So, nachdem ich mein Upload-Problem Dank Tina endlich lösen konnte, gibt es jetzt einiges, dass ich euch servieren kann, aber damit der Broken nicht zu schwer im Magen liegt, werde ich es Häppchenweise servieren.
Ich hab die Idee mit dem reinen Herzen nicht von Tina abgeschrieben, aber offensichtlich haben wir dieselbe Idee von Harrys Rolle. Vergib mit, Treueste. „lol"
Aber jetzt viel Spaß!
Wieso fürchten sie mich?
Als Harry bis zum Abend nicht wieder aufwachen wollte, machte sich Severus ernsthafte Sorgen. Sanft rüttelte er an Harrys Oberarm. „He, Harry. Komm zu dir!"
Endlich begannen Harrys Augenlieder zu zucken und kurz darauf blickte der Junge ein wenig verwirrt umher. „Wo...?"
„Wir sind in meinem Privaträumen!" gab Severus Auskunft.
Harry nickte stumm und setze sich langsam auf. Sein Blick wanderte durch das Zimmer, welches sehr viele Bücherregale beherbergte.
„Harry, es tut mir Leid" sagte Severus schließlich.
Nun ließ Harry wieder den Kopf hängen.
„Ich hätte dir mehr Zeit lassen sollen. Ich habe nicht geahnt, dass dich das alles so mitnimmt!" erklärte Severus weiter.
Harry zuckte mit den Schultern. Er wusste nicht was er darauf sagen sollte. Nach einer Weile, in der niemand etwas sagte, meinte Severus, „Du solltest etwas essen! Ich hab dir eine Suppe bringen lassen!"
Stumm nahm Harry die Suppe entgegen und begann zu essen. Severus beobachtete den Jungen. Es war direkt zu erkennen, dass immer noch tausende von Gedanken durch Harrys Kopf schwirrten.
„Willst du reden?" fragte Severus, doch Harry schüttelte den Kopf.
„Du solltest aber reden! Ich kann nicht verstehen was in dir vorgeht und dir nicht helfen, wenn du nichts sagst."
„Ich brauche Zeit zum Nachdenken, ich möchte gerne alleine sein!" sagte Harry, stellte die Schüssel mit Suppe ab und stand auf.
„Du warst schon so lange alleine!"
„Sev, verstehe mich nicht falsch. Aber... ich brauche ein bisschen Zeit für mich selber."
Severus ließ die Schultern fallen und nickte mit dem Kopf. „Wie du meinst. Aber verlasse das Schloss nicht! Es ist schon dunkel draußen."
„Okay!"
Und damit verließ Harry seinen neuen Onkel.
Severus sah ihm unglücklich nach. Harry war immer noch nicht bereit, seine Probleme und Ängste mit jemand zu teilen. Hatte er noch nicht genug Vertrauen zu Severus, oder war es bloß die Macht der Gewohnheit?
Ratlos ließ sich Professor Snape bei seinem Schreibtisch nieder und griff nach dem obersten der Bücher, die sich dort stapelten.
‚Fertige Persönlichkeiten? – Ratgeber speziell für Eltern von adoptierten Teenangern' Severus blätterte vor sich hin und las nur überblicksmäßig die Zeilen. Bis er schließlich an einer Überschrift hängen blieb. „Wie man Teenanger motiviert in ein Gespräch einzusteigen" Severus strich die Seite glatt und begann zu lesen.
„Wie verschlossen sind verschlossene Kinder wirklich? Wo ist der Zugang zu ihrer Gedankenwelt? Diese und ähnlich Fragen, haben Sie sich womöglich schon gestellt. Ist es unmöglich mit einem Kind zu reden, das sich vor jedem verschlossen hat? Die Antwort ist ‚nein' Aber es sei gleich vorweg gesagt, es erfordert eine Menge Geduld sich Zugang zu einem verschlossenen Kind zu schaffen.
Oft weiß man nicht, warum die Kinder sich abriegeln von der Welt. Würde man das wissen, wäre es schon wesentlich einfacher. In den meisten Fällen ist es schlichtweg das fehlende Vertrauen, das die Kinder in ihre neuen Eltern haben. Oft aber sind sie schon so groß geworden, weil sie früher niemanden zum Reden hatten. Es wurde also zur Gewohnheit. Sie als Elternteil haben auf jeden Fall eine schwierige Aufgabe vor sich. Sie müssen ein Vertrauen zu dem Kind aufbauen!
