Was lange wärt, wird endlich gut...oder so ähnlich, wie ein Sprichwort sagt. Lange Rede, kurzer Sinn, mit Erestors Gedanken über die Zwillinge geht es endlich weiter. Das es so lange gedauert hat, liegt einfach darin begründet, dass ich Kapitel 2 noch einmal gründlich überarbeitet und ergänzt habe. Dadurch wurde das Kapitel wesentlich länger, so dass ich es nun in zwei Teile aufgespalten habe. In beiden Kapiteln werdet ihr alt bekanntes, aber auch viel Neues finden.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß mit dem ersten Teil der Überarbeitung.

Erestors Gedanken

von: Fireth

Disclaimer:

Alles gehört Tolkien und seinen Erben... und leider gehöre ich nicht zu ihnen ::seufz::

Erestors Gedanken

2. Kapitel

(überarbeitet!)

Einige Jahre später...

Da eure Eltern mal ein paar Stunden bei einem Picknick allein verbringen wollten, habe ich mich angeboten, heute Nachmittag auf euch beide auf zu passen.

Lächelnd beobachte ich euch eine Weile beim Spielen, ehe ich mich wieder in mein Buch vertiefe. Ist es wirklich schon zehn Jahre her, dass ich dich, kaum auf der Welt, in meinen Armen hielt? Ich erinnere mich so gut daran, als sei es erst gestern gewesen. Inzwischen bin ich selbst Vater von zwei solch kleinen Elben. Talven ist nur knapp eineinhalb Jahre jünger als ihr, Silolwen gerade erst wenige Tage alt.

Manchmal geht es ganz schön laut zu, wenn ihr euch grade um etwas streitet. Denn mein Sohn Talven ist genauso temperamentvoll, wie du und dein Bruder es seid und somit ebenso wenig bereit nachzugeben. Diese Eigenschaft scheint er wohl von mir geerbt zu haben, denn meine Frau Sìlwen ist, neben eurer Mutter, das sanftmütigste Geschöpf, das ich kenne.

Talven ist zusammen mit deinem Bruder gerade zu Silolwen gegangen, um ihm stolz seine kleine Schwester zu zeigen. Da du Silolwen schon gesehen hattest, bist du lieber hier bei mir geblieben und schmunzelnd sehe ich dir zu, wie du ganz versunken in das Spiel deiner Bauklötzchen bist. Ich bin erstaunt, auf was für Variationen du in deinem Alter schon beim Türmchenbau kommst.

Nach einer weiteren Zeit des Beobachtens, wende ich mich wieder meinem Buch zu, bis ich auf einmal ein Scheppern und kurz darauf ein Weinen höre. Erschrocken blicke ich auf und sehe dich schniefend über und über mit Obstsalat bekleckert da stehen. Aus großen, grauen Augen siehst du mich ängstlich an, wie ich wohl reagieren werde. Schuldbewusst hast du deinen Kopf eingezogen, als würdest du jeden Moment erwarten, dass ein Donnerwetter über dich hereinbricht. Doch ich denke gar nicht daran, dich aus zu schimpfen, viel zu erleichtert bin ich darüber, dass dir nichts Ernstliches passiert ist. Wie leicht hätte die Glasschale dabei zerbrechen und du dich verletzen können. So nehme ich dich kleinen Unglücksraben nur auf den Arm und gehe mit dir ins Badezimmer, um dich erst mal zu säubern.

Ich muss leise lächeln, als du deine kleinen Ärmchen um mich schlingst und mir sehr tränenreich in meine Robe schluchzt, ich solle doch bitte nicht böse sein und deinem Ada nichts erzählen. Es wäre doch keine Absicht gewesen, doch du hättest solchen Hunger gehabt und wolltest mich deswegen nicht beim Lesen stören. Ich rede beruhigend auf dich ein, wische deine Tränen vom Gesicht und putze dir die Nase. Noch immer ab und zu schniefend, siehst du mich mit dem treuherzigsten Blick, den du zu zustande bringst an. Ein Blick, der jedes Herz sofort schmelzen lässt. Und wieder schleicht sich mir der Gedanke ein, wie vielen Elbinnen du mit diesem Blick betören und um den Finger wickeln wirst.

