Der Fluch der ewigen Jungfrau – Kapitel 20
Kapitel 20 Herein spaziert!
Als Tom am nächsten Morgen erwachte, fühlte er sich sehr ausgeruht und entspannt. Es war einer der ersten Nächte seit langem, die er durch geschlafen hatte. Woran dies lag bemerkte Tom, als er einen warmen Körper spürte, der sich an ihn gekuschelt hatte. Verwundert schaute er auf einen Strubbelkopf hinab und erinnerte sich an die vergangene Nacht. Vorsichtig, um den jüngeren nicht zu wecken, stand Tom auf und ging zum Fenster um etwas frische Luft einzulassen. Als er die Vorhänge beiseite schob, sah er in eine verschneite Landschaft. //Wow, weiße Weihnacht, das passt ja perfekt!// dachte sich Tom und öffnete damit das Fenster einen Spaltbreit. Sofort kam frische, jedoch eiskalte Luft ins Zimmer. Harry der im Bett lag und dem eine Wärmequelle genommen wurde, kuschelte sich instinktiv noch etwas mehr in seine Bettdecke ein.
Tom sah auf seine Uhr und bemerkte, dass es noch recht früh war, demnach beschloss er erst einmal duschen zu gehen. Er benutzte das anliegende Badezimmer um sich ausgiebig duschen zu können.
Als es jedoch durch das geöffnete Fenster ziemlich kalt in dem Zimmer wurde, wachte Harry auf. Er bekam eine Gänsehaut nachdem er bemerkte, dass jemand das Fenster geöffnet hatte und eisige Luft im Zimmer herrschte. Er zog sich die Decke bis über seine Nase, die mittlerweile knallrot war. Harry sah sich in seinem Zimmer um, er suchte seinen Zauberstab. Als er ihn auf seinem Nachttisch entdeckte, krabbelte er unter der Bettdecke dorthin, streckte seine Hand blind nach dieser aus. Als er den vertrauten Holzstab spürte, schnappte er sich diesen und richtete seinen Zauberstab auf das Fenster. „Colloportus" Das Fenster schloss sich, jedoch verschwendete Harry keine Zeit damit dem Fenster hinterher zu staunen, er richtete seinen Zauberstab diesmal auf den Kamin, in dem einige Holzscheite lagen und entzündete diese mit einem einfachen „Incendio" . Sofort entstand ein gemütliches Feuer das vor sich hin flackerte. Die Kälte im Zimmer verschwand langsam und Harry schmiss sich zurück ins Kissen.
Erst jetzt nachdem es langsam wieder Warm wurde, hörte er Geräusche aus dem angrenzenden Badezimmer. Sofort fiel ihm ein, was letzte Nacht geschehen war, er erinnerte sich an das Gespräch mit Tom und das er diesen geküsst hatte. //Shit, was hat dich da nur geritten?!Du hast Lord Voldemort geküsst…// Kaum hatte er den Gedanken erfasst, öffnete sich die Tür des Badezimmers und Tom trat nur mit einem Handtuch um den Hüften ins Zimmer. „Guten Morgen Harry, du bist schon wach?" Ein Blick zum Fenster und zum Kamin, bestätigte seine Vermutung, dass es ziemlich kalt in dem Zimmer geworden sein musste.
„G..Guten Morgen Tom" etwas unsicher starrte Harry den Mann an, der halbnackt vor ihm stand und einen verdammt guten Körperbau hatte. Tom Riddle war gut durchtrainiert und konnte sich auf seine Figur einiges einbilden. Tom merkte warum der Gryffindor vor ihm plötzlich so schüchtern wurde, aber er hatte auch keine Anziehsachen in diesem Zimmer. „Tipsi!" Mit einem „Plopp" erschien die kleine Hauselfin und verneigte sich vor ihrem Meister. „Master Riddle hat Tipsi gerufen?" „Ja sehr richtig, bring mir etwas feinere Anziehsachen und den Umhang, den mir Cissa letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hat." „Sehr gerne Master Riddle, Tipsi ihnen bringen ihre Sachen sofort. Kann Tipsi Master Riddle noch erfüllen anderen Wunsch?!" „Nein danke, vorerst wäre es das. Wie weit sind den die Hauselfen in der Küche mit dem Frühstück?" „Die anderen Hauselfen seien sehr gut in der Zeit, sollen Tipsi den anderen etwas sagen Master Riddle?" „Nein danke, bring mir erst mal meine Sachen!" Die kleine Hauselfin nickte zustimmend und verneigte sich erneut vor ihrem Besitzer. Dann verschwand sie erneut mit einem „Plopp" und ließ Tom mit Harry alleine.
