Hallo Ihr Süßen!!
Es ist Freitag, nur für den Fall, dass das irgendwer noch nicht bemerkt hat --lach--. So, hab heute wenig Zeit, weil morgen wieder der Bautrupp anrückt um an meinem Flur rumzupfuschen --g--.
Bevor es losgeht will ich trotzdem noch schnell meine selbstgebackene ff-Dankes-Torte loswerden! Verteilt Torte an: Little Whisper --grins-- siehe unten! Leni4888 --GAAAH-- Was ein langes Review, okay, da muss ich mich jetzt mal grad durcharbeiten: --lach-- Also, dazu sind die Reviewantworten doch da, dass man Antworten bekommt, soweit das geht ohne zuviel zu verraten, oder?? Hmmm, das mit Madam Pomfrey beantworte ich dir in den nächsten 2 Chaps… Doch, wir sind noch in Hogwarts, das Apparieren-in-Hogwarts-Ding hat einen anderen Hintergrund, erkläre ich auch bald. Gut, ich stelle fest, ich muss meinen ersten Satz revidieren. Ich KANN dir NOCH keine Antworten auf dein Review geben, denn das alles wird stückchenweise erklärt, ich würde an dieser Stelle einfach zuviel verraten – sorry! Allerdings liegst du bei den meisten Sachen nah an der Wahrheit --grins--, none Dein Wunsch ist mir Befehl, hier ist es!, zissy mud-maggots sind ein Sturmtrupp von Voldemorts Armee und NEEEEEIIIINNNNN!!!!! Harry hatte NICHTS mit Draco!!! Es sind Ausblicke in die mögliche Zukunft, deshalb verwirren ihn diese Visionen ja auch so, weil es noch nicht passiert ist und er sich nun mal nicht erklären kann, warum er Malfoy küssen sollte! Sooo, hier: --Milch überreicht-- für deine Brände nach den scharfen Chips, nicht, dass du vor lauter Tränen in den Augen nicht weiterlesen kannst --zwinker--. Blub Danke!!
Und das größte Stück Torte geht natürlich an dich, meine liebste Beta, Little Whisper und das neueste Chap kriegst du auch gleich hinterher! Ansonsten viel Spaß bei deinem Kurztrip!!!
Uuuuuh, schon wieder so spät --fluch - wo ist mein Zeitumkehrer??? Dämliche Baustelle, ständig verschwindet hier was!!!--
Also, viel Spaß mit meinem neuesten Verbrechen.
Liebste Grüße Eure Cassie
Chapter 7 - Dracos Phiole
This is how you remind me
Of what I really am
(Nickelback - How you remind me)
Irgendwo zwischen den Zeiten
„Nun… ich bin überrascht." stellte Aimsir fest, betrachtete das müde Schmunzeln der Seherin und wusste, dass sie es nicht war. Wie zur Bestätigung seiner Ahnung wurde das Schmunzeln zu einem echten Lächeln.
„Da wirst du nicht der Einzige sein, mein Freund." sagte die alte Frau, ihre Hand zitterte, während sie nach ihrer Tasse griff. Für einen Augenblick sah es so aus, als wäre das Gefäß zu schwer für ihre gebrechlichen Finger. Doch der Moment ging vorüber und die Seherin hob die Tasse an ihre Lippen, trank in kleinen Schlucken und genoss die Wirkung des Trankes, welcher Wärme durch ihre Adern fließen ließ.
„Aber was hat das für uns zu bedeuten?" fragte Aimsir, schwankend zwischen Hoffen und Bangen.
„Bis jetzt noch nichts. Es ist nur eine von unzähligen Möglichkeiten, welche die Sterne mir offenbart haben." Die Seherin reckte sich, vom Trank sichtlich gestärkt. „Ich denke, bald ist der Zauber gebrochen, warten wir ab, was die Sterne mir dann verraten."
Aimsir blickte versonnen durch das schmale Fenster nach draußen. Weit entfernt, hinter der letzten Morgenröte, ballten sich die ersten Wolken einer Sturmfront zusammen. Der Rabe seufzte.
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Hogwarts, Büro der Schulleiterin
„Herein." antwortete Minerva etwas ungehalten über das energische Klopfen an ihrer Tür. Seit Wochen schlief sie nun schon schlecht, dies war auch der Grund für ihre anhaltend trübe Stimmung in den Morgenstunden.
Minerva genehmigte sich eine weitere Tasse starken schwarzen Tees, während Lilith Dumbledore eintrat. Das Erscheinen der Tochter des verstorbenen Schulleiters trug nicht unbedingt dazu bei Minervas Laune zu heben. Sie warf einen flüchtigen Blick auf das Porträt von Albus Dumbledore, fand es jedoch genau wie die Wochen zuvor schlafend. Minerva unterdrückte ein Seufzen.
„Guten Morgen." grüßte Ms Dumbledore freundlich, doch der energische Ausdruck in ihren hellen Augen machte Minerva sofort klar, dass dies kein Besuch aus reiner Freundlichkeit werden würde.
„Guten Morgen, Ms Dumbledore. Kann ich ihnen einen Tasse Tee anbieten?" antwortete Minerva gezwungen höflich, deutete auf einen der beiden Chintzsessel vor ihrem Schreibtisch.
„Nein… danke." Ms Dumbledore zögerte merklich, als sie das Porträt ihres Vaters erblickte. Minerva nahm es zur Kenntnis und schwieg.
„Was führt sie zu mir?" fragte Minerva direkt. Sie war zu müde um sich auf langwieriges Drumherumgerede einzulassen.
Ms Dumbledores blaue Augen verengten sich als sie antwortete. „Harry Potter."
Minerva hob überrascht eine Augenbraue. „Was ist denn mit dem Jungen?" Ein leiser Anflug von Besorgnis machte sich in ihr breit.
„Ich habe ihn in letzter Zeit beobachtet und… ich denke, wir sollten seine Dosis erhöhen. Er schläft zu oft ein. Wissen Sie, dass er die Nacht schon wieder auf der Krankenstation verbracht hat?" Die junge Professorin ließ sich endlich auf dem ihr angebotenen Sessel nieder.
„Natürlich. Madam Pomfrey hält mich über alle Vorgänge auf dem Laufenden." antwortete Minerva nun mit offensichtlicher Missbilligung.
„Warum unternehmen sie dann nichts dagegen? Wir können nicht riskieren, dass auch ein einziger Schüler den Bann durchbricht. Schon gar nicht, wenn dieser Schüler Harry Potter heißt." Ms Dumbledore straffte ihren Rücken, als Minervas Blick misstrauisch wurde.
„Was denken sie, wie lange wir diese Charade noch aufrecht erhalten können? Irgendwann wird einem der Schüler auffallen, was vor sich geht. Die Hausgeister sind verschwunden. Was denken sie, wie lange sie das tatsächlich noch verheimlichen können, mal ganz abgesehen davon, dass die Hauselfen…"
„Wir werden es GENAU SO LANGE geheim halten, wie mein Vater es vorgesehen hat, Minerva." unterbrach Ms Dumbledore die Rektorin.
„Für sie, meine Liebe, immer noch Prof. McGonagall!" schnappte Minerva, wütend über die Respektlosigkeit. „Und was die Verstärkung des Zaubers für Harry Potter betrifft, schlage ich vor, sie wenden sich an Prof. Snape."
Erstaunt registrierte Minerva das erschrockene Blinzeln der jungen Hexe vor sich. Ein winziges bösartiges Lächeln wollte sich unbedingt auf ihre Lippen stehlen. So, da hatte wohl noch jemand schlechte Erinnerungen an Severus Snape. Minerva beschloss sich diesen Umstand in nicht allzu ferner Zeit zunutzen zu machen.
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Hogwarts, 4. Etage, 8. Flur links
Harry hatte sich in einem der wenig benutzten Gänge des Schlosses verkrochen und versuchte den Aufruhr in seinem Inneren zu dämpfen. Im Gegensatz zu den anderen Aussetzern, hatte sich dieser unauslöschlich in seine Erinnerungen gebrannt.
Endlos hallten die Worte in seinem Geiste wieder und ebenso oft war Harry schockiert über die Intensität der Gefühle, welche dieser Kuss auslöste. Dabei war es nicht einmal wirklich ein Kuss. Es war ein Bild in seinem Kopf. Mehr nicht. Und von allen Bildern, welche seine Alpträume ihn sehen ließen, war dieses das absolut unwahrscheinlichste.
Er hatte Malfoys Stimme gehört. Seine eigene. Aber konnte es wirklich sein, dass die Lippen, welche ihn so zärtlich geküsst hatten zu… Malfoy gehörten? Harry stieß seinen Hinterkopf zum gefühlt drei Millionsten Mal an den Felsen hinter sich. Doch die Frage blieb.
Und er fand keine Antwort.
Die Frage, warum ausgerechnet Malfoy ihn küssen sollte und er sich das auch noch gefallen ließ, wagte Harry sich erst gar nicht zu stellen.
Er stieß sich von der Steinwand ab, an welche er seit gut einer halben Stunde lehnte und ging zu einem der schmalen Schlossfenster. Versonnen blickte er auf das Schlossgelände hinaus, sah Rauch aus Hagrids Hütte aufsteigen und beschloss seinem großen Freund einen Besuch abzustatten. Vielleicht würde Hagrid ihm genug Ablenkung verschaffen, um seinen Kopf wieder freizubekommen und diese merkwürdigen Gefühle loszuwerden.
