Kapitel 6 Moony und Pegasus

Als Rowena die Tür des Krankenflügels erreicht hatte hörte sie aufgeregte Stimmen hinter der Tür. Sie wollte gerade die Tür öffnen als sie aufflog und Professor Snape vor ihr stand. Er sah sehr mitgenommen aus.
„Severus was ist den mit dir passiert?"
„Ich wollte dich gerade holen kommen, du solltest besser rein kommen", sie betrat den Krankenflügel und sah das auch Albus Dumbledore, Minerva McGonagall und Madam Pomfrey dort waren. Sie standen vor einem der Betten, auf dem ein Erwachsener lag. Sie ging langsam näher und hörte, dass Snape die Tür hinter ihr schloss. Als sie die Gruppe erreicht hatte sah Dumbledore zu ihr aus und zog sie ohne etwas zu sagen näher heran.
Als sie auf die Person sah die im Bett lag, blieb ihr das Herz stehen, sie war wie gelähmt. Das konnte nicht sein, es war unmöglich dass er hier lag. Er war doch unterwegs, um sicher zugehen, das Peter nach Askaban kam.
„Das ist nicht war", sagte sie nun laut, „wieso...? Was um Himmels willen ist geschehen? Das ist doch alles nur ein schrecklicher Alptraum", sie sah zu Dumbledore und merkte wie ihr die Tränen in die Augen strömten. „Ich darf ihn nicht auch noch verlieren, Albus."
„Das wirst du nicht Rowena, Poppy meint, dass Remus durchkommt, aber es wird ein schwerer Kampf für ihn, denn morgen haben wir zu allem Übel auch noch Vollmond." Dumbledore hatte ihr einen Arm um die Schultern gelegt und die lehnte nun gegen hin, deshalb konnte er nun gut spüren wie sie sich versteifte.
„Du wirst sehen, Remus wird es schaffen." Dumbledore sah Rowena mit besorgtem Blick an. Sie löste sich nun von ihm, ging um das Bett herum und ließ sich auf das Bett nieder, dann ergriff sie seine Hand so als ob sie erwartete, dass er durch ihre Berührung aufwachen würde. Doch er wachte nicht auf. Rowena's Augen verengten sich, dann sah sie, ohne Remus loszulassen, Dumbledore an.
„Was ist passiert, wer hat ihm das angetan, er sollte doch Peter nach Askaban begleiten?"
„Das hat er auch", begann nun Tonks zu erzählen. Rowena hatte sie bis jetzt noch gar nicht bemerkt, da sie an einem der großen Fenster stand und nach draußen in die Dunkelheit starrte. Auch sie war offensichtlich verletzt, denn ihr rechter Arm war verbunden worden und hing hin einer Schlinge.
„Aber was ist den nun geschehen?" wollte Rowena wissen und sie sah, das Tonks Augen zu glänzen begannen.
„Wir wollten gerade die Boote besteigen, um Pettingrew nach Askaban zu bringen, als es passierte. Sie griffen uns aus einem Hinterhalt heraus an. Diesen feigen Hunde!" Tonks Miene verfinsterte sich und sie drehte sich zu den anderen um. Nun konnte Rowena er kennen, das Tonks nicht nur am Arm verletzt war, sondern auch am Kopf diverse Prellungen aufwies.
„Sie haben Peter rausgeholt, ein Ministeriumsmitglied getötet und eins schwer verletzt. Als ich mich um ihn kümmerte ist Remus ihnen nach und da hatte es ihn erwischt. Ich sah, wie er von vier Todessern angegriffen wurde und ehe ich ihm helfen konnte lag er schon getroffen am Boden." Tonks Stimme brach ab und sie drehte sich wieder zum Fenster um, damit die anderen nicht sehen konnten das sie die Tränen nicht mehr zurückhalten konnten.
Rowena sah nun auf Remus und spürte wie ein unheimlicher Zorn ihn ihr hoch brodelte und sie konnte ihn nur mit sehr viel Selbstbeherrschung niederringen. Peter war schuld, dass drei ihrer besten Freunde tot waren wovon einer sogar ihr Ehemann gewesen war- und nun wollte er ihr auch noch ihren Seelenverwandten rauben. Sie spürte erneut den Zorn in sich aufkommen. Als sie Dumbledore's Hand auf ihrer Schulter spürte sah sie zu ihm auf. Sein Gesicht wies tiefe Sorgenfalten auf.
