Der Ausrutscher

Alex war am gleichen Abend noch mal nach Drover's zurückgekommen und hatte einen Kasten Bier mitgebracht. Er und Claire setzten sich auf die Couch auf der Veranda. Sie tranken ein Bier nach dem anderen. Claire war glücklich, soweit es die Umstände zuließen. Sie redete gerne mit Tess und sie liebte ihre Schwester über alles, aber mit Alex verband sie etwas anderes. Mit ihm konnte sie hier sitzen und reden ohne dabei viele Worte zu verlieren. Und trotzdem verstand er immer was sie meinte.

„Ich hätte so etwas niemals von Peter erwartet," Claire schaute vor sich hin. „Er ist ein Fatzke. Er hat Dich nicht verdient," Alex grinste sie an. Claire musste lächeln. „Du findest was besseres, Claire." Schweigend saßen sie da und tranken weiter. Nach einer Weile meinte Claire: „Sam wird sich schon beruhigen." Alex schaute sie traurig an. Er tat ihr so leid. Sam hätte so was nie sagen dürfen. „Teenager reagieren nun mal oft sehr emotional. Sie kennt dich erst so kurz. Ich glaube nicht, dass ihr Ausbruch gegen dich gerichtet war. Sie rebelliert einfach gegen alles Neue, was ihr Leben durcheinander gebracht hat. Mit der Zeit wird sie sich schon an alles gewöhnen." Claire zuckte zusammen, war das etwa eine Träne die da über die Wange des starken Alex Ryan lief. Schnell reichte sie ihm noch ein Bier.

Nach einer Weile schaute Alex sie fragend an: „Meinst du ob ich das schaffe? Ich komm mir so hilflos vor." „Klar packst du das! Wenn ich das mit Peter vergessen kann, kannst du auch mit Sam klarkommen." Claire's Stimme klang aber keineswegs zuversichtlich, sondern eher etwas unsicher und zitterig. Er sollte eigentlich sie trösten. Schließlich hatte sie einen Menschen verloren, er hatte einen dazu gewonnen. Alex nahm Claire in die Arme und hielt sie fest. Claire genoss es seinen warmen Körper zu spüren, von ihm festgehalten zu werden als ob er sie niemals mehr gehen lassen wollte. Sie blickte zu ihm auf. Als ich Blicke sich trafen, war es als würde die Welt stehen bleiben. Ihre Herzen rasten. Alex neigte den Kopf zu ihr herunter, und sanft trafen sich ihre Lippen und ergossen sich in eine leidenschaftlichen Kuss. Claire's Magen zog sich zusammen, und es war ihr als ob sie keine Luft mehr bekommen würde. Auch in Alex's Bauch tummelten sich die Schmetterlinge. Dieser Augenblick war einer für die Ewigkeit. „Komm," sagte er und zog sie hoch. Nach den vielen Bier war es gar nicht so einfach aufzustehen. Lachend fing er sie auf, bevor sie hinfallen konnte. Innig umschlungen wankten sie Richtung Claire's Schlafzimmer.

Alex wachte mitten in der Nacht auf. Sein Kopf brummte. Verwirrt schaute er auf Claire, wie wunderhübsch sie doch war. Sie war unheimlich bezaubernd wie sie so da lag und schlief. Plötzlich ergriff ihn ein grausames Gefühl. Er war so ein Idiot, Wie konnte er nur so blöd sein. Das hätte niemals passieren dürfen. Sie hatten getrunken, und es ging ihr schlecht. Es kam ihm vor als ob er die Situation ausgenutzt hätte. Ja, er liebte sie. Moment Mal, er liebte sie? Alex durchfuhr ein Schreck. Er sollte in Claire McLeod verliebt sein? Langsam wuchs Panik in ihm heran. Er hätte das nicht tun sollen. Gerade wenn er sie liebte, aber er war sich nicht sicher, sein Kopf dröhnte, er musste erstmal darüber nachdenken. Er und Claire. Sie waren doch nur Freunde. Oh nein, was hatte er da gestern Abend nur getan. Claire hätte sich bestimmt ihm nicht hingegeben, wenn sie nicht wegen Peter so fertig wäre. Er musste raus hier. Weg von hier. Einen klaren Gedanken fassen. Vorsichtig stieg er aus dem Bett und zog sich an. Mit einem letzten, irgendwie verzweifelten aber auch liebevollen, Blick auf Claire schlich er sich aus dem Zimmer.