Warum zumTeufel dauerte das so lange? Poppy musste doch bald fertig sein, oder war Cathrin etwa schon…? Nein!! An so etwas darfst du nicht einmal denken, Severus!

Sie bekam ein Kind! Von ihm! Warum hatte sie ihm nichts erzählt? Er kannte die Antwort schon.

Ruhelos lief er auf und ab. Albus, der die ganze Zeit auf der Bank vor dem Krankenzimmer gesessen hatte stand auf und trat zu ihm.

„Du wirst noch den Boden durchlaufen, Severus! Komm, setz dich zu mir!

Das Kind hat Cathrin geschützt! Dadurch konnte sie den tödlichen Fluch überleben!

Es scheint nun wirklich so, dass dieses Kind existiert und es ist euer Kind! Severus!

Ahnst du, nur im Ansatz, welche Möglichkeiten wir nun haben? Doch zunächst muss Cathrin zu sich kommen und außer Gefahr sein!"

In diesem Moment öffnete Poppy die Tür. Severus rannte auf sie zu.

„Wie geht es ihr, wird sie es schaffen?", fragte er.

„Ihr Puls ist schwach, normaler Weise müsste sie schon längst tot sein, aber irgendetwas in ihr kämpft dagegen an. Wenn sie die nächste Stunde übersteht, hat sie eine Chance!"

Severus ging in den Krankensaal. Dort lag sie. Sie war ganz blass. Er ging zu ihr und setzte sich neben ihr Bett.

Die ganze Zeit sah er sie an. Er küsste ihre Stirn und sprach zu ihr: „Bitte komm zurück. Lass mich nicht allein! Ich brauche dich doch!"

Dann streichelte er ihren Bauch. „Pass gut auf sie auf und rette sie, bitte!"

Auf dem Korridor erklangen Stimmen. Er stand auf und trat ans Fenster. Die Sterne strahlten heute besonders hell.

Plötzlich betraten mehrere Menschen den Saal. Unter ihnen war Hermine und die anderen beiden mussten ihre Eltern sein. Albus und Minerva waren auch dabei.

Er drehte sich wieder um und reagierte nicht.

Alle standen um Cathrins Bett herum. Ihre Mutter strich ihr übers Haar und blickte auf. Dann sah sie ihn. Sie kam auf ihn zu und fragte leise: „Sind sie der Mann, den sie liebt? Ja, sie müssen es sein. Danke, dass sie sie gerettet haben. Sie müssen ein guter Mensch sein, sonst hätte sich meine Tochter nicht in sie verliebt und ich bin froh, dass sie bei ihr waren, als es passierte. Danke!"

Er zuckte kaum merklich zusammen, sah sie nur an und sagte nichts. Das war aber auch nicht nötig. Der Glanz seiner Augen sagte alles. Er nickte nur und drehte sich wieder um.

„Was?" schrie Hermine herüber. „Sie sind der Mistkerl, der meiner Schwester das Herz gebrochen hat? Was tun sie hier? Verschwinden Sie!"

„Hermine!" erklang es aus mehreren Mündern gleichzeitig.

Albus erklärte ihr ruhig: „Nein Hermine. Ein Herz kann man nur brechen, wenn ein Gefühl nicht erwidert wird und glaube mir, das ist hier nicht der Fall! Die Gefühle, von denen wir hier sprechen sind enorm, sonst hätte das Kind nicht diese Fähigkeiten und hätte Cathrin nicht retten können."

Das ließ Hermine verstummen und sie schaute ihn schuldbewusst an.

Severus zeigte bei all dem keine Regung.

Plötzlich begann Cathrin zu zucken. Alle erschraken. Severus eilte an ihr Bett. Es war, als hätte sie einen epileptischen Anfall. Ihre Augenlider zuckten.

Dann war es wieder vorbei. Alle hielten die Luft an. Cathrin öffnete einen kleinen Spalt die Augen und lächelte, als sie Severus erblickte.

„Severus! Komm zu mir!", sagte sie schwach. Er tat, wie sie ihm geheißen und setzte sich auf ihr Bett. „Bring mich fort von hier, ja?" flüsterte sie.

„Das geht nicht, mein Engel. Poppy muss doch auf dich aufpassen!", antwortete er ebenso leise.

„Bitte!", erwiderte sie schwach.

„Ich denke, wir können ihren Wunsch erfüllen!" sagte Albus an seiner statt. „Minerva errichte eine Flohverbindung zwischen Severus´ Räumen und der Krankenstation, falls etwas ist, kommst du sofort mit ihr hierher oder ruft Poppy, Severus!

Mister und Misses Granger, Hermine wird Ihnen Cathrins ehemalige Räume zeigen. Sie sind noch unverändert und werden ihnen vorerst als Quartier dienen. Hermine, du kannst natürlich auch dort bleiben."

Ohne Erwiderung machte sich Minerva ans Werk. Severus hob Cathrin empor und trug sie in Richtung Kamin. Ihre Eltern strichen ihr noch einmal über den Kopf und küssten ihre Stirn.

Dann flohte Severus mit ihr in seine Räume.

Er trug sie ins Schlafzimmer und legte sie vorsichtig auf sein Bett. Dann deckte er sie sorgfältig zu, zog sich einen Sessel heran und setzte sich zu ihr.

Beide sahen sich nur an und sagten kein Wort. Zwischendurch fielen Cathrin immer wieder die Augen zu. Nach einiger Zeit, bat sie ihn, sich zu ihr zu legen.

Er tat ihr nur zu gern den gefallen und sie kuschelte sich an ihn.

Dann schlief sie wieder. Severus hingegen konnte nicht schlafen. Zu viele Gedanken gingen ihm durch den Kopf und einer davon, war: Himmel, ich werde Vater!