Ärger mit Filch
Übergang aus dem vorherigen Kapitel:

… Zurück in Hogwarts:

Harry und Alicia waren nach der Siegespartie wieder in ihrer Schulsprecherwohnung und dachten über alles und jeden nach. Dann auf einmal kam Harry ein ganz ungeheuerlicher Gedanke, den er Alicia sofort mit teilte: „Mir ist gerade ein ganz unheimlicher Gedanke gekommen. Vielleicht haben wir Voldemort fast schon so weit, das wir ihn besiegen können!"

Fragend schaute ihn Alicia an, als er ihr erklärte: „Ich bin mir sicher, das Old Voldi sieben Horkluxe herstellen wollte. Und ich bin mir mehr als sicher, das er das siebte nicht herstellen konnte, da er es sicher beim Mord an meiner Eltern herstellen wollte. Also nur sechs. Dann hat er einen verloren, als der Todesfluch auf ihn zurück fiel, also nur noch fünf. Als ich in der Kammer des Schreckens sein Tagebuch zerstörte, war wieder ein Horklux weniger. Bleiben damit vier. Dann hat Professor Dumbledore den Siegelring der Gaunts vernichtet, da waren's nur noch drei. Nun bei dem angriff vor ein paar Tagen hat er wieder ein Seelenteil verloren bleiben noch zwei. Und ich bin mir absolut sicher, das außer seinem Seelestück in seinem Körper fehlt nur noch eines und das ist sicher Naningi, seine Schlange!"

Alicia war erst nachdenklich, doch dann strahlte sie und sagte: „Ich bin mir fast sicher, das du recht hast. Außerdem verliert er sowie so wieder ein Seelenteil, wenn wir ihn nochmals gegenüber stehen und ihn wie auch immer bekämpfen!"...


Dann hatte Harry einen Geistesblitz. Mit tückisch funkelnden Augen schaute er Alicia an und sagte dann: „Ich hab was ganz wichtiges vergessen dir zu zeigen..."

Alicia runzelte ihre Stirn und fragte schnippisch: „Was hast du noch so Wichtiges vergessen? Das Album deiner verflossenen?"

„Hey, Schatz, was soll der Quatsch, du weißt doch..." hier wurde Harry von einem herzlichen Lachen unterbrochen und Alicia sagte: „Reingefallen..."

Das ging dann in einer Kitzelattacke unter, weil sich Harry für die Verarsche rächen wollte.

Dann erklärte er ihr, was er vergessen hatte. Er zeigte ihr ein Pergament und erklärte ihr, was es mit der Karte der Rumtreiber auf sich hätte.

Dann hatten beide gemeinsam die Idee, die Karte zu überprüfen. Alicia war aufgefallen, das sie weitere Gänge gespürt hätte.

"Ich schwöre Dir, irgendwo hier war das..." Alicia kroch auf allen vieren in einem kleinen, verstaubten Raum herum und klopfte auf das Mauerwerk. Das konnte doch nicht wahr sein...

Zerknirscht blickte sie zu ihrem geliebten Freund hoch, den sie vor wenigen Minuten euphorisch aus dem Gemeinschaftsraum gezogen hatte. "Ich kapier das nicht, ich hab hier vorhin rumgedrückt und da ging ne Tür auf, ehrlich, Mensch!"

„Komm schon Süße. Wir sind hier nur n paar Meter von dem unpassierbaren Gang entfernt, den mir Peeves gezeigt hat. Wieso sollte hier noch einer sein. So nahe? Das macht doch keinen Sinn." Erklärte Harry

Harry lehnte lässig an der schmutzigen Wand und studierte die Karte, die er vor einigen Jahren von den Weasley Zwillingen erhalten hatte. Ja, eindeutig. Im Licht des Zauberstabes sah er wenige Zentimeter von ihrem Aufenthaltsort entfernt den eingestürzten Gang, den der Poltergeist ihnen gezeigt hatte, um sich einen Spaß mit ihnen zu machen. Harry hatte ihn der Vollständigkeit halber trotzdem auf der Karte eingetragen.

