Episode 3.08
Kapitel 1
Als Catherine Weaver das FBI Gebäude verlies, fühlte ja wirklich, fühlte sie eine Art Genugtuung. Sie hatte diesem arroganten Agent Aldridge ein Schnippchen geschlagen.
Nicht nur, dass sie ihn nicht hatte zu Wort kommen lassen, nein sie hatte ihm auch noch einen einen versteckten Hinweis auf den Aufenthaltsort von Sarah Connor gegeben.
James Ellison hatte ihr gesagt, dass Agent Aldridge womöglich an die Geschichten von Sarah Connor glauben könnte. Nun, man würde sehen. zunächsteinmal hatte sie ein anderes Problem. Durch den Abschuss des Jets hatte sie alle Geldmittel verloren. Nun musste sie zunächst zum Zeira-Gebäude, um sich dort mit einer Firmen-Kreditkarte ausstatten zu lassen. Erst dann konnte sie die nächsten Schritte machen Zunächsteinmal musste sie die Kleidung wechseln.
Sie ging durch eine schmale Gasse, als sie um eine Ecke bog legte sie schnell den Overall ab. Darunter hatte sie ein Business Kostüm geformt. Damit trat sie dann auf die Straße.
Sie winkte ein Taxi heran. „Ich muss zur Zeira Corporation. Sie bekommen dort 100 Dollar, wenn sie mich ohne Geld mitnehmen."
Der Fahrer musterte sie von oben bis Unten und kratzte sich am bärtigen Kinn. „Sie sehen nicht wie eine Diebin aus. Also gut 150 Dollar."
„110 Dollar und keinen Cent mehr." Erwiderte Catherine Weaver schnell.
Der Fahrer dachte kurz nach „110 Dollar..."
„Deal!" Sagte Catherine Weaver schnell und stieg ein.
Der Fahrer sah sie entgeistert an, drehte sich dann aber mit mürrischem Gesichtsausdruck um, und fuhr los, nachdem Catherine Weaver ihm die Adresse genannt hatte.
Bei Zeira Corp angekommen sagte sie: „Warten sie, ich schicke jemanden mit dem Geld.
„Kommt überhaupt nicht in Frage, Sie lass ich keinen Augenblick aus den Augen." Mit diesen Worten stieg der Fahrer aus und folgte ihr hastig.
Als sie die Eingangshalle betrat und von den Wachleuten erblickt wurde, ließen diese schnell ihre Zeitungen und die Brote fallen. Dann standen sie augenblicklich stramm. „M-m-miss W-weaver, wir ha-hatten sie nicht erwartet." stotterte einer der Beiden.
„Das sehe ich," Sagte sie mit hochgezogener Augenbraue. „Sagen sie in der Buchhaltung Bescheid, dass hier ein Taxifahrer auf seine 110 Dollar wartet und sagen sie ihnen auch dass ich auf dem Weg bin." Nach diesen Worten ging sie zum Aufzug. Sie fuhr geradewegs in den 5. Stock und ging direkt zum Büro des Chefbuchhalters, der sie schon an seiner Bürotür erwartete.
„Miss Weaver, was kann ich für sie tun?" Fragte der Mann unterwürfig.
'Wäre ich ein Mensch würde ich den Kerl bestimmt für einen Schleimer halten,' dachte sie. „Ich benötige eine Kreditkarte. Mein gesamtes Bargeld und auch meine Kreditkarten sind leider beim Absturz des Firmenjets zerstört worden," sagte sie lächelnd.
Unterwürfig ging der Mann zu seinem großen Wandsafe. Nach eintippen der Kombination musste er noch sein Auge scannen lassen, bevor sich die Safetür mit einem vernehmlichen -Klick- öffnete. Mit einem unterwürfigen Lächeln überreichte der Chefbuchhalter ihr eine Firmen-Kreditkarte. „Ich hoffe ihnen ist nichts geschehen?"
„Nein, danke der Nachfrage." dann wandte sie sich wortlos um und lies den perplexen Mann einfach stehen. Ohne Irgendjemand eines weiteren Blickes zu würdigen verlies der T1001 das Gebäude. Ihr nächster Weg führte direkt zu einer Bank, die hatte schon geschlossen aber der Geldautomat war es, zu dem sie wollte.
