Episode 3.04
Kapitel 1
Nacht über Kalifornien Meeresrauschen war zu hören. Auf einer Klippe stand ein idyllisch gelegenes Haus. Eher eine kleine Villa. Unbewohnt wie es schien. Kein Licht und auch sonst keine Aktivität im und um das Haus herum. Das Nächste bewohnte Gebäude gut 5 Kilometer weit weg bemerkte niemand das Unwetter, dass über dem Grundstück zu toben begann und Wind in Orkanstärke kam auf. Direkt auf einer Klippe am Meer sicherlich nichts ungewöhnliches aber das Meer war ruhig wie selten.
Dann die Blitze, aus dem nichts heraus mitten auf der großen Wiese hinter dem Haus. Schließlich das Licht. Auf der Wiese formte sich ein großer Ball aus Blitzen und Licht.
Es schien eine Ewigkeit an zu dauern aber nach wenigen Sekunden erlosch das Leuchten.
Dann waren sie da, 8 Menschen. Drei von ihnen knieten in einem gleichseitigen Dreieck in der Mitte. Der Rest lag wild verstreut am Boden. Während sich die am Boden Liegenden offenbar vor Schmerzen wanden, erhoben sich die Drei in der Mitte ohne einen Laut von sich zu geben. Eine von ihnen, eine Frau undefinierbaren Alters glänzte einmal kurz im Mondlicht, dann trug sie statt nackter Haut wie der Rest plötzlich ein Business-Kostüm. Sie griff den nackten Mann neben sich am Handgelenk und nach einem kurzen Rundblick zog sie ihn kurz in Richtung des Hauses.
Kapitel 2
Die Dritte in der Mitte war eine schöne, braunhaarige junge Frau, der ihre Nacktheit nichts auszumachen schien.
Cameron wusste aber, das Menschen ein gewisses Schamgefühl hatten. Deshalb ging sie zu den drei Männlichen Personen. „Seht in Richtung der Klippe, bis wir Frauen im Haus sind."
Dann schnappte sie sich die kleine Blonde junge Frau, sah ihr wütend ins Gesicht, was diese aber angesichts ihrer Orientierungslosigkeit gar nicht wahrnahm und sie half der schwarzhaarigen Frau, die sich bereits ohne ihre Hilfe erhoben hatte in Richtung des Hauses. An der Eingangstür kam ihr Catherine Weaver entgegen und nahm ihr Riley Dawson ab, Während John-Henry noch immer unbekleidet mit dem Arm voller Kleidung an ihnen vorbei in Richtung der Männer ging. Dann wurden die Frauen zu einem Schlafraum geleitet, in dem ausreichend Kleidung vorhanden war. Mittlerweile hatten sich Alle soweit gefangen, das sie sich selber anziehen konnten. Während Sarah und Cameron keine Größenprobleme hatten, passte Riley nicht annähernd in die vorhandenen Kleidungsstücke.
Sarah und auch Cameron mussten leicht Grinsen, als sie sahen, dass Rileys Blusen- knöpfe extrem gefährdet waren. Die Hose bekam sie erst gar nicht über ihre Hüften. Catherine Weaver schüttelte nur den Kopf und gab Riley einen Jogginganzug, der die Größenprobleme zunächst kaschieren würde.
Als die Frauen dann im Wohnraum ankamen sahen sie, dass auch die Männer Kleidungsprobleme hatten. Während Derek und John-Henry ihre Oberbekleidung zu sprengen drohten, waren die Kleidungsstücke für John und Kyle ein wenig zu groß und vor Allem lang geraten. John Henry hatte das Sofa requiriert und niemand schien Lust zu haben, sich zu ihm zu setzen. Kyle und Derek beobachteten mit regungslosen Minen die Maschinen, Riley hockte verängstigt in einer Ecke, Sarah lehnte sich an eine Wand. John lief unruhig vor dem ungenutzten Kamin auf und ab und Catherine Weaver war in der Küche und machte Kaffee. Als Cameron sah, wie einsam und verlassen John Henry auf dem Sofa wirkte, setzte sie sich spontan neben ihn. John hingegen verzog das Gesicht, bevor er sich zwischen John-Henry und Cameron drängte, was wiederum Sarah aufmerksam machte. Sie wollte schon etwas dazu sagen, dass sich ihr Sohn neben Cromartie setzte, bevor ihr einfiel, dass er ja jetzt John-Henry war, besann sich aber doch eines Besseren und beschloss ersteinmal den Mund zu halten.
Catherine Weaver verteilte Kaffee an die Menschen im Raum und auch Cameron erhielt ihren Anteil. Als sie sahen, dass eine Maschine Kaffee trank fielen Derek und Kyle die Kinnladen herunter. Sie hatten ohnehin Probleme mit der Tatsache, dass sich drei Maschinen im Raum befanden, dass sich John aber zwischen Zweien der Maschinen wohl zu fühlen schien machte sie sprachlos. Ungeachtet dessen bestand im Hinblick auf die derzeitige Situation, insbesondere in Bezug auf Cameron noch Erklärungsbedarf..
