7 Monate später:
Sie hatten versucht, bei dieser Hochzeit für beide Glaubensrichtungen zu berücksichtigen.
Es war ein harter Kampf, weil Severus nicht leicht davon zu überzeugen war, Pfarrer Brown, den Pfarrer ihrer Heimatgemeinde ebenfalls die Trauung vollziehen zu lassen.
Erst lange Streitgespräche und Drohungen konnten ihn davon überzeugen, dass es besser wäre, ebenfalls einen Schritt nachzugeben.
So wurde die Trauung von Pfarrer Brown und Albus Dumbledore gemeinsam übernommen. Die beiden hatten komischer Weise damit kein Problem.
Cathrin kannte den Pfarrer seit ihrer Kindheit, er war es der sie getauft hatte und ihm erzählte sie eines Abends in seinem kleinen Häuschen neben der Kirche von ihrem Vorhaben.
Dabei musste sie ihn auch in das Geheimnis der magischen Welt aufklären.
Aber bei wem sollte ein Geheimnis besser aufgehoben sein, als bei einem Pfarrer?
Er war erstaunt, verstand aber und stellte keine weiteren Fragen.
Als er sie fragte, was sie mit diesem Mann verbände, erzählte sie ihm von den Geschehnissen der letzten 2 Jahre. Jahre voller Entbehrungen und Angst, aber auch voller Wunder, Liebe, Geborgenheit, Glück.
Damit war er zufrieden, wollte aber Severus vorher kennen lernen.
Cathrin musste alle Überzeugungskenntnisse anwenden, um dies zu erfüllen.
Schließlich saß sie gemeinsam mit Severus im Haus des Pfarrers.
Er war etwas verwundert, als er dem ungleichen Paar gegenüber saß. Dann sah er aber, welche Blicke die beiden sich zuwarfen. Trotz seinem mürrischen Gesichtsausdruck, flackerte immer wieder ein Strahlen in Severus´ Augen, wenn er Cathrin ansah.
„Severus, sind sie damit einverstanden, wenn ich ebenfalls an der Zeremonie teilnehme?", fragte der Pfarrer ungeniert.
Severus schnaubte kurz und antwortete wahrheitsgemäß: „Man lässt mir keine andere Wahl!"
Cathrin knuffte ihn in die Seite.
Er drehte sich um und funkelte sie an. „Was?! Ich soll doch sicher die Wahrheit sagen!", bellte er dann sarkastisch.
„Was schreckt sie so ab? Die Tatsache, dass sie sich damit nicht auskennen oder dass es ein Wunsch ihrer Verlobten ist?", bohrte Pfarrer Brown weiter.
„Ich weiß es nicht, tendiere aber eher zu der ersten Variante!", erwiderte er schneidend.
„Wie mir Cathrin erklärt hat, wird sich Professor Dumbledore ebenfalls mit mir in Verbindung setzen und wir werden gemeinsam eine Zeremonie durchführen, die ihnen beiden gerecht werden wird. Zum Abschluss gestatten sie mir bitte noch eine kurze Frage: Lieben Sie Cathrin?"
Severus war still, hob dann den Kopf, sah Pfarrer Braun direkt in die Augen und nach einer Weile sagte er leise: „Mehr als mein Leben!"
Der Pfarrer erhob sich und die beiden folgten ihm.
„Dann ist ja alles geklärt! Wir sehen uns während der Zeremonie!", beendete er das Gespräch.
Als sie vor dem Haus waren, ergriff Severus Cathrins Hand und die beiden apparierten nach Hogwarts.
Von diesem Tag an, hatte er sich nicht mehr gegen eine gemeinsame Zeremonie gesträubt.
Wahrscheinlich hatte der Pfarrer ihm imponiert.
Am Abend fanden sich beide in der Großen Halle ein. Die Hauselfen hatten ein wundervolles Buffet gezaubert. Kein Wunsch blieb offen.
Severus schaute nur etwas sauertöpfisch drein. Dieser Polterabend war nicht nach seinem Geschmack. Er hätte jetzt gern mit seiner Verlobten allein bei Kerzenschein gegessen und den Abend genossen. Stattdessen musste er sich hier diesen Krach geben.
Idiotischer Muggelbrauch!
Den Sinn verstand er noch immer nicht! Die bösen Geister sollten mit dem Krach vertreiben werden und Scherben würden Glück bringen! So ein Blödsinn! Aber Cathrin hatte ihm unmissverständlich klar gemacht, dass sie großen Wert auf diesen Abend legt. Also musste er wohl oder über hier sein. Aber, dass er auch noch gute Mine zum bösen Spiel machte, konnte keiner von ihm verlangen.