Sie holte das Limit von 2000 Dollar ab. Sie bemerkte auch die beiden Typen, die sie aus einer Seitengasse beobachteten. Absichtlich ging sie in deren Richtung. Als sie die Gasse passierte hörte sie plötzlich eine Stimme.
„Hey Puppe komm her und gib uns die Kohle. Sagte er und fuchtelte mit seiner 38er herum.
„Bitte tun sie mir nichts," sagte sie, lächelte aber so, dass die Männer es nicht sehen konnten. Sie folgte den Männern tiefer in die Gasse.
„Her mit der Kohle Puppe," Sagte der Typ mit der 38er.
„Nein!" Sagte Weaver schlicht.
Die Typen stutzten und sahen sich zunächst verstört an. Dann übergangslos feuerte der mit der 38er zwei Schüsse auf Catherine Weaver ab, während der andere schmierig grinste. Das Grinsen gefror aber auf seinem Gesicht, als der T1001 einfach stehen blieb. Sie konnten im Halbdunkel der Gasse nicht sehen, wie sich die Verletzungen der Frau regenerierten. Zwei Sekunden später war klar, dass die Beiden nie wieder etwas sehen würden, als sie mit durchbohrter Stirn zu Boden gingen. Mit einem leichten Lächeln verlies die Maschine die Gasse.
Kapitel 2
Nachdem sie sich in anderer Gestalt in einem Handy-Shop ein prepaid Handy gekauft hatte, nicht ohne den Verkäufer gründlich zu bestechen, damit er auf die Registrierung verzichtete, rief sie James Ellison an.
„Ja?" klang es am anderen Ende der Leitung auf.
„James, hier ist Catherine," sagte sie.
„Catherine Gott sei dank, wir haben uns Sorgen gemacht."
„Ist das so?" fragte sie mit einem leicht zynischen Unterton in der Stimme.
„Natürlich, wir sind doch Fr...Verbündete." Sagte James Ellison sich selbst korrigierend. „Was ist denn eigentlich passiert?" Fragte James Ellison schnell.
„Das ist das eigentliche Problem. Ein H/K hat den Jet mit einer Plasmakanone abgeschossen. Er hat nur das Triebwerk erwischt und nicht den Jet selber aber es war knapp genug. Schließlich bin auch ich nicht unzerstörbar."
Am anderen Ende der Leitung war es einen Augenblick still. „Ein H/K sagst Du ? Das sieht wirklich aus, als steckten wir in ernsthaften Schwierigkeiten."
„Korrekt James, wir müssen unbedingt den H/K finden und zerstören. Deshalb möchte ich Dich bitten, mit Kyle Reese sofort hier her zu kommen. John-Henry möchte derweil versuchen den H/K ausfindig zu machen. Kommt mit dem Wagen, ab sofort sind Flugzeuge tabu. Wie geht es Savannah?"
„Nun ja, das war eines der Probleme, die wir hier zu bewältigen hatten. Savannah hat gesehen, wie Du Dich in Kyle Reese verwandelt hast. Daraufhin hat sie eine Waffe gefunden, John-Henry aus Versehen in den Kopf geschossen und ist dann weggelaufen. John und Cameron haben sie aber gefunden und jetzt schläft sie."
„Hat sie realisiert, dass ich nicht ihre Mutter bin?"
„Nein, sie hält Kyle Reese für den Übeltäter. Wenn sie aufwacht, muss John Henry sie davon überzeugen, dass nichts ernsthaftes passiert ist. Zur Zeit vertraut sie nur John und Cameron. Du musst auch mit ihr telefonieren, sie glaubt Kyle hätte Dich weggezaubert."
Unwillkürlich musste der T1001 lächeln. „Was würde Savannah sagen, wenn sie erfährt, dass ich nicht ihre Mutter bin?"
„Das ist schwer zu sagen. Sie ist ja noch nichteinmal in der Lage wirklich zu begreifen, was es mit John-Henry auf sich müssen auf jeden Fall besser aufpassen, was wir in ihrer Gegenwart sagen. Sie ist ein kluges Mädchen, sie reimt sich sonst etwas zusammen." Eröffnete James Ellison ihr seine Gedanken.
