Anfang November erschien Remus Lupin in Hogwarts. Dumbledore stellte ihn mit einer Ankündigung als Lehrer im Fach Verteidigung gegen die dunklen Künste vor. Er brauchte nicht viel zu sagen, die Schüler kannten ihn noch und brachen in Begeisterungsstürme aus. Nur der Tisch der Slytherins und ihr Hauslehrer enthielten sich der allgemeinen Jubelschreie.
Lupin setzte sich am Lehrertisch auf Minervas andere Seite und beugte sich nach vorn, um Cathrin besser sehen zu können.
Er hielt ihr seine Hand hin und sprach: „Ich glaube, wir kennen uns noch nicht! Sie müssen Cathrin Granger sein, die Lehrerin in Muggelkunde. Endlich lerne ich sie mal kennen. Ich höre ja nur Positives von ihnen und war schon ganz gespannt auf sie! Selbst Albus hat geschwärmt und das will schon etwas heißen!" Er zwinkerte ihr zu.
Den tödlichen Blick von Severus schien er nicht zu bemerken.
Minerva lehnte sich nach hinten, um das Gespräch nicht zu behindern und sah zu Severus hinüber. Als sie seinen Blick bemerkte, musste sie lächeln.
Den Rest des Abends plauderten Cathrin und Remus miteinander, als würden sie sich schon ewig kennen. Sie lachten sehr viel und zogen die Aufmerksamkeit der Anderen auf sich. Nach einem kurzen Blick auf ihre Uhr erkannte Cathrin, dass sie sich auf den Weg machen musste. Eileen hatte bestimmt schon Hunger. Remus bedauerte das, reichte ihr zum Abschied die Hand und bemerkte, dass man sich nun wohl öfters sehen würde.
Cathrin verabschiedete sich von allen und ging zu ihren Räumen.
Diesmal war es Severus, der ihr nachdenklich hinterher sah.
Die nächsten Wochen verbrachte sie damit, ihren Unterricht vorzubereiten, mit Eileen zu spielen, die sich nun allein auf den Bauch drehen konnte und langen Spaziergängen innerhalb des Schlosses.
Unter der Woche begleitete sie fast jeden Tag Remus. Er unterhielt sie und sie konnte sich nicht daran erinnern, wann sie das letzte Mal so viel gelacht hatte. Das Zwerchfell schmerzte schon vom Lachen.
Beide alberten herum und die Tage vergingen wie im Flug. Cathrin genoss die Zeit mit Remus. Er lenkte sie von ihrer Sehnsucht nach Severus ab.
Oft wurden sie während ihrer Spaziergänge heimlich von einem Paar dunkler Augen beobachtet.
Nach dem Spaziergang begleitete Remus sie in der Regel zu ihren Räumen.
Dort verabschiedeten sie sich voneinander. Nie bat sie ihn herein.
Eines Tages, als Remus sie wieder zurück gebracht hatte und in seine Räume gehen wollte, wurde er plötzlich gepackt und in eine dunkle Ecke gezogen.
Nun stand ihm ein wütend blickender Severus Snape gegenüber. „Lupin, ich warne dich! Halte dich von meiner Familie fern! Du bist Mitglied des Ordens und weißt genau, dass wir beide zusammen sind! Wage es ja nicht, ihr noch näher zu kommen!", zischte dieser ihm wütend entgegen.
„Snape, wie lange kennst du mich? Du magst mich nicht, aber so weit dürftest selbst du mir vertrauen, dass ich niemals etwas mit ihr anfangen würde! Außerdem zeugt das nicht von einem großen Vertrauen zu Cathrin, da du ja damit auch automatisch ihr unterstellst, dich zu hintergehen!", lachte Lupin.
„Lass die Finger von ihr!", fauchte Snape.
„Hör auf damit! Wir sind einfach nur gute Freunde und verstehen uns gut, außerdem können wir viel miteinander lachen!", brummte Lupin zurück.
Snape, drehte sich um und ging, aber nicht ohne ihm einen drohenden Blick zuzuwerfen.
Ich denke nicht dara, sie in Ruhe zu lassen! Wir haben viel zu viel Spaß und den hat auch sie verdient!!!, dachte Remus.
Im Gegenteil, ihm kam das schon eine gute Idee, wie er Snape noch mehr auf die Palme bringen konnte und mit der ging er gleich zu Dumbledore.
oooo
Ein paar Tage später machte Dumbledore eine beim Abendessen eine Ankündigung.
„Wie Ihr selbstverständlich alle wisst, stehen die Weihnachtsferien vor der Tür. Denjenigen von euch, die nach Hause fahren, wünsche ich selbstverständlich schöne Ferientage.
