Hallo meine Süßen,
es ist Freitag und damit wieder Zeit euch in den Wahnsinn zu treiben --muhahaha-- - äh ja, eventuell sollte ich weniger Horrorkrams lesen --hüstel--.
Meine selbstgebackene virtuelle Sahnetorte geht heute als Dankeschön an:
Little Whisper --lach-- DANKE, aber du weißt doch, dass ich ohne dein wachsames Auge auf die Zusammenhänge gar nicht weiterschreiben könnte --gg--, blub --danke, hoffe ja, dass ich diesen Maßstäben weiter gerecht werden kann--, Giftschnecke --GAAAAAAAAAAAAAAH SCHOKOLADE!! Woher weißt du, dass ich danach süchtig bin?? HER DAMIT!!!!!!-- Ach und so langsam wird die Verwirrung ihr Ende finden, I promise!, zissy --lach-- Ich glaube, da tust du dem armen Dädalus Diggel wirklich Unrecht, der Arme ist ein hart arbeitender Auror! Aber du hast da eine wichtige Kleinigkeit entdeckt --Keks geb--!!! Stimmt, normalerweise kann man in Hogwarts nicht apparieren. Außer… tja, außer…! Leni4888 --huuuii, ein wirklich laaaanges Review! Aber klasse!!!!!! --freu wie verrückt-- Also: Bzgl. des Apparierens – siehe oben bei Zissy, der ist das auch aufgefallen. Stimmt, Draco nimmt Harry mit, wohin erfährst du in diesem Chap. Snape und Draco stellen keine größere Gefahr da, als Hogwarts selbst, denn schließlich könnte auch das Schloss die Erinnerungen auslösen. Der Zauber verhindert dies aber. Tja, Remus, dazu verweigere ich vorerst die Aussage --zwinker--, und ja, Severus und Lucius sind noch immer Todesser. Nein, der Minister will Dumbledores Erinnerungen nicht haben, der will Dumbledore, obwohl der ja tot ist, wie wir alle wissen. Der Gedächtniszauber bei Tonks ist ein anderer Zauber als bei den Schülern, deswegen die unterschiedlichen Wirkungen. Zudem hat Remus Tonks ja verhext, obwohl er wusste, dass es eine große Gefahr für sie ist. Die Frage ist ja noch immer, warum tut Remus das? Werde ihn bei Gelegenheit mal fragen --gg--. Anhaenger Saurons --danke--, none --hihi-- mehr von dem Gesang! --sich stolz in Brust wirft und vor lauter Rumstolzieren das Schreiben ganz vergisst --fies grins--.
Natürlich ist auch bei diesem Chap Little Whisper meine Beta: DANKE dafür!
Es ist soooo toll zu lesen, was für wilde Gedanken ihr euch über den Weitergang der Story macht! Ich kann euch nur ein RIESIGES Danke sagen! Ihr seid klasse!
Und nun viel Spaß mit dem neuesten Chap und meinem bisherigen Lieblingscliffhanger dieser Story --fies bin!-- Und natürlich würde ich mich wieder über ein Review freuen.
So long, eure Cassie!
Chapter 6 - Aufruhr
Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
(e nomine - e nomine)
„Gütiger Himmel, Mr Malfoy!" stieß Madam Pomfrey erschrocken aus, griff sich in einer reflexartigen Geste an die Brust, als der Slytherin mit einem bewusstlosen Harry Potter im Arm direkt in die Krankenstation apparierte.
Schnell hatte sich die Krankenschwester gefangen und eilte zu den beiden jungen Zauberern. „Wieso können sie hier apparieren?" fragte sie scheinbar beiläufig, während sie mit einigen raschen Handgriffen feststellte, dass dem bewusstlosen Zauberer nicht wirklich etwas fehlte.
„Das geht sie einen Scheißdreck an!" blaffte Draco unkontrolliert, hievte Harry unsanft auf eines der Betten. Den fragenden Blick der Krankenschwester erwiderte er mit eisiger Miene. „Was fehlt ihm?" lenkte er die Aufmerksamkeit auf Harry zurück.
„Nichts Schlimmes. Er ist nur bewusstlos. Wo haben sie ihn gefunden, Mr. Malfoy?" Madam Pomfrey gab vor, die kalte Wut und den Hauch von Entsetzten in den starren Zügen des Slytherin nicht zu bemerken. Ebenso wie sie seine unnatürliche Blässe ignorierte.
„Auf dem Gang. So, der Held der Nation wird also einfach so bewusstlos und das beunruhigt sie gar nicht?" der lauernde Unterton in Dracos Stimme ließ Madam Pomfrey aufschauen. Sie kam zu keiner Antwort mehr, denn Draco packte sie so plötzlich am Kragen ihrer Arztrobe, dass sie einen erschrockenen Schrei ausstieß. „Mr. Malfoy…"
„Nein, halten sie den Mund! WAS wird hier gespielt?" Nun lag ein erschreckender Ausdruck von unkontrollierter Wut in den Zügen des jungen Zauberers.
„Ich weiß nicht…"
„LÜGEN SIE MICH NICHT AN!" schrie Draco, schüttelte die Krankenschwester, bevor er ihr einen unsanften Stoß gab. Madam Pomfrey taumelte rückwärts und Dracos Zauberstab richtete sich mit bedrohlicher Präzision auf ihr Herz.
„Mr Malfoy, bitte, ich…"
„Lügen sie mich nicht an, Madam Pomfrey! Sie wissen wozu ich fähig bin und ganz im Vertrauen, ich bin an einem Punkt, an dem ich mir über die Konsequenzen keinerlei Gedanken mehr mache… Also, ich frage ein letztes Mal, WAS… IST… HIER… LOS?"
--------------
Voldemort
„Nun, Lucius, wie gehen die Vorbereitungen voran?" Lord Voldemort bedachte Lucius Malfoy mit einem erwartungsvollen Blick und deutete dem blonden Mann, sich von seinen Knien zu erheben. Nagini schlängelte sich über die Rückenlehne hinunter in seinen Schoß, ließ sich von seinen langen spinnenartigen Fingern den Kopf kraulen.
