Die Weihnachtsferien waren zu Ende und Hogwarts hatte die Schüler wieder zurück.

Alles lief wieder seinen gewohnten Gang.

Ende Januar war zum ersten Mal geplant, dass Snape, Cathrin und Eileen das Wochenende in Minervas Haus am Strand verbringen sollten. Sie hatte ihnen genau erklärt, dass es sich um ein kleines Cottage in der Nähe von Peel, einem kleinen Ort an der Westküste befindet.

In der näheren Umgebung gäbe es viel Mystisches zu entdecken. Wikingerkreuze, Begräbnisstätten, Runeninschriften und eine kleine Burg aus dem 16. Jahrhundert, die alles überragte.

Am Freitagabend begaben sich Cathrin, Eileen und Dobby in Dumbledores Büro. Severus war bereits vorgereist. Albus hatte für eine kurze Zeit eine Flohverbindung hergestellt. Minerva erklärte ihnen noch ein paar Kleinigkeiten und ab ging die Post.

Als sie aus dem Kamin traten, sahen sie sich erst einmal um.

Es war wirklich ein wundervolles, kleines Cottage. Die Wände waren aus unverputztem Naturstein, es gab viele Holzbalken und - träger und es war gemütlich eingerichtet.

Severus war nicht zu sehen.

Cathrin ging zur Vordertür und öffnete sie.

Der Anblick, der sich ihr bot war phantastisch. Das Haus lag oberhalb eines Hanges, von dem aus eine kleine Treppe hinab zum Meer führte. Man konnte kilometerweit auf das Meer hinaus sehen.

Um das Häuschen herum war ein kleiner gemütlicher Garten angelegt. Mit Blumen, Kräutern, Büschen und Beeren. Der Schnee hatte fast alles bedeckt, aber man konnte die Schönheit ahnen.

Sie ging ein Stück um das Haus herum. Da sah sie Severus. Er stand in einer Ecke des Gartens und war bemüht, aus einem kleinen Stück Wiese einen Spielplatz zu zaubern.

Allerdings benutzte er dafür seine Arme und nicht den Zauberstab.

Sie schlich sich an und wollte ihn von hinten umarmen, als er plötzlich herumschnellte, ihre Arme packte und sie hinter ihrem Rücken verdrehte. Der Ausdruck seiner Augen war Furcht erregend.

Als er sie erkannte erschrak er, ließ sie schlagartig los und trat einen Schritt zurück.

„Verzeih mir bitte. Ich bin gewöhnt immer auf der Hut zu sein. Ich wollte dich nicht erschrecken.", sagte er zaghaft.

„Ist schon in Ordnung.", erwiderte Cathrin und rieb sich ihre Arme. „Einen solch stürmischen Empfang kann sich jede Frau nur wünschen!", fügte sie lächelnd hinzu.

Danach umarmte sie ihn. Er stand total versteinert da. Erst nach einer Weile entspannte er sich.

Cathrin sah sich sein Werk an. Er hatte sich unheimliche Mühe gegeben. Ein kleiner Sandkasten war aufgebaut und daneben stand eine kleine Rutsche.

Am langen Ast des größten Baumes in diesem Garten hing eine Babyschaukel.

Cathrin war begeistert: „Toll. Wie lange hast du dafür gebraucht? Warum benutzt du nicht deinen Zauberstab?"

„Es war nicht so schlimm. Heute Morgen habe ich begonnen. War leichter, als ich dachte!", antwortete er. „Meinen Zauberstab sollte ich hier nicht benutzen. In dieser Gegend gibt es viele uralte Runen. Die sind in der Lage einen Zauber stark zu beeinflussen oder zu verstärken. Wenn irgendwer mitbekommt, dass ich hier bin, gibt es vielleicht Fragen. Wo ist Eileen?"

Sie gingen beide hinein. Als er Eileen sah, ging er sofort auf sie zu und hob sie hoch. Sie jauchzte vor Freude. Gemeinsam schauten sie sich im Haus um. Es war klein, aber gemütlich.

Im Erdgeschoss befand sich ein kleines Wohnzimmer mit einer Couch und einem Ohrensessel vor einem großen Kamin.

Nebenan war eine kleine Küche, eingerichtet mit allem, was das Herz begehrt und einer kleinen Essecke.

Sie gingen nach oben, Severus musste darauf achten, sich nicht den Kopf am Holzbalken über der Treppe anzustoßen, schon standen sie im Schlafzimmer. Mit einem großen Himmelbett, einem Einbauschrank und ebenfalls einem Kamin war es restlos ausgefüllt. Für Eileen stand ein kleines Gitterbettchen direkt zwischen Himmelbett und Schrank.

