Terminator: S.C.C.
Episode 3.13
Kapitel 1
Derek hatte sich mühevoll in sein Bett geschleppt. Nun lag er zusammengerollt da, beide Arme gestreckt zwischen den Beinen. Sein Unterleib schmerzte. Der Tritt war nicht sehr fest gewesen aber immer noch fest genug, ihm Übelkeit zu verursachen.
Cheri war in ihr Zimmer gegangen und lehnte mit dem Rücken gegen die Tür. Tief atmete sie durch. Tränen standen in ihren Augen. Sie wusste, sie hatte überreagiert aber seit dem Tag vor vielen Jahren in Wichita hatte sie kein Mann mehr ungestraft angefasst. Sie rutschte mit dem Rücken an der Tür entlang zu Boden.
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Sarah wachte auf, als sich etwas in ihrem Bett bewegte. Instinktiv griff sie unter ihr Kopfkissen zur Waffe, als sie einer roten Haarflut gewahr wurde, die auf ihrer Schulter lag. Als sie nach Unten sah, erblickte sie das sommersprossige Gesicht von Savannah, die sich an ihrer Schulter zusammengerollt hatte. Unwillkürlich musste Sarah lächeln.
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Riley öffnete die Augen. Sie erblickte einen Gürtel, der in einer Jeans steckte. Als sie nach Oben blickte sah sie in das lächelnde Gesicht Camerons, deren Hand auf ihrer Schulter lag. Dann erblickte sie John, dessen Kopf auf Camerons Brust gesunken war. Als sie sah, wie John auf Camerons Brust sabberte musste sie grinsen. Cameron sah ebenfalls auf John, dann sah sie Riley in die Augen. Cameron verdrehte die Augen und schüttelte grinsend den Kopf.
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Als Derek Reese aufwachte Blickte er in Cheri Westins entspanntes Gesicht. Schwach konnte er sich erinnern, wie Cheri noch zu ihm gekommen war, mit einem Eisbeutel und einer Flasche Scotch. Nach ein paar Gläsern hatte Cheri angefangen zu erzählen. Es ging um ihre Zeit in Wichita als Schülerin. Einer ihrer Mitschüler war angetrunken über sie hergefallen. Bei der anschließenden Rangelei war er zu Tode gekommen. Sie war nur aus Mangel an Beweisen nicht verurteilt worden, da sie nichts beweisen konnte. Dafür hatte ihr Vater sehr viel Geld für Anwälte ausgeben müssen. Schließlich war er mit ihr nach Los Angeles umgezogen, wo sie an der Schule erpresst worden war. An Mehr konnte sich Derek nicht erinnern.
Als Cheri die Augen öffnete sah sie in Dereks Gesicht, das sie anlächelte. Ihr Gesicht verzog sich vor Schrecken und sie wollte aufspringen.
„Warte", sagte Derek sanft. „Bitte geh nicht", fügte er hinzu.
Kapitel 2
Cheri zögerte, holte tief Luft und entspannte sich langsam wieder. Ihr Kopf sank zurück auf das Kissen.
Derek sah Cheri tief in die Augen. „Hätte ich gewusst...", begann er.
Cheri schüttelte langsam den Kopf. „Woher hättest Du das wissen sollen? Seit Wichita habe ich keinen Mann mehr an mich ran gelassen bis auf...", Tränen bildeten sich in Cheris Augen.
„Bis auf?" Fragte Derek leise.
Er hieß Morris. Als die Sache hier in der Schule herauskam war er der Einzige, der noch mit mir geredet hat. Alle Anderen hielten mich für eine Mörderin und haben mich gemieden. Irgendwann habe ich ihm die Geschichte erzählt. Fast 10 Jahre waren wir zusammen, bevor er...". Cheris Gesicht verkrampfte sich. Sie drückte Ihr Gesicht ins Kissen während ihre Schultern unkontrolliert anfingen zu zucken.
Derek griff ganz vorsichtig nach ihr und zog sie zu sich heran.
