Autor:

Amunet

Titel:

Flüstern im Morgenwind

Story:

Beginn ist nach Band 6. Harry und Draco sehen sich wieder. Während sich zwischen den Beiden eine Romanze entwickelt, gibt es noch einen Krieg, der sie in die Fänge nimmt und sie zu zerbrechen droht.

Pairing:

Harry X Draco

Warnung:

Shonen-Ai / Slash (Liebe zwischen Jungs)

Disclaimer:

Nichts gehört mir!

Betaleser:

Betaversion 2014 von meiner lieben Smokey Sky - Vielen, vielen DANK!


Anmerkung der Autorin

Ihr werdet euch sicherlich gerade die Augen reiben und darüber Wundern, dass es ein neues Kapitel zu „Flüstern im Morgenwind" gibt. Aber nein, ihr habt euch nicht verguckt. Ich habe es tatsächlich nach so langer Zeit gepackt ein neues Kapitel zu posten.

Nachdem mein jüngstes Harry Potter Projekt „Beichte des Herzens" abgeschlossen ist, und der Schreibstil dem von FiM sehr ähnlich ist, habe ich beschlossen, hauptsächlich an FiM weiter zuschreiben und alle anderen Harry Potter Projekte (Udlmd) vorerst ruhen zu lassen. Für FiM sind noch ungefähr 4-5 weitere Kapitel geplant und ich hoffe, ich komme mit dem Schreiben so gut voran, dass auch diese FF in Kürze abgeschlossen sein wird.

Jetzt wünsche ich noch viel Spaß beim lesen.


Flüstern im Morgenwind

Kapitel 3 oder „Flucht"

Die Tage mit ihm an meiner Seite flogen nur so davon. Noch immer wusste ich nicht, wo ich anfangen sollte mit meiner Suche nach Voldemorts Horkruxen. Mir war bewusst, dass wir im Haus meiner Verwandten nicht sicher waren – der Blutschutz war mit meinem 17. Geburtstag erloschen, doch noch trauten sich die Todesser nicht an uns heran. Ich wusste, dass Voldemort mich eigenhändig töten wollte, doch es waren nicht Snapes Worte, die es mir jede Nacht erneut in Erinnerung riefen. Voldemort zeigte es mir in nächtlichen Visionen. Er demonstrierte mir in schmerzhaften Trugbildern, wie er mich foltern würde, bis ich quälend langsam und jämmerlich verendete. Es waren Träume, so schmerzhaft, dass ich mit gepeinigten Schreien aufwachte und Draco sich dieses Mal in einer beruhigenden Rolle wieder fand.

Seine Stimme war so sanft und zärtlich, wenn er behutsam und beschwichtigend auf mich einsprach. Auch ließ er sich nicht anmerken, wie sehr ihn meine Schreie verunsicherten, doch ich merkte es. Ich merkte es morgens, wenn er mich heimlich anstarrte, mit diesem Flackern in den Augen, das mir sein Unbehagen verriet. Doch da war noch etwas anderes in seinem Blick. Ich fand es merkwürdig, denn fast erschien es mir, als hätte Draco ein schlechtes Gewissen. Doch weshalb?

„Harry", sprach er mich zwei Wochen nach seinem Auftauchen vor meiner Haustür an. „Harry, ich weiß, was du vorhast."

„Was meinst du?"

„Du wirst Voldemorts Horkruxe zerstören, nicht wahr?"

„Woher weißt du das?" Erstaunt sah ich ihn an. Mit gesenktem Kopf stand er vor mir, wirkte mehr wie ein Häufchen Elend, als ein Mensch.

„Severus hat mir davon erzählt."

„Snape!" Ich hasste Snape und Draco musste es in meiner Stimme gehört haben.

„Er ist kein Verräter. Glaub mir! Er hat Dumbledore nur getötet, um mich zu retten – er hatte keine andere Wahl."

„Man hat immer eine Wahl."

