E I F E R S U C H T

Catherine sah Sara verschwörerisch an.

„Ich liebe diesen Fall schon jetzt."

Die beiden standen hinter der Bühne des „Wynn" und waren von Künstlern aller Couleur umgeben. Es war ein ganz normaler Fall und Sara wusste nicht so recht warum Catherine so vergnügt war.

„Wir hatten doch schon ein paar solche Fälle. Es ist nichts Wichtiges. Warum bist du so aufgeregt?"

Catherine winkte ab. Der Fall war doch total nebensächlich. Es war Grissom, der die ganze Sache so interessant machte.

„Hey, ich genieße es Gil zu beobachten. Er ist hier von den ganzen Girls umgeben und sie sind für ihn so etwas wie seine Ameisen. Er beobachtet sie. Und sie versuchen seine Aufmerksamkeit durch Flirten zu gewinnen. Das ist total süß, weil er nicht weiß was er machen soll. Er ist verwirrt. Manchmal denke ich er weiß nicht was er mit einer Frau machen soll."

Das weiß er sehr wohl, dachte Sara. Aber das wollte sie Catherine nun wirklich nicht sagen.

„Du übertreibst bestimmt."

„Tatsächlich? Wir werden es ja sehen."


Mit dem Koffer in der Hand lief Grissom durch das Theater. Er liebte solche Fälle, sie waren immer so überraschend.

Und heute war er besonders guter Laune. Die Nacht mit Sara war wieder fantastisch gewesen und er hatte das Gefühl, dass er mit jedem Tag mehr liebte.

Leider merkte sie das auch. Sie machte kleine Scherze darüber, lies sich nicht mehr alles gefallen. Immermehr wurde sie eine gleichwertige Partnerin.

Aber er war noch nicht bereit, sich das ihr und sich selbst einzugestehen.

Da kam ihm der heutige Fall ganz gelegen. Er würde genug Ablenkung bieten und mit Catherine an seiner Seite, vergass er Sara für ein paar Stunden.

Abrupt blieb er stehen als er Sara bei Catherine stehen sah.

„Was macht Sara hier?", fragte er Catherine barsch.

Diese sah ihn überrascht an.

„Ich dachte, dass sie helfen kann. Was hast du denn?"

„Nichts. Ich war nur überrascht. Entschuldige."

„Du solltest dich bei Sara entschuldigen."

Er drehte sich um und sah sie an.

„Ich habe es nicht so gemeint. Es war die Überraschung."

„Schon klar, Grissom. Was soll ich machen?", fragte sie ganz cool.

Keine Ahnung was ihm diesmal nicht in den Kram passte.


Er hatte Sara zu den männlichen Tänzern geschickt. Da bestand keine Gefahr, dachte er zumindest.

Was ihn nicht davon abhielt unaufmerksam zu sein.

Catherine schrieb das allerdings den Girls zu, die wie erwartet seine Aufmerksamkeit erlangen wollten.

Sara hatte die ersten Spuren gesichert und brauchte ein paar Sachen von Catherine. Außerdem war sie neugierig wie sich Grissom verhielt. Bestimmt hatte Catherine übertrieben.

Grissom ärgerte sich über Sara. Konnte sie denn nicht einmal aus seinen Gedanken verschwinden. Sie war doch nicht sie einzigste Frau in Las Vegas. Vielleicht sollte er sich die Showgirls einmal etwas genauer ansehen.

Diese dort strahlte ihn schon die ganze Zeit an.

Er ging zu ihr hinüber.

„Hallo, ich bin vom Crimelab."

„Hi, Süßer. Ich bin Crystal."

„Schöner Name. Er passt zu Ihnen. Mein Name ist Gil Grissom."

„Gil, das ist ja süß."

Die beiden lachten.

Catherine stand ein paar Meter daneben und wusste nicht so recht was sie davon halten sollte.

Sara blieb das Wort im Hals stecken als sie das Paar lachen sah.

„Keine Ahnung vom flirten?", fragte sie Catherine.

„Ich weiß auch nicht. So etwas hat er noch nie getan."

Die beiden sahen noch, wie sich Crystal unterhakte und mit Grissom davon ging.

Der drehte sich plötzlich um und erstarrte etwas als er Sara sah.

Dann redete er schnell weiter.

„Crystal zeigt mir die Garderoben der Tänzerinnen."

Das hatte er nicht gewollt. Sara war bestimmt böse auf ihn. Aber eigentlich hatte sie kein Recht darauf eifersüchtig zu sein. Oder doch ? Er sah ihren erstaunten Blick als er mit Crystal davon ging.

Er hatte nicht gehört was Crystal ihm gesagt hatte. Soweit war es nun schon gekommen. Er musste sich zusammen nehmen.

Crystal hatte immer weiter geplappert. Inzwischen war sie bei den Garderoben angelangt und Grissom stellte wieder die Fragen die er stellen musste.