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Hogwarts, Große Halle
„Gehen wir, sieht nicht aus, als käme Harry wieder." meinte Ginny und die Enttäuschung war ihr anzuhören.
„Sollen wir ihn besuchen? Wahrscheinlich hat Pomfrey ihn wieder ins Bett gesteckt." sagte Ron.
Ginny grinste etwas kläglich. „Nein, schon gut, du kennst Harry doch. Wenn wir ihn jetzt auch noch nerven, ist er wieder sauer, weil wir ihn alle betutteln…"
Hermine lächelte Ginny an, „Mach dir keine Sorgen, wahrscheinlich ist er zum Quidditchfeld um Dampf abzulassen."
„Wir könnten ja rein zufällig auch da hinwollen… immerhin muss ich trainieren…." schlug Ron vor, erntete ein schmales Lächelns einer Schwester.
„Komm schon, Ginny, ich bin sicher, es hat nichts mit dir zu tun. Es ist doch ganz offensichtlich, dass Harry dich noch…" Hermine legte die Stirn in Falten und schloss sehr leise „…mag." Ron blickte sie irritiert an, wurde aber von Amanda Higgins, einer Jahrgangskameradin Ginnys, abgelenkt.
„Hi Ginny, wir wollen nach Hogsmeade, kommst du mit uns oder gehst du mit…"
„Nein, ich gehe mit euch." unterbrach Ginny sie entschlossen, warf Hermine einen vielsagenden Blick zu und erhob sich.
„Muss ich das jetzt verstehen?" fragte Ron, schaute seiner Schwester hinterher, die sich bei Amanda eingehakt hatte und in einer rasch größer werdenden Schülertraube verschwand.
„Nein, Ron, musst du nicht. Weibliche Psychologie." sagte Hermine lächelnd und legte ihm etwas schüchtern eine Hand auf den Arm.
Ron schien es nicht einmal zu bemerken und wechselte das Thema. „Aber wir sollten Harry suchen. Er ist echt komisch im Moment und ich mag es nicht, dass er allein irgendwo rumläuft."
Enttäuscht nahm Hermine die Hand von seinem Arm. „Sicher… weil Hogwarts ja generell voll von Schüler-fressenden-Monstern ist."
„Oh, erinnere mich nicht daran!" Ron verzog das Gesicht. „Ich habe weder Lust auf ein weiteres Fluffy-Exemplar, oder noch schlimmer, Aragog zu treffen!" Er schüttelte sich vor Abscheu, schob seinen Teller von sich. Zusammen verließen sie die große Halle, wenngleich Hermine die Enttäuschung recht deutlich ins Gesicht geschrieben stand.
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Hogwarts, Hagrids Hütte
Harry atmete tief die frische Luft ein, als er den Hügel zu Hagrid hinunterging. Schon von weitem hörte er Fang zur Begrüßung bellen. Hagrid stand neben seiner Hütte und stapelte riesige Holzstämme auf, als wären sie nicht schwerer als ein handelsüblicher Zauberstab. Er strahlte über das ganze Gesicht als er Harry sah. „Hallo … schön, dass du mich ma' wieder besuchen kommst… wo sin' denn Ron und Hermine?" Harry kam zu keiner Antwort.
„Willst du eine Tasse Tee? Hab grad frische Kekse gemacht…" Hagrid machte Anstalten in seine Hütte zu gehen.
„Ach, äh, nein, Hagrid, danke, ich habe keinen Hunger." beeilte sich Harry beim Gedanken an Hagrids Backkünste zu antworten.
„Oh…na gut." Hagrid setzte sich auf die monströse Bank neben seiner Tür. Harry ließ sich im Gras nieder und kraulte Fang. Eine Weile unterhielten sie sich über die neue Quidditch – Saison. Harry verspürte ein freudiges Kribbeln in der Magengegend bei dem Gedanken an ihr erstes Spiel gegen Ravenclaw in 3 Wochen…
Hagrid verblüffte ihn, als er unvermittelt fragte „Un' warum bist du nun wirklich hier? Sonst besuchst du mich auch nich' um diese Zeit und ohne Ron und Hermine." Ein wenig betreten blickte Harry zu Boden, Fang drehte sich grunzend auf den Rücken und seine riesigen Pfoten zappelten hilflos in der Luft. Harry kraulte seinen Bauch.
„Ich… naja, brauchte ein wenig Zeit für mich." stotterte Harry verlegen.
„Da ist nichts Verwerfliches dran, jeder muss ma' für sich sein." Hagrid strich sich versonnen durch den dichten Bart. „Selbst Fang verkriecht sich ab un' zu mal ohne mich…"
Harry musste grinsen und ließ sich von Fang zu einer neuen Runde Bauchkraulen animieren.
„Weißt du, es ist immer wieder schön, wenn alle hier sind." sagte Hagrid nach einer Weile und zerstörte Harrys Wunsch eines sorglosen Zusammenseins. „Wie meinst du das?" fragte Harry und lehnte sich zurück. Fang gab winselnd seinen Protest kund.
„Ach, nur so, Harry. Es ist immer so ruhig hier ohne euch Kids." murmelte Hagrid leise. Harry war sich unsicher, ob dies nicht nur der halben Wahrheit entsprach. Seine Magenschmerzen waren wieder da.
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Malfoy Manor
„Wo ist Draco, Lucius?" Narcissa wirkte aufgelöst, als ihr Mann im Salon apparierte. Allein.
Lucius war bemüht, seine kalte Miene aufrecht zu erhalten. Er antwortete scheinbar emotionslos: „Der dunkle Lord wünschte seine Anwesenheit. Und Draco ist…" er unterbrach sich, schindete Zeit indem er umständlich seinen Umhang auszog. Dennoch kam er nicht umhin seiner Frau die Wahrheit zu sagen. „…Draco ist seinem Wunsch gefolgt."
Eine Veränderung ging in Narcissas Gesicht vor sich, welche Lucius nicht härter hätte treffen können. Zuerst war da ein Hauch von Verstehen, ein leises Entsetzen in ihren Augen, welches in rasendem Tempo größer wurde. Narcissa wurde blass, ihre Pupillen weiteten sich in purem Schrecken, bis von der wunderschönen veilchenblauen Farbe der Iris nicht mehr als ein schmaler Ring übrig war.
„Er wird bald zurückkommen, Narcissa. Der dunkle Lord will sich nur von seiner Loyalität überzeugen." konstatierte Lucius kühl, schritt an seiner erstarrten Frau vorbei, um den Schmerz in ihrem Gesicht nicht länger ertragen zu müssen.
„Reiß dich zusammen! Es ist eine große Ehre, dass der dunkle Lord Draco persönlich sprechen will. Den Söhnen von Crabbe und Goyle wird dieses Privileg nicht zuteil." sagte Lucius im Hinausgehen.
Narcissa schauderte. Den Bruchteil eines Augenblicks verzerrte Verzweiflung ihr ebenmäßiges Gesicht, bevor sie die Schultern straffte und ihrem Mann aus dem Salon folgte. Einzig das leichte Zittern ihrer Lippen verriet die Angst um ihren Sohn.
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Hogwarts, Hagrids Hütte
Harry war froh, dass Hagrid das Thema gewechselt hatte und nun fröhlich von den neuesten Züchtungserfolgen seiner Kürbissammlung berichtete. Harry hatte sich neben Fang im Gras ausgestreckt und hörte nur mit halbem Ohr zu, bis eine weitere Stimme ihn aufschreckte.
„Hier bist du, Harry."
Hermine. Und neben ihr - Ron. Harry fuhr überrascht im Gras hoch, erschreckte Fang, der neben ihm eingedöst war fast zu Tode. Beleidigt wuchtete der Saurüde seine massige Gestalt vom Boden und verzog sich unter Hagrids Bank.
Hermine und Ron tauschten eine fröhliche Begrüßung mit Hagrid, bevor Hermine sich zu dem Halbriesen auf die Bank setzte und Ron sich neben Harry ins Gras plumpsen ließ.
„Alles ok?" fragte Ron ihn und Harry nickte, ein wenig beschämt darüber, dass seine Freunde sich Sorgen machten und er ihnen ohne wirklichen Grund aus dem Weg ging. „Dann ist gut." sagte Ron und reckte das Gesicht in die Sonne.
„Was ist mit dir los, Mädchen? Was guckst du so ernst an einem so schönen Tag?" wollte Hagrid gerade von Hermine wissen. Sie zuckte nachdenklich mit den Schultern. Weder Ron noch Hagrid sahen den schnellen Seitenblick Hermines, mit welchem sie Ron betrachtete. Einzig Harry registrierte ihn und eine nicht allzu unbegründete Ahnung verriet ihm, dass sein Freund mal wieder seine Chancen vermasselt hatte.
„Wette, s is' wegen Dumbledores Tochter, stimmts nich'?" vermutete Hagrid und Hermine nickte, offensichtlich erleichtert eine Ausrede gefunden zu haben. „Dacht ich's doch." lachte Hagrid. „Ihr Auftauchen hat einiges an Verwirrung hervorgebracht… dabei is sie ein nettes Mädchen."
„Wir wussten gar nicht, dass Dumbledore Kinder hat." stellte Hermine nun offenbar wirklich interessiert fest.
„Hm, ja, nu, hat er auch nich' allen auf die Nase gebunden, hatte Angst um seine Kinder…" Hagrid lehnte sich zurück.
„Und sie war auch in Hogwarts?" Fang kam zurück, platzierte sich zwischen Harry und Ron um möglichst von beiden Seiten Streicheleinheiten abzustauben.