Im Nebenraum war das Bad untergebracht. Es bestand aus einer wundervollen, kleinen Badewanne, ideal für Eileen, Toilette und Waschbecken.

„Überschaubar.", sagte Severus und schnappte mit dem Mund nach Eileens Finger, den die ihm immer wieder in den Mund stecken wollte.

„Aber gemütlich!", strahlte Cathrin. Sie war glücklich, genau so hatte sie es sich vorgestellt.

Da es bereits dunkel wurde, übernahm Severus das Kochen und Cathrin badete Eileen. Dobby räumte inzwischen die Sachen in den Schrank. Danach verabschiedete er sich, erklärte aber, am nächsten Tag wieder pünktlich hier zu sein. Mit einem Plop verschwand er.

Als sie fertig war, deckte sie den Tisch und Severus servierte seine unübertroffene Pasta al Forno. Zu dritt saßen sie in der Küche und aßen. Dabei unterhielten sie sich über alle möglichen und unmöglichen Dinge. Sie lachten viel, auch Severus. Er genoss es, mit seinen Frauen hier zu sitzen und auf nichts achten zu müssen.

Danach brachte er Eileen ins Bett und Cathrin machte sich an den Abwasch. Es war ein ganz normaler Familienabend.

Eigentlich wollten beide es sich anschließend auf der Couch gemütlich machen, aber ihre Tochter durchkreuzte die Pläne.

Sie war in einer völlig neuen Umgebung und hatte sich noch nicht daran gewöhnt.

Sie weinte den ganzen Abend. Ständig standen sie auf und sahen nach ihr, dann beruhigten sie sie und wollten sie wieder ins Bett legen.

Sobald ihr Körper über dem Bett war, begann sie von neuem mit dem Geschrei.

Also probierten sie als nächstes, sie müde zu machen. Er legte Eileen zu ihnen auf die Couch und als sie eingeschlafen war, wollten sie sie wieder in ihr Bettchen legen.

Kaum berührte ihr Kopf das Kissen, öffnete sie die Augen und…

…schrie.

Also beschlossen sie, ebenfalls ins Bett zu gehen, legten sie in die Mitte und hofften, dass sie nun einschlafen würde.

Aber ihre Tochter hatte wohl andere Pläne. Sie wälzte sich im Bett herum, begann zu kichern und zu glucksen, weinte, wenn keiner sie beachtete und so vergingen einige Stunden.

Schließlich erbarmte sich Severus, nahm das Kind und ging mit ihr nach unten. Wie er sie dort beschäftigte, hörte Cathrin nicht, aber sie genoss die Ruhe und war sofort eingeschlafen.

Am nächsten Morgen erwachte Cathrin spät. Neben ihr das Bett war leer.

Sie ging nach unten und was sie dort sah, brachte sie zum Schmunzeln.

Severus lag auf der Couch, Eileen schlief auf seinem Bauch und beide schnarchten leise.

Er hatte eine Decke über sie gebreitet und schlief den Schlaf der Gerechten.

Sie beschloss, erst einmal Kaffee zu machen und die beiden noch etwas schlafen zu lassen.

Als sie die Küche betrat, war Dobby schon fleißig am Werk.

Der Kaffee war fertig und der Tisch gedeckt mit frischen Brötchen und Allem was dazu gehört. Er hatte auch an Eileens Lieblingsspeise gedacht, Haferschleim – Urggh!-

Nun ging sie zurück und kitzelte Severus sanft an der Nase. Er blinzelte und öffnete seine Augen. Dann lächelte er. Sie nahm ihm Eileen ab, die ebenfalls langsam erwachte.

Später beim Frühstück machten sie ihre Pläne für den Tag.

Auf alle Fälle, stand ein Strandspaziergang auf dem Programm. Cathrin liebte das Meer und ein Strand im Winter hatte für sie seine besonderen Reize.

Gesagt, getan. Severus in seiner Muggelkleidung sah zum Anfressen aus. Schwarze Jeans, schwarzer Rollkragenpullover und dicke, schwarze Steppjacke. Außerdem hatte er noch schwarze Handschuhe dabei.

Anerkennend pfiff sie und schlug ihm sanft auf sein Hinterteil, welches jetzt richtig knackig aussah.

Er schnappte Eileen, die nach der vergangenen Nacht erst richtig auf ihn stand und darauf achtete, dass nur er sie hochhob. Immer streckte sie ihre Hände ihm entgegen. Cathrin war abgeschrieben.

Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Strand. Der Wind pfiff ordentlich, aber es war toll. Alle drei hatten rote Wangen.

Als sie wieder am Haus ankamen, probierte Severus mit Eileen die Schaukel aus. Anfangs war sie skeptisch, aber nach einer Weile gefiel es ihr so gut, dass sie nicht mehr aufhören wollte.