Sara war inzwischen wieder bei den Tänzern angelangt.

Wollte Grissom mit seinem Verhalten irgendwas beweisen? Eigentlich war das nicht seine Art, oder?

Sie merkte gar nicht, dass einige Tänzer sie voller Interesse musterten.

„Sie haben eine tolle Figur? Waren sie mal Tänzerin?"

„Nein, aber meine Kollegin", antwortete Sara in Gedanken.

„Nun, ich denke, dass Ihre Beine viel hübscher sind."

„Was ist hier los?", ertönte von der Tür Grissoms Stimme.

„Oh, ich mache Ihrer Kollegin hier nur ein paar Komplimente."

„Das habe ich gehört. Sie stören sie bei der Arbeit."

Er ging zu Sara hinüber und griff sie am Arm.

„Was soll das? Ist das eine Retourkutsche?"

„Wie bitte? Ich habe gearbeitet und nicht mal richtig hingehört. Du dagegen – mein Name ist Gil. Eine schöne Show."

„Ich habe mir nur Zugang zu Informationen verschafft. Rein dienstlich."

„Das ich nicht lache."

„Gil, wo bist du?", ertönte plötzlich Crystals Stimme.

„Du wirst verlangt."

Sara machte sich frei und ging zurück.


Das Ende der Schicht konnte für die drei Kriminalisten nicht schnell genug kommen. Catherine verfluchte ihre Idee Sara mitgebracht zu haben.

Sara und Grissom machten sich Vorwürfe so harsch reagiert zu haben. Es gab doch keinen Grund an den anderen zu zweifeln.

Grissom hatte das Gefühl eine einfache Entschuldigung würde nicht reichen.

Er griff zum Telefon und wählte eine Nummer, die er lange nicht angerufen hatte.

Sara stand unter der Dusche und überlegte wie sie sich mit Grissom versöhnen könnte. Es war doch nur ein dummer kleiner Streit gewesen. Das würde bestimmt in Ordnung kommen.

Als sie sich umgezogen hatte, ging sie zurück in den Aufenthaltsraum.

Gerade als sie sich verabschieden wollte, kaum Judy herein. Sie hielt einen großen Blumenstrauß in der Hand.

„Für Sara. Das steht jedenfalls auf der Karte."

Sie sah Sara entschuldigend an.

„Ich war neugierig. Sorry."

Aber Sara achtete gar nicht darauf.

Sie hatte die Blumen genommen und lächelte nur.

Die anderen beobachten die Szene lächelnd, sagte aber nichts.

Sie drehte sich um und lies die Kollegen stehen.

„Hey, Sara hat wohl einen Verehrer ?", fragte Nick.

„Wurde ja auch Zeit."

Warrick verstand die ganze Aufregung nicht. Endlich jemand, der Sara zu schätzen wusste.


Mit zitternden Händen schloss Sara die Haustür auf. Die Blumen waren das schönste Geschenk, das sie je bekommen hatte.

„Gil?"

„Ich bin in der Küche."

Hoffentlich hat sie die Blumen bekommen, dachte Grissom. Er zögerte damit sich umzudrehen.

„Ich habe deine Blumen bekommen. Sie sind wunderschön."

„Ich habe mich heute dumm benommen. Kannst du mir verzeihen?"

„Kannst du mich ansehen?"

Er drehte sich um und sah eine strahlende Frau vor sich stehen.

„Es gibt nichts zu verzeihen. Du hast etwas überregiert. Und ich auch."

Er stand inzwischen vor ihr und nahm ihr Gesicht in die Hände.

„Du bist die erste Frau, die mich in meiner Ruhe erschüttert. Das verwirrt mich."

„Du bist eifersüchtig."

„Ich niemals."

Sara lachte auf.

„Ok, wenn du das sagst. Küss mich endlich."

Das lies sich Grissom kein zweites Mal sagen. Und er beließ es nicht dabei. Auf dem Weg zum Schlafzimmer begann er Sara auszuziehen.

Dort angekommen ließen sie sich beide aufs Bett fallen. Obwohl sie schon eine Weile miteinander schliefen, waren sie aufgeregt wie beim ersten Mal.

„Wird es immer so mit uns sein", fragte Sara als Grissom ihren Körper liebkoste.

„Immer."

„Versprich es mir."

„Versprochen."

Sie hielt die Luft an als Grissom ihre Brust küsste.

„Nur gut, dass die Tänzerinnen nicht wissen wie gut du küsst."

„Du kannst es ihnen ja bei nächsten Mal sagen."

Grissom löste sich von ihr und schaute sie an.

„Das kommt nicht in Frage. Du gehörst mir. Mir allein."

Sie zog ihn zu sich herunter und küsste ihn.

„Und du mir."

Sie nickte.

„Für immer."


Ich hoffe, dass es zu der Serie passt.