„Das ist wahr, mir wäre lieber, sie würde immer mein kleines Mädchen bleiben." Entgegnete Catherine Weaver.
„Du bist nicht ihre Mutter. Du bist nichteinmal ein Mensch." Sagte James Ellison leicht aufgebracht.
„Das hindert mich aber nicht daran, sie zu mögen und mich um sie zu sorgen." Entgegnete der T1001 ebenfalls aufgebracht.
„Es tut mir Leid," sagte James Ellison abwehrend.
„Das sollte es." Entgegnete der T1001, wie sie es schon einmal getan hatte.
„Was hat die Polizei zu dem Absturz gesagt?" Wechselte James Ellison schnell das Thema.
„Das FBI hat mich noch am Pier abgeholt. Interessanterweise war aber nicht der Absturz das Thema des Gespräches. Agent Aldridge wollte mich eher zu Sarah Connor befragen. Ich habe ihm einen kleinen Hinweis hinterlassen. Wenn er wirklich auf unserer Seite steht, werden wir das feststellen müssen."
„Es wäre sicherlich nicht schlecht, Jemanden beim FBI zu haben, der uns den Rücken ein wenig frei hält." Stellte James Ellison sachlich fest.
„Ich kehre jetzt zur Zeira Corporation zurück und werde mir einen Überblick über die Dinge verschaffen. Ich erwarte Dich und Kyle Reese dann morgen Mittag."
„Wir werden da sein." Entgegnete James Ellison und beendete das Gespräch als er merkte, dass der T1001 aufgelegt hatte."
Kapitel 3
James Ellison drehte sich mit nachdenklichem Gesicht zu den Anderen herum. „Das war Catherine, ein H/K hat den Jet abgeschossen. Sie möchte, dass Kyle Reese und ich mit dem Auto nach LA fahren, um sie zu unterstützen." Wir sollen morgen Mittag da sein.
„Das ist eine Gute Idee, Miss Weaver sollte nicht ohne Hilfe sein. Auch mit ihren überragenden Fähigkeiten ist sie nicht unzerstörbar. Ein wenig Rückendeckung wäre von Vorteil. John-Henry hatte kurz sein Gespräch mit Cameron unterbrochen, um diese Bemerkung einzulegen.
„Ich bin dagegen," warf Sarah ein. Kyle ist der Einzige,von uns, der sich in der Stadt frei bewegen kann."
„Das ist nicht ganz richtig," sagte Riley aus dem Hintergrund. „Ich bin ebenfalls in der Lage mich durch Frisco zu bewegen. Auch wenn ich in LA getötet wurde wird man kaum einen Steckbrief von mir ausgehängt haben."
„Arh," sagte John vor Schmerzen. „Riley, Du kannst nicht alleine gehen."
„Ich werde mit ihr gehen," sagte Cameron, diesmal in Jeans Tank-Top und Boots gekleidet.
„Kommt nicht in Frage!" rief John und wollte sich erheben um seinen Worten Nachdruck zu verleihen.
Cameron drückte den leicht fiebernden John zurück auf das Sofa. „John, ich bin noch am unauffälligsten, kann mich am leichtesten tarnen. Keine Sorge, ich mach das nicht zum ersten Mal."
„Aber...," wollte John aufbegehren, wurde aber von Sarah unterbrochen.
„John, sie hat Recht. Ich kann mich noch immer schlecht irgendwo sehen lassen. Derek wird zwar offiziell nicht mehr gesucht, es kennen aber genügend Leute seinen Steckbrief. „John...", sie hockte sich vor ihn, „...ich weiß Du machst Dir Sorgen um Sie und das ist zum Teil auch meine Schuld aber wenn Jemand am wenigsten auffällt, dann eine hübsche Teenagerin."
John sah seine Mutter an, überlegte kurz und nickte dann. „Kann mich jetzt bitte Jemand auf mein Zimmer bringen."
„ICH!" riefen Sarah und Cameron gleichzeitig. Dann grinsten sie sich an.
