Das Gerede um den Louvre erspare ich euch jetzt einfach, immerhin bin ich in der Annahme, dass nicht jeder Mensch (sehr lustig, Lily) wie ich ist und sich bei Beschreibungen der atemberaubenden Architektur des Gebäudes, den mitreißenden Kunstwerken und den wunderhübschen Mamor-Statuen (zumindest nehme ich an, dass es Mamor war) zu Tode langweilen könnte.
Also lassen wir das.
Gehen wir lieber zu einem sehr viel interessanteren Teil über (den selbst ich zu dem Zeitpunkt um die oben genannten Beschreibungen ausgetauscht hätte): Das Mittagessen.
Es war zwar kein 5-Sterne-Festmahl, wie die Hauselfen es uns jeden Tag zauberten (muhahaha!), doch so erschöpft wie wir alle waren und unsere Mägen Bekanntschaft mit dem Erdboden hätten machen können, waren die „Linguine avec Pesto alla Genovese" ein wahr gewordenes Paradies. Danach allerdings war ich so satt, dass ich vor Zufriedenheit gleich in dem Restaurant einen Mittagsschlaf hätte halten können, doch das war mir unmöglich, da Professor McGonagall ausgerechnet neben mir saß und an diesem Tag besonders gesprächig war (wieso ausgerechnet heute?!).
Danach tuckelten wir in einem ähnlichen Touri-Bus wie vorher in Richtung Eiffelturm, wobei wir, wie es mir vorkam, fast an der gesamten Seine vorbeifuhren – nicht unerwähnt, dass das wirklich fast vierzig Minuten dauerte! Aber ich konnte McGonagall verstehen, immerhin musste sie uns an einem Tag zwei der berühmtesten Punkte der Stadt zeigen, die auch noch so weit auseinanderlagen, dass ich im Bus fast eingeschlafen wäre vor Langeweile.
Doch als wir dann endlich am Eiffelturm ankamen war ich sofort hellwach – ich meine, das war der Eiffelturm! Den bekommt man nicht unbedingt jeden Tag vor die Nase gesetzt!
"Woooooow...", meinte Black und legte den Kopf in den Nacken, um bis zur Spitze der riesigen Turms hinaufsehen zu können. "Das ist ein ganz schön großes Teil."
"Ja, nicht schlecht", stimmte Potter zu und grinste, während er dabei aber eher an dem großen Parkgelände um uns herum interessiert zu sein schien, an dessen Ende wir die École Militaire erkennen konnten.
In dem Moment mischte sich McGonagall ein, die ebenfalls in der Nähe der Rumtreiber stand: "Der Stadtteil, in welchem wir hier sind, heißt Faubourg Saint-Germain, das lange Zeit einen Mittelpunkt für die vornehme Pariser Gesellschaft darstellte. Das erkennt man auch noch an den luxuriösen Einrichtungen, wie Hotels und Cafés, die es hier in der Gegend gibt."
"Was erklären würde, wieso wir fast eine Stunde Busfahrt von hier entfernt übernachten", flüsterte Black, allerdings laut genug, dass er es sich auch hätte sparen können, da es eh alle gehört hatten.
Doch die Professorin ignorierte ihn und wandte sich nun an alle Schüler. "Wir sind noch etwas früh dran und werden erst in zwanzig Minuten hoch können, bis dahin bleiben Sie also bitte in der Nähe und warten ruhig und gesittet."
Natürlich dachte wieder niemand daran, auf ihre Bitte zu hören, denn kaum hatte sie sich etwas entfernt verteilte sich die Schülermenge in kleinere oder größere Gruppen und verschwanden in alle Richtungen. Ich seufzte und sah mich etwas gelangweilt um - na toll, zwanzig Minuten Beine in den Bauch stehen. Zu meiner Genugtuung ließ Potter mich aber in Ruhe und so konnte ich mich auf eine Bank in der Nähe fallen lassen. Bedauerlicherweise hatte ich keine Kamera dabei und so konnte ich keine Fotos machen, um mir die Zeit auf eine Touristen herkömmliche Weise zu vertreiben.