„Ja, alle drei waren hier, is' doch klar."
„Aber wieso sind sie denn nirgends erwähnt? Ich meine, in den alten Klassenlisten oder so? Ich hab alle durchgeschaut…"
Hagrid blinzelte Hermine belustigt an. „Nee, da wirste auch nix finden, Dumbledore hat alles ordentlich versteckt, wegen Du-weißt-schon-wem."
„Wieso konnte sich dann keiner von euch an sie erinnern, als sie ankam?" Hermine stellte die Frage so beiläufig, dass es schon auffällig war. Hagrid jedoch zuckte nur mit seinen massigen Schultern. „Nu, es is' ja schon 'ne ganze Weile her, dass wir sie zuletzt gesehn haben. Hat sich ganz schön verändert…"
„Inwiefern?" hakte Harry nach, noch nicht sicher darüber, ob er dieses Thema nun wirklich interessant finden sollte. Andererseits war Hagrids Begründung irgendwie… fadenscheinig.
„Na, wisst ihr, früher, also, als sie noch in Hogwarts war, da hat sie hier regelmäßig alles aufgemischt, das könnt ihr mir glauben, Rons Brüder waren echt nix dagegen… nur Unsinn im Kopf gehabt das Mädchen…"
Erstaunt zog Hermine die Augenbrauchen hoch. „Ehrlich? Aber wie hat sie es denn dann geschafft Lehrerin zu werden, sie ist doch noch recht jung…"
Nun grinste Hagrid breit. „Aaaach, das täuscht, Hermine, das täuscht. So jung ist sie gar nicht mehr, hat sich nur gut gehalten… und aus Schule, da hat sie sich nich' viel gemacht."
Hermine machte ein langes Gesicht und Harry musste grinsen.
„In welchem Haus war sie?" Ron gähnte verhalten.
„Na Gryffindor, was dachtet ihr denn? Hat Prof. McGonagall so manche schlaflose Nacht gekostet, weil sie ständig nachts im Schloss rumgeschlichen is'. Ich weiß noch, wie Dumbledore mir mal erzählt hat, dass sie eigentlich in jedem Fach nen UTZ machen müsste, weil sie durch die ständigen Strafarbeiten alles wissen müsste…." Hagrid lachte über Hermines immer entsetzteres Gesicht. „Aber den meisten Ärger hatte sie immer mit Prof. Snape…"
„Das kann ich gut verstehen." meinte Harry trocken.
„Dachte immer, er kriegt noch mal n Herzanfall wegen ihr… einmal hat sie ihm Grinsmus untergejubelt. Der Professor is tagelang mit einem seligen Lächeln rumgelaufen und hat jedem, der ihn auch nur angeguckt hat, massig Punkte abgezogen."
Ron und Hermine brachen in schallendes Gelächter aus und auch Harry konnte nicht an sich halten beim Gedanken an einen fröhlich lächelnden Snape, der den Schülern mit Todesverachtung Punkte abzog und dabei so dämlich grinste wie eine Gilderoy Lockhart Autogrammkarte.
„Ich glaub in dem Jahr hatte Gryffindor nich' mal einen einzigen Punkt." Ron hielt sich den Bauch vor Lachen und Hermine wischte sich eine Lachträne von der Wange.
„Und trotzdem unterrichtet sie jetzt gerade Zaubertränke?" fiel Harry plötzlich ein.
„Sie war die Beste in Snapes Fach, hat ihn mächtig gewurmt, dass er ihr da nie Punkte abziehen konnte, das kann ich euch sagen. Ich glaub, sie hat sogar einen der besten UTZ dadrin gemacht…" Hagrid streckte sich erneut. „Ich find's jedenfalls gut, dass sie wieder da ist, auch wenn ich dachte…" Hagrid räusperte sich laut und haspelte viel zu schnell wieder los. „Lilith war Dumbledores ganzer Stolz, weil sie ihn immer zum Lachen gebracht hat, wisst ihr. Egal, was sie mal wieder angestellt hatte, er konnte ihr nie lange böse sein..."
Harry blickte Hermine an, nicht sicher, ob er der Einzige war, dem Hagrids Unterbrecher aufgefallen war. Hermine erwiderte seinen Blick zuerst ruhig, dann gähnte sie plötzlich herzhaft und fasste sich an die Stirn.
„Was ist los, Hermine?" fragte Harry, irritiert über die heftige Erwiderung in seinen Gefühlen was Hermines Verhalten anging. Es war, als würde er in den Spiegel schauen… als sähe er etwas, was er selbst tat… als…
„Ich weiß auch nicht, ich hab ständig Kopfschmerzen und werde sie einfach nicht los!" antwortete Hermine leise und rieb sich die Augen.
Ron und Harry waren zu sehr mit der besorgten Beobachtung ihrer Freundin beschäftigt, als dass ihnen aufgefallen wäre, wie Hagrid plötzlich verdächtig blass um die Nase wurde. Der Halbriese erhob sich abrupt und strich sich überflüssigerweise die Kleider glatt. „Vielleicht solltest du mal in die Krankenstation gehen, Poppy hat bestimmt nen Trank, der gegen deine Kopfschmerzen hilft…"
„Mhm… vielleicht sollte ich das wirklich." murmelte Hermine. „Sie werden immer schlimmer."
„Ich gehe mit dir!" sagte Ron sofort, sprang auf und erschreckte den armen Fang ein weiteres Mal. Harry grinste trotz des merkwürdigen Gefühls in seiner Brust als Ron leicht rot um die Nase wurde. Leider bekam Hermine das nicht mit, denn ihre Kopfschmerzen lenkten sie zusehends ab.
Hagrid nuschelte irgendetwas von Kürbissen, die umgelagert werden müssten und verschwand ohne ein weiteres Wort hinter seiner Hütte. Harry sah ihm erstaunt nach.
Hermine strauchelte, als sie aufstand, klammerte sich nur Momente später an Ron fest, während sie sie zur Krankenstation geleiteten. Harry kam sich überflüssig vor, als er hinter den beiden zurück zum Schloss ging. Ron redete den ganzen Weg über sehr nervös auf Hermine ein, die sichtlich zu kämpfen hatte.
Dennoch kamen sie schnell zur Krankenstation. Ron schob Hermine durch die Flügeltüren während Harry einen Moment unschlüssig im Gang stehen blieb. Er wusste, dass er eigentlich in den Krankenflügel gehen sollte um nach Hermine zu sehen. Tatsache war jedoch, dass er absolut keine Lust verspürte schon wieder Madam Pomfrey über den Weg zu laufen, dazu hatte er sie in diesem Schuljahr eindeutig schon zu oft gesehen.
Kurzentschlossen machte er auf dem Absatz kehrt und lief die Treppen an der gegenüberliegenden Seite hinauf, bis er in den Gang von Myrthes Toilette kam. Harry lauschte kurz, doch von dem ewig maulenden Geist war ausnahmsweise einmal nichts zu hören. Langsamer folgte Harry dem Flur, froh darüber noch ein wenig Einsamkeit herausgeschunden zu haben.
Diese Stimmen machten ihn langsam aber sicher fertig. Woher kamen sie? Und wieso verlor er jedes Mal das Bewusstsein… und die Kälte… und die Müdigkeit… und die Stimmen. Es waren keine Erinnerungen, soweit waren seine Überlegungen schon gediehen. Doch was waren sie dann? Visionen von Voldemort hatte Harry auch schon mehr oder weniger ausgeschlossen. Damals, mit Arthur im Ministerium war es anders… Arthur??
Harry schüttelte sich, um den leichten Anflug von Kopfschmerz zu vertreiben. Und was war mit seinen Träumen? Sie waren anders als die Visionen, doch trotz allem konnte er sich an nicht eine dieser Traumsequenzen erinnern. Trotzdem hinterließen diese Alpträume ein vertrautes Gefühl in seinem Herzen… einem Deja vu nicht unähnlich. Malfoys Stimme hallte in seinen Gedanken nach: ‚Erinnerst du dich?' Harry schüttelte sich erneut, als eine Gänsehaut über seinen Nacken kroch.
Malfoy. Malfoy. Draco. Was hatte er mit diesen Stimmen zu tun? Wieso hörte er immer wieder Malfoys Stimme und wieso klang sie so… Harry runzelte die Stirn, fand keine Beschreibung für das Gefühl, welches gerade Malfoys Stimme in seinen Visionen auslöste? Und dann war ja noch dieser letzte Aussetzer, Malfoys Stimme, verärgert, wie er ihn schon so oft gehört hatte. Dennoch war etwas anders… ihre Unterhaltung klang trotz der Schärfe in Malfoys Stimme irgendwie… vertraut. Vertraut, ja, ebenso vertraut, wie er mit Ron oder Hermine sprach… und dann war da noch diese Sache mit dem Kuss. Der Kuss, der ja eigentlich keiner war.
Harry fand sich vor der Tür von Myrthes Toilette wieder. Aus einer Eingebung heraus trat er ein.
Stille umgab ihn. Eine merkwürdige Stille. Eine Stille irgendwo zwischen Erwartung und Erkenntnis.
„Myrthe?" fragte Harry laut. Seine Stimme hallte von den unmodernen Kacheln der Toilettenwand wieder.
