Good morning day

sorry you're not here

Alle Augen richteten sich schlagartig auf die Eingangstüre in der jetzt eine große Figur mit rot glühenden Augen stand. Harry richtete seinen Zauberstab auf ihn, Hermine machte es ihm vorsichtshalber nach und Ron machte ängstlich einen Schritt zurück.

Snape jedoch blieb wie angewurzelt stehen und blickte mit entsetzten Augen auf Voldemort, der erneut zu sprechen begann: "Eigentlich habe ich die ganze Zeit gewusst, dass du mich verraten würdest. Ihr Liebenden seid ja so berechenbar."

Snape sah aus, als hätte man ihn in eiskaltes Wasser gestellt. Sein Mund stand offen und seine Augen waren noch immer weit geöffnet. Voldemort hatte ihn durchschaut.

"Severus, hast du nichts zu sagen?" zischte Voldemort erneut, "Etwa überrascht hast du mich schon. Ich hätte nicht gedacht, dass du so weit gehen würdest, sogar Dumbledore zu töten. Eine solche Aktion sieht ihm zwar ähnlich, aber dass der alte Narr dich dazu überreden konnte, hätte ich fast nicht geglaubt. Egal, wir sind nun alle hier und können zu Ende bringen, was zu Ende gebracht werden muss. Nicht wahr, Harry?"

all those times before

we're never this unclear

Harry stellte sich schützend vor seine Freunde und überhörte ihre Proteste.

"Ganz der Vater, Harry. Er ging selbstlos in den Tod um dich und seine Frau zu beschützen. Oh ja, Lily war genauso. Obwohl ich ihr anbot, beiseite zu stehen, stellte sie sich schützend vor dich. Sie könnte heute noch leben."

"Genug!" schrie Snape und sein eben noch bleiches Gesicht war jetzt rot vor Zorn.

"Bitte entschuldige, Severus. Ich vergaß, wie empfindlich du auf dieses Thema reagierst."

Harry, Ron und Hermine verstanden die Welt nicht mehr. Warum sollte Snape sensibel auf Harrys Eltern reagieren? Er hasste sie beide und er hatte Voldemort die Prophezeiung übermittelt, durch die James und Lily getötet wurden.

"Was hat das zu bedeuten?" rutschte es Harry heraus, der noch immer schützend vor seinen Freunden stand.

"Eine ganze Menge, Potter!" antwortete ihm eine abfällige Frauenstimme, die neben ihm auf der Treppe stand.

"Willkommen, Bellatrix. Wie wäre es, wenn du ein kleines Gespräch mit Severus führst? Ich werde mich derweil um Potter kümmern."

"Nein!" schrie Snape und stürzte sich schützend vor Harry, den Zauberstab hoch erhoben.

Voldemort lachte schallend. Bellatrix stimmte mit ein und noch bevor Harry oder die anderen beiden realisierten, was geschah, schrie Voldemort "Crucio!"

It's hard to walk

when you can't even crawl

Der rote Strahl traf Snape direkt in die Brust und Harry sah entsetzt zu, wie Snape langsam zu Boden ging. Kein Laut war von ihm zu hören, doch als Voldemort den Fluch aufhob, krümmte Snape sich zu Harrys Füßen.

"Severus," begann Voldemort erneut mit beinahe sanfter Stimme, "fordere mich nicht heraus. Dein Leben hast du bereits verwirkt. Geh mir aus dem Weg und ich werde es schnell beenden."

"Niemals!" keuchte Snape und stand mühevoll wieder auf. "Ich habe damals Rache geschworen und die werde ich bekommen."

Voldemort lachte laut los. "Wegen eines dreckigen Schlammbluts wirfst du dein Leben weg. Wer hätte das je gedacht!"

"Sie war kein dreckiges Schlammblut!" schrie Snape mit wutverzerrtem Gesicht, auf der Stirn standen ihm bereits die Schweißperlen.

"Wie willst du sie rächen? Willst du gegen mich kämpfen?"

Snapes Gesicht formte ein hämisches Lächeln. "Das habe ich bereits. Der Horcrux ist zerstört." enthüllte Snape ihm und deutete mit der einen Hand auf Harry, der das Medallion immer noch in der Hand hielt. Die andere Hand hielt er fest auf den Bauch gedrückt.