Nachdem du wieder sauber bist, gehe ich mir dir in das Wohnzimmer zurück. Ich nehme noch einen feuchten Lappen mit und wische den Obstsalat auf. Mit großen Augen siehst du mir interessiert, aber auch ein wenig unsicher dabei zu. Es könnte ja sein, dass ich vielleicht doch noch schimpfen würde. Doch ich lächle dich nur an und setze dich in meinen großen Sessel. Deine Augen strahlen, als du stolz darin thronst. Man muss fast zweimal hinschauen, damit man dich da drin sieht.

Ich läute nach einem Diener und bestelle einen frischen Obstsalat und dazu noch ein wenig Kuchen. Dein Bruder und Talwen werden sicher auch gleich wieder wie hungrige Wölfe hier auftauchen. Nur kurze Zeit später wird das Gewünschte gebracht, und ich reiche dir erst einmal ein kleines Schälchen Obstsalat, welches du mit ungläubigen Staunen entgegen nimmst. Noch immer kannst du nicht glauben, dass ich nicht mit dir schimpfe. Ich denke jedoch, dass du deine Lektion von alleine gelernt hast und das nächste Mal etwas sagen wirst, wenn du an etwas nicht herankommst.

Fast schüchtern beginnst du zu essen, doch es dauert nicht lange, und du spachtelst vergnügt drauf los. Schmunzelnd beobachte ich dich dabei, als sich die Tür öffnet und Elrohir und Talwen wieder hereinkommen. Die Wangen meines Sohnes leuchten rot vor lauter Aufregung und Stolz. Hungrig fallen die beiden ebenfalls über Obstsalat und Kuchen her.

Ich nehme dich auf meinen Schoß, während dein Bruder und Talwen sich zu meinen Füßen setzen, und lese euch eine Geschichte vor. Voll Aufmerksamkeit hört ihr zu, löchert mich mit Fragen und wollt noch eine Geschichte hören und noch eine und noch eine... So geht das, bis eure Eltern kommen, um dich und deinen Bruder wieder abzuholen. Du siehst mich unsicher an, und ich zwinkere dir verschwörerisch lächelnd zu. Du lächelst zurück, und im nächsten Moment wetteiferst du mit deinem Bruder beim Erzählen, was ihr denn so alles gemacht habt.

Als ihr euch verabschiedet, sage ich euren Eltern, dass sie immer gerne auf mich zurückgreifen können, wenn sie wieder mal ein paar Stunden für sich haben wollen. Ich sehe die Erleichterung und Freude darüber in ihren Augen. Als ihr gegangen seid, ist es auf einmal ungewöhnlich still im Raum Und ich merke, wie ich mich jetzt schon wieder auf euren Besuch freue.

Erster Schultag Vormittag...

Endlich ist es soweit, zusammen mit Talwen, hab ihr beide heute den ersten Unterricht bei mir. Meine Tochter Silolwen ist dafür noch zu klein. Wie aufgeregt du und dein Bruder schon beim Frühstück seid... und auch wie müde. Vermutlich habt ihr letzte Nacht kein Auge zugetan. Kaum einen Bissen bekommt ihr vor Nervosität runter. Man sieht euch an, dass ihr wohl am liebsten im nächsten Mauseloch verschwinden wolltet. Immer wieder werft ihr mir scheue und leicht ängstliche Blicke zu. Fragt euch, was euch wohl für schrecklich schwere Dinge erwarten werden. Dabei sind eure Ängste so unbegründet. Ich dagegen frage mich insgeheim, was Talwen euch vorher wohl so alles für Schauermärchen auf die Nasen gebunden hat. Ich werd da anscheinend mit meinem Sohnemann mal ein paar Takte reden müssen, wenn ich sein verstohlenes Grinsen richtig deute.

Ganz locker und einfach werden die ersten Unterrichtstage sein und auch nur zwei bis drei Stunden dauern, um euch langsam daran zu gewöhnen.