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Sarah hatte das Mädchen ganz vorsichtig von sich herunter geschoben, um sie nicht zu wecken. Leise hatte sie sich angekleidet und dann gewaschen. Schließlich betrat sie den Wohnraum. Sie sah Cameron noch immer da sitzen, allerdings saß Riley ihr nun gegenüber auf dem Tisch und grinste Sarah entgegen. Als Sarah das Sofa umrundet hatte sah sie auch sofort, was die Heiterkeit sowohl in Riley als auch in Cameron ausgelöst hatte.
Johns Kopf lag auf Camerons Brust. Ein Speichelfaden hing aus seinem Mundwinkel und benetzte Camerons Top, dass ohnehin einen schon beachtlichen feuchten Fleck aufwies.
„John!" Rief Sarah unvermittelt.
Als John ruckhaft seine Augen leicht öffnete, starrte er auf seine Mom, die mit vor der Brust überkreuzten Armen vor ihm stand. „Mom?" Fragte er, noch immer nicht ganz wach.
„Du sabberst", sagte Sarah unverblümt.
John brauchte zwei Sekunden, um sich über die Bedeutung der Worte klar zu werden, bevor er sich mit der rechten Hand über den Mundwinkel wischte. Dann sah er mit halb geschlossenen Augen nach unten auf Camerons Top. Das Diese noch in dem Top steckte merkte er aber erst, als er ein paar Mal mit der Hand über den feuchten Fleck wischte, wobei Camerons Brust nachgab und dann in ihre alte Form zurück federte. Zwei Sekunden später erstarrte John, als er erkannte, was er gerade tat. Gleichzeitig hörte er hinter sich ein Kichern, was er aber zunächst ignorierte. Als John aufblickte sah er in Camerons Gesicht. Cameron hatte eine Augenbraue hochgezogen.
„Äh, Cam, tut mir leid...", sagte John mit hochrotem Kopf und senkte den Blick.
Cameron umfasste sein Kinn und hob sein Gesicht, damit er sie ansehen musste. „Kein Problem John, ist ohnehin Alles Deins. Gegen deine Sekret Absonderung müsstest Du aber mal etwas tun.
Hinter John brach jetzt ein ziemliches Gelächter los, dann folgte ein Poltern.
Riley war vor Lachen vom Tisch gefallen. Jetzt lag sie am Boden und lachte weiter während sie sich den Bauch hielt.
Sarah stand grinsend daneben und schüttelte den gesenkten Kopf.
Riley beruhigte sich langsam.
Sarah stand weiterhin mit gesenktem Kopf da, hob ihn aber nun und sah Cameron an. „Gut dass Du nicht rostest", sagte Sarah und grinste dann wieder. „Das macht er öfters", fügte sie hinzu.
Erneut brach Riley in schallendes Gelächter aus.
Kapitel 3
„Derek, hast du irgendw..." Kyle hatte Dereks Zimmertür geöffnet. Bei dem Anblick, der sich ihm bot unterbrach er sich sofort. Mit aufgerissenen Augen starrte er auf Derek und vor Allem Cheri, die sich nun hastig von Derek löste und an Kyle vorbei aus dem Zimmer rannte.
Derek hatte sich aufgerichtet. „Cheri!" Rief er hinter ihr her aber sie reagierte nicht sondern verschwand in ihrem Zimmer. Derek wandte sich mit einem Seufzer an Kyle. „Bravo kleiner Bruder", sagte er resignierend. „Was willst du", fragte er ärgerlich.
Kyle, der Cheri hinterher gesehen hatte sah nun wieder auf Derek. „Hab ich vergessen", sagte er und zuckte die Schultern. Ein schiefes Grinsen lag auf seinem Gesicht als er sich kopfschüttelnd abwandte.
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„Das ist amüsant", sagte Catherine Weaver in diesem Augenblick von der Kellertreppe her.
Sarah sah erstaunt auf den mit einem leichten Lächeln dastehenden T1001. „Ist das so?" Fragte Sarah und zog eine Augenbraue in die Höhe.
