„Ich will, dass ihr alle Gardinen schließt!" fuhr der schwarze Mann fort. Die Schüler taten wie ihnen geheißen. Jeder hatte Angst. Shinichi ging die ganze Situation ganz schön auf die Nerven. Da war er mal einen Tag in der Schule, um einmal unbekümmert Zeit mit seinen Freunden zu verbringen, doch was passiert mal wieder? Eine Geiselnahme in der Schule. Ganz große Klasse. Er entschied, dass er was an der Situation ändern musste, also sprach er den schwarzen Mann an.
„He Sie da. Wie kommt es, dass Sie hier in der Schule gelandet sind?" fing er mutig an. Seine Mitschüler starrten ihn entsetzt an. Es war, als hätte er eine Bombe hochgehen lassen. Wenn eine Stecknadel auf den Boden gefallen wäre, hätte man sogar die gehört.
„Soso, du bist mir ja ein ganz mutiger Bursche. Wenn du's unbedingt wissen willst, ich habe die Bank im Beikacenter ausgeraubt. Es lief alles glatt, doch ausgerechnet als mein Komplize und ich die Bank verließen, erscheinen die Scheiß Bullen und ich musste umdisponieren. Ich erschoss den nutzlosen Kerl und bin losgelaufen. Dummerweise wurde ich in Richtung der Schule gedrängt und hier bin ich nun. So gesehen ist es aber auch gut, dann habe ich gleich 20 Geiseln auf einem Haufen versammelt." lachte der Mann hämisch.
„ Aha. Grips haben Sie wohl nicht genug, um einen ordentlichen Raub durchzuführen. Leute wie Sie kann ich einfach nur auslachen. Die Polizei wird Sie bekommen, das versichere ich Ihnen!" gab Shinichi spöttisch und selbstsicher zurück.
„Was hast du gerade gesagt?! Jetzt reicht es mir endgültig mit dir!" schrie der Mann und lief zu Shinichis Pult. Er riss ihn von seinem Platz und zog ihn nach vorne. Jetzt war er vor den Augen aller, somit wollte der Mann bestimmt seine Macht demonstrieren. Das machte Shinichi ein bisschen nervös, aber er ließ es sich nicht anmerken. Er wartete auf das kommende Übel. Während er vorne ein paar Sekunden stand, überlegte er, was der Geiselnehmer wohl vorhatte. Ob er sie alle erschießen wollte? Nein das wär Schwachsinn, aber was hatte er mit ihnen nur vor?
Plötzlich kam ein Faustschlag mitten in Shinichis Magengegend. Seine Luft setze kurz aus und er musste keuchen. Dies tat er aber nur leise, um die Mädchen nicht zu verschrecken. Weh tat es aber trotzdem, das würde später bestimmt ein blauer Fleck werden.
„Spielst du jetzt den Tapferen oder was? Hat dir der Schlag nicht genug wehgetan?" grinste der Mann hämisch. Dann holte er noch mal so tief wie möglich aus und traf Shinichi im Gesicht. Da war zu viel, um es runter zu spielen und der Oberschüler stürzte zu Boden. Einige Mädchen kreischten.
„Fresse halten da hinten!" schrie der Mann zornig. Irgendwie wirkte er doch ein bisschen überfordert.
Shinichi war währenddessen wieder aufgestanden, seine Lippe blutete. Schmerzen ließ er sich nicht anmerken.
„Du gehst mir auf den Geist Bursche. Setz dich wieder hin. Noch einen weiteren Kommentar und ich werte härter durchgreifen müssen, kapiert?!" sprach der Mann ihn an. Shinichi ging ohne weitere Worte zu seinem Platz zurück. Fertig war er mit dem Mann aber noch lange nicht.
Ran schaute Shinichi sehr besorgt an. Wie konnte der Mann es wagen, ihn zu hauen? Aber warum musste Shinichi ihn auch provozieren? Wenn er so weiter macht, endet die Situation hier noch fürchterlich für alle. Als sie Shinichis Blick suchte, erkannte sie ein Lächeln seinerseits. Wie kann man nach zwei Faustschlägen und blutiger Lippe lächeln? Es war ihr ein Rätsel. Sie ertrug die Situation nicht mehr, sie wollte nur noch raus und alles hier vergessen!
Mittlerweile waren schon fünf Stunden vergangen. Shinichi hielt es nicht mehr aus. Sein Husten hatte sich immer mehr verschlimmert, seine Lunge schmerzte schon. Die Erkältung hätte er doch nicht unterschätzen sollen! Ran schien sich auch immer mehr Sorgen zu machen. Jedes Mal, wenn sie Shinichi traf, schien dieser krank zu sein, das war doch nicht mehr normal!
Der Entführer war auch nicht gerade gut gelaunt. Er war im Klassenzimmer ziemlich kopflos rumgerannt und es schien so, als ob er sich Sorgen machen würde. War ja selbstverständlich! So ein Bankraub und ne Geiselnahme sind ja nichts für schwache Nerven. Wie sollte er aus dieser Situation nur wieder raus kommen?
Mit einem Mal waren Polizeisirenen zu hören und Inspektor Megure sprach durch ein Megafon:
„Hier spricht die Polizei. Ergeben Sie sich und kommen Sie mit erhobenen Händen aus dem Gebäude. Es gibt keine Möglichkeit zur Flucht, wir haben das Gebäude umstellt."