"Oh, dich kenne ich doch, meine Liebe", störte mich jemand in meiner gedanklichen Abwesenheit und ich sah auf. Laura, die alte Dame von vorhin, stand, wie aus dem Erdboden gewachsen, vor mir.
"Ah, hallo", grüßte ich höflich und lächelte. "Ist Ihr Mann nicht bei Ihnen?"
"Doch, doch, er hat sich in ein Café geflüchtet, weil sein Knie wehgetan hat. Man wird halt nicht jünger ... Aber sag mal: was machst du denn hier alleine?"
Ich zuckte mit den Schultern. "Unsere Lehrerin sagte, dass wir eine Weile warten sollen, bevor wir hoch gehen", ich nickte zum Eiffelturm hinüber, "deshalb habe ich mich hier hingesetzt."
"Ach, und deine Freunde?"
"Wenn Sie die Rumtreiber meinen, die sind dort hinten."
Laura blickte in die angedeutete Richtung hinüber, wo die vier Jungen sich trotz der Kälte ins Gras hatten fallen lassen und Black mit seinem Zauberstab die Passanten ärgerte, indem er ihre Schnürsenkel verknotete oder sie stolpern ließ, sodass sie sich verwirrt umsahen. Laura kicherte. "Sie scheinen ihren Spaß zu haben. Und was ist mit dir?"
"Na ja ...", gab ich zögernd zu, "die Rumtreiber sind nicht wirklich die Personen, mit denen ich oft zusammen bin, außer vielleicht Remus, aber der hat eh nur Augen für Potter und Black. Na ja, ich komme schon klar."
"Wenn du meinst. Es war mir jedenfalls eine Freude dich erneut zu treffen, ...?"
"Lily Evans."
"Schön", sagte sie lachend und gab mir ihre Hand. "Mein Name ist Laura Trelawney."
"Äh, wie bitte?" Als sie es wiederholte blinzelte ich. "Sind Sie vielleicht mit Sybill Trelawney verwandt?"
"Das wäre mir neu", meinte sie vollkommen ernst, doch das geheimnisvolle Funkeln in ihren Augen ließ mich an ihren Worten zweifeln. "Ich werde jedenfalls mal wieder. Auf Wiedersehen, Lily, meine Liebe."
"Ja, auf - äh - Wiedersehen ..." Verblüfft sah ich ihr nach. Etwas stimmte an dieser Frau einfach nicht, sie war so ... kryptisch. Dabei erinnerte sich mich aber weniger an unsere (ja, ziemlich verrückte) Wahrsagen-Lehrerin, sondern mehr an Dumbledore. Das war fast schon wieder unheimlich.
"Evans!", rief auf einmal Potter. "McGonagall ist wieder da!"
"Äh, gut!", antwortete ich und eilte zu den anderen.
ooooo
Die Aussicht war unglaublich. Ich kann nicht behaupten, dass ich nach den vielen Treppen nicht außer Atem wäre, aber hey! Jetzt stand ich oben auf der Aussichtsplattform des Eiffelturms, lehnte mich gegen das Geländer und fühlte mich wie die … na ja, nicht wie die Königin der Welt, aber zumindest die Königin von Lilyland und Paris zusammen.
Ich grinste und reckte die Nase in den Wind, der hier oben ganz schön heftig blies und dabei noch eisig war, aber mir machte er nicht viel aus. Einige Mädchen hinter mir verfielen sofort in Gekicher, als ihre Röcke flatterten (tja, ein Hoch auf mein vorausschauendes Selbst, das mir im Winter nur lange Hosen erlaubte) und ein Hufflepuff knipste wie bescheuert so viele Fotos, dass ich mich fragte, ob seine Kamera nicht eigentlich schon leer sein müsste.