Derek wollte gerade den Mund aufmachen als Catherine Weaver übergangslos zu sprechen begann. „Glücklicherweise sind wir alle wohlbehalten zurückgekehrt. Der Zeitpunkt unserer Rückkehr liegt exakt 6 Monate nach Johns und meiner Abreise. Ich begrüße ebenfalls die neuen Mitglieder unserer Gruppe." Dabei nickt sie in Dereks und Kyles Richtung. „Bevor sie fragen meine Herren, John hatte mich um ihre Entführung gebeten.
Außerdem haben wir einen unerwarteten blinden Passagier,..." dabei sieht sie stirnrunzelnd auf Riley, „...für Deren verbleib wir uns etwas ausdenken sollten. Details besprechen wir Morgen. Dieses Haus hat insgesamt 5 Schlafzimmer. Mein eigenes wird Sarah Connor bewohnen. Die vier Gästezimmer im ersten Obergeschoss teilen wir dann wohl wie folgt auf. Die Herren Reese bekommen das große Zimmer mit den zwei Einzelbetten. Das blonde Mädchen bekommt das kleine Zimmer am Ende des Ganges, Cameron das eine kleine Gästezimmer und John Co..." Weaver unterbrach sich als ihr Blick auf John fiel. Dieser lag mit dem Kopf an Camerons Schulter und schlief, schnarchte sogar jetzt ein wenig, was Cameron zu einem Lächeln veranlasste. Leise fuhr Catherine Weaver fort. „Alles Weitere Morgen." Dann zog sie sich in die Küche zurück, während Derek und Kyle sich auf machten, ihre Betten zu suchen. Sarah Connor war näher an das Sofa herangetreten. Mit gerunzelter Stirn betrachtete sie ihren Sohn, der sich im Schlaf immer intensiver an Cameron ankuschelte. Sie sah Cameron nicht ins Gesicht, aus Angst, was sie darin erblicken könnte. Stattdessen drehte sie sich um und ging in Richtung ihres Nachtquartieres.
Kapitel 3
Zu Camerons maßloser Überraschung kehrte Sarah kaum eine Minute später zurück. Sie legte ihr ein Kissen auf den Schoß, so dass John bequem liegen konnte. Desweiteren warf sie einen bösen Blick auf John-Henry, der sich noch nicht vom Fleck gerührt hatte. Dieser stand nun eilig auf, legte vorsichtig Johns Beine hoch auf das Sofa und ging zu Catherine Weaver in die Küche. Sarah breitete eine mitgebrachte Decke über John, nachdem sie Cameron geholfen hatte Johns Kopf vorsichtig auf das Kissen zu betten. Sarah beugte sich zu John hinunter und küsste ihn auf die Stirn. Zu ihrem Entsetze murmelte John: „Danke Cam" und sie sah, wie John im Schlaf seine Hand unter das Kissen schob und anscheinend nicht, um seinen Kopf besser zu lagern, sondern um sie auf Camerons Schenkel zu legen. Als sie den Kopf hob, sah sie in die Augen von Cameron, die sie intensiv musterte. „Morgen reden wir Zwei." Sagte Sarah leise und Cameron nickte.
Als Sarah wieder zurück in ihr Zimmer gehen wollte, fiel ihr in der Ecke des Wohnraumes die Gestalt auf, die dort schlafend hockte. Niemand hatte sich um Riley gekümmert. ‚Na toll,' dachte Sarah, ‚der Babysitter-Job bleibt mal wieder an mir hängen'. Sie ging zu Riley, hockte sich vor sie und stieß sie an. Noch bevor Riley aufschreien konnte hatte Sarah ihr die Hand auf den Mund gelegt. Sie bedeutete dem blonden Mädchen still zu sein, zog sie hoch und schleifte sie fast schon ärgerlich die Treppe hinauf in das Zimmer, dass Riley bewohnen sollte. Dann ging sie hinunter, um sich selbst schlafen zu legen.
Sarah erwachte von Blitz und Donner. Ein Gewitter tobte über der Gegend. Da Sarah einen ausgetrockneten Hals hatte, beschloss sie, sich noch etwas zu trinken zu holen. Als sie durch den Wohnraum ging, warf sie einen Blick auf das Sofa und blieb abrupt stehen. Weder John noch Cameron waren da. ‚Na toll, hoffentlich ist jeder in seinem Zimmer' Dachte sie. Als sie weitergehen wollte sah sie kurz aus dem Fenster. Ihr stockte der Atem als sie John und Cameron küssend auf der Wiese stehen sah. Die Beiden mussten bereits nass sein bis auf die Haut, dass schien sie aber keineswegs zu stören. Dann überfiel es Sarah wie ein Schock. Es blitzte und die Beiden stehen auf einer Klippe. Camerons Endoskelett musste wie eine Zielscheibe auf die Blitze wirken. Sie rannte zur Türe und hinaus in das Gewitter. In Sekunden war sie bis auf die Haut nass. Im Lauf schrie sie „John, die Blitze, ihr müsst sofort ins Haus!"