Sarah winkte mit dem Kopf und trat zurück, damit Cameron John wegbringen konnte. Cameron half John vorsichtig auf die Beine. Sie stützte ihn so, dass seine Verletzung möglichst wenig belastet wurde. Die Beiden gingen langsam aus dem Raum. Als sie außer Sichtweite der Anderen waren nahm Cameron John entgegen seiner milden Proteste auf die Arme und trug ihn hoch in sein Zimmer.
Cameron legte John auf sein Bett und küsste ihn auf die verschwitze Stirn „John, du hast Fieber. Du musst schlafen damit sich Dein Körper regenerieren kann."
„Wo ist Cheri?" Fragte John und lächelte Cameron an.
„Sie ist ein paar Tage unterwegs, medizinische Ausrüstung besorgen. Außerdem versucht sie Kontakt mit einigen Kämpfern aus ihrer Zeitlinie aufzunehmen."
„Cameron?" Fragte John fiebrig.
„Ja John?" Entgegnete Cameron, setzte sich aufs Bett und legte eine Hand an seine Wange.
„Mir ist kalt." Sagte John zitternd.
„Das ist das Fieber John. Morgen geht es Dir besser. Und nun musst du schlafen," Sagte Cameron und streichelte über seinen Kopf. Dann wollte sie sich erheben aber John griff nach ihrer Hand.
„Bitte...," sagte er „geh nicht."
Sie sah einen Moment auf ihn herab. „Einen Augenblick, ich bin gleich wieder da." Mit einem feinen Lächeln wandte sie sich ab.
John sah, wie sie zur Tür ging, sie verlies das Zimmer aber nicht sondern schloss die Tür. Dann ging sie zu Johns Kleiderschrank. Sie nahm ein T-Shirt und ein Paar Boxershorts heraus. Er sah, wie sie ihre Stiefel und die Jeans auszog. Dann legte sie ihr Top ab. Schließlich fiel ihr BH und dann streifte sie ihr Panty ab. Sie schlüpfte in die Boxershorts und streifte sich sein T-Shirt über. Johns fiebrige Augen waren jeder ihrer Bewegungen gefolgt und obwohl er durch das Fieber nicht klar sehen konnte wusste er, dass er noch nie etwas schöneres gesehen hatte. Dann kam sie zu ihm. Wortlos schlüpfte sie unter seine Decke und genauso wortlos legte sie die Arme um ihn. Er legte seinen Kopf an ihre Schulter, er roch ihren Körper und spürte ihre Wärme. Niemals wieder würde er sich von ihr trennen lassen.
Als Sarah eine halbe Stunde später leise das Zimmer betrat sah sie John und Cameron eng umschlungen in seinem Bett liegen. Noch vor ein paar Tagen hätte sie bei dem Anblick ihre Waffe gezogen und hätte Cameron aus seinem Bett gezerrt. Dann hätte sie Cameron wahrscheinlich den gesamten Inhalt ihres Magazins in den Körper gejagt. Jetzt war in ihr ein Funke von Hoffnung. Wenn der Anführer des Widerstandes es schaffte aus eine seelenlosen Maschine einen Menschen zu machen, so musste es ihr gelingen auch zum Menschen zu werden. Vielleicht war ja nicht der Kampf die Lösung aller Probleme sondern vielmehr etwas was stärker war.
Die Liebe!
Kapitel 4
Cameron schlief nicht, natürlich nicht. Manchmal wünschte sie, sie könnte einfach die Augen schließen und träumen, so wie Menschen das taten. Stattdessen beschäftigte sie sich mit Kalkulationen, lies diverse Szenarien ablaufen, und reorganisierte ihre Datenspeicher. Manchmal tastete sie auch mit ihrem Gehör die Umgebung ab. Nebenan durch zwei geschlossenen Türen hindurch konnte sie Savannah atmen hören und selbst Sarah stöhnte laut genug im Schlaf. John Henry spielte mit sich selbst im Untergeschoss, wobei er Selbstgespräche führte, indem er die anderen Parteien stimmlich nachahmte. Cameron lächelte bei dem Gedanken, was wohl Sarah dazu sagen würde, dass John-Henry offenbar einen freundschaftlichen Faible für sie entwickelt hatte. Die meiste Zeit aber lauschte sie auf Johns Körperfunktionen. Sein Herz und seine Lunge waren in bestem Zustand. Sein Darm arbeitete lautstark, zumindest nach Camerons Auffassung. Immer wieder führte sie Scans durch und stellte dabei fest, dass sein Fieber, das am Abend sprunghaft angestiegen war, langsam aber stetig sank. Je niedriger die Temparatur wurde um so ruhiger atmete John.
