Runde zwei oder Malfoy versus Potter

,,Mal gespannt wen ich heute kriege!" lachte Cathy, als sie neben Lily runter in die große Halle ging.

,,Aber Hallo, und ich erst! Hoffentlich wird es heute für mich ein wenig interessanter, das letztes Mal war ja echt mal zum Einschlafen langweilig." antwortete diese grinsend und öffnete die Tür zu großen Halle.

Drinnen warteten bereits jede Menge Schüler.

Sie waren genau pünktlich erschienen, denn gerade hängte der VGDK-Professor die neuen Paarungen auf. Gemeinsam und mit einigem an Ellenbogeneinsatz kämpften sich die beiden Mädchen nach vorn.

Wenig später kam Lily aus dem Gewühl wieder heraus und fasste sich fassungslos an den Kopf.

,,Was ist denn los?" wollte Cathy wissen, die direkt hinter ihr stand.

,,Hast du nicht nachgesehen, gegen wen ich antreten muss?" kam die Gegenfrage wie aus der Pistole geschossen. ,,Ähm, nein? Habs wohl ein wenig verschwitzt!" gab Cathy zu, sie war aber nun wirklich zu sehr damit beschäftigt gewesen, ihren eigenen Namen ausfindig zu machen.

,,Ich will endlich mal eine Herausforderung." beschwerte sich Lily lautstark. ,,Himmel, Herr Gott noch mal, sagst du mir auch heute vielleicht, unter Umständen wen du als Gegner hast?" fuhr Cathy sie ungeduldig an.

,,Peter Pettigrew!" seufzte die Rothaarige jetzt gelangweilt und strich sich eine eigenwillige Strähne aus der Stirn.

,,Oh!" machte Cathy nur, aber schnell versuchte sie, ihrer Freundin die Sache etwas zu versüßen. ,,Sieh mal, Lily: Auf diese Weise kommst du locker durch die Gruppenkämpfe und hast diese Runde hinter dir, denn dann bist du direkt im Achtelfinale. Das heißt, wenn du Peter schlägst, bist du automatisch durch. Deine Herausforderungen wirst du später noch bekommen, spätestens wenn du auf meinen werten Herrn Bruder triffst."

Wie immer reichte die bloße Erwähnung James', um Lily wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen und sie die Dinge wieder klar vor Augen sah. Schließlich erkannte sie auch die Logik in Cathys Worten.

,,Mmmh, vielleicht hast du sogar Recht." gab sie schweren Herzens zu und drehte sich noch einmal zu der Pinnwand mit den einzelnen Paarungen um, dort stand nämlich auch, auf welchem Kampffeld man gegeneinander antrat.

,,Ich geh dann mal." verabschiedete sie sich und machte sich dann gemessenen Schrittes auf, in Richtung Peter Pettigrew. Cathy drehte sich ebenfalls um und starrte auf das Papier.

Dort stand die Paarung:

Catherine Potter vs. Lucius Malfoy!

,,Wieso muss ich immer so ein "Glück" haben?" murmelte sie leise zu sich selbst, doch offenbar nicht leise genug. ,,Was ist denn los, Kleines?" wollte Sirius wissen, der auf einmal hinter ihr aufgetaucht war.

Cathy hob den Arm und deutete auf das Schriftstück. ,,Sieh hin, dann weißt du es."

Sirius zeigte zunächst keine nennenswerte Reaktion, doch von hinten konnte man auch nicht sehen, wie er innerlich kochte.

Ausgerechnet Lucius Malfoy! Musste es denn ausgerechnet Malfoy sein? Sein größter Feind, zumindest gleich nach Voldemort, denn der stand an ungeschlagener erster Stelle und vor seiner Cousine Bellatrix auf dem dritten Platz. Mit Gewalt kämpfte er seine Gefühle nieder. Doch trotz allem stahl sich Angst in sein Bewusstsein.

Nicht um sich, oh nein! Aber Malfoy war für seine dunklen Flüche mehr berüchtigt als berühmt. Sirius zwang sich auch dieses Gefühl abzuschütteln. Cathy konnte hier doch gar nichts passieren, jede Menge Schüler und auch einige Lehrer hielten sich in der Halle auf.

,,Sirius?" Cathy hatte nichts von seinen widerstreitenden Gefühlen mitbekommen und fragte sich, wieso der junge Black unverwandt auf Malfoys Namen starrte und keinen Ton von sich gab.

