So nun gehts auch hier wieder weiter. Danke für die vielen Reviews. Wir ihr wisst, ist das ja der Treibstoff für Fanfictionschreiber. ;o)
Vater und Sohn
Harry ließ sich auf seinen Bauch fallen und war sofort weg. Er bekam nicht mit, dass Severus ihm gefolgt war und nun die Schuhe von Harrys Füßen zog.
Harry schlief bis in den Nachmittag hinein. Er hatte wohl eine Menge Schlaf nachzuholen. Als er schließlich doch wieder aufwachte, fehlte ihm im ersten Moment die Orientierung. Er drehte sich auf den Rücken. Angesichts des leichten Brennens, dass immer noch zu spüren war, kam Harrys Erinnerung schlagartig zurück.
Er empfand es immer noch ungerecht, dass Severus ihn so hart bestraft hatte. Er konnte doch nicht wissen, wie weit der Schutzschild ging. Aber dann breitete sich ein Lächeln auf seinen Lippen aus. Severus, er war jetzt wieder da. Er war wieder ganz der alte. Lieber würde er sich nochmal den Hintern versohlen lassen, als Severus für immer zu verlieren. Es war so schön jemanden zu haben.
Neuen Mutes schwang Harry die Beine aus dem Bett, zog sich um und machte sich im Badezimmer etwas frisch. Danach suchte er Severus. Auf seinem Weg kam er an der Teestube vorbei, in der Eileen oft saß und plötzlich überkamen ihm Schuldgefühle. Er war wirklich unfair zu ihr gewesen. Sie konnte doch gar nichts dafür.
Mit einem Seufzer fasste sich Harry ein Herz und klopfte.
Ooo
Eileen saß wie jeden Nachmittag in der Teestube und las ihren Lieblingsroman, als sie ein leises Klopfen vernahm.
„Ja, bitte?" sagte sie ohne ihren Blick vom Buch zu wenden.
Die Tür ging mit einem leisen Knarren auf. „Stör ich?" fragte eine zarte Stimme. Eileen ließ das Buch sofort sinken.
„Natürlich nicht, komm rein!" sagte sie schnell und legte das Buch neben sich auf den Tisch. „Ich habe gehofft, dass du kommst, Harry!"
Verlegen sah der Junge zu Boden, „Es tut mir Leid, was ich früher gesagt habe. Ich war irgendwie nicht ich selbst!"
„Vergessen und vergeben, Schätzchen! Ich bin froh, dass du wieder zu dir gefunden hast!"
Harry zog die Schultern noch und nuschelte, „Mit ein bisschen Nachhilfe!"
Eileen lächelte. „Ja, ich habe schon davon gehört."
Harry lief rot an, wie eine Tomate und Eileen lachte. „Kein Grund dich zu schämen, Schätzchen. Ich denke, da mussten wir früher alle einmal durch. Wichtig ist doch nur das Ergebnis, oder?"
Harry lächelte verlegen. Es war ihm immer noch peinlich.
„Junge, sei froh, dass es Sev war, sonst hätte ich es gemacht! Und glaube mir, das wäre dir noch viel peinlicher gewesen. Von einer alten Frau wie mir versohlt zu werden"
Blanker Horror spiegelte sich auf Harrys Gesicht wider. Darauf hin musste Eileen lachten.
Nach einer langen Schweigepause sagte Harry schließlich.
„Das Ankh. Es hat geglüht!"
Eileen sah ihn fragen an.
Also erklärte Harry „Bei dem Todesserangriff. Es hat geglüht, bevor der erste Fluch abgefeuert wurde. Ist schon komisch, es war glühheiß, aber es hat meine Haut nicht verbrannt."
Eileen nickte: „Das Ankh beschützt dich. Es wird heiß, wenn die darin ruhende Magie aktiviert wird, aber es würde dich nie verletzten!"
„Noch etwas war komisch!" begann Harry und fingerte unbewusst nach dem Amulett. Eileen schenkte ihm ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.
„Als das Ankh aktiv war, war ich zwar im Alarmzustand und dennoch hatte es etwas Beruhigendes, das brennheiße Metall festzuhalten."
„Du hast Vertrauen in das Amulett, das ist gut. Du hast wahrscheinlich die Macht gespürt, die davon ausging. Macht hat in der Situation eines Angriffs immer etwas Beruhigendes."
„Wenn es so mächtig ist. Hätte es mich dann vor den Flüchen der Todesser schützen können?"
