Züngelnde Schlangen
Er hatte es den ganzen Sonntag und Montag beschafft ihm auszuweichen. Zwei Tage waren eine ganze Menge, dafür dass sie im selben Haus und eigentlich Freunde waren. Doch ihre Interesse gingen auseinander, deswegen hatte sie kaum Fächer gemeinsam- Montags, gottseidank, gar keine.
Doch an diesem Dienstagmorgen stand der gesamte Slytherinjahrgang vor Snapes Kerkertür und eine Begegnung war unvermeidbar. Draco schrie sich innerlich zusammen. Er konnte sich aber auch anstellen! Als wenn Blaise ihn jetzt offen anmachen würde- überhaupt, was hatte er schon zu befürchten? Trotz dieser inneren Mantren war Draco heilfroh, dass, als er sich zu de anderen gesellte, Blaise noch nicht da war.
Seine Unsicherheit schwand mit jeder Minute die er unter seinen Nachbarn verbrachte und er hatte fast aufgehört an seinen Kumpel zu denken, als ihn plötzlich von hinten jemand kräftig stieß. Er taumelte ein paar Schritte bis die Wand ihn auffing. Draco schäumte vor Wut und drehte funkensprühend den Kopf um seinen Angreifer zu identifizieren.
Die Funken erloschen, und der Fluch blieb ihm im Hals stecken als er Blaise Blick begegnete, der kaum einen Meter hinter ihm stand. Er trug seine Bücher lässig in einem Arm und hatte den anderen zum Stoß noch erhoben. Und er lächelte sein freundlich neckisches Kameradenlächeln. „Aber Draco", säuselte er, begleitet von dem Gekicher ihrer Kollegen, „Du solltest doch nicht immer alles umarmen auf das mein Schatten fällt! Du darfst mich auch weniger umständlich anbeten!"
Die Gewissheit wieder zwischen Blaise und einer Wand zu stehen machte Draco fertig. Die Erinnerungen und Empfindungen, die er die letzten zwei Tage sorgsam ignoriert und weggeschoben hatte, stürzten in voller Kraft auf ihn ein. Und wieder pumpte heißes Blut durch seine Adern, und er spürte jede Berührung überdeutlich auf seiner Haut und er kriegte keine Luft…
Dracos Kiefer mahlten wie Mühlsteine und er hätte nicht über Lust gehabt eine Prügelei anzufangen, aber in den Gesichtern der Zuschauer sah er, dass sie eine Erwiderung erwarteten. Dieser berechnende Bastard von einem Freund!
„Eigentlich Blaise", sagte er laut und ging auf seinen Kumpel zu, „wollte ich nur so schnell von deiner übel riechenden Aura wegkommen dass ich auch durch die Wand gesprungen wäre wenn möglich." Damit packte er Blaise heftiger an der Schulter als nötig und funkelte ihn böse an. In dem Moment erschien Snape und die Schüler reihten sich ein um in das Zimmer zu gelangen.
Mit einem Lächeln, aber so leise dass nur Blaise ihn hören konnte, sagte Draco noch: „Treib es nicht zu weit, sonst…" Blaise grinste nur und hieb ihm spielerisch die Faust gegen das Kinn: „Dray, wir haben es noch gar nicht getrieben…"
Draco ließ sich zurück fallen und sah teilnahmslos zu, wie alle anderen in der Tür verschwanden. Sein Inneres erzitterte bei dem Gedanken… das war… eine Drohung??
Es war ihm ja doch nichts anderes übrig geblieben als auch rein zu gehen. Nur, wenn er sich das jetzt überlegte- es war nicht die weiseste Entscheidung, die er heute getroffen hatte. Draco hatte doch glatt nicht beachtet, dass er die gesamte nächste Doppelstunde neben Blaise verbringen würde.
Es war ein Alptraum. Es war schlimmer, Folter, sein Tod, Entbehrung, Enterbung und Bloßstellung auf ewig. Blaise schaffte es aus jeder Bewegung, jedem greifen, legen, stellen, aufstehen, hinsetzten, atmen- eine Anspielung zu machen. Draco hatte zu Beginn der Stunde seine Hände auf dem Pult vor ihm gefaltet und beschloss, stur gerade aus zu kucken. Wer würde denn auch schon beim Anblick von Snape auf schräge Gedanken kommen?? Doch Blaise war hartnäckig. Aus den Augenwinkeln konnte Draco seine Bewegungen beobachten, und Blaise redete die ganze Zeit über mit ihm als wäre NICHTS.