„Wirklich?", antwortete er mir im vertrauten Hohn. „Hattest du auch eine Wahl, als man dich zum Retter der Zaubererwelt auserkoren hat?"

Nun war ich stumm, presste meine Lippen so hart aufeinander, dass es wehtat. Mir war klar, dass Draco im Recht war und ich ihn unfair behandelte, aber verdammt, es war Snape! Snape, der mir mein Leben in Hogwarts zur Hölle gemacht hatte. Snape, welcher mich aus Hass auf meinen Vater tyrannisiert hatte, wann immer es ging. Snape, der Sirius gehasst hat. Snape, der so vieles getan hatte, was mich nur noch an Rache denken ließ.

„Woher weiß Snape von den Horkruxen?", fragte ich, bemüht, mich wieder auf das wesentliche zu konzentrieren.

„Das hat er mir nicht gesagt, aber Severus hat gesagt, ich soll dich auf jeden Fall davon abhalten."

„Na toll! - Und da sagst du, er wäre kein Verräter?"

„Harry, bitte…" Draco sah mich so flehend an, dass es mir äußerst schwer fiel, ihn nicht gleich in die Arme zu schließen. Mir war ebenso wie ihm bewusst, dass ich ihm nicht vollständig traute. Die Todesser mochten ihm unendlich Schlimmes angetan haben und mein Herz fühlte sich mit jedem verstreichenden Tag mehr zu ihm hingezogen, doch es gab da Barrieren, die bisher einfach unüberwindbar waren. „Severus hat gesagt, du sollst erst nach dem zweiten Teil deiner Seele suchen, bevor du dich auf die Suche nach den Horkruxen begibst."

„Den zweiten Teil meiner Seele?" Nun war ich verwirrt.

„Ja. Severus hat die Theorie, dass, bei dem Angriff von Voldemort auf dich als Säugling, ein Teil seiner Seele in dich gedrungen ist und im Gegenzug ein Teil deiner ursprünglichen Seele, sich einen neuen Wirt gesucht hat. Deshalb kannst du deine starke Magie nicht so gut lenken."

„Das glaub ich nicht. Weshalb sollte das passiert sein? Ich fühle mich nicht unvollständig."

„Weil deine Seele nicht unvollständig ist. Harry, du bist einer der Horkruxe des Dunklen Lords. Ich habe die Prophezeiung niemals gehört, Harry, aber Severus, der Dumbledores Denkarium an sich genommen hat, hat mir davon erzählt. Nur so ergibt es einen Sinn."

Ich verstand kein Wort von dem, was Draco mir zu erklärten versuchte. Er musste es mir angesehen haben, denn er seufzte auf und nahm meine Hände in seine und blickte mir tief in die Augen.

„Stell dir deine Seele als Wasser in einem gefüllten Glas vor, Harry."

„Okay."

„Wenn du jetzt Kürbissaft dazugießt, nimmt das Glas noch einen Teil Saft auf, doch irgendwann ist das Glas bis zum Rand gefüllt und es wird Wasser herauslaufen - dennoch bleibt das Glas weiterhin voll. Der Inhalt des Glases ist komplett, auch wenn er sich von den Stoffen her verändert hat, verstehst du?" Matt nickte ich. So langsam dämmerte mir, was Draco mir sagen wollte.

„Gut. Wenn du nun ein Tuch nimmst und den Kürbissaft aufwischt und ihn in ein neues Glas einfüllst, in ein Glas, das eben noch genug Fassungsvermögen für den Saft hat…"

„Ich verstehe, was du meinst. Du denkst also, Voldemorts Seele hat ein Stück meiner eigenen aus meinem Körper verdrängt und die Magie – welche auch immer – hat dieses Stück meiner Seele gerettet, indem sie sie in einen neuen Körper übertragen hat."

„So ist es!"