Catherine blickte auf Sarah, die gerade eine ihrer Standartphrasen gegen sie verwendet hatte. „Nach dem Frühstück bitte ich alle nach Unten zu John Henry. Er hat einen Plan mit John Connor besprochen, um an schwere Waffen zu kommen. Der Plan scheint mir so viel versprechend, dass sich die Durchführung lohnen würde.
Ohne eine Entgegnung abzuwarten drehte sich Catherine herum und ging die Treppe hinunter.
Als dann Kyle, Cheri und Derek das Haus betraten, beschlich Sarah sofort das Gefühl, es wäre etwas vorgefallen. Cheri hielt den Kopf gesenkt und warf Derek immer wieder verstohlene Blicke zu. Kyle hingegen kam zu ihr, umarmte sie kurz und lächelte dann nach einem Seitenblick auf seinen Bruder kurz.
Kyle sah Sarah tief in die Augen. „Wo ist das Metall?" Fragte er mit einem leichten Lächeln.
Sarah verdrehte die Augen. „John-Henry und Catherine sind unten und Cameron ist in der Küche und macht mit Riley Frühstück.
Kyle riss erstaunt die Augen auf. „Die Masch... Cameron kann Kochen?", Korrigierte er sich selbst.
Sarah löste sich kopfschüttelnd von ihm. „Du würdest Dich wundern...", Lies sie den Satz unvollendet. Mit dem Rücken zu ihm und gesenktem Kopf blieb sie stehen. „Bitte sprich doch mal mit ihr, mir zuliebe", sagte sie leise.
Kyle atmete durch. „Okay. Ich muss gestehen, ich bin unheimlich neugierig", sagte er ehrlich.
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„Pancakes, Rührei oder Spiegelei?", Fragte Cameron reihum.
Auf dem Herd standen 4 Pfannen. 2 enthielten Spiegeleier, eine Rühreier und in der Letzten brutzelten Gerade die letzten Pancakes. Riley, die gerade den Tisch deckte hatte zwischenzeitlich Savannah geholt, die nun mit verschlafenem Gesichtsausdruck auf ihrem Pancake kaute.
Cheri blickte aufmerksam auf Cameron. „Sag mal Cameron, was ist denn mit deinem T-Shirt passiert?"
Cameron verteilte gerade Rührei auf die Teller. Ohne sich zu bedanken begann Derek Reese zu essen. „John hatte letzte Nacht seine Körperflüssigkeiten nicht unter Kontrolle", sagte sie unschuldig.
Während Cheri nur dumm guckte, spuckte Derek den halb zerkauten Bissen, den er gerade im Mund hatte hustend auf seinen Teller und starrte dann zuerst auf Cameron und dann auf John, der mit hochrotem Kopf erstarrt da saß.
Cameron blickte erstaunt auf Riley, die erneut in schallendes Gelächter ausbrach.
„John.. hat.. gesabbert.., nachdem.. er.. auf.. dem Sofa..." Begann Riley lachend.
„RILEY!" schrie John und sprang auf. Er lief um den Tisch herum. Er versuchte Riley zu greifen, die sich aber hinter Cameron versteckte.
Schließlich machte Cameron lächelnd einen Schritt zur Seite, was sowohl Riley als auch John so erstaunte, dass sich die Beiden 2 Sekunden lang anstarrten, bevor sich Riley auf dem Absatz herumwarf und durch den Wohnraum davon lief, John auf den Fersen. Kurz vor der Ausgangstüre holte John Riley ein und ergriff sie von Hinten. Riley lies sich lachend zu Boden fallen, als John anfing sie zu kitzeln.
Von der Küche aus verfolgten Diverse Personen das Schauspiel. Derek hatte sich in seinem Stuhl zurückgelehnt, dass er fast umfiel, Sarah stand im Türrahmen und von Cameron sah man nur den Kopf, der Grinsend um die Ecke sah. Savannah schließlich stand einen Schritt im Wohnraum, hopste auf und ab und applaudierte.
