Terminator: S.C.C.
Episode 3.09
Kapitel 1
Sarah spuckte den Kaffee, den sie gerade trank umgehend aus und Derek zerdrückte seine Bierdose, sodass das Bier in sein rechtes Auge spritzte. Riley wäre fast an ihrem Pancake erstickt, nur Savannah grinste vergnügt.
John sah erschrocken zunächst Cameron an, dann drehte er den Kopf und sah Sarah, die vor sich hin starrte. Er sah, wie ihr Gesicht allmählich einen tiefroten Farbton annahm.
John schwante fürchterliches. Er sah Cameron an und sagte nur ein Wort: „Lauf!"
In dem Moment als Cameron aufsprang fuhr Sarah herum und griff nach einer Bratpfanne. Als sie herumwirbelte war Cameron bereits auf dem Weg durch den Wohnraum. Sarah folgte ihr dichtauf.
Das Rennen das nun entbrannte schien aus einem Film zu stammen. Cameron, die sich offensichtlich zurückhielt, rannte ums Haus, Sarah keine 10 Meter hinter ihr. Cameron achtete penibel darauf, Sarah nicht zu nahe herankommen zu lassen.
Savannah, die das ganze für einen riesen Spaß zu halten schien stand jubeln und kreischend am großen Fenster im Wohnraum und applaudierte jedesmal, wenn Cameron und Sarah an ihr vorbeiliefen. In der dritten Runde warf Sarah die Bratpfanne in Camerons Rücken, die das aber nichteinmal zu bemerken schien. Sarah griff im Lauf die Bratpfanne vom Boden. John hatte Angst, dass Sarah versuchen könnte Cameron ernsthaften Schaden zuzufügen, wenn dies auch mehr als unmöglich erschien. Um so erstaunter war er, als Sarah nach dem Bratpfannenwurf fröhlich grinsend an ihm vorbeilief.
In der fünften Runde war Sarah merklich langsamer geworden. Als sie plötzlich mitten auf der Wiese stehenblieb, blieb auch Cameron stehen, um Sarah eine Verschnaufpause zu gönnen. Die Schwarzhaarige stand schwer atmend auf ihre Oberschenkel gestützt. Plötzlich sackte sie in die Knie. Noch hielten das Alle für einen Teil des Spiels, allerdings nicht mehr, als Sarah mit verzerrtem Gesicht zur Seite fiel.
Kapitel 2
„MOM!" schrie John und rannte hinaus zu seiner Mutter, wo Cameron natürlich schon längst angelangt war. „Mom, was ist los?" Er sah in Sarahs bleiches Gesicht. Ihre Hände zitterten, sie war bei Bewusstsein aber atmete kurz und schnell. John sah Cameron an. "Cameron, was ist los, ist es Krebs?"
Cameron scannte Sarah erneut. "Sieht mir nach einem leichten Kreislaufversagen aus. Niedriger Blutdruck, hoher Puls. Wir bringen sie am Besten rein und legen sie aufs Bett."
Sarah hatte bis jetzt kein Wort Gesagt. „John, ich fühle mich nur Müde. Cameron hat recht. Ist wohl nur der Kreislauf."
„Mom, nur der Kreislauf?" Sagte John aufgebracht. „Du bist gerade umgekippt!" Dabei hielt er Sarahs zitternde Hand.
Derek, der dicht hinter John bei Sarah angekommen war sagte: „John, Deine Mutter muss sich ausruhen, Diskutieren kann man das später auch noch.
John nickte vor sich hin, dann halfen sie Sarah auf die Füße. Cameron musste sie nur leicht stützen, als sie selbst zurück ins Haus ging.
Als sie ins Haus kamen sagte John zu Derek: „Ruf Cheri an, sie muss sofort zurück kommen."
Derek nickte und zog sein Handy aus der Tasche. Er wählte Cheris Nummer aus dem Speicher. Er musste keine 10 Sekunden warten, bis Cheri den Anruf entgegen nahm.
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Cameron und John hatten Sarah in ihr Zimmer begleitet. Sarah lag schwer atmend auf der Seite. Cameron scannte sie immer wieder und versicherte, dass der Blutdruck wieder anstieg und sich der Puls normalisierte.
„Cheri ist auf dem Weg, sie war noch in Frisco, wollte gerade zum Flughafen. Sie sagt wir sollen ihr was zu Essen und zu trinken geben. Möglichst etwas mit Traubenzucker. Außerdem sollen wir in der Hausapotheke mal nach Pflanzlichen Kreislauftropfen oder ähnlichem sehen und ihr die geben." Sagte Derek von der Tür her.