Weder John noch Cameron bemerkten Sarah. Dann als Sarah näher herangekommen war versuchte sie es erneut, diesmal aber lauter. „JOHN! CAMERON! DIE BLITZE!"
Jetzt bemerkten die beiden Sarah. John kam ihr alleine die letzten Meter entgegen. „Was?" fragte er. Sarah erwiderte außer Atem:
„John...Blitze,...Camerons...Endosk..." Weiter kam sie nicht, als eine Blitz hinter John einschlug. Als dieser herumwirbelte lag Cameron auf der Wiese. Ihr Körper zuckte unkontrolliert und ihr Kopf wies starke Verbrennungen auf.
John wollte Cameron festhalten aber sie war einfach zu stark. Sarah sah, wie John Camerons CPU Port öffnete, um sie zu deaktivieren. Als er jedoch den Chip herauszog, war dieser in der Mitte durchgebrochen. Sekundenlang sah John auf den Chip. Noch immer zuckte Camerons Körper. Offenbar wurde die Motorik durch den verbliebenen Chipteil gesteuert.
Dann nach Minuten wie es Sarah schien, steckte John den abgebrochenen Chip wieder zurück in den Port. Er ging zu Sarah und holte die Taschenuhr heraus, die an der Kette um seinen Hals hing.
Er klappte sie auf und reichte sie Sarah. „Du musst das tun, ich kann das nicht. Dann ging er an Sarah vorbei und blieb 5 Meter von ihr entfernt stehen. Sarah sah auf Camerons zuckenden Körper und dann auf den Zünder. Vorsichtig strich sie mit dem Daumen über den roten Knopf, sah ein letztes Mal auf Cameron, holte tief Luft und lies ihren Daumen den Knopf drücken.
Cameron zuckte weiter aber hinter ihr ertönte ein Knall und als sie herumfuhr sah sie John fallen.
Kapitel 4
„JOHN!" mit einem Aufschrei war Sarah hochgefahren. Sie brauchte mehrere Sekunden, bis sie feststellte, dass es wieder nur ein Alptraum gewesen war. Dann fing sie an zu weinen und schlug die Hände vor das Gesicht. Ihre Schultern zuckten und sie schluchzte hemmungslos. Sie bemerkte nicht, wie ein paar Sekunden später ihre Tür aufging und jemand hereinkam, der sich zu ihr auf das Bett setzte. Kräftige Arme zogen sie in eine tröstende Umarmung, eine Hand legte sich auf ihren Hinterkopf und sie wurde zärtlich hin- und hergewiegt. Ihr wurde bewusst, dass John immer noch IHR John war. Er war für sie da, wenn sie ihn am meisten brauchte und sie wortlos einfach festhielt.
Minuten später hatte sie sich soweit beruhigt, dass sie zweierlei feststellte. Die Person, die sie im Arm hielt war zarter gebaut als John und sie roch auch anders. Sie wurde langer brauner Haare gewahr, die vor ihrem Gesicht hingen.
Vor Schock stieß sie die Person weg und als sie in das Gesicht blickte sah sie einen mitfühlenden Ausdruck in Camerons Augen. „Was tust Du hier?" Fragte Sarah unnötig grob, wie sie selber meinte."
Cameron antwortete leise, ein wenig verletzt wie es Sarah schien. „Du hattest einen Alptraum, Du brauchtest Jemanden, ich war da." Lautete Camerons lakonische Antwort bevor sie sich erhob und zum Gehen wandte.
„Warte!" Sarah wusste selbst nicht, warum sie das gesagt hatte. Trotzdem fügte sie noch ein „Bitte!" hinzu.
Cameron stutzte, hatte Sarah tatsächlich gerade bitte zu ihr gesagt?
Ohne Cameron anzusehen klapste Diese auf die Stelle des Bettes, an der Cameron vorher schon gesessen hatte. Als Cameron zögerte wiederholte Sarah mit mehr Nachdruck: „Bitte!".
Cameron kehrte zum Bett zurück und setzte sich wieder hin. Um Sarah nicht zu verärgern hielt sie ihre Hände zwischen ihren Schenkeln eingeklemmt.
Sarah überlegte ein paar Minuten. Sarah sah Cameron immer noch nicht an, legte nun aber eine Hand auf ihre Schulter. „Er liebt Dich."
