Als Kirk erwachte, brach gerade erst der Morgen an und die ersten Sonnenstrahlen eroberten vom Fenster aus das Schlafzimmer. Er drehte sich auf die Seite und betrachtete Spock. Es kam selten vor, dass der Vulkanier länger schlief und Kirk genoss diese stillen Momente. Spock lag auf dem Bauch, die Decke war seinen nackten Rücken hinuntergerutscht, den Kopf hatte er unter einem Arm versteckt, so dass nur ein spitzes Ohr herausschaute.
Kirk konnte nicht anders, als sich diesem Ohr zu nähern und er begann, sanft daran zu saugen. Mit den Händen strich er über Spocks Rücken. Der Vulkanier murmelte im Halbschlaf vor sich hin und stöhnte leise, als die Berührungen intensiver wurden. Schließlich öffnete er seine Augen, wurde sich der Situation bewusst. Er drehte sich herum, zog Kirk an sich und küsste ihn fordernd. Sie lagen nun nackt aufeinander und konnten ihre gegenseitige Erregung spüren.
"Guten Morgen, Spock" flüsterte Kirk dem Vulkanier ins Ohr. Spock erschauerte. Offenbar hatte er anderes im Sinn als Kommunikation, denn anstatt zu antworten, drehte er mit einem Ruck Kirk und sich selbst herum, so dass nun er oben lag. Spock begann, Kirks Körper mit der Zunge zu erkunden, sich schrittweise dem Unterkörper nähernd. Kirk atmete scharf ein, als der Vulkanier schließlich die Spitze seines Geschlechts berührte und hob sich ihm erwartungsvoll entgegen.
In diesem Moment hörte er ein Geräusch an der Schlafzimmertür und erstarrte. Er sah sich selbst im Türrahmen stehen, nackt, ein paar Jahre älter und offenbar bestens gelaunt. Er schloss die Augen und stöhnte. Nicht ausgerechnet jetzt!
Es kam bisweilen vor, dass er sich selbst in der Vergangenheit besuchte (noch seltener in der Zukunft) und es war fast immer ein bizarres Erlebnis. Dies hier versprach der vorläufige Höhepunkt an Skurilität zu werden.
Obwohl Spock als Vulkanier ein ausgezeichnetes Gehör hatte, war ihm ihr neuer 'Gast' bisher entgangen, zu vertieft war er seine Tätigkeit. Mittlerweile verwöhnte er Kirk mit seinem ganzen Mund und steigerte langsam seinen Bewegungsrhythmus.
Trotz der Störung fühlte Kirk, dass seine Erregung weiter stieg und er beschloss, einfach abzuwarten. Vielleicht würde der Zeitsprung nur wenige Sekunden dauern. Und was hatte er schon vor sich selbst zu verbergen? Gar nichts, zumal der ältere Kirk ja diesen Morgen ja sogar schon selbst erlebt haben musste. Er schloss wieder die Augen, um sich ganz auf Spock zu konzentrieren. Er war mittlerweile an einem Punkt, wo jede einzelne Bewegung der heißen vulkanischen Zunge Lustgefühle in ihm auslöste. Das hier war so.. geil, im wahrsten Sinne des Wortes.
Plötzlich fühlte er, wie Spock zusammenzuckte und sich von ihm löste. Unwillig öffnete er wieder die Augen und sah, dass sein älteres Ich sich zu ihnen ins Bett gesellt hatte und mit einer Hand spielerisch über Spocks behaarten Oberkörper glitt. Der Vulkanier wirkt irritiert, wenn auch nicht wirklich erschrocken. Plötzlich auftauchende Kirks waren für ihn Alltag, dies hier war allerdings eine neue Situation.
"Muss das nun sein?" zischte Kirk. "Warum nicht?" fragte der andere lächelnd und fügte hinzu "Denk dran, irgendwann bist du an meiner Stelle. Wann hat man schon so eine Gelegenheit?". Kirk schluckte nervös und sah Spock fragend an.