Cameron erhob sich, „Ich hole etwas," und ging hinaus.
Sarah und John blickten ihr nach. Dann sah Sarah John an und griff mit der Hand nach seinem Kinn. „John, es ist wahrscheinlich wirklich nur der Kreislauf. Ich hab mich einfach übernommen. Zu viel Stress, Zeitreisen..."
John schüttelte den Kopf. „Mom, Cameron hat mir alles erzählt. Vor ein paar Tagen sagte sie, als du den Sender in deiner Brust gefunden hast, dachtest Du es wäre Krebs. Sie sagte, du hättest mich zu Charlie abschieben wollen."
Sarah lies den erhobenen Kopf wieder sinken. „Cameron ist ein kluges Mädchen. In etwa genau das hatte ich vor." Sarah sah jetzt zur Decke. Eine einzelne Träne bildete sich in ihrem linken Auge.
John sah jetzt auf seine Füße, „warum? Traust Du mir nicht zu, mit der Situation fertig zu werden?"
Sarah berührte ihn an der Schulter. „John, Dir steht ein schwerer Kampf bevor, Du kannst Dich nicht mit Deiner kranken Mutter belasten und letztendlich war es ja Gott sei dank kein Krebs.
John sah seiner Mutter jetzt in die Augen. „Mom, ich liebe Dich aber wenn Du mir So etwas nocheinmal antust, werde ich Dich von Cameron Kopfüber über die Klippe hängen lassen."
Sarah grinste ihren Sohn jetzt an. „Mir geht es schon wieder gut, ich kann sogar über Deine dummen Witze lachen.
Cameron kehrte mit einem Tablett zurück, auf dem eine Flasche Cola und diverse Früchte standen. Außerdem hat sie in der Hausapotheke Kreislauftropfen gefunden. Zucker und ein Löffel lagen ebenfalls dabei. Wortlos stellte sie das Tablett auf das Tischchen neben dem Bett, ebenso wortlos drehte sie sich um, um den Raum wieder zu verlassen.
Sarah sah ihr verstört nach. „Cameron, warte bitte mal, ich muss mit Dir reden. John, würdest du uns bitte alleine lassen?"
Cameron stand stumm mit gesenktem Kopf an der Tür und wartete bis John den Raum verlassen hatte. John sah im Hinausgehen noch einmal auf seine Mutter, dann auf Cameron und schließlich ging er hinaus.
Bevor Sarah etwas sagen konnte machte Cameron mit gesenktem Kopf einen Schritt nach Vorne. „Es tut mir Leid Sarah," sagte sie schnell.
„Cameron, setz Dich mal zu mir." Sagte Sarah mütterlich und klapste dabei auf das Bett neben ihr. Cameron ging zum Bett und setzte sich an die Stelle, die Sarah ihr bedeutet hatte. „Cameron, ich bin Dir keineswegs böse. Was passiert ist ist wirklich nicht Deine Schuld. Im Gegenteil, ich möchte Dir danken, so viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr. Dass ich nicht in Form bin, das ist alleine meine Schuld.
Jetzt sah Cameron Sarah wieder an. „ich dachte, Du suchtest vielleicht nur einen Grund..."
Jetzt beugte Sarah sich vor und umfasste Camerons Kinn mit der Hand. „Darüber bin ich längst hinweg. Ja, Du bist eine Maschine und ja, ich habe das Gefühl, Du nimmst mir meinen Sohn weg..."
Cameron wollte aufbegehren: „Nein, ich..."
Wurde aber von Sarah sofort unterbrochen. „Schon gut, das sind einfach nur Muttergefühle. Wenn ein Menschenkind erwachsen wird, haben Mütter immer das Gefühl ihr Kind zu verlieren. Das wirst Du..." Sarah unterbrach sich. Gedankenverloren strarrte sie vor sich hin.
Cameron war bei den letzten Worten zusammengezuckt. „Ich weiß, wie gerne John Kinder hat aber das ist Etwas, was ich ihm niemals geben kann. Wie er mit Savannah umgeht..." Cameron unterbrach sich, als einzelne Tränen ihre Wangen herunterliefen.
Sarah beugte sich noch weiter vor und nahm Cameron in die Arme. Verwundert zögerte Cameron einen Augenblick, bevor sie die Umarmung erwiderte. Dann flüsterte Sarah in Camerons Ohr. „Sag niemals Nie." Zu Camerons noch größerem Erstaunen drückte ihr Sarah einen Kuss auf die Wange. Sarah ergriff Camerons Kopf mit beiden Händen. „Ich bin froh, dass Du für ihn da sein wirst, wenn ich mal nicht mehr bin."