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Cambridge, Shopping Centre
Ein ganz normaler Samstag ging für Henry Winterbloom zu Ende, als er seine Spindtür abschloss, hinter welcher er seine Uniform und seine Dienstwaffe verstaut hatte. Er steckte den Schlüssel ein, winkte noch einmal grüßend zu Jeff, dem neuen Wachmann, der ab heute die Tagschicht übernehmen würde und trat durch die Hintertür auf den riesigen Parkplatz der Mall hinaus. Henry genoss die aufkeimende Betriebsamkeit, lange Schlangen von Autos fuhren vor, entließen unzählige schwatzende Familien, die sich auf einen Morgen in der Mall freuten. Henry fischte in der Tasche seines ausgebeulten Jackets nach einer Packung Luckys. Wie jeden Morgen genehmigte er sich nach einer ruhigen Nacht eine letzte Zigarette, bevor er nach Hause fuhr. Zuhause konnte er nicht rauchen ohne sich einen langwierigen Vortrag seiner Frau Beth darüber anzuhören, dass die Zigaretten ihn irgendwann umbringen würden.
Beth wurde an jenem Morgen eines Besseren belehrt.
Henry hatte keine Chance mehr auch nur den Rauch des letzen Zigarettenzuges auszuatmen, als seine Existenz abrupt endete. Noch mit dem zufriedenen Ausdruck des ersten Geschmacks der Lucky auf den Lippen, sackte sein Körper direkt vor dem Hinterausgang zusammen.
Erste Schreie ertönten.
Irgendwer begann zu rennen.
Die Schreie wurden lauter und die Menschen rannten.
Niemand entkam den plötzlich aus dem Nichts auftauchenden Männern in den schwarzen Kutten. Todesser. Der Sturmtrupp der mud-maggots, Voldemorts Truppe für die grobe Arbeit, leistete an jenem Morgen ganze Arbeit und streckte in der ersten Angriffswelle beinahe 15.000 Muggel nieder.
Voldemort war äußerst zufrieden.
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Hogwarts, Mädchentoilette der maulenden Myrthe
Harry lauschte angestrengt. „Myrthe?" rief er ein weiteres Mal. Wieder erhielt er keine Antwort. Stattdessen schien die Stille nur noch lauter zu werden, dröhnte in seinen Ohren. Die feinen Härchen in seinem Nacken stellten sich auf.
Sorgfältig sah Harry sich um, öffnete sogar jede einzelne Tür der Kabinen, um nur noch ratloser zurückzubleiben. Wo steckte dieser nervtötende Geist denn? Normalerweise war Myrthe doch sofort zur Stelle, sobald er sich auch nur in der Nähe der Mädchentoilette zeigte. Harry zuckte schließlich mit den Schultern und kam zu dem Entschluss, dass es ihm egal sein konnte, wo die maulende Myrthe steckte. Vielleicht hatte einer der anderen Geister irgendeinen Jahres- oder Todestag. Harry dachte an die Todestagsfeier des fast kopflosen Nick und stockte im nächsten Schritt.
Der fast kopflose Nick… der Hausgeist der Gryffindors… der blutige Baron, Slytherin… der fette Mönch, Hufflepuff… die graue Dame, Ravenclaw… Peeves… Prof. Binns…
Harry stand mitten in der Mädchentoilette, die Stirn angestrengt in Falten gelegt und hatte das Gefühl gegen eine Barriere in seinem Kopf anzurennen, bis er endlich diesen einen Gedanken fassen konnte.
WO SIND DIE GEISTER??
Er gähnte plötzlich herzerweichend und eine bleierne Müdigkeit schoss ihm in jeden einzelnen Muskelstrang, jede Nervenfaser seines Körpers.
Das war es! Die Müdigkeit!! Harry gähnte erneut!
„NEIN!" keuchte er, taumelte gegen eine der kalten Fliesenwände und kämpfte darum bei Bewusstsein zu bleiben. Er musste hier raus. Er musste Ron und Hermine finden… irgend… jemanden… Unsicher tappte er einige Schritte auf den Ausgang der Mädchentoilette zu.
Harry taumelte erneut, als eine Schmerzwelle von seinem Kopf durch seine Narbe schoss, unerträgliche Kopfschmerzen die Müdigkeit noch verstärkten. Die nächsten quälenden Schritte machte Harry mit geschlossenen Augen. Er biss sich so fest auf die Zunge bis er Blut schmeckte, in einem hartnäckigen Ringen um sein Bewusstsein.
Einige weitere zögernde Schritte und er musste sich an der Wand abstützten um nicht zu stürzen. Das war es, was nicht stimmte! Sobald er etwas Wichtiges mit seinen Freunden besprechen wollte, setzte diese Müdigkeit ein.
Er gähnte. Neinneinneinnein! Nicht schon wieder! Eine Hand an der kalten Steinwand tastete er sich praktisch vorwärts, darum bemüht nicht wieder das Bewusstsein zu verlieren. Diesmal nicht! Diesmal nicht! Diesmal nicht! Wie ein Mantra wiederholte er diese beiden Worte, tastete sich blind vor Schmerz und Müdigkeit voran.
Nach einer halben Ewigkeit erschien endlich die fette Dame in seinem Blickfeld, Harry murmelte das Passwort und wurde nur eingelassen, weil die Porträtbewohnerin Angst hatte, er würde sich auf ihr neues Kleid übergeben.
Der Gemeinschaftsraum war leer, ein normaler Zustand an einem Hogsmeadewochenende. Harry ballte die Hände zu Fäusten. Ron und Hermine waren nicht hier und bis nach Hogsmeade würde er es auf keinen Fall schaffen ohne einzuschlafen. Ein erneutes heftiges Gähnen trieb ihm die Tränen in die Augen. Schlafsaal, wenn er es in den Schlafsaal schaffte, könnte er vielleicht aufschreiben…
Harry sackte auf die Knie während eine erneute Schmerzenswelle durch seinen Kopf schoss, ihm endgültig jegliche Sicht nahm. Auf allen Vieren kroch er die Steintreppe hinauf, kämpfte mit aller Macht um sein Bewusstsein, einzig sein Wille hielt ihn noch in der Realität fest.
Harry schaffte es irgendwie tatsächlich in seinen Schlafsaal zu kommen. Er schaffte es, sich aufzurichten und seine Truhe unter dem Bett hervorzuziehen, bevor Schmerz und Müdigkeit sein Bewusstsein auslöschte.
Harry schlief.
Und er schlief lange.
Der Tag ging vorbei und seine Zimmerkameraden fanden Harry auch am Abend noch schlafend.
Ein wenig besorgt ging Ron noch einmal hinunter in den Gemeinschaftsraum, sprach mit Fred und George über Harry, wurde zu einem geheimen Butterbier in der hintersten Ecke des Gemeinschaftsraumes eingeladen. Danach waren all seine Sorgen vergessen. Wie weggehext, würden böse Zungen behaupten.
So ging auch Ron schlafen. Ebenso wie Neville. Ebenso wie Seamus. Die Nacht, und mit ihr Vergessen bringende Stille senkte sich über das Schloss.
Einzig Rons Brüder warteten, bis sich der Gemeinschaftsraum geleert hatte. Verdrossen hockten sie noch immer in der Nische, in welcher Ron sein Butterbier geleert hatte. Der Großteil der Porträtbewohner schlief schon, als Fred ein wütend klingendes „Silencio" murmelte und die Porträts ihres Hörvermögens beraubte.
„Wieso hast du Ron das Zeug gegeben? Ich dachte, wir wären uns einig, dass…" fuhr er seinen Zwilling gereizt an.
George ließ ihn nicht ausreden. „Was hätte ich denn anderes tun sollen? Du weißt doch, dass die Wände hier Ohren haben… oder in unserem Fall die Bilder…" George betrachtete das Porträt eines scheinbar schlafenden Ritters zu seiner Linken, bemerkte sehr wohl, dass dieser blinzelte. Fred folgte seinem Blick und presste verärgert die Lippen zusammen.
„Außerdem, ich glaube, dass Harry bald soweit ist… er schläft schon den ganzen Tag und wenn ich die Sache mit dem Zauber richtig verstanden habe, wird der Schlaf tiefer je näher der Betreffende an der Wahrheit ist…" kommentierte George leise.
„Weißt du, was ich mich die ganze Zeit schon frage?" erwiderte Fred und warf dem blinzelnden Ritter einen bitterbösen Blick zu. George schwieg und wartete auf die Antwort.
„Ich frage mich wirklich, wessen kranker Geist sich so einen Zauber hat einfallen lassen. Ich meine, ehrlich, das Gedächtnis von Hunderten Schülern derart zu manipulieren ist schon happig!"
George lächelte freudlos. „Soweit ich weiß, war es Dumbledore selbst…"
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Hogsmeade, Eberkopf
Severus trat mit einigem Widerwillen in die gedrungene Lokalität, nickte Aberforth hinter seiner schmierigen Theke kurz zu und blickte sich um. Schnell fand er sein Ziel in dem kleinen Gastraum und trat eilig an den Tisch.
„Setz dich doch, Severus." sagte Remus nach einer erzwungen höflichen Begrüßung.
„Ich habe keine Zeit für Smalltalk, Remus. Sag was du willst und warum du mich in diesem…" Severus blickte sich vielsagend um, bevor er fortfuhr. „…Etablissement treffen wolltest."
„Setz. Dich. Severus!" wiederholte Remus scharf.
Sofern Severus schockiert über den ungewohnten Befehlston war, zeigte er es nicht. Einzig seine sauertöpfische Miene verriet seine Missbilligung. Dennoch ließ er sich ohne Erwiderung auf einen der nicht vertrauenserweckend aussehenden Stühle sinken.
