Hallo Ihr Lieben,
besonderen Dank an Traudel und Muggeltussi, denen ich leider nicht auf anderem Wege danken kann, für die reviews.
Wäre toll, wenn ich die weiterhin bekommen könnte.
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Am nächsten Morgen stand Snape wie gerädert auf. Der gestrige Abend war wohl doch zu viel gewesen.
Er beschloss, auf das Frühstück und Mittagessen zu verzichten und genehmigte sich einen Kaffee und einen Sandwich im Sessel vorm Kamin.
Den gestrigen Abend Revue passieren lassend, stellte er fest, dass es ihm sogar gefallen hatte.
Alle waren ausgelassen und Cathrin war eine exzellente Gastgeberin und Köchin.
Letzteres hätte er vor Zeugen natürlich nie zugegeben.
Cathrin, damit war er auch schon bei seinem Problem.
Seit einiger Zeit konnte er sich nichts mehr vormachen. Er war verliebt und glaubte, dass auch Cathrin ihm nicht gleichgültig gegenüber stand. Aber er wusste auch, dass das nicht sein durfte. Er würde sie beide dadurch nur in Gefahr bringen und damit auch die Arbeit des Ordens.
Es war keine Zeit für ein glückliches Privatleben. Das würde warten müssen, bis der dunkle Lord besiegt war und er eventuell noch lebte.
Ein Leben mit Cathrin, davon träumte er.
Über so etwas hatte er bislang noch nie nachgedacht.
Er beschloss, mit ihr einen wunderschönen Nachmittag in Hogsmeade zu verbringen und begann, sich darauf vorzubereiten. Zuerst öffnete er sein Fenster und war überrascht.
Über Nacht hatte sich die Landschaft weiß verfärbt. Es hatte geschneit, ungewöhnlich für den November, aber das Wetter schlug öfters Kapriolen.
Er duschte, legte sich einen von den guten Gehröcken zurecht, kämmte sein Haar, nahm seinen langen Wollmantel und ging zum Tor.
Sie hatten sich nach dem Mittagessen dort verabredet.
Cathrin war noch nicht da und so wartete er. Nach und nach liefen die Schüler an ihm vorbei und es wurde immer später.
Langsam wurde er unruhig. Was, wenn sie es sich anders überlegt hätte?
Kaum war dieser Gedanke zu Ende gedacht, kam sie auch schon atemlos um die Ecke gerannt.
„Entschuldige bitte meine Verspätung, aber ich musste erst meinen Schal und die Handschuhe suchen", sprudelte sie los.
„Kein Problem, Frauen und Chaos gehören eben zusammen. Außerdem bin ich auch gerade erst gekommen", erwiderte er lächelnd. Er freute sich wirklich, dass sie doch noch erschienen war.
Sie zogen los. Unterwegs blieben sie immer wieder stehen, um die Landschaft zu bewundern.
Cathrin stellte viele Fragen über die Tier und Pflanzenwelt um Hogwarts herum und kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
Schließlich war sie das erste Mal so weit außerhalb der Mauern unterwegs. Unbefangen hakte sie sich bei ihm unter. Zuerst versteifte er sich, aber sie schien es nicht zu bemerken und plapperte einfach munter weiter.
Er entspannte sich und genoss es, sie zu unbefangen und kindlich zu erleben.
Dann ereichten sie Hogsmeade. Als erstes gingen sie zu Derwisch und Banges. Severus benötigte noch ein paar Federkiele und Papier.
Danach begann ein Schaufensterbummel. Für einen Mann war Severus sehr geduldig.
Cathrin stöberte bei Besenknechts nach einem neuen Schal und Handschuhen und entschied sich für ein Set in den Farben Griffyndors. Severus verzog den Mund. Als Entschädigung kaufte sie noch ein Tuch in den Farben Slytherins.
Daraufhin hob er eine Augenbraue und zog die Mundwinkel nach oben, fast wie bei einem Lächeln.
Cathrin bat ihn, ihr doch einmal die Heulende Hütte zu zeigen, von der sie schon so viel gehört hatte.
Er war einverstanden, sie hatten noch genügend Zeit, bis zum vereinbarten Treffen mit Minerva. Auf dem Weg dorthin kamen sie am Honigtopf vorbei und sie kaufte sich einen großen Lutscher. Über die Gesichter der anwesenden Schüler musste sie lachen. Auch Severus schmunzelte.
Es war für beide ein wundervoller Nachmittag. Sie waren völlig gelöst und ausgelassen.
An ihrem Lutscher leckend betrachtete Cathrin die Heulende Hütte. Sie steht außerhalb des Dorfes auf einem Hügel. Severus erklärte ihr, dass die Einwohner von Hogsmeade immer noch zu sagen pflegen, in dem Haus würde es spuken, dabei rührt sich in dieser Hütte seit Jahren nichts mehr.
Sie sah schon gruselig aus und Cathrin bekam eine leichte Gänsehaut. Sie drehte sich um, um nach Severus zu sehen.
Der hatte ihr den Rücken zugedreht und stand ca. 6m entfernt. Nun packte sie der Übermut.
Sie nahm Schnee, formte einen Schneeball und warf nach ihm. Er traf ihn in der Mitte des Rückens.
Severus schnellte herum, er war total verdutzt. Als er realisierte, was hier gerade passiert war, zog ein kurzes Lächeln über sein Gesicht, er bückte sich wie in Zeitlupe, formte gemütlich einen Schneeball und warf ihn Cathrin hinterher, die inzwischen dabei war, das Weite zu suchen.