Tom sah zu Harry, welcher noch im Bett saß und ihn weiterhin anstarrte. Das Tom Gefühle für diesen Jungen entwickelt hatte die tiefer gingen, waren ihm bereits klar und das der Junge nicht ganz abgeneigt war ebenso, sonst wäre der Kuss gestern nicht zustande gekommen. Jedoch war sich Tom im Unklaren was Harry genau fühlte. Er ging auf das Bett zu, was Harry verwirrt zur Seite rutschen ließ, damit der Lord sich hinsetzen konnte. „Nun, tut mir leid das ich dich in Verlegenheit bringe, aber ich habe keine anderen Anziehsachen hier und meine Hauselfe muss mir diese erst einmal bringen." Harry nickte daraufhin nur und konnte seine Augen nicht von Tom abwenden. Dieser sah so gut aus, wusste er eigentlich was für eine Auswirkung dieser auf ihn hatte? Harrys Herz schlug ihm bis zum Hals und er wurde ganz rot im Gesicht. „Das ist.. ähm.. ja schon gut. Nicht so schlimm, kann ja mal passieren." Tom nahm Harrys Gesicht in seine Hände und drehte ihn so zu ihm, dass er perfekt in dessen Augen sehen konnte. „Der Kuss gestern war sehr schön, du musst dich auch zu nichts verpflichtet fühlen." Daraufhin hauchte er ihm einen neuen, zarten Kuss auf seine Lippen und wandte sich danach mit einem Lächeln ab. Harry berührte seine Lippen, es kam ihm alles so unwirklich vor, er verstand seine Gefühle und seinen Körper nicht. Er war erst zwei Tage auf Riddle Manor und schon stand er Kopf. Seit wann kribbelte eigentlich sein ganzer Körper wenn der dunkle Lord in seiner Nähe war und warum gefiel ihm der Kuss? Konnte man in einem solchen Zeitraum schon Gefühle für eine andere Person entwickeln?
Tipsi erschien währenddessen erneut mit Toms Sachen und überreichte sie diesem. „Hat Tipsi für Master Riddle Anziehsachen gut ausgesucht?" Tom sah sich die Sachen an und nickte zufrieden. „Natürlich Tipsi, du kannst jetzt gehen." Tom nahm seine Anziehsachen und ging ins Badezimmer, um sich schnell umziehen zu können. Währen Tom sich im Bad fertig machte, saß Harry immer noch komplett verwirrt und verschüchtert im Bett und konnte nicht fassen, was gestern und gerade passiert war. //Wenn Ron das erfährt, bringt er mich um… Hermine? Die wird erst alle Argumente dafür und dagegen analysieren und mich dann töten… und Ginny? Die tötet mich weil ich ihr nichts gesagt habe, also egal was ich mache, ich bin zu Tode verurteilt. //
Seine wirren Gedanken wurden je unterbrochen als Blaise ins Zimmer stürmte und verdutzt stehen blieb, als er sah dass Harry bereits wach war. „Frohe Weihnachten!! Ich kam eigentlich um dich zu wecken damit du Geschenke auspacken kannst, aber du bist schon wach und…" in dem Moment trat Tom aus Harrys Badezimmer. „My Lord, Guten Morgen und Fröhliche Weihnachten. Ich bin eigentlich hergekommen und unsere Schlafmütze aufzuwecken, aber Sie scheinen das ja bereits übernommen zu haben. Ich verschwinde dann mal wieder und werde Draco holen." Plapperte der Slytherin schon drauf los und war gerade dabei zur Tür hinauszugehen als Tom ihn noch zurückhielt.
„Mr. Zabini, einen kleinen Augenblick noch bitte. Könnten Sie sich darum kümmern, dass Harry den Weg zum Speisesaal findet? Ich habe noch einiges zu erledigen." Ohne näher auf seine Angelegenheiten einzugehen verabschiedete er sich und verschwand aus dem Zimmer.