„Bist du in Ordnung, Rowena, du siehst so blass aus?"
„Mir geht es gut Albus, danke." Rowena wusste, dass Dumbledore merkte, dass sie zornig war, aber sie wollte nicht darüber reden. Rowena wollte sich gerade an Tonks wenden, als diese in sich zusammen sank. Madam Pomfrey und Professor Dumbledore eilten zu ihr.
„Sie hat das Bewusstsein verloren, sie braucht jetzt dringend Ruhe und Mr. Lupin auch", sagte Madam Pomfrey zu Professor Dumbledore.
„In Ordnung Poppy wir werden erst einmal gehen, du hältst uns aber bitte auf dem Laufenden", er sah nun auffordernd zu Rowena her rüber, doch als sie aufstand und die Hand von Remus loslassen wollte, hielt er sie fest. Überrascht schaute sie zu Remus herab und sah, dass er die Augen geöffnet hatte und sie flehend ansah. Sie setzte sich wieder neben ihn und beugte sich etwas vor.
„Remus, wie geht es dir", sie beugte sich weiter vor um seine Antwort zu verstehen, da er zu schwach war, um laut reden zu können.
„Bleib bei mir bitte", hauchte er ihr ins Ohr. Rowena sah nun in die fragenden Gesichter von Madam Pomfrey und Professor Dumbledore.
„Er will, dass ich bei ihm bleibe", sagte sie und Dumbledore nicke leicht.
„Ich denke doch, dass das in Ordnung ist, Poppy, es dient doch bestimmt der Genesung unsers guten Remus." Madam Pomfrey wusste, dass Widerspruch sinnlos war, also erlaubte sie Rowena bei Remus bleiben zu dürfen.
Rowena blieb die ganze Nacht über an seiner Seite, doch am nächsten Morgen wurde sie von Madam Pomfrey ins Bett geschickt. Rowena ging zwar nur widerwillig, aber da sie zu müde war um mit Madam Pomfrey zu diskutieren. Also ging sie ohne weitere Umwege ins Bett und schlief sich erst einmal aus.


Als Harry, Ron und Hermine an diesem Samstagmorgen zum Frühstück kamen waren sie überrascht, dass Rowena nicht am Lehrertisch saß.
„Wo ist sie nur? Ob sie krank ist? Sie wollte doch gestern noch in den Krankenflügel..." Hermine wirkte besorgt, als sie mit ihren Freunden darüber sprach.
„Ich glaube nicht, dass sie krank ist Hermine, sie war doch gestern topfit", sagte Harry obwohl er selber nicht so recht davon über zeugt war. Er nahm sich ein Toast und etwas Kürbissaft, doch er kam nicht dazu etwas zu trinken, da Malfoy ihn im vorbei gehen so heftig anstieß, das ein Becher umfiel. Wütend drehte er sich um.
„Kannst du nicht aufpassen, Malfoy!"
„Ich weiß nicht, was du für ein Problem hast, Potter. Wenn du zu blöd bist um dir Kürbissaft einzuschenken kann ich ja wohl nichts dafür." Malfoy sah Harry an und grinste dabei. Harry sprang auf und stand nun genau vor Malfoy.
„Harry, bitte ignorier' diesen Spinner doch einfach", flehte Hermine ihn an.
„Halt deine Klappe, du wertloses kleines Schlammblut", zischte Malfoy sie an, „du hast nicht das Recht mich anzusehen, oder gar anzusprechen. Mach das du in deinen Schlamm zurückkriechst!" Das war zuviel, doch ehe sich Harry versah war Ron an ihm vorbei gestürmt und Malfoy an die Gurgel gegangen.
„Ron! Nein!" schrie Hermine und Harry zögerte keinen Moment seinen Freund von Malfoy weg zu ziehen. Aus den Augenwinkeln sah er, dass sich Snape bereits auf den Weg zu ihnen gemacht hatte und er wusste, dass das Ärger bedeutete.
