Guess who's back... ;-)
Nun ja, ich weiß, dass es unendlich lange gedauert hat, bis ich wieder geupdatet hab, aber es war in letzter Zeit unheimlich stressig. (
Dafür werde ich bis zum nächsten Freitag wieder updaten - versprochen! Jetzt kommen erstmal ein paar mehr Chapters in kürzeren Zeitabständen - ob das jetzt gut oder schlecht ist, entscheidet ihr! ;-)
Es wäre jetzt übrigens nett von den (bisher) anonymen Lesern (ich WEIß, dass es welche gibt! )), zu reviewen.
Elena McGrey: Vielen, vielen Dank für deine lieben Reviews! Die freuen mich wirklich jedes Mal aufs Neue! dich-drück Und dass die FF es geschafft hat, dich zu fesseln, hat mich wirklich mehr als nur geschmeichelt, ich hoffe natürlich, dass du sie weiterhin spannend findest! Vielleicht reviewst du auch für dieses Chapter, wenn dem so ist. )
Hecate: Freut mich wirklich, dass sie dir gefällt. ) (Mit dem Satz, den Jack falsch gesagt hat, hattest du übrigens Recht... Danke. Man sollte nicht mehr um 12 Uhr nachts schreiben. :-/) Nur falls du dieses Chapter auch noch liest: Da ich zu wissen glaube, dass du ein Norrington-Fan bist, wollte ich jetzt nur sagen, dass es für alles eine Erklärung gibt...
A NEW SAGA BEGINS...
SECRETS WILL BE REVEALED...
AND A CAPTAIN WILL FIGHT A DESPERATE BATTLE...
Never shall we die
3.Der Schatten des Feindes
Es war dunkel um die Piratenfestung Dowleave geworden. Andernorts wurden zu dieser Zeit Fenster verriegelt, die letzten Männer kamen von der Arbeit heim und schlossen sorgsam die Türen hinter sich und schärften ihren Kindern ein letztes Mal ein, nicht mehr hinauszugehen, bevor der Morgen graute. Aber Dowleave begann zu dieser Zeit erst richtig aufzuleben, denn die Güter, mit denen dort gehandelt wurde, waren nichts, was man am helllichten Tage auf dem Marktplatz feilbot. Die Meisten der Piraten zogen es vor, sich in dunklen Ecken zu treffen, vermummt und hastig flüsternd, um das kostbarste Gut, das sie besaßen gegen entweder Geld oder einen (selbstverständlich ungewollten) tödlichen Messerstich einzutauschten: Informationen.
Als Captain Slide auf dem höchsten Turm der Festung stand und auf die dunkle Stadt hinabsah, wurde ihm wieder einmal die Einzigartigkeit dieser Festung bewusst und er konnte nicht umhin, sich selbst dafür zu bewundern, sie aufgebaut zu haben. Gönnerhaft trank er einen Schluck Wein auf sein eigenes Wohl und hoffte zugleich, dass seine Spione ihm heute nützlichere Informationen bringen könnten, als vor zwei Tagen.
Captain Slide wusste, dass der König ungeduldig wurde und auf die Ergebnisse wartete, die der Orden ihm liefern sollte. Schließlich hatte er den "Orden der Freibeuter" deshalb unter seine, Slides, Führung gestellt, damit er möglichst schnell die Piraten vernichten könnte. Slide hörte irgendwo in der Stadt einen Schuss knallen und er war sich sicher, dass in diesem Moment ein Leben ausgelöscht worden war. Er lächelte. Es war eine Ironie, dass genau das, was die Piraten jahrelang vor der Vernichtung bewahrt hatte, jetzt ihr Untergang sein sollte: Ihre verbissene Gier und ihr Egoismus, der keinen Platz für etwas anderes ließ.
Slide trank einen weiteren Schluck Wein. Selbstverständlich hatte er gewusst, dass es nach all den Jahren als Pirat schwer werden würde, das Vertrauen des Königs zu erschleichen, aber er hatte es geschafft. Zwar herrschte immer noch ein gewisses Misstrauen ihm gegenüber, aber die Begierde des Königs nach einer piratenfreien Welt, in der England die alleinige Weltmacht darstellen würde, war größer als die Besorgnis. Sie würden sich zu spät an das erinnern, was Slide ihnen gleich zum Anfang ihrer Zusammenarbeit gesagt hatte: Dass alle Piraten unehrlich waren.