Der Gryffindor sah dem Lord hinter her und fragte sich innerlich, wie Blaise es immer wieder schaffte ihn in die peinlichsten Situationen zu bringen. Dieser reimte sich wohl einiges auf Harrys Reaktion zusammen und schmiss sich mit einem anzüglichen Grinsen auf Harrys Bett. „Soso… wieder einmal nächtigt der Retter der Welt mit dem bösen bösen Lord Voldemort."
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In der großen Eingangshalle standen bereits Remus und Severus. Sie warteten geduldig auf Tom Riddle, welcher in diesem Moment auch die Treppe hinunterkam.
„Ah Severus, Remus. Gut das ihr bereits hier seid. Ich würde ja gerne mitkommen aber ich muss mich um die Gefangenen kümmern." Severus reagierte als erster. „Willst du das alles alleine machen?" „Ich werde die Gefangenen wieder frei lassen und vor die Wahl stellen."
Überrascht sah ihn nun auch Remus an. „Zu welchem Zweck wenn ich fragen darf?" Toms Blick traf Remus. „Auch wenn jeder was anderes dachte, ich habe nicht vor eine Herrschaft in Tyrannei und Folter auszuführen. Ich habe diese "Revolution" sehr Gewalttätig begonnen und durchgeführt. Dem bin ich mir bewusst, allerdings konnten nur so die Gegner die einer wirklich freien Zauberergesellschaft im Wege standen ausgeschaltet werden. Es wird sich zu vorher einiges ändern, es wird Gesetzesänderungen geben und ein völlig neues Ministerium ebenso wie dessen Mitarbeiter. Jeder Posten, egal ob Auror, Lehrer, Richter oder Beamter, wirklich jeder wird überprüft. Keine Intrigen oder Machtspiele mehr, diese Zeiten sind vorbei. Die Winkelgasse und die Nokturngasse werden vereint." Severus bedachte Tom mit einem skeptischen Blick.
„Sehr radikal oder nicht?" „Was genau meinst du?" Die Nokturngasse und die Winkelgasse zusammenzulegen. Ich bezweifle das die Menschen so schnell ihre Vorurteile über „Schwarzmagier" ablegen werden." Tom zuckte mit den Schultern. „Je schneller sie sich daran gewöhnen desto besser und außerdem denke ich das sie auch einsehen werden, dass wir nicht alle irgendwelche Wahnsinnigen sind die aus spaß töten.
Es geht ja auch nicht nur um die Schwarzmagier, es geht mir auch um Werwölfe", dabei fiel sein Blick auf Remus „ Vampire, Veelas, jegliche Form von magischen Wesen. In England haben sie kaum eine Chance würdig zu leben." Eine kurze Pause entstand in dem jeder seinen Gedanken nach ging. „So aber nun zu eurem Vorhaben, werdet ihr es rechtzeitig schaffen?" Remus sah zuversichtlich aus. „Ich denke schon, Molly wird zwar bedenken haben, aber Hermine ist ein kluges Mädchen, sie wird uns verstehen und unterstützen. Ebenso wie die anderen, sie sind viel zu besorgt um Harry."
„Gut dann treffen wir uns später wieder hier. Ich werde die anderen dann holen." Damit verabschiedete Tom sich und verschwand in den Kerkern.
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Remus und Severus apparierten direkt vor den Fuchsbau, in dem die Stimmung sehr erdrückend und trist war. Molly Weasley war krank vor Sorge, ihr Mann und ihre Söhne, bis auf Ron, waren spurlos verschwunden. So wie seltsamerweise der Rest des Ordens. Sie konnte niemanden aufspüren. Hogwarts war leer, weder Filch noch Hagrid hatten eine Ahnung wo Dumbledore oder McGonnagal waren. In die Winkelgasse traute sich zurzeit niemand. Überhaupt niemand wusste was los, war. Ins Ministerium kam zurzeit keiner rein, es herrschte völlige Ratlosigkeit und Angst. Seltsam war auch das seit dem Angriff, nichts weiterhin geschehen war. Man hatte weder Todesser noch Voldemort gesehen.