„Vielleicht aber ich bin nur eine Maschine, das hat er mir deutlich zu verstehen gegeben."
„Ich hasse es das zuzugeben aber er liebt Dich mehr als mich, er liebt den Feind, den ich so sehr Hasse, den Feind, der mir meinen Liebsten genommen hat."
Kein Hass oder Wut gegenüber Cameron war in dieser Aussage Sarahs es war lediglich eine Feststellung.
„Ich habe Kyle Reese nicht getötet und ich habe auch nicht vor Dir Deinen Sohn wegzunehmen."
Cameron beobachtete Sarah die jetzt nickte.
„ Das ändert aber nichts daran, dass Du eine von ihnen bist. Nichts desdotrotz akzeptiere ich seine Gefühle für Dich. Ich bitte Dich nur um Eines..."
„Alles was Du möchtest."
„Hilf ihm der zu werden, der er werden muss."
„Das schwöre ich Dir." Cameron drückte kurz Sarahs Hand bevor sie sich erhob und Richtung Tür ging. Bevor sie den Raum verlies drehte sie sich noch einmal herum. „Ich habe auch eine Bitte."
„Sarah hob den Kopf und sah Cameron jetzt an.
„Er braucht dich, geh zum Arzt und lass Dich untersuchen."
Sarah senkte wieder den Kopf und nickte stumm.
Kapitel 5
Cameron hatte den Raum noch keine 30 Sekunden verlassen, als die Türe erneut aufging. Zu Sarahs maßloser Überraschung kam Cameron rückwärts in den Raum zurück. Allerdings kam sie nicht freiwillig. Ein grimmig aussehender John schob sie förmlich in den Raum. Er stoppte nur einmal kurz, um die Türe mit dem Fuß zuzumachen. Er schob Cameron bis dicht ans Bett und gab ihr dann eine Schubs, so dass sie wieder auf dem selben Fleck landete, auf dem sie zuvor schon gesessen hatte.
„So, jetzt werden wir uns mal unterhalten Mom." In Johns Augen spiegelte sich die selbe Entschlossenheit wieder, die er auch in der Zukunft gezeigt hatte. „Es gibt zwei Dinge, die ich von Dir erwarte: Erstens, Du lässt Cameron zukünftig in Ruhe und zweitens gehst Du so schnell es geht zum Arzt."
John fiel buchstäblich der Ernst aus dem Gesicht und machte Verwirrung platz, als sich Sarah und Cameron jetzt ansahen, sich angrinsten und Sarah dann in schallendes Gelächter Cameron lies überraschender weise ein leises Lachen hören.
„Was ist denn jetzt so lustig?" Fragte John nach einer Weile noch immer völlig verwirrt. Was ihn allerdings noch mehr verwirrte war die Tatsache, dass Sarah Cameron immer wieder auf die Schulter klopfte.
„John,..." sagte Cameron nach einer Weile. „...das haben Sarah und ich schon alles besprochen."
Mittlerweile hatte Sarah sich wieder gefangen und nickte John lächelnd zu.
„Du bist mal wieder zu langsam." Fügte Cameron noch hinzu, woraufhin Sarah wiederum in lautes Gelächter ausbrach, während Cameron nur treuherzig lächelte.
Sprachlos sah John die Beiden Frauen an, schüttelte nach einer weile den Kopf, erhob sich und ging zur Türe. Er stoppte noch einmal kurz, drehte sich um und öffnete den Mund um etwas zu sagen. Er erblickte Die lächelnde Cameron, die ihn musterte und Sarah, die sich vor Lachen zusammenkrümmte und dabei Cameron immer wieder auf den Schenkel schlug. John schloss seinen Mund wieder und verlies das Zimmer.
Als er kopfschüttelnd den Wohnraum betrat saßen Kyle und Derek auf dem Sofa. Der Fernseher lief und die Die Beiden grinsten als John kopfschüttelnd sagte: „Weiber!"
John Henry kam die Kellertreppe hoch und stellte eine Tasche auf den Wohnzimmertisch. Er deutete auf die Tasche und John öffnete diese. In der Tasche befanden sich diverse Handfeuerwaffen und Munition. Die Drei kamen gerade noch dazu, sich eine Waffe zu nehmen und zu laden, als es an der Türe klingelte.
Während Kyle und Derek Positionen an Stellen einnahmen, die einigermaßen gute Deckung boten, ging John zur Türe und spähte durch eine Seitenscheibe. Dann bedeutete er den Anderen, dass Alles in Ordnung sei. Er öffnete die Türe und sah in James Ellisons überraschtes Gesicht.
Die kleine Savannah hingegen fing bei seinem Anblick an zu strahlen. John ging in die Knie und Savannah schlang sofort ihre Arme um seinen Hals und drückte so fest zu, wie sie konnte. Als John bereits keine Luft mehr bekam, erspähte Savannah über Johns Schulter hinweg jemand Wichtigeren.