Es klopfte an der Tür und der Captain drehte sich gemächlich um. Er war heute in zu friedlicher und träumerischer Stimmung, als dass er den ungebetenen Gast hätte umbringen können.
"Herein!" knurrte er, stellte den Weinbecher auf einen Tisch ab und lehnte sich an einen der Stützbalken. Niemand, der Dowleave lebend betrat, würde ihm etwas antun. Denn er hatte den Freibeutern deutlich eingeschärft, dass sie, sollte ihm etwas zustoßen, alle Zugeständnisse des Königs verlieren würden. Ein Mann, der einen zerschlissenen Mantel trug und mit die Hand auf eine große Wunde in der Magengegend presste, betrat den Raum und fiel sofort keuchend zu Boden. Slide beobachtete ihn missbilligend, als er sich wieder aufrappelte und erinnerte sich dunkel, dass er diesen Mann zu einer besonderen Mission ausgesand hatte. Sollte diese Mission erfolgreich verlaufen sein, so war sein Sieg über die Piraten zum Greifen nahe. Aber der Zustand des Freibeuters, der sich humpelnd und stöhnend seinen Weg zu einem Stuhl bahnte, ließ etwas anderes erahnen.
Slides friedvolle Stimmung war verloren.
"Was ist passiert?" fauchte er und grapschte den Mann am Oberarm, um ihn davon abzuhalten, sich zu setzen.
"Wir... Wir haben alles versucht, a-aber... Da war ein P-Piratenl-lord und s-sie konnte sogar wirklich gu...gut kämpfen!" röchelte der Mann und jetzt war Slide klar, dass der Piratenkönig immer noch lebte. Er stieß einen wütenden Schrei aus und musste sich sehr zusammennehmen, um den Mann nicht sofort abzustechen. Der Piratenkönig war eine Frau, verdammt, und deswegen alleine schon war es mehr als peinlich, dass seine Attentäter versagt hatten! Schlimmer war allerdings, dass der Piratenkönig jetzt gewarnt war!
"Welcher Piratenlord war da? Wer?" fragte er leise zischend, denn obwohl ganz Dowleave auf seine Sicherheit bedacht war, waren es immer noch Piraten.
"I-ich glaube... er hieß... hieß Barbossa..." brachte der Mann hervor.
"Bist du dir sicher?" quetschte Slide hervor und presste den Arm des Mannes mit seiner Hand fester zusammen.
"Ja, Captain..." stöhnte dieser und verdrehte vor Schmerz die Augen. Slide ließ wieder etwas locker und ließ seine andere Hand nachdenklich zu dem Amulett, das um seinen Hals befestigt war, wandern.
Barbossa hielt sich also in der Schiffbruch Bay auf... Das war zwar sehr interessant, aber lieber wäre ihm noch die Anwesenheit Jack Sparrows gewesen – denn der entkam seinen Attentätern ebenfalls immer wieder aufs Neue. Trotzdem war Slide sich sicher, dass Jack bald in der Schiffbruchbay aufkreuzen würde, wenn Barbossa sich mit der Black Pearl dort aufhielt – und mit ihm wäre die Karte dort!
Doch bevor er sich einen neuen Plan überlegte, wie er die Karte in seinen Besitz bekam, musste er etwas anderes erledigen. Seine freie Hand suchte eines der vielen Messer, die er stets mit sich trug.
"Du hattest den einfachen Auftrag, den Piratenkönig für immer zum Schweigen zu bringen! Der König ist eine Frau und somit die verwundbarste Stelle unserer Feinde. Aber du hast versagt..."
Der Mann schien zu erahnen, was für ein Schicksal ihm bestimmt war und er riss die eben noch trüben, matten Augen voller Furcht auf.
"Captain, bitte verzeiht, wir... wir haben alles versucht! A-Aber der Piratenlord... der Lord, er war da, um sie zu besch... schützen und sie selbst war eine gute Kämpferi..."