Nach dem Frühstück nehme ich dich und deinen Bruder...mein Sohn ist schon voraus geeilt, mit in die Bibliothek. Kein Wort kommt während des ganzen Weges über eure Lippen...zum Boden gesenkt haltet ihr eure Blicke. Wer euch zwei so sieht, könnte meinen, ihr hättet was angestellt und trabt wie die armen Sünder hinter mir her. Ich bleibe für einen Moment stehen und umarme euch kurz... murmele dabei beruhigende Worte. In der Bibliothek angekommen, bitte ich euch lächelnd, an dem kleinen, extra für euch drei Minielben angefertigten Tisch Platz zu nehmen.

Als Einstieg lasse ich euch die ersten einfachen Runen üben. Schmunzelnd beobachte ich, wie ihr mich erleichtert anseht und euch dann mit Feuereifer an die Arbeit macht. Elrohir zieht dabei vor lauter Konzentration seine Stirn kraus. Talwen sieht nur konzentriert auf seinen Bogen Papier, während er die Schriftzeichen malt, hört und sieht nichts mehr und bei dir lugt die Zungenspitze am rechten Mundwinkel raus. Anfangs ist alles noch ein wenig krakelig, aber nach einiger Zeit sieht es schon ganz gut aus. Ohne, dass ich was gesagt hab, fangt ihr drei von ganz alleine an, mit den paar Buchstaben zu spielen. Nach einer ganzen Weile zeigt ihr mir dann stolz eure Papierbögen, auf denen, neben vielen Zungenbrechern, auch das Wort 'Ada' zu erkennen ist.

Ich beschließe, dass es Zeit für eine kurze Pause ist und wie auf ein geheimes Zeichen hin, bringt ein Diener Erfrischungsgetränke und Kekse. Erfreut über die kleine Unterbrechung, schnattert ihr drei auch schon fröhlich drauf los. Die Erleichterung, dass der Unterricht gar nicht so schlimm ist, steht dir und Elrohir geradezu ins Gesicht geschrieben. Ich schmunzele leise vor mich hin und bin froh, dass ich mich gegen euren Ada durchgesetzt habe. Wenn es nach ihm gegangen wäre, sähe euer erster Tag in der Tat ein wenig anders aus. Doch nun sehe ich, dass meine Entscheidung richtig war. Der normale und anstrengende Schulunterricht erreicht euch nach ein paar Tagen noch früh genug.

Es kostet mich einige Mühe und Überzeugungskraft, um euch wieder zum Unterricht zu bekommen, doch schließlich ist es geschafft und ich habe mehr oder weniger wieder eure ungeteilte Aufmerksamkeit. Spielerisch gehe ich nun mit euch dreien das restliche Alphabet durch. Um es ein wenig leichter und unterhaltsamer zu machen, lasse ich euch eine Art Memory spielen. Ganz erstaunt und irgendwie... ja enttäuscht, so kommt es mir vor,...seht ihr mich an, als ich euch Minielben schließlich mitteile, dass der Unterricht für heute bei mir beendet ist. So vertieft, waren du, Elrohir und Talwen, dass ihr gar nicht merktet, wie schnell die Zeit verging. Hausaufgaben, gebe ich für heute noch keine auf. Auch das hat Zeit, bis der normale Schulalltag demnächst von euch Besitz ergreifen wird.

Lächelnd entlasse ich dich und deinen Bruder aus meiner Obhut und wünsche euch für den Nachmittagsunterricht viel Spaß. Glorfindel wird euch dann zu einer sportlichen Stunde erwarten. Talwen winkt euch noch fröhlich zu und ruft ein ‚Bis nachher', bevor er mit mir in unsere Gemächer geht. Auch er freut sich schon auf den Nachmittagsunterricht. Ich hoffe nur, er heckt keine Dummheiten aus, zu unternehmungslustig blitzen gerade seine Augen.

Erster Schultag Nachmittag...

Von meinem Balkon aus, kann ich dich und dein Bruder schon bei Glorfindel stehen sehen. Lediglich mein Sohn ist nirgends zu sehen. Wo steckt der denn wieder... ich will grad rein gehen und nach sehen, ob er vielleicht eingeschlafen ist, als er auf einmal angerannt kommt.