„JOHN-HENRY!" Schrie sie aus voller Lunge, bevor sie John zur Seite stieß und zu John Henry eilte, der sie sogleich hoch hob und begrüßte.
John hingegen rüttelte zunächst mit dem Finger in seinem malträtierten Ohr, bevor er Ellison begrüßte, der immer noch verblüfft war John zu erblicken. Maßlos überrascht war er allerdings Sarah und Cameron zu erblicken, die soeben den Wohnraum betraten. Als er jedoch Derek erblickte, wandelte sich sein Gesichtsausdruck von Verblüffung zu Entsetzen. Es bedurfte Johns ganzer Überzeugungskraft, Ellison davon zu überzeugen, dass Derek kein böser Geist war.
Derek und Kyle hingegen waren verblüfft den jungen Ellison zu sehen, als dann aber Catherine Weaver den Wohnraum betrat und Savannah laut „Mommy!" Rief, rissen Beide die Augen auf und schüttelten den Kopf.
Kapitel 6
Für die Menschen in dem Raum war es schon ein merkwürdiges Gefühl, zu sehen wie die vielleicht mächtigste Killermaschine aller Zeiten ein kleines zerbrechliches Mädchen herzlich umarmte. „Hallo Savannah" Sagte der T1001 in der Gestalt von Catherine Weaver sanft und streichelte vorsichtig den Rücken des Kindes.
John hatte sich in den einen Sessel gesetzt, der zweite wurde von John-Henry beansprucht. Sarah und Cameron setzten sich nebeneinander aufs Sofa, misstrauisch beobachtet von John, der sich den Stimmungswandel zwischen den Beiden immer noch nicht erklären konnte.
„Äh..." Derek hatte das Wort ergriffen, bevor man ihn wie am Vorabend wieder übergehen würde. „Könnten Kyle und ich jetzt mal allmählich erfahren, was hier eigentlich los ist? Wo sind wir und vor Allem, was machen wir hier. UND WER ZUR HÖLLE SEID IHR EIGENTLICH!" Die letzten geschrienen Worte entsprachen eher Dereks Temperament als der klägliche Versuch vorher einfach nur zu fragen.
Catherine Weaver sah Derek ärgerlich an, bevor sie Savannah absetzte und sagte: „Savannah Süße, gehst du bitte in die Küche und malst ein bisschen für Mommy, John und John-Henry. Stifte und ein Block liegen auf dem Tisch."
„Klar Mommy." Savannah ging in Richtung Küche, stoppte aber vor Derek, der erstaunt auf sie runtersah. Wortlos stemmte Savannah die Fäuste in die Hüften, sah Derek von Oben nach unten an, machte ein missbilligendes Gesicht und schüttelte schließlich herablassend den Kopf. Als sie in der Küche verschwunden war, standen immer noch Alle starr vor Staunen und sahen auf die geschlossene Küchentür.
Lediglich Cameron kicherte leise, was sofort alle Aufmerksamkeit auf sie lenkte. Aprupt verstummte ihr Kichern, als sie plötzlich in der Mitte des Interesses stand. Es schien sogar, als würde sie eine Spur Rot im Gesicht, als sie verlegen wirkend zu Boden blickte.
„Nun, Derek Reese. Den Grund ihres Hierseins kann Ihnen John Connor sicherlich privat besser erklären. Wer wir Sind, nun das ist eine bessere Frage. Wenn ich mal den Autor Robert A. Heinlein zu Hilfe nehmen darf: Wir sind die 5. Kolonne der Menschheit im Kampf gegen Skynet. John Connor ist der auserwählte Führer des Widerstandes und John-Henry ist die am weitesten entwickelte künstliche Intelligenz dieses Planeten und das schließt Skynet in seiner derzeitigen Form mit ein. Cameron und Sarah Connor sind sowohl Beschützer als auch Lehrer für John Connor. Ich und ich hoffe auch weiterhin Mr. Ellison sind Lehrer und Beschützer für John-Henry. Sie Derek und Kyle Reese sind dann möglicherweise die ersten Beiden Soldaten des Widerstandes unter der Führung von John Connor.
Auf diese Ausführungen hin sahen sich Derek und Kyle an, schüttelten Beide den Kopf und simultan sagten sie „Ich brauch ´n Drink."
Sarah erhob sich und goss den Beiden aus der Hausbar einen doppelten Bourbon ein und reichte den Beiden die Gläser. Vermied dabei aber Augenkontakt mit Kyle.
Die Gläser waren fast augenblicklich leer und Kyle ging zur Hausbar, um nachzuschenken.