Sirius sah ein letztes Mal auf den Namen und hob dann den Kopf. ,,Ja?" fragte er.

,,Gegen wen musst du denn antreten?" Instinktiv hatte sie seine Abwesenheit nicht angesprochen und das Gespräch auf ein anderes Thema gelenkt. Sie wusste nicht wieso, aber sie hatte gespürt, dass er gerade nicht über Malfoy sprechen wollte.

,,Ach, ich muss gegen irgendeinen Ravenclaw. Der hat keine Chance!" Sirius winkte ab und schüttelte den letzten Gedanken an Malfoy ab. ,,Na hoffentlich, aber beeil dich bitte, ich könnte ein wenig Unterstützung gebrauchen." Cathy grinste und ließ ihn dann ebenfalls allein.

Sirius machte sich auf den Weg zu seinem Spielfeld. Er machte sich um sein eigenes Weiterkommen keine Sorgen, er kannte den Namen seines Gegners nicht einmal und die Ravenclaws waren sowieso dafür bekannt, dass sie erst stundenlang dachten, bevor sie handelten.

Sirius wusste aus eigener Erfahrung, dass es in einem echten Kampf nicht viel brachte, wenn man sich zu viele Gedanken machte.

Cathy selbst betrat währenddessen ihr eigenes Kampffeld und sah sich nervös um. Sie konnte doch unmöglich so ein Pech haben! Malfoy war noch nicht eingetroffen, doch einige Slytherins säumten bereits das Feld und warfen ihr verachtende Blicke zu. Das alles trug nicht unbedingt dazu bei, dass Cathy sich besser fühlte.

Von weitem sah sie, wie Lucius Malfoy sich einen Weg durch die Menge bahnte. Erstklässler wurden durch die Gegend geschubst, weil sie es gewagt hatten, ihm im Weg zu stehen und seinen Weg zu stören. Der arrogante Gesichtsausdruck brachte Cathy fast zum Würgen. Dieser Mensch war ihr zuwider! Wo blieb nur ihre eigene Unterstützung? Wo war Sirius, hatte er nicht versprochen sich zu beeilen?

,,Psst, Schwesterchen, dreh dich mal um!" James stand hinter ihr und winkte sie zu sich. ,,Also, wie sieht der Plan aus?" Fassungslos blickte sie ihn an. ,,Mich nicht in die Krankenstation fluchen lassen, das ist der Plan!" ihr Bruder wiegte den Kopf und grinste leicht. ,,Gute Idee! Und wie genau willst du das anstellen? Ich meine, wenn du seit unserem letzten Duell in den Ferien nicht erstaunlich zugelegt hast, dann hat der arrogante Schnösel da hinten ziemlich gute Karten." Sie boxte ihm auf den Arm.

,,Sag mal, traust du deiner Schwester denn rein gar nichts zu?"

,,Ist das ne Fangfrage oder so?" Cathy rollte zur Antwort mit den Augen. „Hast du auch was Konstruktives zu bieten?" James zog ihren Kopf zu sich heran und flüsterte ihr eine Weile allerlei ins Ohr. Ein wenig zweifelnd wich sie schließlich zurück und warf Malfoy einen abschätzenden Blick zu.

James nickte ihr noch ein letztes Mal ermutigend zu und machte eine nicht jugendfreie Geste in Richtung des „Feindes", die seiner Schwester ein leichtes Lächeln entlockte.

Es war beruhigend für sie zu wissen, dass James hinter ihr stand und sie notfalls sprichwörtlich auffangen würde, sollte sie fallen.

Einige Felder weiter hatte der Kampf bereits begonnen. Sirius stand einem Ravenclaw gegenüber, der auf seiner Position anscheinend nicht sehr wohl fühlte. Der junge Black erlaubte sich ein selbstgefälliges Grinsen und konnte sich einen coolen Spruch einfach nicht verkneifen. ,,Also, soll es schnell gehen oder hättest du es lieber langsam und qualvoll?"

Eine rothaarige Gryffindor versuchte derweil vergeblich Peter dazu zu bringen wenigstens das Kampffeld zu betreten, denn der zu klein geratene Junge stand zitternd am Feldrand und traute sich nicht über die Absperrung. „Komm schon, du musst es hinter dich bringen. Oder ich geh zum Prof und sag ihm, dass ich dich geschlagen habe, wenn dir das lieber ist. Aber beschwer dich nicht, wenn du hinterher nicht nur bei uns im Turm sondern vor der ganzen Schule als Schisshase dastehst!"