„… immer wieder! Er könnte auch selbst alles mit dem Mörser verstoßen, aber er lässt lieber uns Schuljungen arbeiten- Sadist! Ich sag´s dir, wenn er nicht zu allen anderen noch ekelhafter wäre, wäre ich versucht, ihm auf die eine oder andere Weise eine Lektion zu lehren…"
Draco versuchte dem ganzen durch Nichtbeachtung Einhalt zu gebieten, nahm stattdessen seinen Federkiel auf und fing an, von der Tafel abzuschreiben. Dass klappte keine Minute…
„…viermal! Wirklich, ich habe auch gedacht, sie übertreibt, aber es stimmt. Und das Buch sah auch dementsprechend aus, ich wollte es gar nicht mehr in die Hand nehmen, so unglaublich…" „Zabini und Malfoy!", bellte es durch den Raum, und Draco zuckte zusammen. Betreten suchte er den Blick seines Lehrers. Snapes Augen funkelten angriffslustig. Leider, leider, verkannte Blaise den Ernst der Lage und hörte selbst jetzt nicht mit seinem immerwährenden Gequassel auf: „Uh- da fühlt man sich ja gleich wie ne Feldmaus- hoffentlich hat die Nase gut gefrühstückt. Mann, war nett dich gekannt zu haben!"
Und in dieser Situation war es, als wäre nie etwas zwischen ihnen vorgefallen, und Draco grinste. Snape hob skeptisch eine Augenbraue, was Draco mit einem Prusten quittierte und erschrocken presste er sich eine Hand auf den Mund.
Das war übel. Snape flog in Geistermanier durch den Raum und kam erst direkt vor Dracos Pult zum stehen. Der Rest der Klasse sah betreten zur Tafel oder auf die eigenen Tische.
„Mr Malfoy, wenn es Ihnen nichts ausmacht- erklären sie mir, was an meinem Unterricht so überaus unterhaltsam ist?" Snape sah auf ihn herab wie auf ein Insekt.
Draco schluckte trocken und lehnte sich ein wenig nach hinten, denn dieses nach oben sehen verursachte, aus eigener Erfahrung, wahnsinnige Kopfschmerzen. Er setzte gerade zu einer Entschuldigung an, als eine Hand sich in seinen Oberschenkel krallte. Aus seinem Mund kam ein Laut, der treffender Weise an das Röcheln eines Sterben erinnerte.
„Ja, Mr Malfoy?", hakte Snape nach. Draco blinzelte und holte noch mal Luft. „Verzeihen Sie, Sir, ich war", er stockte, denn die Hand wanderte seinen Oberschenkel hinauf, „unkonzentriert, Sir. Ja, ich war leider abgelenkt", endete er, irgendwie froh überhaupt einen Satz zustande gebracht zu haben. Die Hand in seinem Schoß tastete suchend über den Stoff seiner Hose und Draco hätte fluchen können, als sein eigener Körper ihn an den Feind verriet. Die Hand fand seine Schwellung und machte sich an ihr zu schaffen.
„So, Sie waren abgelenkt? Was hat Ihre Aufmerksamkeit den so in Beschlag genommen, dass Sie nicht in der Lage waren sich auf meinen Unterricht zu konzentrieren?" Draco unterdrückte ein Aufstöhnen. Er merkte wie er rot anlief und konnte nichts dagegen tun. „Bitte Sir, ich fühle mich krank", würgte Draco heraus und holte tief Luft. Nein, Scheiß Entschuldigung- SO konnte er doch nicht die Klasse verlassen!!
Snapes Mundwinkel zuckten, als er erwiderte: „Glauben Sie ja nicht, ich würde Sie ziehen lassen, nur weil Ihnen keine bessere Ausrede einfällt! Sie bleiben hier, und ich will den Rest der Stunde keinen Mucks mehr von ihnen hören, verstanden?" Snape beugte sich ein Stück weit zu ihm herunter um seine Antwort mit zu kriegen. „Ja, verstanden Sir", nuschelte Draco und sah betreten auf sein Pult.