Geben Sie Ihrem Kind nie das Gefühl, dass es reden MUSS. Denn damit verschließt es sich nur noch mehr.
Versuchen Sie eher das Interesse des Kindes zu wecken, sich in das Gespräch einzuklicken. Erzählen Sie von sich selbst. Je schwieriger es für Sie fällt, über ein Thema zu reden, umso größer sind die Chancen, Ihr Kind damit zu erreichen. Das Kind merkt sofort, was ehrlich gemeint ist, oder was nur vorgetäuscht wird. Also erfinden Sie bitte nichts! ..."
So ging es noch eine Weile dahin. Severus schüttelte den Kopf. ‚Harry hat sich mir doch schon anvertraut. Er hat mir doch schon mal sein Herz ausgeschüttet und mir erzählt was in ihm vorgeht. Als er mich gebeten hat, es noch einmal zu probieren. Er hat also schon ein Vertrauen zu mir gehabt. Ist das jetzt plötzlich wieder weg? Oder war es nie ganz da?' Severus ließ erneut die Seiten durch seine Finger gleiten. Doch seine Gedanken, waren immer noch bei dem eben gelesenen Text.
Was könnte er schon Harry offenbaren? Er wusste nichts, was mit Harrys Situation vergleichbar war, zumindest nichts, was weiter helfen würde. Denn wenn Severus ehrlich war, war er ebenfalls ein verschlossenes Kind gewesen. Er hatte auch nie jemanden zum Reden. Außer Albus. Albus Dumbledore hatte immer ein offenes Ohr für ihn.
Seufzend sah Severus auf die Uhr und stellte geschockt fest, dass es fast Mitternacht war. Wo war Harry geblieben? Severus hatte damit gerechnet, dass Harry wieder herkommen würde. Unsicher stand er auf und ging zum Gryffindor-Turm hoch. Die wenigen Schüler, die noch wach waren sahen den Hauslehrer Slytherins überrascht und argwöhnisch an.
„Ist Potter hier?" fragte er, doch die Schüler schüttelten ihre Köpfe.
„War er hier?" fragte Severus weiter.
„Nein, Sir. Harry ist seit der Früh nicht mehr hier gewesen. Denken Sie, es ist Ihm was passiert?" fragte Collin Creeve.
„Wann ist ihm schon mal was nicht passiert?" fragte Severus, ohne jedoch auf Antwort zu warten, ging er wieder hinaus auf den Gang. Somit sah er auch nicht die verwunderten Gesichter, die nun tuschelnd die Köpfe zusammen steckten.
Harry war also nicht im Gemeinschaftsraum. Aber wo war er dann? Fast eine Stunde rannte Severus durch das Schloss. Er war sogar noch mal zum Gryffindor-Turm hochgegangen, um Ron und Hermine zu befragen, ob Harry einen Lieblingsplatz im Schloss hatte. Doch beide schüttelten nur die Köpfe. „Die Eulerei vielleicht, oder der Astronomieturm" mutmaßte Hermine. Doch Harry war weder da noch dort.
„Er wird doch nicht am Ende doch das Schloss verlassen haben?" fuhr es dem Professor ärgerlich durch den Kopf.
Plötzlich hörte Severus die Maulende Myrthe im Mädchenklo und er blieb wie vom Blitz getroffen stehen. ‚Konnte es denn sein?' fragte er sich und stieß die Türe auf.
„Ahhh!" schrie Myrthe auf. „Das ist ein Mädchenklo!"
„Ich weiß. Hast du Harry Po...!" weiter brauchte Severus nicht reden, denn sein Blick fiel auf die zur Seite geschobenen Waschbecken in dessen Mitte ein riesiges Loch im Boden war. Der Eingang zur Kammer des Schreckens.
„Harry hat gesagt, er braucht einen Ort, wo er ganz sicher ungestört ist" erklärte Myrthe.