Glorfindel drückt euch kleine Miniholzschwerter in die Hand und zeigt euch dreien spielerisch erste einfache Techniken. Solange er euch beim Üben beobachtet, ist alles in bester Ordnung. Aber wehe, er dreht euch kleinen Schlawinern mal kurz den Rücken zu. Schon wird eher einander geneckt, als das getan, was ihr sollt. Ich muss mir auf die Zunge beißen, um nicht laut aufzulachen...zu putzig ist das Bild, das ich sehe. Wendet sich der blonde Hüne euch wieder zu, seid ihr sofort die kleinen Unschuldslämmer, die kein Wässerchen trüben können. Doch geht es wieder rund, kaum, dass er euch mal aus den Augen lässt.

Wenn ich mir die Szenerie da unten so ansehe, kommen mir plötzlich einige meiner ersten Gedanken wieder in den Sinn, die mir durch den Kopf gingen, als ich dich kurz nach der Geburt in meinen Armen hielt, Elladan. Und wieder frage ich mich, mit welchen Scherzen und Streichen du und dein Bruder uns zur Verzweiflung treiben werdet. Wie faustdick ihr es hinter euren Spitzohren haben werdet, lässt sich hier jetzt bereits sehr gut erkennen. Seufzend muss ich dabei im gleichen Atemzug feststellen, dass mein Sohn in der Beziehung allerdings keinen Deut besser ist. Das kann ja in den nächsten Jahren noch was werden mit euch dreien. Aufstöhnend erkenne ich plötzlich, dass ich unter diesen Streichen ganz genauso zu leiden haben werde, wie jeder andere auch. Und nicht nur das...ich vermute ganz stark, dass es mich, neben Glorfindel vielleicht noch, am meisten treffen wird.

Überrascht sehe ich auf einmal, wie Glorfindel den Unterricht für heute beendet. Wie schnell die Zeit vergangen ist, während ich meinen Gedanken nachhing. Und so ist euer erster Schultag überstanden.

Ein kleiner Unfall...

Durch den Garten spazierend, um meinen Kopf für eine schwierige Verhandlung freizubekommen, höre ich von irgendwoher ein Schimpfen. Auf wen haben es du und dein Bruder denn diesmal abgesehen? Wen habt ihr diesmal für einen eurer Streiche ins Visier genommen? Langsam gehe ich in die Richtung, aus der ich die Stimmen höre. Fröhlich und ziemlich laut, tollt ihr zwei zusammen mit Talwen durch die Gärten. Ihr hüpft über die Blumenbeete, albert rum, kugelt dabei mal unter irgendwelche Sträucher. Kein Wunder, dass der Gärtner keine allzu große Begeisterung darüber zeigt.

Schließlich lauft ihr lärmend weiter, auf der Suche nach einem neuen Ort zum Spielen. Ich lache, als ihr drei mich fast dabei umrennt und du mich erst mit einem erschrockenen, dann jedoch mit einem schelmischen Blick ansiehst. Dieser Blick... du weißt ganz genau, wie du mein Herz zum schmelzen bringen kannst. Lächelnd und kopfschüttelnd sehe ich hinter euch dreien her, als ihr weiterlauft und setzte dann mein ganzes diplomatisches Können ein, um den Gärtner wieder zu beruhigen und zu beschwichtigen.

Lange schon bin ich wieder in der Bibliothek, als du auf einmal aufgeregt hereinstürmst, da mein Arbeitsbereich am nächsten ist. Es dauert eine Weile, bis ich aus den gestammelten Worten heraus hören kann, dass offenbar etwas geschehen ist. Sofort nehme ich dich an der Hand und laufe mit dir so schnell wie möglich zu dem Ort des Geschehens zurück. Unterwegs schicke ich noch eilends einen Diener zu deinem Ada, da seine Fähigkeiten als Heiler gefordert sein dürften. Während wir zu der Unglücksstelle eilen, erzählst du mir, dass ihr beim Spielen auf Bäume geklettert seid. Eigentlich ja nichts ungewöhnliches für Jungs wie euch. Fast täglich turnt ihr in irgendwelchen Bäumen rum. Nur leider war offenbar ein Ast sehr morsch und dein Bruder Elrohir fiel herunter. Nun läge er wimmernd auf dem Boden und sein Arm sei irgendwie komisch verdreht.