„Lucius schickt mich." begann Remus, ohne Umschweife. Nun war Severus tatsächlich verwundert. „Er konnte dich nicht kontaktieren ohne Verdacht zu erregen…"
„Ach und bei dir ging das…"
„Eine seiner Hauselfen hat mit dem Leben dafür bezahlt."
Severus überging diese Information ohne den Hauch einer Emotion zu zeigen. „Was ist passiert?"
„Draco, er..." Remus unterbrach sich und erwiderte Severus' forschenden Blick. Schließlich nickte er. Nur ein winziges Nicken und Severus verstand. Er wurde blass.
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Hogwarts, Gryffindor-Schlafsaal
Harry erwachte mit Kopfschmerzen, ein Zustand der mittlerweile schon fast an Normalität grenzte. Mühsam setzte er sich auf und stellte einigermaßen schockiert fest, dass es Nacht war. Das Mondlicht warf lange Schatten in den Saal, tauchte die farbintensiven, bordeauxroten Vorhänge der Betten in ein dumpfes Einheitsgrau. So wie es aussah, hatte er wirklich den ganzen Tag verschlafen. Ungläubig schüttelte Harry den Kopf und blickte aus dem Fenster, als wolle er sich davon überzeugen, dass die Sterne am Nachthimmel tatsächlich echt waren.
Im Schlafsaal erfüllte das leise Schnarchen der übrigen Jungen die Luft. Ron lag wie immer auf dem Bauch, das Gesicht in den Kissen vergraben und Harry wunderte sich ein weiteres Mal, wie er es schaffte so überhaupt noch zu atmen.
Neville schmatzte leise im Schlaf und drehte sich auf die andere Seite.
Seamus murmelte leise vor sich hin, zog geräuschvoll die Nase hoch und schnarchte weiter. Harry grinste. Selbst eine Bombe hätte Seamus in dieser Tiefschlafphase nicht wecken können! Wie oft hatten Fred und George ihm so schon die übelsten Streiche gespielt, ohne dass der Ire sich am nächsten Morgen an irgendetwas erinnern konnte. Ganz anders als Dean, dessen Schlaf war so leicht…. DEAN!
Harry riss die Augen auf, als ihn die Erkenntnis wie ein Hammerschlag traf. Seine Augen huschten fieberhaft in dem kleinen Turmzimmer umher. Vier Betten. Vier Betten. Vier… Vier!!!! Das war nicht richtig!
Sein Herzschlag verdoppelte sich, als er aufsprang, nicht darauf achtend, ob er Geräusche machte oder nicht.
Vier Betten!
Seins, Ron zu seiner Linken, Neville zu seiner Rechten. Ihm gegenüber Seamus. Wo war Deans Bett? Und wo war Dean?
Harry schüttelte den Kopf, blinzelte, doch es blieben vier Betten.
„Ron, wach auf!" sagte Harry laut, bevor er überraschend gähnte. Ein leichter Anflug von Panik machte sich in seinem Magen breit. Nicht schon wieder! Er würde jetzt nicht schon wieder einschlafen… Die Müdigkeit! Die Erkenntnisse des Nachmittages prasselten zurück in seine Erinnerung, gleißender Schmerz brannte sich in seinen Kopf.
„RON!" schrie er laut, versuchte nach seinem Freund zu greifen. Nur Zentimeter trennten seine Finger noch von Rons Bettdecke, bevor Harry den Kampf verlor und zurück auf sein Bett sank. Der Zauber schaltete sein Bewusstsein effektiv aus und Harry war im nächsten Augenblick eingeschlafen. Das Vergessen setzte ein.
Ron hob das Gesicht aus den Kissen, blinzelte verschlafen in die Dunkelheit. „Harry?"
Ein leises Schnarchen war die Antwort. Ron schlief weiter.
Harry rannte. Er rannte so schnell er konnte, überall war Feuer. Hinter ihm. Vor ihm. Er rannte direkt auf diese Feuerwand zu. Die Hitze brannte in seinen Lungen und doch blieb er nicht stehen. Vereinzelt konnte er schemenhafte Umrisse hinter den Flammen erkennen. Er kniff die Augen zusammen, Häuser. Es waren Häuser, die da brannten. „Dean! Dean! Pass auf!" schrie irgendwo rechts von ihm die Stimme einer Frau. Hoch und verzerrt vor Angst. Harry wurde von den Füßen gerissen, als das Haus neben ihm explodierte. Er hörte die Schreie bevor es dunkel um ihn wurde. „Dean… neeeeeiiiinnn."
Ron machte einen erschrockenen Satz zurück, als Harry sich ruckartig im Bett aufsetzte. Er keuchte, starrte Ron mit aufgerissenen Augen an, ohne ihn wirklich zu erkennen.
„Scheiße, Harry, hast du mich erschreckt." stieß Ron aus, ein nervöses Lachen folgte, welches sofort wieder verstummte, als Harry sich noch immer orientierungslos umschaute.
„Was ist mit ihm?" Neville war hinter Ron getreten.
„Ich weiß nicht. Harry?" Ron trat zögernd einen Schritt vor, berührte Harry beinahe sanft am Arm.
Harry zuckte heftig zusammen und schnappte nach Luft. Er schüttelte den Kopf. „Ron?"
„Ja, ich bin's. Was ist los, Mann, du hast mich fast zu Tode erschreckt."
„Alptraum." nuschelte Harry undeutlich und ließ sich erschöpft zurück in die Kissen sinken. Er meinte noch immer die Hitze auf seiner Haut zu spüren. Sein Kopf hämmerte.
„Hast du in den Klamotten gepennt?" fragte Seamus mit noch vom Schlafen rauer Stimme.
„Ja… hab ich wohl." antwortete Harry matt.
„Was hast du geträumt?" wollte Ron wissen und hockte sich auf seine Bettkante.
„Weiß nicht mehr so genau… irgendwas mit Feuer. Himmel, bin ich noch müde."
„Soll ich dich auf die Krankenstation bringen?"
„Nein, Ron, danke, so schlimm ist es nicht. Nur Kopfschmerzen." Harry nahm die Brille ab, rieb sich über die brennenden Augen und versuchte das penetrante Hämmern in seinen Schläfen so gut es ging zu ignorieren. „Legt euch wieder hin, es geht schon. Tut mir leid, dass ich euch geweckt habe."
Seamus und Neville wirkten erleichtert und krochen dankbar zurück in ihre warmen Betten. Nur Ron blieb noch auf Harrys Bettkante sitzen.
„Was?" fragte Harry leise. „Es ist wirklich alles ok."
„Na, sicher doch." antwortete Ron wenig überzeugt, zog es nach einem letzten Blick auf Harry jedoch vor, ebenfalls in sein eigenes Bett zurückzukehren. Ron kannte Harry immerhin gut genug um zu wissen, dass er momentan viel zu bockig war um ihm irgendetwas zu erzählen. Da konnte er genauso gut schlafen und warten bis Harry sich entschloss vielleicht doch endlich den Mund aufzumachen.
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Irgendwo zwischen den Zeiten
„Wird es nicht zuviel für euch, Seherin?" Aimsir betrachtete besorgt die zitternde Hand der alten Frau.
Die blinden Augen der Seherin richteten sich auf den großen Raben. „Uns bleibt kein anderer Weg, alter Freund. Wir müssen den Zauber durchbrechen, sonst werden die Zeiten dunkler als der schwächliche Geist eines Menschen es sich vorstellen kann."
Darauf wusste Aimsir keine Antwort und sah schweren Herzens zu, wie die Seherin erneut die Augen schloss und einen weiteren Blick in die Zukunft heraufbeschwor.
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Hogwarts, Gryffindor-Schlafsaal
Harry schlief, von Träumen verfolgt, wälzte er sich unstet umher. Die Kälte erfasste ihn selbst dort in seinem warmen Bett, ließ ihn fröstelnd die Schultern hochziehen, sich tiefer in die Decken schmiegen. Die Vision vermischte sich mit seinen Träumen.
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Stimmengewirr. Laute Schreie. Flüche und noch mehr Schreie.
„Bring die Schlampe endlich zum Schweigen, Fenrir." eine tiefe Stimme, gelangweilt.
Ein Bild gesellt sich zu den Schreien. Malfoy, Crabbe, Goyle und Pansy Parkinson. Ein kehliges Knurren und dann ein einzelner spitzer Schrei zerreißt den Stimmenschleier um sie herum.
Parkinson sackt ohnmächtig zusammen. Die Perspektive ändert sich, Harry sieht, wie Malfoy die Hand vor den Mund schlägt, einige Schritte zurücktaumelt und sich übergibt.
„Draco…" Harrys Stimme, sanft.
Die Schreie verstummen. Die Stimmen schweigen. Zurück bleibt ein Bild von intensiver Süße, dass Harrys Atem selbst im Schlaf stockt. Er sieht direkt in Malfoys Augen. Funkelnde Kristalle aus denen jegliche Kälte gewichen ist. Einige Strähnen platinblonden Haares schieben sich über die silbernen Augen, verbergen den sanften, ungewohnten Ausdruck. Eine Hand streicht sie zurück. Harrys Hand.
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Hogsmeade, Eberkopf
„Ich dachte, wir hätten noch Zeit…" murmelte Severus und sackte auf dem Stuhl zusammen. Remus wollte instinktiv nach ihm greifen, hielt jedoch im letzten Augenblick inne. „Das dachten wir auch…"
„Hat Draco… ich meine, lebt er noch?" Severus sah auf, begegnete zum ersten Mal seit Stunden Remus' Blick. Es tat Remus leid ihm keine beruhigende Antwort geben zu können. „Er ist noch nicht zurück."