Aber was war das? Jemand kam direkt hier her. Er konnte ganz deutlich die kleinen Fußtapsen auf der Karte erkennen. Harry erschrak: „Scheiße, Filch ist im Anmarsch. Lass uns verschwinden, Schatz!"

Hektisch faltete er die Karte zusammen und stopfte sie in seine Tasche, als sie schon schlurfende Schritte hörten.

„Verdammt. Wenn du jetzt nicht bald diese Tür findest, sind wir am Arsch!" maulte Harry.

„So 'n Mist..." fluchte auch Alicia und sprang auf. "Suchen wir das Ding an nem anderen Tag... sie IST hier."

Hektisch klopfte sie sich den Staub von ihrer Hose als auch schon die Schritte zu hören waren, die plötzlich vor der Tür der kleinen Kammer verharrten. Beide Alicia und Harry hielten gespannt den Atem an, bis das Geräusch wieder zu hören war. Offensichtlich hatte Filch beschlossen, weiterzugehen.

„Schwein gehabt," grinste Alicia und zeigte zur Tür. „Aber ich schlag vor, wir haun doch erst mal ab, nicht dass der noch mal zurück kommt..."

Kaum schien die Gefahr vorüber, wurde Harry wieder leichtsinnig: „Ach was. Wenn er jetzt eh weg ist können wir auch weiter suchen."

Das waren die kleinen Momente, die Harry die Würze des Lebens nannte. Er hatte das irgendwann mal aufgeschnappt und sofort für sich adaptiert. Irgendwie fand er das äußerst passend, auch wenn die anderen ihn deswegen manchmal aufzogen. Was wussten die denn schon. Ron war n guter Kumpel aber manchmal nur aufs Essen bedacht und Hermine.. na ja. Die hatte wahrscheinlich genug Aufregung, allein durch ihre permanenten Besuche der Bücherei. Einzig Alicia verstand ihn, davon war er überzeugt. Sie jagten beide nach der selben Art von Spaß und übertrumpften sich gegenseitig in den Risiken, die sie bereit waren, einzugehen. Es war ein nie endender, dennoch freundschaftlicher Wettkampf, der die beiden, und mit ihnen Hermine und Ron, dauernd in Schwierigkeiten brachte. Aber bisher hatte Fortuna sie nur selten im Stich gelassen.

Harry lehnte sich wieder an die Wand und zog seinen Zauberstab erneut, um Licht zu machen. „Also los Süße, such:" Gesagt, getan. Alicia ließ sich wieder nach unten sinken und führte ihr Werk fort.

Dabei murmelte sie: „Dieser freche Kerl, dem werd ich noch eins auswischen!" dabei musste sie aber wieder schmunzeln...

Niemand von ihnen schaute mehr auf die Karte, als Alicia nach wenigen Minuten ein triumphierendes: „Da ist es..." ausstieß. Das breite Grinsen auf ihrem Gesicht erstarrte jedoch, als sie sich zu ihrem geliebten Freund umdrehte und bemerkte, dass die Tür einen Spalt weit geöffnet war.

„Da ist was?" schnarrte eine Stimme aus der Dunkelheit und die Tür öffnete sich vollständig. „Was haben Sie hier unten verloren?" Argus Filch betrat die Kammer und musterte die Beiden, die wie erstarrt in ihren Positionen verharrten. Alicia hatte noch immer nicht aufgehört zu grinsen, drehte sich jedoch jetzt so, dass Filch den losen Stein nicht sehen konnte und schob ihn mit dem Rücken wieder an die richtige Stelle.

„Nichts... wir haben nur..." versuchte Harry sie zu retten

„Wieder einmal herumgeschnüffelt," vollendete der Hausmeister den Satz und trat dicht vor Harry. „Nicht wahr? Und jetzt verführen sie auch noch die neue Schülerin dazu!"

„Ich dachte, dafür werden sie bezahlt!" knurrte Harry als er den ersten Schrecken überwunden hatte leise und ging einen Schritt zurück. Filch kam man nicht gern zu nahe. Inständig hoffte Harry, dass Alicia den Mechanismus gut verdeckt hatte.

„Wofür ich bezahlt werde, ist nicht ihre Sache Mr. Potter," fuhr Filch den Jungen an. „Was haben Sie hier zu suchen, ich frage noch einmal!"