„Wir sind so gut wie fertig, Mylord. Alles ist so, wie ihr es wünschtet. McNairs Riders, Lestranges Hunter und Dolohow mit seinen Drachen sind einsatzbereit und können sofort abrücken, wenn ihr es wünscht. Die Nightshades werden in drei Tagen in Europa auf Position sein, dort werden wir auf euren Freund Van Dromien und seine Einheiten treffen. Die Vampire werden die Schulen in kürzester Zeit unter Kontrolle haben."
„Sehr gut. Sehr gut. Was ist mit den mud-maggots?"
„Stehen euch zur Verfügung, Mylord."
„Gut, schickt sie nach Eton, zu dieser entzückenden kleinen Schule der Muggel…."
Lucius schluckte und zögerte den Bruchteil einer Sekunde, nicht sicher, was genau der dunkle Lord mit diesem Schritt bezwecken wollte. „Natürlich, Mylord. Wie lautet euer genauer Befehl?"
„Töten. Alles töten, was sich bewegt." Voldemort lächelte. Ein widerliches, so bösartiges Lächeln, dass es die Zeiten durchdrang und Aimsir aus seinem Schlaf schreckte. Eilig schüttelte der Rabe den letzten Rest des Schlafes ab und erhob sich in die Lüfte. Er musste die Seherin wecken.
--------------
Krankenstation
Harry erwachte durch das Gefühl feuchter Kühle auf seinen Wangen. Mit dem Erwachen kehrte auch die Erinnerung zurück und er fuhr schlagartig im Bett auf, stieß beinahe mit Madam Pomfrey zusammen, welche sich über ihn beugte. „Wo ist Malfoy?" stieß Harry gehetzt heraus.
„Oh, der ist schon gegangen. Wie geht es ihrem Kopf?"
Harry hielt irritiert in der Bewegung inne. Der freundliche Ton in Madam Pomfreys Stimme wirkte gekünstelt. Er meinte, ihre Hand zittern zu sehen während sie den Lappen, mit welchem sie zuvor seine Wangen gekühlt hatte, in einer Emailleschüssel auswusch.
„Gut" antwortete Harry misstrauisch. „Wieso fragen…?"
„Mr. Malfoy berichtete, er habe sie im Flur gefunden und sie hätten sich wohl den Kopf gestoßen…" fuhr die Krankenschwester fort, drückte das Wasser aus dem Lappen und presste ihn in Harrys Nacken. Das kalte Wasser hinterließ eine Gänsehaut auf seinem Rückrat.
Harry schnaubte. „Ja, genau so war es."
„Ich habe nichts anderes angenommen." erwiderte die Krankenschwester. Nun war Harry sicher, dass sie log. Alarmiert ließ er seinen Blick durch die Krankenstation gleiten, stellte wider Erwarten fest, dass niemand außer ihnen hier war. Bliebe nur noch die Frage, warum Madam Pomfrey dann so offensichtlich nervös war.
„Wie spät ist es?" fragte Harry neutral. Die Antwort war, nun ja, untypisch für die sonst so forsche Krankenschwester.
„Ich fürchte, sie haben das Abendessen verpasst. Wenn sie wollen, lasse ich ihnen etwas bringen…"
Harry schüttelte verneinend den Kopf. Madam Pomfrey nahm den kalten Lappen aus seinem Genick, der plötzliche Luftzug verursachte ein weiteres Frösteln.
„Kann ich gehen?" fragte Harry in der Hoffnung, dass die Krankenschwester auch in diesem Punkt untypisch reagieren würde. Sehr zu seinem Bedauern war das nicht der Fall.
„Nein. Ich denke, es ist besser, wenn ich sie über Nacht hier behalte." Madam Pomfreys Blick huschte zu den Türen der Krankenstation und nun war Harry sicher, dass ihre Hand zitterte. „Sie sind in letzter Zeit recht häufig mein Gast und ich glaube kaum, dass es an den bequemen Betten hier liegt. Daher denke ich, dass es besser wäre, wenn sie heute Nacht hier blieben. Nur zur Sicherheit." Madam Pomfrey erhob sich langsam und legte den Lappen zurück in die Schüssel.
Normalerweise hätte Harry protestiert, doch die merkwürdige Nervosität der ansonsten so beherrschten Krankenschwester hielt ihn davon ab. Er fragte sich, wessen Sicherheit sie meinte, seine oder ihre eigene, denn er wurde das Gefühl nicht los, dass sie ihn auf der Krankenstation behielt, um nicht allein zu sein.
Mit aller Macht kehrte die dunkle Vorahnung zurück, welche ihn schon seit seiner Rückkehr nach Hogwarts nicht mehr in Ruhe ließ. Etwas Unaussprechliches lag in der Luft, umgab ihn, hielt sich gerade soweit von den feinen Fingern seines Verstandes entfernt, dass Harry es nicht greifen konnte. Die feinen Härchen in seinem Nacken richteten sich auf. „Nun… wenn ich heute Nacht hier bleiben muss, hätte ich doch gerne noch etwas zu essen." sagte Harry scheinbar ruhig, suchte jedoch zeitgleich den Nachttisch nach seinem Zauberstab ab.
Madam Pomfrey nickte, hob die Schüssel auf und trug sie fort.
Kaum hatte sie Harry den Rücken zugedreht, als dieser nach seinem Zauberstab griff und ihn unter der Bettdecke verschwinden ließ.
--------------
Dublin
Monterey Burns, ein weißhaariger alter Mann mit nicht mehr Zauberkraft als ein gewöhnlicher Muggel, war gerade dabei den Gehweg vor seinem kleinen Haus zu fegen als sie kamen. Er sah sie nicht.
Plötzlich waren da Hände auf seinen Schultern, eine heisere Stimme an seinem Ohr. „Na, Alter, ich hoffe, du hast dich von deinen Katzen verabschiedet!"