Spock sah das Verlangen in den Augen seines Geliebten, etwas, dem er noch nie hatte widerstehen können. Und nun sogar in doppelter Ausführung.. "Also gut" sagte er und lächelte fast dabei.
Er beugte sich erneut über Kirk und fuhr fort, wo er unterbrochen worden war. Der ältere Kirk beobachte sie zuerst nur, erregt von dem sinnlichen Anblick. Dann begann er, sanft Spocks Rücken zu massieren, wobei er sich besonders den weichen Vertiefungen widmete, wo sich die vulkanischen Keimdrüsen befanden.
Spock erschauerte und wandt sich unter seinen Berührungen. Sein Glied war mittlerweile völlig steif und aus der Hautfalte herausgetreten, wie der ältere Kirk bemerkte, als er danach griff. Er ließ seine Hand auf und abwandern und spürte die austretende Flüssigkeit an den Fingern.
Kirk hatte davon nur wenig mitbekommen. Er gab sich ganz Spocks Zungenspiel hin. Schließlich zog es ihn mit Macht über die Klippe, er stöhnte auf und ergoss sich in den Mund des Vulkaniers. Spock sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an, schluckte was kam und genoss offensichtlich den Anblick seines Geliebten in hilfloser Ekstase.
Nur um einen Moment später selbst aufzustöhnen und den Blick nach innen zu richten, denn der ältere Kirk hatte mittlerweile seine Stimulation verstärkt. Er saß immer noch hinter Spock und massierte mit einer Hand den Rücken des Vulkaniers und mit der anderen sein Geschlecht. Auf diese Weise hielt er ihn in einem festen Griff, aus dem nur schwer zu entkommen war. Spock sah aber ohnehin nicht so aus, als würde er fliehen wollen, im Gegenteil.
Kirk genoss noch die Nachwirkungen seines Orgasmus, aber er war kaum erschöpft und kam sich langsam etwas ausgeschlossen vor. Fragend blickte er seinem Alter Ego in die Augen. Der begriff sofort, nickte und machte eine Bewegung wie bei der Staffelstabübergabe.
Kirk grinste verschmitzt und legte sich in eine Position vor Spock, wo er ihn gut erreichen konnte. Dann übernahm er die Aufgabe, das Glied des Vulkaniers zu verwöhnen, leckte und saugte daran.
In der Zwischenzeit drückte der ältere Kirk Spock sanft nach vorn auf das Bett, wo der Vulkanier sich auf den Armen abstützte. Er kannte seinen Menschen gut genug um zu wissen, worum es ihm ging. Und wirklich, einen Moment spürte er ihn in sich eindringen, was eher einem Gleiten gleichkam durch das verwendete Aquagel.
Wie gut, dass er sich in unserem Nachtschrank auskennt, dachte Spock amüsiert bei sich. Das sollte bis auf weiteres sein letzter klarer Gedanke sein, denn die gleichzeitige Stimulation durch die beiden Männer katapultierte ihn in einen Kosmos der Lust, wo er nichts anderes mehr wahrnahm als Ekstase. Er und Kirk hatten schon einiges ausprobiert und vieles davon sehr genossen, aber dies hier übertraf alles.
Allzu lange konnte Spock seine Erregung nicht zügeln und als er schließlich in scheinbar endlosen Zuckungen kam, schrie er laut Kirks Namen aus sich heraus. Das war ihm bisher nie passiert, doch er fühlte seltsamerweise keine Scham.
Fast gleichzeitig hatte der ältere Kirk seinen Höhepunkt erreicht und ließ sich neben die anderen beiden aufs Bett fallen. Erschöpft legte er eine Hand auf Spocks Brust, die sich schnell hob und senkte, spürte den Herzschlag seines Vulkaniers. Eine vertraute Geste nach ihrem Liebesspiel. Da berührte ihn die Hand des jüngeren Kirks, der ebenfalls Platz dort beanspruchte. Sie lächelten sich über dem fast eingeschlafenen Spock hinweg an, bevor auch ihre Augen sich schlossen.