„Komm schon Ron, lass ihn los, da kommt Snape!" Doch Ron war wie besessen, er ließ nicht locker. Plötzlich tauchte hinter Harry eine Hand auf und er dachte schon das Snape sie nun erreicht hatte. Doch zu Harrys Überraschung war es Rowena, sie sah müde aus und trauriger, als jemals zuvor. Harry ließ Ron automatisch los und Rowena zog Ron von Malfoy weg.
„Professor haben Sie das gesehen, er wollte …"
„Seinen Sie ruhig, Malfoy", unterbrach sie ihn schroff, „machen Sie das Sie wegkommen, bevor ich es mir anders überlege." Rowena warf dem immer noch näher kommenden Snape einen warnenden Blick zu, worauf dieser sich wieder zum Lehrertisch begab. Rowena zog den immer noch vor Wut schnaubenden Ron aus der Großen Halle heraus. Harry und Hermine folgten ihnen, bis sie vor den Treppen stehen bleib.
„Ron, bekomm dich wieder ein, oder willst du Sonderstunden bei Professor Snape haben, denn genau das hätte die bevorgestanden, wenn ich dich nicht vor Snape erreicht hätte." Sie war nicht wütend auf Ron, aber besorgt. Harry sah sie an, doch sie wisch seinem Blick aus. Er nahm Hermine beiseite und flüstert ihr zu, „Mit ihr stimmt was nicht Hermine, es muss gestern noch irgendetwas passiert sein."
„Woher willst du das wissen Harry?"
„Hermine, ich spüre es, wenn ich ihr in die Augen sehe." Hermine sah Harry verwundert an und sie merkte, dass es Harry sehr ernst damit war.
„Ron halte dich von Malfoy fern und das gilt auch für euch, ist das klar?" Jetzt bemerkte auch Hermine, dass Rowena besorgt war.
„Ähm, Professor Lupin, könnten wir sie vielleicht mal kurz sprechen? Ich hätte da ein paar Fragen, die ich aber nicht auf dem Flur stellen möchte." Rowena bewunderte Hermine, dass sie so geschickt gefragt hatte, denn es kamen gerade einige Schüler aus der Großen Halle, die schon mit dem Frühstücken fertig waren. Sie merkte aber auch, dass es für Hermine sehr wichtig war, schnell mit ihr reden zu können.
„Aber natürlich geht das, Miss Granger. Kommen sie hoch in mein Büro." Sie zwinkerte Hermine und Harry zu und sie folgten ihr in ihr Büro.

Ron begriff immer noch nicht so recht, was da eigentlich eben passiert war. Er lief hinter seinen Freunden her und wusste überhaupt nicht, was Hermine denn nun so Dringendes mit Rowena zu besprechen hatte und warum Harry so besorgt aussah. Sie erreichten das Büro ihrer Lehrerin. Nach dem auch der der verwirrt dreinschauende Ron auch das Büro betreten hatte, schloss Hermine die Türe.
Noch bevor Rowena Hermine fragen konnte, was sie denn von ihr wissen wolle, begann Hermine ihre Frage zu stellen.
„Rowena, Harry und ich machen uns Sorgen um dich. Du siehst besorgt aus und wir haben uns schon gefragt, was du denn gestern Abend noch bei Madam Pomfrey wolltest. Du bis doch nicht krank, oder?" Rowena sah, wie besorgt Harry und Hermine sie ansahen und fand es nicht gut, wenn sie die beiden jetzt anlügen würde, also blieb ihr nichts anderes übrig, als ihnen zu erzählen, warum sie gestern in den Krankenflügel gegangen war und was sie dort erfahren hatte.
„Ich glaube, es ist besser, wenn ihr euch erst einmal hinsetzt. Es könnte jetzt etwas länger dauern." Sie zeigte auf die Sessel auf denen sie schon am Vorabend gesessen hatten und die drei folgten ihrer Auforderung.