„Sarah, WIR werden immer für ihn da sein. Wenn Du krank bist, wirst Du behandelt und wieder gesund. Vergiss nicht, ich habe uns Beide an seiner Seite gesehen."
Sarah dachte einen Augenblick nach. „Die Zukunft steht nicht fest," sagte sie vor sich hin.
In diesem Moment erschien Cheri Westin an der Tür. Sogleich erhob sich Cameron, um die beiden Frauen allein zu lassen. Cheri und Cameron nickten sich zu.
Sarah rief Cameron nocheinmal zurück. „Und Cameron..." Cameron blieb stehen, drehte den Kopf und blickte Sarah fragend an. „Benutz zukünftig Deine eigene Zahnbürste," sagte Sarah mit einem leichten Grinsen, bevor sie Cheri begrüßte.
Kapitel 3
Cameron wurde bereits von John erwartet. „Und?" fragte er nur.
„Sie war...lieb zu mir." sagte Cameron zu John und zuckte in einer menschlichen Geste mit den Schultern. 'Was meinte sie nur mit -Sag niemals nie- dachte Cameron.
John sah sie nachdenklich an. „Und? Was war noch?"
Cameron zuckte zusammen, als John sie aus ihren Gedanken riss. 'Eigentlich dürfte das nicht passieren, ich sollte mehrere Dinge gleichzeitig tun können,' dachte sie noch. „Nichts." Cameron sah John mit einem merkwürdigen Blick an. „Ich hatte..., ich meine..., ich wollte..." Cameron senkte traurig den Kopf.
John hob Camerons Kopf, damit sie ihn ansehen musste, 'sie findet keine Worte, das ist neu,' dachte er. „Was willst Du mir sagen?"
Cameron holte tief Luft, was John wieder mal faszinierte. „Ich wünschte, ich hätte eine Mutter wie Sarah!" Schrie sie ihm fast ins Gesicht, brach in Tränen aus, wirbelte herum und rannte die Treppe hoch.
John stand erschüttert sekundenlang an der selben Stelle, bevor er ihr nachlief. Er fand sie oben in ihrem Zimmer. Sie stand mit ausdruckslosem Gesicht am Fenster. John ging zu ihr und griff nach ihren Schultern, um sie zu sich herum zu drehen. Sie lies es geschehen und stand dann vor ihm. „Es tut mir Leid Cam."
„Sie senkte den Blick. „Aber was denn, Du hast doch nichts falsch gemacht."
Er nahm sie in die Arme. Sie legte ihr Gesicht gegen seine Schulter. „Es tut mir Leid, dass ich Dich nicht zu einem Menschen machen kann." Er wusste, dass es bescheuert klang in dem Moment, als er es sagte.
Cameron machte einen schnellen Schritt zurück. „Also doch. Dir wäre es auch lieber, wenn ich ein Mensch wäre." Tränen fielen unter ihrem gesenkten Kopf zu Boden.
„Cameron nein, Du hast mich falsch verstanden. Ich will gar nicht, dass du ein Mensch bist, dann wärst Du nicht meine Cameron."
Cameron hob den Kopf und sah jetzt John in die Augen. „Aber..."
John nahm jetzt Ihr Gesicht in beide Hände. „...aber für Dich würde ich auch das auf mich nehmen. Dann machte er den letzten Schritt. Er beugte sich zu ihr hinab und seine Lippen berührten ihre. Der zweite Kuss zwischen ihnen endete damit, dass sie Minutenlang aneinandergeklammert da standen. John konnte gar nicht glauben, wie weich ihre Lippen waren. Wie natürlich es war sie im Arm zu halten und welche Art von Gefühlen das in ihm auslöste. In diesen Momenten erinnerte nichts daran, wer sie wirklich war. „Cam, was immer Du möchtest, ich werde versuchen es Dir zu geben."
Cameron löste ihr Gesicht von seinem Hals, beugte den Kopf zurück und sah in sein Gesicht. „John, wenn Du mich im Arm hältst ist alles Andere für mich völlig unwichtig. Ich wünschte ich könnte Dir beschreiben, was ich fühle, wenn sich unsere Lippen berühren.
„Solange es Dir gefällt...?" John wartete sehnsüchtig auf die Antwort.
Cameron lächelte ihn jetzt an und nickte. „Das tut es. Es ist wie ein durcheinander von angenehmen sensorischen Eindrücken, die sich nicht nur auf das Äußere meines Körpers beschränken. Besser kann ich es einfach nicht erklären."