Dann öffnete sich die Küchentüre und Savannah ging zu Catherine Weaver und zupfte an ihrer Hose. Der T1001 beugte sich zu Savannah hinab, „ja, was ist den Savannah?"
„Ich muss mal," sagte Savannah flüsternd aber doch so laut, dass es alle im Raum hören konnten. Catherine Weaver sah sie kurz verwirrt an,
„Durch den Gang, zweite Türe auf der rechten Seite." Savannah nickte nur und stürmte dann los. Als sie um die Ecke laufen wollte prallte sie von Riley ab und flog wie ein Gummiball zu Boden, wo sie sogleich anfing zu weinen.
John sah nur aus dem Augenwinkel, wie Catherine Weaver den Arm hochriss. „WEAVER!" schrie er noch verzweifelt, als sich der Arm des T1001 bereits in eine Lanze verwandelte, die auf Rileys Kopf zuschoss.
Kapitel 7
John hörte die Lanze in die Wand einschlagen. Er hatte die Augen geschlossen, um das Folgende nicht sehen zu müssen. Als er dann die Augen doch öffnete war er erleichtert zu sehen, dass Weavers Lanze nicht Riley getroffen hatte sondern haarscharf an ihrem Kopf vorbei in die Wand eingeschlagen war.
Die Menschen in dem Raum hatten die Luft angehalten. Sarah hatte Savannah auf den Arm genommen und so gedreht, dass diese nicht sehen konnte, was passierte. Ihre Tränen hatten verhindert, dass sie die Natur ihrer Mom erkennen konnte.
Riley hingegen stand zunächst starr vor Schreck. Dass sie nicht schrie hatte sie dem Umstand zu verdanken, dass sie schon als Kind gelernt hatte keine lauten Geräusche von sich zu geben, um die Maschinen nicht anzulocken. Sie starrte auf die Lanze, die der T1001 jetzt langsam wieder einzog. Als Rileys Blick auf das Gesicht von Catherine Weaver fiel holte sie tief Luft und stürmte sich herumwerfend aus der Türe.
„RILEY!" John sprang über den Tisch und folgte Riley nach Draußen. Zunächst konnte er sie nicht entdecken, als er aber das Haus umrundete sah er sie am Ende der Wiese an der Klippe stehen. Sie hatte bereits den Schutzzaun überklettert. Ca. 1 Meter trennten sie nun noch vom Abgrund. Sie sah John kommen und ging einen Schritt rückwärts, was John augenblicklich dazu veranlasste stehenzubleiben.
„Riley tu das nicht!" Rief John
„Warum nicht, das Ding will mich doch ohnehin töten. Und Du, du bist ein Grey. Du arbeitest für Skynet!"
„Riley, das ist nicht wahr, Catherine Weaver ist gegen Skynet, so wie die Anderen auch!"
„Ich dachte, wir könnten Freunde sein aber ihr habt mich nur hierher verschleppt, um mich für irgendeinen Plan zu benutzen! Danach werdet ihr mich beseitigen!"
„Du bist freiwillig hier, wir haben Dich nicht verschleppt! Du bist selbst in die Zeitblase gesprungen! Ich verspreche Dir, dass Dir niemand etwas tut. Wir sind wirklich gegen Skynet. Ja, Weaver, John-Henry und Cameron sind Maschinen aber sie stehen wirklich auf der Seite der Menschen."
„Drei Maschinen? DREI! DU ARBEITEST MIT DREI MASCHINEN ZUSAMMEN?" Riley liefen jetzt Tränen die Wangen herunter. „Du bist wirklich ein Grey! Bei diesen Worten stolperte sie rückwärts in Richtung Abgrund.
„NEIN RILEY, DU VERSTEHST NI..." In diesem Moment sah John Riley fallen.
Kapitel 8
John sprang vor und hechtete zum Abgrund. Als er hinab sah übersprang sein Herz einen Schlag. Direkt unterhalb der Klippe hing Riley im Griff des silbern schimmernden T1001, der sie jetzt nach oben zu John hob. John nahm die geschockte Riley entgegen und hielt das Weinende Mädchen im Arm. Er streichelte ihren Kopf und sprach beruhigende Worte.
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Die Anderen hatten dem Ganzen vom Fenster aus zugesehen.
Sarah beobachtete Cameron die sah, wie John Riley im Arm hielt und tröstete. Als Sarah den traurigen Ausdruck in Camerons Gesicht sah schüttelte sie ungläubig den Kopf.
Cameron lies den Kopf hängen, drehte sich um und ging auf ihr Zimmer.
Sarah sah noch einmal hinaus zu John, der die geschockte Riley immer noch im Arm hielt und dachte einen Augenblick lang nach. Dann folgte sie Cameron nach Oben. Sie klopfte an Camerons Zimmertüre erhielt aber keine Antwort. Sie öffnete, stellte aber fest, dass Niemand da war. Sie fand Cameron dann in Johns Zimmer.