„Also der eigentliche Grund, warum ich gestern Abend noch zu Poppy ging ist schnell erklärt. Ich wollte zu ihr, da ich schon seit einigen Tagen eine Grippe in den Knochen habe und wollte mir bei ihr einen Trank dagegen abholen. Also ihr könnt beruhigt sein mir fehlt nichts." Sie sah, dass sich Harry und Hermine wieder entspannten, doch Ron sah immer noch verwirrt aus.
„Wieso war das der eigentliche Grund, war denn noch was passiert?" Harry hatte wieder mal gut aufgepasst, dachte Rowena.
„Weil ich eine sehr schlechte Nachricht bei meiner Ankunft dort erhalten hatte." Bevor Hermine fragen konnte hob Rowena die Hand und signalisierte ihr, dass sie ihre Antwort bekommen würde.
„Als ich in den Krankenflügel kam musste ich erfahren, das Remus bei einem Angriff der Todesser schwer verletzt wurde." Sie sah, wie Harry sich versteifte und Hermine ihre Hände vor den Mund schlug, um einen Aufschrei zu unterdrücken. Ron's Gesichtsausdruck hatte sich von verwirrt über schockiert zu sehr wütend verändert. Er legte seinem Arm um Hermines Schultern, um sie zu beruhigen.
„Macht euch keine Sorgen, Madam Pomfrey hat mir versichert, dass er es schaffen wird, er braucht jetzt viel Ruhe und vor allem Zeit um wieder auf die Beine zu kommen. Ich werde diese Nacht wieder bei ihm sein, da er meine Hilfe brauchen wird und euch möchte ich bitten, den Gemeinschaftsraum heute Abend auf keinen Fall zu verlassen."
„Beim Barte des Merlin", schrie Ron auf, "heute Abend ist doch Vollmond!" Rowena nickte kaum merklich.
„Genau deshalb braucht er diese Nacht meine Hilfe, sonst wird er sich nur noch mehr verletzen."
„Aber er hat doch sicher seinen Trank genommen, oder etwa nicht?" Hermine sah Rowena hoffungsvoll an, doch als diesen leicht den Kopf schüttelte sank Hermine in Ron's Arme.
„Aber dann kannst du doch auch nicht zu ihm gehen, es ist für dich doch auch zu gefährlich", sagte Harry doch als er Rowena's Blick traft wusste er, dass sie eine Möglichkeit besaß, damit sie bei Remus sein konnte und er hatte auch eine Ahnung, was es war.
„Keine Sorge Harry, ich werde bei ihm sein. Ich bin ein Animagus und in der Gestalt des Pegasus bin ich auch in der Lage, ihn im Krankenflügel festzuhalten, so das er niemandem gefährlich werden kann." Die drei sahen sie mir großen Augen an.
„Du bist ein also wirklicher Animagus?" Harry kam aus dem Staunen nicht heraus. „Aber du bist doch nicht etwas auch heimlich ein Animagus geworden, oder?"
„Nein Harry, ich bin ein gemeldeter Animagus." Hermine sah sie bewundernd an.
„Pegasus sagtest du, ja? Das ist aber doch ein Fabeltier aus der Griechischen Mythologie, oder etwa nicht?"
„Ja Hermine, nur das er kein Fabeltier ist, wie es den Muggel glauben gemacht wird", beantwortete Rowena Hermines Frage. Hermine bewunderte Rowena, dass sie sich in ein solch edles Tier verwandeln konnte.
„So jetzt muss ich euch aber wirklich rausschmeißen", durchbrach Rowena die Stille, „ich habe noch einiges zu tun. Ihr haltet euch von Malfoy fern, verstanden?" Die drei nickten ihr zu, verabschiedeten sich dann und verließen ihr Büro.
Rowena sah ihnen nach, als sie das Büro verließen, dann setzte sich an ihren Schreibtisch und begann damit, ihren Unterricht für die Sechstklässler vorzubereiten.


Nachdem Abendessen machte sich Rowena auf den Weg zum Krankenflügel. Dort angekommen ging sie zunächst zu Remus ans Bett. Er war dort bereits mit den Händen und Füssen am Bett gefesselt. In der Hoffung, ihn als Werwolf so festhalten zu können. Rowena machte sich große Sorgen um Remus, denn sie wusste, welche Qualen er bei seinen Verwandlungen erlitt und sie wagte es nicht, sich auszumalen welche Qualen ihn in dieser Nacht erwarten würden. Sie wandte sich von seinem Bett ab und ging in Madam Pomfrey's Büro.