„Ich weiß es nicht Harry. Ich habe es nie getragen. Ich weiß nur, dass es sehr mächtig ist. Du wirst in Laufe der Zeit lernen, was das Ankh kann und wie weit du diesem Schutz vertrauen kannst."
Harry nickte und bedankte sich für die Auskunft, ehe er sich wieder zurück zog. Auf dem Gang stieß er schließlich auch mit Richard zusammen. Etwas verlegen entschuldigte sich Harry auch bei ihm. Richard nahm die Entschuldigung ohne Umschweife an.
„Es tut mir auch Leid, was passiert ist. Ich habe unterschätzt, wie sehr du an Severus hängst. Weißt du, Sev war nie einer, der viele Freunde gehabt hat und die Vorstellung, dass da jetzt jemand ist, der in so sehr mag wie du, das ist für mich neu. Ich hatte auch Angst um ihn, aber Sev hat es bis jetzt immer irgendwie raus geschafft. Ich denke, du solltest ihm auch mehr vertrauen!"
Harry nickte, „Es ist nur so furchtbar schwer, wenn schon so viele für mich verletzt wurden, oder gestorben sind!"
„Ja, ich kann dich verstehen. Aber sollte Sev wirklich einmal etwas passieren. Mum und ich, wir sind weiter für dich da, okay? Vergiss das nicht!"
Harry nickte erneut.
Ooo
„Da bist du. Ich habe dich schon gesucht" rief Harry erleichtert, als er die Bibliothek betrat und Severus vor dem Kamin in einem Buch vertieft fand.
„Hast du schon was gegessen?" fragte Severus.
Harry schüttelte den Kopf. „Nein, aber ich habe mit Eileen und Richard gesprochen!"
„Hast du?" fragte Severus überrascht.
„Es ist wirklich leichter, wenn man für seine Fehler schon bestraft wurde, aber ein bisschen fühle ich mich immer noch schuldig!"
„Das ist gut! Die Strafe soll dir nicht die Schuldgefühle nehmen, sondern dir helfen, besser damit umgehen zu können. Na dann wollen wir mal etwas Essen in deinen Magen bringen. Zum Fliegen ist es heute ohnehin zu spät geworden für."
„Fliegen?" fragte Harry verwirrt nach.
„Ich erzähle dir alles beim Essen!" mit diesen Worten gingen Severus und Harry Richtung Speisesaal davon.
Ooo
„Ist das…?" fragte Harry erstaunt. Als er den Speisesaal betrat lag ein hellbrauner Besen auf dem Tisch. Harry rannte näher „Ich fass es nicht, das ist… wie… ich verstehe nicht?"
Ungläubig starrte Harry auf den Pegasus und dann zu Severus.
„Wann konntest du denn den Besen besorgen?"
„Ich habe ihn nicht besorgt" kam die gelassene Antwort.
„Du hast ihn… nein, du hast ihn nicht gestohlen, oder?"
Nun lachte Severus auf, „Sehe ich so aus, als ob ich klauen würde?"
Harry lief rot an. „Nein, aber ich verstehe nicht, wie bist du in den Besitz des Besens gekommen?"
Und so erzählte Severus von der Explosion im Laden Adlerschwinge und Wirbelwind.
„Der Ladenbesitzer war auch ein Todesser. Er muss irgendwie vom Anfang an geahnt haben, dass du nicht der bist, der du ausgabst zu sein. Er hat absichtlich am Gewinnspiel gedreht, damit du den Flug gewinnst. Mit den Fragen, die dir der Moderator gestellt hatte, hast du dich schließlich verraten.
Wie dem auch sei. Nach der Explosion kam es zu einem wilden Gefecht, wo der Ladenbesitzer von einem Auror ausgeschaltet wurde.
Irgendein Fluch hat mich schließlich von hinten getroffen. Ich ging hinter einem Tisch in Deckung. Da saß der Junge von der Besenvorstellung mit dem Pegasus in seiner Hand. Er blutete stark. Ich hatte zum Glück meine Notfallstränke bei mir. Damit konnte ich die Blutung stoppen, aber mir war klar, dass der Junge da raus musste und möglichst bald einen richtigen Heiler brauchte.
Ich nahm seinen Besen und setzte mich mit ihm darauf. Der Besen muss einen eingebauten Schutzschild haben, denn kein einziger Fluch, der in unsere Richtung abgefeuert wurde traf uns. Als ich den Jungen zu einem Kamin gebracht hatte und ihm den Besen zurück geben wollte, hatte er zu mir gesagt, ich solle ihn behalten."