Am Unglücksort angekommen, knie ich mich sofort nieder und sehe mir Elrohirs Arm an. Ein Blick genügt, um zu erkennen, dass der Arm gebrochen ist. Ich bette den Kopf deines Bruders in meinen Schoß, um ihn zu beruhigen und schicke Talwen los, zu sehen, wo euer Ada bleibt. Gleichzeitig muss ich auch dich trösten, da du nun, da alle Anspannung erst mal von dir fällt, mit Tränen überströmten Gesicht verzweifelt neben mir stehst.

Mein Sohn will gerade los laufen, als euer Ada zusammen mit euer Naneth auch schon angerannt kommt. Besorgnis ist in ihren Gesichtern zu sehen und gleich darauf Erleichterung, dass offenbar nicht mehr passiert ist. Schnell ist der Arm des kleinen Unglücksraben wieder gerichtet und provisorisch geschient. Mit Elrohir auf dem Arm, eilen eure Eltern in den Heilertrakt, um den gebrochenen Arm richtig zu verbinden. Dich und Talwen an der Hand, folge ich ihnen langsam nach. Dein Bruder ist momentan nicht zu beneiden, wenn ich nur an die wohlschmeckenden Heiltees eures Adas denke. Allein der Gedanke daran, lässt mich schaudern und das Gesicht verziehen. Nein... zu beneiden ist Elrohir grad wahrlich nicht. Auch wird es deinem Bruder nicht leicht fallen, ein paar Tage nicht rumtollen zu dürfen. Von daher beneide ich auch eure Eltern nicht, denn zwei so quirlige kleine Elben, wie ihr beide es seid, ruhig zu halten, ist wahrlich nicht einfach.

Die Zeit scheint für dich so langsam zu vergehen, während wir vor dem Behandlungszimmer warten. Immer wieder fragst du mich ungeduldig, wann du denn endlich zu deinem Brüder dürftest. Nach einer für dich schier unendlich langen Zeit, öffnet sich endlich die Tür und dein Ada lässt uns herein. Man kann gar nicht so schnell schauen, wie du auch schon zu deinem Bruder eilst und zu ihm aufs Bett kletterst. Dein Ada und ich sehen uns dabei nur schmunzelnd an.

Talwen kommt etwas langsamer nach und bald hört man von Elrohirs Krankenlager ein fröhliches Lachen und Scherzen. Auf diese Art und Weise lenkt ihr beide deinen Bruder auf wunderbare Weise ein wenig ab.

Ausflug und Picknick...

Ah, was für ein herrlicher Sommertag. Genau richtig für unseren gemeinsamen Familienausflug an den Bruinen. Gleich nach dem Frühstück ziehen wir ganz gemütlich los. In der Küche habe ich für uns alle ein exzellentes Picknick zusammenstellen lassen. Voll bepackt ziehen wir vergnügt unseres Weges. Du, Elrohir und Talwen lauft immerzu voraus. Ihr müsstet schließlich für unsere Sicherheit sorgen, sagst du. Der Ernst, mit dem du das sagst, lässt mich leise schmunzeln. Auch eure Eltern und Glorfindel lächeln leise vor sich hin. Selbst Sílwen kichert immer wieder ein wenig, wenn ihr drei es gerade nicht mitbekommt. Immer darauf bedacht, dass unser jüngster Spross Falarien davon nicht aufwacht. Stolz lässt eure Naneth immer wieder den Blick über dich und deinen Bruder gleiten.

