Disclaimer: Mir gehört wie immer nichts.

Titel: Song von Taylor Swift

Hmm, bis jetzt keine Reviews und ich weiß nicht, ob irgendjemand das hier überhaupt liest...aber ich werd trotzdem mal das zweite Kapitel posten, vielleicht bekomm ich ja dann mal ein paar Reviews zu sehen. Würd mich nämlich wirklich über Ratschläge, Meinungen, Fragen oder Hinweise freuen und auch Kritik ist sehr wichtig für mich! Also, enjoy and review!!

Kapitel 2

A place in this world

Der helle Sonnenschein blendete Candras Sicht, als sie sich auf einen weich-gepolsterten Stuhl des „Adéle"-Cafés in der Winkelgasse setzte, doch es störte sie nicht besonders. Sie würde auf keinen Fall ihren Lieblingsplatz auf der Terrasse verlassen, um sich in den stickigen Innenraum des Cafés zu setzen, voll von bekannten Gesichtern, die sie mitleidslos mustern würden. Sie seufzte lautlos und nahm die Getränkekarte zur Hand; sie wollte etwas trinken, das sie aufmuntern würde. Zumindest ein bisschen. Der Kellner kam an ihren Tisch und fragte sie höflich lächelnd, was er ihr bringen dürfe. „Einen doppelten Feuerwhiskey, bitte.", bestellte sie. „Ach, wissen Sie was, bringen Sie mir doch gleich zwei.", rief sie dem Kellner rasch hinterher, als er sich auf den Weg machte, ihren Wunsch zu erfüllen.

Es war ihr egal was dieser Kellner von ihr denken würde. Eigentlich war ihr alles egal. Candra blickte zu der Menschenmasse etwas unter ihr ( Das Adéle war deshalb bei den noblen Zauberern so beliebt, da es sich etwas über der Winkelgasse befand und es ihnen so vorkam, als ständen sie über den restlichen Zauberern, während sie ihre 100 Galleonen teuren Weine tranken...) und wünschte sie könnte mit einem von ihnen tauschen. Einfach in den Körper des anderen schlüpfen und sein Leben leben – und dieser andere Mensch könnte ihres haben. Sie fühlte sich verloren, obwohl sie ganz genau wusste wo sie herkam und wohin sie gehörte. Doch wohin sie wollte, davon hatte sie keine Ahnung. Und es war ihr auch egal. Aber das störte sie nicht – das was sie so beklommen in dem teuersten Lokal der Winkelgasse sitzen ließ, war das Wissen, das es jedem egal war, wohin sie wollte.

Es war nicht so, dass sich niemand für sie interessierte; ganz im Gegenteil, die Leute schlugen sich darum, etwas über Candras Aktivitäten zu erfahren. Viele TC's tuschelten unter sich über Candra, um ihre eigenen Kinder in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Natürlich wussten sie, dass ihre Kinder zehnmal schlimmere Dinge anstellten, doch gerade deshalb brauchten sie jemanden wie Candra, um die ganze (negative) Aufmerksamkeit auf sie zu lenken.

Candras Mitschüler beneideten sie, liebten sie, hassten sie, fanden sie interessanter als sich selbst – und beschäftigten sich mit jedem kleinen Bisschen aus Candras Leben. Candra war schon immer sehr auffällig gewesen; in allem was sie tat, stach sie heraus. Vorallem jedoch war sie anders. Und bei den Tree Classern ist anders sein tabu. Man muss sich anpassen, um dazuzugehören. All ihre Kinder taten es, meistens weil sie es auch selber wollten. Es war ihnen wichtiger dazuzugehören, als sie selbst zu sein. Und viele hatten sich schon so daran gewöhnt ihre eigenen Wünsche und Gedanken zu unterdrücken, dass sie tatsächlich dachten, sie wären diese Person, die sie kreeirt hatten.

Candra wollte nie wirklich eine TC sein. Sie hatte sich nie angestrengt, um das zu tun, was die Leute von ihr verlangten. Und bis heute wusste sie nicht, dass sie genau das tat, was alle wollten. Natürlich bemerkte sie immer die bissigen Blicke ihrer Kameraden in der Schule oder bei irgendwelchen langweiligen Brunchs, doch sie wusste nicht, dass all diese Personen Wochen darauf warteten um sich mit Candra Pennilthyne zu unterhalten.