Cameron sah verzweifelt aus. „Schhhhhht, Du musst mir nichts erklären, die Hauptsache ist, es gefällt Dir wenn ich dich berühre." Mit diesen Worten legte er seine Hand an ihre Wange, sein Daumen streichelte zärtlich über ihre Lippen und Cameron schloss die Augen.
In diesem Moment räusperte sich Cheri Westin. Sie stand lächelnd an den Türrahmen gelehnt.
John und Cameron sprangen förmlich auseinander. Cameron blickte verlegen zu Boden, während John sich am Hinterkopf kratzte.
Cheri versuchte den peinlichen Augenblick zu überspielen „John, Deiner Mutter geht es gut. Sie isst und vor Allem trinkt einfach zu Wenig. Deshalb ist sie umgekippt. Der Stress der letzten Tage tut sein Übriges. Der Sender den sie in ihrer Brust trägt sollte auch schnellstmöglich entfernt werden, bevor er anfängt sich zu zersetzen. Ich schlage vor, dass ich das morgen früh gleich als Erstes tue. Das kann ich ambulant in ihrem Zimmer machen. Der Sender sitzt dicht unter der Haut."
John sah sie jetzt an: „Was ist mit Krebs? Cameron sagte, dass sie ursprünglich 2005 an Krebs gestorben ist."
Cheri kratzte sich am Kinn, „Nun, sie sagte mir, sie hätte sich in L.A. schon gründlich auf Krebs untersuchen lassen. Auf jeden Fall sollte sie die Untersuchung baldmöglichst wiederholen. Leider bin ich keine Spezialistin für Onkologie." Sagte Cheri mit einem Schulterzucken.
Cameron griff nach Johns Arm. „Catherine wollte sich darum kümmern. Wir sollten sie kontakten."
John nickte ihr zu. „Das mache ich nachher. Du solltest gleich mit Riley in die Stadt fahren. Wir brauchen noch so einige Dinge. Vor Allem Zahnbürsten." Sagte John lächelnd und kniff ein Auge zu. „Ich geh mal runter zu Mom?" Fragte er Cheri, die dazu nickte. „Ach und Cam?" sagte John von der Tür her.
„Ja John?"
„Sei vorsichtig." Er zögerte kurz, kehrte dann zu ihr zurück und nahm sie in die Arme. Ihre Hände wanderten seinen Rücken hinauf und spielten dann mit seinen Haaren während seine Hände ihren Rücken rauf und runter glitten. Dann löste sich John von ihr, hauchte ihr noch einen Kuss auf die Wange und ging dann runter zu seiner Mutter.
Kapitel 4
Cameron und Riley fuhren die erste Zeit in kompletter Stille, bis Riley sich traute den Mund auf zu machen. „So, Du hast also wirklich Gefühle?" Cameron reagierte nicht, sondern starrte nur mit emotionslosem Gesicht nach Vorne. „Ich bin nicht Sie." Sagte Riley noch zusätzlich.
Cameron fühlte sich unsicher in Rileys Gegenwart. „Ich liebe John," sagte sie statt die Frage direkt zu beantworten.
„Und er liebt Dich. Wenn ich Dich ansehe kann ich das sogar verstehen. Du bist schön."
Jetzt drehte Cameron den Kopf und sah Riley an. „Danke," sagte sie verwirrt. „Warum hast Du keine Angst vor mir."
„Ich weiß es nicht. Irgendetwas bei unserem Gespräch in deinem Zimmer... nachdem Du mich gegen die Wand gedrückt hast."
„Warum bist Du überhaupt gekommen?" Fragte Cameron.
„Wahrscheinlich, weil Du die Einzige bist, von der ich dachte sie könnte meine Freundin sein. Ich habe sonst Niemanden. Ich konnte ja nicht ahnen..."
„Das ich eine Maschine, ein Monster bin." Cameron konnte nur schwer ihre Tränen zurückhalten.
„Das meinte ich nicht," sagte Riley defensiv. „Wenn ich gewusst hätte, dass Du mich hasst, dann hätte ich nicht versucht Dir eine Freundin zu sein.
Die folgenden Minuten verliefen schweigend. Cameron sah immer wieder zu Riley hinüber. „Ich habe auch keine Freundinnen." Sagte sie schließlich leise.
Jetzt ruckte Rileys Kopf herum. Intensiv betrachtete sie Camerons Profil. Cameron sah sie kurz an und zu Rileys Überraschung hatte Cameron ein leichtes Lächeln auf den Lippen.
Wieder verliefen einige Minuten in absoluter Stille. Riley spielte mit ihren Fingern. Sie suchte nach einem Weg mit einer Maschine Freundschaft zu schließen. Das an sich war ja schon verrückt genug aber ihre ganze Situation war es ja auch. Schließlich arbeitete sie für eine Maschine, die ein menschliches Kind als ihre Tochter betrachtete. „Cameron?"