Molly stand bereits in der Küche und war dabei das Frühstück herzurichten, als Remus an ihrer Tür klopfte. Völlig überrumpelt und erschrocken ließ sie das Messer fallen, mit dem sie gerade die Brote bestrich. Ein Blick auf die Wanduhr zeigte ihr, dass es niemand aus ihrer Familie war. Die Zeiger der Weasley Männer standen alle auf „Unterwegs". Vorsichtig, mit erhobenem Zauberstab ging sie an die Tür und sah durch den Türspion, den ihr Mann vor langer Zeit mitgebracht und in die Tür gehext hatte. Dort stand Remus und verdeckte die Sicht auf eine weitere Person. „Gib dich zu erkennen!" rief sie durch die Tür. Daraufhin beschwor er seinen Patroni der zu Molly durch die Tür schlüpfte und ihr klarmachte das dort wirklich Remus war. Patroni konnte man nicht kopieren.
Daraufhin öffnete sie die Tür und ließ Remus rein, als sie Severus erkannte zögerte sie einen Moment. „Keine Sorge Molly, alles ist in Ordnung."
Sie traten ins Wohnzimmer, in dem bereits Hermine, Neville und Ginny saßen. Ron war im Badezimmer und machte sich fürs Frühstück fertig. Als die zwei Neuankömmlinge die Aufmerksamkeit der anderen erregten, sprangen diese sofort auf und stürmten mit Fragen auf die beiden ein. „Wo ist Harry?" „Wo waren Sie?" „Geht es Ihnen gut?" „Wo sind meine Brüder!?"
Molly ging schnell dazwischen „Kinder, jetzt beruhigt euch doch erst mal. Lasst die Herren Platz nehmen, ich werde schnell einen Tee kochen." Dankbar nickte Remus ihr zu und nahm mit Severus auf der alten Couch Platz. Die Jugendlichen hatten sich auch wieder gesetzt und starrten zum Treppenaufgang, an dem Ron sich schon durch lautes gepolter ankündigte. Als er unten angekommen war, blieb er zunächst wie erstarrt stehen und traute seinen Augen nicht. „Was tun sie denn hier?" „Mr. Weasley ihre Manieren scheinen sich nie zu bessern." Schnarrte Snape, woraufhin Ron genauso rot wurde wie sein Haar. Augenblicklich fiel ihm die peinliche Szene auf dem Hogwartsgelände ein, als Snape sie erwischt hatte und verschlimmerte seine Gesichtsfarbe. „Ron du Idiot, jetzt komm schon her und setz dich." Augenrollend sah Ginny ihrem Bruder zu wie dieser schnell zu ihnen rüber huschte und sich neben Hermine setzte. In der Zwischenzeit hatte Molly einen Tee fertig gekocht und kam mit der Kanne in der Hand, gefolgt von ein paar fliegenden Tassen, die sich vor jede Person abstellte. „Wer möchte Zitronentee? Ich kann aber auch Kürbissaft anbieten."
Alle nahmen den Tee und saßen sich nun stillschweigend gegenüber. Die plötzliche Stille verunsicherte, niemand traute sich den Anfang zu machen, bis es Molly zu bunt wurde und sie es nicht mehr aushielt.
„Remus, Severus. Was geht hier vor sich? Wo sind meine Männer und vor allem wo ist Harry?!" Beide sahen sich schweigend an, ehe Remus berichtete: „Molly, ich möchte dich bitten und auch euch Kinder, mir jetzt bitte bis zum Ende zuzuhören und alles zu überdenken was ich euch erzähle. Es sind in den letzten zwei Tagen gravierende Sachen geschehen. Aber zunächst einmal, mach dir keine Sorgen, deine Männer sind alle ausnahmslos am Leben, ebenso wie Harry." Ein erleichtertes Aufatmen ertönte als Remus dies erwähnte. Hermine wollte ihren ehemaligen Professor mit Fragen löchern, doch Ron stieß sie leicht mit seinem Ellenbogen und sie hielt sich zurück. Remus nahm dies lächelnd zur Kenntnis und sprach weiter: „Harry geht es gut, es wurde für ihn gesorgt nachdem man ihn angegriffen hatte." „Bitte was?!?! Wer hat Harry angegriffen? Oh mein Gott mein armer Harry!!" impulsiv hatte Molly unterbrochen und umklammerte ihre Tasse so fest, dass ihre Knöchel weiß hervorstanden. „Molly beruhige dich, ihm geht es gut. Aber es wird euch nicht gefallen was ich euch zu erzählen habe. Der Direktor hat ein sehr dunkles Ritual an Harry ausgeübt." „Der Direktor?? Das kann ich nicht glauben! Remus bitte, wie kannst du sowas sagen?" herrschte Molly ihn empört an. „Molly ich kann dich wirklich verstehen, auch ich konnte dies nicht glauben, ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Er hat ein Ritualraum hinter seinem Büro versteckt und wollte sich Harrys Magie bemächtigen." Jeder lauschte angespannt den Worten des ausgelaugten Werwolfs. Ginny konnte sich mit dem Gedanken eher anfreunden, als alle anderen. Immerhin hatte Harry ihr ja bereits geschildert was Dumbledore ihm indirekt angetan hatte. Für die anderen war es ein großer Schock. Albus Dumbledore, war eher ein liebenswerter Großvater, als ein größenwahnsinniger Magier oder irrten sich da alle gewaltig?