Cameron starrte aus dem Fenster in Richtung der Straße.
„Cameron?" Sarah machte zwei Schritte auf die Maschine zu. „Cameron!"
„Sie ist wieder da." Sagte Cameron mit einer deutlichen Spur von Verzweiflung in der Stimme. „Noch kein Tag ist vergangen und er hält sie in den Armen."
„Er geht mit ihr um, wie er mit jedem Mädchen umgehen würde. Ihr wäre er nicht in die Zukunft gefolgt." Sagte Sarah ärgerlich. Sie war nicht verärgert über Cameron, sondern über sich selbst, dass sie diese Unterhaltung überhaupt führte. Hätte Catherine Weaver nicht gesagt, dass Cameron Gefühle hat, würde sie diese Unterhaltung auch nicht führen.
„Sie ist aber wenigstens ein Mensch." Camerons Stimme war leise, ja kaum hörbar.
„Jetzt hör mir mal genau zu Blechmann." Sarah knurrte diese Worte zwischen den Zähnen durch. „Ich habe Riley von Anfang an nicht gemocht. Fakt ist, als die Frau vom Jugendamt gegangen war habe ich mit dem Gedanken gespielt raus zu gehen und sie zu erschießen."
Erstaunt sah Cameron in Sarahs Gesicht. „Wirklich?"
Sarah verdrehte die Augen. „Ja wirklich. Unter den jetzigen Umständen, wenn ich zwischen ihr und Dir als Freundin für meinen Sohn wählen müsste, dann..." Sarah zögerte kurz, „...würde ich Dich wählen. Sarah schlug eine Hand vor ihre Augen und schüttelte den Kopf. Leise fügte sie hinzu: „Ich glaube nicht, dass ich das jetzt gesagt habe."
„Es ist aber nicht Deine Wahl. Auch wenn das das netteste war, was jemals Jemand zu mir gesagt hat," Cameron stand mit hängendem Kopf da.
„Verdammt Cameron, nun zieh endlich mal den Kopf aus dem Hintern." Sarah war kurz vorm Verzweifeln. Warum war diese Maschine manchmal auch so unglaublich menschlich. „Er liebt Dich! Also lass nicht locker. Ich steh Dir nicht im Weg, das habe ich Dir versprochen." Nach diesen Worten drehte sich Sarah noch immer kopfschüttelnd herum und stürmte aus dem Raum. Sie lies einen völlig verwirrten Cyborg zurück, der sich fragte, wessen Kopf sie aus wessen Hintern ziehen sollte.
Kapitel 9
Als Sarah wieder den Wohnraum betrat, kam gerade John mit der geschockten Riley zur Tür herein.
Sarah sah Catherine Weaver hinter den Beiden das Haus betreten auf ihrem Gesicht zeigte der T1001 deutliche Zeichen von Unwillen. Letztendlich hatte sie Riley gerettet, schien mit dieser Entscheidung aber nicht unbedingt zufrieden zu sein.
John stoppte mit Riley kurz bei Sarah. „Mom, wir brauchen etwas zur Beruhigung für Riley."
„Ich will mal sehen," sagte Sarah und beobachtete, wie John Riley nach Oben brachte.
„Ich denke, sie empfinden das Gleiche wie ich bei diesem Anblick."
Sarah brauchte die rhetorische Frage nicht zu beantworten, gedankenlos erwiderte sie trotzdem. „Riley ist in jedem Fall die schlechtere Entscheidung." als sich Sarah umwandte und den T1001 erblickte, schreckte sie aus ihren Überlegungen. „Haben wir etwas zur Beruhigung im Haus?" Sarah überlegte kurz, „möglichst etwas starkes." Sarah hatte jetzt das gleiche zynische Lächeln auf den Lippen, dass sie hatte, als Cameron nach ihrem ersten gemeinsamen Zeitsprung diese drei schmierigen Typen aufgemischt hat.
„Natürlich, ich hole es." Catherine Weaver kehrte nach 2 Minuten mit einer Tablette und einem Glas Wasser zurück.
Sarah nahm beides entgegen und nickte der Maschine grimmig zu. Als sie in Richtung der Gästezimmer davonging, formte sich ein diabolisches Grinsen auf ihrem Gesicht.
3 Minuten später kamen Sarah und John zurück in den Wohnraum. Cameron saß zusammen mit John Henry auf dem Sofa und spielte mit Savannah. Sie lächelte John an, dieses Lächeln zerfaserte aber als sie merkte, dass John sie nicht beachtete.