Irgendwann in der Nacht drehte John sich ein wenig, sodass sein Kopf auf ihrer Brust zu liegen kam. Seine Hand wanderte im Schlaf kurz über die weichen Hügel unter ihrem Shirt, was einen merkwürdigen Schauer über ihren Rücken laufen lies. Das reine sensorische Empfinden war uninteressant, in Verbindung mit ihren Gedanken an John erzeugte es wie sie fand sehr angenehme sensorische Feedbackeffekte überall in ihrem Körper.
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Als John am Morgen aufwachte fühlte er sich zerschlagen. Außerdem hatte er das Gefühl als würde ihm etwas fehlen. Dann bemerkte er, dass Cameron nicht da war. Er dachte schon, sie wäre sicherlich wieder aufgestanden nachdem er eingeschlafen war. Dann aber bemerkte er, dass die Matratze neben ihm noch immer warm war. Lange konnte sie also noch nicht weg sein. Er bemerkte, dass er wohl mal das Bad benutzen musste. Vorsichtig, damit die Schmerzen in seiner Seite nicht schlimmer wurden, rollte er sich aus dem Bett.
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Mit verschlafenen Augen ging er zum Bad und öffnete die Tür. Als er aufblickte blieb er wie angewurzelt stehen. „Heilige Scheiße, CAMERON!" Stieß er hervor. Dann drehte er sich herum, verharrte sekundenlang auf der Stelle, bevor er mit zitternden Knien zurück ins Zimmer ging. Er schloss die Tür ohne sich umzudrehen und lies sich dann mit dem Rücken gegen die Tür sinken, wo er ersteinmal versuchte zu verarbeiten, was er eben gesehen hatte.
Kapitel 5
Als Cameron ein paar Augenblicke später das Bad verlies, saß John auf dem Bett und starrte aus dem Fenster.
Cameron ging zwei Schritte in seine Richtung. „Es tut mir Leid, ich wollte Dich nicht in Verlegenheit bringen. Schamgefühl ist mir noch relativ fremd."
Jetzt drehte John den Kopf und lächelte sie an. „Nein Cam, es muss Dir nicht Leid tun. Das ist eines der vielen Dinge, nach denen ich dich nie gefragt habe." Er klapste auf die Stelle neben sich auf dem Bett. „Komm bitte her und erkläre es mir."
Cameron ging mit hängendem Kopf zu ihm. Sie setzte sich neben ihn auf das Bett und klemmte die Hände zwischen die Oberschenkel.
„Wie du weißt bin ich in der Lage zu essen und zu trinken. Was Du nicht weißt ist, dass hauptsächlich Wasser aber auch die Nährstoffe der Nahrung über mein Blut meinen Biologischen Komponenten zugeführt werden, wenn dazu auch lange keine Notwendigkeit besteht. Dazu werden die festen Bestandteile verflüssigt und ähnlich wie im menschlichen Verdauungssystem dem Blut zugeführt. Die flüssigen Abfallstoffe im Gegenzug müssen den Körper natürlich wieder verlassen."
John sah ihr lächelnd ins Gesicht. „Cameron, das ist ja nicht schlimm. Ich war nur nicht darauf vorbereitet, dich die Toilette Benutzen zu sehen. Wieso ist mir das vorher nie aufgefallen?"
Jetzt lächelte Cameron. „Ich schlafe nicht." War ihre lakonische Antwort.
Jetzt musste John lachen. Immer mehr wurde ihm bewusst, wie Menschlich Cameron doch war. „Komm, wir gehen nach Unten frühstücken. Mom hat bestimmt schon die Pancakes in die Pfanne geworfen." Er griff Camerons Hand und zog sie Richtung Tür, was natürlich nur klappte, weil sie es zulies. „Ach Cameron?" Sagte er mit amüsiertem Unterton.
„Ja John?"
„Man sitzt anders herum auf der Toilette."
Cameron legte den Kopf auf die Seite und zog eine Augenbraue in die Höhe. „Danke für die Erklärung."