Draco lächelte mich freudig an und alle Gedanken über die verzwickte Seelengeschichte wurden tief in meinen Hinterkopf verbannt, da mir jäh die akute Nähe zwischen uns bewusst geworden war. Meine Hände in den seinen, sein ganzer Körper nur wenige Zentimeter von mir entfernt und seine wunderschönen Augen, die einzig mich betrachteten. Der Wunsch, ihn zu küssen, war wieder da. Mächtig, kaum kontrollierbar – gar nicht kontrollierbar. Meine Lippen eroberten die seinen. Ich küsste ihn in dem brennenden Bedürfnis gefangen, ihn zu schmecken und immer tiefer in ihn zu dringen. Es war ein Gefühl, das mich von Minute zu Minute frustrierter machte, denn egal, wie innig ich ihn küsste, wie ergeben er mich zurück küsste, ich wollte noch so viel mehr.

„Draco", stöhnte ich zärtlich in unseren Kuss, „Oh, Draco, du machst mich wahnsinnig." Er grinste und ich fühlte mich glücklich, dass er meine Gefühle zu erwidern schien.

An dem leisen Rauschen von Stoff merkte ich, dass Draco, ohne unseren Kuss zu unterbrechen, von seinem Stuhl gerutscht war. Seine Hände glitten aus den meinen und legten sich auf meine Schultern, doch bevor ich fragen konnte, was er vorhatte, setzte er sich auf meinen Schoß. Ich erschauderte am ganzen Körper! Seine Nähe machte mich unsicher, aber erregte mich zugleich und ich hatte Angst, schreckliche Angst davor, was passieren konnte, wenn ich mich dieses Mal nicht beherrschen konnte. Wenn ich dieses Mal sein Angebot, seine Bereitschaft annahm.

„Harry", flüstere er rau, „Harry, bist du jetzt bereit, mich zu lieben?"

„Draco…" Ich wollte es. Ich wollte ihn mit meinem Körper lieben, immer und immer wieder, bis er vor Lust nur noch meinen Namen schreien konnte. Doch ich wollte noch mehr, ich wollte ihn, seinen Geist, seine Gedanken, sein Körper, alles sollte mir gehören. Ich wollte ihn besitzen mit Haut und Haaren. „Ich will dich, Draco, aber bist du wirklich bereit dazu?"

Er zauderte einen kleinen Moment, in dem er mir wieder in die Augen sah und dann nickte er. Mein Herzschlag setzte für einen Augenblick aus. Ich wusste, welches Vertrauen er in mich setzte und es erfüllte mich mit unglaublichem Stolz, dass ich es war, der seiner Liebe wert war. Meine Lippen fanden erneut die seinen und ich küsste ihn zärtlich und verlangend, als gäbe es kein Morgen mehr. Wie von alleine fanden meine Hände zu seinen Schultern und ich streifte ihm sein Oberteil so weit es ging von seiner rechten Schulter. Er wimmerte in den Kuss, als meine Hand seine nackte Haut berührte und langsam damit begann, sich an die vielen Knöpfe zu machen. Es dauerte nicht lange und sein Oberteil fand den Weg auf den Boden. Ich löste mich von seinen sinnlichen Lippen und schaute ihm in die Augen. Dracos Augen funkelten erregt und ich konnte fasziniert beobachten, wie sie immer dunkler wurden.

Meinen Kopf senkend, küsste ich die blasse Haut sein Schlüsselbein entlang und er legte genießend den Kopf nach hinten. Seine Reaktionen ermutigten mich, jeden Zentimeter dieser köstlichen Haut zu liebkosen. Dracos Hände umfassten meinen Kopf, wühlten sich leidenschaftlich in meine ohnehin wirren Haare und drängten mich enger an sich heran. Ich fühlte mich erregter und unsicherer als jemals zu vor. Ihn zu berühren, zu liebkosen, fühlte sich so verboten an und war gleichzeitig reinste Verlockung, so dass mir mein Herz bis zum Halse schlug. Sein Wimmern unter meinen zarten Küssen brannte sich in meine Ohren, berührte mich in den Grundfesten meiner Selbst. Ich begehrte ihn, wie nichts jemals zuvor.