***
Irgendwann in den folgenden Stunden musste der ältere Kirk in seine Zeit zurückgesprungen sein, denn als sie gegen Mittag erwachten, lagen sie allein im Bett.
Kirk war ein wenig nervös, er hatte das Gefühl, Spock aus eigennützigen Gründen zu anormalen Praktiken überredet zu haben. Er wollte gerade zu einer Entschuldigung ansetzen, als Spock ihn zufrieden lächelnd anschaute und sagte "Keine Sorge. Ich kann nie genug von dir bekommen, Jim."
Kirk lachte erleichtert und strich über das so ungewohnt emotionale Gesicht seines Freundes. Womit hatte er diesen Mann verdient?
Leider würden sie bald wieder für längere Zeit getrennt sein, wenn Spocks Landurlaub vorbei war. Zwar übernahm er als vertretender Offizier nur Kurzstreckenmissionen, aber auch diese dauerten in der Regel einige Monate. Besser, Kirk brachte die Frage gleich hinter sich, die ihm auf dem Herzen lag. "Hast du schon einen neuen Auftrag? Wann musst du los?"
Spocks Gesicht verschloss sich. Er stand auf und zog sich an. "Gar nicht, Jim. Ich habe gekündigt."
"Was?!" Kirk starrte den Vulkanier entgeistert an. Wäre er ein Mensch, hätte er auf einen schlechten Scherz hoffen können, aber Spock scherzte nicht, wenn es um wichtige Dinge ging.
"Es geht nicht so weiter, Jim. Ich kann dich nicht mehr so lange allein lassen. Die Abstände zwischen deinen Zeitsprüngen werden immer kürzer und wir sind schon so oft im Krankenhaus gelandet, dass Dr. McCoy uns mittlerweile das Du angeboten hat. Wäre ich nicht hier gewesen, als der Le-matya dich verletzt hatte - die Wahrscheinlichkeit für deinen Tod hätte bei 94,3 Prozent gelegen!"
Kirk zog nachdenklich die Unterlippe ein. "Du wusstest, dass ich dabei nicht sterbe, du hast mich schon älter gesehen.."
"Darauf werde ich mich nicht verlassen, Jim. Vermutlich wirst du genau deswegen weiterhin am Leben bleiben, weil ich gerade diese Entscheidung treffe. Ich möchte darüber nicht mehr diskutieren."
"Aber ich möchte diskutieren." rief Kirk ärgerlich und sprang jetzt ebenfalls auf. "Ich will nicht, dass du wegen mir dein Leben aufgibst. Schlimm genug, dass du an einen Krüppel wie mich gebunden bist, nun wirfst du auch noch alles weg, wofür du jahrelang gekämpft hast? Mit deiner ganzen Familie hast du dich überworfen, weil du zur Sternenflotte gegangen bist anstatt zur Vulkan-Akademie und nun - alles umsonst, wegen einem Menschen? Sie werden mich noch mehr hassen, als sie es jetzt schon tun!"
Spock sah ihn ernst an. Er nahm Kirks Gesicht in beide Hände und sagte "Ich werfe mein Leben nicht weg. DU bist mein Leben."
Eine Träne schlich sich in Kirks Auge, er wischte sie hastig weg. "Und was bitte willst du stattdessen tun? Ich weiß, du kennst dich auf vielen Gebieten aus, aber nichts wird dich so ausfüllen wie die Arbeit auf einem Raumschiff."
"Ich weiß es noch nicht, ich habe mehrere Angebote, unter anderem als Abteilungsleiter im Zentral-Laboratorium von San Francisco. Was die Arbeit bei der Sternenflotte betrifft - sie ist schon lange nicht mehr das, was sie mal war, Jim. Seit wir mit den Aldonern im Krieg sind, ist die Forschung auf den Flügen völlig in den Hintergrund getreten, stattdessen geht es nur um Kampftaktik und dem Feind möglichst viele Schaden zuzufügen. All die Toten.."