Noch waren die beiden allein. Eileen hatten sie bei ihren Eltern gelassen, die später nachkommen wollten.
Cathrin schmiegte sich gerade an ihn und er strich über ihren Rücken als sie ein lautes Getöse zusammenzucken ließ.
Hermine und ihre Freunde waren erschienen und hatten jede Menge Porzellan mitgebracht, welches sie nun mit großer Freude zertrümmerten.
Ron, Ginny und die anderen Reinblüter hatten an diesem Muggelbrauch jedenfalls mehr Freude, als Severus.
Das war aber nur der Anfang.
Nach und nach trafen alle übrigen Gäste ein und der Scherbenberg wuchs ziemlich schnell an.
Cathrin wollte zuerst darauf bestehen, dass sie ihn von Hand wegfegten und Severus seinen Zauberstab nicht benutzte, aber als sie seinen Blick bemerkte, lenkte sie doch ein.
So dauerte es nicht lange, bis die Trümmer beseitigt waren. Nun konnte das Buffet geplündert werden.
In der Halle waren mehrere runde Tische aufgestellt worden, an denen sich die Gäste nun verteilten. Am Tisch der Verlobten saßen Albus, Minerva, Remus, Hermine und Cathrin´s Eltern mit Eileen, die unbedingt zu ihrem Vater wollte.
Aber Severus hatte heute keine Augen für sie. Er war damit beschäftigt, alle Stirn runzelnd zu beobachten.
Nach dem Essen dunkelte das Licht in der Halle ab. An der verzauberten Decke erschienen tausend helle Sterne, die gemeinsam mit den Kerzen auf dem Tisch den Raum ausreichend erleuchteten. Nicht zu hell, sondern eine angenehme Atmosphäre.
Fred und George hatten eine Bühne aufgebaut und begannen eine neue Karriere als DJ´s.
Remus forderte Cathrin zuerst auf, was ihm einen strafenden Blick von Severus einbrachte.
Cathrins Mutter hingegen ging zu ihrem Schwiegersohn in Spee und fragte ihn, ob er dafür mit ihr tanzen würde.
Er war zu überrascht, um abzulehnen.
Während sie tanzten, sah sie ihn auf einmal an und sagte: „Severus? Darf ich dich nun so nennen?" Er nickte und sie fuhr fort: „Ich möchte dir danken. Dafür, dass du meiner Tochter immer geholfen und sie unterstützt hast. Ohne dich, könnte sie heute hier nicht tanzen.
Ich weiß, dass du sie sehr glücklich machst. Sie liebt dich! Ich möchte dich bitten, weiter auf sie zu achten! Ja?"
Severus sah sie an und antwortete dann: „Ich bin mir dessen bewusst, dass sie nur durch mich in diese Gefahr kam! Aber ich habe nicht vor, sie noch einmal so etwas durchleben zu lassen! Ich werde auf sie achten! Einer muss ja schließlich auf dem Boden bleiben!"
Sie lachte. „Na dann bin ich ja beruhigt!"
Als der Tanz zu Ende war, küsste sie seine Wange und ging zu ihrem Tisch. Er stand wie versteinert und sah ihr ungläubig hinterher.
Cathrin trat von hinten an ihn heran. „Was ist denn mit dir los? Hat dich der Tanz mit meiner Mutter so aus dem Konzept gebracht?", lachte sie.
Er schüttelte nur den Kopf, nahm ihre Hand und sagte: „Der nächste Tanz gehört mir!"
Seine tiefe Stimme jagte ihr einen Schauer über den Rücken. Sie war zum wiederholten Male an diesem Abend froh, dass Eileen diese und die nächste Nacht bei ihren Eltern schlafen würde.
Das nächste Lied war sehr langsam. Severus´ Augen wanderten zu Fred und George, die beide Daumen nach oben hielten und ihm zuzwinkerten. Endlich zuckten auch seine Mundwinkel leicht.
Bei jedem weiteren Lied dirigierte er Cathrin immer weiter in Richtung Ausgang.
Schließlich war er erreicht. Er beugte sich zu ihr hinab und flüsterte in ihr Ohr: „Glaubst du, man würde uns sehr vermissen? Ich würde gern in unseren Räumen weiterpoltern!"
Wieder bekam sie Gänsehaut.
Sie sah ihn an, und lächelte verstehend. Dann gingen sie Arm in Arm hinauf.