Es war das Letzte, was Monterey hören sollte, bevor ein kräftiger Ruck ihm das Genick brach. Leblos sackte der Leichnam von Monterey Burns auf dem Gehweg zusammen. Mrs. Nougles, seine Nachbarin, stieß einen erschrockenen Schrei aus, als sie aus dem Fenster blickte. Sie eilte, nur in Hausmantel und Pantoffeln nach draußen, schlug entsetzt die Hände vor die Augen, als sie Montereys verdrehten Hals sah.
Irgendwer rief die Polizei.
Während in der sonst so stillen Straße hektische Betriebsamkeit ausbrach, fiel niemandem auf, dass eine von Montereys unzähligen Katzen einfach verschwand.
--------------
Hogwarts
Nachdem Harry weder zum Unterricht, noch zum Abendessen erschienen war, hielten Ron und Hermine es vor Sorge um ihren Freund fast nicht mehr aus. Zumal Malfoy irgendwann auftauchte, sich stumm auf seinen Platz hockte und den Rest der Stunde mit einem Ausdruck unbestimmter Wut Snape anstarrte. Anstatt nach dem Abendessen also ihren Hauskameraden zurück in den Gryffindor-Turm zu folgen, schlugen Ron und Hermine den Weg zur Krankenstation ein.
„Wahrscheinlich hat Madam Pomfrey ihn nur zur Vorsicht noch dabehalten…" murmelte Ron mehr zu seiner eigenen Beruhigung denn zu Hermine.
„Verständlich wäre es." Hermine blieb plötzlich stehen, legte Ron eine Hand auf den Arm. Einen Augenblick schauten sie sich schweigend an, lasen dieselbe Sorge in den Augen des anderen. „Sag, Ron, denkst du, dass es nicht vielleicht doch was mit Voldemort zu tun hat?"
Ron zuckte mit den Schultern. „Wann hatte es denn je nichts mit ihm zu tun? Auf die ein oder andere Weise war Voldemort immer Schuld daran wenn es Harry schlecht ging."
Hermine nickte halbherzig. „Denkst du, wir sollten den anderen davon erzählen?"
„Den Anderen? Meinst du Gryffindor oder…"
„Nein, ich meine Dumbledores Armee."
„Ach, Hermine…" wiegelte Ron ab, nicht sicher, ob Hermine da nicht etwas zuviel in Harrys Müdigkeit hineininterpretierte. „Lass uns doch erstmal sehen, wie es ihm geht…" schlug er diplomatisch vor. Hermine betrachtete ihn einen Moment als würde sie überlegen, gähnte dann und nickte schließlich. Dicht nebeneinander setzten sie den Weg zur Krankenstation fort.
Madam Pomfrey äußerte ihr Missfallen sehr deutlich, denn Harry schlief schon, gestattete ihnen aber immerhin kurz nach ihm zu sehen. Ron und Hermine warfen sich besorgte Blicke zu. Harry war blass. Ansonsten schien ihm nichts zu fehlen. Sein Atem ging ruhig und gleichmäßig, ab und an bewegten sich seine Augen unter den geschlossenen Lidern.
Nachdem Madam Pomfrey ihnen ein weiteres Mal versichert hatte, dass es Harry wirklich gut ging und er sich nur ausruhen sollte, verließen die beiden schweren Herzens den Krankenflügel.
„Ich glaube Madam Pomfrey nicht ein Wort." stellte Ron nüchtern fest, sobald sie den Krankensaal verlassen hatten.
„Ich auch nicht. Hast du gesehen wie ihre Hände gezittert haben als sie uns gezeigt hat wo Harry liegt?" fragte Hermine nachdenklich. Ron nickte. „Ja, war ja kaum zu übersehen! Aber glaubst du, das hat was mit Harry zu tun?"
Hermine machte ein vages Geräusch und zuckte die Schultern. „Keine Ahnung, aber weißt du, was mir aufgefallen ist…" sie unterbrach sich und gähnte so herzhaft, dass Ron grinsen musste.
„Was ist denn mit dir los? Willst du Harry beim Ausruhen Gesellschaft leisten?" Hermine runzelte die Stirn und lächelte halbherzig.
„Nein, ich wollte eigentlich mit dir reden… wegen der DA und noch etwas Anderem, was mir … grade entfallen ist… aber…" sie gähnte erneut.
„Verschieb es auf später, Hermine!" Ron wurde leicht rot, als er in einem Anflug von Kühnheit seinen Arm um ihre Taille legte. Hermines Lächeln wurde wärmer.
„Ja. Werde ich wohl." Selten hatte Ron mehr Freude auf dem Weg zu seinem Gemeinschaftsraum wie an diesem Abend.
--------------
Grimmauldplatz
„Danke, Elsbietta." Iphigenie Mullen, eine Aurorin mittleren Alters, streichelte die rot getigerte Katze ein letztes Mal, bevor sie sie durch die Küchentür entließ. Iphigenie war dem Orden erst im letzten Jahr beigetreten, nachdem ihr Mann am helllichten Tag, auf seinem Weg zur Arbeit, von Todessern hingerichtet worden war. Molly Weasley war mittlerweile froh, sie kennen gelernt zu haben. Teilten sie doch ein und dasselbe Schicksal. Beide hatten ihren Mann durch die Todesser verloren. Iphigenie für immer, Molly ebenso, auch wenn Arthur noch lebte, wusste keiner, ob er sich von den Folgen des verpfuschten Fluches je wieder erholen würde.
„Was hat das nun wieder zu bedeuten?" Molly rieb sich die Hände an einem karierten Handtuch trocken, beobachtete durch eines der Küchenfenster wie die Katze in der langsam einsetzenden Dunkelheit verschwand.
„Wenn ich das wüsste. Monterey war ein Squib, ich kann mir nicht vorstellen, wie sein Tod dem dunklen Lord zuträglich wäre." antwortete Iphigenie, schloss die Tür und ließ sich erneut am Küchentisch nieder.