Ihre Eltern waren ihr keine große Hilfe in ihrer Begin-life-crisis: Ihre Mutter Siobhan Pennilthyne hatte ein großes Modeatélier geöffnet und obwohl sie nicht wirklich dort rumsaß und Festroben schneiderte, war sie immer unterwegs um sich mit Kunden oder neuen Zeichnern oder Schneidern zu treffen, um Partys zu organisieren oder sogar private Modenschauen. Sie hatte sich in den Sommerferien ihrer Tochter nicht ein einziges Mal hingesetzt um sich mit ihr zu unterhalten. Jedesmal wenn Candra mit ihrer Mutter reden wollte, sagte Siobhan: „ Tut mir wirklich Leid mein Schatz, aber ich muss jetzt los, ich hab ein Treffen mit Mr.?. Später setzen wir uns hin und reden ein bisschen, okay? Sei nicht sauer!" Und erstaunlicherweise war Candra nicht sauer- sie freute sich darüber, dass ihre Mutter endlich etwas gefunden hatte, was sie tun konnte um sich die Zeit zu vertreiben, denn Geld brauchte sie wohl kaum. Doch sie vermisste ihre alte Mum, die mit ihr heiße Schockolade vor dem Kamin getrunken hatte und sich jedesmal die Zunge verbrannt hatte. Sie vermisste die ernsten Gespräche über Gott und die Welt, die sie jeden Tag geführt hatten. Sie vermisste die Lästerattacken, die sie gehabt hatten, wenn sie gemeinsam durch die Winkelgasse spaziert waren, um Candras Bücher für das nächste Schuljahr zu kaufen. Doch Candra würde ihre Mutter nicht darauf aufmerksam machen, dass sie sich veränderte (und zwar zum schlimmeren) und dass sie, Candra, darunter leidete.

Ihr Vater Ruben hatte nie wirklich Interesse für sie gezeigt; er war ein sehr stiller, zurückhaltender Mensch, der sich für niemanden öffnete. Seit seine Eltern vor Candras Geburt gestorben waren, hatte er sich von Tag zu Tag mehr in seine Gedanken zurüchgezogen. Und diese Gedanken teilte er mit niemandem –er hielt sie geheim, wie etwas kostbares oder gefährliches. Candra war schon daran gewöhnt und auch die TC's hatten sich daran gewöhnt. Sie war froh darüber, denn obwohl ihr Vater nie viel Nähe wollte, mochte sie ihn sehr und sie würde es nicht ertragen können zu hören wie die Leute über ihn redeten. Es kümmerte sie nicht, dass sie in aller Munde war – aber sobald man über jemanden sprach, den sie mochte, regte sie sich wirklich auf.

Jedenfalls fühlte sie sich in letzter Zeit sehr verloren in dieser Welt in der sie lebte und würde am liebsten davonrennen, einfach irgendwohin wo es vielleicht etwas besser war. Denn es kam ihr so vor, als ob es überall besser wäre.

Doch sie würde nicht weglaufen. Candra war vielleicht sensibel, etwas dramatisch und manchmal ziemlich verunsichert, doch sie war nicht der Typ, der schnell aufgab. Und sie wusste, dass Davonlaufen nie eine gute Lösung für ihre Probleme sein würde; denn wenn du an dem Ort wo du bist, unglücklich und unzufrieden bist, wirst du diese Gefühle überall hin mitnehmen. Sie würden sich nicht einfach in Luft auflösen – sie würden sogar größer werden und du würdest dich noch schlimmer fühlen. Deswegen wusste Candra, dass sie keine andere Wahl hatte, als dort zu bleiben wo sie war. Und es war ja nur noch für ein Jahr. Danach konnte sie die ganze Welt kennenlernen wenn sie wollte. Doch ein Jahr würde sie noch aushalten müssen.

Nachdem Candra bezahlt hatte und das Lokal verlassen hatte, ging sie langsam zur Winkelgasse zurück und bummelte etwas durch die Menschenmenge. Sie konnte nicht wirklich die Vitrinen sehen, da zu viele Zauberer in der beliebtesten Gasse unterwegs waren, doch sie hatte kein Verlangen danach, die Schaufenster zu betrachten. Sie wollte einfach nur ein Teil von ihnen sein und in der Menge verschwinden.