„Danke. Aber ich denke, jetzt ist der Moment ihn wieder zurück zu holen ins Jetzt!" damit ging Severus zum Rande des Lochs und blickte in die Tiefe. Ein breites Rohr führte hinab. Severus schwor ein Seil herauf. Band ein Ende an einen der Waschbecken fest und das andere band er sich um die Hüfte. Dann glitt er langsam und kontrolliert die Röhre hinunter in die Dunkelheit.
Als er wieder festen Boden unter den Füßen spürte, brachte er seinen Zauberstab mit einem „Lumos" zum Glühen. Er löste das Seil und sah sich dann ein wenig um. Zum Glück gab es nur eine Richtung, in die er gehen konnte.
Er folgte dem Gang, bis er auf einen Felsenhaufen stieß, der den Weg versperrte. Mit einem Diagnose-Spruch stellte er fest, dass die Höhle trotz des Felssturzes nach wie vor stabil war und die Lücke sicher war, um gefahrlos hindurch zu kriechen. Also zwang sich Severus durch und schüttelte am anderen Ende seine Kleidung fluchend aus. ‚Potter, was zum Teufel machst du hier unten?' murmelte er vor sich her.
Dann ging Severus den Gang weiter, bis er an einem runden Tor ankam, dass nur angelehnt war. Das Tor war mit Schlagen verziert, die leise vor sich hin zischelten. Severus stieß die Tür auf und ging durch. Dann blieb er erstaunt stehen. Vor ihm zog sich ein Gang, der mit Statuen gezäumt war und schließlich in eine riesige Halle mündete. Auf der hinteren Wand des Raumes, war wieder eine riesige Statue vor der ein kleiner See lag.
Da saß auch zusammen gekauert eine Person, neben einem dunklen, lang gestreckten Etwas. Severus ging langsam näher. Harry schien ihn entweder nicht zu hören, oder nicht hören zu wollen. Er hatte seine Arme um die Knie gelegt und starrte dieses dunkle Etwas an.
Erst als Severus nur mehr zwei Meter davon entfernt war erkannte er, dass es das Skelett einer Riesenschlage war. Der Basilisk.
„Harry!" rief Severus.
Der Junge hob überrascht den Kopf. „Sev? Was machst du denn hier?"
„Dasselbe könnte ich dich fragen!" sagte Severus.
„Du hast gesagt ich darf das Schloss nicht verlassen, also bin ich hier runter gegangen" erklärte Harry mit einem Achselzucken.
„Bist du öfter da?" wollte Severus nun wissen.
Harry schüttelte den Kopf: „Nein. Ich war seit meinem zweiten Schuljahr nicht mehr da unten. Vom Basilisken ist nicht mehr viel übrig. Er riecht nicht einmal mehr!"
„Harry. Was ist los? Wieso versteckst du dich hier unten?" fragte Severus und setzte sich neben Harry auf den Boden. Eine Weile starrten beide das Skelett des Basilisken an.
Dann schloss Harry kurz die Augen, ehe er leise sagte, „Ich hatte gehofft, dass ich ihr mehr bedeutet habe."
Severus wandte sich zu Harry um, dieser ließ jedoch den Blick nicht vom Skelett ab. „Ich weiß, die Dursleys haben mich immer angeschrieen, geschubst, mich weggesperrt, aber irgendwo habe ich immer gehofft, dass sie mich wenigstens ein klein wenig achten würden. Ich hab es mir wohl Jahre lang vorgemacht. Nichts was ich je gemacht hatte, hatte sie auf irgendeine Weise beeindruckt. Wenn ich meine Arbeit gut gemacht hatte, dann war es selbstverständlich. Wenn ich sie schlecht gemacht hatte, wurde ich bestraft. Ich war nichts weiter als ein Schandfleck, der jetzt endlich aus ihrem Haus verschwunden ist. Bin ich denn wirklich so unausstehlich?"
„So ein Unsinn! Für das, was die Dursleys mit dir gemacht haben, sollte sie eigentlich ins Gefängnis wandern. Du bist nicht unausstehlich. Du hast eine Menge guter Eigenschaften!" sagte Severus.
Harry schüttelte leicht den Kopf, „Aber wieso haben sie mich dann so gehasst?"