„Er war ein Freund von Albus, vielleicht war es das." schlug Molly vor, nahm eine abgenutzt aussehende Kaffeekanne vom Herd und schenkte Iphigenie nach.
„Danke." Iphigenie lächelte ein wenig müde. „Könnte sein… genauso gut könnte es nicht sein… Hatte Monterey denn irgendwelche Informationen? Wie Arabella?"
Molly zuckte die Schultern, brachte die Kaffeekanne zurück auf den Herd, bevor sie nach ihrer eigenen Tasse griff. „Da musst du Alastor oder Remus fragen." sagte sie und hob ihre Tasse an die Lippen.
Iphigenie nickte. „Sag du es ihnen, ich muss heute noch zu einer Sondersitzung ins Ministerium."
Molly zog erstaunt die Augenbrauchen hoch. „Heute noch? Es ist schon spät."
„Ich weiß, Shacklebolt will uns sprechen, ich bin mir nicht mal sicher, ob dieses Treffen offiziell ist."
„Will der Minister etwa immer noch, dass ihr nach Albus sucht?" Molly rutschte umher in dem hoffnungslosen Versuch eine bequemere Sitzposition auf den harten Holzstühlen zu finden.
„Ja, will er. Ich kann es kaum glauben, er denkt tatsächlich, dass Albus noch am Leben ist oder so, seinen Tod nur vorgetäuscht hat."
„Aber das ist Schwachsinn."
„Wem sagst du das, Molly, wem sagst du das?"
Die beiden Frauen verfielen in Schweigen, Iphigenie zweifellos mit dem Gedanken bei der bevorstehenden Sitzung. Molly dachte an Arthur und daran, dass die Medihexen im St. Mungos ihr auch heute keine Hoffnungen machen konnten, dass Arthur sich jemals wieder erholen würde. Tapfer schluckte Molly die aufkommenden Tränen hinunter.
--------------
Hogwarts, Bibliothek
"Hast du gehört, dass Harry schon wieder auf der Krankenstation ist?" flüsterte Fred seinem Zwillingsbruder zu und beugte sich tiefer über sein Buch.
„Ja…" antwortete George ebenso leise, warf einen kontrollierenden Blick durch die Bibliothek. Er war beruhigt, Madam Pince weit entfernt hinter einem der raumhohen Regale verschwinden zu sehen.
„Denkst du, er ahnt etwas?" fuhr Fred fort.
„Kann schon sein. Es würde erklären, warum McGonagall ihn so oft in den Krankenflügel verfrachtet. Vielleicht wirkt das, was immer sie den Lämmern hier eintrichtern, bei Harry nicht so wie es soll."
„Hm, würde mich nicht wundern." Einen Moment senkte sich Stille über die Zwillinge, jeder war in seine eigenen Gedanken vertieft.
George blätterte ohne großes Interesse eine Seite um, hob dann den Blick um Fred forschend ins Gesicht zu sehen. „Meinst du, wir sollten noch mehr tun? Um sie abzulenken, meine ich? Hermine schläft in letzter Zeit auch verdächtig oft ein."
„Was sollen wir denn noch tun ohne aufzufallen?" erwiderte Fred resigniert. „Außerdem… bin ich mir nicht mehr so sicher, ob…" Fred brach ab.
George fiel nichts ein, was er hierauf hätte erwidern können. Betreten senkte er den Blick wieder in sein Buch, nur um festzustellen, dass er es die ganze Zeit verkehrt herum gehalten hatte. Mit einem Stoßgebet gen Himmel hoffte er, dass diese Nachlässigkeit außer ihm niemandem aufgefallen war. Das Letzte, was sie nun brauchen konnten war, dass noch mehr Schüler der permanenten Müdigkeit zum Opfer fielen.
--------------
Hogwarts, Krankensaal
Am nächsten Morgen brauchte Harry all seine Überredungskünste Madam Pomfrey davon zu überzeugen, ihn endlich gehen zu lassen. Mehr als einmal war er versucht, die Krankenschwester einfach direkt zu fragen, wovor sie solche Angst hatte. Doch etwas hielt ihn zurück. Eine Ahnung, ein Gefühl vielleicht. Harry schwieg und Madam Pomfrey kam zu dem Entschluss, dass sie ihn nicht länger zurückhalten konnte.
Erleichtert holte Harry seinen Umhang vom Fußende seines Bettes und zog ihn im Laufen über. Er war spät dran, wenn er es noch rechtzeitig in die Große Halle zum Frühstück schaffen wollte. Wie zur Bestätigung seines Vorhabens knurrte sein Magen und Harry beschleunigte seine Schritte. Er war sich sicher, Madam Pomfrey am vorangegangenen Abend noch um etwas zu Essen gebeten zu haben, konnte sich aber beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, warum er dann letztlich nichts mehr gegessen hatte. Er lief die letzten Treppen hinab und sah schon die großen Flügeltüren, als er eine kühle Stimme hinter sich vernahm. „Potter."
Widerwillig blieb Harry stehen. Spitze, genau das, was er jetzt brauchte. Malfoy auf nüchternen Magen! Andererseits bot sich somit schneller die Möglichkeit ein paar Dinge klarzustellen als er gedacht hatte.
Der Slytherin kam schnell auf ihn zu, packte nicht gerade zimperlich Harrys Arm und beförderte ihn in das nächste freie Klassenzimmer. Malfoy schaute sich um, murmelte ein paar Worte, welche Harry nicht verstand, bevor er ihn wieder ansah.
„Was willst du, Malfoy? Schon wieder! Nette Geschichte übrigens, von wegen du hättest mich bewusstlos auf dem Gang gefunden, ist dir nichts Besseres eingefallen?" Harry versuchte erst gar nicht zu verhehlen, wie wenig erbaut er über ihr Zusammentreffen war.
