Hallo Ihr Lieben,

da bin ich mit einiger Zeitverzögerung wieder --hüstel--, ich will mich auch gar nicht lange mit Vorreden aufhalten, mein Kniefall für die Reviews geht diesmal an: Little Lion, zissy, sirius IS serious, Drachen-Fan , Vanillia, Leni4888 und ladyamen.

Noch etwas, einige von Euch bitten mich ihnen per mail zu antworten, was ich auch wirklich gern tun würde, allerdings kann ich das nur, wenn ihr euch eingeloggt habt, bevor ihr das Review postet, sonst sehe ich Eure e-mail-Adresse nicht, oder ihr schreibt sie unter das Review, dann kann ich auch antworten.

Vorher aber noch einige Worte:

Preview Vorschau (jaaaaa, es ist tatsächlich eine VORSCHAU, d. h. im Klartext, es ist die Zukunft!!)

Dieses Chap ist vom Stil her ein ziemlicher Bruch zur Einleitung, aber wie schon erwähnt, wird sich das im Laufe der Story erklären.

So, los geht's, bin schon gespannt auf eure Fragen und Meinungen. Beta ist wie immer the one and only Little Whisper.

Liebe Grüße Eure Cassie

Chapter 1 – Heimweg

Dein Zauber bannt mich

Lockt mich an

Die Ungewissheit lässt mich nicht los

(e nomine – Blaubeermund)

Winkelgasse

Harry brauchte nicht lange, um seine Schulbücher zu besorgen. Wie immer war Flourish & Blotts gut sortiert und so stand er schon nach einigen Minuten mit seinen Büchern unter dem Arm wieder in der Winkelgasse. Eine Traube Erstklässler lief lachend an ihm vorbei Richtung Olivander. Ohne Zweifel waren sie sehr aufgeregt, ihre ersten Zauberstäbe zu bekommen. Harry lächelte, erinnerte sich selbst noch allzu gut wie aufgeregt er damals gewesen war. Und wie ahnungslos...

Erstaunt über diesen merkwürdigen Gedanken schüttelte Harry den Anflug von Melancholie ab und machte sich auf, seine restlichen Sachen zu besorgen. Nach einer mehr oder weniger hektischen Einkaufstour hatte Harry alles beisammen. Seine Bücher, neue Kessel, Eulenleckerchen für Hedwig, einigen neue Umhänge, da er aus den alten tatsächlich herausgewachsen war, Unmengen an Pergamentvorräten und eine neue Schreibfeder.

Schwer beladen wollte er sich gerade auf den Heimweg machen, da vernahm er eine allzu vertraute kalte Stimme hinter sich. „Sieh an, Potter. Wie mir scheint habe ich wieder nicht das Glück das letzte Jahr ohne dich zu verbringen, was Narbengesicht?" Harry drehte sich herum, nur um sich Auge in Auge mit Draco Malfoy wieder zu finden. Crabbe und Goyle flankierten ihn stumm. Überrascht stellte Harry fest, dass Malfoy ihn um einige Zentimeter überragte, was nicht gerade dazu beitrug, dass er sich wohler fühlte. Malfoys eisgraue Augen blickten ihn mit der gewohnten Kälte an.

„Malfoy…"

Draco quittierte die unnötige Feststellung mit einem hämischen Grinsen. „Was ist los, Potter, so allein heute? Wo hast du denn Wiesel und Schlammblut gelassen?"

Bevor Harry zu einer ätzenden Antwort ansetzen konnte, ertönte ein erfreutes „HARRY!" und im nächsten Moment flog ihm ein brauner Haarschopf um den Hals. Was zur Folge hatte, dass sich seine Einkäufe im hohen Bogen über die Straße verstreuten.

„Potter, hast du es endlich geschafft die zu dressieren?" Draco verschränkte noch immer grinsend die Arme vor der Brust. Harry spürte, wie ihm die Hitze in die Wangen stieg und er machte sich etwas unwirsch aus Hermines Umarmung los.

„Halt dein dummes Maul, Malfoy!" zischte er wütend.