Die harten Worte aus Lilys Mund hatten gesessen: Peter betrat das Feld, schließlich konnte selbst er das nicht auf sich sitzen lassen.

Lily seufzte. ,,War das jetzt so schwer?"

Ging man zurück zu Cathy hatte der Kampf endlich begonnen und James stand daneben auf heißen Kohlen. Was hätte er dafür gegeben jetzt an der Stelle seiner Schwester zu stehen und diesem … zu zeigen, was es hieß jemanden fertig zu machen, und zwar ohne schwarze Magie!

Bis dato war nur wenig passiert. Die Kämpfer hatten einige Flüche ausgetauscht, ohne Schaden zu nehmen und nun umkreisten sie einander argwöhnisch. Cathy hielt ihre kampfbereite Position. Jede Faser in ihrem Körper drohte zu explodieren und diese arrogante Haltung ihres Gegenübers machte die Sache nicht unbedingt besser. Aus den Augenwinkeln bemerkte sie, dass der Feldrand sich füllte.

Natürlich: Bekannte Gryffindor gegen bekannten Slytherin! Wie konnte es auch anders sein?

Malfoy schleuderte ihr einen Fluch entgegen, Cathy reagierte und entging dem grünen Strahl nur um Haaresbreite. Noch einmal Glück gehabt.

Zeit für den Angriff! Was hatte James noch gesagt? „Angriff ist die beste Verteidigung. Schaff ihn in die Defensive, soweit, dass er überlegen muss und aus seiner Arroganz herauskommt. Wenn er das tut, dann wird er wütend und somit auch unvorsichtig, sodass deine Chance gekommen ist."

Also gut! In Gedanken ging Cathy alle ihr bekannten weißmagischen Flüche durch und ließ einen nach dem anderen auf ihn los. Sie blieb in Bewegung, um ihm kein gutes Ziel zu bieten und ihn ihrerseits in die Ecke zu drängen.

Eine Zeit lang schien Malfoy überrascht, doch das währte nicht lange. Seine Augen zeigten kalte Berechnung, als er ebenfalls in den Angriff überging. Cathy musste Boden abgeben und wich ein wenig zurück. Fieberhaft suchte ihr Gehirn nach einer Möglichkeit irgendetwas gegen ihn zu verwenden. Spiegelsprüche, Spiegelsprüche, wie gingen die bloß?

Genau! Cathy übte sich in Geduld, sie brauchte einen Zauber, der ihn aus dem Spiel schmeißen würde, sollte er ihn selbst abbekommen. Doch Malfoy schien sich seiner Sache sicher zu sein. Er bediente sich leichter Flüche, die sie nach und nach ermüden sollten, solange sie nichts dagegen unternahm.

Sie musste ihn wütend machen. Ausrasten musste er und ihr wirklich etwas tun wollen.

Systematisch begann die junge Potter ihn zu ärgern und ein wenig mit ihm zu spielen. Sie wich aus anstatt abzublocken und reizte ihn mit lächerlichen Zaubern, wie einem „tarantallegra".

Nach und nach zeigte die Strategie Wirkung. Seine Haltung wurde angriffslustiger und mit immer mehr Wut im Bauch griff er an.

Vom Rand her beobachtete ein besorgter James das Geschehen. Was dachte sie sich bloß dabei?

Ohne sich zu verabschieden sprang Sirius über die Absperrung und bahnte sich mehr schlecht als recht einen Weg durch die Schülermasse. Sein einziger Gedanke galt Cathy. (Okay, vielleicht etwas sehr dramatisch, aber ich bin gerade so drauf;) ) Wenn Malfoy ihr auch nur ein Haar krümmte…

Von weitem sah er James, der eine dicke Sorgenfalte auf der Stirn hatte, sodass Sirius seine Schritte noch einmal beschleunigte.

Er kam gerade am Rand an und sah die beiden, als er laut aufkeuchte. Was in Gottes Namen hatte die Kleine vor?

Cathy hörte am Rand für eine Sekunde etwas, dass sich wie Sirius anhörte und war versucht ihren Kopf zu drehen. Für einen kleinen Moment abgelenkt wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder dem Kampf zu und sah nur einen grünen, bösartig wirkenden Strahl auf sich zukommen….