Sie verließen das Zimmer und machten am Nebenzimmer halt. John öffnete leise die Tür, was aber gar nicht notwendig gewesen wäre. Savannah saß aufrecht im Bett, ihr Rücken lehnte an das Kopfende und sie hielt die Decke umklammert. „Morgen Rotschopf," sagte John lächelnd und setzte sich zu ihr aufs Bett. „Komm wir gehen runter frühstücken."
„Ich will zu meiner Mommy," sagte sie trotzig, lies aber zu dass John sie in den Arm nahm.
„Wir rufen deine Mommy gleich nach dem Frühstück an." Sagte John zu ihr.
„Versprochen?" Fragte Savanna.
„Versprochen. Großes Ehrenwort." Antwortete John.
„Jetzt grinste Savannah fröhlich. „Ich komm nach," sagte sie und verschwand im Bad.
John saß noch einen Augenblick auf dem Bett und sah auf die geschlossenen Badezimmertür. Dann schüttelte er den Kopf. „Kinder," sagte er und verdrehte die Augen.
Cameron hatte die Szene mit bewegungsloser Mine beobachtet. Jetzt stahl sich ein leichtes Lächeln auf ihr Gesicht. Dann drehte sie sich und ging in Richtung Treppe, gefolgt von John, der vor sich hin grinste.
Kapitel 6
Als sie den Wohnraum betraten, runzelten Derek, Kyle und James die Stirn als sie Cameron erblickten. Ihnen war nicht klar, warum eine Maschine in Boxershorts und T-Shirt herumläuft. Hätten sie gewusst, dass Cameron zu Anfang nur in Unterwäsche herumgelaufen war, wäre ihnen Einiges klar geworden. Nicht im Entferntesten aber hätten sie vermutet, dass Cameron die Nacht in Johns Bett verbracht hat. Wie auch immer, keiner der Beiden würde es ihnen auf die Nase binden.
„Na, wie läufts?" Fragte John.
„Wir sind gestern Abend noch in das Haus, den Hügel rauf umgezogen." Sagte James Ellison. „Nette Luxoriöse Ferienhütte. 4 Schlafzimmer aber nur ein Bad."
„Pancakes?" Fragte Sarah von der Küchentür her. Sofort sprang Derek auf und rannte förmlich in die Küche. In diesem Moment kam Savannah in den Wohnraum gelaufen. Als sie Kyle erblickte stoppte sie abrupt, und versteckte sich mit ängstlichem Gesicht hinter John.
„Savannah, was ist denn?" Fragte John, nachdem er sich umgedreht und hingehockt hatte.
Savannah sah ängstlich über Johns Schulter auf Kyle. „Das ist der Mann, der meine Mommy weggezaubert hat," sagte sie leise.
„Nein, das hat er bestimmt nicht getan. Sieh mal, du magst mich doch."
„Natürlich John, du hast mir gezeigt, wie ich meine Schuhe zubinde."
„Wenn Du mich magst, dann musst Du den Mann da auch mögen."
„Warum?" Fragte Savannah mit großen Augen.
„Ich verrat Dir jetzt ein kleines Geheimnis." Daraufhin flüsterte er ihr ins Ohr: „Der Mann ist mein Daddy."
Savannah riss die Augen auf. „Dein Daddy?" flüsterte sie daraufhin zurück.
Als John nickte ging Savannah einen Schritt zur Seite. Mit fragendem Gesichtsausdruck sah sie Kyle an, der sie jetzt lächelnd anblickte. Dann ging sie zögerlich auf ihn zu. Als sie noch einen Meter von ihm entfernt war, blieb sie stehen.
„Bist Du wirklich Johns Daddy?" Fragte sie ganz unschuldig. Sie hatte völlig vergessen, das es ja ein -kleines Geheimnis- war.
Aus Richtung der Küche hörten sie ein Klirren. Derek stand mit völligem Unverständnis im Gesicht in der Tür und hatte seinen Teller fallenlassen. Er blickte auf Savannah, dann auf Kyle und zum Schluss auf John, der ihn angrinste. Dann fiel sein Blick auf die Überreste des Pancakes auf seinem Schuh und den Teller, der in diverse Stücke zerbrochen war.