„Harry", sagte er, „lass uns zum Bett gehen." Seine Stimme war rau vor Erregung und seine Lust verschleierten Augen durchdrangen mich. Wir erhoben uns beide und als wir so voreinander standen, wurde mir bewusst, dass dies die letzte Chance war, diese törichte Tat zu beenden. Ich wollte ihn doch auf keinen Fall verletzten, doch Draco musste bemerkt haben, wie mich die Zweifel wieder einzuholen drohten, denn er nahm mich bei der Hand und zog mich einfach zum Bett, auf welches er sich zuerst legte. „Komm", hauchte er und meine Beine gaben wie von selbst nach, während ich mich auf ihn legte. Er stöhnte, als mein Gewicht auf ihm zu liegen kam, und drängte sich an mich. Meine Lenden brannten, ebenso sehr wie meine Gefühle für ihn.

Draco verführte mich auf eine unschuldige Art, die vor Liebe nur so strotzte. Er brachte mich dazu, aus seinem sanften Blick einen lodernden zu machen, indem ich ihn behutsam entkleidete und jeden Zentimeter seiner wundervollen, hellen Haut liebkoste. Mein Herz schlug heftig, als er in voller Schönheit vor mir lag und ebenso schwoll es vor Stolz an, weil ich es war, dem er vertraute, trotz der Erfahrungen mit den Todessern.

Mit den Augen glitt ich über sein gerötetes Gesicht, seine schmalen Schultern, seinen flachen Bauch hinab, zu der Linie feinen Goldes, welches zwischen seinen Schenkeln mündete. Kurz flackerte in mir die Frage auf, wie jemand etwas so vollkommenes hatte verletzen und beschmutzen können. Draco war perfekt – perfekt für mich! Ich wollte ihn vergessen machen, dass jemals jemand anderes Hand an ihn gelegt hatte. Ich wollte, dass sein Körper sich ebenso sehr nach mir verzehrte, wie es sein Geist offenbar schon tat - und wie ich es bei ihm tat. Er sollte mir im gleichen Maße verfallen, wie ich ihm verfallen war.

Behutsam drängte ich seine Schenkel auseinander, damit ich mit einem Bein dazwischen gleiten konnte. Er keuchte leise auf und in seinen Augen sah ich etwas Lustvolles aufblitzen. Meine Lippen fanden wieder die seinen und ich küsste ihn, als wäre er die Luft zum Atmen, als könnte ich ohne ihn nicht leben. Mein ganzer Körper kribbelte und pulsierte von seiner Nähe. Ich fühlte, wie Dracos Hände über meinen Rücken streichelten und sich in meinem Haar verkrallten, während er mich noch tiefer in den Kuss zog. Meine Gefühle für ihn drohten, mich zu überrollen. Sie waren so intensiv, so neu, so überwältigend. Hungrig presste ich mich an ihn, rieb meinen Körper, meine Erregung an ihm und ich konnte die seine spüren.

„Harry", japste er, als meine Hand seine pulsierende Erregung sanft umfasste. Dracos Glied in meiner Hand fühlte sich samtig und hart zugleich an. Zärtlich streichelte ich daran auf und ab und beobachte in seinem Gesicht seine Gefühlsregungen bei dieser Liebkosung. Draco hatte seine Augen geschlossen, den Mund leicht geöffnet und versuchte, sein Stöhnen mit seiner Hand zu ersticken.

„Nicht, Draco", flüsterte ich und nahm vorsichtig seine Hand weg, „lass mich deine verführerische Stimme hören." Draco öffnete seine Augen und ich stellte erstaunt fest, wie dunkel sie geworden waren. Das kühle Grau war einem dunkelblauen Sturm gewichen. Zufrieden mit dem, was ich vorfand, tauchte mein Kopf an ihm hinab. Ich küsste die Spitze seines Gliedes und konnte hören, wie er erschrocken aufkeuchte. Hatte er etwa gedacht, er könnte mich verführen, ohne, dass ich von all seinen Vorzügen kostete?