Alicia stand auf und lehnte sich ebenso lässig an die Wand wie Harry. "Eigentlich haben wir den Raum mit den Exponaten für die Verwandlungsstunde gesucht, irgendwo sind wir dann wohl falsch abgebogen."

Filchs Augenbrauen zogen sich zusammen.

Die Gryffindors um Harry, also auch Ron und Hermine, waren ihm schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge mit ihrer arroganten, frechen Art. Bisher war es ihm nur leider nicht gelungen, ihnen das Handwerk zu legen, obwohl er der festen Überzeugung war, dass die beiden zusammen mit Granger und Weasley nichts als Unsinn ausheckten.

„Die Räume für die Unterrichtsmaterialien sind Schülern nicht zugänglich, es ist überflüssig IHNEN beiden das zu sagen," blaffte Filch und wies auf die Tür. „Sie werden unverzüglich diesen Raum verlassen und mir folgen."

"Eh...wir haben nichts gemacht, Mr. Filch." Harry wurde nervös. Er überlegte fieberhaft, ob man ihnen was vorwerfen konnte. Eigentlich hatten sie nichts unrechtes getan...solange Filch den Mechanismus nicht bemerkte. Dann allerdings würden sie in Erklärungsnot geraten.

„DAS wird sich noch rausstellen," knurrte Filch zurück und bedachte die beiden mit einem grimmigen Blick.

Alicia zuckte mit den Schultern und gab Harry einen Klaps auf den Rücken: „Na komm schon, wir wollen doch nicht, dass unser hochgeschätzter Hausmeister seine Pflichten vernachlässigt..." Was sollte denn schon passieren, der Stein war wieder an seiner Stelle und sie würden diesen Raum eine Zeitlang meiden.

Und außer ein paar zerdrückten Schokofröschen, konnte Filch ihnen ja nichts abnehmen... Alicia blieb ruckartig stehen. Die Beiden sahen sich gleichzeitig mit entsetzten Gesichtern an. Sie schienen den selben Gedanken gehabt zu haben.

Die Karte. Wenn Filch Taschenkontrolle machte, würde er sie sicher finden. Hilflos zuckte Harry kaum merklich die Schultern. Wenn Alicia nicht noch was Geniales einfiel, dann waren sie die Karte, das Ergebnis jahrelanger Arbeit der Marauder und seiner selbst und ihr Ticket für unbeschadete nächtliche Spaziergänge, los.

Alicia schluckte unmerklich: „Es gibt da nur ein kleines Problem... nichts weltbewegendes."

Sie hob die Hände, als Filchs Miene noch etwas grimmiger wurde: „Es ist nur so, dass wir versprochen haben, noch diesen Beutel mit Lilienblättern zum Gewächshaus zu bringen. Es geht da um ein neues Experiment. Danach stehen wir Ihnen selbstverständlich sofort zur Verfügung. Und wenn es Ihnen lieber ist, kann ja Harry schnell rübersprinten, der ist sowieso schneller als ich." Ernst blickte Alicia den Hausmeister an und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht.

„Das ist doch ein Trick," schnarrte Filch und drehte sich wieder zu Harry. „Irgendwas habt ihr beiden doch vor..."

„Selbst wenn wir was vorhätten, sie sind uns doch eh über. Das hat doch eh keinen Sinn sie zu betrügen!" bluffte Harry vorgegeben zerknirscht. „Also warum sollten wir ne Geschichte erzählen?"

Alicia unterdrückte mit aller Gewalt ein Auflachen und nickte nur dazu. Filch und ihnen über…. Manchmal konnte Harry wirklich hammerhart sein.

Filch schien davon allerdings sehr geschmeichelt und wog den Kopf mehrmals hin und her. „Da haben sie recht, es ist nicht leicht, mich hinters Licht zu führen." Skeptisch blickte er von einem zum anderen und Alicia hatte noch größere Mühen, nicht laut loszulachen. Der sollte verdammt noch mal jetzt zustimmen und sie in Ruhe lassen… sonst könnte noch ein Unglück passieren. Schließlich nickte Filch. „Sie Mr. Potter werden in 10 Minuten in meinem Büro sein… Sie Mrs. Hasten werden unverzüglich mitkommen."