Derweil blickte Kyle auf John, der ihm lächelnd zunickte und dann auf Sarah, die ebenfalls mitbekommen hatte, was Savannah gefragt hatte, bevor sie Derek einen Klaps auf den Hinterkopf gab, weil er ihr schönes Essen auf den Boden geworfen hatte. Sarah sah Kyle an. Sie sahen sich nur in die Augen und Kyle wusste, was Sarah ihm sagen wollte. Dann sah er wieder Savannah an. „Tja, ich bin wirklich Johns Dad, irgendwie jedenfalls."
Savannah blickte ihn jetzt kritisch an. Sie dachte irgendwie über die Frage nach, bis sie zu einer Entscheidung kam. Plötzlich lächelte sie und fiel dem erstaunten Kyle um den Hals.
James Ellison hatte der Szene interessiert zugesehen. Als Savannah Kyle fragte, ob er Johns Dad sei fiel es ihm wie Schuppen aus den Augen. Das erklärte die Blicke zwischen Sarah und Kyle und es erklärte eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Kyle und John, die ihm schon vorher aufgefallen war.
„Savannah?" Sagte John plötzlich. Als sie sich umdrehte sagte er. „Dass Onkel Kyle mein Dad ist, muss aber ein Geheimnis bleiben, das darfst Du nicht jedem erzählen.
„Nun, alle in diesem Haus abgesehen von Mr. Murch vielleicht haben es schon mitbekommen." Sagte in diesem Moment John Henry von der Kellertreppe her."
„JOHN-HENRY!" Rief Savannah begeistert und lief auf ihm zu, blieb aber einen Meter vor ihm ruckartig stehen und sah zu Boden.
John-Henry beugte sich zu ihr hinab. „Savannah, was ist denn?"
„Es tut mir Leid," Sagte Savannah weinerlich.
„Was denn Savannah?" Fragte John-Henry unschuldig.
„Dass ich auf dich geschossen hab." Jetzt lief eine Träne ihre Wange herunter.
„Savannah," sagte John Henry. „Du hast nicht auf mich geschossen. Ich habe mir nur den Kopf gestoßen."
„Aber deine Stirn..."
Lächelnd zog John Henry das Pflaster von der fast verheilten Verletzung ab. „Sie hin, es ist nur ein Kratzer."
Savannah hob den Kopf und sah genau hin. Dann sah sie schüchtern lächelnd auf John-Henry, der in diesem Moment die Arme ausbreitete.
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Wenig später saßen Cameron und die menschlichen Hausbewohner um den Küchentisch. Jeder hatte einen Teller mit Pancakes vor sich stehen. Als John Cameron seinen Teller hinschob und ihr seine Gabel in die Hand drückte stellten Derek, Kyle, die inzwischen -aufgetauchte- Riley und James Ellison das Essen für einen Augenblick ein. Alle warteten was passiert. Cameron nahm lächelnd Johns Gabel, teilte ein Stück Pancake mit Sirup ab und stopfte sich das Stück in den Mund. Während sie kaute gab sie John lächelnd seine Gabel zurück und schob ihm den Teller hin. Als John hungrig begann sich den Rest des Pancakes in den Mund zu stopfen sahen sich Kyle und Derek nur an. Dann wurde Cameron weiter beobachtet, während sie sorgfältig kaute und dann schluckte.
Plötzlich hob Savannah ein halb verbranntes etwas mit ihrer Gabel in die Luft. „Sollen Pancakes knusprig sein?" Fragte sie zweifelnd.
Sarah lies den Pfannenwender fallen. John schnappte sich schnell den Pancake von Savannah und stopfte sich die Hälfte in den Mund. „Lecker!" Sagte er beim Kauen. Dabei blickte er misstrauisch zur Seite auf Sarah, die ihn misstrauisch musterte.
Immer noch kauend fragte er Cameron: „Sag mal, wenn du isst, putzt Du dir auch die Zähne?"
„Aber natürlich." Erwiderte Cameron.
„Aber womit, du hast doch gar keine Zahnbürste?"
„Genau wie der andere Derek habe ich immer Sarahs benutzt," versicherte sie treuherzig.
(ENDE Episode 3-08)