Cameron blickte kurz zu Riley hinüber, die intensiv auf ihre Fingernägel starrte. „Ja?"
„Wenn wir Freundinnen wären, was denkst Du würden wir dann zusammen unternehmen?" In Rileys Stimme lagen jetzt Trauer und Einsamkeit.
Riley blickte Cameron von der Seite an. Cameron dachte einen Augenblick nach, bevor sich ein verschwörerisches Grinsen auf ihren Lippen zeigte. Sie drehte den Kopf in Rileys Richtung, zwinkerte Riley zu und sagte nur ein Wort: „Shopping!"
Die folgenden Minuten entbrannte zwischen den Beiden eine Diskussion, was sie beide Kaufen wollten und was nicht. Schließlich erreichten sie San Francisco.
Bevor sie das Einkaufszentrum erreichten fragte Cameron: „Was meintest Du eigentlich mit : -Ich stehe mehr auf die Langhaarigen mit Rundungen-." Cameron wiederholte diese Worte mit Rileys Stimme.
Jetzt lächelte Riley verlegen. „Das sollte heißen, dass ich lieber mit Dir zusammen wäre als mit John." Sie hatten derweil den Parkplatz erreicht und Riley stieg lächelnd aus, ohne die verblüfft dasitzenden Cameron noch eines Blickes zu würdigen.
Cameron lief förmlich hinter Riley her, die immer noch lächelte und jetzt lachen musste, als Cameron sie einholte und einen Ausdruck im Gesicht hatte, der seinesgleichen suchte. Cameron blickte ungläubig in Rileys Gesicht „Soll das heißen...?"
Jetzt grinste Riley, hielt Cameron am arm fest und sagte: „Du musst Dir wirklich keine Sorgen machen, ich werde dir John nicht wegnehmen. Er allerdings sollte sich in Acht nehmen." Jetzt ging Riley weiter und schüttelte lächelnd den Kopf.
Cameron sah ihr mit offenem Mund nach, dann folgte sie ihr durch die automatischen Türen.
In der Überwachungszentrale des Einkaufszentrums beugte sich gerade ein eifriger Angestellter in Uniform nach Vorne in Richtung eines Überwachungsmonitors, bevor er hastig zum Telefonhörer griff.
Kapitel 5
Johns Handy klingelte. „Ja?"
„John, hier ist Riley." Ihre Stimme klang gehetzt und weinerlich.
„Riley? Was ist los, Du klingst so merkwürdig."
„Cameron, sie..." Riley sprach leise aber John konnte Verzweiflung in ihrer Stimme hören. „Sie haben sie verhaftet!"
„Riley, erzähl mir genau was passiert ist." John fing an im Wohnraum auf und ab zu laufen.
„Ich war in der Umkleidekabine, als ich plötzlich laute Stimmen hörte. Ich, ich habe durch den Türspalt gesehen. Es waren viele Polizisten, vermummt und mit Maschinenpistolen. Sie hatten Cameron umstellt und zielten auf ihren Kopf. Sie hat sich umgesehen, es waren viele Kunden hier. Sie hat in meine Richtung gesehen und mir zugeblinzelt. Dann haben sie sie weggebracht. Einige Polizisten hatten Jacken an, auf denen FBI stand."
John war blass geworden. „Komm zurück, Du kannst da jetzt nichts mehr tun."
„Aber..."
„Keine Widerrede, momentan gibt es nichts, was Du tun könntest."
„John?" Rileys Stimme war leise.
„Ja Riley?" Fragte John mit brechender Stimme.
„Es tut mir Leid."
„Nicht dein Fehler. Jetzt komm nach Hause."
„Das geht nicht." Riley schämte sich offensichtlich.
„Was?" Fragte er erstaunt.
„Ich kann kein Auto fahren. Es gab keine Autos, da wo ich herkomme." Man konnte förmlich hören, wie Riley den Kopf hängen lies.
John überlegte einen Augenblick. „Verhalt Dich unauffällig und bleib im Einkaufszentrum. In einigen Stunden kommen wir dich holen." Dann beendete er das Gespräch, nur um sofort einen weiteren Anruf zu tätigen Er wählte Catherine Weavers Durchwahl. Als am anderen Ende abgehoben wurde sagte er sofort: „Cameron wurde verhaftet!"
„John, keine Aufregung, ich nehme den nächsten Flieger und komme zurück," sagte Catherine Weaver vom anderen Ende der Leitung. Ohne auf eine Antwort zu warten legte sie auf.
