Als er endlich beim dunklen Lord erschien, waren bereits alle anwesend.

„Severus, kannst du es endlich einrichten zu erscheinen?! Welche Ausrede hast du denn diesmal? Musstest du Dumbledore die Füße kraulen?", fragte Voldemort gereizt.

„Meister verzeiht, aber ich war wirklich gerade in einer Besprechung mit dem alten Narren. Es wäre aufgefallen, wenn ich sofort aufgebrochen wäre.", erwiderte Severus mit einer tiefen Verbeugung.

Voldemort winkte ab. „Lassen wir das. Nun zu euch allen. Die Suche nach dem Kind war ergebnislos. Ich bin äußerst unzufrieden. Einige von euch, sind sogar draufgegangen oder wurden wegen ihrer Blödheit gefasst und nach Askaban geschickt.

Es gibt noch immer nur das eine Ziel, dieses Kind zu finden!"

Plötzlich zuckte er zusammen und krümmte sich scheinbar vor Schmerzen.

„Meister, was ist mit euch!", wimmerte Wurmschwanz und wollte ihn stützen.

Doch Vorldemort stieß ihn zurück. Mit schmerzverzerrtem Gesicht stieß er hervor:

„Es ist soweit. Die Geburt hat begonnen. Das Kind wird bald da sein. Durchwühlt alle Register, um es zu finden! Auf was wartet ihr noch?!!!!"

Um Severus herum begannen alle zu apparieren.

Auch er wollte sich sofort auf den Weg machen. Der Schreck, den die Worte Voldemorts hervorgerufen hatte, steckte ihm tief in den Gliedern.

Wenn alles stimmte, hatten bei Cathrin die Wehen eingesetzt. Aber wiese jetzt?

Heute Morgen war doch noch nichts zu merken? Er musste sofort zu ihr!

Als er eben gehen wollte, hielt Voldemort ihn zurück.

„Warte Severus! Was glaubst du, kann ein Trank mich von dem Einfluss dieses Kindes entbinden? Ich habe keine Lust, solange diese Schmerzen auszuhalten, bis wir das Kind finden!"

„Mein Lord, ich werde nachsehen und versuchen, einen Trank zu brauen, der die Symptome lindert. Vorerst solltet ihr einen Schmerzlinderungstrank nehmen.

Er wird sich um die akutesten Schmerzen kümmern.", antwortete ihm Severus demütig.

„Tu das und finde schnell etwas!" befahl Voldemort.

Damit war Severus entlassen. Er apparierte sofort nach Hogwarts.

So schnell er konnte rannte er über die Wiese zum Tor. Plötzlich verstellte ihm eine dunkle Gestalt den Weg.

Im Mondschein konnte er erkennen, dass es Firenze war.

„Verzeiht, aber ich muss sofort weiter!", rannte er auf ihn zu.

„Wartet dunkler Professor!" bat Firenze, „Nun ist es so weit, euer Kind erblickt das Licht dieser Welt und Voldemort weiß es. Hier nehmt das Hasenohrkraut. Ihr werdet es brauchen, um Voldemort mit einem Trank zu täuschen. Zusammen mit dieser weißen Pfingstrosenwurzel wird es bewirken, dass er seine Schmerzen verliert und euch etwas Zeit verschaffen. Viel Glück!"

Er gab Severus die Kräuter und verschwand.

Woher wusste er…? Er war schließlich ein Zentaur! Severus hatte geglaubt, dass es diese Kräuter nicht mehr gab.

Radix Publeuri, wirkte psychisch entspannend und stimmungshebend.

Radix Paeoniae alba, wirkte ebenfalls psychisch entspannend und schmerzlindernd.

Mit diesen Kräutern konnte er dem dunklen Lord ein heilmittel vorgaugeln. Es würde die Schmerzen betäuben und die geringen Schmerzen, die er noch hatte, würde er auf Grund seiner Psyche nicht spüren.

„Danke" murmelte er leise, besann sich dann aber, was er eigentlich tun wollte.

Sofort rannte er weiter.

Zuerst rannte er in Cathrins Quartier. Hier war niemand mehr, wie ihm die Dame im Porträt versicherte.

Umgehend rannte er weiter zur Krankenstation.

Schon vor der Tür sah er Dumbledore, Minerva und Hermine sitzen. Die sprangen auf, als sie ihn ankommen sahen.

Dumbledore kam ihm entgegen und Severus unterrichtete ihn schnell über das Treffen, dann schob Albus ihn durch die Tür.

Dort lag Cathrin und sah ihm entgegen und lächelte. Ihre Eltern waren bei ihr. Madam Pomfrey stand davor.

Sofort eilte er an ihr Bett. Sie ergriff seine Hand und sagte lächelnd: „Es tut mir leid, aber kaum warst du fort, ist die Fruchtblase geplatzt und nun ist es gleich so weit."

Statt einer Antwort drückte er nur ihre Hand.

Schweißperlen standen auf ihrer Stirn. Trotz des Schmerlossaftes litt sie.

Er konnte nichts für sie tun, außer da zu sein.

Ihre Eltern nickten ihm aufmunternd zu.

Jetzt ging es los. Sie drückte seine Hand so sehr, dass er glaubte, sie würde abgeschnürt. Ihr Gesicht wurde rot vom pressen, sie richtete sich auf und atmete stoßweise.

„Noch einmal stark pressen Cathrin. Komm! Ich seh schon das Köpfchen! Nicht nachlassen! Los!" motivierte sie Madam Pomfrey. Er streichelte ihren Rücken und beugte sich nach vorn, um etwas zu sehen. Wirklich, das Köpfchen lugte ansatzweise heraus. Wahnsinn!

Nun sprach auch er ihr Mut zu. „Gleich hast du es geschafft. Komm!" Ein letzter Schrei und schon hielt Poppy seine Tochter im Arm. Die weinte lauthals.

Er legte vorsichtig Cathrins Oberkörper ab und streichelte ihr die nassen Haarsträhnen aus dem Gesicht.

„Nun haben wir eine Tochter.", sagte er leise zu ihr und gab ihr einen Kuss.

Sie lächelte ihn an und legte sich erschöpft zurück.