„Klar," presste Alicia hervor. Büro… das war echt die Krönung…

Harry konnte ihr Glück kaum fassen. So naiv konnte doch nicht mal Filch sein. Er stammelte etwas von Danke und verschluckte sich fast an einem unterdrückten Lachen, dass aber durchaus als Zeichen von zerknirscht sein verstanden werden konnte. Genau so wertete es Filch, so schien es. Harry drückte sich an dem Hausmeister vorbei und wollte eben durch die Tür witschen. Hinter Filchs Rücken gab er Alicia noch ein Daumen hoch und lachte stumm über das ganze Gesicht.

Das war offensichtlich zuviel für sie, die ohnehin schon mit ihrer Fassung kämpfte. Alicia stützte sich an eine Wand und prustete los. Man konnte förmlich sehen, wie der Ärger in Filch wieder hoch kochte.

"Sie finden das wohl lustig ja? Nun, da sie ja offenbar aus schulischen Gründen in die Gewächshäuser müssen, kann ich es wohl verantworten sie ZUERST zu mir zu bitten." Filch war außer sich, während Alicia sich auf die Lippen biss.

Wie hatte sie nur so unbeherrscht sein können. Sie warf Harry einen schuldbewussten Blick zu und ließ sich ohne weitere Kommentare von Filch nach draußen schieben. Den Ausdruck auf Harry Gesicht zu beschreiben war schwierig. Dort zeichnete sich eine Mischung aus Ärger über Alicia, Wut auf sich selbst, weil er nicht schnell genug weg gewesen war und Entsetzen ab. Das war's. Die Karte waren sie los.

Diesmal waren sie eine Spur zu arrogant gewesen. Harry fühlte sich elend. Sie schlichen vor Filch den Gang runter, als wartete auf sie das Schafott. Sein einziger Trost war, dass der Hausmeister mit der Karte nichts anfangen können würde. So würde Filch wenigstens nicht erfahren, dass sie so viel über die geheimen Wege aus und nach Hogwarts herausgefunden hatten.

Der Mann führte die beiden Jungen über einen abgelegenen Gang zu einer schmutzigen, düsteren Treppe, die, wie er nicht ohne Freude verkündete, direkt in die Hölle, sprich sein Büro im Keller führte. Er nannte es den unauffälligsten Weg, denn Filch mochte keine Aufmerksamkeit. Er hasste es, von Schülern ausgelacht zu werden oder noch schlimmer, von Peeves vorgeführt.

Hermine Granger nahm eine der hinteren Treppen des Gryffindor Turmes, die man nur an ungeraden Tagen passieren konnte, um sich ein Stück Weg zu sparen. Als sie auf dem entsprechenden Absatz ankam und um die Ecke bog, sprang sie sofort wieder zurück in Deckung.

Auf der Treppe gegenüber war Filch. Er sah ihn gerade noch in dem kleinen Aufgang verschwinden und wollte lieber warten bis die Luft rein war. Doch was er wenige Sekunden Später hörte, ließ ihm das Blut stocken.

„Ehrlich, Mr. Filch, Sir. Was immer sie denken. Das eben hatte nichts mit ihnen zu tun..."

Das war Harry und es klang als wäre er in Schwierigkeiten. Gleich danach hörte sie Alicia etwas ähnliches sagen. Verdammt. Filch hatte beide erwischt. Schnell überlegte Hermine. Sollte sie hinterher gehen und sich mit in die Sache reinziehen lassen? Oder sollte sie lieber einen Plan ausdenken, wie sie die Beiden decken konnte. Hermine wäre am liebsten sofort losgelaufen aber die Vernunft sagte ihr, letzteres zu tun.

Sie zog ihren Zauberstab und versah ihre Schuhe mit einem Geräusche dämmenden Schutz um augenblicklich und so unauffällig wie möglich hinter den dreien her zu gehen. Hermine musste wissen was los war bevor er helfen konnte.

