Shinichi genoss die Sonne, die auf seinen Kopf strahlte. Er war endlich wieder er selbst und konnte wenigstens einen Tag ernst genommen werden, mit seinen Freunden und Ran reden… Er war so in Gedanken, dass er gar nicht bemerkte, wie er das Gelände der Schule betrat.
Eine augenblickliche Wärme umschloss sein Herz. Er war endlich zu Hause. Ein normaler Oberschüler hätte wahrscheinlich gelacht und die Augen beim Hören dieses Satzes verdreht. Aber Shinichi war nicht normal. Er war ein gefeierter Oberschülerdetektiv und dadurch ständig auf Verbrecherjagd. Seine Eltern, Yukiko Kudo, eine ehemalige berühmte Schauspielerin und sein Vater Yusaku Kudo, ein berühmter Krimischriftsteller, waren auch nicht ganz normale Eltern eines Durchschnittsteenagers.
Seinen Weg zum Klassenzimmer fand er schnell. Er wurde leicht hibbelig und nervös. Was, wenn er sich vertan hätte? Aber warum sollte seine Klasse den Raum gewechselt haben? Er machte sich wahrscheinlich unnötig Sorgen. Er öffnete die Tür und ging herein. Noch ahnte er nichts von den Geschehnissen, die noch passieren sollten…
„Hallo Leute!" begrüßte er strahlend seine Klasse. Ein riesiges Grinsen war auf seinem Gesicht erschienen. Wie erwartet sprang die halbe Klasse vor Verwunderung auf. Seine Kumpels begrüßten ihn voller Freude.
„Hey Kudo, wo haste dich denn rumgetrieben?" fragte der eine besorgt.
„Schön, dass du wieder da bist, Alter!" rief ein anderer voller Begeisterung.
Der Tumult wäre bestimmt weiter gegangen, wenn nicht ihr Mathematiklehrer, Herr Fukinawa, das Klassenzimmer betreten hätte. Er sorgte augenblicklich für Ruhe in der Klasse. Ran, die dem ganzen Tumult als Beobachterin gefolgt hatte, saß nun geschockt auf ihrer Bank. Shinichi war nun endlich da. Im Klassenzimmer. Hinter ihr, wo sein Platz war. Neben ihrer Freude, dass er endlich wieder da war, fühlte sie sich ein bisschen enttäuscht. Warum hatte er sie so lange warten lassen? In letzter Zeit hatte er noch nicht mal angerufen. Irgendwie muss er aber mal wieder bemerkt haben, dass es ihr nicht gut geht, denn er sprach sie ganz leise an.
„Hey Ran, ich muss dir nach dem Unterricht im Vertrauen etwas sagen." Sprach er geheimnisvoll.
Das sorgte dafür, dass sie rot anlief. Sie wollte ihm gerade antworten, doch ihr Lehrer funkte dazwischen. Keiner aus der Klasse konnte ihn leiden, weil er einfach nur streng war und Jugendliche nicht leiden konnte, eigentlich ignorierte er sie meistens. Viele fragten sich daher, warum er dann Lehrer geworden war.
„Fräulein Mori, hätten Sie vielleicht die Güte, meinem Unterricht zu folgen? Es sei denn Sie haben etwas zu berichten, was die ganze Klasse jetzt erfahren sollte." meinte er streng.
„Nein Herr Fukinawa. Verzeihung." Gab sie nun kleinlaut bei.
Shinichi gefiel es überhaupt nicht, wie er mit ihr sprach, doch er ließ es sein. Er wunderte sich zudem, dass der Lehrer seine Anwesenheit gar nicht mitbekam. Er schien sich wohl wirklich nicht für seine Schüler zu interessieren.
Gut eine halbe Stunde später fing Shinichi an, sich zu langweilen. Sein Husten, der bis jetzt alle zehn Minuten kurz einsetzte, wurde auch nicht besser. Die Aufgaben konnte er eh schon und der Lehrer hatte der Klasse, nachdem er seinen Vortrag beendet hatte, Aufgaben bis zum Rest der Stunde gegeben, die dann auf Note abgegeben werden sollten. Zu machen brauchte er es eh nicht, weil er wusste, dass er bereits morgen wieder in der Klasse von Ayumi, Genta, Mitsuhiko und Ai sitzen würde. Das frustrierte ihn dermaßen, dass er laut anfing zu stöhnen. Keiner nahm davon jedoch Notiz, alle waren mit den schweren Aufgaben beschäftigt. Als Shinichi mal wieder auf die Uhr starrte, waren nur fünf weitere Minuten vergangen. Wann hörte sein Elend endlich auf?!
Seine Antwort erschien mit dem lauten Poltern auf dem Flur. Kurz darauf erschien ein schwarz gekleideter Mann im Klassenzimmer. Die ganze Klasse schreckte nach dem Knallen der Tür hoch.
Zuerst setzte Shinichis Herz aus, weil er dachte, dies könnte ein Mann der Schwarzen Organisation sein, doch er verwarf diesen Gedanken wieder. Diese Männer waren verdammt schlau und nicht so töricht, in ein Klassenzimmer zu laufen, ihn zu erschießen und viele Zeugen zurück zu lassen.
Der Mann hatte eine Pistole und ein Messer (wahrscheinlich als Überraschungseffekt) bei sich. Er stellte sich vor den Lehrer mit einem aggressiven Gesichtsausdruck.
„Schließ augenblicklich die Tür ab! Na los, wird's bald?!" schrie er ihn an. Man erkannte, dass er die ganze Zeit gelaufen sein musste. Er schwitze und seine Atmung war noch ein bisschen schneller als normal. Der Lehrer sprang wie von einer Tarantel gestochen auf und schloss die Tür ab. Als er dies beendete, stellte er sich mit dem Rücken zur Tür. Sein Gesicht war voller Angst.
„He du da, das Mädchen mit den langen braunen Haaren! Komm her und sammle die Handys ein! Wehe die vergisst eins, du wirst es bereuen." Die Gemeinte, Ran, sprang sogleich auf und sammelte alle Handys ein. Als sie bei Shinichi ankam, blickte sie ihn voller Sorge an. Er blickte zuversichtlich zurück. Er würde diese Sache schon klären. Sie packte die Handys in den Korb, welcher immer auf dem Lehrertisch stand, (der auch für Anti – Handy- Benutzung im Unterricht gedacht war). Danach setzte sie sich schnell wieder hin.
„Was wollen Sie von uns? Bitte, lassen sie uns gehen. Wir können doch bestimmt was an der Situation ändern und eine friedliche Lösung finden." versuchte Herr Fukinawa verzweifelt.
„Halt die Klappe!" fuhr der schwarze Mann ihn an und richtete die Waffe auf ihn. Er schoss und der Lehrer sank zu Boden.
Die Mädchen fingen an zu schreien und zu weinen. Es drohte, ein Tumult auszubrechen.
„Ihr haltet jetzt alle eure Klappe sonst könnt ihr sein Schicksal mit euch teilen!" schrie der Mann. Um seinen Worten Ausdruck zu verleihen. Schoss er einmal in die Decke. Augenblicklich kehrte Ruhe ein. Einige Jungs starrten ihn böse an, andere zitterten und starrten Löcher in den Boden. Einige Mädchen weinten und gaben sich gegenseitig Halt. Der Mann sprach aber unbekümmert weiter.
„Soso, da habe ich mir ja was eingebrockt. Aber keine Angst, ich habe noch Großartiges mit euch vor…" Ein Lächeln bildete sich und Zuversicht strömte aus all seinen Poren, er war sich absolut siegessicher. Das könnte heute ja noch was werden…
Fortsetzung folgt…