Wieder ergriff Catherine Weaver das Wort. „Ich bitte meine Entgleisung von Vorhin zu entschuldigen. Es war eine …... von mir unerwartete emotionale Reaktion auf Savannahs Schmerzäußerung. Bitte lassen sie mich versichern, dass ich zu keinem Zeitpunkt die Intention hatte das Mädchen zu töten. Eine solche Reaktion ihrerseits hatte ich aber auch nicht erwartet. Nun, lassen sie uns zum Thema zurückkehren. Die Herren Reese hatten hoffentlich genug Zeit, über ihr Hiersein nachzudenken."
Sie richtete einen fragenden Blick auf Derek und Kyle. Diesmal war es Kyle der antwortete: „Wir sind dabei...fürs Erste. Allerdings hängt das stark davon ab, was uns John Connor zu sagen hat."
John, der beim ersten Wort seines -Vaters- aufgeschreckt war nickte jetzt in dessen Richtung.
„James?" Catherine Weaver deutete nach dieser -Frage- eine leichte Verbeugung in Richtung James Ellison an.
Dieser blickte der Maschine sekundenlang in die Augen bevor er antwortete. „Für mich gilt das Gleiche wie für die Anderen."
Jetzt nickte Catherine Weaver. „Kyle Reese, James Ellison und ich fahren jetzt in die Stadt und besorgen Kleidung und andere Sachen. Dann werde ich mich um ein größeres Anwesen kümmern. Außerdem muss ich einige Telefonate führen, um meinen Posten bei der Zeira Corp. Wieder einnehmen zu können. Sarah, würdest Du bitte zusammen mit John-Henry auf meine kleine Savannah aufpassen?"
„Das werde ich …...Catherine." Sarah zögerte kurz, bis sie das verbale Freundschaftsangebot der Maschine annahm, sich beim Vornamen zu nennen.
„Dann wollen wir mal los." Sagte Catherine Weaver, und verabschiedete sich von Savannah, die mit dem Märchen auf dem Kopfhörer ihres MP3-Players gar nichts mitbekommen hatte. Sie winkte dem T1001 noch kurz zu, bis sie wieder konzentriert der Geschichte lauschte.
Kapitel 10
„So, was? Warum sind drei Maschinen auf der Seite der Menschen? Warum wollt ihr euren Schöpfer vernichten?" Derek Reese hatte diese Fragen ärgerlich in John-Henrys und Camerons Richtung gesprochen. „Menschliches Leben ist heilig!" Antworteten Cameron und John-Henry wie aus einem Mund.
In diesem Moment sprang John auf. Er starrte auf John-Henry und Cameron, die ihn verwundert anblickten. Dann ergriff John Camerons Arm und zerrte sie hinter sich her, hoch in ihr Zimmer. Das ganze beobachtet von einer Kopfschüttelnden Sarah Connor.
Als John die Türe zu Camerons Zimmer geschlossen hatte, schüttelte er den Kopf und sagte: „Menschliches Leben ist heilig? Was ist aus -Die Software wurde kreiert um Menschen zu töten geworden?"
Cameron sah ihn verständnislos an.
„Was ist mit Dir passiert, als er in Deinem Kopf war? Bist das überhaupt noch Du?" John stand kurz vorm Verzweifeln, noch nie war er so unsicher in seinem Leben.
„John, John-Henrys Basiscode ist ein Virus. Auch ich wurde natürlich damit infiziert."
Johns Verzweiflung wurde noch tiefer.
„John Henry hat die Missionsparameter in meinem Programm gelöscht. Der Tötungsbefehl, der Bestandteil meiner Basisprogrammierung ist, ist nicht mehr vorhanden. Somit habe ich auch keinerlei Zwang mehr Dich oder einen anderen Menschen zu töten. Es steht mir absolut frei, das selbst zu entscheiden."
John senkte den Kopf. „Bist Du überhaupt noch Du selbst?"
Cameron drehte sich zum Fenster „Als John-Henry und ich vereint auf einem Chip waren, konnte er genauso meine, wie ich seine Gedanken, Absichten und Erinnerungen lesen. John, das war ein sehr...intimes Gefühl, Alles mit jemandem zu teilen..." Cameron zögerte einige Sekunden „. Das ändert aber nichts an meinen Gefühlen zu Dir..."
Cameron hatte sich jetzt zu John gedreht, nur um festzustellen, dass dieser gegangen war und sie alleine gelassen hatte.
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Ein paar Minuten später fand sie ihn. Er saß an Rileys Bett und hielt deren Hand. Cameron starrte einen Augenblick auf Johns Rücken. Sie sah nicht die Tränen, die sein Gesicht herunterliefen. Camerons Worte: 'Intimes Gefühl' waren wie ein Echo in seinem Kopf. Wie sollte er diese Art der Vereinigung auch jemals toppen können.
Sarah Connor beobachtete Cameron, der jetzt ebenfalls Tränen die Wangen herunterliefen, als sie zurück in ihr Zimmer ging und die Türe schloss.
(Ende Episode 3.04)