„Wenn sie nichts zu verbergen haben, wieso versuchen sie sich so sehr zu verteidigen," erklang abermals die Stimme von Filch. Ein breites Grinsen ging über das Gesicht des Hausmeisters. Ein boshaftes Grinsen. Endlich hatte er die beiden erwischt und was immer es war, was die beiden zu verbergen hatten, er würde es herausbekommen.

„Wir werden ein nettes Gespräch führen..."

Alicia trottete neben seinem Freund her, die Augen zusammengekniffen. Sie dachte fieberhaft nach, wie sie aus dieser Situation noch herauskommen sollten, aber so wirklich einfallen wollte ihr nichts. Wenn Filch die Karte einbehalten würde, war die Arbeit von Jahren verloren. Auf den Nervenkitzel des Erwischt werden durch Lehrer konnten sie verzichten. Aber ohne die Karte würde es unmöglich sein, zu sehen, wann ihnen jemand in die Quere kam bei ihren Streichen.

"So 'n Mist," zischte sie sehr leise, so dass nur Harry sie hören konnte.

Hermine wartete auf einem der oberen Treppenabsätze bis sich die Schritte der drei entfernten und schlich dann wieder ein Stück hinterher. Sie konnte nicht wirklich verstehen was gesprochen wurde. Er musste einfach näher ran kommen auch wenn er dabei riskierte entdeckt zu werden.

„...Taschenkontrolle machen oder?" hörte sie Harry jetzt zu Filch sprechen. „Das ist illegal. Außerdem hab ich nichts dabei was einen Blick lohnt. Und wenn dann wohl kaum hier auf der Treppe. Ich mein dazu wollten wir doch ins Büro gehen oder?" versuchte Harry Zeit zu schinden.

Es ging also um etwas, das er in der Tasche hatte. Aber was zum Teufel konnte das...Hermine wurde blass.

Die Karte! Harry hatte sie sich vorhin von ihr geben lassen, weil Alicia etwas gefunden hatte, was sie eintragen sollte. Was wenn er sie immer noch bei sich hatte? Höchste Eile war geboten. Es war nur Filch. Kein Lehrer oder so. Nur der Hausmeister. Und immerhin war sie Schulsprecherin. Was wenn sie einfach... Ein Grinsen machte sich in seinem Gesicht breit. Manchmal musste man einfach was riskieren, nur um des Spaßes am Risiko willen. Entschlossen nahm sie die nächsten Absätze schneller, um die drei einzuholen.

„Ah endlich hab ich euch gefunden." rief Hermine völlig außer Atem.

„Mr. Filch,. Sir." Sie nickte dem Hausmeister gespielt beiläufig zu. „Harry. Du wirst schon seit ner Viertelstunde erwartet...im..." Hermine stockte.

„Gewächshaus" ergänzte Harry schnell.

„Ja genau. Du solltest doch Pergament besorgen. Hast du das etwa vergessen? Für die..."

„Meritentrichter!" erfand Harry und Alicia nickte eifrig.

Filch starrte Hermine grimmig an. „Das ist bekannt Mrs. Granger," brummte er. „Ich war mit Mr. Potter so verblieben, dass er nach unserem Gespräch seinen Aufgaben nachkommen wird."

Alicia blickte angestrengt auf die Fliesen des Bodens. „Fangen Sie doch einfach erst mal mit mir..." weiter kam sie nicht denn Filch unterbrach sie.

„Und ich werde dabei bleiben!" Eine leichte Unsicherheit schwang in seiner kratzigen Stimme mit. Vertrauensschüler waren eine Sache für sich, die Schulsprecherin erst recht und wenn die Granger darauf bestehen würde, müsste er Potter laufen lassen. Aber auch Schulsprecher waren nur Kinder und sicherlich würde der Schüler sich seinen Anweisungen fügen.

„Tut mir leid Sir, aber ich muss darauf bestehen. Miss Sprout verlangt nach Potter und einem Lehrer werde ich nicht widersprechen können. Das müssen sie verstehen." Hermine war höflich aber bestimmt, auch wenn ihr flau wurde, wenn sie an mögliche Konsequenzen dachte.

„Übrigens, darf ich erfahren, was diese Beiden hier gemacht haben? Immerhin unterliegen sie auf eine Art meiner Verantwortung, Sir." Erklärte Hermine gespielt selbstbewusst.