„Ooohhh…. Jetzt hab ich aber Angst…" Dracos Stimme kühlte noch um einige Grade ab „…sonst WAS, Potter?"

Dann ging alles ganz schnell, irgendwo links von Harry ertönte ein wütendes „Stupor!", ein greller Fluchblitz zischte an Harry vorbei direkt auf Draco zu. Und dann… war da plötzlich nichts mehr. Malfoy betrachtete gelassen seine Fingernägel. Crabbe und Goyle starrten ihn mit großen Augen und buchstäblich offenen Mündern an.

„Wirklich, Potter, bei dem Wiesel solltest du noch etwas Erziehungsarbeit leisten." konstatierte Draco herablassend.

Harry brauchte einige Sekunden um zu begreifen, dass es Ron gewesen sein musste, der Malfoy einen Fluch auf den Hals hetzen wollte. Er wandte sich um, Hermine stieß im selben Moment einen erstickten Laut aus und stürzte zu dem am Boden liegenden Ron.

„Gehen wir, die Luft hier wird immer schlechter." stieß Draco hervor, bevor er sich nach einem letzten abfälligen Blick auf Harry abwandte.

Harry wurde schwindelig vor Wut, ein plötzlicher Anflug von Kälte ließ ihn schaudern. Sein Atem stockte, bevor ihm schwarz vor Augen wurde. Stimmen drangen zu ihm vor, weit entfernt zuerst, doch plötzlich so nah, dass sie seinen gesamten Geist ausfüllten.

Preview on

Ich mach' dich fertig, Malfoy!" Rons Stimme, zornig.

RON!" Hermines Stimme, alarmiert.

Na, dann komm doch her, Weasley!" Malfoy, wütend.

DRACO!" Harrys eigene Stimme, genervt.

Preview off

Der Nachhall seiner eigenen Stimme brachte Harry schließlich in die Realität zurück. Der Schwindel war verschwunden. Seine Wut ebenso. Zurück blieb Verwirrung und Kälte. Er rieb sich unbewusst über die Arme, ließ sich von Ron ablenken, der in diesem Augenblick stöhnend die Augen öffnete.

„Ron? Alles ok?" Hermine beugte sich besorgt zu ihm hinunter. Ein weiteres Ächzen war die Antwort.

„Ron, ich glaube nicht, dass Malfoy dich ernsthaft getroffen hat, sieht aus, als hätte er deinen Fluch einfach zurückgelenkt…." fuhr Hermine unbeirrt fort, strich Ron prüfend über den Kopf.

„Danke, Hermine, jetzt geht es mir gleich viel besser." murrte Ron mit einem leichten Anflug von Scham in der Stimme. Seine Wangen färbten sich rot und er wich Hermines Blick aus. Harry starrte auf seine beiden Freunde hinunter, mit den Gedanken noch immer bei dem eben Gehörtem.

Was war das gewesen? Offensichtlich hatten weder Ron noch Hermine etwas bemerkt… aber die Stimmen waren so… unüberhörbar!!

Hermine schenkte Ron ein entschuldigendes Lächeln, das noch ein wenig breiter wurde, als sie sah, wie verlegen Ron war. Ihr Blick wanderte eher aus Zufall zu Harry und blieb dort verwundert hängen. Der Schwarzhaarige war sehr blass und schweigsam. Er presste die Lippen aufeinander, starrte scheinbar ziellos vor sich hin.

Was immer Harry gerade beschäftigte, mit den Jahren hatte sie gelernt, was diese Zeichen zu bedeuten hatten. Es bedeutete unter anderem, dass Harry momentan auf gar keinen Fall mit der Sprache herausrücken würde. Ob es ihr passte oder nicht, sie würde ihre neugierigen Fragen auf später verschieben müssen.

„Wie hat er das gemacht?" erkundigte Ron sich, während er langsam wieder auf die Beine kam.

„Ich habe keine Ahnung, aber wir… und vor allem, DU, Harry, solltest etwas vorsichtiger sein, hörst du?" Hermine schaute ihn mit einem durchdringenden Blick an.