„Oh, guten Abend Professor", begrüßte sie Madam Pomfrey, als sie ihn ihr Büro kam.
„Guten Abend Poppy, ich wollte mich erkundigen, ob schon alles vorbereitet ist?"
„Ja, ich habe alles erledigt, womit Sie mich beauftragt haben, aber sind Sie sicher, das ich nicht doch hier bleiben soll?"
„Ja, ich bin mir sicher Poppy. Es wäre viel zu gefährlich für Sie hier. Ich möchte Sie nur bitten, die Türe magisch zu verschließen, damit nicht ein Schüler hier rein laufen kann." Madam Pomfrey bemerkte das Rowena sehr angespannt war, doch sie nickte und machte sich auf den Weg zum Eingang des Krankenflügels.
„Ach Poppy, wo sind den die anderen Verletzten untergebracht und wie geht es Tonks?" Rowena sah Poppy nach.
„Sie sind für diese Nacht in einem leerstehenden Klassenzimmer untergebracht, dort werde ich dann auch die Nacht verbringen. Miss Tonks wird schon bald wieder auf den Beinen sein, sie hatte nur einen kleinen Schwächeanfall." Sie nickte Rowena zu und verließ den Krankenflügel.
Rowena setzte sich neben Remus auf einen Stuhl und nahm seine Hand in ihre.
„Remus, bitte halte durch- ich werde bei dir sein." Sie legte ihre Stirn auf seinem Arm und spürte, dass er sich bewegte. Ihr Kopf schoss hoch und sie sah zu Remus. Er schlug die Augen auf uns sah sie an. Rowena fiel ein Stein vom Herzen. Als sie merkte, das er ihr etwas sagen wollte legte sie ihm einen Finger auf die Lippen.
„Nein, spar' dir deine Kräfte Remus, du wirst sie heute Nacht noch brauchen." Rowena nahm ihren Finger wieder zurück und Remus nutze diese Gelegenheit und haucht ihr zu.
„Danke, dass du bei mir bist." Er drückte ihre Hand und schaute ihr lange in die Augen. Plötzlich verkrampfte er sich und drehte sich auf die Seite wo er sich zusammenrollte. Rowena packt ihn an den Schultern, ein Blick in seine Augen reichte, um zu erkennen, was jetzt geschah.
„Du musst dich verwandeln Angel schnell", brachte Remus noch zähneknirschend und mit einem tiefen Grollen in seiner Stimme hervor, bevor er sich in einen Werwolf verwandelte. Rowena war überrascht das er sie mit dem Kosenamen ansprach den Sirius immer benutzte, doch sie überlegte nicht lange warum er das tat. Sie sprang auf und machte sich fertig um sich selber zu verwandeln, als sie sah, dass die Fesseln, mit denen Remus ans Bett gefesselt wurde, schon zerrissen waren.
Remus Augen wurden gelb und es schien, als würde sein Gesicht in die Länge gezogen. Remus begann fürchterlich zu schreien während er sich verwandelte. Es zerriss Rowena förmlich das Herz, denn sie konnte nur erahnen, welche Schmerzen Remus zu erleiden hatte. Remus bäumte sich in seinem Bett auf, und nun hatte er schon die gefährlichen Krallen und Fangzähne.
Rowena zögerte keine weitere Sekunde und verwandelte sich. Während sich Rowena verwandelte, war auch die Verwandlung von Remus zum Werwolf vollendet. Der Werwolf sah sich um und suchte die Frau, die noch eben hier war, er hatte sie gesehen, doch nun war sie fort. An der Stelle wo sie noch vor wenigen Sekunden stand, war nun ein wunderschöner geflügelter Schimmel.
Dieser schaute nun zu dem Bett wo Remus zuvor gelegen hatte, doch dort war Remus nicht mehr zu sehen, denn dort stand nun ein riesiger Werwolf mit gebleckten Zähnen.