Plötzlich packte Jemand sie am Arm, sie drehte sich herum und sah Brandon Moanharm und Drew Landario vor ihr. Die beiden Tree Classer-Jungs lächelten sie an; es sah sogar freundlich aus. „Hey Candra, alles klar?", begrüßte sie Brandon. Candra wusste nicht, ob sie sich freuen sollte, die beiden zu treffen oder nicht. Es war ja nicht so, dass sie die beiden nicht leiden konnte, aber Brandon war immerhin der Freund von Valecia Jacobson – und Valecia und Candra waren nicht gerade die besten Freundinnen. „Ja, und bei euch?", antwortete Candra. Sie hatte sich dazu entschieden, sich zu freuen. Brandon und Drew hatten ihr noch nie was getan, sie hatte keinen Grund sie nicht zu mögen. „Was machst du so? Hier?", fragte Drew und deutete auf die überfüllte Gasse.

„Ach, nichts besonderes. Ich hab nur im Adéle vorbeigeschaut. Und Ihr?" Candra hasste Smalltalk. Und leider war dieser in ihren Kreisen nicht weg zu denken.

„Wir mussten noch ein paar Schulbücher kaufen und einen neuen Festumhang für morgen. Gehst du hin?", fragte Brandon in seiner direkten Art.

Candra schüttelte ihren Kopf in einer Art, die zeigte, dass sie seine Worte nicht verstand.

„Was meinst du mit morgen?"

„Na die Senior-Class Party bei den Paneworths. Hast du noch nichts davon gehört?", fragte Brandon sie überrascht.

„Oh, klar, diese Party meinst du.", sagte Candra völlig selbstsicher, obwohl sie keine Ahnung von diesem Fest gehabt hatte. Doch sie wollte ihm keinen neuen Lästerstoff geben. Das Schuljahr hatte ja noch nicht begonnen.

„Ich weiß noch nicht so wirklich ob ich hingeh. Vielleicht, wenn es nichts besseres gibt." Okay, sie übertrieb etwas, aber mit ihm konnte man nur so umgehen. Er fühlte sich einfach zu toll.

„Aber falls ich mich dafür entscheiden sollte, sehen wir uns ja dann morgen abend. Also, bis dann Jungs.", rief sie und ging davon. Sie hatte ein ernstes Hühnchen mit ihrer Mutter zu rüpfen. Wie konnte sie ihr nichts von diesem Senior-Ding gesagt haben??

„Ich hab es vollkommen vergessen. Tut mir Leid, Candy. Ich weiß auch nicht wo mein Kopf zur Zeit ist. Ich hab so schrecklich viel zu tun und je mehr ich erledige, desto mehr scheint aufzutauchen."

Siobhan schaute ihre Tochter entschuldigend an, während sie aus ihren leuchtend roten Pumps schlüpfte. Candra saß auf dem Sessel im blauen Wohnzimmer, ihrem Lieblingsraum im ganzen Haus, und blickte ihre Mutter argwöhnisch an.

„Mum, sowas ist wichtig. Alle wissen von dieser Party, außer ich. Ich hab Brandon und Drew getroffen und sie haben mich gefragt, ob ich hingeh und ich wusste nicht mal worüber sie sprachen."

„Candra, du bist nie so richtig begeistert wenn es solche Partys gibt. Letztes Mal wolltest du nicht mal hingehen. Seit wann ist das so wichtig für dich?"

„Na, seit heute. Vielleicht will ich mein Leben etwas ändern."

Amüsiert hob Siobhan ihre perfekt geformten Augenbrauen und sagte: „Also, dass find ich sehr gut. In letzter Zeit bist du etwas lustlos durchs Leben gelaufen und ich finde das sollte sich wirklich ändern. Und ich hab das perfekte Kleid für dich, mein Schatz."

Sie grinste bis über beide Ohren, griff zu einer Verpackung aus ihrem Modehaus und reichte es ihrer Tochter. Diese öffnete verblüfft die rosane Schachtel und sah ein wunderschönes, blaues Satinkleid, das nun ihr gehören sollte. Es war trägerlos und sehr lang; es würde bestimmt ihre Schuhe bedecken, doch das war auch besser so. Bei diesen Eventen zitterten ihr oft die Beine und so würde es wenigtens keiner bemerken.