Harry runzelte die Stirn, seine Narbe begann zu ziepen. Ein ungutes Gefühl regte sich in seinem Magen, wie ein vergessenes Geschwür, das langsam anfing zu eitern. Er fühlte sich irgendwie…. Harry suchte nach dem richtigen Wort….unrichtig. Ja, irgendetwas fühlte sich unrichtig an, aber was? Das Ziehen in seiner Narbe wurde schwächer und verschwand ebenso schnell wie es gekommen war.

Harry überlegte, ob er Hermine und Ron erzählen sollte, dass seine Narbe sich nach langer Zeit wieder meldete. Als er jedoch dem vorwurfsvollen Vortrag von Hermine an Ron lauschte, in welchem Ron sich anhören musste, wie dumm es von ihm gewesen sei Malfoy auf offener Straße anzugehen, beschloss Harry die Vorkommnisse zu ignorieren. Er hatte später noch genug Zeit es seinen Freunden zu erzählen, auf einen weiteren Vortrag von Hermine war er momentan überhaupt nicht scharf.

Ron übrigens ebenso wenig, wie Harry bei Rons bedröpeltem Gesichtsausdruck feststellte. Harry lachte, sah ganz so aus, als hätte der hogwarts'sche Alltag seinen besten Freund früher wieder als erwartet.

Nachdem auch Ron und Hermine ihre letzten Besorgungen erledigt hatten, hockten sie auf einer kleinen Mauer neben Florean Fortescue magischer Eisdiele, jeder ein riesiges Eis in der Hand und schleckten zufrieden vor sich hin. „Ich wusste gar nicht, dass Florean wieder aufgetaucht ist…" sinnierte Hermine zwischen zwei genüsslichen Schleckern Erdbeerflitter.

Harry wollte gerade fragen, wann der Eisdielenbesitzer denn verschwunden sei, als Ron ihn mit einer sehr viel wichtigeren Frage ablenkte: „Was meinst du, kriegen wir dieses Jahr den Quidditchpokal?"

„Klar." antwortete Harry.

„Was für eine Frage, was? Ich meine, Malfoy hat doch gegen dich als Sucher keine Chance, ich hoffe nur, ich kriege das als Hüter diesmal besser hin… sieh mal, da hinten, ist das nicht Lavender Brown? Und wer ist das bei ihr? Meine Güte, sie wird doch wohl nicht tatsächlich mit Michael Corner zusammen sein…doch, sie halten Händchen…. Also das…." Harry hörte Rons Geplapper nur mit halbem Ohr zu und fragte sich grade, wie er es schaffte sein Eis zu essen und trotzdem ohne Punkt und Komma zu reden.

Etwas lenkte seine Aufmerksamkeit auf den Eingang von Derwish & Banges. Ein monströser Rabe, der über der Menge zu schweben schien. Harry blinzelte verwirrt, was war eigentlich in diesem Zaubereis drin? Er blinzelte nochmals, doch der Rabe blieb, wogte sogar langsam auf sie zu.

„He, seht mal, da kommt Neville mit seiner Oma!" Hermine reckte sich und winkte wild in Nevilles Richtung. Harry widmete sich schnell wieder seinem Eis, um sein Grinsen zu verstecken. Der schwebende Rabe gehörte offensichtlich zu einer neuen Hutkreation, die bedenklich schwankend auf dem Kopf von Mrs. Longbottom thronte.

„Hi Leute…" rief Neville durch die Menge, er hatte sie im selben Moment entdeckt. Mrs. Longbottom sah nicht sehr erfreut aus, folgte Neville aber trotzdem mit gemäßigtem Schritt, als er begann auf seine Mitschüler zuzulaufen. Neville stolperte keine 2 m vor ihnen und kippte seine Einkäufe zu Hermines Füßen. „Oh….tut mir wirklich leid…." nuschelte er mit hochrotem Kopf und bückte sich um seine Habseligkeiten wieder aufzuklauben.