Der Wolf sprang von dem Bett herab und rannte auf den Ausgang zu, doch Rowena stellte sich ihm in der Gestalt des Pegasus entgegen und versperrte ihm den Ausgang des Krankenflügels.
Der Wolf entblößte seine Fangzähne, aber das geflügelte Pferd wich nicht von ihrem Platz. Ein markerschütterndes Heulen erschalte nun durch das Schloss, bevor der Werwolf Pegasus angriff.


Harry schreckte von seinem Stuhl hoch, als er dieses durchdringende Heulen hörte, er wollte raus laufen, um Rowena zu helfen, doch Hermine hielt ihn am Arm fest.
„Du kannst ihnen nicht helfen, Harry!" sagte sie eindringlich zu ihm, „Rowena ist bei ihm, das muss reichen."
Harry hatte das Gefühl, das sich sein Magen umdrehen würde bei dem Gedanken daran, dass Rowena nun alleine mit Remus im Krankenflügel war, um ihn daran zu hindern jemandem Schaden zuzufügen.
Harry setzte sich und versuchte seine Hausaufgaben für Verwandlung fertig zu machen, doch mit seinen Gedanken war er zu sehr im Krankenflügel. Hermine beschäftigte sich wieder mit dem Buch was sie sich aus der Bücherei geliehen hatte.
Ron lag sauf einem Sofa und war mit dem Buch in der Hand eingeschlafen. Harry sah ihn da liegen und schüttelt den Kopf.
„Also wenn Ron schläft dann bekommt er auch gar nichts mit", sagte Harry zu Hermine und deutete mit dem Kopf in Rons Richtung. Hermine sah auf und nickte zur Antwort.
„Sag mal Hermine", durch brach Harry die Stille, „was läuft da eigentlich zwischen dir und Ron?" Harry beobachtete Hermine, die nun leicht rot wurde.
„Ich weiß nicht, was du meinst, Harry", antwortete sie ohne ihn dabei anzusehen.
„Ach komm schon, Hermine, das sieht doch ein Blinder, ihr hängt doch nur noch zusammen und eure Blicke sagen alles!" Harry suchte Hermines Blick doch sie versteckte ihr Gesicht hinter dem Buch.
Er konnte erkennen, dass ihr Gesicht nun knallrot angelaufen war. Harry wollte erstmal nicht weiter bohren, weil er der Meinung war, dass sie beiden gut zusammen passen würden.
Er machte sich wieder an seine Hausaufgaben und eine Stunde später war er endlich mit allem fertig. Er streckte sich und bemerkte, dass Hermine inzwischen auch eingeschlafen war. Plötzlich drang wieder ein entsetzliches Heulen durch das Schloss.
Harry erschrak und kippte mit dem Stuhl um. Durch den Aufprall des Stuhles aufgeschreckt sprangen auch Ron und Hermine auf.
„Harry, was ist? Bist du okay?" Ron wirkte noch sehr verschlafen, seine Haare standen in alle Richtungen ab und seine Augen waren noch sehr klein.
„Es ist nichts passiert, entschuldigt, ich hatte mich nur erschrocken als ich Lupin gehört hatte und bin mit dem Stuhl umgefallen." Harry rieb sich mit der linken Hand den Hinterkopf, da er doch etwas unsanft auf dem Boden aufgeprallt war.
„Harry, hast du dich verletzt?" Hermine ging auf ihn zu doch Harry winkte ab.
„Mir geht es gut Hermine, ist nur eine kleine Beule." Er wartete auf ihre Reaktion. Er war erleichtert, als sie stehen blieb und ihm zu glauben schien.
„Wir sollten besser ins Bett gehen, morgen haben wir wieder eine Doppelstunde Zaubertränke." Sie sah ihre beiden Freunde an und wusste, dass sie bei beiden jetzt unliebsame Gedanken geweckt hatte.
„Danke, ich hatte das erfolgreich verdrängt Hermine..." Ron warf ihr einen vernichtenden Blick zu, doch konnte er ihr nicht wirklich böse sein. Ron war in letzter Zeit immer so verwirrt, wenn Hermine in seiner Nähe war und er konnte sich nicht erklären, woran das lag. Er wurde allerdings jäh aus seinen Gedanken gerissen als erneut ein Heulen zu hören war. Alle drei versteiften sich Hermine stand mit weit aufgerissen Augen da.