Mit meinem Mund verwöhnte ich ihn, so gut ich es, unerfahren, wie ich darin war, vermochte, doch da er mich nicht aufhielt, ging ich davon aus, dass es ihm gefiel. Vor Liebe trunken versuchte ich so viel von seiner Länge in mich aufzunehmen, wie ich konnte und gelegentlich musste ich Dracos Hüfte festhalten, da er sonst zu heftig in mich gestoßen hätte. Eine lustvolle Weile später, in der Dracos Gebaren wilder, unkontrollierter und sehnender geworden war, bemerkte ich es. Etwas änderte sich und ich erkannte, dass er kurz vor seinem Höhepunkt stand und da ich noch etwas anderes mit ihm vorhatte, ließ ich von ihm ab. Enttäuscht stöhnte er auf und blickte verwirrt zu mir hoch.

„Harry, was ist?", wisperte er. Seine Stimme war so rau vor Erregung, dass es in mir Schauer erzeugte.

Vielleicht war es nur ein nichts sagender Impuls, doch ehe ich mich versah, rutschten Worte über meine Lippen, welche mich ebenso überraschten wie Draco. „Ich liebe dich."

Seine Reaktion war keinesfalls entmutigend, auch wenn er meine Worte nicht erwiderte. Es kümmerte mich jedoch nicht, denn ich wusste ja schon länger, dass Dracos Drängen nach meiner körperlichen Nähe eine Bedeutung haben musste. Es waren seine Gesten, die mich jeden Tag aufs Neue hatten erkennen lassen, dass er auf die gleiche Art fühlen musste wie ich und ich liebte ihn noch mehr dafür, dass er mich auch liebte.

Mit meinen Händen strich ich ihm eine schweißgetränkte Strähne aus dem Gesicht und lächelte ihn an. Ich sah, dass er sich überlegte, welche Antwort ich erwartete.

„Du brauchst nichts sagen, Draco", sagte ich und beugte mich über ihn, um diese schönen, geröteten Lippen mit den meinen zu bedecken, sie zu spalten und mit meiner Zunge in die feuchte Wärme seiner Mundhöhle einzudringen, um ihm zu zeigen, wie sich die Wahrheit meiner Worte anfühlte und er genoss es. Kindischer Stolz machte sich in mir breit und als dessen Nachgeschmack etwas abgeklungen war, rollte meine eigene Lust wieder über mich hinweg. Vorsichtig tastend bahnte sich meine rechte Hand wieder den Weg hinab zu seinem Schoß, doch dieses Mal verweilte ich nicht bei seinem wunderschönen Glied. Ich tastete weiter nach hinten, zu den wohlgeformten, runden Pobacken und streichelte die Spalte dazwischen. Draco keuchte und verspannte sich eine Sekunde. Er wusste offenbar, was ich tun wollte.

Mein Finger drang in ihn ein und auch, wenn sein Körper kurz steif wurde und etwas Unbehagen in ihm aufflackerte, wurde er alsbald wieder weich und entspannte sich. Sein Atem ging stoßweise, doch lag er ansonsten ruhig auf dem Bett. Mir schien es, als würde er sein komplettes Wesen in diesem Moment auf meinen forschenden Finger konzentrieren. Zärtlich liebkoste ich mit meinem Finger sein Inneres und bemerkte erfreut, dass er immer lockerer wurde unter meiner Liebkosung. Als ich einen zweiten Finger in ihn führte und sie rhythmisch in ihm bewegte, konnte er ein Stöhnen nicht länger unterdrücken. Meine Zärtlichkeit fand Anklang bei ihm und seine Hüfte drängte sich meinem Finger ungehemmt immer mehr entgegen.

