7 – Wahre Helden

Bulma Briefs war eine selbstständige Frau. Sie hatte schon Ziele gehabt, als Son Goku noch damit beschäftigt gewesen war, in der Nase zu bohren und sich zu fragen, was eigentlich Mädchen waren. Sie hatte ihr Leben immer konsequent gelebt. Was auch immer es ihr geboten hatte, sie hatte es so genommen, wie es kam und daraus das Beste gemacht. Selbst, als nur noch Kraft zählte – sie hatte sich nie völlig in den Hintergrund stellen lassen. Sie hatte ihren Stolz.

Bulma stand auf der Terrasse und betrachtete den Sonnenuntergang. Den neunten, seit Vegeta Trunks und sie das zweite Mal verlassen hatte. Sie verstand tatsächlich, warum Vegeta es so rasch und still hatte tun müssen. Sie selbst hätte es vermutlich auch nicht anders gemacht. Er konnte nicht wissen, wie ungünstig der Zeitpunkt war. Ihr Blick wanderte über den nun wieder flachen Bauch zu ihren Füßen, den zertreten Zigaretten, die darum verteilt lagen. Es tat nur ein bisschen weh. Kaum der Rede wert. Selbst wenn er dieses Mal nicht zurückkehren sollte – sie würden es überleben.

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Son Chichi war eine starke Frau. Sie hatte sich Son Goku erobert, den stärksten Mann, den es je gegeben hatte, hatte sich ihre Ehe erobert, hatte sich das Recht erobert, in dieser gefährlichen Welt die Mutter ihrer zwei wunderbaren Kinder werden zu dürfen. Und was ihr gehörte, blieb auf alle Zeiten ihres. Sie verteidigte, was sie erobert hatte, mit Geschrei und wilden Gesten, mit Zähnen und Klauen, wenn es sein musste – mit allem, was sie hatte. Es nicht verteidigen zu können, was das einzige, das ihr wirklich Angst machte.

Es hatte noch einen Tag gedauert, bis sie sich getraut hatte, zu ihm zu gehen. Es war schwierig für sie, sich dieser Sache zu stellen. Sie konnte Goku nicht einfach nehmen und ihn anschreien, dass er wieder gesund werden sollte. Er war auch über den Punkt hinaus, an dem sie ihn mit Tees, Wolldecken und niederschlagender Fürsorge im Bett halten konnte, damit er sich erholte. Was nun geschah, lag nicht in ihrer Hand. Alles, was sie tun konnte, war für ihn da zu sein.

In der letzten Woche hatte sie das Zimmer kaum verlassen. Sie hatte es allen unglaublich schwer gemacht, Goku zu versorgen. Jeden Waschlappen, jedes Getränk, jede Pille nahm sie an sich, drehte sie dreimal herum und prüfte sie. Es brachte Goku zum Lächeln, wenn er wach war, und alle anderen zur Verzweiflung. Chichi zeterte und fauchte, jammerte und pflegte. Es ließ ihr keine Ruhe. Das war ihr Mann. Ihr Son Goku. Sie musste sich um ihn kümmern, gerade wenn er selbst nicht konnte. Sie hatte ihn schließlich erobert – und nun gehörte er ihr. Für immer.