nicht in Erfüllung gehen."

Kee-Lin Gesicht verlor die Farbe. Doch dann ging ein Ruck durch ihren Körper.
"Nun gut, dann wollen wir doch mal sehen, wie gut Ihr gegen jemanden kämpfen könnt, für den Ihr offensichtlich mehr empfindet."

Um ihren Körper begann die Luft zu flimmern. Als Sesshomaru sie wieder klar sehen konnte, stockte ihm für einen kurzen Moment der Atem. Vor ihm stand Ayaka. Eine perfekte Kopie, bis in die kleinste Einzelheit. So hatte sie den Verdacht auf Ayaka lenken können. Sie hatte diese Fähigkeit die Gestalt zu verändern, wohl von ihrem Schöpfer mitbekommen. Egal... das hier war nicht Ayaka. So ein erbärmlicher Trick konnte ihn nicht davon abhalten dieses Weib zu töten.

Eine silberfarbene Schwertklinge richtete sich auf Sesshomaru. Kee-Lin sprang auf ihn zu und schlug zu. Mit einem Sprung wich er aus und zog noch in der Bewegung Tokijin. Den nächsten Schlag fing er mit Leichtigkeit ab.
Sofort setzte er nach und drängte sie zurück. Immer wieder prallten die Schwerter zusammen. Funken stoben auf.

Kee-Lin duckte sich unter einem Schlag weg und stieß das Schwert vor. In der Ferne hörte Sesshomaru das triumphierende Grollen des Höllendämons und für eine Sekunde war er abgelenkt. Die Klinge fuhr durch den Pelz in seine rechte Schulter. Blut sickerte aus der Wunde, als Kee-Lin das Schwert wieder zurückzog. "Sieh mal einer an. Der mächtige Sesshomaru ist nicht unverwundbar", Triumph spiegelte sich in ihrer Stimme.

Wortlos holte er zum Schlag aus. Der blaue Energiewirbel löste sich von Tokijin's Klinge und fuhr zielsicher auf Kee-Lin zu. Erschrocken schrie sie auf. Sie hatte für eine Sekunde zu lange gezögert. Der Wirbel erreichte sie und schlug in ihren Körper ein. Sie wurde mehrere Meter weit zurückgeschleudert. Kaum das sie auf dem Boden aufschlug, war Sesshomaru schon an ihrer Seite.
Tiefe Wunden bedeckten ihren Körper. Mit letzter Kraft hob sie das Schwert. Ohne große Anstrengung schlug er die Klinge zur Seite.

Die Spitze der Schwertklinge von Tokijin berührte ihre Brust. "Du hast verspielt!", leidenschaftslos klang Sesshomaru's Stimme auf.
Kee-Lin lief ein Schauder über den Körper. Sie hörte ihr Todesurteil in dieser kalten Stimme. Mit letzter Kraft rief sie mit Ayaka's Stimme. "Gnade, Gebieter!" "Du wirst nie so sein wie sie!" Sesshomaru stieß zu.

Ohne große Anstrengung drang Tokijin in Kee-Lins Körper ein und beendete ihr Leben. Mit einem dumpfen Knurren zog er die Klinge wieder heraus. Die Umrisse von Kee-Lin's Körper begannen zu verschwimmen und Sekunden später lag sie wieder in ihrer ursprünglichen Form da.

Sesshomaru sah den Weg zurück, den hergekommen war. Mit dem Tod des Rufers war der Kampflärm verstummt.
Die Frage war nur, ob er es rechtzeitig geschafft hatte, oder ob der Plan Naraku's doch noch am Ende aufgegangen war und Ayaka tot war. Er steckte das Schwert weg und eilte zurück.

Vor ihm wurden die Bäumen lichter, verkohlte Stümpfe schimmerten durch die Lücken. Er zögerte kurz.
Fast hatte er Angst davor, was er auf der verbrannten Waldlichtung sehen würde. Dann fasste er sich ein Herz und ging vorwärts. Er trat unter den Bäumen hervor, und blieb stehen.
Seine Augen suchten und... fanden Ayaka.

Der Kaiser höchstpersönlich half ihr gerade auf die Beine. Um sie herum standen die noch lebenden Mitglieder der Leibwache.
Ayaka's Kleidung hatte zahlreiche Risse und aus einer langen Wunde an ihrem linken Arm tropfte Blut auf den Boden. Aber sie war am Leben und das war alles was zählte. Er fühlte Stolz auf sie. Sie hatte nicht aufgegeben. Sie hatte weitergekämpft und ihm vertraut.
"Ayaka...!", leise sprach Sesshomaru ihren Namen aus.

Ayaka fühlte, wie eine Hand ihr hilfreich unter den Arm fasste und sie von Boden hochzog.
Sie hob den Blick und sah direkt in das Gesicht des Kaisers. "Ihr seid die mutigste Frau, die ich je kennen gelernt habe. Noch nie sah ich so einen Kampf. Eure Unschuld ist erwiesen. Ihr seid von dem Vorwurf des Mordversuches freigesprochen. Ihr würdet eine ganz besondere Zierde für diesen Palast sein", lobte er sie.
Ayaka fühlte sich noch ziemlich schwach, doch die Worte ließen sie zusammenfahren. Hatte er es noch nicht aufgegeben?
Doch mehr als das, bereitete ihr jedoch der Gedanke an Sesshomaru Sorgen. Angst um ihn umklammerte ihr Herz, wie eine stählerne Klammer.
Hoffentlich war ihn nichts passiert.