Spock schloss die Augen und Kirk ahnte die Qual seines Geliebten. Der Vulkanier hielt Suraks Lehren in Ehren. Er verabscheute Gewalt und vermied sie normalerweise, wenn es nicht unumgänglich war. Trotzdem war Kirk immer noch nicht überzeugt von diesem Schritt. Aber die Entscheidung lag nicht bei ihm.
"Nun gut. Du scheinst schon länger über die Kündigung nachzudenken, wenn dir bereits Job-Angebote vorliegen und wirst alle Fakten abgewogen haben." Kirk trat ans Fenster. Nachdenklich beobachtete er die Raumgleiter, die am Himmel vorbeizogen, viele davon im militärischen Einsatz.
Wie sehr er die Piloten beneidete.. Kirk stammte aus einer Familie mit langer Raumfahrttradition, sein Vater war ein bekannter Sternenflotten-Kapitän gewesen und alle waren davon ausgegangen, dass auch sein jüngster Sohn in seine Fußstapfen treten würde. Kirks Leistungen in der Schule sprachen dafür, ebenso sein natürlich-dominantes Auftreten und die Bereitschaft, Wagnisse einzugehen.
Doch die Krankheit war ihm dazwischen gekommen, die spontane Mutation seiner Erbanlagen. Als im Kindesalter seine ersten Zeitsprünge auftraten und das Chrono-Syndrom diagnostiziert wurde, warf das alle seine Zukunftspläne über den Haufen. Als Besatzungsmitglied eines Raumschiffs konnte man nicht einfach so zwischendurch mal verschwinden und wieder auftauchen, man musste ständig in Bereitschaft sein.
Außerdem erhöhte jeder neue Planet, den er betrat, die Anzahl möglicher Zielorte für seine späteren Zeitreisen - und damit die der Gefahrenquellen, denen er dort allein und ohne Hilfsmittel ausgesetzt wäre. Zum Glück hatte er sich vor der Diagnose - abgesehen von einem Urlaub auf Vulkan - ausschließlich auf der Erde aufgehalten, was seine Überlebenschancen beträchtlich verbesserte. Es schien eine Gesetzmäßigkeit des Chrono-Syndroms zu sein, dass man nur zu bekannten Planeten reiste.
Kirk verfluchte seine Krankheit. Nichts sonst hätte ihn aufgehalten, den Weltraum zu erobern, dorthin zu gehen, wo nie jemand vor ihm gewesen war. Er hatte Astronomie studiert, verfolgte alles, was in den Medien zum Thema Raumfahrt gezeigt wurde und pflegte persönliche Kontakte zu diversen Mitarbeitern der Sternenflotte, für die er als wissenschaftlicher Berater arbeitete.
Auch den Vorfall auf Aldonien, der zum Krieg geführt hatte, kannte er bis ins letzte Detail. Manchmal hatte er das Gefühl, wenn er an Stelle von Captain Pike gewesen wäre, hätte die Sache anders ausgehen können. Aber das war vermessen, er fühlte sich schlecht bei dem Gedanken. Er mochte Pike, einen gewissenhaften und zuverlässigen Mann mit viel Erfahrung, der Standardabläufe perfekt meisterte. Nur leider war Aldonien kein Standardfall gewesen, sondern hätte unorthodoxe Entscheidungen verlangt.
Spock war zu Kirk getreten, hatte die Hand auf seine Schulter gelegt. Er spürte die Frustration seines Gefährten und trauerte mit ihm um seine verlorenen Möglichkeiten. Er zweifelte nicht daran, dass der Verlust nicht nur Kirk betraf, sondern auch die Sternenflotte und vielleicht sogar die ganze Föderation. Spock konnte nicht leugnen, dass er in gewisser Weise voreingenommen war, aber auch wenn er alle seine Gefühle für diesen Mann außen vor ließ, war Kirk immer noch ein Mensch mit ganz besonderen Fähigkeiten, die weitgehend ungenutzt brach lagen.