Sie brauchen ihn mehr als ich, Sir. Nehmen Sie ihn als Dankeschön.Erinnerte sich Severus an die Worte des Jugen. Dann erzählte er weiter.
„Mit der Hilfe des Besens konnte ich sehr viele Todesser ausschalten, jedoch der Fluch der mich im Laden getroffen hatte, fing an zu wirken und ich verlor langsam mein Bewusstsein. Aber der Besen ließ mich nicht fallen, er flog mich zu den Portschlüsselräumen, wo bereits ein kleines Erste Hilfe Lager aufgebaut war.
Die Heiler haben mich dann nach St. Mungos gebracht. Ich hatte den Besen längst vergessen gehabt, aber als ich aus dem Krankenhaus gehen wollte, da gab sie mir zusammen mit meinen Sachen auch den Besen zurück."
Severus erinnerte sich noch sehr gut an die merkwürdige Szene.
„Sir, ihr Besen!" rief eine Stimme hinter Severus.
Dieser drehte sich genervt um, er hatte es eilig. Er wollte unbedingt sehen ob es Harry gut ging, oder ob Richard die Lage falsch einschätzte. Da kam der Portier mit dem Pegasus in seiner Hand.
„Vergessen Sie Ihren Besen nicht. Der sieht wertvoll aus!"
„Mein Besen?" wiederholte Severus ungläubig.
Und da drückte der Portier ihm den Besen in die Hand. „Ihr Besen, ja. Auf dem sind Sie gesessen, als Sie zu uns kamen. Merlin allein weiß wie Sie einen Besen fliegen konnten, währendSie bewusstlos waren!"
„Wow!" riss Harrys Stimme Severus wieder aus den Gedanken. „Dann gehört der Besen jetzt dir?" fragte Harry erstaunt.
Severus schmunzelte. „Ich habe keinen Bedarf daran. Also werde ich ihn dir weitergeben!"
„Ja, aber der Junge. Meinst du nicht, dass er ihn wieder haben will. Er wird doch sicher traurig sein!" sagte Harry und ließ seine Hand über den Besenstiel gleiten. Zu deutlich hatte er noch das Gesicht des Jungen im Gedächtnis, als dieser Harry den Pegasus wieder aus der Hand gerissen hatte.
„Wenn du dich unwohl fühlst, dann können wir ihm ja einen Besuch abstatten und ihn fragen!" schlug Severus vor.
„Weißt du denn, wo er wohnt?" fragte Harry erstaunt.
„Das nicht, aber ich bin sicher man kann es rausfinden, immerhin wird er den Laden erben!"
Harry fand den Gedanken eigenartig, dass ein so kleiner Junge so einen Laden erben würde. Aber wenn er den Laden erbt, dann ist er sicher nicht angewiesen auf diesen einen Pegasus.
Ooo
Harry und Severus verbrachten den Abend vor dem Kamin und redeten ausgiebig über den Angriff in Merlin City. Harry fiel immer wieder etwas Neues ein, das er noch fragen wollte. Bis er schließlich nach mehrmaligen Gähnen wieder auf sein Zimmer und ins Bett geschickt wurde.
Ooo
Als die Sonne am nächsten Tag aufging, sprang Harry voller Elan aus dem Bett und eilte noch im Pyjama zum Frühstück.
Severus zog seine Augenbrauen zusammen, als er Harry in diesen Aufzug sah.
„Harry, was soll das?" fragte er noch bevor Harry die Chance hatte sich zu setzten.
„Ich will schnell frühstücken und dann mit dem Besen fliegen!" rief Harry aufgeregt.
„Nein!" sagte Severus entschieden und hob seine Hand um den Jungen zu stoppen.
„Was?" fragte Harry verwirrt.
„Du gehst augenblicklich auf den Zimmer, wäschst dich und ziehst dich um. Vorher gibt es kein Frühstück für dich. Du rennst doch in Hogwarts auch nicht in deinen Pyjamas in die große Halle!"
Harry senkte verlegen den Blick und stammelte „Aber ich dachte, zuhause… naja… ich"
„Harry. Es ist schön zu hören, dass du dieses Haus als dein Zuhause akzeptieren kannst, dennoch, ist es nicht unser Zuhause. Wir sind hier nur Gäste und es ist unangebracht in so einem Aufzug zum Frühstück zu erscheinen!"
