Eine Hand fest auf ihren Mund gepresst, beobachtete die Hermine im Schrank, wie sie sich in Snapes Schultern festkrallte, aber anstatt ihn von sich zu schieben, schien sie ihn noch näher an sich heranziehen zu wollen.
Warum stoße ich ihn denn nicht weg?, fragte sie sich entsetzt und riss die Augen auf als sie hörte, wie ein erstickter Laut ihre Lippen verließ. Es klang ganz so, als würde sie das ganze… genießen.
Was tue ich da bloß?
Tausende von Geräuschen und Gedanken flatterten durch ihr Hirn, verdichteten sich zu einem Wirbel und zerrten an ihren Nerven, während sie dabei zusah, wie ihr Selbst sich unter Snape hin und her wand. Ihre Beine öffneten sich, was bewirkte, dass er zwischen ihren Schenkeln eingekeilt war.
Er hatte aufgehört, an der Bisswunde zu saugen, und als er den Kopf hob und seinen Oberkörper ein wenig aufrichtete, starrte er sie einen Moment lang an, und was auch immer er in ihrem Gesicht las, brachte ihn dazu zu fragen: „Was genau glauben Sie, was Sie da tun, Miss Granger?" Seine Stimme war samtig und dick wie Honig… ein Klang, den Hermine noch nie zuvor bei ihm wahrgenommen hatte.
Sie war sich fast sicher, dass das der Augenblick war, in dem sie zur Vernunft kommen würde, aber tatsächlich musste sie beobachten, wie ihre Hände Snapes Schultern verließen und stattdessen über seinen Rücken fuhren, zögernd und ungeschickt zuerst, dann mit mehr Bestimmtheit.
Sie musste komplett den Verstand verloren haben.
Durch den winzigen Spalt konnte Hermine sehen, wie er sein Becken nach unten drückte und sie ihrerseits die Hüfte hob, um den Druck zu erwidern. Ohne weiteres Zögern senkte Snape den Kopf, bis seine Lippen ihre Haut berührten und zu ihrer Brust glitten, was sie mit einem hörbar scharfen Einatmen quittierte.
Fast hätte Hermine die Tür des Schrankes aufgestoßen, um diesem wahnsinnigen Schauspiel ein Ende zu bereiten, aber der Teil ihres Verstandes, der nicht benebelt war, sagte ihr, dass alles nur schlimmer werden würde, wenn sie jetzt herausplatzte, also blieb sie, wo sie war und beobachtete sich selbst, wie sie den Kopf zur Seite warf und einen leisen Schrei ausstieß, als Snapes Mund sich um ihre Brustwarze schloss.
Eine heiße Welle der Scham überrollte Hermine, als sie sich selbst beobachtete, wie sie auf Snapes Berührungen reagierte. Die Tatsache, dass ihr Oberkörper vollkommen entblößt war und sie zuließ, dass seine Hände über die nackte Haut ihres Oberkörpers strichen, schien sie nicht im Mindesten zu verwundern oder gar zu stören, im Gegenteil. Er war ihr Lehrer… so viel älter als sie selbst, und sie wehrte sich nicht gegen ihn, sondern bog ihren Rücken durch, um sich näher an ihn zu pressen.
Und sie war eine Jungfrau, Gotttverdammt!
Ihr Körper hatte den Wandel vom Kind zur Frau gerade erst durchgemacht, und sie war sich sicher, dass sie nur aus purem Instinkt handelte… aber warum tat sie das hier mit Snape? Sicher, da gab es Gedanken und Gefühle, die sie gerade erst begonnen hatte zu erforschen, aber sie waren niemals um ihren Zaubertränkelehrer gekreist noch hatte sie sich je vorstellen können, dass es jemals zu dieser Situation kommen würde.
Während er ihre Brustwarze mit seiner Zungenspitze umkreiste, wanderte seine rechte Hand über ihre Hüfte und verweilte eine Weile lang dort, ehe sie weiter zu ihrem Oberschenkel glitt.
Hermine im Schrank schloss verzweifelt die Augen, sich wünschend, dass sie niemals den Zeitumkehrer benutzt hätte, um das hier erleben zu müssen… das Gleiten und Schieben ihrer Körper, die Art, wie sie schamlos an den Knöpfen seines Umhangs nestelte und ihn schließlich von seinen Schultern schob, wie sie ungeduldig die Hände auf seine Schulterblätter presste, um ihn so nah wie möglich an sich zu spüren.
Er rollte sich ein wenig von ihr herunter und seine Finger wanderten zu ihrem Knie. Er machte es zum regulären Weg seiner Hand, startete an ihrer Hüfte und bewegte sich hinunter zu ihrer Kniekehle. Sein Körper bewegte sich langsam gegen ihren, wiegte sie in einem Rhythmus, dem sie nur allzu bereitwillig zu folgen schien, und als seine Finger nun die Innenseite ihres Oberschenkels berührten, stieß sie die offenbar angehaltene Luft wieder zischend aus.
Sie schien um irgendwas zu betteln, aber was genau es war, konnte sie nicht ausdrücken, aber Snape schien sie auch ohne Worte zu verstehen. Sein Daumen strich über den Bund ihrer Jeans und als sie leise wimmerte, schlüpften seine Finger langsam in ihre Hose.