Ein kurzer Aufschrei signalisierte ihm, dass er getroffen hatte. Nun ging es erst richtig los.
Schutzsuchend positionierte sich Cathrin hinter einem Baum und warf von dort aus.
Snape stellte sich gut sichtbar in die Mitte der Lichtung und schoss zurück.
Plötzlich kam Cathrin eine Idee. Sie nutzte die Pause, in der Severus eine neue Ladung Schneebälle herstellte, um sich hinter ihn zu schleichen und wollte versuchen, ihn einzuseifen.
Sie hob den Arm und in diesem Moment drehte er sich um, hatte eine Ladung Schnee in der Hand und krachte sie ihr mitten ins Gesicht.
Sie war so verdutzt, dass sie strauchelte. Da sie nicht zum stehen kam, griff sie nach Snapes Mantel.
Durch den nassen Boden hatte auch er keinen sicheren Stand und beide fielen in den Schnee.
Sie sahen sich an und mussten lachen. Es war ein richtiges, gelöstes Lachen. Severus war als erstes wieder auf den Beinen und half Cathrin hoch.
Dadurch standen sie sich sehr nah gegenüber. Jeder konnte den Atem des Anderen spüren.
Sie schauten sich in die Augen und bewegten sich nicht. Cathrin hatte das Gefühl, in seinen dunklen Augen zu ertrinken. Sie konnte all seine Gefühle darin entdecken.
Er sah ihr tief in Ihre blauen Augen und glaubte auch ihre Gefühle zu sehen.
Sie wussten nicht, wie lange sie so standen. Noch immer hielt Severus sie fest. Aber sie konnten sich beide einfach nicht bewegen. Langsam kamen sich ihre Gesichter näher. Die Spannung war förmlich spürbar. Jeder konnte die Wärme des Anderen fühlen.
Beide schlossen die Augen, aber kurz bevor ihre Lippen sich trafen, zog Severus sich plötzlich zurück und stieß sie von sich.
Die Enttäuschung und das Unverständnis standen ihr ins Gesicht geschrieben.
Severus stammelte: „Nein, ich kann nicht, ich will nicht! Verzeih mir bitte!" und drehte sich um.
Cathrin musste sich erst einmal sammeln. Was war hier gerade geschehen? Gerade noch fühlte sie sich wie im siebten Himmel und wollte ihn küssen und nun stand sie hier, wie ein begossener Pudel.
Sie war traurig und wütend zugleich. Wortlos zog sie ihren Schal und die Handschuhe zurecht, putzte den Schnee von ihrer Kleidung und stampfte in Richtung Hogsmeade.
Severus folgte ihr. Schweigend liefen sie nebeneinander her. Keiner sagte ein Wort, keiner sah den Anderen an.
Vor den Drei Besen erwartete sie bereits Minerva.
Cathrin wollte sich nichts anmerken lassen und so ihren Fragen aus dem Weg gehen, also lief sie strahlend auf Minerva zu und fragte schon von weitem: „Na wie geht es Dir? Gut geschlafen?"
„Natürlich, nach dem guten Essen habe ich wie ein Baby geschlafen. Kommt, ich habe schon drei Plätze reserviert!"
„Auf mich müsst ihr beiden leider verzichten, ich muss noch dringend etwas zu Ende bringen.
Sorry, aber es lässt sich nicht aufschieben." brachte Severus mit einer undefinierbaren Stimme hervor. Es ließ keinen Rückschluss auf seinen Gefühlszustand zu.
„Das ist aber schade", erwiderte Minerva, „gib´s zu, du hast nur Angst davor, allein mit zwei Frauen zu sein! Aber so einfach kommst du uns nicht davon. Das kostet dich mindestens eine gute Flasche Wein."
„Wann immer ihr wollt!", kam prompt zurück und er drehte sich um und ging.
Die beiden Frauen gingen ins Wirtshaus und Minerva bestellte 2 Butterbier. Darauf hatte Cathrin sich eigentlich schon den ganzen Tag gefreut, aber nun hatte sie keinen Appetit mehr darauf und trank es lustlos.
Gott sei dank, bekam Minerva nichts von ihrer Stimmung mit. Für ihre Verhältnisse plauderte sie völlig ungezwungen die ganze Zeit über.
Schließlich machten sie sich auf den Heimweg.
Minerva fragte Cathrin, ob sie gleich zum Abendessen gehen würde und sie erklärte dass das Abendessen heute für sie ausfällt, weil sie noch satt sei von heute Mittag. Damit gab sich Minerva zufrieden, verabschiedete sich und ging in ihre Räume, um sich umzuziehen.
Cathrin blieb noch eine Weile am Tor stehen und schaute hinaus in die Nacht.
Plötzlich hörte sie Schritte hinter sich. Sie fühlte, wer es war. Gänsehaut überkam sie, als sie seine Stimme hörte.
„Wir sollten reden, bitte lass es mich erklären!"
Schnell drehte sie sich um, aus ihren Augen schossen Blitze und sie zischte ihm zu: „Da gibt es nichts zu erklären. Ich verstehe, wenn ich abserviert werde!"
Dann rannte sie an ihm vorbei in ihre Räume, schmiss Jacke, Schal und Handschuhe in eine Ecke, stellte sich ans Fenster, betrachtete die Sterne und fühlte, wie sich Tränen ihren Weg suchten.