Ich war entzückt von seinem Anblick, von der Art, wie er da vor mir lag, nicht wissend, was für Gefühle seinen Körper durchfluteten. Ich war erstaunt darüber, dass ihm Berührungen in seinem Inneren solch eine Leidenschaft entlocken konnten und ihm nicht nur Schmerzen bereiteten. Doch dann kam der Augenblick, von dem ich wusste, ich konnte mich nicht länger zurückhalten. Auch mein Körper schrie nach Erfüllung und wenn ich diesen wundervollen, diesen göttlich zu nennenden Akt vervollständigen wollte, dann musste ich es jetzt tun.

Sanft hob ich seine Hüfte an, kaum das meine Finger aus ihm geglitten waren und schaute ihm in sein gerötetes und verschwitztes Gesicht. Er war so schön, so wunderschön, dass es mir fast schon wehtat. Er bemerkte mein kurzes Zögern und sagte: „Tu es, ich liebe dich doch auch."

Der zärtliche Klang seiner Stimme gab mir den letzten Anreiz. Behutsam drang ich in ihn ein. Mein Glied versank in seiner Enge und ich erzittere ebenso sehr, wie er. Wir waren Eins geworden. Es war unglaublich! Für einen Moment bettete ich meinen Kopf auf seiner Schulter, mein Herz war so glücklich, dass es fast zersprang. Seine Hände fassten nach meinem Kopf und er küsste mich – eine unmissverständliche Aufforderung für mich.

Langsam nahm ich die Bewegungen meiner Hüfte auf. Ich glitt in ihm auf und ab, auf und ab. Wir stöhnten und keuchten im Gleichklang. Dracos Beine umschlangen mich und drängten mich noch enger an sich. Es war Leben und Tod, es war Himmel und Hölle zugleich, so sehr erregte es mich. Wir waren beide so erhitzt von unserem Vorspiel, dass wir beide dem Höhepunkt schon viel zu nahe waren. Immer wieder küssten wir uns und immer wieder biss ich ihm hungrig in seine Schulter, um meine Lust noch für einige Momente hinauszuzögern, doch es half nicht viel. Nach wenigen Minuten der größten Glückseligkeit meines Lebens, kam ich in ihm und er folgte mir nur Augenblicke später.

Am nächsten Morgen, als ich aus einem seltsam friedlichen Schlaf erwachte, waren Draco und ich in einander verknäuelt. Vorsichtig zog ich mich aus seiner innigen Umklammerung und wollte mich schon aufrichten, als mein Blick auf sein schlafendes Gesicht fiel. Ein sanftes Lächeln umspielte seine sinnlichen Lippen und mir schien, als würden sie nur darauf warten, geküsst zu werden. Ich beugte meinen Kopf etwas näher zu ihm herab und hauchte einen zarten Kuss auf seinen Mundwinkel.

Draco seufzte zufrieden im Halbschlaf und murmelte leise: „Guten Morgen."

„Guten Morgen, Draco", entgegnete ich ihm liebevoll. „Hast du gut geschlafen?"

Er nickte selig und als er sich streckte, um den Schlaf zu vertreiben, klangen die Geräusche, welche er dabei machte, wie das Schnurren einer Katze.

„Was machen wir heute?", fragte er mich.

„Den ganzen Tag im Bett verbringen", entgegnete ich grinsend.

Sein blasses Gesicht nahm eine leicht pinke Färbung an, doch als er mir wieder in die Augen sah, meinte er keck: „Das klingt verlockend, Mr. Potter."

„Finden Sie wirklich, Mr. Malfoy?", ging ich auf sein Spiel ein.

„Oh ja, das finde ich", raunte Draco, schlang seinen Arm um meinen Nacken und küsste mich kurz. Er wollte sich schon zurückziehen, um mich etwas zu necken, als ich ihn auch schon packte und leidenschaftlich küsste. Immer und immer wieder, bis keiner von uns mehr wusste, wo ihm der Kopf stand. Meine Hände wanderten seinen nackten Körper entlang und streichelten jene Stellen, die ich seit der vergangen Nacht als besonders empfindsam in Erinnerung hatte. Bald schon glitt die Decke, welche noch über uns ausgebreitet gewesen war, auf den Boden und war vergessen. Dann jedoch hörte ich das Quietschen der Tür!