Schließlich bettelte Riley um Gnade. Das endete Damit, dass sich Riley und John in einer innigen Umarmung wieder fanden. Schließlich küsste John Riley zu Aller Verwunderung auf die Stirn.
„Lass uns frühstücken", sagte er nachdem er sich erhoben hatte und Riley dann auf die Beine zog. Auf dem Weg zu seinem Platz am Tisch hauchte er der lächelnden Cameron noch einen Kuss auf den Mund, was Derek den Kopf schütteln lies.
Sarah blickte verwundert auf John, der aber nur die Schultern zuckte.
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„Wir wollen Governor Schwarzenegger dazu bringen uns die Waffen zu besorgen, die wir brauchen, freiwillig", sagte Catherine als Einleitung.
Todesstille im Raum. Abgesehen von John, der vor sich hin lächelte starrten alle Catherine an, als wäre sie ein Monster aus der Hölle.
Dann plötzlich redeten Alle durcheinander. Selbst James Ellison, der per Videokonferenz zugeschaltet war redete dazwischen.
John saß da und schüttelte nach zwei Minuten den Kopf. Langsam stand er auf. „Zum Teufel! RUUUUUHHHEEE!" Schrie er mit geballten Fäusten. „Seid endlich still, das ist ja nicht zum Aushalten!
Kapitel 4
Agent Aldridge, war nicht darauf vorbereitet, Besuch von Catherine Weaver und James Ellison zu bekommen. Einige Sekunden saß er sprachlos da, bevor er den offen hängenden Mund ruckartig schloss, sich erhob und auf die Besucherstühle deutete. „Was...?" Seine Worte endeten in einem Röcheln. „Was verschafft mir die Ehre ihres Besuchs?" Fragte er dann, nachdem er sich geräuspert hatte, um den Hals frei zu bekommen.
Während Catherine Weaver nur verbindlich lächelte, legte James Ellison eine Zeitung aufgeschlagen vor Aldridge hin.
Governor Schwarzenegger
Lädt ein
Großer Wohltätigkeitsball im Hause des wohl Bekanntesten Governors der Vereinigten Staaten.
Darunter befand sich noch ein Auszug aus der Gästeliste, sowie eine Beschreibung des Ziels der Veranstaltung.
Agent Aldridge blickte auf. „Ja und?" Fragte er verwirrt.
„Miss Weaver würde gerne an der Veranstaltung teilnehmen", sagte James Ellison daraufhin.
„Wir wissen, dass sie über hervorragende Kontakte zur Familie des Governors verfügen", fügte Catherine noch hinzu.
„Warum?" Fragte Aldridge einfach.
„Miss Weaver möchte eine Große Spende..." sagte James Ellison, als ihn eine Hand auf seinem Arm stoppte.
„Agent Aldridge", sagte Catherine stattdessen weiter. „Ich möchte Vertrauen mit Vertrauen belohnen", führte sie aus.
Agent Aldridge runzelte die Stirn. „Sarah Connor", sagte er kurz und knapp.
„Ihre Intuition spricht für sie" führte Catherine aus. „Ich möchte in der Tat mit dem Governor ins Gespräch kommen, um ein Problem Sarah Connor betreffend zu diskutieren".
James und Catherine sahen, wie es im Gesicht von Agent Aldridge arbeitete. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen. „Ein Attentat auf den Governor werde ich nicht unterstützen", sagte er erregt.
„Agent Aldridge", sagte erneut Catherine Weaver. „Den Governor zu töten wäre viel leichter, als zu versuchen mit ihm zu reden. Sie Haben doch mit Sarah Connor gesprochen und ich denke, sie glauben ihr. Ansonsten hätten sie ihr Gespräch in San Francisco sicherlich weiter gemeldet und die Suche nach ihr dort konzentriert".
Nach diesen Worten sah Aldridge Catherine nur an. Dann saß er ein paar Minuten in Gedanken versunken da und überlegte. Weder Catherine Weaver noch James Allison unterbrachen seine Gedankengänge.
Schließlich sah Aldridge in Catherines Augen. „Als wir uns das Letzte Mal gesehen haben, haben sie mir versichert, ihre Tochter sei in den besten Händen".