„Halt's Maul! Du kannst froh sein, dass ich dich in den Krankenflügel gebracht habe anstatt dich gleich zu erledigen!"
Harry musste ihm im Stillen Recht geben. Er war bewusstlos gewesen und Malfoy hätte sonst was mit im anstellen können. Die Frage war nur, WARUM Malfoy ihm nichts getan hatte. Noch einen Tag zuvor hätte Harry ohne mit der Wimper zu zucken sein gesamtes Hab und Gut darauf verwettet, dass Malfoy ihn fertig machen würde, sobald er die Gelegenheit dazu bekommen bekäme. Seine gebrochene Nase im letzten Jahr war ihm noch deutlich in Erinnerung. Tatsache war aber nun einmal, dass Malfoy die Gelegenheit HATTE und Harry war wider Erwarten noch am Leben.
„Warum?" fragte Harry schließlich. „Ein unerwarteter Anflug von Menschlichkeit?"
Malfoy hielt eine Antwort offensichtlich nicht für nötig, sondern kramte sehr zu Harrys Verwunderung in den Taschen seines Umhanges. Er brachte eine kleine Phiole zum Vorschein, deren Inhalt apfelsinenfarben schimmerte. „Nimm das."
„Spinnst du? Ich trinke doch nichts von dir! Wer weiß, was da drin ist!"
Malfoy schnaubte abfällig. „Potter, wenn ich dich hätte umbringen wollen, hätte ich das schon gestern getan!"
Harry wandte sich in Richtung Tür, wurde aber von Malfoys festem Griff zurückgehalten. „Lass mich los!" herrschte er den Slytherin gereizt an.
„Nimm die Phiole, Potter!" Malfoy zerrte Harry zurück, bis sie so nah voreinander standen, dass Harry den Atem des größeren Jungen auf der Wange fühlen konnte.
„NEIN!"
Malfoy griff grob nach seinem Handgelenk, bog ihm praktisch die Finger auseinander und legte die Phiole um einiges vorsichtiger hinein. Verwirrt starrte Harry auf ihre Hände. Auf die Kältewelle, welche ihn plötzlich übermannte war er nicht gefasst und taumelte leicht, bevor Malfoys überraschtes Gesicht vor ihm verschwamm.
Preview on
„Vertraust du mir?"
„Ja."
„Gut, tu genau was ich dir sage und ich werde unsere Ärsche heil hier rausbringen."
„Warum…?"
„Wir haben jetzt keine Zeit für Erklärungen! Gib mir deine Hand!"
Preview off
Eine kräftige Ohrfeige beendete seine Vision und brachte ihn zurück in die Gegenwart. Malfoys eisgraue Augen ruhten auf ihm. „Phiole, Potter!" sagte er, bevor er sich abwandte und das Klassenzimmer verließ.
Harry blieb zurück, die Hand auf seiner schmerzenden Wange und aus mehr als einem Grund verwirrt. Er blickte auf die Phiole in seiner Hand, die helle Flüssigkeit schwappte leicht hin und her, bildete kleine Bläschen und beruhigte sich schließlich. Wenn Malfoy ernsthaft dachte, dass er das trinken würde, war er gestörter als Harry erwartet hatte.
Nein, trinken würde er das ganz sicher nicht, aber Hermine dürfte ihre helle Freude an der Analyse dieses Zeugs haben.
--------------
Irgendwo zwischen den Zeiten
Aimsir hatte sein Ziel endlich erreicht.
„Seherin? Seherin? Seid ihr wach?" Er flatterte aufgeregt vor dem trüben Fenster der Hütte auf und nieder, vermochte jedoch nichts Genaues im Inneren zu erkennen. Es dauerte einige Minuten, bis er eine schwache Stimme vernahm.
„Ja, Aimsir, ich bin wach…"
Nicht sonderlich beruhigt, flog der Rabe zur Tür. Er brauchte einige Versuche, um auf dem Türgriff der unbehauenen Holztür zu landen. Noch länger brauchte er schließlich dazu, vor der Tür zu landen und diese Millimeter um Millimeter mit seinem Körper aufzuschieben.
Er war außer Atem als der Spalt endlich breit genug war, dass er sich hindurchzwängen konnte. Aimsir flog auf, fand die Seherin zu einem Bündel zusammengerollt in ihrem Bett liegen. Die blinden Augen starrten an die niedrige Decke. „Seherin?" fragte er leise, beinahe als hätte er Angst, sie würde ihm nicht mehr antworten. Nie mehr…
„Es ist alles gut… ich bin nur… das Durchbrechen der Zauber erschöpft mich mehr als… ich dachte… ich bin nicht mehr… die Jüngste." wisperte die alte Frau, ihre Stimme klang brüchig und rau.
„Soll ich jemanden holen?" fragte Aimsir und Angst schnürte ihm die kleine Kehle zu, als er die schweren Atemzüge der Seherin beobachtete.
„Nein, es ist nichts… ich muss mich nur… ausruhen…" Ihre Augen fielen zu, verbargen die weißen Pupillen.
Aimsir hüpfte ungelenk zum Kopfende des Bettes, ließ sich als stummer Wächter ihres Schlafes auf dem Bettpfosten nieder. Trotz ihrer beruhigenden Worte wurde Aimsir klar, dass ihnen die Zeit zwischen den Fingern zerrann…
--------------
Voldemort
„Wurmschwanz, wo ist Lucius?"
„Bei den Heerführern, mein dunkler Lord." Peter lächelte demütig zu seinem Herrn hinauf, duckte sich in Erwartung eines weiteren Befehls sofort wieder gen Boden.
„Hol ihn her."
„Ja, mein Lord, sofort!" Peter kroch mit gesenktem Haupt rückwärts bis er genügend Abstand zwischen sich und seinem Herrn vermutete. Erst dann richtete er sich wieder auf, fand sich einen entsetzlichen Augenblick Auge in Auge mit Nagini wieder. Die monströse Schlange zischelte bösartig vor seinem Gesicht, Peter fror mitten in der Bewegung ein.