Bevor er reagieren konnte, wurde er erneut von einem roten Strahl getroffen. Diesmal schrie er laut auf und krümmte sich erneut auf dem Boden.

"Aufhören!" schrie Harry und richtete seinen Zauberstab auf Voldemort.

"Bist du jetzt von seiner Loyalität überzeugt, Potter?" lachte Bellatrix und richtete ihren Zauberstab auf Harry, der jedoch nur weiter bohrte.

"Warum will er sich rächen?"

Once I had the world

now I lost it all

"Weil", japste Snape, "er Lily umgebracht hat."

"Oh ja, sie war sein ein und alles." bestätigte Voldemort. "Er hätte alles für sie getan, aber sie nahm keine Notiz von ihm. Am Schluss heiratete sie Potter und der arme Severus kam frustriert und allein gelassen zu mir."

Entsetzt starrte Harry auf das Bündel vor ihm. Snape hatte seine Mutter geliebt? War das der Grund, weshalb Dumbledore ihm vertraut hatte?

"Er überbrachte mir die Prophezeiung, aber nachdem er realisierte, wie ich sie auslegte, lief er zu Dumbledore und beichtete alles um seine große Liebe zu retten. Doch sie starb lieber, statt das Leben zu wählen."

"Sie hatte Recht! Lieber starb sie, als ihr Leben von einem Mörder geschenkt zu bekommen."

"Severus, du scheinst auch danach zu rufen, dass ich dein Leben beende. Wo ist der Severus, der meinen Befehlen blind gehorchte?"

"Er starb mit Lily!" schrie Snape und setzte hinzu: "Ich bin schon lange keine willenlose Puppe mehr!"

"Ich weiß, Severus. Darum wirst du jetzt sterben."

rolling faster than I' breathing (drown)

rolling faster than I' breathing (drown)

rolling faster than I' breathing (drown)

rolling faster than I' breathing (drown)

Doch bevor Voldemort reagieren konnte, flog die Türe auf und einige Auroren rannten herein. Bellatrix schrie, von Hermines Fluch getroffen, auf und wurde außer Gefecht gesetzt.

Wütend blickte Voldemort auf Snape, der ein schmieriges Lächeln aufgesetzt hatte. "Du...! Crucio!"

Snape schrie laut auf, bis Voldemort spurlos verschwand.

"Harry, ist alles in Ordnung?" fragte eine Gestalt und Harry erkannte Lupin.

"Mir geht es gut, aber Snape..."

"Mach dir keine Sorgen, wenn er überlebt, kommt er nach Azkaban."

"Nein! Er ist..." doch Harrys Worte gingen unter, als einige Todesser auftauchten und Flüche um sich warfen.

"Harry, verschwinde!" schrie Lupin, doch Harry blickte nur panisch zu Hermine, die ihm zunickte. Zusammen schnappten sie sich Snape und trugen ihn die Treppen hoch, während Ron ihnen den Rücken frei hielt.

Oben legten sie Snape vorsichtig auf den Boden und Hermine beugte sich über ihn.

"Sir? Hören sie mich?"

Langsam schlug er die Augen auf. Sie wirkten leer und das Gesicht war verschwitzt.

"Potter", flüsterte er leise, "mein Haus in Spinners End, Draco ist dort. Er ist vor dem Dunklen Lord geflohen, geben sie ihm eine zweite Chance."

"Das werden wir, aber das können sie uns alles später erzählen."

"Kann ich nicht, Potter!" keuchte er und hob seine Hand, die bisher auf seinem Bauch lag. Sie war blutverschmiert.

"Sir!" rief Hermine entsetzt. "Sie müssen sofort ins Krankenhaus!"

"Zu spät, Granger. Der Horcrux..."

Harry griff nach der Robe, doch Snape hielt seine Hand fest.

"Zu viel Blut verloren." stöhnte Snape.

"Sir, wenn wir sie jetzt..."

"Potter, es ist... zu spät. Meine Aufgabe ist erfüllt. Bringen sie es zu Ende."

"Sir, ich versuche einen Heilzauber. Bleiben sie ruhig liegen." sagte Hermine und legte ihren Zauberstab auf die Wunde.