„Wenn ihr euch erinnert", sprach nun Professor Snape „ihr ward dabei. Es passierte im Zug, Dumbledore war bereits dabei das Ritual durchzuführen. Das Ergebnis habt ihr an Harry gesehen, als dieser sich vor Schmerzen krümmte und kaum atmen konnte." Erkenntnis blitzte in Nevilles und Ginnys Augen. Sie hatten es mit ansehen müssen, wie Harry gelitten hatte. Ron und Hermine hatten nur davon gehört und waren zu spät am Abteil angekommen. Da waren Harry und Snape bereits fort. Bei dem Gedanken traten Hermine die Tränen in die Augen, immer musste ihr bester Freund leiden. „Da ich wusste, dass es der Direktor war und was er vorhatte konnte ich erste Schutzmaßnahmen ergreifen. Ich flößte dem Jungen einen vorübergehenden Trank ein der ihn schützte und apparierte mit ihm fort. Dort ist er immer noch und wird von einem guten Freund beschützt. Er bekam außerdem einen weiteren Trank, der ihn dauerhaft vor solchen Übergriffen schützen sollte." „Wie geht es ihm denn jetzt?" „Ich würde sagen eurem Freund geht es gut. Er sorgt für Chaos, also ist er so wie immer." Ron musste bei der Vorstellung grinsen und freute sich. „Aber was ist in der Winkelgasse passiert?" warf Hermine dazwischen. „Wie soll ich sagen der dunkle Lord hat die Führung in England übernommen." Ausnahmslos geschockte und panische Gesichter saßen ihnen gegenüber, Severus ließ sich davon jedoch nicht beirren und erzählte mit einem sadistischen Gesichtsausdruck: „ Und der gute Remus hat den Hauptteil geleistet." „Was soll das denn heißen Professor Lupin sind Sie ein Todesser geworden?" fragte Neville so naiv wie er manchmal war. „Nein Neville, das bin ich nicht. Allerdings habe ich Dumbledore gefangen genommen, weil ich dachte er hätte Harry getötet und ihn an Voldemort ausgeliefert." Molly fasste sich an die Stirn. „Remus, wie konntest du nur?" „Glaub mir Molly, wenn Dumbledore das an einem deiner Kinder getan hätte, dann hättest du genauso gehandelt. Es lief zumindest darauf hinaus, dass alle die in der Winkelgasse gekämpft hatten, sich jetzt in Gefangenschaft befinden. Bis auf einige wenige die getötet wurden, aber da sind nicht wirklich viele Personen dabei dir wir kennen."
Molly nippte nervös an ihrem Tee und sah zwischen ihren Kindern und den beiden Männern hin und her. Es war schwer für sie zu glauben, dass Dumbledore zu so etwas fähig war, aber Ginny hatte sie auch bereits vorgewarnt und die Kinder schien das nicht so schwer zu treffen wie sie. „Ich kann es kaum glauben, wieso tut Dumbledore sowas schreckliches? Der arme Harry, hat der Junge denn nicht genug zu leiden? Ich finde seine Verwandten schon schlimm genug und die Tatsache das Du-weißt-schon-wer ihm ständig Probleme bereitet. Wie verkraftet der arme Junge denn die Tatsache, das sein Direktor ihn ebenfalls so hintergeht?" „Ich denke er hat es mittlerweile überwunden. Wir sind außerdem hergekommen, um euch zu bitten uns zu begleiten. Harry würde eure Gesellschaft an Weihnachten sicherlich gut tun." „Weihnachten? Ach du lieber Gott, wie konnten wir das nur vergessen? Bei dem ganzen Chaos der herrscht, habe ich doch tatsächlich Weihnachten vergessen." Untröstlich goss Molly jedem eine neue Tasse ein und schaute sich ihr Haus genau an. Es war auch nirgendwo Weihnachtsschmuck, geschweige denn ein Weihnachtsbaum zu sehen.