"Rede keinen Schwachsinn! Ihr Feiglinge habt einfach den richtigen Augenblick verpasst und wenn ihr ausgerechnet dann angreift, wenn Barbossa in der Nähe ist, ist das eure eigene Dummheit! Ich dachte, ich hatte euch eingeschärft, dass bewaffnete Piratenlords stärker sein können, als ein ganzer Trupp von Soldaten und dass ihr nur einen Versuch habt, den König umzubringen! Nur einen Versuch..." flüsterte Slide und sah dem jetzt wirklich zitternden Piraten fest in die Augen. Er genoss den Geruch von Angst, den der Mann verströmte, denn es war der Geruch, der ihn dorthin begleitet hatte, wo er jetzt war: Eines seiner größten Talente war es, die Angst er Menschen auszunutzen und geschickt gegen sie einzusetzen. Das Amulett fühlte sich plötzlich leichter an, als giere es danach, von seinem Besitzer ergriffen zu werden. Slide hatte nicht lange gebraucht, um herauszufinden, was die Fähigkeit dieses Schmuckstücks war...
Aber jetzt würde er diese nicht aktivieren, der Mann, der ihn furchtsam und mit eingesunkenen Augen anstarrte, war es nicht wert, dass er kostbare Zeit verschwendete – Zeit, die er besser damit zubrachte, sich einen neuen Plan zurecht zu legen.
"Bitte... Es wird nie wieder vorkommen, Captain..." begann der Pirat und hauchte kurz darauf seinen letzten, röchelnden Atemzug aus.
"Nein, mit Sicherheit nicht."
Slider wusste nicht, ob der Mann seine Erwiderung noch mitbekommen hatte oder nicht. Der Stich war mit tödlicher Präzision und so ausgeführt worden, dass nicht allzu viel Blut den Boden besudelte.
Der Captain wischte sein blutiges Messer an er Leiche des Piraten ab und steckte es dann zurück an seinen angestammten Platz. Voller Verachtung blickte er auf den toten Körper und stellte sich vor, dieser wäre der Piratenkönig, den er zwar noch nie persönlich kennen gelernt hatte, aber von dem er gehört hatte, dass sie eine attraktive junge Frau war. Vor seinem geistigen Auge verwandelte er sich in andere Personen, die er nur zu gut kannte: Jack Sparrow... Barbossa...
Kalte Wut stieg in ihm auf und er spürte kurzzeitig den Wunsch, seine Klinge sinnlos noch einmal in den Körper zu versenken. Er würde seine Rache bekommen und sie wäre grausamer, als alles, was die Piratenlords sich vorstellen könnten, dafür würde er sorgen!
Er eilte zu dem Tisch hinüber, auf den er sein Weinglas zwischengelagert hatte, trank es in einem Zug leer und warf es gegen die Wand, wo es zerschellte. Dann griff er nach einer großen, silbernen Glocke, die er einst dem Kapitän eines spanischen Handelsschiffs abgenommen hatte und klingelte wild damit, bis ein Mann den Raum betrat.
Er hatte ein anderes Auftreten, als die Piraten, die sonst in Dowleave zu sehen waren und doch wusste Slide, dass er ihm treuer als die anderen Freibeuter zusammen war.
"Mylord?" fragte er mit dunkler, ruhiger Stimme, schloss die Tür hinter sich und blieb im Schatten stehen. Slide gefiel es, sich mit "Mylord" ansprechen zu lassen und obwohl dieser Mann bisher der einzige war, der dies in ganz Dowleave tat, begann er ernsthaft zu überlegen, ob er sich in Zukunft von allen mit diesem Titel anreden lassen sollte.
"Ich nehme an, die Namen Jack Sparrow und Barbossa sagen Euch etwas?" fragte Slide. Der Mann nickte.
"Dann solltet Ihr auch den Piratenkönig kennen? Eine junge Frau?"
Der Mann bewegte sich kurz unruhig und Slide nahm an, dass er in seiner Erinnerung zu graben begann. Slide ließ ihm die Zeit, nachzudenken, wenn er auch langsam ungeduldig wurde.
"Nach dem, was Ihr mir erzählt habt, ist mir der Name wieder eingefallen: Sie heißt Elizabeth Swann, aber ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sie ein Piratenkönig ist." sagte der Mann etwas ironisch.
"Nun, Ihr werdet Euch mit diesem Gedanken anfreunden müssen. Ich habe den Auftrag für Euch, sie zu töten. Meinetwegen nehmt sie auch gefangen und bringt sie her, ganz gleich, aber Sparrow und Barbossa muss ich lebend bekommen, ist das klar?" vergewisserte sich Slide.