Catherine nickte. „Sie vermuten richtig. Ich habe meine Tochter Savannah Sarah Connor anvertraut".
Aldridge nickte schließlich. „Ich verstehe".
Agent Aldridge stand nun auf und ging zum Fenster.
Wiederum Minuten später, nachdem er aus dem Fenster gestarrt hatte, drehte er sich herum. „Ich riskiere Viel, wenn ich einer gesuchten Terroristin helfe", sagte er.
James Ellison nickte. „Ich verstehe was sie meinen. Mir ging es ebenso, als ich feststellte, gegen was Sarah Connor wirklich kämpft. Ich habe aber sehr schnell erkannt, das man Risiken eingehen muss, wenn es darum geht die Menschheit zu retten."
Aldridges Blick ging einen Augenblick ins Leere. „Die Menschheit... Ist es wirklich so schlimm?" Fragte er dann an James Ellison gerichtet.
James Ellison überlegte nicht eine Sekunde bevor er nickte. „Die Menschheit, nicht mehr und nicht weniger", sagte er dann voller Überzeugung.
Diesmal überlegte Agent Aldridge nur ein paar Sekunden, bevor er nickte. „Gut", sagte er entschlossen. Ich besorge die Einladung. Nur sie Miss Weaver oder noch Jemand?" Fragte er dann.
„Ich fände es gut, wenn James mich begleiten würde." Sagte sie mit fragendem Gesichtsausdruck an James Ellison gewandt.
James zog die Augenbrauen hoch. Schließlich nickte er langsam. „Sicher, warum nicht".
„Sehr schön James. Schicken sie die Einladungen doch bitte zu meinen Händen an Zeira Corp.." Fügte sie an Aldridge gewandt hinzu.
„Das werde ich tun", sagte Aldridge und schüttelte seinen Gästen die Hände.
„Ach und Agent Aldridge?" Sagte der T1001 von der Tür her.
„Ja Miss Weaver?" Entgegnete er.
"Dies war übrigens das dritte Mal, dass wir uns begegnet sind", sagte sie mit einem Lächeln und verschwand aus seiner Sicht.
Agent Aldridge stand einen Moment verwirrt da, schüttelte aber dann den Kopf, als ihm partout nicht einfallen wollte, wann er der Rothaarigen Industriellen bereits schoneinmal begegnet war.
Dann setzte sich Agent Aldridge wieder an seinen Schreibtisch. Er öffnete die unterste Schublade und lies die DVD-RW aus dem DVD-Recorder ausfahren, den er beim Eintreten der Gäste per Knopfdruck aktiviert hatte.
Kapitel 5
Sarah und Cameron standen am Fenster und sahen hinaus in den Garten.
Cameron sah bedrückt hinaus. „Er liebt Kinder, er liebt Savannah" sagte sie mit Tränen in den Augen.
Sarah blickte hinaus. Sie sah ihren Sohn, Savannah und Riley, die auf der Wiese fangen spielten. Natürlich ließen sich Riley und John immer wieder von Savannah einfangen. Während dieses und anderer Spiele konnte Sarah beobachten, wie gerne John Savannah im Arm hielt, er liebte dieses Mädchen wie eine Schwester, vielleicht sogar wie eine Tochter. „Du hast Recht, er liebt Savannah, dass kann Jeder sehen, der in sein Gesicht blickt".
Einen Augenblick schwiegen Beide. „Wärst Du wütend, wenn ich...wenn wir?"
Sarah drehte den Kopf und sah Cameron von der Seite her an. Sie sah den Schmerz in Camerons Augen. „Wenn du mich fragen willst, ob ich Großmutter werden möchte... Nein, um ehrlich zu sein fühle ich mich noch zu jung dafür", sagte sie mit einem Lächeln. „Wenn Du fragst, ob ich einverstanden bin, dass mein Sohn und eine Maschine Eltern werden..."