Eure kleine Schwester Arwen hüpft unbekümmert zwischen uns herum und ich muss mir ein Lachen verbeißen, wenn ich sehe, wie ihr sie immer wieder ein wenig einbremst, sobald sie sich zu weit zu entfernen droht. Arwen macht sich ein regelrechtes kleines Spiel daraus. Jedes mal, wenn sie ein Stückchen seitwärts läuft, schaut sie sich ständig um, ob ihr es auch ja bemerkt und wenn ihr die kleine Möchtegernausreißerin wieder eingefangen habt, lacht sie sowohl euch beiden, wie auch meinem Sohn nur schelmisch ins Gesicht. Es ist eine wahre Freude zu sehen, wie gern ihr drei doch auf dieses Spiel eingeht, obwohl ihr ansonsten eigentlich in einem Alter seid, wo man für Mädchen und deren Kinderkram kein Interesse zeigt.

So wird der Weg für uns alle doch recht kurzweilig und ehe man sich versieht, sind wir an dem kleinen See angekommen. Unter einigen Bäumen, durch deren Blätterwerk die Sonne ein paar ihrer Strahlen schickt, wird unser Lager aufgeschlagen. Schnell sind die mitgebrachten Decken am Boden ausgebreitet und die Speisen und Getränke appetitlich angerichtet.

Während die Mädchen dabei helfen, seid ihr Jungs längst schon in den See gesprungen. Euer Ada, Glorfindel und ich folgen euch etwas langsamer, aber ehe wir uns versehen, habt ihr drei uns in eine heiße Wasserschlacht verwickelt. Dabei geht ihr so fintenreich vor, dass wir Erwachsenen kaum eine Chance gegen euch haben. Immer wenn wir meinen, einen von euch erwischt zu haben, taucht dieser kurz vorher weg. Nur um ein paar Meter weiter wieder frech grinsend aufzutauchen. Wir merken gar nicht, wie die Zeit dabei vergeht, als eure Naneth uns plötzlich zum Essen ruft. Als wir aus dem Wasser kommen, nicht ohne dass du und dein Ebenbild uns dabei noch einmal von oben bis unten voll spritzen müsst, schüttelt Celebrían nur noch lachend den Kopf und reicht erst mal jedem von uns ein Handtuch zum Abtrocknen.

Nach dem Essen, bei dem es sehr lustig zugeht, quengelt Arwen, wann ihr denn nun endlich das Schwimmen beigebracht wird. Dabei sieht sie dich fragend an, doch du kannst deinen Blick nicht von meiner jüngsten Tochter wenden und merkst es daher nicht. Somit erbarmen sich Elrohir und Talwen ihrer und gehen an einer sehr seichten Stelle ins Wasser und versuchen ihr spielerisch erst mal paddeln beizubringen, um ihr ein Gefühl für das Wasser zu vermitteln. Grinsend beobachte ich, wie sich Glorfindel ebenfalls dazu gesellt, um den neugierigen Fragen meiner älteren Tochter zu entgehen. Offenbar hat sie den blonden Elben zu ihrem momentanen Schwarm erklärt.

Schmunzelnd beobachte ich, wie du Sílwen fragst, ob du Falarien einmal halten darfst. Mit dem für sie so typischen sanften Lächeln, legt sie dir unseren kleinen Stern in die Arme. Ganz vorsichtig, so als könntest du sonst etwas kaputt machen, streichst du mit deinem Zeigefinger über ihre rosige Wange und den kleinen Schmollmund, lässt sie an deinem Finger nuckeln. Mit der Zeit wirst du etwas mutiger, kitzelst und herzt die Kleine, wirfst sie in die Luft und fängst sie gleich drauf sicher wieder auf. Mit fröhlichem Glucksen zeigt mein kleiner Liebling, wie sehr ihr dein Spiel gefällt, was wiederum dich lachen lässt.

Zwischendurch wende ich meinen Blick wieder einmal zu deinen Geschwistern und Talwen. Eure kleine Schwester paddelt inzwischen wie ein kleiner Hund sicher durch das Wasser. Ab und zu neckt Glorfindel sie, indem er sie immer wieder mal ein wenig mit Wasser anspritzt, was Arwen vergnügt aufkreischen lässt. Ich muss grinsen, als Elrohir und mein Sohn sich dabei Augen verdrehend die Ohren zuhalten. Offenbar finden die beiden das Gekreische nicht so toll.