Severus sank noch ein wenig mehr zusammen, nickte, mehr zu sich selbst als zu seinem Gegenüber. Seine Stimme war rau, als er sagte: „Der Krieg hat also begonnen…"
„Ja." mehr blieb Remus nicht zu sagen. Er dachte an Tonks.
Schweigen senkte sich einmal mehr über sie, welches Remus erst nach Minuten brach, sei es auch nur um seine Gedanken von Tonks abzulenken. „Du musst vorsichtig sein, Severus! Immerhin wusstest du nichts von den Plänen des dunklen Lords…"
„Meine Sicherheit spielt keine Rolle mehr… was denkst du, wann er die anderen holen wird?" Severus reckte sich, verschränkte seine langen Finger ineinander.
„Bald. Wir wissen nichts genaues. Was ist mit Harry?"
Severus schnaubte, warf Remus einen Blick zu, welcher diesem die ganze Ausweglosigkeit der Situation unmissverständlich klar machte. „Nichts. Dafür sorgt Lilith Dumbledore schon…"
„Lilith? Sie ist in Hogwarts?" Remus wirkte erstaunt. „Aber ich dachte Voldemort hätte sie…"
„Ja," unterbrach Severus ihn. „Das dachten wir alle…"
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Hogwarts, Gryffindor-Schlafsaal
Harry wälzte sich umher, stöhnte im Schlaf und schlug um sich. Ron beobachtete ihn besorgt. Er hatte nach Harrys Schrei nicht mehr schlafen können, zu sehr erinnerte ihn die Szene an jene Vision als Harry seinen Vater im Ministerium gesehen hatte. Ron fragte sich ein weiteres Mal, warum ihn der Gedanke an seinen Vater nicht mehr schlafen ließ. Harry hatte selbst gesagt, dass es nicht wie damals sei…
Harry wimmerte im Schlaf, beförderte sein Kopfkissen mit einer fast wütenden Bewegung auf den Boden. Ron setzte sich auf.
„Was ist… schon wieder ein Alptraum?" Auch Neville klang nicht, als hätte er geschlafen.
„Sieht so aus." murmelte Ron.
„Sollen wir ihn wecken?" Leises Rascheln ertönte und Neville erschien an Rons Bett.
„Wenn ich das wüsste." sagte Ron. Harry nahm ihnen im selben Moment die Entscheidung ab. Er bäumte sich im Schlaf auf, jagte Neville und Ron einen Schauer des Entsetzens über den Rücken als er gequält rief: „Neiiiiiinn…nicht…schon….wieder!"
„Wecken wir ihn!" stieß Ron aus und sprang aus dem Bett.
Sie versuchten Harry aufzuwecken, doch nichts geschah. Harry war auch weiterhin in seiner Traumwelt gefangen. Neville weckte Seamus und gemeinsam schafften die drei Jungen Harry in den Krankensaal.
„Meine Güte, Mr. Potter!" Madam Pomfrey kam aufgeregt auf sie zugeeilt, deutete den Jungen, sie mögen Harry in eines der Betten schaffen. Verwundert beobachteten die Gryffindors, wie die Krankenschwester zuerst hektisch um Harry herumwuselte, mit dem Zauberstab über ihn fuhr und plötzlich ruhig wurde.
„Alles in Ordnung, wie es scheint, ist er nur übermüdet." sagte die Krankenschwester und ließ ihren Zauberstab in ihrem Umhang verschwinden.
„Übermüdet? Er hat den ganzen Tag geschlafen." warf Seamus ein.
Auch Ron wollte protestieren, bis er bemerkte, dass sie nicht allein im Krankensaal waren. Zwei weitere Betten waren belegt. „Was ist denn hier nur los?" fragte Ron irritiert und schaute zurück auf einen scheinbar friedlich schlafenden Harry.
„Ach, wissen Sie, Mr. Weasley, es ist nicht das erste Mal, dass so eine Müdigkeitswelle auftritt. Gerade in den ersten Wochen nach den Ferien haben die Schüler doch etwas Schwierigkeiten sich wieder an den Schulalltag zu gewöhnen." trug Madam Pomfrey vor, zückte doch noch einmal ihren Zauberstab und sorgte dafür, dass die Bettdecke unter Harry hervorkroch, nur um sich sorgsam über ihm auszubreiten. „Das Beste ist, man schläft das ganze einfach aus. Und sie Drei sollten auch zurück in ihre Betten gehen, meine Herren, nicht, dass sie morgen dann auch hier liegen müssen."
Ron, ebenso wie Seamus und Neville, schauten der Krankenschwester ungläubig hinterher, als diese offensichtlich unbesorgt in ihrem Büro verschwand.
„Also… das war… ungewöhnlich." stellte Seamus fest. Neville nickte, runzelte die Stirn und gähnte herzhaft. „Wisst ihr, ich bin wirklich müde…"
„Ja, gehen wir, Harry ist gut aufgehoben und ich könnte auch eine Mütze voll Schlaf vertragen." erwiderte Seamus.
„Hmmm." machte Ron, folgte seinen Hauskameraden aber schließlich doch zurück in den Schlafsaal. Was hätte er auch sonst tun sollen?
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Zaubereiministerium, Aurorenabteilung
Kingsley Shacklebolt fuhr erschrocken zusammen, als die Tür zu seinem Büro aufflog und ein völlig zerzaust aussehender Remus Lupin unerwartet vor ihm stand.
„Was zum…"
Remus ließ ihn nicht ausreden. „Keine Zeit, Voldemorts Truppen sind auf dem Weg in die Winkelgasse!" stieß er keuchend hervor.
Kingsley brauchte einen Moment um zu begreifen, was Remus da sagte. „Woher…?"
„VOLDEMORTS TRUPPEN SIND IN DER WINKELGASSE!" schrie Remus von Sinnen, im Flur hinter ihm schlugen Türen auf, als Auroren, aufgeschreckt durch den plötzlichen Lärm aus ihren Büros stürmten.
Kingsley wurde blass, spürte das vertraute Kribbeln des Adrenalins in seinen Adern, als er an Remus vorbeidrängte und mit lauter Stimme den Einsatzbefehl brüllte.
Sekunden später disapparierten zwei Dutzend Auroren. Remus sackte gegen den Türrahmen, strich sich mit einer zitternden Hand durch das aschfahle Gesicht. Nun würde sich zeigen, auf welcher Seite Lucius Malfoy wirklich stand.
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Irgendwo zwischen den Zeiten
„Seherin! Seherin!" Der stolze Rabe hüpfte aufgeregt auf der schmalen Brust der alten Frau umher, Panik schwang in seiner krächzenden Stimme, als er ein drittes Mal rief. „Seherin!"
„Schon… gut…" murmelte die Alte tonlos, die Stimme kaum mehr als ein leises Blätterrascheln im Abendwind.
„Hört auf, ich bitte euch! Hört auf, es bringt euch um!" Aimsir war den Tränen nahe, als die alte Frau kaum merklich den Kopf schüttelte.
„Nein… nur noch eine… fast geschafft…"
Und sie sandte unter Aufbietung ihrer letzten Kräfte eine weitere Vision zu diesem einen Jungen, der von unruhigen Träumen geschüttelt sich im Schlafe wälzte.
Aimsir weinte.
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Hogwarts, Krankenstation
„Harry? Bist du wach?"
Harry schlug etwas schwerfällig die Augen auf, brachte nach einem ausgiebigen Gähnen ein halbwegs verständliches „Ja, bin ich." heraus.
„Gut, ich dachte echt, du verpennst den restlichen Tag."
Rons roter Haarschopf schob sich in Harrys Blickfeld. „Hermine ist auch hier und diskutiert grad mit Madam Pomfrey ob du gehen kannst, wenn du endlich aufwachst." Ron grinste offensichtlich froh in diesem Augenblick nicht in der Haut der Krankenschwester zu stecken.
„Gehen? Wohin denn?" fragte Harry noch ziemlich schlaftrunken.
Rons Grinsen wurde breiter. „Gut, du bist noch nicht wach, sonst hättest du doch schon gleich ausposaunt, dass du auch von der Krankenstation weg willst…"
„Krankenstation?" murmelte Harry müde, dann als ihm die Bedeutung des Wortes klar wurde, war er mit einem Schlag hellwach. Er setzte sich im Bett auf, verhaspelte sich beinahe in der Bettdecke als er so schnell wie möglich die Beine aus dem Bett schwingen wollte. Ron lachte.
Doch das Lachen hielt nicht lange an. Harry schaffte es nicht einmal richtig aus dem Bett aufzustehen, als ihm entsetzlich kalt wurde.
Lautlos sackte er in sich zusammen, rang nach Atem. Er bekam nicht mehr mit, wie Ron erschrocken nach Hermine und Madam Pomfrey rief, welche sofort zu ihm eilten. Ebensowenig wie er mitbekam, dass sie ihn zurück auf das Bett hievten. Madam Pomfrey schickte Ron um Prof. McGonagall zu holen.
Harry sank in die eisige Kälte und die unbarmherzige Dunkelheit hinab, spürte, wie ihm der Atem aus den Lungen gepresst wurde und ein Anflug von Panik in ihm hochschwappte. Derart intensiv war bisher keiner seiner Aussetzer. Intensiv und von fast lebendiger Bösartigkeit.
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„Nun, Harry, sind es nur noch wir beide… ganz allein… ooooh, du zitterst… solche Angst hast du vor dem Tod…?" Voldemorts Stimme, wahnsinnig.