Cameron wartete darauf, dass Sarah ihren Satz beendete. Sie wurde bedrückter, je länger es dauerte. Tränen sammelten sich in ihren Augen und sie senkte den Kopf.
„Dann lautet die Antwort ebenfalls nein"
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Catherine legte eine Hand auf James Arm. „Einen Augenblick noch James", sagte sie.
„Was?" Fragte James. Verwundert beobachtete er, wie Catherine auf die Wand zu Agent Aldridges Büro starrte.
Catherine Hatte auf Infrarot umgeschaltet und beobachtete, wie Aldridge das Aufnahmemedium aus dem Recorder nahm. Sie sah, wie Aldridge einen Moment auf die noch leicht warme DVD starrte bevor er sich zur Seite seines Schreibtisches herabbeugte und einen Schalter drückte.
Kapitel 6
Aldridge sah einen Augenblick auf die DVD, bevor er sich herabbeugte und den Reißwolf einschaltete. Er dachte kurz an die versteckte Kamera und das Micro im Regal hinter ihm, als die DVD in Schnipsel geschreddert wurde.
Catherine auf der anderen Seite der Wand lächelte zufrieden, als sie sah und hörte, wie die DVD zerstört wurde. „Jetzt gehört er wirklich zu uns", sagte sie zu James Ellison.
„Wie meinst Du das?" Fragte er.
Catherine lachte leise. „Als wir hereinkamen hat er einen versteckten Schalter gedrückt. In seinem Schreibtisch hörte ich ein Aufnahmegerät laufen".
James Ellison runzelte kurz die Stirn. „Wie konntest du...?" Begann er, unterbrach sich aber und starrte der lächelnden Catherine einen Augenblick ins Gesicht. „Vergiss einfach, dass ich gefragt habe", fügte er mit resignierendem Unterton hinzu.
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Cameron senkte jetzt den Kopf, Tränen liefen ihre Wangen hinunter, als eine Hand sich unter ihr Kinn legte.
Sarah wollte etwas klar stellen, das war etwas hart, aber es musste eben sein. Sie ging zwei Schritte, bis sie neben der traurigen Maschine stand. Sie hob ihre Hand und legte sie unter Camerons Kinn. Dann zwang sie Cameron den Kopf zu heben und sie an zu sehen. „Wenn Du aber fragst, ob ich einverstanden bin, dass mir mein einziger Sohn mit der Frau, die er liebt ein wunderbares Enkelkind schenkt, dann lautet die Antwort:... Ja".
Cameron war erstarrt. Ungläubig starrte sie Sarah an. Dann, als Sarah gerade den Mund aufmachte um Cameron zu fragen was los ist, warf sie sich in Sarahs Arme.
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John hielt Savannah gepackt, während Riley das Mädchen piesackte. Savannah kreischte und lachte gleichzeitig. Als John zufällig in Richtung Haus sah, standen dort Cameron und seine Mom in inniger Umarmung. Sarah hatte den Kopf auf Camerons Schulter gelegt und sah zu John.
Sarah sah zu John, der zu ihnen herüber blickte. Sarah sah ein glückliches Lächeln auf dem Gesicht ihres Sohnes, als er sah, wie die zwei wichtigsten Menschen in seinem Leben so miteinander umgingen.
Kapitel 7
Als Kyle den Wohnraum betrat sah er, wie Sarah und Cameron sich in inniger Umarmung hielten. Sprachlos und nachdenklich sah er einen Augenblick zu, wie Sarah Camerons Hinterkopf streichelte, während Camerons Hand langsam auf Sarahs Rücken auf und ab glitt. Schließlich trennten sich Beide und Sarah bemerkte Kyle, der sie misstrauisch musterte.
Während Cameron weiter hinaus zu John starrte ging Sarah zu Kyle. „Deine Chance mit ihr zu reden", sagte sie, küsste Kyle auf die Wange und verlies dann das Haus.
Kyle überlegte dann noch einen Augenblick, bevor er sich einen Ruck gab und zu Cameron ging. „Wie ist es möglich, dass eine Maschine glaubt, sie könnte einen Menschen lieben. Ihr seid doch Alle gleich", sagte er dann, ohne seinen Blick von John zu nehmen, der gerade am Boden lag und von Savannah und Riley in die Mangel genommen wurde.