John rannte die Treppe runter zu John-Henry. Ohne auf Mr. Murch zu achten, der mittlerweile von John-Henry eingeweiht und immer noch blass war, sagte er: „Cameron wurde vom FBI verhaftet. Du musst in Erfahrung bringen, wohin sie sie bringen. Catherine ist schon auf dem Rückweg."
„John, keine Aufregung. Ich habe gerade eine Meldung an Agent Aldridge aufgefangen. Er wird ebenfalls bald hier eintreffen. Cameron wurde ins örtliche FBI Hauptquartier gebracht. Ihr wird Terrorismus vorgeworfen."
John nickte nur und rannte eilig hoch zu Sarah. „Hallo Savannah sagte er zu dem rothaarigen Mädchen, „Gehst du bitte runter zu John-Henry, ich habe etwas mit Tante Sarah zu besprechen."
Savannah sprang erfreut auf. Sie spielte sehr gerne mit John-Henry, er hatte immer so tolle neue Spiele. „Bis später Tante Sarah!" Rief sie noch, als sie schon fast aus dem Zimmer war.
Sarah sah ihren verstörten Sohn an. „Was ist los John?"
John lief nervös hin und her. „Das FBI... Cameron wurde verhaftet. Agent Aldridge ist schon auf dem Weg. Ich habe Catherine angerufen, sie ist auch unterwegs."
Sarah sprang förmlich aus dem Bett. Sie ergriff die Schultern ihres Sohnes und zog ihn in wortlos eine Umarmung.
John brach an ihrer Schulter sofort in Tränen aus. „Mom, wenn sie rausfinden, dass sie kein Mensch ist..."
Ich weiß John, ich weiß. Warum ist sie nicht geflohen?"
„Ich weiß es nicht, ich denke sie wollte Opfer vermeiden. Außerdem kann sich denken, dass Aldridge gerufen wird. Vielleicht will sie an ihn herankommen. Wir wollten ja ohnehin versuchen ihn auf unsere Seite zu ziehen."
„Ja, das ist sehr wahrscheinlich. Sie ist ein kluges Mädchen." Bei diesen Worten wuschelte sie durch sein Haar.
John sah sie zum wiederholten mal in den letzten Tagen zweifelnd an.
„Was ist in den letzten Tagen nur mit Dir los. Du bist so nett zu ihr, dass sie..."
Als John nicht weitersprach nahm Sarah sein Gesicht in beide Hände. „Was hat sie, John?"
„Sie sagte, dass sie wünschte, sie hätte eine Mutter wie Dich." Sagte John mit Tränen in den Augen.
Sarah zuckte zurück und sah ihren Sohn einen Augenblick an. Dann lies sie ihn los und drehte sich herum. „Na ja, wenn man sie an sich heranlässt ist sie gar nicht so übel."
„Nicht übel? Ihr lacht zusammen. Sie redet mit Dir mehr als mit mir. Und dann ist sie nicht übel? Komm schon Mom, ich kenne Dich da steckt doch mehr dahinter."
Sarah drehte den Kopf halb in seine Richtung und schlang die Arme um ihre Oberarme, als ob ihr kalt wäre. „Wenn ich mit ihr rede vergesse ich sehr schnell, was sie ist. Was ihre Art uns angetan hat. Dann ist sie für mich fast wie eine Freundin. Oder wie die Schwester,die ich nie hatte." Der letzte Satz war nur ein Flüstern. Sarah drehte sich mit Tränen in den Augen herum und sah John an. „Oder wie eine Tochter."
Die leisen Worte trafen John wie ein Schock. Seine Mutter, die alle Maschinen hasste empfand Zuneigung für eine von ihnen. Und nicht nur für eine Beliebige sondern für die, von der sie anfangs dachte, sie würde ihr den Sohn wegnehmen. Er zog Sarah in eine Umarmung. „Ich liebe Dich Mom." Sagte er leise.
„Ich liebe Dich auch John und ich hoffe ihr werdet glücklich." Sarah löste sich erneut von John und sah ihm lächelnd in die Augen.
„Du meinst das wirklich ehrlich?" sagte John, der die Antwort in Sarahs Augen lesen konnte, noch bevor sie nickte.
„Komm jetzt, wir müssen in die Stadt. Wenn sie etwas unternimmt, müssen wir bereit sein."
Sie gingen hinunter zu John-Henry und sagten ihm, dass er sich um Savannah kümmern müsse. Dann weckten sie Derek, der auf dem Sofa eingeschlafen war. Sie schnappten sich ihr spärliches Arsenal an Waffen und stiegen in den Kleinlaster, mit dem das Computerequipment gekommen war.