„Nagini, lass ihn, du kannst später spielen." zischelte Lord Voldemort von seinem Thron aus, betrachtete gelangweilt, wie Peter vor Angst zitternd vor Nagini zurückwich.
Peter floh aus dem Thronsaal, rannte so schnell ihn seine kurzen Beine trugen durch die Katakomben ihres Quartieres, fand Lucius Malfoy im Planungsraum.
„Lucius…" brachte Peter atemlos hervor, hasste sich dafür, dass er zusammenzuckte sobald die kalten Augen des Angesprochenen sich auf ihn richteten.
„Wurmschwanz…" sagte Lucius mit deutlichem Abscheu in der Stimme.
„Der Lord verlangt nach dir." Mit Genugtuung beobachtete Peter, dass Furcht sich einen winzigen Augenblick in der versteinerten Miene von Lucius zeigte. Peter grinste. Für wie viel besser hielten sich die anderen Todesser? Wie sie auf ihn hinabsahen mit ihrer Arroganz und ihrer Abscheu. In einem jedoch waren sie genau wie er. Die Angst vor der Macht ihres Herrn ließ sie alle auf sein Niveau schrumpfen. Peters Grinsen wurde breiter.
--------------
Zaubereiministerium
Kingsley Shacklebolt blickte sich vorsichtig in den Gängen des Ministeriums um, fand sie so verlassen, wie er es gehofft hatte und berührte das Aurorenabzeichen auf seiner Brust.
Sofort apparierten hinter ihm die Auroren seiner Abteilung. Allesamt sahen sie abgespannt aus. Müde und ausgelaugt.
„Gehen wir." Kingsley schritt voran, öffnete nach einem weiteren prüfenden Blick die Tür zum großen Konferenzraum, welchen sie normalerweise nie benutzten. Er diente meist nur dem Zwecke der übertriebenen Repräsentation wenn es die Presse oder ausländische Abgesandte zu beeindrucken galt.
Er hielt die Tür auf und nacheinander traten die Auroren ein, bedachten ihn mit fragenden, beunruhigten Blicken.
Erfreut stellte Kingsley fest, dass alle da waren. Alle außer Tonks. Kingsley genehmigte sich einen Augenblick des Bedauerns, während er an das junge Mitglied seiner Truppe dachte, welches nach dem unbegreiflichen Angriff noch immer in St. Mungos lag. Erst gestern hatte man ihm gesagt, dass ihr Zustand unverändert sei. Schmerzlich erinnerte er sich an den Besuch im Hospital, sah Tonks' schmale Gestalt in dem Bett liegen. Still hatte sie dort gelegen. Regungslos. Mit weit geöffneten Augen starrte sie an die Decke, nahm nichts von ihrer Umgebung wahr, völlig in sich selbst gefangen und dem verzweifelten Versuch sich daran zu erinnern, dass sie ein Mensch war.
Kingsley seufzte leise, schloss die Tür als der Letzte seiner Auroren hindurchgetreten war.
Kaum war er an dem langen Tisch angekommen, an welchem sie sich versammelt hatten, prasselten die Fragen auf ihn ein.
„Warum hast du uns die ganze Nacht warten lassen?"
„Wir brauchen auch ein paar Stunden Schlaf? Wieso hast du uns schon gestern Abend antanzen lassen, wenn wir die ganze Nacht nur nutzlos irgendwo herumstehen?"
„Du weißt, dass es neue Angriffe gegeben hat, wieso hältst du uns hier fest?"
„Gibt es Neuigkeiten über die verschwundenen Kinder?"
„Was sagt der Minister zu den neuen Angriffen?"
Bei dieser Frage hob Kingsley die Hände. „RUHE!" rief er und sofort senkte sich Schweigen über die Gruppe. Kingsley war einigermaßen überrascht über die schnelle Reaktion, rechnete den fehlenden Widerspruch aber der Tatsache zu, dass alle beunruhigt waren über die neuesten Vorkommnisse.
„Okay, wir müssen uns beeilen, lasst mich ausreden, dann beantworte ich eure Fragen!" Ernste Gesichter blickten ihn an. Kingsley nickte und senkte die Hände. „Es ist so, ich habe dieses Treffen eigentlich schon gestern Abend abhalten wollen, leider war der Minister die halbe Nacht in seinem Büro und so konnte ich nicht…"
„Der Minister weiß nichts von diesem Treffen?" unterbrach Dädalus ihn mit gerunzelter Stirn.
„Nein." Kingsley schüttelte den Kopf. „Nein, und ich bitte euch darum, dass es auch dabei bleibt. Der Minister hat… nun… ich will es einmal so formulieren… momentan das eigentliche Ziel etwas aus den Augen verloren."
Zustimmendes Gemurmel erhob sich. „Tatsache ist, dass die Angriffe der Todesser weiter zunehmen und wenn ihr mich fragt, habe ich das dumpfe Gefühl, dass da eine Welle im Anrollen ist, die wir nicht mehr aufhalten können, wenn wir nicht jetzt etwas unternehmen." Erneut nickten einige der Auroren.
„Es ist so: Ihr untersteht meinem direkten Befehl und ich denke, dass es Zeitverschwendung ist nach Informationen über Dumbledores eventuelles Überleben zu suchen, wenn unsere Leute da draußen abgeschlachtet werden!"
„Richtig!" rief Iphigenie mit grimmigem Gesicht.
„Was willst du machen?" hakte Dädalus nach.
„Ich will, dass wir wieder das tun, wozu wir hier sind. Die Todesser aufhalten!"
„Aber wie sollen wir das anstellen, wenn der Minister Berichte von uns will, die sich auf Dumbledore und die verschwundenen Kinder beziehen?" wollte Dawlish wissen.
„Das lasst meine Sorge sein. Ich decke euch gegenüber Rufus und ihr schweigt darüber, was wir wirklich tun. Sollte es tatsächlich so kommen, wie ich befürchte, wird Rufus bald andere Sorgen als ehemalige Schulleiter von Hogwarts haben."