„Ich weiß es nicht Harry. Die Tatsache, dass du ein Zauberer bist, scheint sie zu gestört zu haben!"
„Aber ich habe ihnen nie etwas Böses getan. Zumindest nicht absichtlich!" seufzte Harry.
„Du nicht, aber andere Zauberer. Einer hat sogar die Schwester deiner Tante umgebracht."
Nun sah Harry zu Severus auf „Tante Petunia hatte meine Mum gehasst. Ich glaube nicht, dass sie sehr über ihren Tod getrauert hatte!"
„Aber durch ihren Tod, hatte sie dich plötzlich am Hals. Das Kind ihrer verhassten Schwester. Somit ging der Hass automatisch auf dich über."
Harry ließ das eine Weile auf sich einwirken ehe er weiter sprach.
„Sie hat mir nie eine Chance gegeben. Ich konnte es ihr nie Recht machen!" Harrys Stimme zitterte und Severus sah, wie der Junge mit sich kämpfte.
„Es war nicht deine Schuld! Nichts was seit dieser verdammten Prophezeiung passiert ist, war deine Schuld!"
„Aber wieso fühle ich mich dann so, als wäre es meine Schuld? Ich hätte bestimmt irgendetwas tun können. Vielleicht hätte ich ihnen etwas von meinem Gold abgeben sollen, als Entschädigung dafür, was sie für mich alles ausgegeben hatten."
Nun legte Severus Harry eine Hand auf die Schulter und bohrte seinen Blick in die grünen Tiefen von Harrys Augen. „Und wenn du ihnen deinen ganzen Besitz geschenkt hättest, es hätte nichts daran geändert. Sie hätten es als Entschädigung angenommen und dann gemeint, dass es noch lange nicht reichen würde. Glaub mir, alles Gold dieser Erde, hätte ihre Meinung über dich, über deine Mum, ja, über die ganze Zaubererwelt nicht geändert."
Harry sah Severus gequält an. „Es ist wie bei Voldemort!" sagte er schließlich und eine vereinzelte Träne fand ihren Weg über Harrys Gesicht. „Der hasst mich sogar so sehr, dass er mich umbringen will!"
„So stimmt das nicht ganz, er fürchtet dich, das ist was anderes!"
„Ist es nicht! Die Dursleys haben mich auch gefürchtet!" rief Harry aufgebracht, „Alle fürchten mich und versuchen mir das Leben schwer zu machen, nur um sich zu verteidigen. Dabei tue ich doch niemanden etwas! Wieso, Sev? Wieso haben alle Angst vor mir? Wieso glauben alle, sich vor mir schützen zu müssen? Ich habe doch nichts. Nichts was irgendjemanden in Gefahr bringen könnte. Ich habe keine besonderen Kräfte. Alles was ich habe ist ein Leben zwischen den Fronten! Ein Leben voller Leid!"
Severus wusste im ersten Moment nicht, was er sagen sollte. Doch nach einer Denkpause meinte er:
„Es ist nicht wahr, dass du keine besonderen Kräfte hast. Du hast eine Gabe, die kaum einer besitzt!"
„Und was soll das sein?" fragte Harry zweifelnd.
„Du suchst stets nach dem Guten im Menschen und du gibst nicht auf bist du es gefunden hast! Du hast bei den Dursleys auch nach dem Guten gesucht. Ich denke, es trifft dich so hart, weil du bis jetzt nichts finden konntest. Anders hingegen war es bei mir. Du hast mich nicht aufgegeben. Du hast weitergemacht, bis ich sehen konnte, was du in mir siehst. Deine Liebe ist etwas Besonderes!"
„Und sie ist so gefährlich, dass man davor Angst haben muss?" fragte Harry verwirrt.
„Ja und nein. Menschen, die selber nie Liebe erfahren haben, fürchten sich davor, weil sie es nicht verstehen können!"
„Jetzt klingst du wie Dumbledore!" sagte Harry und senkte wieder seinen Blick. Unschlüssig starrte er seine Hände an und plötzlich erinnerte sich Harry an sein erstes Schuljahr. Daran, wie Professor Quirrell unter Harrys bloßer Berührung zerbröselte. Dumbledore hatte ihm damals erklärt, dass Harry durch die Liebe seiner Mutter geschützt war.