Cameron sah nur kurz zu ihm herüber, um gleich danach ebenfalls wieder nach draußen zu sehen. „Jeder von John-Henrys Chips hat fast die doppelte Rechenleistung im Vergleich zu einem T800 Chip und trotzdem kommt er mit Zweien nur knapp an die Leistung meines Chips heran", führte Cameron aus. „Einzig seine Programmierung ist besser als meine. Während ich als Infiltrator programmiert wurde, ist er von vorneherein als selbstständige, selbstlernende und sich selbst erkennende Künstliche Intelligenz konzipiert worden".
„Und was hat das jetzt mit Dir und John zu tun?" Fragte Kyle und blickte Cameron an.
Cameron drehte sich nun zu Kyle und wies auf einen Sessel, in dem Kyle Platz nahm, während sie sich auf das Sofa setzte. „Etwa ein Drittel meiner Rechenleistung beanspruch ein emotionaler Co-Prozessor, der dazu konzipiert war, mich menschlicher erscheinen zu lassen. Skynet hatte nur nicht mit einkalkuliert, dass ich mich emotionsbedingt gegen die einprogrammierten Befehle wehren würde."
„So", sagte Kyle. „Du hast also einen Emotionschip, der Gefühle simuliert aber die Gefühle sind nicht real sondern nur Programm", stellte Kyle fest.
Cameron atmete tief durch. „Diese Gefühle liegen außerhalb meiner Kontrolle. In Gefahrensituationen kann ich sie kurzzeitig deaktivieren aber ansonsten sind sie für mich so real wie Menschliche Gefühle für Euch real sind".
Kyle dachte einen Augenblick nach. Er erhob sich, ging zur Hausbar und schüttete sich ein Ginger Ale ein, er nahm einen Schluck und setzte sich wieder. „Und Sarah, worüber habt ihr vorhin gesprochen?"
Cameron sah einen Augenblick zu Boden, dann wieder in Kyles Augen. „Ich habe Sarah gefragt ob sie einverstanden ist, wenn John und ich ein Kind bekommen würden.
Kyle, der gerade einen Schluck Ginger Ale nehmen wollte, verschluckte sich, musste husten und das Ale kam ihm dabei auch aus der Nase geschäumt. Als der Erstickunganfall vorüber war und er sich der Peinlichkeit bewusst wurde, wurde er des Taschentuchs gewahr, dass ihm Cameron hinhielt. Er bedankte sich mit einem Nicken und wischte sich das Gesicht ab. Mit einem weiteren Taschentuch putzte er sich die Nase. „Was? Du meinst ein Kind adoptieren?"
Cameron schüttelte leicht den Kopf. „Ich wurde nach Allison Youngs Vorbild geklont. Lunge, Verdauungssystem und auch Teile der Fortpflanzungsorgane".
„F-fo...Fortpflanzungsorgane?" Fragte Kyle geschockt.
„Ich bin zu jeder Form von Sex in der Lage und mein Körper kann Eizellen produzieren", erklärte Cameron. „Nur austragen könnte ich das Kind nicht", fügte sie hinzu.
„Aber...?" Kyle war sprachlos. „Wie soll denn dann...?" Kyle unterbrach sich.
Cameron lächelte ihn an. „Eine Leihmutter könnte für uns das Kind austragen", beantwortete sie die ungestellte Frage.
Kyle starrte eine Weile vor sich hin. Schließlich nickte er langsam. „Ihr beide habt also...Du weißt schon?" Fragte er verlegen.
„Sex?" Stellte Cameron die Gegenfrage.
Kyle nickte nur wortlos.
„Noch nicht oft", entgegnete sie. „Nicht so oft, wie wir eigentlich wollen", fügte sie hinzu. „Eigentlich erst ein Mal. Am nächsten Morgen hat uns Sarah Kondome und Antibabypillen gegeben".