"Selbstverständlich, Mylord. Wo halten sie sich auf?" fragte der Mann ruhig.
"In der Schiffbruch Bay. Ich werde Euch später die Details Eures Auftrags nennen... Ich brauche nur Eure Versicherung, dass Ihr mich nicht enttäuscht!" Slide machte demonstrativ einen Schritt auf den Körper des toten Piraten zu.
"Dass ich versage, Mylord..." James Norrington trat aus dem Schatten und sah Slide fest an. "... ist ausgeschlossen!"
"Mr Turner!"
Auf der "Flying Dutchman" herrschte ein munteres, geschäftiges Arbeiten, aber jeder, der dieses Schiff einen Monat vor dem Kapitänswechsel gesehen hätte, würde den Stimmungsunterschied bei der Arbeit nur als eine 180-Grad-Drehung beschreiben können: Einige der Seemänner lachten rau, andere sangen sogar zwischendurch ein kleines Lied.
Nur einer von ihnen stand mit leicht angespannter Miene am Steuerrad und blickte suchend über das Deck seines Schiffes. Seines Schiffes, denn er war der neue Captain der "Flying Dutchman", nachdem er Davy Jones' Herz durchbohrt hatte.
"Mr Turner!" rief Captain William Turner erneut etwas verärgert und diesmal riss sich einer der Crewmitglieder offensichtlich schweren Herzens von einem Würfelspiel los und stapfte die Treppe zu seinem Sohn hinauf. Will wusste immer noch nicht, wie er ihm die folgende Botschaft schonend beibringen sollte. Er war sich bewusst, dass sein Vater ihm diesen Wunsch nicht verweigern könnte, aber es war eine schwere Last, die er ihm aufbürden würde, das wusste Will schon jetzt aus eigener Erfahrung...
Manchmal kam ihm der Gedanke, dass Davy Jones vielleicht nicht an seiner Liebe zu Calypso, sondern an der Aufgabe, die sie ihm auferlegt hatte, verzweifelt war. Aber Will empfand sein Schicksal nicht so schlimm, wie das von Jones, denn seine Crew hatte sich inzwischen einigermaßen von der Grausamkeit ihres ehemaligen Captains erholt und genoss die neue "Freiheit", die sie unter Will erhalten hatte, in vollen Zügen: Es wurde tatsächlich an Bord der "Flying Dutchman" gelacht, so seltsam das auch anfangs geklungen hatte. Diese Heiterkeit allerdings machte Will die Aufgabe erträglicher und es machte ihm von Zeit zu Zeit sogar Spaß, mit der Crew zu segeln.
"Ja, Will?" fragte Bill Turner seinen Sohn und lächelte ihn an. Will musterte seinen Vater kurz. Er hatte sich verändert, in seine Augen war ein Leuchten zurückgekehrt, das Will vermisst hatte, seit sie sich nach einer endlos langen Zeit unter nicht allzu glücklich Umständen wiedergesehen hatten. Plötzlich war Will sich sicher, dass sein Vater die Kraft besaß, die er brauchte, um seine Aufgabe für kurze Zeit übernehmen zu können.
"Vater, ich... habe ein Anliegen. Es ist eine ernste Sache." begann Will etwas lahm.
"Ja?" fragte Bill vorsichtig und etwas misstrauisch.
"Also..."
"Junge, wenn du etwas auf dem Herzen hast, dann sag es!" forderte Bill ihn streng auf, weiterzusprechen. In solchen Momenten fühlte sich Will stark daran erinnert, dass er neben seinem Posten als Captain auch noch der Sohn eines Piraten war – und es fühlte sich auf eine seltsame Art und Weise gut an.
"Ich habe dir doch gesagt, dass ich Elizabeth sehen muss." begann Will. In Bills fürsorgliche Augen trat plötzlich Mitleid und Trauer.
"Will... Du weißt, dass du sie erst in zehn Jahren..."