Kapitel 6
Agent Aldridge hatte die Meldung erhalten, dass in San Francisco eine junge Frau verhaftet worden war, die der Beschreibung von Sarah Connors Komplizin entsprach. Er hatte sofort einen Flug gebucht. Was er nicht bemerkte waren die Augen, die ihn die ganze Zeit beobachteten. Ein Mann hatte ihn sofort am Flughafen entdeckt. Der Mann lies ihn die ganze Zeit nicht aus den Augen. Als der Mann an einem Spiegel in der Wartehalle vorbei kam, blickte ihn sein Spiegelbild mit Kyle Reeses Augen an.
Agent Aldridge studierte noch einmal die Berichte über den Gefängnisausbruch von Sarah Connor. Seltsamerweise hatte keines der Aufzeichnungsgeräte der Überwachungskameras funktioniert. Die Aussagen des Wachpersonals beschrieben eine Junge Frau, die trotz zahlloser Treffer aus den Waffen weitergeschossen hatte, ohne auch nur eine einzige Person ernsthaft zu verletzen. Weiterhin wurde ausgesagt, dass es sich bei der jungen Frau offensichtlich nicht um einen Menschen gehandelt haben kann. Diesbezüglich war die Rede von glänzendem Metall unter der Haut und einem Blau leuchtenden Auge. Agent Aldridge schüttelte wieder einmal den Kopf über diese Aussagen. Er hielt das für einen Maskentrick. Wenn die Frau in San Francisco tatsächlich die Selbe sein sollte, wie in Los Angeles, warum hatte sie sich der Verhaftung dann nicht widersetzt. 'Niemand hätte sie aufhalten können,' dachte er noch, bevor der Pilot die Landung in San Francisco ansagte. Nachdenklich räumte Agent Aldridge die Unterlagen zurück in seinen Aktenkoffer.
Er bemerkte nicht, dass er immer noch beobachtet wurde. Die Person ging bei Ankunft am Flughafen zum nächsten Telefon.
„John, hier ist Catherine," Sagte Der T1001 in der Gestalt von Kyle Reese aber mit der Stimme von Catherine Weaver.
„Catherine, wir haben gerade Ryley am Einkaufszentrum aufgelesen und fahren zum FBI Gebäude," antwortete John.
„Würdet ihr so freundlich sein und mich am Flughafen abholen. Das liegt auf dem Weg. Übrigens ist Agent Aldridge mit mir im selben Flugzeug gewesen."
„Hat er Dich erkannt?"
„Kaum, in meiner jetzigen Gestalt ist das unmöglich" Der T1001 musste bei diesen Worten lächeln.
„Wir kommen."
Als sie am Flughafen ankamen stieg Catherine/Kyle ein, misstrauisch beobachtet von Sarah, John und Riley. Riley saß wie ein Häufchen Elend auf der Rückbank. John tat sein Bestes um sie aufzumuntern, trotzdem fühlte sie sich Mitschuld.
Als sie unterwegs waren verwandelte sich der T1001 zurück in Catherine Weaver. „Nun, warum ist Cameron nicht geflohen?"
Statt Johns antwortete Sarah. „John vermutet, sie hofft so an Agent Aldridge heranzukommen. Wir wollten uns ja ohnehin mit ihm beschäftigen. Vielleicht sieht sie darin eine Möglichkeit.
Catherine Weaver sah jetzt zu Sarah hinüber. „Das scheint logisch. Allerdings steht zu befürchten, dass es noch Jemanden Gibt, der an Cameron Interesse haben könnte.
„Kaleba?" Fratze John vom Rücksitz.
„Nun," entgegnete Catherine, „ich dachte eher an John-Henrys Bruder, der sicherlich die gleichen Möglichkeiten hat ihre Festnahme festzustellen.
„Das heißt wir könnten beim FBI auf eine oder mehrere Maschinen stoßen." Sagte Sarah.
„Das steht zu erwarten. Was macht Savannah?"
„Sie spielt mit John-Henry, Mr. Murch und Cheri irgendein neues Spiel, sagte Sarah
„Das ist nett, John-Henry ist immer sehr aufmerksam zu Savannah." ein leichtes lächeln formte sich auf Catherines Gesicht.
„John Henry sagte, die Zellen und Verhörräume wären im Untergeschoss," sagte John vom Rücksitz aus.
„Wir haben nicht die Bewaffnung, für eine offene Auseinandersetzung," sagte Sarah zweifelnd.
„Ich werde mich diesbezüglich um Alles kümmern." Sagte der T1001 angriffslustig.
