Als sie am Morgen danach erwachte, lag Severus nicht mehr neben ihr.
Sie setzte sich sofort auf.
Eileen war auch nicht da!
Sie rannte nach nebenan. Dort saßen Severus und Eileen am Tisch und malten!
An so etwas hatte sie im Leben nicht gedacht.
Severus versuchte ihr beizubringen, wie man eine Sonne malt.
„Aber dafür ist sie doch noch viel zu klein!", lachte Cathrin.
„Na und? Man kann nie früh genug damit anfangen!", sagte er Schulter zuckend.
Dann stand er auf. „Ich glaube, ich sollte jetzt gehen!"
Sofort verschwand ihr Lachen. „Ja, natürlich! Willst Du vielleicht noch mit uns frühstücken?"
„Nein. Es würde auffallen, wenn wir beide in der Großen Halle fehlen."
Er zog langsam seinen Gehrock an und reichte Cathrin die Karte des Rumtreibers.
„Du musst mit deinem Zauberstab darauf deuten und Ich schwöre feierlich, ich bin ein Tunichtgut sagen. Wenn du sie nicht mehr brauchst, sage Missetat begangen!", erklärte sie ihm.
Severus zuckte mit den Schultern und tat das, was sie ihm erklärt hatte.
Er staunte. Auf der Karte war klar zu erkennen, dass sich Niemand in der Nähe aufhielt.
Er küsste Eileen auf die Stirn und Cathrin bekam einen längeren Kuss.
„Ich freu mich schon aufs nächste Mal, Miss Granger.", sagte er anzüglich.
„Mal sehen, wie sie sich führen, Professor Snape!", flüsterte sie zurück und küsste ihn noch einmal. Dann ging er. Sie sah ihm noch eine Weile nach, aber er drehte sich nicht um.
Sie frühstückte allein mit Eileen und beschloss, danach mit ihr spazieren zu gehen.
Severus hingegen ging schnurstracks in die Große Halle. Dort waren alle Professoren bereits zum Frühstück erschienen.
Er nickte nur und nahm neben Filius Platz.
„Wohin bist du gestern Abend verschwunden Severus? Wir haben uns auf eine Zugabe von dir gefreut!", stichelte Remus.
„Ich hatte einen Trank fertig zu stellen. Es ist ja bald Vollmond und da dachte ich, es wäre für uns alle gut, wenn ich mich rechtzeitig darum kümmere, bevor hier andere Gesänge erklingen!", erwiderte Severus lapidar.
Remus schaute ihn überrascht an.
Albus schmunzelte. Minerva konnte sich ein Lächeln nur mühsam verbeißen.
„Na Remus, wie sieht's aus. Wie weit bist du mit der Planung unserer Silvesterfeier?
Brauchst du Hilfe?", sprach Severus weiter.
Nun blickten alle auf. Das konnte doch nicht Severus gesagt haben!
Er war so gut drauf, da musste was passiert sein!
Severus war es egal, was sie von ihm dachten. Für ihn zählte nur, dass Lupin informiert wurde, dass mit Cathrin und ihm wieder alles zum Besten stand. Dass er es kapiert hatte, daran bestand für ihn kein Zweifel. Er war nämlich jetzt sehr still.
Minerva flüsterte leise: „Wann bist du denn ins Bett?"
Leise antwortete er: „Ich habe keine Ahnung." und grinsend fügte er noch ein „Ausnahmsweise!" hinzu. Beide wechselten verstehende Blicke und der von Minerva bedeutete „Aber wirklich nur ausnahmsweise!".
Die letzten Tage des Jahres vergingen wie im Fluge. Cathrin hatte zusammen mit Eileen und Hermine kurz ihre Eltern besucht, sie waren aber pünktlich zum Silvesterabend zurück.
Wieder saßen alle in der Großen Halle zusammen.
Der Tisch war üppig gedeckt, es erklang Partymusik und an der verzauberten Decke leuchteten die Sterne.
Gegen Zehn Uhr eröffnete Dumbledore zusammen mit Minerva die Tanzfläche. Es schien, als hielte Severus sich lustlos zurück.
Cathrin tanzte nach und nach mit allen anwesenden Herren, außer ihm. Erst beim letzten Lied vor Mitternacht bat sie ihn zum Tanz.
Mürrisch erhob er sich und folgte ihr auf die Tanzfläche.
Es erklang gerade ein langsames Lied und dadurch mussten sie sich enger aneinander schmiegen.
„Wie war´s bei deinen Eltern?", fragte Severus plötzlich.
„Sehr schön! Mein Vater hat Weihnachtsmann gespielt. Eileen hatte absolut keine Angst vor ihm und hat ihn sogar an seinem künstlichen Bart gezogen. Sie hat gestrahlt! Meine Eltern natürlich auch!"
„Da wäre ich gern dabei gewesen. Stell dir mal vor, sie würde Albus so straff am Bart ziehen und immer wenn sie ihn sieht, verwechselt sie ihn mit dem Weihnachtsmann und erwartet Geschenke.", schmunzelte Severus.
„Bloß nicht, sie ist jetzt schon viel zu verwöhnt. Was glaubst du, wie meine Eltern sie verhätschelt haben?", stöhnte Cathrin und fuhr fort „Ich bin gespannt, wie du aussiehst, wenn du den Weihnachtsmann spielst. Das wird ja irgendwann auch der Fall sein."
Severus sah sie intensiv an. „Ich hoffe bald und glaube mir, ich verwöhne sie noch mehr als deine Eltern, wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme!"
Plötzlich erlosch das Licht. Die letzte Minute bis Mitternacht war es dunkel und alle warteten gespannt.
Nur Cathrin und Severus nicht, sie nutzten die Zeit für einen intensiven Kuss. Zärtlich spielten ihre Zungen miteinander, dann lehnten sie die Stirn aneinander. Während die anderen die letzten Sekunden herunter zählten, flüsterte Severus „Mein Engel, ich hoffe am Ende dieses Jahres müssen wir uns nicht mehr verstecken und können alle drei gemeinsam feiern!"
Dann küsste er ihre Stirn und rechtzeitig zum Feuerwerk, welches die Halle erhellte, lösten sie sich voneinander.
Beide wünschten sich für das neue Jahr das Gleiche.
Sie gingen zu den Anderen und alle gratulierten sich gegenseitig.
Albus nahm Cathrin zur Seite und sagte: „Ich wünsche euch beiden ein wundervolles neues Jahr und ich hoffe, dass eure Schwierigkeiten bald gut beseitigt werden."
Cathrin umarmte ihn und ihre Augen schimmerten feucht.