„Wo ist Draco?" Harry, bebend.
Anhaltendes Gelächter dringt Harry durch Mark und Bein, hinterlässt Eiskristalle der unbarmherzigen Wahrheit in seinem Herzen.
„Nein…" Harry, heiser vor Wut und Tränen
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Harry erwachte, als sich eine warme Hand auf seine Stirn legte. Er rang keuchend nach Luft, dachte für einen Augenblick sich übergeben zu müssen, doch die Übelkeit war so schnell wieder verschwunden wie sie gekommen war.
Noch leicht benommen blinzelte er, runzelte die Stirn, als ein verschwommenes Gesicht in seinem Blickfeld erschien. Er konnte nicht sagen, wer sich da über ihn beugte und nuschelte mit schwerer Zunge „Was ist passiert…"
Er fühlte, wie etwas Kühles auf seine Stirn gelegt wurde und seufzte. Selten war ihm die Kälte so willkommen wie in diesem Augenblick. Sie minderte den Nachhall des wahnsinnigen Gelächters in seinen Ohren und kühlte sein überhitztes Blut. „Alles okay, Harry?" erkundigte Hermine sich und sah ihm ernst ins Gesicht.
„Ja… geht schon wieder." murmelte Harry. Tatsächlich klärte sich sein Blickfeld langsam und der Nebel verschwand aus seinen Gedanken.
„Nun, Mr. Potter…" Harry erschrak, als McGonagall plötzlich neben Hermine auftauchte, ihn über die Ränder ihrer Brille hinweg sorgenvoll musterte. „Ich denke, da untertreiben sie wohl ein wenig, nicht war? Seit wann haben sie wieder diese Träume?"
Harry schüttelte den Kopf, fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. Eine unbewusste Geste, die seine eigene Ratlosigkeit zum Ausdruck brachte. Hermine wich zurück, machte der Professorin Platz, die sich mit bedächtigen Bewegungen neben Harry auf das Bett sinken ließ, ihren Schüler mit wachsamen Augen betrachtete. Der Schweiß auf Harrys Stirn entging ihr ebenso wenig wie die unnatürliche Blässe seines Gesichts oder die weit aufgerissenen Augen.
„Es sind keine Träume…" sagte Harry matt. Er war sich bewusst, dass McGonagall ihm wohl kaum abkaufen würde, dass es lediglich ein Alptraum war.
„Sie sind ohnmächtig geworden, Mr. Potter." erinnerte McGonagall ihn nachdrücklich. „Auch wenn Madam Pomfrey nichts finden konnte, was ihnen fehlt."
Harry nickte, schaute Ron unsicher an, der hinter Hermine getreten war. Ron wirkte blass und erschrocken.
„Trotzdem, es sind keine Träume… es sind… mehr wie… Bilder…"
„Bilder?" fragte McGonagall nach, als Harry verstummte, nach den richtigen Worten für das suchte, was ihm widerfuhr.
„Ja… eigentlich fing es damit an, dass ich Stimmen hörte…"
„Stimmen?" unterbrach Ron ihn, machte eine mehr als deutliche Miene. Harry erriet woran sein Freund dachte.
„Nein, Ron, nicht wie bei dem Basilisken. Ich hab dich gehört, Hermine, Fred und George, Malfoy… sogar sie, Professor."
McGonagall hob überrascht die Augen. „Mich? Inwiefern?"
„Es ist, ich weiß nicht, als ob ich Momentaufnahmen sehen würde. Wie die sich bewegenden Fotografien, nur, dass sie sprechen…"
McGonagall betrachtete ihn eingehend. Harry konnte die Sorge in ihrem Blick sehen. Es war ihm unangenehm.
„Was sagen die Stimmen?" hakte McGonagall ein weiteres Mal nach.
„Das kommt ganz darauf an… einmal hab ich einfach nur gehört wie Hermine RON gesagt hat… oder wie Fred und George sich von uns verabschiedet haben." Harry unterbrach sich, bei der Erinnerung daran, dass er selbst Malfoys Vornamen gerufen hatte. Genausowenig erzählte er von dem Kuss, der eigentlich keiner war. Er kam schnell zu dem Schluss, dass dieser Umstand auf gar keinen Fall wichtig genug war um erzählt zu werden.
„Hm." machte McGonagall. „Wie oft sehen sie diese Dinge?"
Harry schwang umständlich die Beine über die Bettkante, stütze die Ellenbogen auf seine Oberschenkel und betrachtete nachdenklich das abgenutzte Holz der Dielenbretter. „Ich weiß nicht, ab und zu… es kommt immer ohne Vorwarnung… mir wird zuerst eiskalt und dann schwarz vor Augen."
„Aber sie erinnern sich daran, was sie gehört und gesehen haben?"
Harry nickte. McGonagall atmete geräuschvoll aus, tauschte einen alarmierten Blick mit Madam Pomfrey. Die Krankenschwester senkte schließlich den Kopf und McGonagalls Lippen pressten sich zu einer schmalen Linie zusammen. Hermine bemerkte dies alles sehr wohl, zog es aber vor zu schweigen. Dies war nicht der Moment um Fragen zu stellen, dies war eindeutig der Moment um Beobachtungen zu machen! Einige Augenblicke herrschte Schweigen, bevor die Türen des Krankensaales erneut aufschwangen und zur Überraschung aller Lilith Dumbledore eintrat, nun ja, vielleicht nicht aller, denn McGonagall sah weniger überrascht als verärgert aus.
„Hallo." grüßte Ms Dumbledore schlicht, den Blick jedoch allein auf Harry gerichtet. McGonagall machte eine sauertöpfische Miene und schob ihre Brille höher auf die Nase.
„Professor." murmelte Harry, nicht sicher, was er von dem unerwarteten Besuch halten sollte.
„Könnte ich wohl einen Augenblick allein mit Harry reden?" bestätigte sich Harrys Verdacht. McGonagall erhob sich verdächtig langsam, einzig Madam Pomfrey schien froh über die Gelegenheit in die Abgeschiedenheit ihres Büros verschwinden zu können.
„Natürlich." antwortete McGonagall gepresst. „Wir wollten Mr. Potter gerade einen Schmerztrank gegen seine Kopfschmerzen holen."
Ms Dumbledore nickte, auch wenn Harry sich sicher war, dass ihr Lächeln falsch war. „Sicher hat das noch einige Minuten Zeit."
McGonagall antwortete nicht, nickte stattdessen Ron und Hermine vielsagend zu. Hermine setzte schon zu einem Protest an, als Ms Dumbledore sich erneut einschaltete. „Es dauert nicht lange, wartet doch einfach vor der Tür bis ich euch rufe."
Jeder im Raum sah Hermine an, dass sie protestieren wollte. Letztlich war es Ron, der sie sanft am Arm fasste und nach draußen dirigierte. McGonagall folgte ihnen langsamer.
„Ach, Prof. McGonagall…?" rief Ms Dumbledore, bevor auch diese die Flügeltüren erreicht hatte.
„Ja." murmelte McGonagall missmutig.
„Ich glaube, wir sollten Ms Granger auch etwas geben, sie sieht aus, als hätte sie schlecht geschlafen."
Harry war nun mehr als munter. Dieses Gespräch zwischen den beiden Professorinnen war äußerst merkwürdig. Noch viel seltsamer war jedoch McGonagalls Reaktion. „Natürlich." sagte diese nur und wandte sich von den Flügeltüren ab, marschierte mit eckigen Bewegungen zu Madam Pomfreys Büro.
Ms Dumbledore wartete, bis sich die Glastür hinter McGonagall geschlossen hatte, bevor sie sich wieder an Harry wandte. Sie lächelte ihn freundlich an. „Wie hast du geschlafen?"
Harry versuchte ein neutrales Gesicht zu machen, auch wenn sich weitere Kopfschmerzen anbahnten, seine Gedanken rotierten. „Gut… denke ich, danke."
„Keine Alpträume mehr?"
„Nein, woher?"
Ms Dumbledores Lächeln verschwand. „Das ist gut. Deine Träume sind es aber, weswegen ich hier bin, Harry. Prof. McGonagall hat mir erzählt, dass du wieder angefangen hast zu träumen?"
Harry nickte. „Ja, aber… es ist nicht so wie damals…" Er unterbrach sich, nicht sicher, wie viel die Professorin von seinen früheren Traumerlebnissen mit Voldemort wissen konnte. Harry jedenfalls hatte keinerlei Bedürfnis ihr auch nur ein Wort davon zu erzählen. Eine Gänsehaut rieselte über seinen Nacken nach unten, während er in die blauen Augen der Hexe schaute.
„Warum hast du keinen Okklumentik-Unterricht?" erkundigte sie sich. Harry hatte den Eindruck, dass sie die Antwort schon längst kannte.
„Ich hatte ein wenig Unterricht… bei Professor Snape." antwortete er etwas zögerlich.
„Und warum jetzt nicht mehr?"
„Weil… weil… Snape hat sich geweigert mich weiter zu unterrichten." behauptete Harry eiskalt, entschlossen zu verschweigen, dass er wohl nicht ganz unschuldig an dieser Tatsache war.
„So." antwortete die Professorin nur, „Hat er das." Ein wissender Ausdruck trat in ihren Blick, erinnerte Harry einmal mehr an Albus Dumbledore.