"In zehn Jahren kann ich vielleicht ihr Grab besuchen, wenn ich sie jetzt nicht sehe! Vater, sie braucht mich, ich spüre das. Jede Sekunde spüre ich das und ich kann nicht weitersegeln, bevor ich sie nicht gesehen habe!" redete Will enthusiastisch weiter. Zwei Mitglieder aus seiner Crew, die sich in der Nähe befanden, bemerkten, dass dieses Gespräch nicht für ihre Ohren bestimmt war und als Will ihnen einen kurzen Blick zuwarf, verschwanden sie eiligst auf die andere Seite des Decks.
Bill seufzte. "Sie liebt dich, William und wird dich immer brauchen. Ebenso, wie du sie brauchst. Aber wegen deinem Liebeskummer kannst du noch lange nicht..."
"Es ist kein Liebeskummer!" unterbrach Will seinen Vater empört. "Ich kann inzwischen unterscheiden, was wichtig und was unwichtig ist... jedenfalls... einigermaßen... Und das, was ich jetzt fühle, hat nichts mit Liebeskummer zu tun! Sie ist in Gefahr und... ich kann nicht zulassen, dass ihr etwas zustößt."
Bill sah ihn immer noch skeptisch an.
"Ich bin mir sicher, Vater."
"Aye, dann sag mir doch bitte mal, was du vorhast! Du kannst dieses Schiff nicht verlassen und..."
"Doch, es gibt eine Möglichkeit." sagte Will langsam. Er spürte, dass er seinem Vater bei dem nächsten Satz nicht ins Gesicht sehen konnte und überließ ihm das Steuer, während er an die Reling trat und über das glitzernde Meer blickte.
"Der... Captain kann die "Flying Dutchman" nicht verlassen. Aber wenn jemand seinen Platz einnimmt... Wenn jemand, dem er vertraut, sich dazu bereit erklärt, für kurze Zeit den Titel des Captain zu übernehmen, dann kann dieser das Land betreten." sagte Will. Er hörte seinen Vater nach Luft schnappen.
"William! Willst du damit sagen, dass... dass... Aber woher..?"
"Woher ich das weiß?" Will drehte sich lächelnd um und erkannte die Verblüffung in Bills Gesicht. "Ich weiß inzwischen viele Dinge, Vater, von denen ich zuvor keine Ahnung hatte. Ich glaube, dass ich zusammen mit der Aufgabe das nötige Wissen übertrage bekommen habe, mit dem ich sie meistern kann. Wie lautet deine Antwort, Vater? Wenn du 'nein' sagst, werde ich das natürlich akzeptieren, aber..."
"Das würdest du nicht!" Bill lächelte gutmütig. Will fühlte sich überrumpelt.
"W-Was?" brachte er hervor.
"Du liebst Elizabeth mehr, als alles andere auf der Welt und wenn ich ablehnen würde, den Posten als Captain für kurze Zeit zu übernehmen, dann würdest du es mir befehlen. Leider bist immer noch ein Pirat – und das macht mich unglaublich stolz!" Bill lehnte sich lässig an das Steuer.
"Naja, schon möglich..." druckste Will herum und sah überall hin, nur nicht in Bills Augen. Er sah ein, dass er seinem Vater nichts vormachen konnte.
"Also schließe ich daraus, dass ich sowieso keine Wahl habe und nehme deinen Befehl, die "Flying Dutchman" zu führen, an." erklärte Bill und klang keineswegs verzweifelnd und anklagend, wie Will es sich bereits vorgestellt hatte. Im Gegenteil, er schien wirklich munter zu sein.
"Muss es denn ein Befehl sein? Sieh es doch lieber als... eine Bitte von mir an." sagte Will.
"Um dein Gewissen zu erleichtern? Meinetwegen! Aber wage es nicht, zu sterben!" fügte Bill besorgt hinzu.
"Keine Sorge! Danke, Vater! Vielen, vielen Dank!" Erst jetzt konnte Will es glauben, dass sein Vater seine Bitte wirklich akzeptiert hatte. Er würde Elizabeth wiedersehen! Er würde sie beschützen können! Ohne weiter Nachzudenken warf er sich Bill um den Hals und hörte von unten sofort die Reaktion der Crew, die aus einem begeisterten Applaus bestand, der mit Gelächter durchsetzt war. Sofort ließ Will seinen Vater los, der auch zu lachen begonnen hatte und wand sich der Crew zu: "Habt ihr denn nichts zu tun? Los, arbeitet gefälligst! Setzt die Segel, wir nehmen Kurs auf die Schiffbruch Bay!"