Als der Snape sich umdrehte und langsam wieder nach vorne schritt meinte er noch ein Geräusch zu hören. Blitzschnell drehte er sich um und betrachtete eingehend die beiden Jungen. Malfoy saß immer noch da wie ein Häufen elend, die Hände auf dem Tisch gefaltet. Zabini saß aufrecht dar, rieb sich aber die Schulter. Ein amüsierter Zuck umspielte seine Lippen. Snape gab es auf und drehte sich weg.
Blaise schmunzelte. „Starke Linke hast du da…"
Draco dankte nur stumm seinem misstrauischen Patenonkel.
Harry eilte die Stufen zum Jungenschlafsaal hoch- dass er immer dieses Wahrsagebuch vergessen musste! Er hatte nur noch zehn Minuten um es einzupacken und zum Turm zu hetzten. Hastig riss er seine Truhe auf, wühlte eine Zeit lang unkoordiniert darin rum, warf dann einfach alles was im Weg war auf sein Bett und fand das Buch so schließlich. Er packte es in seine Tasche und stieg die Treppen wieder hinab.
„Harry!"
Er blieb stehen und sah in den Gemeinschaftsraum runter. Ginny stand dort mit ein paar anderen Mädchen ihres Jahrgangs, kam aber jetzt auf ihn zu. „Können wir kurz reden?", fragte sie und zog ihn einfach zu einem der Fenster. „Ginny, ich muss zum Unterricht, bitte", flehte Harry, der ein langwieriges Beziehungsgespräch befürchtete. Doch Ginny hielt ihn am Arm fest. „Was du neulich morgen gemacht hast… hat mir sehr gefallen", flüsterte sie und sah mit großen Augen zu ihm auf.
Ach ja, genau, die Nummer… Harry schwankte zwischen dem Genuss der Erinnerung und den Schuldgefühlen die er Ron gegenüber hatte. „Ginny, es ist so- immer wieder gerne, aber vielleicht ist es doch besser, wenn ich jetzt abzische…" „Scht", machte Ginny und legte einen Finger auf ihren Mund. Auf ihre dunklen, gespitzten, schimmernden Lippen… Harry blieb doch noch etwas stehen. Ginny lächelte wissend und musterte Harry von oben bis unten: „Vielleicht komme ich darauf zurück- aber tu mir doch bitte einen Gefallen", wisperte sie und beugte sich verschwörerisch zu ihm vor. „Jeden", hauchte Harry und ließ fast seine Tasche fallen, so schwach fühlte er sich plötzlich.
„Wenn Ron fragt", begann Ginny, „sagst du ihm, wir beide probieren´s noch mal, ok? Nur, falls er fragt…" Harry nickte und schluckte trocken. Ginny ließ ihm los, lächelte zuckersüß und schloss sich wieder ihren Freundinnen an. Harry schüttelte den Kopf, riss sich innerlich zusammen und hetzte hinaus.
Es war später an diesem Tag, als der meiste Unterricht schon vorbei war, als Cho sich langsam durch den zweiten Stock tastete. Ihr wurde immer noch schnell schwindelig, weswegen hatte sie keine Eile zu ihrem Turm zu kommen. Als sie hinter sich Schritte hörte, machte sie sich nichts daraus. Erst als sie angesprochen wurde hielt sie an und drehte sich um.