Endlich die ersehnte Rettung! Doch der Geiselnehmer war nicht gerade erfreut, die Polizei zu hören. Er fing an panisch zu werden und rastete aus. Er schnappte sich Ran, diese fing an zu schreien. Der Mann wollte gerade mit Ran loslaufen, als er von Shinichi aufgehalten wurde.
„Warten Sie! Nehmen Sie mich als Geisel! Ich bin der Polizei mehr bekannt und bin auch nicht so hysterisch wie Mädchen!" fing Shinichi panisch an. Er glaubte zwar nicht, dass der Mann ihm das abkaufen würde, aber es war ein Versuch wert. Es ging hier schließlich um seine Ran!
„Ich denke du hast Recht", dachte der Mann laut. Ich werde euch beide als Geisel nehmen, komm mit!"
Shinichi war so überrascht über das Verhalten (oder mehr die Dummheit) des Mannes, dass er sich einfach mitziehen ließ. Doch als sie fast die Tür vom Klassenraum erreicht hatten, hielt Shinichi an. Das musste hier und jetzt beendet werden! Es reichte ihm nun endgültig.
Er sprach den Mann an, um ihn abzulenken.
„Es reicht nun endgültig. Sie sollten sich ergeben und zur Polizei gehen. Sie können eh nicht entkommen!" schrie er und starrte den Mann an. Als er weiterreden wollte, wurde er von seinem Herz angehalten. Es fing an, wie wild zu rasen und Schmerz bildete sich in seiner Brust. Oh Nein, es ging wieder los! Er verwandelte sich zurück! Das geht doch nicht, nicht vor den Augen aller! Er sank auf die Knie und der Schmerz drohte, zu stark zu werden, dass Shinichi fast das Bewusstsein verlor, doch er riss sich zusammen.
„Shinichi?! Sag doch, was ist los mit dir?" fragte Ran hysterisch. Der Mann nutzte die Chance und holte seine Waffe hervor. Ran reagierte blitzschnell. Sie gab ihm einen ordentlichen Fußtritt, somit war seine Waffe ins hintere Klassenzimmer gerutscht. Sie holte noch einmal aus und traf seinen Kopf. Der Mann sank getroffen zu Boden.
„So macht man das." lachte Ran. Doch ihre Stimmung änderte sich schnell. Shinichi fing wieder an zu Husten und keuchen. Er sah aus, als hätte er furchtbare Schmerzen.
„Shinichi sag doch was! Hast du Schmerzen? Lass uns zum Krankenhaus fahren", sagte sie bestimmt und griff nach seinem Arm. Als sich ihre Hände berührten, spürte sie, wie heiß seine waren. Er hatte bestimmt hohes Fieber!
„Ran- das- Messer", brachte Shinichi nur hervor. Natürlich, jetzt fiel es ihr wieder ein. Der Mann hatte doch noch ein Messer dabei! Schnell lief sie zu dem Bewusstlosen und holte es aus der Tasche hervor. Das schmiss sie zum anderen Ende des Raumes. Sie drehte sich wieder um, um Shinichi nach draußen zu helfen, doch dieser war nicht da!
„Nanu, wo ist er denn hin?" fragte sie laut. Ayana antwortete ihr.
„Er hat irgendwas von übergeben gemurmelt und ist rausgestürmt.", antwortete diese knapp. Sie war noch etwas geschockt von den Geschehnissen.
„Danke Ayana. Gebt ihr bitte der Polizei Bescheid?" fragte Ran.
„Ja klar, geh nur deinen Liebhaber suchen", gab diese lächelnd zurück.
Ran errötete leicht, war aber auch dankbar für die Hilfe. Sie stürmte raus und fing an, Shinichi zu suchen.
Shinichi währenddessen hatte ein Versteck gefunden, wo er sich in Ruhe (mal abgesehen von Schmerzensschreien) zurückverwandeln konnte. Im Wandschrank. Zugegeben ideal war es nicht, aber es war wenigstens still und so konnte ihn keiner sehen. Auf dem Jungsklo wäre er 1. Nicht ungestört gewesen und 2. Sofort von Ran entdeckt worden. Nach einem letzten Schrei war es endlich vorbei, nun war wieder Conan. Die Wirkung des Medikaments hatte nur fünf Stunden lang angehalten! Nur die Hälfte der Zeit, die Ai prognostiziert hatte! Da musste er noch mal mit ihr reden. Nun wieder im Kindeskörper zog er sich schnell um und verließ die Schule durch das Fenster. Manchmal war es einfach zum Kotzen!
Ran hatte die Suche nach Shinichi aufgegeben. Er war wieder einmal weggegangen und hatte sie allein zurück gelassen. Sie ging zum Klassenzimmer zurück und beantwortete die Fragen der Polizei.
Der Täter, Herr Bunta Kojima, wurde festgenommen und abgeführt. Er bekam lebenslänglich ins Gefängnis.
Herr Fukinawa, ihr Lehrer, hatte auf wundersame Weise überlebt und wurde ins Krankenhaus gebracht.
Nun hatte der Schrecken doch noch ein Ende gefunden. Auch wenn Shinichi mal wieder verschwunden war.
So das war meine erste Fanfic zu Detektiv Conan! Würde mich über reviews freuen!
LG Clarisse598