"Und, gefällt dir die Aussicht, Evans?", erkundigte sich Lucinda, die wie aus dem Nichts neben mir aufgetaucht war. Sie streifte sich fröstelnd ein Paar indigofarbene Handschuhe über ihre Finger, die perfekt zu ihrer ebenfalls indigofarbenen, dicken Jacke passten.
"Ja, es ist toll, nicht?"
"Es geht", sagte sie nur achselzuckend. Ich schaute aus den Augenwinkeln zu ihr hinüber, damit sie meinen neugierigen Blick nicht bemerkte. Sie sah irgendwie fröhlicher aus, als vorher, auf eine Art, wie wahrscheinlich nur Slytherins und sie im speziellen es konnten, denn ihre Mundwinkel waren neutral ausgerichtet und ihre Augenbrauen wegen der Kälte hochgezogen.
Mit einem Lächeln beobachtete ich wieder die Menschen unten, die wie winzige Ameisen auf den Wegen herumwuselten, entspannt im Gras saßen oder zur nächsten U-Bahn eilten - oder Metro, immerhin waren wir hier in Paris. Wir standen noch eine Weile so da, doch dann sagte Professor McGonagall: „Gut, unsere Zeit ist um! Folgen Sie mir bitte nach unten!"
Lucinda und ich setzten uns schweigend in Bewegung und folgten den anderen die Treppen hinunter. Und da passierte es plötzlich.
Im einen Moment sprang ich noch neben Lucinda die Stufen hinunter, im nächsten Moment zog jemand - oder eher ETWAS - mir die Füße weg. Mit einem panischen Aufschrei kippte ich vorn über und hatte es wahrscheinlich nur Lucinda zu verdanken, dass ich jetzt nicht in Form von Lily-Matsch den Weg mehr als hundert Meter unter uns zierte. Sie packte mich nämlich am Rücken und zerrte mich so kräftig zurück, dass ich statt vornüber hintenrücks zu Boden stolperte - aber hey, heute war ich echt nicht wählerisch.
Ich landete ungeniert auf meinem Hintern und schaffte es irgendwie, auf der Stufe sitzen zu bleiben, auf die ich gefallen war, anstatt das Gleichgewicht zu verlieren und doch noch hinunter zu purzeln. "Lily!", rief da plötzlich jemand. Geschockt sah ich auf, direkt in Potters Gesicht - konnte der sich Beamen, oder wie war er hierher gekommen? Eben gerade noch hatte er etwa fünfzehn Meter vor uns mit den Rumtreibern die Stufen genommen. "Alles in Ordnung mit dir? Bist du verletzt?" Er schüttelte mich, damit ich aus meiner Schockstarre erwachte. "LILY!?"
Plötzlich schreckte ich auf und zog eine Grimasse. "Schrei nicht so, Potter", brummte ich und schlug unwirsch, aber weit aus sanfter, als es sonst der Fall gewesen wäre, seine Hand weg, die schon auf dem Weg zu meiner Stirn gewesen war. Als könnte man Fieber haben, nur weil man gerade fast in den Tod gestürzt wäre oder so ...
Kurz starrte Potter mich mit einem so geschockten Blick an, der, ehrlich Leute, ziemlich süß war. Doch dann lachte er und packte mich, trotz meiner Proteste, an den Schultern und zog mich zu sich. Jetzt, SPÄTESTENS jetzt, war ich ganz bestimmt wieder bei mir und stierte fassungslos über seine Schulter. Sein ganz eigener Geruch nach ... nach Potter eben stieg mir dabei in die Nase. Ich hätte ja zu gern mein Gesicht jetzt, wie in einem besonders kitschigen Liebesfilm, mit einer dramatischen, verlegenen Röte an seinem Hals vergraben, aber leider (LEIDER?!) störte McGonagall dies.
"Miss Black!", schnaufte McGonagall, die in einem beängstigenden Tempo angerauscht kam. "Was haben Sie sich dabei gedacht? Meinen Sie etwa, soetwas wäre komisch?!"