Ein Lächeln nahm seinen Worten die Schärfe und die Crew gehorchte langsam und immer noch über Wills Gefühlsausbruch scherzend.
"Zu Befehl, Captain Turner!" meldete sich Bill und schlenderte auf die Treppe zu, die ihn zurück zu seiner Arbeit führte.
"Vater, eine Frage noch: Hat Davy Jones irgendjemandem auf dem Schiff vertraut?" fragte Will. Bill überlegte einen Moment.
"Ja, sich selbst! Obwohl... Nein, ich glaube nicht einmal das. Warum?"
Will zuckte die Schultern. "Es hat mich nur interessiert."
Bill nickte und kletterte die Stufen hinab. Jetzt wusste Will, warum Davy Jones niemals innerhalb der 10 Jahre an Land hatte gehen können – um den Kapitänstitel jemandem zu verleihen, der ihn nur kurzzeitig trägt, musste man diesem Mitglied aus der Crew uneingeschränkt vertrauen.
Um seine Unruhe, die immer noch Elizabeths wegen in ihm herrschte, zu verdrängen, begann er, sich das Gesicht seiner Frau vorzustellen. Aber davon wurde er nur noch ungeduldiger und konzentrierte sich deshalb darauf, seine Crew bei der Arbeit zu beobachten. Sein Vater fing für einen Moment seinen Blick auf und nickte ihm zu. Auf einmal wurde Will bewusst, dass er vor wenigen Momenten seinen Vater das erste Mal seit Jahren in die Arme geschlossen hatte. Und der Captain der "Flying Dutchman" lächelte.
Weit weg von der "Flying Dutchman" segelte die "Royal Freedom" ruhig über das Meer. Es war dunkel und die Sterne glitzerten am Himmel. Beinahe noch schöner als sie selbst war das Meer, das ihr Licht reflektierte. Jack Sparrow hockte missmutig an die Reling gelehnt und warf ab und zu einen leicht boshaften Blick auf seinen Vater, der am Steuer stand und sein Schiff sicher und schnell der Schiffbruch Bay entgegensteuerte.
Jack hielt es nicht lange auf demselben Schiff wie Teague aus, er hatte schon immer Probleme damit gehabt, sich an Bord eines Schiffes zu befinden, auf dem er selbst nicht Captain war, aber unter Teagues Kommando zu stehen, weckte (zum größten Teil unerfreuliche) Kindheitserinnerungen.
"Jack?" fragte eine dumpfe Stimme und eine Gestalt kam auf Jack zugeschwankt. Es war Gibbs und Jack glaubte sofort, sein Anliegen erkannt zu haben.
"Wenn du keinen Rum mehr hast, dann tut mir das zwar sehr leid, aber ich werde nicht aufstehen, um die neuen zu besorgen!"
"Wa..? Nein, ich habnoch Ru... Rum! Ich w-w-wollte nur m-melden, dass wir uns kurz vor der Schiffruch... nee, Schiffbruch... Ach, du weisschon Bescheid..." endete Gibbs lustlos, ließ sich unzufrieden zu Boden fallen und nahm einen tiefen Schluck Rum. Jack sprang auf, als hätte ihn jemand getreten. Diese plötzliche Reaktion war zu viel für den betrunkenen Gibbs und er verschluckte sich.
"Heißt das, wir sind da?" fragte Jack gespannt. Gibbs hustete und fluchte nur, rollte sich auf dem Boden herum und schlug mit der Faust auf das Holzdeck. Jack verdrehte genervt die Augen und nahm Gibbs die Rumflasche aus der Hand.
"Sind – wir – da?" fragte er erneut. Gibbs streckte gierig die Hand nach der Rumflasche aus.
"Ja! Gib das her!"
Jack warf ihm die Flasche zu und lief so schnell er konnte zu seinem Vater, der durch ein Fernrohr bereits ihr Ziel anvisierte. Aber auch so sah Jack in der Ferne die Lichter der Schiffbruch Bay. Aufregung durchflutete ihn und ein einziger, triumphierender Gedanke beherrschte ihn vollkommen: Ich werde die Pearl zurückbekommen!
So, das wars! Jetzt erwarte ich gespannt eure Reviews. Kritik? Anregung? Anything?
Bis bald,
eure Lily.