Kyle starrte Cameron an, als wäre sie ein Geist. Dann plötzlich begann er zu lachen. Sekunden später stimmte auch Cameron in das Lachen mit ein. Eine Zeit lang lachten Beide um die Wette.
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Als Sarah zum Haus sah und Kyle und Cameron erblickte, die sich lachend gegenüber saßen war ihr klar, dass Cameron auf dem besten Weg war einen neuen Freund zu gewinnen. 'Gut gemacht Kleine', Dachte sie.
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Als Derek und Cheri den Wohnraum betraten waren Beide verwundert, dass Kyle und Cameron lachten. Cheri weil sie zusammen lachten und Derek, dass Cameron überhaupt lachte. Als Kyle seinen Bruder erblickte beruhigte er sich langsam wieder. „Hey Großonkel Derek", brachte Kyle noch hervor bevor er wieder in schallendes Gelächter ausbrach.
„Großonkel Derek", murmelte Derek verwundert und blickte fragend auf Cheri.
Cheri nickte. „Es wäre möglich", sagte sie dann.
Derek starrte sie einen Augen blick lang unschlüssig an. „Die Maschine?" Fragte er dann. Als Cheri nickte verzog sich sein Gesicht. Er begann am ganzen Körper zu zittern. Schließlich wirbelte er auf dem Absatz herum und ließ Cheri einfach stehen. Er lief aus dem Haus und rannte über die Straße, den Hügel hinauf zum zweiten Haus.
Cheri war ihm zur Tür gefolgt und starrte ihm nach. Dann zuckte sie die Schultern und ging zu Kyle und Cameron. „Was ist eigentlich los?" Fragte sie Cameron, die sich genau so wie Kyle wieder beruhigt hatte.
„Ich habe Sarah gefragt, ob sie mit einem Enkelkind einverstanden wäre und sie hat ja gesagt. Kyle wollte wissen, warum wir uns umarmt haben und ich habe es ihm erklärt.
„Ihr wollt ein Kind?" Fragte Cheri erfreut.
Jetzt senkte Cameron den Kopf. „Ich habe noch nicht mit John gesprochen. Ich wollte zuerst mit Sarah darüber reden", sagte sie und blickte wieder hoch auf Cheri.
„Du hättest zuerst mit John reden sollen", sagte nun Kyle.
Cameron blickte ihn einen Moment lang an. Dann schüttelte sie den Kopf. „Ich wollte nicht, dass sich Sarah übergangen fühlt. Ich will ihr John doch nicht wegnehmen. Das würde sie aber denken, wenn ich sie nicht gefragt hätte".
Kyle starrte sie lange an. Dann nickte er langsam. „Ich verstehe jetzt, was Sarah meinte. Du bist wirklich anders, als ich erwartet hätte".
Jetzt Starrte Cameron ihn einen Augenblick lang an. „Ist Das gut oder schlecht?"
Kyle lächelte sie an. „Definitiv gut", sagte er und nickte ihr zu.
Cameron Wandte sich nun an Cheri. „Was meinst Du, ist das durchführbar mit einer Leihmutter?"
Jetzt lächelte Cheri. „Ich habe Dich in der Zukunft eingehend untersucht. Theoretisch ist sogar eine Befruchtung auf natürlichem Wege möglich aber wahrscheinlich werden wir um eine Befruchtung im Reagenzglas nicht herumkommen".
„Oh", sagte Cameron traurig.
Cheri legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Cameron, selbst bei Menschen funktioniert das so nicht. Den richtigen Zeitpunkt abzupassen, die befruchtete Eizelle zu entnehmen ist so gut, wie unmöglich. Das hat nichts damit zu tun, dass Du kein Mensch bist".
„Okay", sagte Cameron nach einer Weile. „Ich dachte nur, Ich könnte mit John auf dem natürlichen Weg..."
Kyle schüttelte den Kopf. „Wirklich anders, als ich dachte", murmelte er leise.
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Das nächste, was zu hören war, war das Durchladen einer Waffe.
(ENDE Episode 3.13)