Alicia verkniff sich mit aller Macht das Lachen. Hermine war genial wie immer. Trotzdem blickte sie weiter schuldbewusst nach unten, um Filch nicht einen Ansatz geben zu können.

„Das was sie am besten können, herumschnüffeln dort wo sie nichts verloren haben," knurrte der Hausmeister zurück. „Aber wenn Miss Sprout darauf besteht, dann soll Potter gehen. Allerdings NUR Potter..."

„Nun, herumschnüffeln stellt noch kein Vergehen dar, Sir. Was haben sie denn getan?"

Filchs Miene wurde noch etwas finsterer. „Wenn man sich in nicht offiziellen Schulräumen aufhält, stellt das sehr wohl ein Vergehen dar." Um keinen Preis würde er zugeben, dass er nur die Gelegenheit genutzt hatte, die beiden endlich einmal filzen zu können.

„Da muss ich ihnen allerdings zustimmen, Mr. Filch." Bestätigte Hermine.

Harry glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. Eben hatte er Hermine noch für genial gehalten, doch jetzt zweifelte er an seinem Verstand.

„Daher denke ich, das sollte nicht ungestraft bleiben. Ich werde Professor McGonnagall davon in Kenntnis setzen. Sie wird die passende Bestrafung für diese Beiden finden. Selbstverständlich werde ich ihr eingreifen lobend erwähnen, Sir. Und jetzt entschuldigen sie uns. Kommt, ihr zwei."

Das war an Unverschämtheit kaum zu Toppen, aber Frechheit siegt war einer ihrer Wahlsprüche. Alicia drehte sich schon zum Gehen, als ihn eine Hand von hinten packte.

„DIE bleibt hier," fauchte Filch, sich seiner letzten Möglichkeit schon beraubt sehend. „Sie wollten Potter, sie haben Potter, aber Hasten wird hier bleiben und mir Rechenschaft ablegen."

„Sehen sie; Mr. Filch. Ich will ihre Autorität und Erfahrung nicht anzweifeln. Sicher kennt niemand die Vorschriften so gut wie sie." Hermine wertete das zustimmende Nicken Filchs als Zeichen, auf dem richtigen Weg zu sein. „Daher ist ihnen auch bewusst, dass ausschließlich das Lehrpersonal berechtigt ist Kontrollen durchzuführen und Strafen auszusprechen, und das die Vertrauensschüler dazu da sind, Missetäter zu melden." Hermine sah sehr überzeugend aus.

Filch ließ Alicia los und dieser brachte sich augenblicklich außer Reichweite des Hausmeisters. „Nun gut, dann will ich für heute mal nicht so sein." Dass es in Filch brodelte war offensichtlich, aber gegen die Argumentation Grangers konnte auch er sich nicht wehren. „Verschwinden sie - alle drei - aber wagen sie es nicht, noch einmal in verbotenen Räumen herumzuschleichen." Er drehte sich um und stapfte in Richtung seines Kellers davon.

„Puh das war echt knapp," Alicia stieß hörbar den Atem aus, als Filch außer Hörweite war.

„Knapp?" Hermine lies ihre Freunde nicht im Unklaren was sie von der Aktion hielt. Die Erleichterung, daß sie mit seiner Unverschämtheit durchgekommen war, machte dem Ärger über den Leichtsinn der Beiden Platz.

„Das war nicht knapp, das war schieres Glück, daß ihr beiden Trottel jetzt nicht bei Filch sitzt und eure Taschen umdrehen müsst. Hast du die Karte dabei?"

Harry zog sie wortlos aus der Tasche und zeigte sie Hermine. „Ja, dass dachte ich mir. Ernsthaft. wie kann man sich von Filch erwischen lassen. Noch dazu, wo ihr zu zweit wart. Ich fass es nicht." Noch während sie redete verflog ihre Wut auch schon wieder.

„Ist doch nichts weiter passiert" grinste Harry sie an und Alicia nickte ebenfalls grinsend.

„Solange wir die Schulsprecherin auf unserer Seite haben..." Hermine schaute gespielt ernst.