Damit die, die hier bleiben auch etwas Spaß haben, hat Professor Lupin den Vorschlag gemacht, eine Weihnachtsparty zu veranstalten. Höhepunkt dieser Party soll ein Karaoke Wettstreit sein. Das Thema lautet: Duette.
Die Organisation der Party werden die Professoren übernehmen, aber ihr solltet fleißig eure Duette proben. Natürlich werden auch wir uns am Wettstreit beteiligen. Ich zum Beispiel werde mein Duett mit Professor Snape zum Besten geben."
Die restlichen Worte gingen im allgemeinen Geplapper unter. Die Kinder waren total aufgeregt. Severus verschluckte sich beinahe an seinem Tee und wurde krebsrot im Gesicht.
Danach warf er einen Blick auf Dumbledore, der ihn hängte, vierteilte oder ihm alle erdenklichen Flüche auf den Hals schickte.
Hermine fragte Ron, ob er mit ihr zusammen singen würde. Der sagte Schulter zuckend zu. Auch er konnte sich mit dem Gedanken, vor mehreren Menschen singen zu müssen nicht recht anfreunden. Aber Snape zu hören, darauf freute er sich!
Harry wollte gemeinsam mit Ginny singen. Die beiden waren richtig nervös und hätten am Liebsten sofort mit der Titelauswahl begonnen.
Cathrin bekam von all dem nichts mit. Sie war auf dem Zimmer geblieben. Eileen zahnte und daher war sie weinerlich und unleidlich. Sie versuchte, ihre Tochter abzulenken, setzte sich, zusammen mit ihr auf den Fußboden und spielte mit einem Ball. Alleine sitzen konnte Eileen noch nicht, aber sie saß bei ihrer Mutter auf dem Schoß und wollte immer nach dem Ball greifen. Vor lauter Anstrengung sabberte sie ihr komplettes Shirt nass.
Für die Nacht hatte Madam Pomfrey ihr eine Salbe gegeben, mit der sie das Zahnfleisch einreiben sollte. Dann würde das Kind wenigstens ruhig schlafen können und auch sie hätte ein paar Stunden Ruhe.
Nachdem sie beide im Bett lagen dauerte es nicht lange und sie schleifen tief und fest.
Eileen hatte sich heute Nacht richtig fest an Cathrin angekuschelt und die genoss es.
Am nächsten Morgen frühstückten beide zusammen in ihren Räumen. Sie wollte sehen, ob es Eileen besser ging.
Dobby hatte ihr einen Griesbrei und für Cathrin einige belegte Brötchen bereitgestellt.
Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass es ihrer Tochter besser ging, konnte sie beruhigt zum Unterricht gehen.
Sie wunderte sich über das Getuschel auf den Gängen, dachte sich aber nichts dabei.
Nach dem Unterricht entschied sie sich, mit Eileen einen kleinen Spaziergang zu machen. Sie wollte die zeit vorm Mittagessen nutzen und frische Luft war bekanntlich nie verkehrt.
Sie schnappte ihr Kind und schlenderte durch den Schlosshof.
Einige Schülerinnen kamen auf sie zu und wollten nach Eileen sehen. Alle stellten fest, dass sie jeden Tag hübscher und größer wird. Eileen strahlte alle an und brabbelte.
Dann erblickte sie Remus, der auch auf dem Weg zu ihr war.
„Hallo ihr beiden! Na, geht es der Maus wieder besser?", fragte er.
Als Cathrin das bejahte legte er los: „Gestern Abend hast du was verpasst! Albus hat eine Weihnachtsfeier angekündigt. Auf der soll ein Karaoke-Wettstreit stattfinden. Das Thema lautet: Duette. Er selbst will mit Severus singen. Das Gesicht hättest du sehen sollen!
Köstlich! Aber dadurch bist ja du noch frei und ich wollte dich fragen, ob du dir vorstellen könntest, mit mir zusammen zu singen?"
Cathrin sah ihn an. Dass Severus nicht begeistert war, konnte sie sich denken, aber da war ja nichts dabei! „Warum eigentlich nicht? Hast du dir auch schon einen Titel überlegt?"
„Was hältst du von Just one last dance?" polterte er heraus.
„Ok. Aber viel Zeit zum Üben habe ich leide nicht. Lass uns getrennt den Text lernen und am Abend der Aufführung entscheiden wir dann spontan, wie wir es vortragen, oder?" schlug sie vor.
„Ja und die Texte abhören können wir ja beim Spazieren gehen!", erwiderte Remus.
Damit war es beschlossene Sache.
