3 – Nachtmahr

Die Stille im Haus war ohrenbetäubend. Außer Gohan und Mr. Briefs hatte man niemandem erlaubt, das inzwischen zu einer Art kleiner Intensivstation umgebaute Kinderzimmer zu betreten, in dem Goku nun lag. Die Familien Son und Briefs hatten sich also bis auf Chichi und den Rinderteufel vollständig in der Küche der Briefs versammelt. Und warteten.

Keiner sprach ein Wort. Nur hier und da war ein verschämtes Husten oder besorgtes Seufzen zu hören. Es gab nicht einmal eine Uhr, deren Ticken hätte ablenken können – digitale Uhren tickten nun einmal nicht. Der Kühlschrank surrte ein wenig, das kaum hörbare Knistern von Bulmas Zigarette, wie sie langsam abbrannte, schien den Raum auszufüllen. Trunks, der in Gedanken beinahe synchron mit Goten mit dem Zeigefinger auf dem Tisch herumkratzte.

All das raubte Vegeta die Nerven. Was war da oben nur los? Hielten die Kaffeekränzchen? Seit über einer Stunde kein Zeichen. Es war doch nicht so schwer, einen fast Bewusstlosen in ein Bett zu packen! Eine weitere Stunde verging, und langsam bildeten die Anwesenden sich das Ticken der obligatorischen Standuhr ein. Auf dem Tisch hatte Trunks kleiner Finger inzwischen den Zeigefinger abgelöst, seine andere Hand war unter den Tisch gerutscht. Goten starrte nun in Richtung des Krankenzimmers, Angst in seinen Augen. Auch seine Hände waren nun unter dem Tisch, still. Videl hatte eine Hand auf seine Schulter gelegt und strich mit dem Daumen freundschaftlich und beruhigend darüber.

Unterbrochen wurde die Stille weitere zehn Minuten später von Schritten auf der Treppe zum Krankenzimmer, als Gohan dicht gefolgt von Dr. Briefs die Küche betrat. Auch von ihnen sprach keiner ein Wort. In Gohans Augen standen Tränen, doch bevor jemand etwas sagen konnte, wischte er sie mit dem Hemdärmel weg. Für einen Moment dachte Vegeta, Goku sei tot. Aber da war noch seine Aura. Ein schwaches Flüstern im Vergleich zu dem, was es vor einer Woche noch gewesen war, schwächer noch als auf dem Weg hierher. Welche Nachricht sein Schwiegervater und Son Gohan auch brachten, es konnte keine besonders gute sein. Er selbst war es, der das Schweigen endlich brach.

„Wie schlimm ist es?" Vegeta wusste, dass er damit die Gedanken aller hier aussprach, aber aus seinem Mund war es eine Frage nach Fakten, nicht eine Bitte um Zuspruch oder positive Vermutungen.

„Um die Wahrheit zu sagen, war es bis vor einigen Minuten noch nicht sicher, ob er die Nacht übersteht", antwortete Bulmas Vater. „Ich habe für ihn getan, was ich konnte. Er ist jetzt außer Lebensgefahr, und das Fieber sinkt langsam, aber sein Zustand ist immer noch sehr ernst. Unglücklicherweise habe ich keine Ahnung, was diesen ausgelöst haben könnte."

Noch einmal kurzes, betretenes Schweigen, dann fragte Bulma: „Wo ist eigentlich Chichi? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Goku in so einer Lage allein lassen würde."

„Du kennst sie doch...", antwortete Goten leise, immer noch zu bekümmert, um einen normalen Tonfall zu gebrauchen, „Sie ist noch daheim bei Großvater, muss sich erst einmal etwas beruhigen."

„Ach so..." Bulma wandte sich wieder ihrem Vater zu. „Können wir zu ihm...?"

„Ja... Aber verhaltet euch bitte ruhig."