Harry blieb eine Antwort schuldig. Diese Augen… dasselbe blau wie Dumbledore, dieselbe ruhige Stärke darin, dieselbe…
Ein plötzlicher scharfer Schmerz schoss zuerst durch Harrys Narbe, dann durch seinen Kopf. Stöhnend griff er sich an die Stirn und sackte in die Kissen zurück. Ms Dumbledore legte ihm beruhigend eine Hand auf den Arm. Sie schien nicht überrascht über seine Reaktion.
„Ich bin der Meinung, dass du wieder Okklumentik-Stunden nehmen solltest. Prof. McGonagall hat mich über einige Dinge unterrichtet, unter anderem auch darüber, dass Voldemort eure Verbindung ausgenutzt hat um dich ins Ministerium zu locken." fuhr Ms Dumbledore ungerührt fort.
Der Schmerz ließ langsam nach. Harry blinzelte erneut. Damals hatte Voldemort ihm diese Träume geschickt um ihm eine Falle zu stellen. Doch diesmal… fühlten sich seine Träume anders an, mehr wie vergessene Erinnerungen. Er spürte die warme Hand seiner Lehrerin auf seinem Arm. Irgendwie hatte diese Berührung etwas Tröstliches… und sie machte ihm entsetzliche Angst.
„Es ist so wichtig, dass du ihn aus deinem Kopf raushältst, Harry. Er kann dich mit diesen Bildern steuern und das ist das Letzte, was wir brauchen. Ich werde mit Prof. Snape reden…"
Harry verzog unwillig das Gesicht. „Gibt es niemand anderen, der mir das beibringen kann?" unterbrach er sie. Ms Dumbledore zog die Stirn in Falten. „Hör zu, Harry, ich weiß, dass zwischen dir und Prof. Snape alles andere als Frieden herrscht. Ich kann dir die Grundlagen sicher beibringen, genau wie jeder andere Lehrer hier. Ob es dir aber passt oder nicht, Prof. Snape ist einer der Besten was die Okklumentik angeht und du brauchst einen starken Lehrer."
„Ich kann nicht wieder mit ihm arbeiten. Er hasst mich! Er will doch gar nicht, dass ich mich gegen Voldemort verteidigen kann, immerhin ist er derjenige, der…. AAAHHH!"
Eine weitere scharfe Schmerzenswelle brach so unvermittelt über Harry herein, dass er sich im Bett krümmte. Heiße Blitze schossen durch seine Narbe, er presste beide Hände darauf, hatte das Gefühl, sein Schädel würde gespalten.
Die Professorin stand auf, strich ihm beruhigend über den Kopf. „Denk nicht weiter darüber nach, Harry. Der Schmerz wird gleich besser. Wir reden später weiter, deine Freunde sind sicher schon ganz ungeduldig."
Harry brachte nicht einmal ein Nicken zustande, so beutelte ihn der Schmerz. Wäre er durch die Schmerzen nicht so abgelenkt gewesen, hätte er sich vielleicht gefragt, warum seine Lehrerin so gleichgültig auf seine Pein reagierte. In seinem momentanen Zustand allerdings konzentrierte er sich einfach nur darauf bei Besinnung zu bleiben und sich nicht zu übergeben.
Es dauerte eine Weile, bis der Schmerz soweit abgeklungen war, dass Harry endlich wieder das Gefühl hatte einen klaren Gedanken fassen zu können. Dumbledores Tochter war schon längst gegangen. Stattdessen blickte er nun in die besorgten Gesichter von Ron und Hermine.
„Wie geht es dir?" fragte Hermine leise.
„Besser."
„Du siehst nicht so aus." stellte Ron fest und erntete einen bösen Seitenblick von Hermine. „Na, was, stimmt doch!" meinte er daraufhin kleinlaut.
„Hört zu, ich muss euch was Wichtiges sagen…. AAHH!" Harry presste sich erneut die Hände vor die Stirn, wild entschlossen sich nicht wieder durch den Schmerz aufhalten zu lassen.
„Harry? Harry? Ron, hol Madam Pomfrey!" Hermines Hände lagen ebenfalls auf Harrys Stirn. Er fühlte sich heiß und verschwitzt an.
„NEIN!" brachte Harry mit einiger Mühe heraus, Ron stockte und wandte sich um, schaute hilflos zwischen Harry und Hermine hin und her.
„Muss… euch… was… sagen…" Harry versuchte sich zu konzentrieren, spürte bereits die ersten Anzeichen der Müdigkeit in seinen Gliedern. Er versuchte sich daran zu erinnern wie er den Imperius in Moodys Unterricht abgeschüttelt hatte und biss sich vor Anstrengung fest auf die Lippe. „… stimmt hier nicht… Müdigkeit… Schmerz…"
Hermine beugte sich dicht zu ihm herunter um seine heiser ausgestoßenen Worte verstehen zu können. „Harry! Wir müssen Madam Pomfrey holen, du glühst ja richtig!"
„Nein, Her…mine… wichtiges sagen… Dumbledore… Dean…" Harry wusste, dass er einschlafen würde, bevor er auch nur ein einziges wichtiges Wort hervorgebracht hätte. Er hörte schon die Stimmen leise in seinem Ohr murmeln. Dann sah er plötzlich Malfoys spitzes Gesicht vor sich, so deutlich, als stünde er direkt vor ihm… seine Stimme hallte in seinem Geist wieder. „Phiole, Potter!"
Harry hatte keine Zeit mehr über eventuelle Konsequenzen nachzudenken und so tat er, was er unter normalen Umständen sicher nicht so leicht über sich gebracht hätte. Er vertraute seinen Gefühlen und in diesem Falle auch Draco Malfoy.
„Malfoy… Phiole! Gib mir die… Phiole!" stieß Harry hektisch hervor.
„Phiole? Was für eine Phiole? Hat Pomfrey dir eine gegeben?" Hermine schaute sich suchend um, doch auf dem Nachttisch stand nur eine Schüssel mit kaltem Wasser.
„GIB MIR…. DIE… PHIOLE!"
Ron war es, der nach Harrys Umhang griff und mit eiligen Handgriffen die Taschen absuchte.
„Schnell…" krächzte Harry verzweifelt, als die Schwärze um ihn herum zunahm.
„Hier… hier ist was!" Ron fuchtelte hektisch an Harrys Umhang herum, verhaspelte sich in dem schweren Stoff, während er eine kleine Phiole herauszerrte.
„Was ist das?" Hermine beugte sich über Harry um besser sehen zu können.
„GIB… HER!" schrie Harry, blind vor Schmerz.
„Nein, Ron, wir wissen doch gar nicht, was da drin…" protestierte Hermine.
Ron ignorierte ihren Einwand, griff nach Harrys blind umhertastender Hand und legte die Phiole hinein. Harry entkorkte sie so schnell es ging, verschüttete ein wenig der Flüssigkeit auf seinem Shirt, bevor er sie zum Mund brachte. Die Flüssigkeit brannte auf seiner Zunge und Harry brachte nicht mehr als einen Schluck hinunter, bevor der Zauber über ihn hereinbrach.
„HARRY!" Hermine schaute erschrocken auf ihren Freund hinunter, der unter ihren Händen plötzlich erschlaffte. Geistesgegenwärtig griff Ron nach der Phiole, fing sie auf, bevor sich der restliche Inhalt über die Bettdecke ergießen konnte. Vorsichtig entwand er Harrys schlaffer Hand den Korken und setzte ihn sorgfältig zurück auf das Glasröhrchen.
Hermine war außer sich. „Ronald! Um Merlins Willen!! Wer weiß, was da drin war, wenn du ihn jetzt umgebracht…"
„Ich glaube, er schläft." sagte Ron ruhiger als es in seinem Innersten tatsächlich aussah. Seine Hand zitterte, als er die Phiole zurück in Harrys Umhang steckte, diesen sorgfältig zurück auf das Fußende des Bettes legte.
Hermine zog erstaunt die Augenbrauen nach oben. Ron hatte recht. Harry lag wieder völlig entspannt in seinem Bett, atmete ruhig und selbst seine Haut fühlte sich wieder normal an. „Was geht hier vor?" fragte Hermine leise.
„Hast du verstanden, was er gesagt hat?" wollte Ron wissen.
Hermine seufzte. „Nicht viel, nur ein paar Wortfetzen. Phiole, Dumbledore, Malfoy, Dean…"
„Dean." wiederholte Ron, wirkte merkwürdig konzentriert.
„Dean!" entfuhr es Hermine heftig. Ron zuckte erschrocken zusammen. „Wo ist Dean?"
„Ich… nein… ich weiß nicht, du hast Recht! Er ist nicht hier… wir… haben sogar nur vier Betten im Schlafsaal…" weiter kam Ron nicht, bevor er lautlos in sich zusammensackte. Hermine keuchte erschrocken, ließ Harry los und stürzte um das Bett herum. Ron lag wie eine Puppe in sich zusammengesunken auf dem Fußboden und schnarchte.
In Hermine begann es zu arbeiten. Ihr Blick schoss zwischen Harry und Ron hin und her, bevor sie endlich begriff.
„Meine Güte." Madam Pomfrey schlug die Hände über dem Kopf zusammen, als sie Hermine und Ron schlafend auf dem Boden neben Harrys Bett vorfand. Mit einem schnellen Zauber verfrachtete sie die beiden in zwei weitere Betten.
Nach einem letzten prüfenden Blick auf ihre drei schlafenden Patienten ging sie zurück in ihr Büro um Prof. McGonagall zu kontaktieren. So konnte es unmöglich weiter gehen.
Doch Harry schlief nicht.
Tbc…
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