„Ach Mum, mach dir doch keinen Kopf deswegen." An ihre Professoren gewandt sprach Ginny weiter: „ Ich denke ich spreche für alle, wenn ich sage das uns nichts davon abhalten würde mit zugehen oder?" Da waren sich Remus und Severus nicht so sicher und das sah man ihnen an. Das wichtigste hatten sie ihnen ja noch gar nicht erzählt. Fragend wurden sie angeschaut. „Was? Was ist denn los?" „Nun ja Mrs. Weasley ich denke eine wichtige Tatsache haben wir ihnen noch verschwiegen, diese würde sie eventuell doch davon abhalten mit uns zu kommen. Das liegt allerdings allein an ihnen." Verständnislose Blicke „Nun sagt doch schon, was ist denn so schlimm?" „Harry ist zurzeit Gast bei niemand anderem als Tom Marvolo Riddle oder besser gesagt Lord Voldemort." Ließ Severus die Bombe platzen und bekam auch prompt eine Antwort. „SEID IHR DES WAHNSINNS??? HARRY POTTER BEI LORD VOLDEMORT UNTERZUBRINGEN? UND JETZT SOLLEN WIR EUCH AUCH NOCH BEGLEITEN? DER MANN IST EIN MASSENMÖRDER!" Molly war aufgesprungen und raufte sich die Haare, sie wusste nicht mehr wo ihr der Kopf stand und dann auch noch sowas.
Auch die anderen waren nervös und angespannt, Hermine klug wie sie war, versucht einen kühlen Kopf zu bewahren und fragte weiter. „Harry ist dort freiwillig?? Als Gast? Wirklich?" „ Ja Hermine, ich kann es dir bestätigen. Ich war selber dort und habe mit Harry und auch mit Lord Voldemort gesprochen. Bitte ich verlange nicht von euch das ihr Todesser werdet oder sonstiges. Immerhin wird diese Zeit wahrscheinlich auch bald vorbei sein. Aber überdenkt jetzt erst mal in Ruhe was besser für euch und die Gesellschaft wäre. Ein Mann der radikal ist, aber dafür mit offenen Karten spielt und für Gleichberechtigung aller magischen Wesen kämpft, oder ein Mann der viele hintergangen hat, niemand wissen lässt was er plant und immer wieder die Zauberergesellschaft gegen die „schwarze Magie" angestachelt hat. Dadurch ist viel Hass entstanden.
Es gibt im Grunde kein weiß und schwarz, Magie ist Magie. Diese Trennung kann man mit Hautfarben vergleichen. Würdet ihr eine dunkelhäutige Person für einen bösen Menschen halten? Oder hellhäutige für Engel? Es geht bei den Menschen um den Charakter und dessen Eigenschaften, die einen als „gut" oder als „böse" auszeichnen oder? Bei der Magie ist es genauso, ihr müsst jeden Spruch für sich betrachten und ihn nach seinen Eigenschaften bewerten. Natürlich gibt es üble Flüche, aber ebenso gibt Menschen egal welchen Landes und welcher Religion die böse sind."
„Das ist doch gar nicht der Punkt Remus! Es geht darum das Voldemort so viele Menschen auf dem Gewissen hat, er tötet ohne Skrupel und ohne Rücksicht." Stellte sich Molly dagegen und erntete vielsagende Blicke. „Dazu kann ich dir nicht viel sagen. Das müsste Severus übernehmen, immerhin kennt er Voldemort besser als wir." Dieser schaltete sich auch sofort ein und erzählte weiter. „Molly die Opfer die der Krieg fordert, sind allesamt schrecklich, allerdings gab es Opfer auf beiden Seiten. Davon kriegst du nicht viel mit, aber ich schon. Voldemort hat ebenso viele Leute und Freunde verloren wie ihr. Du kannst es drehen und wenden wie du willst, am Ende kommt dasselbe auf beiden Seiten raus. Dumbledore ebenso wie Voldemort, beide haben keine Skrupel und sind für ihr Ziel über Leichen gegangen, jetzt ist es an uns, das kleinere Übel zu wählen."
