Kapitel 4: Der Tag zuvor

Die Tage verstrichen. Mal da ein falscher Messwert, mal dort ein schimpfender Scotty, mal hier ein ein tollpatschiger Captain im Maschinenraum..

Irgendwann, ich glaube Sternzeit 1403,09, kam der Captain zu Kathi und mir, als wir beide beim Essen waren.

„Ja, Mädels! Gut, euch zu treffen!" sagte er fröhlich und beinah erleichtert, uns gefunden zu haben.

Junge, wehe du klaust mir meine Erbsensuppe.. Futterneid auf der Enterprise.. Ich dachte wir leben im modernen Zeitalter und nicht in der Steinzeit.

„Zwei Sachen: Erstens: Essen für morgen in der Kantine, ihr habt die Wahl zwischen Nudeln mit roter Soße, ´ner andorianischen Teigtasche oder einem castorischen Getreidebrei. Was wollt ihr?"

„Teigtasche", kam von uns beiden hochmotiviert – alles andere ist ja irgendwie nicht essbar.

„Zweitens: Ihr müsst morgen toll aussehen. Und entspannt", begann Kirk.

„Sehen wir nicht immer toll aus?", fragte ich dazwischen und schmiss mein Haar grazil zurück. Kirk überging meine Szene. Na danke, du ignoranter Mistkerl.. Für dich werf ich nochmal mein Haar zurück. Ich verschränkte trotzig – wie ein kleines Kind, was kein Eis bekommen hatte – die Arme.

„Und deshalb dürft ihr heute die einzige Badewanne des Schiffes benutzen. Ich hab einen Badeplan entworfen, McCoy ist heute um 9 und Scott kurz nach halb 10 dran. Bis morgen dann!" und weg war er. Also baden – das ist ja voll was für wasserscheue Menschen wie mich.. Duschen ist ja voll ok. Aber baden? Boah..

Naja.. Ich tat ihm den Gefallen. Um neun war ich im Bad, setzte mich in die Wanne, pustete Schaum umher und war schon nach einer viertel Stunde wieder aus der Wanne.. Zu viel Wasser..

Ich bürstete meine Haare, kämpfte mit meinen Locken, hüpfte in mein zu großes T-shirt und meine Boxershort (Männerklamotten sind derbe praktisch! Das sollte Frau im Maschinenraum tragen) und ging kurz nach halb zehn aus dem Bad. Kathi und ich liefen fast gegeneinander – wie immer – und ich wünschte ihr dann eine angenehme Nacht.

Leicht müde trottete ich den Flur entlang Richtung Quartier A14 – auf meinem Weg sahen mich so manche Kadetten und Offiziere komisch an, mag an der Kleidung liegen – außer mein Bruder: Der winkte mir als Gute-Nacht-Gruß. Irgendwie süß.. Bald liest er mir noch vor.. 'Klingöninchen und die sieben Tribbles' oder so.

Schmunzelnd betrat ich mein Quartier, riegelte die Tür ab und warf mich mit Schwung auf mein Bett. Ich liebe mein Bett..