Leise kichernd wende ich mich wieder ab und bemerke erstaunt, dass du Falarien immer noch auf dem Arm hältst. Inzwischen schlummert mein kleines Baby und du betrachtest, was mich noch mehr in Erstaunen versetzt, den kleinen Wurm richtig verträumt. Welche Gedanken du wohl gerade hegst? Auch deine Eltern, wie auch Sílwen bemerken das mit Verwunderung und werfen sich überraschte Blicke zu, denn mit Arwen hattest du dich damals nie so intensiv beschäftigt. Es scheint, als würde von diesem kleinen, erst wenige Wochen alten Baby geradezu ein Zauber ausgehen, dem du dich nicht erwehren kannst.

Als wir am späteren Nachmittag zusammenpacken und wieder nach Hause aufbrechen, übergibst du nur widerstrebend Falarien wieder ihrer Naneth. Man kann sich nicht dem Eindruck erwehren, dass du die Kleine am liebsten gar nicht mehr hergeben würdest. Dein Bruder und Talwen werfen sich grinsend Blicke zu, als sie das mitkriegen. Irgendwie beschleicht mich der leise Verdacht, dass du dir wohl in nächster Zeit einiges an Neckereien von den beiden anhören darfst.

Rechtzeitig zum Abendessen, kommen wir wieder zu Hause an. Nachdem wir uns von euch und euren Eltern verabschiedet haben, begebe ich mich mit meiner Familie in unsere Gemächer. Während nach dem Essen Silwen unsere Jüngste ins Bett bringt, stehe ich draußen auf dem Balkon und lasse diesen Tag noch einmal Revue passieren. Dabei stiehlt sich unbemerkt ein feines Lächeln auf mein Gesicht, als ich dabei an dich und Falarien denke.

Wird fortgesetzt

Mystic: Huhu Schwesterchen ::knuddel:: Wie alle inzwischen ja gemerkt haben, habe ich dich nicht umgebracht. ::g:: Und euer an den Computer ketten, hat ja letztendlich ja ein neues Kapitel hervorgebracht. ::grins:: Danke noch mal, dass du so hinterher warst, dass ich das angefangene Kapitel doch fertig geschrieben habe. Lass dich dafür noch mal extra feste knuddeln.

Sarah: Nein, ich habe keine Kinder. Aber das Bild hatte mich damals irgendwie zu diesen Gedanken inspiriert. ::gg:: Wer möchte Klein-Ella da nicht knuddeln, wenn er da anfängt, ein wenig seine neue Welt zu entdecken und dabei Erestors Haare zum spielen entdeckt::kicher:: Der Ruf nach Fortsetzung war laut genug, wie du oben siehst. ::grins:: Und du hast sicher gemerkt, dass ich so ziemlich alle deine Vorschläge eingearbeitet habe, oder?

Shiva: Wie du siehst, wurden die 'Mordpläne' ganz schnell wieder verworfen. ::grins:: Und oben siehst du Erestors weitere Gedanken über die beiden Zwillinge und wie ich Elronds Berater kenne, hat er sich gewiss noch mehr Gedanken über diese beiden gemacht. ::schmunzel::

DaniG: Nicht wahr, die beiden sind herzallerliebst. ::g:: Ob sie es hier allerdings auch noch sind, die Entscheidung überlass ich dir. ::ggg:

Soph14: Wie du siehst, bin ich euer aller Wunsch nachgekommen...Auch wenn es etwas gedauert hatte, bis mir zu den einzelnen Stationen was einfiel. ::vor Verlegenheit rot wird::

Arsinoe4: So ein Lob aus deinem Mund... ::vor Verlegenheit noch röter wird:: Freut mich jedenfalls, dass es dir gefällt, die Zwillinge mal aus dieser Sichtweise zu zeigen. ::freu::

Diman: Ja, man könnte meinen, Erestor hätte selbst Kinder, nicht wahr? Aber zu dieser Zeit war ihm dieses Glück noch nicht vergönnt. Sein erster Sprössling kam einige Jahre später. ::nach oben deut::