„Aber sind die Kinder nicht wirklich verschwunden?"
Kingsley bleckte seine perlweißen Zähne zu einem ironischen Lächeln. „Doch, das sind sie. Vielleicht hat Dumbledore tatsächlich noch etwas damit zu tun. Allerdings, und darauf scheint Rufus noch nicht gekommen zu sein, könnte diese ganze Aufregung um verschwundene Kinder auch ein Ablenkungsmanöver der Todesser sein."
„Um uns von ihren Aktivitäten abzulenken." schloss Gregorian McPhers.
Geschocktes Schweigen senkte sich über die Gruppe. „Und das hätte auch fast funktioniert." stellte Hestia tonlos fest.
Kingsley nickte mit grimmiger Miene. „Das denke ich auch. Natürlich ist es nur eine Vermutung, aber ich meine, es ist momentan nicht der richtige Zeitpunkt Nachlässigkeit in der Bekämpfung des dunklen Lords und seiner Anhängerschaft walten zu lassen."
Kingsley verschränkte die Arme vor der Brust. „Ihr habt mich verstanden. Ich besorge dem Minister seine Berichte über die Angelegenheit Dumbledore und ihr…"
„Wir kämpfen." sagte Iphigenie.
Mit stummen, entschlossenen Blicken schauten die Auroren einander an.
--------------
Voldemort
Lucius eilte denselben Weg zurück, welchen Peter vor wenigen Momenten noch gegangen war. Er betrat den Thronsaal des dunklen Lords mit ergeben gesenktem Kopf, trat näher an seinen Lord heran und ging auf die Knie.
„Lucius. Wo ist dein Sohn?"
Das Blut gefror Lucius in den Adern. „Bei seiner Mutter, mein Lord." gab er in gemessenem Tonfall Auskunft, froh darüber, dass sein Blick auf den steinernen Fußboden gerichtet war.
„Ist der bereit in unseren Kreisen zu kämpfen?"
„Natürlich, mein Lord. Er wartet ungeduldig darauf euch dienen zu dürfen." sagte Lucius.
„Gut. Dann hast du sicher nichts dagegen wenn ich ihn rufe um mich ein wenig mit ihm… hmmmm… zu unterhalten?"
„Nein, mein Lord, es erfüllt mich mit Stolz, dass ihr das Wort an meinen Sohn richten wollt." Lucius schluckte schwer, bemüht sich nicht anmerken zu lassen, wie trocken sein Mund plötzlich war.
„Sieh mich an, Lucius!"
Lucius' Herzschlag setzte aus, als er den Blick hob. Die schmalen Augen des dunklen Lords bohrten sich in seinen Verstand. Lucius spürte die Magie in Wellen von seinem Lord ausgehen und leerte seinen Geist, rechnete damit jeden Augenblick den dumpfen Schmerz zu spüren wenn Lord Voldemort in seinen Geist drang. Doch nichts geschah.
„Natürlich tut es das." sagte Voldemort. „Du kannst gehen…"
Lucius verbeugte sich erneut, krampfhaft darum bemüht, sich seine Erleichterung nicht anmerken zu lassen.
--------------
Hogwarts.
Harry hatte die Finger noch immer um Malfoys Phiole geschlossen als er die Große Halle betrat, fast als hätte er Angst, das zerbrechliche Glasröhrchen würde sich in Luft auflösen, wenn er es losließe.
Er ließ sich auf seinen Platz neben Hermine fallen. „He, Leute…"
„Harry, na endlich." sagte Hermine erfreut und umarmte ihn liebevoll. „Wir waren gestern Abend noch auf der Krankenstation, aber du hast schon geschlafen. Was hat Pomfrey gesagt?"
„Nichts, sie lässt mich immer nur schlafen… hört mal, ich muss euch unbedingt was erzählen." Harry schaute sich um, blieb am Tisch der Slytherins hängen und verstummte. Malfoy war nicht da.
„Was denn?" hakte Hermine nach, riss Harry aus seinen Gedanken.
Vielleicht war es die Art, mit welcher Snape Malfoys leeren Platz betrachtete, während er im selben Augenblick daran vorbeiging. Vielleicht auch das mit Wucht zurückkehrende nagende Gefühl in seinem Magen. Egal was der Grund war, Harry ließ die Phiole unauffällig in die Tasche seines Umhanges gleiten und log seine Freunde an. „Madam Pomfrey war komisch…"
„Ist uns aufgefallen, Harry." sagte Ron und reichte ihm ein Tablett mit Eclairs. Im selben Augenblick ertönte das Schlagen von hunderten von Flügeln und automatisch wanderten die Blicke aller Anwesenden nach oben zur Eulenpost.
„Wenn ich heute wieder keinen Tagespropheten kriege, werde ich mich ordentlich beschweren. Wozu hab ich das Ding abonniert?" verkündete Hermine und hielt nach einer der schwarzen Eulen Ausschau, welche den Tagespropheten brachten.
Den alarmierten Blick von Fred und George sah am Gryffindortisch niemand. Außer Colin Creevey, der gleich darauf mit dem Kopf in seiner Haferschleimschüssel einschlief und für anhaltendes Gelächter in seinem Jahrgang sorgte.
„Doch, da ist sie!" sagte Hermine und deutete auf eine schwarze Eule, welche ihr nur Sekunden später den Tagespropheten in den Schoß fallen ließ. Hermine kramte schnell einige Geldstücke hervor und ließ sie im Lederbeutel der Eule verschwinden. Nach einem leisen Krächzen erhob sich die Eule wieder in die Luft.
„Möchte mal wissen, warum ich die letzten Tage keinen gekriegt hab!" murmelte Hermine und faltete die Zeitung auseinander.