Wenn also die Liebe so stark sein konnte, dass ein Mensch voller Hass und Gier daran zu Grunde gehen konnte, dann war die Liebe in der Tat ein sehr mächtiges Instrument. Aber Voldemort konnte Harry jetzt berühren. Seit er mit der Hilfe von Harrys Blut auferstanden war, hatte der Schutz der Liebe keine Wirkung mehr. Also wie, sollte die Liebe Harry eine Macht geben, vor der man sich fürchten musste?
„Harry, ich weiß, du zweifelst daran, dass die Liebe eine Macht ist, mit der man etwas anfangen kann, aber beantworte mir diese Fragen: Wenn Draco Malfoy zu dir käme und dich um Hilfe bitten würde, würdest du sie ihm geben, oder verwehren?"
„Ihm geben!" antwortete Harry sofort, ohne darüber nach zu denken.
„Wenn die Dursleys dich um Verzeihung bitten würden, würdest du ihnen vergeben?"
„Ja!"
„Wenn Voldemort dich kurz vor dem Todesstoß um Gnade anflehen würde, würdest du sie ihm geben?"
Harry zögerte und Severus nickte wissend.
„Deine Antworten und auch dein Zögern auf die letzte Frage zeigt nur, wie rein dein Herz ist! Du machst dir Sorgen um deine Freunde. Du willst sie beschützen und du weißt, dass du Voldemort niemals trauen können wirst."
„Ich hasse den Gedanken, Voldemort umbringen zu müssen!" sagte Harry ärgerlich.
„Ich weiß, aber ich weiß auch, dass du es tun wirst!" sagte Severus.
„Ich würde ihn gerne an meiner Liebe teilhaben lassen, damit er die Muggeln und Halbblüter nicht so hasst!" gestand Harry.
„Und genau darin liegt deine Macht, Harry! Voldemort würde es nicht verkraften. Er hat in der Magie Wege beschritten die jegliches menschliche Gefühl in ihm ausradiert haben. Und Liebe ist menschlich!"
„Du meinst Voldemort würde an der Liebe zu Grunde gehen? Wie Professor Quirrell?"
„Vielleicht nicht durch äußere Berührung. Aber du kannst ihn innerlich treffen!"
Harrys Hand fuhr unwillkürlich zu seiner Narbe.
„Die Liebe ist eine der größten Mächte, lass sie dir von niemanden stehlen, Harry! Ich denke, sie ist der Schlüssel zum Frieden."
Harry nickte nachdenklich. Er war froh, dass Severus zu ihm gekommen war. Das Gespräch mit seinem Onkel, hat ihn wieder etwas mehr Mut gegeben, weiter zu machen. Vor einem Jahr hätte er nie geglaubt, einmal neben Professor Snape zu sitzen und mit ihm ein Gespräch über den Sinn des Lebens zu führen.
„Danke!" hauchte Harry leise.
Als Antwort legte Severus seinen Arm um Harry und drückte ihn sachte. Er war erleichtert, dass Harry doch nicht so verschlossen war, wie er befürchtet hatte. Und er war auch erleichtert, dass es bisher niemand geschafft hatte, Harrys lodernde Flammen der Liebe zu seinen Mitmenschen zu löschen. Selbst er hatte es nicht geschafft. Trotz der fünf Jahre in denen er die Flammen ignoriert, ja gefürchtet hatte und seinerseits versucht hatte sie zu löschen.
Harry war durch sein schwieriges Leben unheimlich stark geworden. Auch dieser Tiefschlag hatte ihn nur stärker gemacht. Severus konnte das Feuer förmlich spüren. Ohne es verhindern zu können schloss er Harry schließlich in beide Arme und flüsterte Worte, die er nie geglaubt hatte, dass er sie je sagen würde. „Ich habe dich lieb, Harry. Ich gebe dich nicht mehr her!"
Harry erwiderte die Umarmung. Er war zu überwältigt von den Worten, als dass er hätte antworten können. Noch nie in seinem Leben, hatte das jemand zu ihm gesagt. Seine Eltern vielleicht, aber daran konnte er sich nicht mehr erinnern.