Das machte Sinn, aber momentan konnte sie sich noch nicht entscheiden, was sie auch den anderen mitteilte. „Das verlangt auch keiner von dir. Harry ist in derselben Situation wir ihr und möchte sich Voldemorts Seite genauer ansehen. Euch steht die gleiche Option offen, auf Riddle Manor sind zurzeit Harry, die Malfoys, Voldemort, wir beide und Blaise. Zwischendurch natürlich auch einige Todesser, aber von denen solltet ihr in der Regel nicht soviel mitbekommen. Ihr würdet demnach nur die Inneren kennenlernen, es steht euch auch frei jeder Zeit zu gehen, ihr seid dort Gäste." „Aber was ist mit Arthur und meinen Söhnen?" „Ich denke Voldemort ist bereits mit der Sache beschäftigt. Er bietet jedem Gefangenen die Wahl, entweder sie schwören Dumbledore ab und lernen das neue England kennen oder aber sie werden das Land verlassen müssen." Überrascht sah Remus nun auch Severus an. „Woher weißt du das? Davon hatte er vorhin nichts erwähnt." „Nun Remus, dir mag entfallen sein, das ich seit Jahren ein Todesser bin und wir sowas nicht erst gestern besprochen haben." „Also haben sie all die Jahre für Voldemort spioniert?" fragte ihn Hermine. „Nein nicht wirklich, so richtig arbeite ich für Lord Voldemort erst seit 5 Jahren. Davor war ich ebenso ein Verfechter Dumbledores, allerdings gefielen mir die Sachen nicht die Dumbledore plante. Es fing alles mit Potter an, Dumbledore wollte sich diesen schon seit der 1. Klasse zueigen machen, aber da war er noch schwach und hatte kein so ausgeprägtes Magiepotenzial. Mit der Zeit entwickelte sich Potter prächtig in den Augen des Direktors und ich kann mir Vorstellen, dass er noch gerne bis zum Ende des 7. Schuljahrs gewartet hätte, wäre nicht Black gestorben. Dumbledore spürte wie der junge Gryffindor darunter litt und ging daraufhin völlig falsch an die Sache ran. Er unterließ jegliche Hilfestellung im Sommer, als Mr. Potter sie am nötigsten hatte. Niemand von uns durfte sich ihm nähern oder mit ihm kommunizieren."endete Severus. „Also Sie haben sich wirklich beide Seiten angesehen und bleiben bei Voldemort, wenn ich Sie richtig verstanden habe, oder Professor?"
„In der Tat Miss Granger." Er nickte bekräftigend und warf einen Blick auf seine Uhr. „Nun wir sollten uns langsam auf den Weg machen, wir sind zum Frühstück verabredet." Fragend blickte er Molly Weasley an, die momentan das Oberhaupt war und entscheiden sollte. „Los Mum! Gib dir einen Ruck! Du hast es doch gehört, was hält dich noch zurück?! Wir müssen zu Harry und dort werden sehr wahrscheinlich auch Dad, Fred und George, ebenso wie Charlie, Bill und Percy sein!" versuchte Ron sie umzustimmen. Man sah der Mutter deutlich an, wie sie mit sich rang und letztenendes nachgab. „In Ordnung, dann packt eure Sachen ein und kommt wieder runter. Wir werden dann wohl Weihnachten mit Lord Voldemort verbringen."