Hermine hielt den Atem an. Ihr Herz hämmerte so laut gegen ihren Brustkorb, dass sie sicher war, es wäre auch außerhalb des Schrankes zu hören.
„Professor…", hörte sie sich selbst flüstern, und plötzlich erstarrte Snape über ihr, als hätte ihn ein Stupor-Fluch mit voller Wucht getroffen.
Es geschah so schnell, dass Hermine einen leisen, erschreckten Laut von sich gab.
Snape hatte sich von ihr heruntergeschoben und war so schnell auf seinen Beinen, als hätte ihn eine unsichtbare Macht dirigiert. Er bückte sich nach seinem Umhang, während Hermine, noch immer auf dem Boden liegend, verwirrt und benommen zu ihm aufsah, und im nächsten Augenblick richtete er seinen Zauberstab auf sie und rief: „Obliviate!"
oOoOoOo
Die ersten Sonnenstrahlen schoben sich durch den Nachthimmel, aber Hermine saß noch immer angezogen in ihrem Bett, die Beine angewinkelt, den Kopf gegen ihre Knie gelehnt.
Ihre Gedanken kreisten unablässig um das, was passiert war und fast wünschte sie sich, sie könnte einen Trank nehmen, der sie in eine beruhigende Welt des Vergessens führen würde, aber das war leider nicht möglich.
Die Bilder drängten sich immer wieder in ihr Bewusstsein, wie sie von Snape berührt worden war und darauf in einer Weise reagiert hatte, die sie nie für möglich gehalten hätte.
Sie glaubte nicht daran, dass Snape das gewollt oder gar geplant hatte, und wäre sie nicht von dem Krolok gebissen wurden, hätte er ihr auch die Bluse vom Oberkörper reißen müssen.
Genau genommen hatte er sich anfangs wie ein Lehrer verhalten, der eine Schülerin, die eine Dummheit begangen hatte, vor schlimmerem Schaden hatte bewahren wollen, aber ab einem bestimmten Punkt war alles fürchterlich aus dem Ruder gelaufen.
Nur warum?
Warum hatte sie die Tatsache, dass Snape an ihrer Bisswunde gesaugt hatte, um das Gift as ihrem Körper zu entfernen, so… sie weigerte sich, an das Wort ‚erregt' zu denken, aber sie konnte es leugnen, so viel sie wollte… sie war offensichtlich davon erregt worden. Und das in einer Weise, dass sie sich ihm förmlich angeboten hatte.
Ihre Wangen brannten heiß bei der Erinnerung daran und sie spürte, wie Tränen in ihre Augen schossen.
Das konnte alles nicht wahr sein… sie konnte es einfach nicht glauben, dass sie in diesem Moment ihren Verstand komplett über Bord geworfen und zugelassen hatte, dass ihr Lehrer, den sie eigentlich gleichermaßen fürchtete wie verachtete, zwischen ihre Schenkel geglitten war und mit seinen Händen und seinem Mund Dinge mit ihr getan hatte, die sie lieber vergessen würde.
Kein Junge, geschweige denn Mann, hatte sie je so angefasst, und sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass sie es ausgerechnet Snape gestattet, ja, ihn förmlich dazu angestachelt hatte, es zu tun.
Wie weit wäre es wohl gegangen, wenn sie ihn nicht mit „Professor" angeredet hätte, was ihm offensichtlich wieder vor Augen geführt hatte, was er dort tat?
Hätte sie mit ihm geschlafen? Und wenn ja… hätte es ihr gefallen?
Sie schüttelte den Kopf, als würde sie den Gedanken dadurch loswerden wollen.
Snape war, wenn sie den Ausdruck auf seinem Gesicht richtig gedeutet hatte, ebenso entsetzt gewesen, wie sie es jetzt war.
Die Art, wie er schwer atmend auf sie herabgeblickt hatte und die sonst so beherrschte Maske von seinem Gesicht geglitten war, hatte nur zu deutlich gezeigt, dass er geschockt war über das, was passiert war.
Nachdem er sie mit dem Obliviate belegt hatte, hatte er ihr auf die Beine geholfen und dabei Zaubersprüche gemurmelt, die sie nicht kannte, und nachdem sie ihre Bluse wieder angezogen und mit leerem Blick sein Büro verlassen hatte, hatte er noch lange starr auf ein und demselben Fleck gestanden und auf die Stelle gestarrt, wo sie noch vor Sekunden gewesen war.
Mit einer heftigen Bewegung wischte Hermine die Tränenspuren von ihrem Gesicht und legte sich hin, wobei sie sich so fest es nur ging zusammenrollte.
Sie musste einfach wissen, warum sie so reagiert hatte und was genau in ihr vorgegangen war, dass sie diese schamlose Körpersprache benutzt hatte, die ihr so unähnlich war, erst recht wenn man bedachte, um wen es sich dabei gehandelt hatte.
A/N: Kurz und schmerzlos für heute lol… dafür geht es recht bald (ich habe Urlaub YAY) weiter, mit einem laaaangen Teil, in dem Hermine und Snape aufeinander treffen und Hermine einige Sachen beantwortet haben will ;)