Bellatrix Black zog eine missmutige Schnute (wobei ich mich fragte, ob das wegen McGonagalls Reaktion oder weil ich noch lebte war …) und ließ ihren Zauberstab unauffällig hinter ihrem Rücken verschwinden. "Tut mir leid, Professor, hab mich verschätzt."
"Ja, das denke ich aber auch - und glauben Sie mir: Es wird Konsequenzen haben!", schnaubte die Professorin kopfschüttelnd und sah zu mir. "Alles in Ordnung mit Ihnen, Miss Evans?"
"Schon gut", sagte ich, die ich gerade erst aus meinem erneuten Salzsäulen-Zustand (argh!) aufschreckte und Potter von mir schob. Ich vermied jeglichen Blickkontakt mit ihm, als ich mich aufrappelte und meine noch zitternden Fäuste in meine Manteltaschen stopfte. "Kein Blut, keine gebrochenen Knochen, alles noch heil."
"In Ordnung. Ich denke, es wäre jetzt wirklich besser, wenn wir weiter gehen. Schaffen Sie das allein?"
"Ja, danke", sagte ich, etwas zu beschwingt - das war wohl eine Nebenwirkung nach dem zweifachen Wechseln meines Aggregatzustandes. Als die tuschelnden, murmelnden Schüler sich, aufgescheucht von McGonagall, wieder an den Abstieg machten, sah ich zu Lucinda, die vollkommen teilnahmslos noch am Ende der Gruppe stand und mit seitlich gedrehtem Kopf zurück zur Aussichtsplattform sah.
"Äh, Talkalot?", meldete ich mich nervös zu Wort. Desinteressiert hob sie, ohne zu mir zu sehen, eine Augenbraue. "Ich wollte nur ... also, danke und so."
"Musst deswegen keine Kratzfüße machen. Kein Problem." Sie stieß sich gelassen vom Treppengeländer ab und machte einen Bogen um Potter und mich, die wir stumm nebeneinander standen (in seinem Fall saßen), um ebenfalls nach unten zu verschwinden. Erst jetzt fiel mir auf, dass Potter und ich dadurch die Einzigen waren.
Doch still wie nie erhob sich auch er von den Stufen und fragte, mit gesenktem Blick: "Gehen wir?"
"O-Okay", nuschelte ich und hastete, schneller als sonst, an ihm vorbei. Ich wollte gerade nur noch nach unten verkrümeln und vergessen, was gerade passiert war - aber zugegeben: Das würde mir wahrscheinlich nicht schwer fallen. Immerhin war ich seit prinzipiell sechseinhalb Jahren eine Meisterin im Verdrängen.
Und das durfte sich auf keinen, KEINEN Fall ändern.
ooooo
'Böse Lily! Was ist heute nur mit dir los?', fragte ich mich, als wir unten über die Wiesen wanderten und den Eiffelturm hinter uns ließen, auf dem Weg zur nächsten Busstation. Wütend stopfte ich meine Hände in meine Manteltaschen und runzelte die Stirn. Ich hatte heute doch tatsächlich schon zwei Mal hintereinander Potter so nah an mich heran gelassen, wie ich mir geschworen hatte (und das hatte ich wirklich, mit Spucke und allem was dazu gehört!) es niemals zuzulassen! Ich war so dumm. "So dumm", murmelte ich vor mich hin, als könnte ich nur damit zu mir selbst durchdringen.
Ich meine: Wir reden hier von JAMES POTTER.
Er war kein lieber Schoßhund, den du knuddeln kannst und zu dir ins Bett lässt (wenn wir hier mal die Doppeldeutigkeit dieses Satzes außer Acht lassen!). Ja, vielleicht tat er momentan so (so wie er mir wirklich hinterher dackelte), aber es war ja nicht wirklich so, als wäre er tatsächlich in mich verknallt. Das Einzige, wovon James Potter mich jemals hatte überzeugen können, war, dass er wirklich hinter jedem Rock her jagt, den nicht A) sein Freund Sirius (oder ein andere Rumtreiber) für sich beanspruchte (typisch Mann!) oder B) er schon, ja, ganz wahrheitsgemäß, ins Bett gekriegt hatte.