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Tom stieg die Treppen in den Kerker hinab, die wie in fast jedem alten Schloss durch Fackeln erleuchtet wurden. Je tiefer er kam, desto kühler wurde es und er zog den Umhang etwas fester. Unten angekommen, stand er vor drei Türen, der linke Raum war gefüllt mit Zellen und den Gefangenen, die mittlere Tür führte noch tiefer hinab zur Folterkammer und der rechte Raum war Severus Snape persönliches Tränkelabor. Er öffnete die Tür zum linken Raum und wurde von hunderten Augen angestarrt, die gebannt und ängstlich zur Tür schauten. Sie waren seit zwei Tagen hier unten eingesperrt, wurden aber weder gefoltert noch misshandelt. Sie bekamen regelmäßig Essen, welches nicht das schlechteste war. Die Hauselfen brachten ihnen neben dem Essen auch Decken und Kissen damit sie es sich etwas bequem machen konnten, auf dem Boden der mit Heu ausgelegt worden war. Es gab sogar Sanitäre Anlagen die sie benutzen konnten, man hatte unter anderem auch deswegen nach Geschlecht getrennt. Auf der einen Seite saßen die Frauen und auf der anderen Seite die Männer. Das einzige was diese Menschen quälte war die Ungewissheit, was mit ihnen geschehen würde. Als Voldemort vor ihnen stand traute sich niemand was zu sagen. Alle sahen auf den Mann, vor dem sie sich all die Jahre gefürchtet hatten. Auch Tom sah sich seine unfreiwilligen Gäste an. Unter anderem sah er die Weasley´s, einige Hogwartslehrer, Auroren, Ministeriumsbeamte und einige Verkäufer, so wie Fred und George, die mitgekämpft hatten um ihr Geschäft zu beschützen, darunter war unteranderem Ollivander.
Dumbledore saß am Ende des Kerkers in einer Einzelzelle. Niemand von den anwesenden Gefangenen wusste dies, man hatte ihn eingesperrt ohne, dass es jemand gesehen hatte.
Voldemort ging ungefähr zur Mitte des Ganges, der die Zellen trennte und öffnete mit einem Wink seines Zauberstabes die Zellentüren. Verwundert und skeptisch betrachteten alle das Werk, niemand rührte sich, jeder einzelne wartete auf das, was als nächstes geschehen würde. Voldemort sah dies und entschied, das es an der Zeit war die Menschen aufzuklären.
„Ich habe eure Zellen geöffnet, weil ihr keine Gefangenen seid. Ich hätte gerne auf diese Unterbringung verzichtet, allerdings ließ es sich nicht vermeiden. Ich biete euch jetzt und hier die einmalige Chance in eure Häuser zurück zukehren und so weiterzuleben wie vorher". Einige sahen überrascht aus und andere wiederrum verunsichert. Irgendwo musste doch ein Haken sein. „Allerdings knüpft eure Freiheit an die Bedingung, dass ihr nach meinen Regeln lebt. Wer dem nicht zustimmt, der wird des Landes verwiesen. Ihr habt 2 Tage Bedenkzeit. Morgen werden die neuen Gesetze im Tagespropheten zu lesen sein und danach solltet ihr euch entscheiden, mehr werde ich dazu nicht sagen.
Mit dem Tagespropheten den Morgen alle Hexen und Zauberer Englands erhalten werden, liegt ein Schreiben bei, den ihr unterschreiben müsst. Mit diesem Schreiben gebt ihr eure Entscheidung bekannt, das Schreiben wird an mich und meine Leute geleitet. Jeder der nicht in England verweilen möchte, wird nicht verfolgt, verhört oder gefangen genommen. Darauf habt ihr mein Wort. Die Information wird lediglich aufgenommen und nach weiteren 2 Wochen wird überprüft, ob den Forderungen folge geleistet wurde."
Er drehte sich um und sah jeden durchdrigend an. „Ich habe für eine halbe Stunde die Apparierblockade aufgehoben. Euch steht frei nach Hause zu apparieren." Ungläubig wurde er angestarrt, ehe es einer unter ihnen versucht hatte und tatsächlich disapparierte. Dies löste einen unheimlichen Tumult aus, gefolgt von Disapparationsgeräuschen. Tom sah, dass die Weasley´s noch alle bis auf Percy da waren. Er ging auf diese zu und sah sie auffordernd an. „Die Herren Weasley würde ich bitten, als meine Gäste auf Riddle Manor zu verweilen." „Wieso sollten wir das tun?" fragte dagegen Arthur Weasley. „Nun ich denke ihre Familie würde sich freuen sie zu sehen." „Was soll das heißen? Wollen sie damit andeuten das meine Frau, Ron und Ginny hier sind?"
Ein Blick auf die Uhr sagte ihm das Severus und Remus jeden Moment zurückkommen mussten. „Ja das will ich damit sagen, aber sie sind nicht die einzigen Gäste, Harry Potter und Hermine Granger sind ebenfalls Anwesend." Fred und George spitzten neugierig die Ohren. „Hey Dad, wie oft", begann George „bekommt man schon eine Einladung" sprach Fred weiter, „von Lord Voldemort persönlich?" endete George und grinste.