„Oh- Malfoy, ähm, ich meine… Draco?", fragte sie unsicher und betrachtete den Jungen. Er sah ein wenig außer Atem aus, die Kleidung etwas mitgenommen und die Haare Wind zerzaust. Er sah nicht direkt an, lächelte aber aufmunternd als er sprach: „Draco ist schon ok, aber sag mal, was machst du hier? Und wo warst du, ich hab dich in letzter Zeit gar nicht gesehen…" Cho deutete auf ihren Bauch. „Magenverstimmung. Ich hab um Weihnachten rum zuviel Butterbier gekippt", sagte sie und grinste, „war ja eh nicht toll, die ganzen Ferien hier verbringen zu müssen… oh ich meinte", beeilte sie sich hinzu zu fügen, als sie sah wie Dracos Lächeln erfror, „unser… treffen am See war… die Ausnahme", endete sie und sah etwas verlegen zur Seite. Jetzt ja sie wieder daran dachte kam es ihr so verrückt vor. Es war so gar nicht ihre Art…
Draco betrachtete den verträumten Ausdruck aufs Chos Gesicht. Er hätte sich eigentlich hinlegen gehen sollen, er war völlig fertig und geschafft. Die letzten 6 Stunden hatte er mit Blaise Unterricht gehabt, und alle waren in etwa so verlaufen wie die bei Snape. Vor lauter Stress war er schweißgebadet, und er hatte keine Ahnung wie er das länger durchhalten sollte- es war ja nicht nur so, dass Blaise in nervte, NEIN- sein Körper sprang ja auch noch darauf an! Auch jetzt noch war er gereizt und stand unter Spannung…
Da stutzte er. Vielleicht… Draco betrachtete Cho genauer. Er fand sie immer noch scharf, und sie war immer noch schüchtern. Mit ihr könnte er wie früher den Ton angeben. Und wenn er körperlich ausgelastet war, sprang er vielleicht auch nicht mehr so auf Blaise an.
Draco setzte sein hinreißendstes Lächeln auf und stupste Cho sanft an: „Denkst du überhaupt noch daran?" Cho sah ihn irritiert an: „Wie meinst du das?" Draco schmunzelte: „Na, könnte ja sein, dass du so oft deine Nachmittage am See mit Jungen teilst, dass du mich schon vergessen hast!" Cho schnappte empört nach Luft und wurde rot. „Das ist nicht wahr! Ich habe nicht- davor und danach- und ich würde nicht, ich…" Draco umfasste zärtlich ihr Kinn und unterbrach sie damit: „Das heißt du warst nur mit mir zusammen?" Sie nickte. Draco sah ihr lange und intensiv in die Augen und sagte ohne eine Spur von Hohn: „Was für eine Ehre." Er beugte sich zu ihr herunter und küsste sie sanft.
Als zwei Hände ihn wegdrückten biss er sich vor Überraschung auf die Lippe. „Was…was soll das?", stammelte er und wischte sich mit dem Handrücken etwas Blut von der Lippe. Cho hielt immer noch ihre Arme von sich gestreckt und sagte entschuldigend aber bestimmt: „Nein Draco, ich will das nicht!"
Sehr verdutzt machte er einen Schritt zurück und sagte ungläubig: „Nein? Wie- was soll das heißen, nein?!" Cho nickte wie zur eigenen Bekräftigung. „Das hast du damals gesagt- also bitte: Nein, ich will das nicht! Es tut mir leid Draco, aber es ist nicht wie damals. Bitte geh", sagte sie sanft und ließ die Arme sinken, „Ich bin zu langsam zum weglaufen, also bitte geh du."
Völlig perplex und ohne ein weiteres Wort drehte sich Draco um und haute ab. Cho sah ihm hinterher bis er weg war und machte sich seufzend wieder auf den Weg. Und, oh weh, ihr war schon wieder schlecht!
„Ich hab gesagt, immer nur einer antwortet!", zischte Ron aufgebracht in die Flammen. Fred verzog sich beleidigt aus dem Bild. „Also", setzte Ron noch mal an, „Luna hat also wirklich für euch gearbeitet?" George nickte, sah Ron aber nicht in die Augen: „Wir haben ja dieses Gute Laune Pulver, das ja Dumbeldore im großen Maße bei uns bestellt. Aber wir haben auch eine andere Version davon, und… na ja wir haben irgendwie keine Testpersonen dafür gefunden… dann war da die Sache mit der Annonce-" Ron unterbrach ihn ungehalten: „Ja den Teil kenne ich. Also ist es nicht Luna, die dieses Zeugs hier verteilt… WAS ist das Zeugs eigentlich?", zischte Ron seinen Bruder zu. George sah betreten zur Seite. „Also im Grunde ist es wie das normale Pulver, nur mit einer Zutat mehr…" George stockte und Ron knurrte gefährlich. „Ok Bruder, ich spuck´s ja schon aus", sagte das Gesicht in den Flammen knirschend, „Es sind Aschwinderin Eier, ok?"