Zu welcher Gruppe ich da gehörte? Ganz klar: Zu der, die ihn nervte, weil sie seinem Ego einen Schaden versetzte, er aber zu arrogant war um aufzugeben, bis er mich tatsächlich herumgekriegt hätte und erwähntes Ego wieder zufriedengestellt wäre. Aber das durfte nie passieren - und würde auch nicht.
Zufrieden nickte ich und tätschelte mir innerlich den Kopf. Gut, dass ich mir das noch einmal vor Augen geführt hatte. Jetzt war wirklich jegliches Gefühl von Zuneigung für ihn aus mir verschwunden, das er heute in mir gesät hatte (oh Merlin …), und zurück geblieben war die wahre Lily Evans - die vernünftige, realistische Lily Evans.
"Gut!", sagte ich leise zu mir selbst und blickte auf, um zu sehen, wo McGonagall abgeblieben war. In meinen Gedanken war ich nämlich weit zurück gefallen, hatte die Gruppe aber immer wieder ausfindig machen können. Doch als ich jetzt aufsah konnte ich sie nicht finden.
Verunsichert schaute ich mich um, doch auch, als ich mich um meine eigene Achse gedreht hatte, konnte ich sie nicht finden. Okay, keine Panik, immerhin hatte ich ja noch den Stadtplan, den McGonagall uns eingebläut hatte mitzunehmen und der Eiffelturm war immer noch in Sicht.
Ich kramte in meiner Tasche und suchte nach dem Stadtplan - und suchte noch einmal. Und nochmal. Aber … er war nicht da. Da war weit und breit, so groß meine Tasche auch war, KEIN STADTPLAN! Ich merkte, wie mir die Farbe aus dem Gesicht wich. Verdammt, was … Natürlich, ich konnte ja auch gar keinen haben, immerhin hatte ich vorhin gar nicht bei der Rezeption nach einem verlangt. Ich hatte nur noch daran gedacht mit Mühe und Not den Bus zu erwischen.
Ich schluckte. Es war alles in Ordnung, immerhin konnte ich immer noch die Leute um mich herum nach dem Weg fragen, wie ich zum Hotel zurück kam. Doch dann wurde mir auch das vereitelt, als es mir nämlich wie Schuppen von den Augen fiel: Ich kannte den Namen nicht. Ich wusste nicht den Namen unser Pension.
Argh! Was war heute nur für ein Tag? Erst Potter, dann Lucinda, dann wieder Potter, dann diese Laura, dann wieder Potter, dann Black, wieder Potter - das musste daran liegen, dass ich jetzt viermal Potter in einem Satz verwendet hatte. Genau, es war alles seine Schuld! Dieser verdammte Wichtigtuer von einem Rumtreiber!
Ich ballte die Hände zu Fäusten, doch Sekunden später merkte ich, dass meine Augen feucht waren. Entrüstet wischte ich mir die Tränen - nein, das Wasser! - weg und ließ mich erschöpft auf eine Bank fallen. Ich war mutterseelenallein, McGonagall-seelenallein und (manno!) Potter-seelenallein. Wieso war ich es nur so gewohnt ihn ständig um mich zu haben? War es das, was mein Vater Entzugserscheinungen nannte?
Aber ich fühlte mich wirklich hilflos. Und allein. Und total einsam. Und einfach nur dämlich.
Das war nicht seine Schuld. Es war meine. Ich war die, die besser darauf hätte achten sollen, dass mir McGonagall und die anderen nicht wegrannten – na ja, verloren gingen.
"Idiotin", murmelte ich und blickte nach oben zum Himmel, wo ich meinen Atem in weißen Wölkchen verblassen sah. Es war gerademal zwei Uhr nachmittags - das Beste wäre wohl, wenn ich einfach hier wartete, bis McGonagall oder irgendjemand - meinetwegen auch Potter! - mich suchen kam.
Also zog ich die Beine an, legte mein Kinn auf meine Knie und wartete.