„Zumindest solange ich noch eine bin. Aber wenn ihr Beiden so weiter macht werd ich wohl bald meinen Job los sein. Und jetzt werd ich mir was für McGonnagall einfallen lassen, weil Filch wird sicher nachfragen. Vielleicht wird sie mit fünf Punkten Abzug pro Nase einverstanden sein. Aber ernsthaft, Alicia und Harry, tut mir einen Gefallen. Seit um Merlins Willen nicht so leichtsinnig mit der Karte. Auch Ron und ich brauche die Dienste der Karte hier und da einmal, ihr versteht..."

Sie grinste noch mal, diesmal leicht verlegen, in die Runde und verschwand in Richtung von McGonnagalls Büro.

Alicia und Harry aber ritt der Teufel. Kaum war Hermine verschwunden, begaben sich die beiden wieder in den Raum mit dem neuen Durchgang.

Diesmal versicherten sie sich, das Filch sie nicht wieder überraschen würde. Er war in seinem Büro und damit auf der anderen Seite des Schlosses.

Schließlich gelangten sie wieder in die Kammer, aber dieses Mal unbehelligt. Schnell fand Alicia den losen Stein, nahm und ihn heraus.

In diesem Moment öffnete sich eine weitere Türe und ein riesiger Raum kam zum Vorschein. Langsam aber sichtlich neugierig betraten Harry und Alicia den Raum.

In dem riesigen Raum war ein Steinkreis durch Menhire aufgebaut. Einige der Menhire schienen bearbeitet sein. Bei näherem hinsehen konnten Harry und Alicia einige der Zeichen erkennen. Es handelte sich unter anderem um Drachen, Einhörner, Phönixe und Schlangen, außerdem mit Spiralen und Runen verziert, die sie in ihren Bann zogen.

In der Mitte des Steinkreises war eine Art Altar oder großer Tisch, auch aus Stein.

Auf aufgerichteten Tragsteinen ruhen eine große Steinplatte, die dem Bauwerk das Aussehen eines riesigen Tisches verliehen. Ihrer tischähnlichen Form wegen konnte man diesen Dolmen auch als Opfertisch, Altarstein oder Druidenaltar bezeichnen. Die Tragsteine unten drunter bildeten eine vieleckige Kammerwand, die einen Zugang besitzt, der durch einen Abschlussstein verschlossen war.

Dann erklärte Harry: „Das ist ein Dolmen oder man nennt es auch Hünengrab! Unzweifelhaft dienten die Dolmen in den meisten Fällen als Begräbnisstätten. In den Kammern fand oft man die Skelette von Menschen. Die in den Dolmen gefundenen Gegenstände bestehen meistens aus groben Tongefäßen und Steinwerkzeugen. Lass uns schauen, was wir dort finden!"

Alicia nickte und gemeinsam schoben sie den Abschlussstein zur Seite. Dann sagte Alicia: „Lumos!" und hielt ihren leuchtenden Zauberstab in den kleinen, nun geöffneten, Raum!"

Alicia entdeckte etwas und da sie schlank genug war, kroch sie rein und war kurz darauf wieder da und zeigte Harry zwei Bücher. Eines hatte den Titel Grundlagen der Alchemie und Harry fiel wieder sein erstes Schuljahr ein und erklärte Alicia: „Das ist ein Buch von Nicolas Flamel, dem Erfinder des Steins der Weisen. Er ist erst vor wenigen Jahren gestorben, im Alter von über 600 Jahren, ebenso wie seine Ehefrau! Zusammen mit seinem Partner, Professor Dumbledore, unserem Schulleiter, gilt Nicolas Flamel als Verfasser eines grundlegenden Werkes über Alchemie!"

Dann schauten sie auf den Titel des zweiten Buches: Perenelle und Nicolas Flamel – Das unendliche Leben und Horkluxe –

Beide waren geschockt, vielleicht konnten sie weitere Informationen erhalten, die ihnen gegen Voldemort helfen würden.

Dann hob Alicia noch eine kleine Holzkiste an und Harry nahm sie in seine Hand. Dann öffnete er den Deckel und erkannte darin eine Art Paletarium, das auf einem Kompass stand...

tbc