Mrs. Longbottom schaute missbilligend auf ihren Enkel hinab, sagte allerdings kein Wort. Eine Tatsache, die Harrys merkwürdiges Gefühl wieder auf den Plan rief. Wo blieb die sonstige Schimpftirade über Nevilles Tollpatschigkeit? Harry warf einen letzten Blick auf die Eistüte in seiner Hand, bevor er sie von Hermine und Ron unbemerkt verschwinden ließ. Das Eis verursachte ihm plötzlich Magenschmerzen.

Neville war noch immer dabei, seine Sachen einzusammeln, bedankte sich nun mit hochrotem Kopf bei Hermine, die ihm die letzten Schreibfedern aufhob und warf einen ängstlichen Blick zu seiner Großmutter. Doch Mrs. Longbottom hatte entweder einen guten Tag oder jegliche Hoffnung mit ihrem Enkel verloren, denn sie seufzte nur und wandte sich zum Gehen. Mit einer entschuldigenden Geste an seine Schulkameraden machte Neville, dass er hinter seiner resoluten Großmutter herkam.

„Merlin, Neville kann einem echt leid tun." stellte Ron bedauernd fest.

„Hmhm…" machte Harry. „Gibt es eigentlich was Neues von seinen Eltern?"

„Nein. Ich glaube auch nicht, dass sie sich je wieder erholen werden." Hermine klang bedrückt und für einen Augenblick hing jeder der Drei seinen Gedanken nach.

„Fred und George wollen heute Abend noch vorbeikommen. Sie haben wieder ein paar neue Schwänzleckereien erfunden. Ich sage dir, diese Pocken-Pillen sind der Hammer!" wechselte Ron unvermittelt das Thema.

„Ron!" Hermine brachte ihn mit einem tadelnden Blick zum Schweigen. Ron warf Harry einen gequälten Blick zu und Harry konnte sich ein schadenfrohes Grinsen nicht verbeißen.

Ein weiterer Vortrag von Hermine war unausweichlich und Harry beneidete Ron nicht darum, der Grund für die Maßregelungen zu sein. Seine Gedanken schweiften zu der Begegnung mit Malfoy zurück. Er kam einfach nicht drauf, was so merkwürdig daran war. Wieder meinte er den Nachhall seiner Stimme zu hören: „DRACO!". Harry blickte auf seine Fußspitzen. Es war nur ein Wort. Nur ein Name. Trotzdem, die Art WIE er es gesagt hatte, war ihm aus unerfindlichen Gründen peinlich.

Selbst im warmen Sonnenlicht war ihm plötzlich kalt. „Warum kommt ihr heute nicht alle zu mir? Platz genug habe ich ja…" schlug Harry vor, bemüht sich irgendwie abzulenken.

„Meinst du nicht, dass wir vielleicht den Orden bei der Arbeit stören würden?" wandte Hermine ein. Sie zog die Nase kraus und erinnerte Harry einen Augenblick erschreckend deutlich an Prof. McGonagall.

„Soll das ein Witz sein? Harrys Haus ist so groß, dass die noch nicht mal merken würden, wenn wir halb Gryffindor mitbrächten." Ron schob sich den letzten Rest seines Eises in den Mund.

„Oh Ron, so groß ist das Haus der Blacks nun auch wieder nicht." Hermine verdrehte genervt die Augen.

„Ehrlich, Hermine, warum nicht? Wir könnten ein Video schauen." schaltete sich nun auch Harry ein, bevor die Diskussion seiner Freunde ausarten konnte. Die Idee den Abend mit Fred und George zu verbringen gefiel ihm immer besser.

„Ein was?" wollte Ron wissen.

„Einen Videofilm. Bewegte Bilder, Ron. Meine Güte, du hättest wirklich Muggelkunde belegen sollen, weißt du das?" Hermine sammelte ihre Einkäufe ein.

„Oh." machte Ron nur.

„Also abgemacht?" hakte Harry nach.

„Ok. Warum nicht, vielleicht können wir ja schon mal durchgehen, welche Fächer wir zusammen haben. Ich glaube ich habe noch etwas vergessen, wir sehen uns nachher." Hermine verschwand eilig in Richtung Flourish & Blotts.

„Ich wette, ihr ist grade noch ein superwichtiges Buch eingefallen, deshalb hat sie es so eilig." witzelte Ron.