Harry nickte ergeben und kehrte um. „Ja, Sir!" nuschelte er und verließ den Raum.
„Severus, was soll der Unsinn, dass es nicht euer zuhause ist?" hörte Harry Eileens verletze Stimme.
„Mutter. Ich habe bereits ein Zuhause!" widersprach Severus.
„Du hattest eines. Selbst wenn du diese Entschuldigung von einer Hütte wieder herrichtest, es ist wahrlich kein Ort an dem Harry aufwachsen sollte!" rief Eileen mit forscher Stimme.
„Lass das mal meine Sorge sein!" sagte nun Severus unwirsch. Ihm war es gar nicht recht, dass seine Mutter versuchte, den Jungen so an sich zu reißen.
„Dieses Haus ist so riesig, wieso willst du nicht hierbleiben?" Eileen konnte ihren Sohn nicht verstehen. „Hier gibt es die Pferde und genug Platz für Harrys Quidditsch Leidenschaft. Und im Sommer kann der Junge im See schwimmen gehen. Wieso willst du ihm das alles verwehren?"
Severus seufzte und schüttelte seinen Kopf. Er wusste selber nicht genau, warum er nicht wieder hier einziehen wollte. Es ging ihm einfach alles zu schnell. Zuerst die Adoption von Harry, dann die Wiederversöhnung mit seinen Eltern, die eigentlich Harrys Idee war und jetzt das Angebot wieder Teil der Familie zu werden, die er über zehn Jahre versucht hatte zu vergessen, aus lauter Scham vor seinen Taten.
Severus hatte das Gefühl, als wenn man ihm plötzlich sein Leben aus der Hand genommen hätte. Er war ein selbstständiger Mann, der gelernt hatte mit der Einsamkeit umzugehen. Dass Harry nun Teil seines Lebens geworden ist, war schon ein riesiger Schritt, der ihn zeitweise immer noch ins Wanken brachte. Er war für den nächsten Schritt einfach noch nicht bereit.
„Es tut mir Leid, Mutter. Ich weiß dein Angebot zu schätzen und vielleicht komme ich eines Tages darauf zurück, aber ich bin noch nicht so weit. Ich muss erst sehen, wie ich mit Harry zu recht komme."
Eileen studierte Severus eingehend. Dann sprach sie mit wesentlich sanfterer Stimme, „Du wirst mit ihm prima zurecht kommen. Er braucht dich und du scheinst ihn auch zu brauchen. Ich verstehe, dass das alles noch neu für dich ist, aber wenn du schon eine Tür zu dir geöffnet hast, wieso lasst du dann nicht alle wieder hinein? Ist es nicht auch für Harry leichter so?"
„Mutter, Du hast Harry in den letzten Tagen gesehen. Hattest du den Eindruck, er würde euch vertrauen? Ich war nur drei Tage weg und er war im Begriff von hier fortzulaufen. Ihr seid für ihn immer noch Fremde. Gebt ihm doch erst einmal die Chance, euch kennen zu lernen, ohne familiären Rahmen und Pflichten. Ich habe den Eindruck, dass es ihm im Moment überfordert. Es ist ja noch eine lange Zeit bis zum Sommer. Wieso geben wir alle dem Ganzen nicht einfach Zeit sich zu entwickeln? Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht entscheiden, ob es gut für Harry oder für mich ist, hier fix einzuziehen."
Nach diesen Worten wurde es andächtig ruhig. Doch schließlich ergriff Eileen wieder das Wort.
„Severus, du bist wirklich ein kluger Mann geworden. Es tut mir Leid, wenn ich dich zu sehr bedrängt habe. Ich sollte es eigentlich besser wissen. Vergib mir. Dein Vorschlag klingt sehr vernünftig! Ich denke, damit können wir alle gut leben!"
Severus nickte, doch dann kniff er die Augen zusammen und sagte mit drohendem Ton, „Ich dachte, ich hätte dir Anweisung gegeben dich umzuziehen"
Harry schluckte, als er Severus Stimme hörte. Er wollte nicht lauschen, aber das Thema hatte ihn auch interessiert.
„Tut mir Leid!" sagte Harry und sah Severus entschuldigend an. „Aber ich dachte, wenn es hierbei auch um mich geht, dann sollte ich wissen worüber gesprochen wird!"