Zum Essen konnte sie ihre kleinen Augen nicht mehr offen halten und schlief in ihrem Stuhl ein.

Sie brachten sie ins Bett und sie wachte nicht auf.

Cathrin bat Dobby, auf sie zu achten und beide machten noch einen Spaziergang.

Sie wollten zu den alten Runen gehen. Diese faszinierte sie. Vor allem, nachdem Severus ihr erklärt hatte, dass sie noch immer von enormer magischer Bedeutung wären.

Auf Fläche, unterhalb des alten Schlosses ragte ein kleiner Steinkreis aus dem Schnee heraus. Auf jedem Stein waren Zeichen eingeritzt. Severus erklärte ihr einige davon. Er zeigte ihr Sowilo, die Rune des Glücks und Wunjo, die Rune der Freude.

Als Severus in den Steinkreis trat leuchteten die Schriftzeichen schwach auf und man konnte die Schwingungen regelrecht fühlen.

Beide waren erstaunt und jeder hing seinen Gedanken nach, als sie den Heimweg antraten.

An diesem Abend schlief Eileen gut und beide hatten Zeit füreinander.

Sie genossen es, einfach nur beieinander zu liegen und sich aneinander zu schmiegen.

So schliefen sie auch ein.

Am nächsten Morgen war die Stimmung gedrückt, denn die Abreise war gekommen. Schweren Herzens nahmen sie Abschied voneinander, denn Severus wollte später nachkommen. Eileen streckte ihm ihre Ärmchen entgegen, als sie den Kamin betraten, aber er konnte nur winken und sagte sanft: „Bis zum nächsten Mal mein Spatz!"

Von diesem Wochenende konnten alle drei die nächsten Wochen zehren.

Diese wiederholten sich nun in regelmäßigen Abständen, wie versprochen, einmal im Monat und es hatte sich eingebürgert, dass ein Standspaziergang zu dritt und ein Spaziergang zu den Runen zu zweit immer enthalten waren. Es kam so etwas wie ein Familienleben zustande, so etwas wie sie es sich immer gewünscht hatten und der grantige, griesgrämige Professor Snape wurde an diesen Wochenenden lammfromm, wenn er in die Augen seiner Frauen blickte.

Auf einem dieser Spaziergänge fragte Cathrin nach seinem Leben vor ihr. Sie fragte, ob er schon einmal richtig verliebt war.

Er sah sie lange an und sagte dann: „Ja, ich war schon einmal verliebt. Damals dachte ich, dass keine Liebe größer sein konnte, aber heute weiß ich, dass das sehr wohl möglich ist.

Es war Lilly Evans, die Mutter von Harry. Wir kannten uns seit unserer Kindheit und haben immer zusammen gehalten. Sie hat mich immer verteidigt. Eines Tages, habe ich sie „Schlammblut" genannt und von da an wollte sie mit mir nichts mehr zu tun haben.

Ihre Ermordung war der Grund, warum ich nun gegen den dunklen Lord arbeite.

Ich habe geschworen, wenigstens ihren Sohn zu schützen, auch wenn ich ihn nicht ausstehen kann, da er seinem Vater mehr ähnelt, als ihr.

Natürlich hatte ich auch danach noch Frauen, aber Liebe oder eine Beziehung war nicht möglich. Erst du hast mich aus meiner Isolation gerissen."

Er war stehen geblieben, hatte sich ihr zugedreht, ihre Hände genommen und sah ihr dabei tief in die Augen. Dann schluckte er schwer bevor er bissig fragte: „Und wie vielen Männern hast du schon das Herz gebrochen?"

„Romanzen gab es schon ein paar. Aber richtig verliebt war ich bisher nur ein Mal. Es war Christian, ein Mitglied meiner Studiengruppe. Wir waren ein Jahr zusammen, aber er konnte nicht verstehen, warum ich so gern nach Hogwarts wollte und dann hat er mich vor die Wahl gestellt. Nach meiner Entscheidung für Hogwarts hat er unsere Beziehung einen Tag vor meiner Abreise beendet. Eigentlich hatte ich mir geschworen, dass ich von Männern erst einmal genug habe und dann muss ich ausgerechnet an dich alten Griesgram geraten!", erzählte sie mit einem Augenzwinkern.

„Ich werde dir gleich einen Griesgram geben, Frau Professor!", schimpfte Severus und wollte nach ihr greifen, aber sie konnte ihm entschlüpfen und nach einer ausgedehnten Jagd, sanken sie beide erschöpft ins Gras.

Sie beugte sich über ihn, küsste ihn sacht auf die Stirn und sagte leise: „Ich liebe sie, Professor Snape!"