„Dudley!"

Mein Cousin stand mit hochrotem Kopf in der Tür und beobachtete uns. Es sah aus, als würde er schon länger dort stehen. Augenblicklich war mir schlecht und mit einer schnellen Bewegung brachte ich den erschrockenen Draco schützend hinter mich. Dudley, obwohl er ertappt war, rührte sich nicht vom Fleck. Ärgerlich griff ich nach der Decke und breitete sie über Draco aus. Erst dann ging ich, nackt wie ich war, auf Dudley zu. Ich bemerkte, dass sein Blick immer wieder lüstern Draco suchte, doch dann stand ich direkt vor ihm, bedacht darauf, ihm die Sicht auf Draco zu verwehren.

„Verschwinde!" Ich wählte meinen Tonfall so hart, wie ich es vermochte.

„Hast du ihn gefickt?", fragte Dudley, meinen Befehl total ignorierend. „Bestimmt hast du ihn gefickt. Ich hab euch gestern Nacht stöhnen gehört."

Am liebsten hätte ich Dudley ins Gesicht geschlagen, gleichwohl ich wusste, dass er stärker war als ich.

„Zieh Leine, Duddymatz, oder du wirst es bitter bereuen", knurrte ich und abermals ignorierte er mich.

„Vater würde dich rausschmeißen, wenn er wüsste, was für kranke Sachen du hier mit deinem Freund treibst."

Ich brodelte vor Zorn. „Weißt du was, Dudley, das stört mich nicht. Wir werden sowieso in ein, zwei Tagen verschwinden."

Zum ersten Mal sah Dudley mir ins Gesicht. „Tust du nicht."

„Oh doch, das werde ich und ich kann dir garantieren, dass ihr mich nie wieder sehen werdet."

„Wir wären dich los – für immer?"

„Ja, für immer."

Dudleys Gesicht nahm einen hämischen Ausdruck an. Der Gedanke, mich los zu werden, war für ihn ebenso reizvoll, wie umgekehrt für mich. 17 Jahre bei den Dursleys hatten mich gelehrt, meine Verwandten ebenso sehr zu hassen, wie sie mich und meine Fähigkeiten. Außerdem beunruhigte mich Dudleys Verhalten gegenüber Draco extrem. Was zur Hölle war mit meinem bescheuerten Cousin los?

Bemüht, noch einen letzten Blick auf Draco zu erhaschen, drehte sich Dudley mit einem undeutbaren Gesichtsausdruck und einem merkwürdigen Glanz in seinen Schweineaugen um. Er ging die Treppe hinunter und ich war mir sicher, er würde die Neuigkeit von meinem Auszug gleich Vernon erzählen. Als Dudleys breites Kreuz aus meinem Sichtfeld verschwunden war, drehte ich mich zu Draco um. „Lass uns packen. Je schneller wir hier raus sind, umso besser."

Der Morgenwind flüsterte uns noch leise und kaum vernehmlich zu, als wir mit meinem kläglichen Besitztum das Haus der Dursleys fast fluchtartig verließen, natürlich ohne uns zu verabschieden. Jeglichen Schutz hatten wir nun zurück gelassen und die Jagd konnte beginnen, wenngleich wir nicht wussten, ob wir Jäger oder Beute waren.

Ende? oder Fortsetzung folgt…


So, dass war das neue Kapitel von „Flüstern im Morgenwind". Ich hoffe es hat euch gefallen und vielleicht hat euch das Lemon ja auch für die ziemlich lange Wartezeit entschädigt. *lächel* Über Kommentare würde ich mich sehr, sehr freuen. Liebe Grüße Amunet

Übrigens war meine Freundin Niva der Ansicht ich hätte Dudley am Schluss töten sollen, was meint ihr dazu?