„Danke für dein Misstrauen! Meinst du nicht, ich hätte auch mit dir darüber gesprochen? Hast du denn keinen Respekt vor Privatsphäre? Was ich mit meiner Mutter bespreche, geht nur mich und meine Mutter etwas an!"
Tränen stiegen nun in Harrys Augen, ob der harten Worte. Er versuchte sie wegzuzwinkern, aber eine entkam ihm und rannte verräterisch über sein Wange.
„Severus…" fing Eileen an, aber dann verkniff sie es sich ihren Sohn zu Recht zu weisen, wo sie doch gerade davon gesprochen haben, dass Severus Zeit braucht sich mit dem Jungen zusammen zu raufen.
„Es tut mir Leid, Papa!" wiederholte Harry und man konnte in seinen Augen lesen, dass es ihm wirklich Leid tat.
Severus fluchte innerlich. Wieso musste Harry immer im falschen Moment dieses eine Wort sagen, dass ihn so stolz auf den Jungen machte?
Schließlich nickte Severus und sagte in einem entlassenen Ton „Geh dich anziehen!"
Doch Harry stand wie angewurzelt da, immer noch mit seinen Tränen kämpfend.
Nun seufzte Severus. „Harry. Es ist okay. Ich bitte dich lediglich mit dem Lauschen aufzuhören. Wenn es etwas gibt, worüber du Bescheid wissen musst, dann werde ich es dir sagen, versprochen! In diesen Fall hat sich unser Gespräch ja jetzt erübrigt, bitte gehe dich nun umziehen, damit wir Frühstück essen können!"
Harry nickte und wischte sich die Tränen vom Gesicht. „Ich werde versuchen dir mehr zu vertrauen, Papa!"
„Vertrauen kommt nun mal nicht über Nacht. Und nach diesen fünf Jahren, hast du wohl allen Grund mir zu misstrauen!"
Das Wort schnitt erneut in Harrys Herz. Er wollte Severus nicht misstrauen. Er wollte ihm doch blind vertrauen. Aber offensichtlich tat er es nicht, denn immer wieder zweifelte er daran, dass ihm irgendjemand etwas Gutes Tat. Immer wieder stellte er fest, dass er eigentlich kein Vertrauen zu Severus hatte.
Severus erkannte, dass für Harry das Thema immer noch nicht beendet war. Er kannte inzwischen dieses von Selbstvorwürfen geplagte Gesicht nur zu gut. Daher ging er nun auf den Jungen zu und legte ihm eine Hand auf die Schulter.
„Harry, ich kann verstehen, dass es dir schwer fällt zu vertrauen. Ich hätte an deiner Stelle auch kein Vertrauen mehr. Diese Muggeln, die sich deine Verwandten schimpften, haben da gründliche Arbeit geleistet. Ich habe es dir schon einmal gesagt. Wir werden beide daran arbeiten. Der Wunsch mir zu Vertrauen ist ein guter Anfang. Aber bis es wirklich so weit ist, dauert er nun einmal. Überfordere dich nicht selbst mit irgendwelchen fixen Ideen, sondern konzentriere dich mehr darauf, wie du, beziehungsweise wie wir diese Ideen verwirklichen können."
Harry nickte, doch dann konnte er sich nicht mehr halten. Er schlang seine Arme um Severus und drückte diesen ganz fest an sich. „Danke, Papa!" hauchte er Severus dabei ins Ohr.
„Keine Ursache, mein Sohn!" flüsterte Severus zurück.
Überrascht ließ Harry von Severus ab und sah diesen erstaunt an. Es war das erste Mal, dass Severus zum ihm „Sohn" sagte. Ein warmes Gefühl tief in Harrys Bauch breitet sich aus und Harry lächelte überglücklich. Er hätte nie gedacht, dass ein so einfaches Wort, so viel in ihm auslösen konnte.
Severus erwiderte Harrys Lächeln. Das Wort war ihm einfach so über die Lippen gerollt und Harrys Reaktion bestätigte ihm, dass es wichtig war, es raus zu lassen. Harry sollte keine Zweifel mehr haben, dass sie jetzt Vater und Sohn waren.
AN: Ihr habt Glück. Ich habe kurz überlegt, ob das nicht der perfekte Abschluß zu der Geschichte ist. Aber nachdem ja doch noch ein paar Sachen offen sind, geht es doch noch weiter. Also Geduld, das nächste Kapitel kommt bestimmt.