Kapitel 7
(zur gleichen Zeit - FBI Zentrale San Francisco)
Agent Aldridge wurde von einem Wachmann in einen Verhörraum im Untergeschoss gebracht. Er sah eine junge Frau da sitzen, die sowohl der Beschreibung als auch dem Foto aus der Bank von 1999 entspricht und ebenfalls der Aufnahme von der Straße in Los Angeles 2007. Für sein dafürhalten hatte sie sich kein bisschen verändert seit 1999. Allerdings war ihr Gesicht auch nicht halb zerstört, was ihn zu einem Kopfschütteln veranlasste.
„Nun, ich bin da sehr korrekt," begann er. „Ich bin Agent Aldridge. Sie haben das Recht, die Aussage zu verwei..."
„Ich kenne meine Rechte und verzichte auf einen Anwalt," sagte Cameron schnippisch.
„Notiert. Nun gut, lassen sie uns festhalten. 1999 wurde eine junge Frau in der Red Valley High School nach aussagen der Mitschüler mehrmals in die Brust Geschossen. Der Täter war ein Mann mit einem Roboterbein. Der Körper der Jungen Frau verschwand dann spurlos. Die Beschreibung passt auf Sie." Sagte er und deutete mit dem Finger auf Cameron.
„Lassen Sie uns weiterhin feststellen, dass ein paar Tage später in einer Bank in Los Angeles offensichtlich die Gleiche Junge Frau auftauchte, eine Kassiererin mit der Waffe bedrohte und sich zusammen mit einer Frau und einem jungen Mann, bei denen es sich mutmaßlich um Sarah und John Connor handelte, im Tresor einschließen lies.
Kurze zeit später tauchte dort ein Mann auf, bei dem es sich der Beschreibung nach um den Schützen aus der Schule in Red Valley handelte."
Desweiteren tauchten an der selben Stelle im Jahr 2007 an der gleichen Stelle drei nackte Personen aus dem nichts auf. Zeugen sprachen von einer Lichtkugel und von Blitzen. Die Bilder eines Handy-Videos zeigten Wiederum Sarah Connor, John Connor und Sie." Wieder zeigte er mit dem Finger auf Cameron, die regungslos gelauscht hatte.
„Schließlich taucht offenbar die gleiche junge Frau im Bezirksgefängnis von Los Angeles auf und befreit Sarah Connor, obwohl..." er blätterte jetzt in seinen Unterlagen, „...ich zitiere: -Die junge Frau von ganzen Salven aus automatischen Waffen getroffen wurde- und ich zitiere weiter -ihr halbes Gesicht weggeschossen wurde, worunter sich glänzendes Metall sowie ein blau leuchtendes Auge befanden-."
Jetzt lächelte Cameron. „Sie sollten nicht Alles glauben, was gesagt wird. Oder fehlt mir etwa das halbe Gesicht?" Fragte Cameron ganz unschuldig. „Außerdem habe ich braune Augen."
„Hören Sie Cameron Philips oder wie auch immer sie heißen mögen. Nur weil niemand durch ihre Hand getötet wurde unterhalte ich mich überhaupt mit ihnen. Ich möchte eigentlich Kontakt mit Sarah Connor aufnehmen."
„Warum?" fragte Cameron aufmerksam.
„Ich bin da nicht ganz sicher. Je mehr ich die Puzzleteile zusammenfüge, umso unüberschaubarer wird das Ganze." Er kratzte sich am Kopf.
„Sarah sagte, sie wären ein Lustiger Mann, ich kann ihr da nur beipflichten." Sagte Cameron mit hochgezogenen Augenbrauen."
Einen Augenblick lang musste Agent Aldridge darüber nachdenken, dass die Frau gerade zugegeben hatte Sarah Connor zu kennen. „Ist es also die Wahrheit? Stimmt es was Sarah Connor erzählt hat? Gibt es Roboter aus der Zukunft?"
Cameron war bei der letzten Frage zusammengezuckt. Unbehaglich wie es schien, rutschte sie in eine noch aufrechtere Position. „Ja." War die Kurze und knappe Antwort.
Agent Aldridge wunderte sich noch über den plötzlichen Emotionswechsel in Camerons Gesicht, als deren Kopf plötzlich zur verspiegelten Scheibe des Beobachtungsraumes herumruckte.
Nackte Angst lies ihn aufspringen und zurückweichen, als Camerons Augen blau aufleuchteten und sie in einer geschmeidigen Bewegung sowohl Hand als auch Fußfesseln zerriss. Dann schleuderte sie den schweren Tisch zur Seite und sprang auf Agent Aldridge zu.
(Ende Episode 3-09)