"Ayaka...!", der Wind schien ihren Namen zu flüstern, und sie hob suchend den Kopf.
Ihr Blick fiel auf die einsame Gestalt, die reglos unter den Bäumen stand. "Sesshomaru..." lautlos formten ihre Lippen den Namen. Energisch befreite sie sich aus dem Griff des Kaisers und lief auf ihn zu.

Sesshomaru sah, wie sie ihren Kopf hob und zu ihm rüber sah. Ihre Augen leuchteten auf, dann befreite sie sich auf dem Griff des Kaisers und kam auf ihn zu gerannt.
Unwillkürlich breitete er die Arme aus und fing sie auf, als sie sich gegen ihn warf.

Ayaka drückte sich an ihn und atmete tief seinen Geruch ein. Er lebte. Sie roch sein Blut. Erschrocken fuhr sie zusammen. "Ihr seid verletzt?"

Er fasste mit einer Hand unter ihr Kinn und hob es sanft hoch. "Es ist unbedeutend."
Zart berührten seine Lippen die ihren.

Mit Erstaunen sah der Kaiser auf das Engumschlungene Paar. Erst jetzt wurde ihm der volle Umfang der Gefühle bewusst, die seine Braut und der Herrscher der westlichen Länder miteinander teilten. Der kaltherzigste Dämon, den er kannte, hielt diese wunderbare Frau zärtlich in den Armen. Nie hätte er so etwas für möglich gehalten.

Er ging auf sie zu.
"Lord Sesshomaru?", sprach er den Herrn der westlichen Länder an.
Nur ungern unterbrach Sesshomaru den Kuss. Doch hier gab es noch Dinge, die geklärt werden mussten. Der Kaiser erhob vielleicht immer noch Anspruch auf Ayaka.
Bevor Sesshomaru jedoch sprechen konnte, ergriff der Kaiser das Wort.
Er hatte einen Entschluss gefasst.

"Lord Sesshomaru. Mir ist klar geworden, das Ayaka-sama tiefe Gefühle für Euch hegt und ich sehe, dass beruht auf Gegenseitigkeit. Sie würde, wenn ich auf der Hochzeit bestehen würde, nur unglücklich hier werden. Irgendwann würde sie beginnen mich zu hassen. Und was soll ich mit einer Frau anfangen, die mir, wenn sie die Möglichkeit bekommt irgendwann ein Schwert zwischen die Rippen rammt.

Außerdem kann ich mir keinen besseren Herrscher der westlichen Länder vorstellen. Es würde das gesamte Gefüge des Landes aus dem Gleichgewicht bringen, wenn sich in dieser Beziehung etwas ändern würde. Zusätzliche Unruhe kann ich in diesen kriegerischen Zeiten wahrhaftig nicht gebrauchen.
Und in Anbetracht der Tatsache, das ihr Beide Euch unter Einsatz des Lebens bemüht habt den kaiserlichen Palast und meine eigene Person, vor diesem Höllendämon zu retten..." Gespannt lauschten Sesshomaru und Ayaka den Worten. Konnte es wirklich sein, dass ...?

"Ich löse hiermit das Verlobungsversprechen und gebe Euch frei, Ayaka-sama. Und Ihr Lord Sesshomaru ... Ihr bleibt das, was Ihr seid, der Herrscher, der westlichen Ländereien. Auf eine Erneuerung des Treueides muss ich allerdings bestehen. Seid versichert, ein neuerliches Brechen werde ich nicht tolerieren."

Ayaka konnte kaum glauben, was sie da gehört hatte.
Der Kaiser verzichtete, und Sesshomaru wurde freigesprochen.
Sie spürte, wie sie noch ein wenig fester umarmt wurde und sah hoch. Der warme Blick aus Sesshomaru's goldenen Augen berührte sie tief. Er lag voller Versprechen für die Zukunft.

Sesshomaru hatte die Worte gehört, die der Kaiser gesprochen hatte. Ayaka war frei.
Nein,... sie war nicht frei. Sie gehörte ihm. Niemals würde er sie wieder gehen lassen.

"Ich liebe dich", flüsterte er leise und als sie ihm die Arme um den Hals legte und seinen Kopf tiefer zog, hörte er ihre leise Antwort.
"Mein Herz gehört Euch, Gebieter. Für immer."

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

ENDE

Hier endet die Reise mit Schwierigkeiten. Am Ziel angekommen hat sie doch noch ein glückliches Ende gefunden.

Ich möchte mich bei allen herzlich bedanken, die Sesshomaru und Ayaka auf dieser Reise begleitet haben.

Eine Fortsetzung schwirrt mir schon im Kopf herum.

Also werde ich jetzt mal die Tastatur quälen gehen und vielleicht sehen wir uns schon bald wieder. Ich würde mich auf jeden Fall freuen..
Bis bald Eure chaska