Harry lachte.

Sie unterhielten sich noch eine Weile über die aktuellen Quidditchergebnisse, verabschiedeten sich dann mit Vorfreude auf den kommenden Abend. Ron hatte seiner Mutter versprochen ein Paket in der Poststelle abzuholen und verschwand nach ihrem Abschied in der Menge. Harry sah ihm noch einen Augenblick versonnen nach, bevor auch er sich auf den Heimweg machte.

Grimmauldplatz Nr. 12

Schwerbeladen apparierte er in der Nähe vom Grimmauldplatz, sorgsam darauf bedacht von keinem Muggel länger als nötig gesehen zu werden. Er konzentrierte sich mit aller Kraft darauf, an das Haus der Blacks zu denken und wie erwartet erschien das Herrenhaus aus dem Nichts, zwischen den beiden Muggelappartmenthäusern.

Harry trug die Tüten die kurze Steintreppe hinauf, welche vor der riesigen Flügeltür des Hauses endete. Er murmelte dem Türknauf das Passwort entgegen und schlich so leise wie möglich in die Eingangshalle um Mrs. Black nicht aufzuwecken. Das Geschrei dieser Ziege ging ihm sowieso schon regelmäßig auf den Wecker, denn leider war Tonks nicht in der Lage sich das Passwort zu merken. Was zur Folge hatte, dass jedes Mal, wenn sie klingelte, zuerst die Türklocke und im Anschluss das Geschrei von Mrs. Black durch die Mauern hallte und Harry langsam aber sicher den letzten Nerv raubte.

Vom Orden schien niemand anwesend zu sein, denn das große Haus fühlte sich merkwürdig leer an, während Harry die Stufen in den ersten Stock erklomm.

Es war fast Abend ehe er es geschafft hatte, seine Sachen für Hogwarts zu sortieren und in seinen Koffern zu verstauen. Er würde tatsächlich eine eigene Tasche für all die Lehrbücher brauchen, die er dieses Jahr mitbringen musste. Harry wunderte sich mehr als einmal darüber, wieso er ausgerechnet vor dem Abschlussjahr seine Schulsachen derart verstreut hatte. All die Jahre zuvor lagen sie zumindest im selben Zimmer. Harry beschloss gähnend, dass es eigentlich egal sei, er hatte alles beisammen und nur das war wichtig.

Er hatte gerade sein letztes Buch untergebracht, als die Türglocke in einer ohrenbetäubenden Lautstärke „BESUCH! BESUCH! BESUCH!" zu kreischen begann und Harry ein weiteres Mal Tonks ausgefallenen Sinn für Humor verfluchte. Wer außer ihr käme auch auf die Idee eine sprechende Türglocke anzubringen?

Das Porträt von Sirius Mutter stimmte mit wüsten Beschimpfungen über die Halbblüter, welche sich in ihrem Hause breit gemacht hatten, in das Crescendo ein. Bei allernächster Gelegenheit, schwor sich Harry, würde er entweder die Türglocke in ihre Einzelteile zerlegen oder Mrs Blacks Porträt in Stücke hexen, damit dieses Gebrüll endlich ein Ende hatte.

Er beeilte sich zur Tür zu kommen, bevor er noch einem Hörsturz erliegen würde. Im Vorbeilaufen schickte er einen schwarzmagischen Schweigefluch an Mrs. Blacks Porträt, den er sich ausgerechnet von Snape abgeschaut hatte, als dieser sich unbeobachtet glaubte und Mrs Black tatsächlich für ganze 10 Minuten zum Schweigen brachte. Mit Schwung riss Harry die Tür auf.

Mit ebensolchem Schwung sprang er nun zurück als Ron, gefolgt von Hermine, Ginny, Fred und George, lachend an ihm vorbeidrängten.

Hermine umarmte ihn herzlich. Ron, Fred und George klopften ihm nacheinander so fest auf die Schultern, dass Harry sicher war um mindestens fünf Zentimeter geschrumpft zu sein. Als letztes umarmte er Ginny, hielt sie für einen Augenblick länger im Arm als nötig gewesen wäre… Ihr Lächeln war beinahe etwas scheu. Schnell ließ er sie los, überrascht über die unvermittelt aufkommende Verlegenheit.