„Das war doch nicht etwa vor dem Porträt der Fetten Dame oder?" Ron hatte das Gefühl, dass sich sein Magen umdrehte.
Die drei rannten an eines der Fenster um nachzusehen, ob das Heulen von draußen kam. Doch sie hatten das Fenster noch nicht erreicht, als hinter ihnen etwas zerriss und Lupin durch das Porträt in den Gemeinschaftsraum gesprungen kam, dicht gefolgt von einem herrlich weiß schimmerndem geflügeltem Pferd.
„Beim Barte des Merlin, wir sind verloren!" Ron schob bei diesen Worten Hermine hinter sich um sie so gut wie möglich zu schützen, auch Harry stellte sich nun mit gezücktem Zauberstab vor Hermine.
Der Werwolf erblickte die drei am Fenster und rannte auf sie zu. Pegasus machte einen Sprung, was den Werwolf für einen Moment ablenkte. Dieser Moment reichte dem Pferd, um sich ihm in den Weg zu stellen. Pegasus drängte die Jugendlichen zu einem Treppenaufgang und lies den Wolf nicht aus den Augen. Der Werwolf drehe sich um und wollte den anderen Aufgang zu den Schlafsälen der Mädchen hochlaufen. Pegasus nahm Anlauf und drängte den Werwolf zum Fenster, wo noch kurz zuvor Harry, Ron und Hermine gestanden hatten. Mit einem lauten Klirren ging die Scheibe zu Bruch und der Werwolf fiel mit Pegasus durch das Fenster herab.
„Nein!" schrie Harry und rannte zu dem zerbrochenen Fenster. Als er raus sah konnte er sehen, dass Pegasus unter den Wolf geflogen war und seinen Sturz auf gefangen hatte, als er gelandet war rannte der Werwolf auf den verbotenen Wald zu. Rowena folgte ihm in der Gestalt des Pegasus.


Professor McGonagall kam dicht gefolgt von Madam Pomfrey in den Gemeinschaftsraum gerauscht und hatte das Entsetzen ins Gesicht geschrieben.
„Geht es Ihnen gut? Beim Barte des Merlin, wie konnte das passieren?!" McGonagall war außer sich. Dann betrat Albus Dumbledore den Gemeinschaftsraum.
Er sah ebenfalls besorgt aus, ging an das zerbrochene Fenster und schaute hinaus, er konnte gerade noch sehen, wie ein weißes Pferd den Werwolf in den Wald jagte. Dann drehte er sich um und bat Madam Pomfrey, Hermine nach Bissspuren absuchte. Hermine beteuerte, dass sie nicht gebissen wurde und auch keiner der andern, doch Madam Pomfrey suchte einem nach den andern ab um wirklich sicher zu gehen.
Nachdem sie sich davon überzeugt hatte verließ sie vor sich hin murmelnd den Gemeinschaftsraum. Professor McGonagall reparierte das Fenster und sorgte dann dafür, das die Schüler, die durch dem Lärm wach geworden waren, wieder ins Bett gingen.
„Ihr seid wirklich in Ordnung?" fragte Dumbledore und sah dabei Harry prüfend an.
„Ja, uns geht es gut", versicherte ihm nun Harry.
„Gut. Ich muss mich bei euch entschuldigen, ich hätte den Krankenflügel wohl mit einem stärkeren Zauber verschließen sollen."
Harry sah, das sein Schulleiter sehr bedrückt wirkte.
„Nun, ich denke, dass Remus diese Nacht nicht noch mal als Werwolf wieder kommen wird. Ihr solltet nun ins Bett gehen ihr drei." Er sah sie über seine Halbmondbrille hin weg an und rang sich ein Lächeln ab, dann verabschiedete er sich und wünschte ihnen eine gute Nacht.
Nachdem der Dumbledore den Gemeinschaftsraum verlassen hatte gingen Harry, Ron und Hermine zu Bett, aber keiner der drei konnte wirklich schlafen, da sie alle zu sehr an Remus und Rowena denken mussten.