Fred stieß George an, lehnte sich nahe an ihn heran, seine aufgeregte Stimme war nur ein Wispern. „Wieso kriegt sie den Tagespropheten? Ich dachte, alle Wege nach Hogwarts wären…"
„Ich weiß es nicht…" unterbrach George ihn. So unauffällig wie möglich wandte Fred sich zum Lehrertisch um, allerdings schien keinem der Professoren aufgefallen zu sein, dass Hermines Gesicht nun komplett hinter der Titelseite des Tagespropheten verschwand.
„Ich glaube nicht, dass es schon jemand gemerkt hat." flüsterte er.
„Nein, sieht nicht so aus…" antwortete George.
„Sollen wir sie drauf aufmerksam machen?" fragte Fred.
George sah ihn lange an. „Nein…" sagte er schließlich gedehnt. „Nein, vielleicht… nicht…"
Freds Mundwinkel zuckten, zufrieden mit der Antwort seines Bruders senkte er den Blick wieder auf seinen halbvollen Teller. Vielleicht war es an der Zeit den Dingen ihren Lauf zu lassen.
„Seht mal!" Hermines Gesicht tauchte hinter dem Tagespropheten auf, als sie die Zeitung umschlug, mit energischen Strichen die Seiten glättete und sie auf dem Tisch ausbreitete. Harry reckte den Hals, bemüht die Überschriften auch über Kopf lesen zu können.
„Angriffe auf Muggel im Londoner Stadtteil Camden…" begann Hermine laut vorzulesen. Während Ron nur mit halbem Ohr zuzuhören schien, beugte Ginny sich zu Hermine und lugte über deren Schulter.
„…ereigneten sich gestern Nacht zwischen 2.30 Uhr und 3.45 Uhr. Nach ersten Ermittlungen geht Scotland Yard von einer Schlägerei zwischen angetrunkenen Passanten aus, in deren Verlauf 4 Muggel verletzt wurden. Zwei der Opfer befinden sich noch im Krankenhaus. Über ihren Zustand wollte sich der Pressesprecher jedoch nicht äußern. Aus einer zuverlässigen Quelle haben wir erfahren, dass zwei Personen in schwarzen Umhängen, mit Totenkopfmasken kurz vor den Angriffen gesehen wurden. Eine offizielle Bestätigung des Zaubereiministeriums liegt jedoch nicht vor…"
„Todesser?" fragte Seamus an Harrys Seite ungläubig.
Ginny schaute Harry an. Er zuckte mit den Schultern „Glaube ich nicht, warum sollen sie Muggel angreifen?"
„Hier steht noch was…" Hermine deutete auf einen weiteren Artikel am Ende der Seite. Sie überflog den Artikel, ihr Nasenrücken kräuselte sich, als sie aufsah. „Ein Squib in Dublin ist ermordet worden. Ziemlich brutal."
„Das klingt doch schon eher nach Todessern." fand Harry.
„Ein dunkles Mal wurde aber nicht gefunden." ergänzte Hermine.
„Aber warum sollten sie einen Squib angreifen?" fragte Ginny irritiert. „Der ist doch für keinen eine Gefahr…"
„Es sei denn, er hat wichtige Informationen oder so." vermutete Seamus, schob sich den Rest seines Pfannkuchens in den Mund und kaute energisch.
„Na ja, es ist aber schon unwahrscheinlich, dass gerade ein Squib irgendwelche relevanten Informationen versteckt, die dem dunklen Lord nützlich sein könnten." überlegte Ginny.
„Vielleicht sind es gar keine Informationen an sich, vielleicht ist er ein Geheimniswahrer oder so." sinnierte Hermine.
„Seit Fawkes aufgetaucht ist, hast du es mit den Geheimniswahrern, oder? Hast du da eigentlich mal was Neues rausgefunden?" fragte Ron eigentlich eher beiläufig.
Hermine wurde blass. „Ich… nein… ich… habe irgendwie vergessen, dass ich danach suchen wollte…"
Ron grinste, schien nicht zu bemerken wie verwirrt Hermine plötzlich war. „So kommt die Wahrheit aber nie raus, Hermine, du bist doch sonst nicht so…"
Den Rest bekam Harry nicht mehr mit, als eine Kältewelle ihn unvorbereitet und mit voller Wucht traf. Die Schwärze einer herannahenden Ohnmacht schien direkt aus Hermines dunklen Augen auf ihn zuzurasen und Harry war nicht mehr fähig irgendetwas zu unternehmen. Die Kälte erreichte sein Herz und mit ihr kamen die Stimmen.
Preview on
„Was zum Henker willst du von mir hören, Potter?" Malfoys Stimme, zornig.
„Wie wäre es mit der Wahrheit?" Harry selbst, merkwürdig ruhig.
„Die Wahrheit? Du verträgst die Wahrheit doch überhaupt nicht!" Malfoys Stimme, wütend, verzweifelt und verächtlich.
„Vielleicht vertrage ich mehr Wahrheit als du dir vorstellen kannst, Draco." Harry selbst, noch immer ruhig. „Vielleicht…"
Harrys Stimme wurde von dem überwältigenden Gefühl warmer Lippen unterbrochen, die sich sanft auf seinen Mund pressten.
Preview off
„Harry? Sag doch was!"
„Mmmmm…" machte Harry, rang nach Atem und schlug endlich die Augen auf. Hermine blickte ihn besorgt an, ebenso wie Ron, Seamus und Ginny. Hitze schoss in Harrys Wangen, noch immer meinte er das Gefühl des zarten Kusses zu spüren. Und die Erregung, welche er ausgelöst hatte.
Eilig erhob er sich, murmelte wirres Zeug von einem Besuch auf der Krankenstation und verließ fluchtartig die große Halle.
Kaum schlossen sich die Flügeltüren hinter ihm, lehnte er sich mit dem Rücken daran, noch immer nach Atem ringend, mit rasendem Herzen. Für einen kostbaren Moment schloss er die Augen, leckte sich zögernd, fast ängstlich die Lippen und riss die Augen wieder auf.
Was war das?
Tbc…
Read and Review, please.
Coming up next: Dracos Phiole