Harry hatte keine Zeit länger darüber nachzudenken, was diese plötzliche Scheu bedeuten konnte, denn Fred präsentierte ihm gerade voller Stolz die neueste Erfindung an Schwänzleckereien. Ehe Harry sich wehren konnte, bekam er eine Pastille zwischen die Lippen geschoben und das Nächste an was er sich erinnerte war, dass er mit roten Pusteln übersäht, sich wild kratzend ins Badezimmer flüchtete. Unter fröhlichem Gelächter erbarmte George sich schließlich nach einer Ewigkeit ihm das Gegenmittel zu geben.

„Funktioniert prima, Fred."

„Eindeutig, gut gemacht, George."

„Und Harry, wie fühlst du dich?"

Harry lächelte etwas gequält, froh darüber, dass die Pusteln verschwanden ohne bleibende Schäden zu hinterlassen. Was bei den Weasley'schen Erfindungen nicht immer gewährleistet war, solange sie noch in der Erprobungsphase steckten.

Obwohl die Zwillinge es sich nicht verkneifen konnten, hin und wieder einem der Anwesenden eine ihrer Erfindungen unterzujubeln, wurde es ein recht vergnüglicher Abend, vielleicht aber auch gerade aus diesem Grunde.

--

Zur selben Zeit schmiss Remus Lupin einen Stock tiefer, von den Schülern unbemerkt, eine Handvoll Flohpulver in den leise flackernden Kamin. Grüne Flammen schossen aus der auflodernden Asche, umschlossen seinen hageren Körper und im nächsten Augenblick war er verschwunden.

Einzig eine Spur Asche auf dem Teppich verblieb und sollte noch Wochen später zu sehen sein.

--

Kurz vor Mitternacht hatten die Zwillinge noch den Knaller des Abends parat.

„Ach, das haben wir glaube ich noch gar nicht erzählt, oder George?" fragte Fred mit einem breiten Grinsen, welches eine Antwort eigentlich überflüssig machte.

„Nein, haben wir wohl bisher vergessen. So was Dummes aber auch." antwortete George übertrieben ernst.

„Was?" Ron schaute mit offensichtlich böser Vorahnung von einem seiner Brüder zum anderen.

Freds Grinsen wurde noch breiter, bevor er endlich mit der Sprache herausrückte: „Wir kommen mit nach Hogwarts."

Sekundenlang schauten Ron, Harry, Ginny und Hermine zuerst die Zwillinge, dann sich verständnislos an.

„Hat der Orden euch hingeschickt damit ihr ein Auge auf Harry haben könnt?" wollte Hermine wissen. Harry verdrehte genervt die Augen. Der Orden würde doch nicht wirklich ausgerechnet die Zwillinge als Aufpasser für ihn mitschicken, oder? Er schaffte es nun wahrlich auch allein sich in Schwierigkeiten zu bringen.

„Neeee." machte George und schenkte Hermine einen nachsichtigen Blick. „Wir wollen unseren Abschluss nachholen. Als Schüler. So richtig mit Lernen, Lehrer nerven und so."

„Ihr kommt zurück? Wirklich?" Harry konnte es noch immer kaum glauben. Eigentlich konnte es sich doch nur um einen Scherz handeln, oder?

Fred und George nickten eifrig.

„Wirklich!"" sehr zur Empörung der Zwillinge klang Ron alles andere als begeistert.

„Wer hat euch denn auf die Idee gebracht? Ich dachte ihr wärt glücklich mit eurem Laden." Hermine schnappte sich eine weitere von Freds Schluckaufkörnern „Hicks."

„Sind wir…." begann Fred.

„…doch auch." sagte George. „Aber in Hogwarts sind wir sozusagen an der Quelle der Inspiration."

„Wenn ihr versteht, was wir meinen." Fred zwinkerte seinem Zwilling verschwörerisch zu. Georges Grinsen wurde noch breiter, was Harry bisher für unmöglich gehalten hatte.