Ron explodierte. „OK? Es ist NICHTS ok! Seit wann macht ihr auch noch Liebestränke??" George duckte sich trotz der Entfernung die zwischen ihm und seinem Bruder lag. „Ist ja gut, Ron, reg dich ab! So funktionieren die nicht!" Ron holte tief Luft und fixierte George: „Na dann erklär mir wie sie funktionieren!"
Wenige Minuten später stand Ron auf und verließ den gelöschten Kamin. Harry kam die Treppe von den Schlafsälen runter und sah ihn unsicher an.
„Danke für´s Schmiere stehen", sagte Ron und seufzte. Harry nickte und sammelte sich. „Also, was haben die beiden gesagt?" Ron hob den Kopf und grummelte: „Es ist –so eine Art- Liebespulver." Harry nickte erst mal. „Ok- und was bedeutet so eine Art?" Ron ging an ihm vorbei und die Treppen hinauf, während er müde antwortete: „Wenn du das isst, verliebst du dich nicht, sondern alle um dich herum fliegen auf dich."
„Oh", machte Harry nur.
„Und ich muss nach Hogsmead", rief Ron noch zu ihm runter, dann schloss sich die Tür zum Jungenschlafsaal.
Es war zum Mäuse melken. Immer wieder verspätete sie sich. Warum ist diese Bibliothek auch so groß und toll und sie so eine Streberin?? Und dabei hatte sie heute so oft auf die Uhr gesehen, und wieder war es eine Viertelstunde zu lang gewesen. Hermione fuhr sich nervös durch die Haare. Wenn sie jetzt nur schnell in den Turm käme ohne irgendwem vor die Füße zu laufen…
Innerlich ärgerte sie sich darüber, dass sie nicht so viele Abkürzungen wie Harry und Ron kannte. Dann würde sie jetzt nicht den offiziellen, ungeschützten Weg nehmen müssen. Obwohl sie jetzt lieber nicht an die beiden dachte. Harry benahm sich sowieso nur noch komisch seit der Nacht im Uhrenturm (an die sie jetzt besser nicht dachte) und Ron hatte sie den Streit auf der Treppe noch nicht verziehen. Was fiel dem Typ eigentlich ein?? Und wo wir gerade dabei sind über die Männer in ihrem Leben herzufallen- Malfoy hatte ja auch den Knall nicht mehr gehört. Bei der Erinnerung an ihn wie er verlegen wegrannte musste sie lächeln. Irgendjemand machte ihm ganz schon zu schaffen, und Hermione erlaubte sich ein wenig Schadenfreude, schließlich hatte er sich ihrer bedient, und dann wahr ihr nicht mal Rache vergönnt gewesen. Na ja… die Chance sich zu rächen hätte sie ja schon gehabt… nur ihr Verstand war zu diesem Zeitpunkt unbrauchbar. Diese Aussetzer waren Hermione fast noch peinlicher als ihr wahnsinnig pubertäres Verhalten. Um sich abzulenken beschleunigte sie ihren Gang.
Sie kam zu einer Kreuzung mit einem kleineren Gang und stellte zufrieden fest, dass sie geradeaus auf die große Treppe zulief. Sie machte fast einen kleinen Hüpfer, durchquerte den kreuzenden Gang und hatte die Hand schon an der Klinke als sie hinter sich eine scharrende Stimme vernahm.
„Mrs Granger?!"
Ihr Körper gefror und ihr Herz setzte aus. Das war ihr Ende. Einmal, einmal wurde sie erwischt, und dann von…
„Ja Pr. Snape?", fragte Hermione zaghaft immer noch mit der Hand auf der Klinke.
„Würden Sie sich mir Gütigerweise zuwenden wenn ich mit Ihnen spreche?", tönte seine Stimme durch den Gang. Hermione drehte sich gerädert und wagte kaum zu ihm aufzusehen. Snape stand ganz in Schwarz mitten in dem Gang den sie gerade lang gelaufen war und hatte die Arme hinter dem Rücken verschränkt. Einen Moment betrachtete er sie eingehend, dann räusperte er sich: „Nun, ich wollte nur sicher gehen, dass Sie vollständig bekleidet sind."
Damit drehte er sich um, rief noch „Und jetzt machen Sie, dass Sie in ihr Bett kommen!" und war weg.
Hermione sackte gegen die Tür. DAS… hatte sie ja schon VOLLSTÄNDIG verdrängt gehabt…