„Ihr meint, ihr habt in Hogwarts genug arme Seelen, an denen ihr eure Erfindungen ausprobieren könnt." schlussfolgerte Hermine vollkommen richtig.

„Schüler…" meinte George viel sagend

„…und Lehrer" ergänzte Fred euphorisch.

„Und die nehmen euch wirklich einfach so wieder auf?" erkundigte Ginny sich interessiert. Ron zog eine Grimasse, brachte Harry damit zum Lachen.

„Klar, wir haben gestern den Brief von…" George stockte und legte die Stirn in Falten.

„Von…" begann Fred „… von der Schule…" sagte er nach einer kurzen Pause leicht verwirrt.

Harry fing einen nachdenklichen Blick von Hermine auf, welche die Zwillinge musterte. Harry kannte diesen Blick von ihr, nahm sich vor, sie darauf anzusprechen, wenn die Zwillinge nicht dabei waren. Ob nicht doch der Orden dahinter steckte?

„Müsst ihr noch mal durch die Auswahl?" wollte Ginny wisse. Ihr kleines fieses Grinsen machte ihren großen Brüdern alle Ehre.

Die Zwillinge warfen sich überraschte Blicke zu, als eröffne ihnen dieser Gedanke einen völlig neuen Horizont.

„Alter, da tun sich ja ungeahnte Möglichkeiten auf." Fred begann wieder zu strahlen.

„Ich will nach Ravenclaw, diese eingebildeten Besserwisser mal ordentlich aufmischen!" tönte George.

„Und ich will nach…" Fred gönnte sich und seinen geneigten Zuhörern eine effektvolle Pause. „… ich will nach SLYTHERIN!"

„Ich wette, dann kriegt Snape endlich nen Herzinfarkt. Stellt euch mal sein Gesicht vor, wenn er seinem eigenen Haus wegen euch Punkte abziehen muss!" Ginny begann zu lachen.

Dieser Gedanke war es, der Ron endlich einen Hauch von Begeisterung dafür empfinden ließ, dass die Zwillinge wirklich wieder mit ihm nach Hogwarts gingen. Snape zu ärgern wäre den Stress mit seinen Brüdern allemal wert.

Die Zwillinge ergingen sich noch eine Weile in den unmöglichsten Plänen, wie sie ihre neuen Hauskameraden in den Wahnsinn zu treiben gedachten.

Eigentlich hatte Harry Hermine und Ron in einer ruhigen Minute doch noch auf sein seltsames Erlebnis bei ihrer Begegnung mit Malfoy ansprechen wollen, doch mit den Zwillingen in Feierlaune kamen sie weder dazu sich den geplanten Film anzuschauen, noch fand Harry die Gelegenheit seine Freunde um Rat zu fragen.

Erst weit nach Mitternacht wurde die Stimmung ruhiger. Harry rollte sich in seinem Bett zusammen, während seine Freunde es sich in den herbeigezauberten Gästebetten gemütlich gemacht hatten.

„Gute Nacht, Harry." sagte Ginny leise. Harry war froh, dass sie die Kerzen schon gelöscht hatten und niemand mehr sah, wie er rot wurde.

„Jaaa, gute Nacht, Haaary." ertönte Freds übertrieben hohe Stimme von der anderen Seite, bevor die Zwillinge erneut in Gelächter ausbrachen.

„Oh, werdet endlich erwachsen!" schimpfte Ginny zurück, ihr verlegener Tonfall ließ Harry in die Dunkelheit lächeln.

Es dauerte nicht lange, da lullten die regelmäßigen Atemzüge seiner Freunde auch Harry ein. Den leise gemurmelten Taubheitszauber hörte er schon nicht mehr.

„Was meinst du, haben sie es uns abgekauft?" wisperte Fred trotz des Zaubers leise.

„Ich denke schon." antwortete George etwas lauter. „Auch wenn ich nicht begreife wieso!"

„Hm." machte Fred wage.

„Nacht." sagte George und gähnte.

„Hm." machte Fred erneut und hob den Zauber auf.

Stille folgte.

Tbc…

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